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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrlich andere Wahrnehmung, 3. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Nacht mit Alice, als Julia ums Haus schlich (Taschenbuch)
Ein wahrlich trüber Roman, der trotz seiner Undurchschaubarkeit sehr viel aufzeigt. Es geht ums Fremdgehen, irgendwie, aber nicht als sexuellen Falschakt, sondern als etwas Natürliches, als etwas, was im Kopf geschieht. Der ganze Roman liest sich wie im Traum, dabei sind die Bilder sehr geschickt gewählt. Die Motive sind vorgeben (das Restaurant der Isolierten, aus einem Radio strömt Lärm, die Friseurin schneidet im Hinterherlaufen jemandem die Haare), aber die Farben, mit denen man das Bild malt, sind die eigenen. Es kommt einem beim Lesen so vor, als wäre man ein Stockwerk tiefer in seinem eigenem Bewusstsein. Es sind viele schöne Gedanken drin, „einstweilige Gefühle“, auch sonderbare Geschichten, Julia heiratet einen Matheprofessor nur, weil sie sein zweites Gesicht sehen will. Aber egal, ob sie ihm fremdgeht, ob sie sein Geld verprasst, er hat immer sein liebes, sein einziges Gesicht auf – selbst nach dem Tod. Man darf keine zusammenhängende Handlung erwarten, es ist eine episodenhafte Erzählung und Verknüpfungen werden gebrochen, neu verknüpft, was man serviert bekommt, ist eine ganz andere Wahrnehmung, eine ganz andere Sicht auf die Dinge. Ich mochte das Buch, aber es schon schwer, auch weil man sich oft einfach nur fragt: „Warum?“

Wer eine Handlung erwartet, wer ein spannendes Buch erwartet, wer nichts von verschriftlichten Träumen hält, sollte die Finger von diesem Buch lassen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das von sich und den anderen entfremdete Individuum der heutigen Zeit, 11. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Nacht mit Alice, als Julia ums Haus schlich (Taschenbuch)
Der Roman 'Die Nacht mit Alice, als Julia ums Haus schlich' wird überwiegend aus der Perspek-tive eines Ich-Erzählers geschildert. Die Hauptthemen sind die Reduziertheit des heutigen Individuums, seine Kommunikationsunfähigkeit, seine Unfähigkeit zu lieben, seine Einsamkeit und Leere. Diese Motive werden in der Erzähltechnik umgesetzt. Es gibt keine fortlaufende Erzählung, sondern Fragmente, deren Perspektive immer wieder wechselt, so dass der Leser leicht die Orientierung verliert. Die Vereinzelung und Reduzierung des heutigen Menschen wird durch die Erzählstruktur von scheinbar lose aneinander gereihten Fragmenten illustriert. Zwischen den Figuren finden keine Dialoge statt, sondern Monologe, auf die das Gegenüber nicht reagiert. Mann und Frau als Symbol einer möglichen Einheit, vegetieren nebeneinander her. Es gibt keine Ganzheit. Ihr Fehlen wird vom modernen Menschen beklagt. Der reduzierte Wachzustand kann dem heutigen Menschen keine wirkliche Tiefe mehr bieten. Deshalb flieht er in die Welt des Traums. Im Traum verschmelzen die psychischen Abgründe der handelnden Personen mit Märchen und Mythen. Diese beiden Ebenen werden auf groteske Weise nebeneinander gestellt. Das Leben erscheint als Betrug- und Selbstbetrug. Mit Cyber-Technik kann man alles nach Belieben umgestalten und auswechseln. Die Sehnsucht nach Erfüllung jedoch bleibt bei all diesen Möglichkeiten ungestillt. Nur in den Träumen und Mythen bleiben Geheimnisse verborgen, der 'Wachzustand' des heutigen Intellektuellen ist durch zunehmende Leere, Verlassenheit, Verlorenheit, durch seinen Identitätsverlust charakterisiert, eine Existenz, die von der Vertreibung des Menschen aus dem Paradies herrührt. Erwartungen und Sehnsüchte werden nie erfüllt, weil man entweder zu spät kam oder das Erhoffte nicht für einen selbst bestimmt war. Man wird ständig (auch als Leser) in die Irre geführt.
Bereits der Titel spielt mit der Erwartung: "Die Nacht mit Alice, als Julia ums Haus schlich". Doch eine plastische Schilderung dieser Nacht stellt sich keineswegs ein. In den ersten Sätzen wird zwar klar, dass Julia die Ehefrau des Ich-Erzählers ist, und dass sich beide, wie andere vorkommende Paare, voneinander entfremdet haben, ohne dass sie sich jemals nah waren. Plötzlich taucht die geheimnisvolle Alice auf. Durch diese Figuren, ein Liebesdreieck, entwickeln sich Traum- und Erzählsequenzen über die Nicht-Beziehung zwischen Mann und Frau, das Nicht-Verstehen des anderen von Anfang an.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Theaterszenen, 25. Februar 2004
Von Ein Kunde
Offensichtlich, dass sich der Autor eines Themas angenommen hat, welches er nicht zufällig, nicht kurz entschlossen wählte, sondern welches ihn seit langem schon beschäftigt haben muss, denn er beweist eine Meisterschaft darin, (E)s bis in die dunkelsten Winkel des (Un)bewussten darzustellen. Das Thema ist die Liebe, oder moderner: Beziehungen, Kommunikation und Psychologie. Der Stil ist nicht immer leicht zu lesen, was ihn aber bereichert, stört zunächst den Lesefluss: Ein assoziativer und psychologisch-metaphorischer Bilder- und Sprachreichtum. Eine Entwicklung der Geschichte um einen Betrug des Ich-Erzählers an seiner Partnerin im herkömmlichen oder gewohnten Sinn lässt ein solcher Stil nicht zu. Dennoch überzeugen die subtile Wahrnehmung und die gekonnte Umsetzung, hat man sich erst einmal auf plötzlich wechselnde Szenen und Akteure eingestellt. Insofern erinnert vieles an ein zeitgenössisches Theaterstück. Dialoge und Szenen sind oft nicht auf den ersten Blick verständlich, vermitteln aber ein Gefühl der Verstörung und des Defizits an menschlicher Handlungfähigkeit. Man bemerkt, hier hat ein Autor einen Roman geschrieben, der auch auf Theaterbühnen zuhause ist. Fazit: Obwohl kein einfaches Lesevergnügen (und mit dieser Einschränkung) fünf Sterne.
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8 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Aufrichtigkeit des ersten Lächelns, 25. September 2003
Von 
Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Nicht kann vergessen werden, was daherkommt wie ein erstes Lächeln oder der erste Schritt aufeinander zu.
Natürlich ebenfalls nicht, und doch vielleicht anders, die Erinnerung an einen limettengrünen Bikini inmitten von liegendem Zeugs, auf dem Boden alles,(und zwar auf einem vergammelnden Karton),bedeckt mit lauter Knöpfen.
Aber wie kann man nur so reden, nur so schreiben und die Zeit mit seinen Fingern anhalten wollen?
Das ist der Versuch eines jeden guten Künstlers und hier in diesem Werk ist es wieder einmal gelungen, sehr gut gelungen.
Die laufenden Hinwendungen zu beobachtenden, verführenden, in Träume gleitende Findungen, die dann aber doch wieder ins Reale hinübergleiten, das alles liest sich leichter dahin als es zu Papier gebracht wird. Und so ensteht wieder ein Wunderwerk der Literatur, ähnlich wie es uns Kleist oder Proust vor Augen brachten.
Ha, und es geht um das ewig Weibliche auch und es geht um die Zuwendung auch im Alter zueinander.
Und es wird die Zeit genutzt auch zum Genuss, zum Leben und nicht nur zum Schauen. Selbst ein breites Grinsen wird uns erklärt oder ein Augenaufschlag oder gar die Leere um uns her.
Aber die Zeit anhalten, das wäre doch zu schön.
Wäre doch alles so durchschaubar dargestellt, was uns umtreibt, wie in diesem herrlichen Buch, das die Farbe der Sinnlichkeit gewählt hat und somit die reale, deutlich erscheinende und immer wieder scheinende Welt spiegelt, so wären wir reicher.
Somit werden wir aber genug und genußvoll bestärkt und wieder einmal sehr gut entlohnt für ein saumseliges Lesen, das und Entzücken bereitet für eine lange, lange Zeit.
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Die Nacht mit Alice, als Julia ums Haus schlich
Die Nacht mit Alice, als Julia ums Haus schlich von Botho Strauß (Taschenbuch - 1. November 2005)
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