Kundenrezensionen

9
4,6 von 5 Sternen
Mein Studium ferner Welten
Format: TaschenbuchÄndern
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. März 2001
Alex Capus schreibt in seinem dritten Buch (ein Roman in 14 zusammenhängenden Geschichten) humorvoll, feinfühlig und nie moralisierend über junge Leute, denen langsam aufgeht, dass sie erwachsen geworden sind. Einige haben ihre Ziele erreicht (Massimo, der Zahnarzt), andere eher nicht (Johnny, der Weltreisende). -- Was soll's? Irgendwo geht immer wieder die Sonne auf.
Herrlich sind Alex Capus' Dialoge (z.B. zwischen Heinz und Franz, den beiden Sicherheitsangestellten -- zwischen Lucia und Max, Ingrid und Max, Tante Olga und Max), erfrischend sind seine Beschreibungen (z.B. wie Max Trüffes kauft und sich dabei vor Johnny schämt -- und umgekehrt; oder wie Hannes, der nie nackt duscht, nach zig Fehlstarts endlich an der Kletterstange einen Stadionrekord aufstellt); nur nebenbei erfährt man in Johnnys Lieblingskneipe von einem Happy-End (raffiniert: was andere Autoren bis zum Erbrechen ausschmücken, erscheint hier als Randnotiz).
Wer dieses Buch liebt, wird auch das Buch "Saitensprung" von Anton Liebetrau lieben (ein Roman in 12 zusammenhängenden Geschichten).
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Januar 2006
Fern sind die Welten, die der Erzähler dieses Buches studiert, auf den ersten Blick nun gerade nicht. Alle Protagonisten dieses in vierzehn Erzählungen aufgeteilten Romans sind Bewohner derselben schweizerischen Kleinstadt und der einzige, dem es – für eine Weile wenigstens – gelingt, der Provinz zu entfliehen, ist Johnny Türler, der Sohn des Konditormeisters, der bereits als Gymnasiast der Enge entkommt und zur See fährt, den es aber doch zurück verschlägt in die Heimat, in die er nie mehr ganz hinein passt und zu der er doch auch gehört. Zwei Erzählungen um Türler rahmen das Buch ein, dazwischen erfahren wir vom Schicksal anderer Stadtbewohner, zum Beispiel von Max, der mit Johnny am Gymnasium war, seine Jugendliebe Ingrid geheiratet hat und nun von ihr betrogen wird. Wir lernen auch Max‘ Tante kennen, eine Anfangs-Sechzigerin, die sich das Jungsein zum Lebenszweck gemacht hat, sehen ihn seinen schon lange im Koma liegenden Grossvater besuchen, wir hören die Lebensgeschichte von Max‘ alter Nachbarin Alice, die sich mit vielen Männern trifft und doch nie die Liebe erlebt hat... – diese und viele andere Personen und ihre Lebensgeschichten, ihre Welten werden dem Leser vorgestellt.
Ingrid sagt zu Max: „Bei dir wird alles eine Geschichte... Wenn man dir deine Geschichten wegnähme, wäre gar nichts mehr da. Du wärst leer...“. Der Teufel aber, der in diesem Panoptikum schweizerischen Kleinstadtlebens nicht fehlen darf, sagt Max auf den Kopf weg zu, was er eigentlich möchte: „Sie wollen Sinn.“
Geschichten über Menschen auf der Suche nach Sinn oder Glück, Geschichten über Menschen, die sich ihr Leben eingerichtet haben oder einzurichten versuchen – das ist es, was uns das „Studium ferner Welten“ zeigt.
Das Buch liest sich leicht, es ist auf intelligente Art humorvoll und unterhaltsam. Nachhaltigen Tiefgang hat es wohl nicht, es gehört nicht zu den Büchern, die einem nicht mehr aus dem Sinn gehen. Allerdings erzeugt es Lust, sich selber einmal im „Studium ferner Welten“ zu versuchen. Welche Geschichten finden sich wohl in meiner Umgebung?
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. März 2005
Die einzigen fernen Welten im geographischen Sinne sind die Orte an denen der Konditorsohn Johnny Türler während seiner Zeit als Matrose war. Alles andere spielt sich, wie meist bei Capus in und um Olten ab. Fern sind vielmehr die Begebenheiten, die in diesem Roman, besteht aus 14 Geschichte, erzählt werden.
Da wird der komatöse Großvater gegen seinen Willen mit Pralinen gefüttert, die er ausspuckt und mit Flüchen begleitet. Die Wahl der passenden Tatoos für den besten Freund wird zur Schicksalsfrage, das Sanitätertraining bei der Bundeswehr lebensbedrohlich und die alte Nachbarin zur Femme fatale. Und durch alles hindurch zieht sich die nostalgische Trostlosigkeit einer Kleinstadt in der global gesehen nie etwas passiert, im mikroskopischen Blick des Erzählers aber sehr wohl. Da nimmt es auch nicht Wunder, wenn der Teufel erscheint, die Schamhaftigkeit Existenzbestimmend wird und die Liebe zu einer Frau in einen Psychothriller endet.
Die fernen Welten sind so phantastisch, dass sie real sein müssen, das Unglaubhafte, was beschrieben wird, kann nur wirklich geschehen sein und die Einfachheit, mit der simple Situationen in ein Desaster führen kann nur das Leben schreiben.
Wahrscheinlich der Roman von Capus mit dem meisten historischen Hintergrund und doch auch derjenige, der sich in keinster Weise eines solchen Vorbildes bedient.
Ein Wunderwerk!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 5. Juni 2004
Im zweiten Roman von Alex Capus steht wieder der Journalist Max Mohn im Zentrum. In 14 Episoden wird wird über sein Leben in Solothurn, seine Jugend, seine Familie, seine Jugendfreunde und seine Beziehung zu Frauen berichtet. Alles kommt irgendwie bekannt vor, alles hat man schon ganz ähnlich selbst erlebt, so dass es einfach ist, sich mit dem Buch zu identifizieren. Alle sind doch irgendwie auf ihrer ganz eigenen Suche nach dem kleinen persönlichen Glück.
Der Titel "Mein Studium ferner Welten" ist etwas seltsam oder geheimnisvoll, denn Alex Capus erzählt nur Geschichten aus der ganz nahen Welt, die möglicherweise doch entfernt und unbekannt ist, so dass sie zuerst ergründet werden muss. Eigentliches Thema ist das Geschichtenerzählen. So wirft Ingrid Max vor, dass sie seine Geschichten nicht mehr interessieren, selbst wenn sie wahr seien. Sie interessiere nur das richtige Leben auf dem Planeten Erde.
Capus' Roman ist die perfekte Unterhaltung für eine laue Sommernacht. Blendend und mit einer bewundernswerten Leichtigkeit geschrieben. Allerdings bleibt nach dem kurzweiligen Lesevergnügen nicht viel zurück, gelesen und schon wieder vergessen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Dezember 2007
Alex Capus gelingt es zwei völlig gegensätzliche Lebensweisen verschiedener Einwohner aus Olten zu verflechten. So zeichnet er, in dem Mikrokosmos dieser schweizer Kleinstadt, sehr detaillierte Persönlichkeitsbilder vom erfolgreichen Fernsehredakteur Max Mohn und dem Weltenbummler Johnny Türler. Dabei erweisen sich Capus Schilderungen niemals als einseitig polemisierend, sondern er stellt beide Lebenstile mit ihren Schwächen und Stärken dar. Ein wundervolles Buch gespickt mit originellen Einfällen, für alle, die wissen wollen was aus dem Leben herauszuholen ist!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Juli 2003
Alex Capus erzählt leise, gleichsam beiläufig, mit viel Witz, aber ohne aufgesetzte Gags. Seine Figuren sind dem Leser sogar dann seltsam vertraut, wo sie schräge, ausgefallene Dinge tun, planen oder denken.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Januar 2014
Die Überschrift fasst mein Leseerlebnis zusammen: Ich habe "Leon und Luise" vom gleichen Author gelesen (von Amazon empfohlen, vielen Dank an der Stelle :) ), und mich hat dieses Buch berührt, gefesselt und begeistert. Wer hier ähnliches erwartet, so wie ich, wird leider enttäuscht.

Dass das Buch keine durchgehende Handlung hat, kann man ihm nicht vorwerfen... Ist wohl eben eine Art Millieu- oder Stimmungsstudie, na ja. Leider sind die Charaktere so stark überzeichnet, dass man sie nicht nachvollziehen kann, geschweige denn sich mit ihnen identifizieren. Im Ernst: Teilweise habe ich mich gefühlt, als lese ich ein Buch über Homer Simpson aus Springfield - nur leider nicht mal besonders witzig. Wer das im Gegensatz zu mir von einem Roman nicht erwartet, kann damit vielleicht was anfangen.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Das ist kein Buch, durch das man sich quälen muss oder das man am liebsten weglegen möchte, seine drei Sterne hat es schon verdient. Aber große Unterhaltung, Tiefe oder Einsicht liefert es eben auch nicht.

Um mein Urteil mit etwas positivem abzuschließen: Was "Mein Studium ferner Welten" mit "Leon und Luise" gemeinsam hat, ist ein Ende, mit dem man glücklich sein kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. April 2001
Alex Capus schreibt in seinem dritten Buch (ein Roman in 14 zusammenhängenden Geschichten) humorvoll, feinfühlig und nie moralisierend über junge Leute, denen langsam aufgeht, dass sie erwachsen geworden sind. Einige haben ihre Ziele erreicht (Massimo, der Zahnarzt), andere eher nicht (Johnny, der Weltreisende). -- Was soll's? Irgendwo geht immer wieder die Sonne auf.
Herrlich sind Alex Capus' Dialoge (z.B. zwischen Heinz und Franz, den beiden Sicherheitsangestellten -- zwischen Lucia und Max, Ingrid und Max, Tante Olga und Max), erfrischend sind seine Beschreibungen (z.B. wie Max Trüffes kauft und sich dabei vor Johnny schämt -- und umgekehrt; oder wie Hannes, der nie nackt duscht, nach zig Fehlstarts endlich an der Kletterstange einen Stadionrekord aufstellt); nur nebenbei erfährt man in Johnnys Lieblingskneipe von einem Happy-End (raffiniert: was andere Autoren bis zum Erbrechen ausschmücken, erscheint hier als Randnotiz).
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. November 2003
"Mein Studium ferner Welten" beschreibt in 14 Episoden das Leben in einer Schweizer Kleinstadt. Capus schreibt unterhaltsam und die Geschichten lesen sich - mal witzig, mal nachdenklich - mit Leichtigkeit. Nach einer thematischen Quintessenz zu suchen, führt nicht weit; die Gesellschaftsstudie verläuft ohne Spannungsbogen, jedoch immer spannend und schildert die trügerische Idylle einer Kleinstadt mit perspektivenarmen Bürgern und Aussenseitern mit Lifestyle.
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