Kundenrezensionen


11 Rezensionen
5 Sterne:
 (8)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

34 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Degesi" -"Hundeesser", 4. März 2004
Von 
Amazon Kundenrezensionen "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Hundeesser von Svinia (Gebundene Ausgabe)
350 km (Luftlinie) trennen Wien von München; ebenfalls 350 km (Luftlinie) Wien von Kosice (Kaschau). Und doch sind die 350 km nach Osten eine Reise in eine andere, fast allen von uns unbekannte Welt.
Karl-Markus Gauß hat diese Reise in den Osten mehrmals gemacht; in diesem Buch berichtet er von seinen Reisen.
Er stellt uns eine Welt vor, die man bei uns geflissentlich verdrängt: die Welt der Roma (früher abwertend "Zigeuner"). Mit dem Eintritt der Slowakei in die EU kommen (und kamen ab 1. Mai 2004) einige hunderttausend Roma in die EU.
Ein paar Eckdaten: Arbeitslosigkeit in vielen Roma-Ghettos in der Slowakei an die 100%; Alkoholmissbrauch; Schulbesuch der Kinder (wenn überhaupt): meist Sonderschule; Niedergang der traditionellen väterlichen Autorität......
Gauß beschreibt auch die Geschichtslosigkeit, in die diese Gruppe von Menschen in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten gefallen ist, nachdem die Berufe, von denen sie mehr schlecht als recht lebten, meist verschwunden sind.
"Hundeesser" sind die Bewohner von Svinia, dem schlimmsten Ghetto, schon lange nicht mehr - sofern es die Älteren von ihnen je überhaupt (aus rituellen Gründen) waren; der Ruf, es zu sein, reicht, um am untersten Ende der sozialen Skala in der Slowakei zu stehen.
Ein unendlich wichtiges, sehr oft trauriges, aber doch manche Hoffnung keimen lassendes, in geschliffenstem Deutsch geschriebenes Buch - gerade richtig zum 1. Mai 2004. Die EU wird sich jedenfalls zu diesem Problem mehr als bisher einfallen lassen müssen...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Apartheid vor der Haustür, 5. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Hundeesser von Svinia (Gebundene Ausgabe)
In einem kleinen Ort im Osten der Slowakei, hat Karl-Markus Gauß Menschen kennen gelernt, die wie aus Zeit und Raum gefallen scheinen. Wie Verstoßene leben sie in bitterer Armut. Ohne fließend Wasser und Elektrizität. Sie werden von Nachbarn missachtet, wie Luft behandelt. Der Herausgeber der Zeitschrift "Literatur und Kritik" liefert mit "Die Hundeesser von Svinia" mehr als eine packende Studie der Roma-Gemeinschaft, mehr als eine Reiselektüre. Nachdenken über Toleranz ist die mindeste Folge - auch bei denjenigen, die den aktuellen Ereignissen in der Ostslowakei sonst weniger politische Bedeutung beigemessen hätten...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traurige Realität, 27. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Hundeesser von Svinia (Taschenbuch)
Ein Buch von dem ich mir gewünscht hätte, dass es drei Mal so dick ist. Ich hätte noch Stunden weiterlesen können.
Es ist schwer zu realisieren, dass solche Dinge unweit von uns geschehen, aber Karl-Markus Gauß ruft es denen, die es bisher noch nicht wussten, nochmals ins Gedächtnis. Ich selbst habe schon ähnliche Zustände hautnah miterlebt und kann dadurch auch beurteilen, inwiefern die Ausführungen Gauß' realistisch sind oder nicht. Und sie sind es.
Das Buch ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Informieren, Aufsehen erregen und Menschen dazu bringen, sich damit auseinander zu setzen, sind die Wege, die es zu gehen gilt um solche Probleme in Zukunft hoffentlich nicht mehr kommentieren zu müssen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sachbuch und schöne Literatur, 18. Januar 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Hundeesser von Svinia (Taschenbuch)
Dieses Sachbuch schildert eine bittere Wirklichkeit aber in einer so feinen und wohlformulierten Sprache dass man es wie eine spannende und facinierende Geschichte bis zum Ende weiter lesen muss. Der Autor drängt sich nicht auf, er führt uns als engagierten aber objektiven Beobachter mit Feingefühl in die Welt der Roma ein. Zwei Gedanken bleiben beim Leser: man möchte diese Welt weiter kennenlernen und Stellung nehmen können; und: Man möchte baldigst ein weiteres Buch dieses Autors lesen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hundeesser von Svinia, 28. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Hundeesser von Svinia (Taschenbuch)
Die Hundeesser von Svinia ... wie Menschen aus einer anderen Welt ... das wird uns irgendwann einholen, wenn sich in ein paar Jahren die Population der Zigeuner aufgrund der bestehenden Verhältnisse in den ehemaligen Ostblockstaaten allen voran Rumänien und Slowakei verdoppelt haben wird.
Als Nachfahre einer deutschen Familie, die wie so viele aus der Slowakei vertrieben wurde, hab ich mir die Dörfer meiner Vorfahren angesehen. Die durch Deutsche gegründeten Dörfer sind teilweise zu mehr als 90% von Zigeunern bewohnt. Das wurde nach dem Krieg von der kommunistischen Tschecheslowakei bewusst so beschlossen, um zum einen die Deutschen abzustrafen und zum anderen die Zigeuner aus den Städten in die Dörfer zu vertreiben.
Eines ist damals wie heute klar: bei den Slowaken sind die sogenannten Schwarzen mehr als unbeliebt.
Sie sind als Bettler, Diebe, Nichtsnutze verschrien. Man sieht ihnen äusserlich sofort an, dass sie nicht dazugehören.
Die Zigeuner, vor allem die Kinder, machen einen verarmten aber auch sehr fröhlichen Eindruck.
Das Buch ist für Interessierte eine absolute Empfehlung. Wer es kauft, hat sicher Interesse, die Menschen kennenzulernen. Zu finden sind die Zigeunerdörfer im Atlas oder google map entweder als "romska osada" (Zigeunerdorf) oder man sucht nach ehemals deutschen Dörfern in der Slowakei (google).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Menschunwürdig leben in der EU, 11. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Hundeesser von Svinia (Taschenbuch)
L.-M. Gauß ist ein Chronist der Randgruppen. In diesem Buch sind es die Roma im Osten des EU Landes Slowakei. In Svinia leben die Ärmsten von ihnen. Sie müssen unter Bedingungen leben, die man sich hierzulande nicht vorstellen kann: Vertrieben, verstoßen, verachtet und ausgegrenzt.
Der Schriftsteller bietet keine Lösungen an, er ist nur Berichterstatter.
Mit viel Einfühlungsvermögen berichtet er über Kinder, die im Dreck hausen (müssen) und das Leben der Menschen ohne Zukunftsperspektive.
Mich hat das kleine Buch (ca. 120 Seiten) sehr berüht, und ich würde es jedem raten zu lesen, bevor er sich in eine Diskussion über "Zigeuner" begibt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einblicke in das Leben der Roma, 24. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Hundeesser von Svinia (Gebundene Ausgabe)
Karl Markus Gauß ist ein Reiseschriftsteller und Essayist, der nicht tausende Kilometer hinter sich legen muss, um etwas zum Erzählen zu haben. Er geht an die vergessenen Orte, die oftmals nur wenige Kilometer von den Stadtzentren entfernt liegen, und sucht die blinden Flecken auf: in diesem Fall ein Roma-Dorf.
Gut recherchiert, gut geschrieben. Gelungener Bericht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Beschreibung von Reiseeindrücken, kein Sachbuch., 30. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Hundeesser von Svinia (Taschenbuch)
Mit bürgerlicher Distanz werden Eindrücke beschrieben von Reisen in die Ostslovakei und Gesprächen mit Slovaken, Roma und Hilfsorganisatoren, das ganze mit viel Sympathie für die Roma, nicht belehrend, ohne Lösungsansätze und nur ein klein wenig moralisierend. Wahrscheinlich erfährt man mehr über den Autor als über die Roma. Trotzdem ein kleines, leicht zu lesendes, informatives Buch, das sich wohltuend von der deutschen sarrazinistischen Diskussion über Minderheiten abhebt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Die 700 Menschen die in Svinia leben bilden eine Kaste der Unberührbaren..., 29. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Hundeesser von Svinia (Gebundene Ausgabe)
.....die Hundeesser, die Degesi. Der Verzehr von Hundefleisch vollzog sich im Rahmen besonderer Riten und Zeremonien. Aus dem Fett, das beim Kochen abfiel wurden Arzneien und Salben hergestellt denen man wundersame Heilkraft zusprach. So pilgerten denn die "Weissen" (im Gegensatz zu den dunkelhäutigen Zigeunern) im Schutze der nächtlichen Dunkelheit zu den Unberührbaren um eben dieses Produkt zu kaufen. Die Welt öffnete sich für einen kurzen Moment um durch einen winzigen Spalt Kontakt zur Aussenwelt zu schaffen. Ansonsten leben die Degesi abseits vergessen ohne Müllentsorgung und Kanalisation.

Die Integrationsmassnahmen der tschechoslowakischen Bürokratie ignorierte Traditionen, Lebensformen, Kultur und Sprachen der Roma, schleifte ihre Siedlungen um das "Lumpenproletariat" einer reaktionären Schicht an die Arbeiterklasse heranzuführen. Von staatsbürgerlicher Gleichberechtigung konnte allerdings keine Rede sein. Der Reisebericht macht schon deshalb betroffen weil einen die angestrebten Lösungen zur Integration derart unrealistisch und absurd erscheinen. Niemand scheint sich darüber Gedanken gemacht zu haben was dieser Bevölkerungsgruppe abhanden gekommen ist die einst ihren Lebensunterhalt unter Anderem als fahrende Schmiede, Musiker, Pferdehändler zu bestreiten wusste.

Wie ich finde ist dies ein Buch das viele Menschen lesen sollten um über ihre eigene Geisteshaltung gegenüber sie Befremdendes scheinbar Fremdes nachzudenken.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Svinia gibt, 25. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Hundeesser von Svinia (Taschenbuch)
Man muss gar nicht so weit in die Ostslowakei fahren, um sich in die 3. Welt versetzt zu fühlen. Es existieren einige slumartige Siedlungen am Rande der Hohen Tatra. Z.B. am südlichen Ortsrand von JANOVCE und südöstlich des Ortes SPISSKE PODHRADIE, jeweils am Rande aufgelassener Steinbrüche.
Es sollte dazu unbedingt erwähnt werden, daß nach der 1993 erfolgten staatlichen Trennung von Tschechien und Slowakei (vormals Tschecho-Slowakei) vermehrt Roma aus Tschechien in die Slowakei abgeschoben wurden. Man begründete diesen Schritt damals damit, daß diese Menschen (oder ihre Vorfahren) in 1950er Jahren aus dem slowakischen Landesteil in den tschechischen Landesteil gekommen waren. Diese seinerzeitige Binnenmigration geschah aber nicht völlig freiwillig, sondern oft auf Druck der damals herrschenden Kommunisten, die nach der Vertreibung der Sudetendeutschen die Lücken in den Fabriken schliessen wollten. Nach der Rückkehr dieser Roma entstanden in der Slowakei nach 1993 eine große Zahl sog. Roma-Siedlungen ("romska Osada"), welche oft genug Slum-Charakter haben. Eine gewisse Entspannung in der Wohnraumsituation ergab sich nach Beitritt der Slowakei in die europäische Union. Die EU förderte ein großes Neubauprogramm für Schlichthäuser am Rande bestehender Dörfer. Als Lektüre zu diesem Thema empfehle ich den Roman "Zoli" von Colum McCann, welcher in der Form der Lebensgeschichte einer in 1920er Jahren geborenen Roma-Frau sehr bewegend das Schicksal der slowakischen Roma in der jüngeren Vergangenheit thematisiert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Die Hundeesser von Svinia
Die Hundeesser von Svinia von Karl-Markus Gauß (Taschenbuch - 1. März 2006)
EUR 8,90
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen