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60 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker
Streng genommen arbeitet Greene mit 3 Klischeefiguren (trinkender, zynischer, gealterter britischer Journalist - junger, naiver, aber kriegerischer Amerikaner und schöne, umschwärmte und undurchsichtige Vietnamesin), die sich in einer typischen Dreierkonstellation befinden. Das fällt aber überhaupt nicht negativ auf, denn der politische Hintergrund ist...
Veröffentlicht am 28. Januar 2004 von Horst Horstmannsen

versus
7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es wechseln Meisterhaftes, Triviales und Unverständliches
Das 1955 erschienene Buch hat zwei Handlungsstränge: Eine Dreiecksgeschichte um die taufrische Vietnamesin Phuong; anfangs ist sie die Geliebte des englischen Kriegsberichterstatters Fowlers, später wechselt sie zu dem Amerikaner Pyle, der verdeckt als CIA-Agent arbeitet. Diese Geschichte erstreckt sich über die gesamte Länge des Buches. Der zweite...
Veröffentlicht am 22. Januar 2013 von Dr. Reinhart Clemens


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60 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker, 28. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Der stille Amerikaner (Taschenbuch)
Streng genommen arbeitet Greene mit 3 Klischeefiguren (trinkender, zynischer, gealterter britischer Journalist - junger, naiver, aber kriegerischer Amerikaner und schöne, umschwärmte und undurchsichtige Vietnamesin), die sich in einer typischen Dreierkonstellation befinden. Das fällt aber überhaupt nicht negativ auf, denn der politische Hintergrund ist erstens extrem interessant und lässt zweitens die Figuren nicht so handeln, wie sie es wollen, sondern so, wie sie es für notwendig erachten. Der junge CIA-Agen Pyle und der gealterte Journalist Fowler kämpfen nicht nur um die junge Vietnamesin Phoung, sie kämpfen um das ganze Vietnam, ein Land, das seinerseits um Unabhängigkeit und Freiheit kämpft, ein Land, dessen Zukunft ungewiss und das am Ende 30 Jahre Krieg hinter sich haben wird.
Greenes Erzählstil ist dabei so souverän und gut, dass man den Roman förmlich verschlingt und am Ende etwas traurig feststellt, dass er viel zu kurz ist!
Definitiv eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe!
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen interessant, spannend und vielleicht ein bischen visionär!!!, 9. Juni 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der stille Amerikaner (Taschenbuch)
Die Handlung spielt in Saigon, bevor die Amerikaner in den Krieg eingetreten sind. Der alternde englische Journalist Thomas Fowler lebt mit einer viel jüngeren Einheimischen zusammen. Doch alles läuft zunehmend aus dem Ruder, als der amerikaner Pyle auftaucht. Er will Fowlers Geliebte heiraten und scheint noch einiges andere im Schilde zu führen. So scheint er es für nötig zu halten, dass eine dritte Kraft in den Krieg zwischen den Franzosen und den Vietnamesen eingreifen sollte.
Insgesamt gesehen ist dem Autor hier ein sehr gelungener Roman über das damalige Indochina gelungen. Greene gelingt es dem Buch eine athmosphärische Tiefe zu verleihen, die einen auf keinen Fall kalt läßt. Die Möglichkeit einer dritten Kraft im Krieg die der Autor einfließen läßt, verleiht der Geschichte einen visonären Touch. Der Autor konnte von der bevorstehenden Beteiligung der USA ja noch nicht all zu viel wissen.
Ebenfalls gelungen dargestellt ist die Figur des alten Journalisten Fowlers, der seine asiatische Freundin einfach nicht aufgeben will, weil er eine verständliche Angst hat, nämlich die einsam alt zu werden.
Ich denke Greene ist hier ein interessantes und spannendes Buch, über einen der meist diskutierten Kriege gelungen. Wobei er auch die Darstellung gegensätzlicher Menschen im damaligen Kriegsgebiet nicht vernachlässigt hat.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "The only quiet American is a dead American", 9. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Der stille Amerikaner (Taschenbuch)
"The Quiet American" ist ein Roman über die politischen Verwicklungen während des Ersten Indochinakriegs, als nur Frankreich aktiv an den Kämpfen beteiligt war, und Amerika seine Beteiligung langsam vorbereitete. Erzählt wird die Geschichte von politischer und menschlicher Verwicklung aus der Sicht des Ich-Erzählers Thomas Fowler, einem britischen Reporter. Ein Mann in reifen Jahren, hauptberuflich Zyniker und "not engaged" in die kriegerischen Auseinandersetzungen, über die er als Neutraler nur berichtet, keinesfalls jedoch eingebunden ist. Die Figur Fowler trägt autobiographische Züge von Graham Greene selbst, der, als Angehoeriger der britischen Upper Class und Balliol Absolvent (Oxford), sein Aristokratendasein, gepraegt durch "the tranquil consciousness of an effortless superiority", hinter sich gelassen hat, um als Reporter und Schrifsteller auf Reisen zu gehen. Dabei hat er dann offenbar auch Kontakt zu diversen Geheimdiensten, was in seinen Werken - wie auch hier - immer wieder zum Ausdruck kommt.

Er begegnet nun Alden Pyle, einem jungen (naiven) amerikanischen Aktivisten, der im Auftrag einer amerikanischen Hilfsorganisation ein Entwicklungsprojekt initiieren und begleiten soll. Beide Männer entwickeln eine Art Freundschaft, die genauso eigenartig wie unverständlich erscheint. Der Roman beginnt mit dem Auffinden des ermordeten Pyle und den beginnenden Ermittlungen, in deren Verlauf uns Fowler die Geschehnisse aus seiner Perspektive erzählt.

Graham Greene macht in "The Quiet American" keinen Hehl aus seiner impliziten Geringschätzung für amerikanische Politik, die im, aus seiner Sicht, moralinsauren Gewand der "Humanität", nichts weiter darstellt als völlige Unwissenheit, die vorzugsweise und bestenfalls als Unschuld daherkommt, jedoch regelmässig nichts als Opfer auf der Seite der Anderen hervorbringt, die dann jedoch als notwendig, hoechstens bedauerlich, in jedem Fall jedoch unbeabsichtigt und zufällig dargestellt werden "(...) it was coincidence that the sacrifices were all paid by others (...)".

So entfaltet sich die Geschichte an der politischen Auseinandersetzung zwischen Fowler und Pyle um die amerikanische Vietnampolitik zu der Zeit, die ebenfalls die allzu menschliche Ebene erreicht, da beide um dieselbe Frau werben. Beide Themen beginnen sich zu vermischen und die Auseinandersetzungen - persönlich wie politisch - werden dabei von beiden Protagonisten in den selben Verhaltensmustern geführt: der alte britische Zyniker und Egoist (verkleidet als neutraler Reporter) auf der einen, und der junge unschuldige amerikanische Karrierist (verkleidet als altruistischer Gutmensch) auf der anderen Seite. Beide repräsentieren dabei ihre jeweiligen politischen Traditionen (und die ihrer Länder), mit einer gehörigen Portion von persönlichem Eigeninteresse, und Greene lässt keinen Zweifel daran, wem seine Sympathien zunächst gehören: "He'll (Pyle) always be innocent, you can't blame the innocent, they are always guiltless, all you can do is control them or eliminate them. Innocence is a kind of insanity".

Im weiteren Verlauf der Geschichte, und gezwungen/initiiert durch die Ereignisse, verlieren jedoch beide, mit der Realität auf beiden Ebenen konfrontiert, zunehmend die Eindeutigkeit ihrer Linien und die Reine ihrer Lehren: der Eine verliert seine Position als selbstloser Helfer ("they were only war casualties (...) they died for democracy"), und der Andere seine wie eine Fackel zur Schau getragene Neutralität ("one has to take sides, if one is to remain human").

Der Roman ist erstklassig erzählt, durchwegs unterhaltsam und hochpolitisch. Dabei voller Ironie und Sarkasmus, über die wohl nur Europaer schmunzeln können, insbesondere über die posthume Adelung des Alden Pyle, als "quiet American" und "very quiet American", wobei Robert Stone zu Beginn seiner Einführung zur Penguin Classic Graham Greene Centennial Ausgabe süffisant bemerkt, "(...) to illustrate the joke's unspoken punch line: The only quiet American is a dead American."

Ein absolutes Lesevergnügen mit Tiefgang über menschliche und politische Verstrickung, und eine klare Leseempfehlung mit 5 Sternen.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Feinsten, 13. August 2003
Von 
M. G. Herold (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der stille Amerikaner (Taschenbuch)
Graham Greens Buch spielt in Indochina, Vietnam während der Zeit des französischen Kolonialkrieges. Die Amerikaner sind noch nicht involviert, aber bereits präsent. Anhand einer Dreiecks-Geschichte zwischen einer jungen Vietnamesin, einem alternden englischen Journalisten und einem jungen Amerikaner wird, neben den Schicksalen der Charaktere, die damalige politische Situation geschildert und ein beeindruckendes Bild der vietnamesischen Gesellschaft geliefert. "Der Stille Amerikaner" ist eines der besten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Wiederaufgelegt, geschrieben in den Fünfzigern, ist es erstaunlich aktuell - speziell was die europäisch/amerikanischen Spannungen betrifft. Schlicht, klar, mit Aussage und trockenem, abgeklärtem Humor schreibt hier ein Schriftsteller am Höhepunkt seiner Kraft. Die Schilderung einer unfreiwilligen Nacht der Protagonisten auf einem Wachturm im Kriegsgebiet ist von unglaublicher Spannung und Qualität. Ein hervorragendes, lesenswertes Buch.
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5.0 von 5 Sternen Kleine Rezension für ein tolles Buch und einen lesenswerten Schriftsteller., 5. November 2012
Von 
Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der stille Amerikaner (Taschenbuch)
Graham Greene, gebr. 1904, gest. 1991, war einer der unscheinbarsten und doch einer der größten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Von den einen als Spionage- und Agentenautor verspottet und an dieses Genre abgeschrieben, von den anderen als untergründig religiös inspirierter Schriftsteller bezeichnet, schrieb Greene sein Leben lang genau das, was er konnte, nicht mehr und nicht weniger und nur so konnte diese unglaubliche, schlichte Ehrlichkeit und Unverfänglichkeit entstehen, die beinahe jedes seines Bücher von den Figuren, bis zu den Inhalten und den Handlungsverlauf ausmacht.

Es sind Bücher, in denen es mehr darum geht, die Figuren zu konfrontieren (mit anderen Figuren und mit dem, was um sie herum geschieht), als wirklich Spannung oder eine große Geschichte aufzubauen. Eine große Geschichte braucht Greene auch nicht - seine Figuren haben ihre Geschichten, sich selbst, dass was sie glauben, wollen, denken - und das langt, das macht jedes seiner Bücher einzigartig gut.

"Der stille Amerikaner" (eines seiner besten Bücher, neben Unser Mann in Havanna und natürlich Die Stunde der Komödianten) ist ein sehr unscheinbares Buch, in etwas (aber nur was diesen Aspekt betrifft) mit Der Fremde zu vergleichen, auch so ein Buch, dass sich so langsam anschleicht und einen doch mit seiner ganzen literarischen Einzigartigkeit fesselt, die man nicht an irgendwelchen Metren, Stich- oder Fixpunkten festmachen kann. Normalerweise würde man wohl einfach sagen: Es ist ein richtig gutes Buch, es hat mich gefesselt, man muss es lesen, es kann da nicht nur so im Regal stehen. Ein Buch, das man eigentlich nicht aus der Hand legen möchte, auch wenn man es gerade ausgelesen hat.

Greene wird oft dem frz. Schriftsteller Georges Benanos nahegestellt oder auch Francois Mauriac. Eine Parallele, die meines Wissens nach nicht genug betont wurde, möchte ich hier noch anhängen: die zu Somerset Maugham, dem großen englischen Autor, mit ähnlichem Hintergrund wie Greene, als ehemaliger Agent. Genau wie dieser war Greene ein ausgesprochen ambivalenter/differenzierter Kritiker und Durchleuchter des Kolonialismus; wie auch bei Maugham, spielen seine Romane oft an kolonialen Orten (wie dieser hier in Vietnam) und genauso wie bei Maugham, geht es auch Greene um zentrale menschliche Themen wie Schuld, Glaube und Beziehungen zwischen Menschen. Beiden ist gleich, dass ihre Romane unvergleichliche Literatur sind und doch im Kern immer ein ewiges Werk fortschreiben, einen einzigen großen, spannenden Roman voller authentischer Figuren.
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18 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend!, 22. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Der stille Amerikaner (Taschenbuch)
Der hervorragende Roman besitzt zwei Ebenen und in beiden kommen die Amerikaner schlecht weg. Auf der politischen Ebene ist zwar noch Frankreich Hauptakteur, doch das kommende Desaster, das von den USA in Vientnam verursacht werden will, sieht Greens Roman visionär voraus. Pyle, der Amerikaner verkörpert die politische Naivität der USA. In der Dreiecksbeziehung erweist sich Pyle als der Liebe unfähig und insbesondere durch seine Tollpatschigkeit bar jeglichen kulturellen Einfühlungsvermögens gegenüber der jungen Phuong. Obwohl in den Fünfziger Jahren geschrieben, lernt man durch dieses Buch mehr über den späteren "amerikanischen Krieg" als in manchem im Nachhinein geschriebenen politischen Sachbuch.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Gefährlichkeit des Idealismus, 24. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Der stille Amerikaner (Taschenbuch)
Thomas Fowles, ein abgeklärter britischer Journalist, der seine besten Jahre schon hinter sich hat, erlebt Anfang der 1950er Jahre den Indochinakrieg. Seit längerem lebt er mit der schönen, jungen Vietnamesin Phuong ('Phönix') zusammen. Als der junge Amerikaner Alden Pyle, ein idealistischer Mitarbeiter der US-Handelvertretung in Saigon, in beider Leben tritt, gerät das sensible Verhältnis aus den Fugen: Pyle buhlt sowohl um Fowlers Freundschaft als auch um Phuongs Liebe. Fast auf der Stelle will er das Mädchen heiraten, um sie zu 'retten' und mit ihr ein Leben nach seinen Vorstellungen zu führen. Auch sonst hat Pyle dezidierte Vorstellungen, wie die Zukunft Vietnams aussehen soll. Und seine Naivität beraubt ihn jeglicher Skrupel.

Graham Greenes kurzer Roman zu einem umfassenden Thema ist eine gelungene Parabel über die Verhältnisse zwischen Europa, Amerika und dem 'Rest der Welt';. Es ist bemerkenswert, wie präzise Greene auch in diesem Roman bestimmte kulturell bedingte Vorstellungen über Moral und Politik analysiert und wie sehr diese Analyse noch immer zutrifft!
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Idealer Einstieg für echte Vietnamfans, 1. Februar 2000
Von Ein Kunde
Der stille Amerikaner ist sowohl ein Einstieg in das fremde, geheimnisvolle Südostasien als auch ein spannender Kriminalroman nach bester G. Greene Qualität. Zum Inhalt: Der alternde britische Journalist Fowler hat eine junge und schöne vietnamesische Geliebte. Als der etwas tollpatschige (und zunächst gar nicht stille) aber jüngere Amerikaner Pyle in ihr Leben tritt, wendet sich die - typisch Asien(!) - undurchsichtige Phuong langsam aber sicher diesem zu. Das Besondere aber ist die zwangsläufige Beziehung in dem von Ausländern beherrschten und umkämpften Land zwischen dem Briten und dem Amerikaner und die weitere spannende Entwicklung mit Rückblenden in die Vergangenheit. Das Ende ist ebenso überraschend wie tragisch (selber lesen!). Obwohl die Zeiten längst überwunden scheinen, ist dieses Buch wie kein anderes der Spiegel Asiens und seiner Menschen genauso wie jener der dort "hineingeworfenen" Europäer und Amerikaner. Der "gewöhnliche" Leser erhält einen spannenden Roman aber derjenige, der Vietnam oder Saigon bereist hat und schon etwas kennengelernt hat, findet immer wieder Vertrautes und vielleicht auch sich selbst in den handelnden Figuren wieder.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "The quiet American", 9. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Der stille Amerikaner (Taschenbuch)
Angeregt durch den Filmmit Michael Caine, der vor ein paar Jahren in die Kinos kam,den ich aber erst jetzt sehen konnte, habe ich mir dieses Buch gekauft. Und machte eine erstaunliche Entdeckung: Normaler findet man ja immer entweder das Buch oder den daraus gemachten Film schlecht, und normalerweise ist man immer irgendwie enttäuscht. Hier nun ist es so, dass ich nach wie vor den Film sehr gut finde - und das Buch schlichweg brillant. Beides hat seine Existenzberechtigung, beides empfehle ich gern weiter. Und finde, dass solche Literaturverfilmungen voll und ganz gerechtfertigt sind. Aber natürlich hat es Graham Greene dem Autor des Drehbuchs auch einigermaßen einfach gemacht: eine wunderbare Vorlage - aber auch ein wunderbarer Stoff für eine Erzählung.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Frage der Entscheidung, 4. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Der stille Amerikaner (Taschenbuch)
"Der stille Amerikaner" ist ein Buch, in dem sich Zeitgeschehen und Emotionen auf komplexe Weise ergänzen. Wenn man bedenkt, dass das Buch vor dem Ausbruch des Vietnamkrieges erschienen ist, erhalten die Passagen über die Intervention der Amerikaner eine noch stärkere Bedeutung. Pyle ist dabei eine großartige Konstruktion des Autors: sowohl intelligent, mutig und vom Willen beseelt, zu helfen, als auch verblendet und auf nicht nachvollziehbare Weise von sich überzeugt.

Dass die beiden großen Erzählstränge, die Liebesgeschichte und das Zeitgeschehen, hier so geschickt ineinander verwoben sind, macht auf faszinierende Weise den Reiz dieses Buches aus. In seinem ungeschickten Werben um Phuong kann man auch das Angebot eines Landes sehen, das einem anderen anbietet, zukünftig an seiner Seite zu stehen. Dem bisherigen Partner, der Kolonialmacht, fühlt man sich durchaus verbunden, möchte auch nicht unfair agieren, aber ist doch befremdet, warum nicht sofort auf allen Seiten Einverständnis und Klarheit herrscht. Auch das Kräfteverhältnis ist in beiden Beziehungen ähnlich: Weder Frankreich noch Fowler können sich uneingeschränkt auf die Beziehung einlassen, beiden fehlen außerdem die finanziellen Mittel.

Und in beiden Fällen wird das Objekt der Begierde weitgehend außer Acht gelassen. Auch wenn Fowler glaubt, ohne Phuong nicht leben zu können, auch wenn die USA sicher sind, mit der rechten Unterstützung zur Zeit einen willfährigen Bündnispartner zu haben - sowohl die Frau als auch das Land agieren schließlich anders als erwartet.

Ich bin in dieser kurzen Kritik nur auf einige wenige Aspekte des Buches eingegangen - die komplexen Strukturen der politischen Bewegungen, die ganz eigene Gesellschaft von Reportern, die sich im Lande aufhalten, und noch viele andere Details bleiben etwas, worauf der Leser sich freuen kann.

Das Gedicht, das Fowler in einer entscheidenden Szene Pyle vorliest, gibt Greenes Einschätzung der Lage in meinen Augen hervorragend wieder:

Ich saus durch die Straßen ganz achtlos dahin.
Die Leute, die starrŽn und fragen, wer ich bin.
Überfahr ich soŽn Kerl und brech ihm das Bein,
Ich bezahl doch den Schaden, mag er noch so groß sein.
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Der stille Amerikaner
Der stille Amerikaner von Graham Greene (Taschenbuch - 1. Mai 2003)
EUR 8,90
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