Kundenrezensionen


6 Rezensionen
5 Sterne:
 (4)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Utopia oder Dystopia, 4. Juli 2009
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Von kommenden Tagen: Roman (Taschenbuch)
Was für eine Einführung in das 22. Jahrhundert! H.G.Wells (1866-1946) hat mit dieser Novelle, 1899 erschienen, eine Vorhersage gewagt, die vom Victorianischen England 200 Jahre in die Zukunft sieht. Und in welche Zukunft? Es scheint heute im 21. Jahrundert phänomenal, da zwischen Erwartung und Gegenwart die Zwischensprünge marginal erscheinen. Eine Liebesgeschichte zweier Menschen rahmt die Handlung; eine Frau aus der Upper-Class, verliebt in einen der Middle-Class, wird wegen der Beziehung endgültig zum Unglück vom Vater verurteilt. Via Hypnose wird sie von der Liebesbeziehung befreit zu Gunsten eines neuen JA's zu einem, der dem Vater genehm ist. Dieses 22. Jahrhundert, in dem nichts mehr gilt was vorher war, wo lesen von Büchern gewichen ist dem Hören von Phonogrammen (Hörbücher kennen wir schon heute), in dem was war, ersetzt wird durch eine zukünftige Gesellschaft unter vollständig globalisierten Strukturen, wird von einer selbsternannten und sich selbst disziplinierten Elite geführt. Keiner der hier Lebenden ist arbeitslos, aber sein Arbeitslos ist eines in der Hierachie der Gesellschaft zugeordnetes. Auch wenn die beiden Liebenden sich der Verfügbarkeit der Gesellschaft entziehen können und sich der alten Strukturen des Lesen, der Schönheit und der Menschlichkeit zugehörig fühlen, ist nach all den versuchten Ausbrüchen die Not entscheidend für die finale Zustimmung in ein System der Bevormundung. Letztendlich ohne Mittel darstehend, sind beide gezwungen, sich der Sklavenarbeit hinzugeben und im tiefsten unten sich einzugewöhnen, auch wenn ihr Zusammenhalt von aussen, insbesondere von ihrem Vater und ihrem Verehrer torpediert wird. Letztendlich wird letzter geläutert in einer Gesellschaft der Inhumanität und vererbt den beiden seinen Besitz kurz vor seinem nahen Tode. Letztendlich sitzen beide in ihrem neuen Domizil und der Gesellschaft nahezu angepasst, welches dem Zufall entsprang und sinnieren erinnernd über die zukünftige Zeit, die dem Leser zwar ein Happy End suggeriert, allerdings in dem Zweifel belässt, was wirklich ist und wirklich wird. "Mit der Zeit werden die die Menschen - vielleicht - klüger werden ... klüger ... Ob sie jemals begreifen werden?"

Die hier von H.G. Wells vorgestellte Utopie einer zukünftigen Zeit ist eine vorgebliche Utopie, denn es scheint diese den Charakter des Double-Binding nicht zu verlieren. Vielleicht ist es eine Anti-Utopie, die die Utopie an sich kritisiert. So wie Aristophanes mit Lysistrate die bestehende Gesellschaft vorführt, könnte auch Wells Anliegen gewesen sein, eine utopische Satire zu zeigen, die im Leser die Fragen aufwirft, wie eine zukünftige Gesellschaft sein könnte und vor allem, mit welchem Beitrag er sich beteiligt.

Lesenswert, weil aktueller denn je.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitnah, unglaublich, 29. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Von kommenden Tagen: Roman (Taschenbuch)
Mich fasziniert die Nähe zu unserer Zeit.
Wir schlagen uns alle mehr recht als schlecht durch unsere Zeit und die grosse Krise.
Gesllschaftsmodelle, Gesellschaftsentwicklung, Kultur, den Stellenwert der einzelnen Gesellschaftsschichten, ...
Sehr viel ähnelt eigentlich schon dem JETZT!
Für mich ist H. G. Wells immer wieder erschreckend mit welcher Detailtreue er solche Entwicklungen erahnen konnte.
Faszinierende Theorien!
Sehr viel Stoff zum Grübeln!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leider zu kurz, 25. November 2010
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Von kommenden Tagen: Roman (Taschenbuch)
Der enorme Sprengstoff, der in dem Inhalt des Buchs steckt, kommt einfach zu kurz. Es sind zu wenige Seiten. Wo man andere bittet, ihre Bücher radikal zu kürzen, möchte man hier 100 Seiten mehr haben. Ist wahrscheinlich von Wells so gewollt. Nichts ausschmückendes soll stilistisch den Inhalt verdrängen. Und das Ende, nunja, gefällt mir persönlich nicht, hätte mir ein anderes gewünscht, ein Happy End, aber das hätte das Buch eben zu einem Buch gemacht, dass man danach beruhigt in die Ecke stellt. So bleibt es ein Buch zum Nachdenken.
Die Protagonisten, ein junges Liebespaar, versucht der ewigen Tretmühle der modernen Zeit zu entfliehen. Wie sie das allerdings versuchen, kann man einfach als naiv bezeichnen. Man ist versucht, die auszulachen. Das ist auch meine Kritik. Wie soll man dieses wirklich ernste Problem würdigen, wenn da solch blasse und naive Persönchen gewählt werden?
Auch dass der reiche Schnösel am Ende sein ganzes Geld den beiden vererbt, sehe ich etwas anders als andere Rezensenten. Der ist keineswegs geläutert. Er weiß einfach, dass er sterben wird, und will sich die Liebe der Frau erkaufen, damit sie ihn in Erinnerung behält und sein Andenken irgendwie bewahrt. Und er weiß, dass er dafür beiden das Geld vermachen muss, er denkt sogar genau darüber im Buch nach. Geläutert ist er nicht, er hat einfach am Ende seines Lebens Angst, dass dies alles gewesen sein soll und niemand an ihn denken wird.
Und was machen die beiden Liebenden, als sie das Geld haben? Sie leben wieder in der Upper Class, genießen ihr Leben mit allen Annehmlichkeiten. Man bekommt das Gefühl, dass sie nur gegen die Gesellschaft kämpften, solange sie es mussten. Danach sind sie wieder vollwertige Mitglieder und kümmern sich einen Dreck um die Armen, mit denen sie zuvor leben mussten. Jemand, der wirklich ein Problem mit dem System hat, würde nicht so schnell nachgeben. Normalerweise führt eine Erbschaft eher dazu, aus dem System auszusteigen.
Dennoch wieder einmal ein sehr weitschauendes Buch von Wells, wäre interessant zu wissen, welche heutigen Science-Fiction-Autoren genausoviel Recht behalten werden. Das jedenfalls macht Wells so schnell keiner nach, vielleicht och Jules Verne.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen alt, aber immer noch gut, 4. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Von kommenden Tagen: Roman (Taschenbuch)
Elizabeth und Denton sind ein junges Pärchen des 22 Jahrhunderts. Obwohl man versucht ihre Liebe zu vereiteln trotzen sie ihrem Schicksal und versuchen auf altmodische Art auf das Land zu ziehen, was ihnen aber recht schnell als Fehler erscheint. Also ziehen sie zurück in die große Stadt. Eine Zeitlang kann das Paar von den Anleihen auf eine Erbschaft leben, doch steigen sie letztendlich immer weiter ab bis in die unterste soziale Schicht der Arbeitersklaven. Sie müssen sich von allem trennen, unter anderem auch von ihrer Tochter (nur sehr reiche Leute und einige Außenseiter ziehen die eigenen Kinder noch selber auf). Auch wenn das Buch mit den Vorstellungen von der Zukunft an einigen Stellen recht altmodisch wirkt, so regt es doch zum Nachdenken an und ist auf die Entwicklung der heutigen Gesellschaft übertragbar.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswert, 18. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Von kommenden Tagen: Roman (Taschenbuch)
Interessant, welche Phantasien von damals Realität wurden und welche Utopie blieben, nicht zuletzt welche sogar übertroffen wurden. Dazu kommt die Vision einer Gesellschaftsstruktur, die hochaktuell ist. Daher lesenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Früher war alles Besser�, 6. Januar 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Von kommenden Tagen: Roman (Taschenbuch)
Das denkt sich wohl ein junges Paar in einer Großstadt und versucht seinen Lebensstil an den der guten alten Zeit anzupassen. Doch auch sie sind nur Kinder ihrer Zeit und können somit der Gesellschaft kein Schnippchen schlagen und gehen in den tosenden Wogen erst einmal unter.
Der Traum vom Idyll, der den Erinnerungen an vergangene Zeiten anhaftet, findet sich auch in der Zukunft wieder. Wenn wir uns sagen: Wie strahlend ist doch ein Ritter auf seinem hohen Ross! Wie schön muss das Leben eines Menschen sein, der sein Leben ganz und gar der Kunst widmet und sich nicht um das schnöde Leben Sorgen machen muss...
Was in diesem Buch beschrieben wird ist allgegenwärtig und überdauert wahrscheinlich wirklich alle Zeiten: Wir alle sind Kinder unserer Zeit mit individuellen Träumen, die dennoch von den gerade herrschenden Meinungen geprägt sind. Aber Träume sind oft nur Schäume...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Von kommenden Tagen: Roman
Von kommenden Tagen: Roman von H.G. Wells (Taschenbuch - 1. Februar 2005)
EUR 8,50
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen