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52 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Fortgeschrittene...
Spätestens bei "Mansfield Park" trennt sich die Spreu vom Weizen. Die, die lockere, "romantische" Komödien wie "Stolz und Vorurteil" zu Jane Austen gebracht haben, können (wie man auch hier sieht) sehr enttäuscht werden. Auch die Verfilmungen führen auf eine falsche Fährte, hat sich doch keine der letzten Jahre zugetraut, diese Heldin so...
Veröffentlicht am 4. September 2007 von juli_a

versus
22 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend
Nachdem ich bereits "Verstand und Gefühl" und "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen gelesen hatte, hatte ich mich bei "Mansfield Park" auf ein weiteres Lesevergnügen gefreut und wurde leider bitter enttäuscht. Etwa bei der Hälfte des Buches gab ich auf (und es geschieht nicht sehr oft, dass ich ein Buch nicht zu Ende lese) und ließ mir das Ende...
Veröffentlicht am 29. August 2006 von Lim


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52 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Fortgeschrittene..., 4. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
Spätestens bei "Mansfield Park" trennt sich die Spreu vom Weizen. Die, die lockere, "romantische" Komödien wie "Stolz und Vorurteil" zu Jane Austen gebracht haben, können (wie man auch hier sieht) sehr enttäuscht werden. Auch die Verfilmungen führen auf eine falsche Fährte, hat sich doch keine der letzten Jahre zugetraut, diese Heldin so darzustellen, wie sie im Buch erscheint: Passiv, kränklich, verängstigt, teilweise sogar heuchlerisch. Eine, die keine frechen Sprüche auf den Lippen hat und den begehrtesten Mann der Gesellschaft mühelos umgarnt.
Genau diesen Unterschied schätze ich an diesem Buch. Hätte Jane Austen tatsächlich nur 6 mal das "Stolz und Vorurteil"-Thema variiert, wäre der Vorwurf der "leichten Frauenliteratur" nicht ganz von der Hand zu weisen.
"Mansfield Park" ist ein sehr reifes, ernstes Werk, mit dem sich die Autorin auf neues Terrain wagt.
Die Hauptfigur Fanny Price muss man nicht sympathisch finde, um das schätzen zu können - leider werden viele Leser von diesem mangelnden Identifikationspotential abgschreckt.
Es geht um so "dröge" Themen wie Ehre, Pflichtgefühl, Treue und Aufrichtigkeit und das Scheitern an den eigenen Ansprüchen. Das mag manchmal trocken erscheinen, wird aber u.a. aufgehellt durch eine der hinreißendsten Karikaturen Jane Austen's - Mrs Norris. Einer schillernden Anti-Heldin (Mary Crawford), die einem teilweise sympathischer ist als die Heldin selbst, und einer ernsthaften Alternative zum anfangs vermuteten (und letztendlich dann doch stattfindenden) "Happy End".
"Mansfield Park" hat sehr viele Schichten und Schattierungen, besonders deutlich wird das im letzten Drittel des Buches in dem sie sich aus der geruhsamen Welt des Landadels herausbewegt in das Marinemilieu von Portsmouth - diesbezüglich ist es vielleicht das reichste Werk Jane Austen's.
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32 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Recht ein Klassiker!, 19. April 2003
Von 
Kristina Henschke (Graz, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Gebundene Ausgabe)
Jane Austen hat wieder getan, was sie am besten kann: ein scharfsichtiges, liebevolles und doch nicht kritik- oder humorloses Familien- und Gesellschaftsportrait gezeichnet. Besonders schön ist bei "Mansfield Park", daß sie sich ob der schieren Länge des Buches (in dieser relativ kleinformatigen Ausgabe gut 600 Seiten!) bei der Zeichnung der Charaktere viel Zeit lassen kann. Und so treibt die Handlung für gut die erste Hälfte des Buches gemächlich dahin, während man sich in aller Ruhe sein eigenes Bild der Bewohner von Mansfield macht. Wenn jedoch zum Ende des Buches die Handlung an Schwung gewinnt, muß man sich auf einige Überraschungen einstellen: denn selbst obwohl einem die wichtigsten Wendungen schon im Klappentext angekündigt werden, sind sie doch nicht minder mitreissend und spannend, wenn sie dann endlich eintreten. Alles in allem besonders "erbauliche" Lektüre, der ihr Alter gut zu Gesicht steht und sich der vorherrschenden "Empfindsamkeit" nicht schämen muß - zu Recht ein Klassiker!

Anmerkungen zu dieser Ausgabe: durch handliches Format besonders praktisch (passt in die Handtasche der gebildeten jungen Dame, die auch auf Reisen nicht auf gepflegte Lektüre verzichten mag); dazu absolut wundervolle Übersetzung von Trude Fein, fast noch "englischer" im Tonfall als das Original selbst

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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein absoluter Lesegenuss, 21. Februar 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park. (Taschenbuch)
Ein grandioser Roman, den ich innerhalb eines Wochenendes verschlungen habe. „Mansfield Park" vereint alle Elemente, die wir an viktorianischen Romanen so lieben: brillant-geistreiche Ausdrucksweise, subtile Bloßstellung menschlicher Schwächen, feinsinnige Sittenmalerei und diese moralische Makellosigkeit, die einen Leser des 21. Jahrhunderts immer wieder zum Schmunzeln bringt. „Mansfield Park" ist spannend, entzückend und unwiderstehlich!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausdrucksstarker & feingeschliffener Roman!, 17. August 2008
Von 
kamelin - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
Auf diesen Roman habe ich mich riesig gefreut - war jedoch aufgrund der Kritiken, auf komplexeren Stoff gefasst, als beispielsweise "Stolz & Vorurteil". Zugegeben, der Anfang war etwas langatmig: Da wird ein Ausflug in einen nicht besonders aufregenden Park unternommen und über 40 Seiten hinweg beschrieben. Oder die akribische Inszenierung eines Theaterstückes über 50 Seiten, das dann doch nicht aufgeführt wird. Das ist aber nur im ersten Drittels der Fall. Danach steigert sich die Geschichte stetig, sodass ich das Buch schliesslich nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Jane Austen ist eine wundervolle Erzählerin. Sie besitzt eine ausdrucksstarke, feingeschliffene Sprache, die jede noch so kleine Facette aufnimmt und benennt. Bei ihr sitzt einfach jedes Wort dort, wo es hingehört, und sie hat ihre Geschichte an jeder Stelle fest im Griff. Ihre Beobachtungsgabe geht weit über Oberflächliches hinaus, obwohl sie eine Meisterin ist, gerade diese Oberflächen zu beschreiben. So gibt sie ein lebhaftes Bild der Konventionen ihrer Zeit wieder und ermöglicht dem Leser einen Blick auf die Menschen, ihr Leben und das soziale Korsett. Und: immer mit einem kleinen Zwinkern im Auge.
Sie dringt tief in ihre Figuren ein, und lässt den Leser an ihren zahlreichen Gemütsverfassungen und Empfindungen teilhaben. Es war eine solche Freude am Familienleben in Mansfield Park teilzunehmen und die Entwicklung und das Erblühen der Protagonistin, Fanny Price, zu erleben.
Die Wende, die mit Mr. Crawfords Sinneswandel eintrat, Fannys unerwartetem Verehrer, brachte dann noch einmal einen ganz neuen Schwung in die Geschichte, und von da an war es mir nicht mehr möglich mit dem Lesen aufzuhören. Er, der eigentlich Fanny einen bösen Streich spielen wollte, sitzt nun selber in der Falle, und so wird aus der Katze plötzlich die Maus.

Ich finde es sehr bedauerlich, dass der Klappentext bereits den ganzen Inhalt der Geschichte enthüllt, denn gerade mit den vielen Wendungen der Ereignisse, hat sich die Autorin viel Mühe gegeben. Als Leser weiss man nicht wie es ausgehen wird, denn es werden mehrere Wege offengehalten, die die Spannung aufrecht erhalten und immer mehr steigern. Ich würde jedem Interessierten raten, den Klappentext zu meiden, denn mit einem offenen Ende ist die Spannung wirklich riesig.

Für mein Gefühl ist dies der reifste Roman der Autorin. Ihr Fingerspitzengefühl ist unglaublich. Ich war vollkommen fasziniert von der Art und Weise, wie sie noch die kleinste Regung beschreibt, wie sie Positionen klärt und Hintergründe darlegt. Die Figuren werden auf diese Art sehr transparent, ohne jedoch durchschaubar zu sein. Herrlich!

Dieses Buch kann ich nicht nur Jane Austen Lesern ans Herz legen. Es ist einfach ein Vergnügen sich von Jane Austen in eine Zeit entführen zu lassen, in der Konventionen galten, die wir uns heute nicht mehr vorstellen können, und ihre Figuren zu treffen, die kennenzulernen eine echte Freude ist.
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbarer Jane-Austen-Roman, 11. März 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
...ist auch "Mansfield Park", neben "Emma" und "Stolz+Vorurteil" gehört dieser Roman zu ihren besten. Gekonnt zeichnet sie die unterschiedlichen Charaktere, die durch die Beobachtungen der Protagonistin Fanny Price noch tiefer ausgelotet werden, wobei besonders der Jane-Austen-typische Witz und die mehr als zarte Ironie zum Tragen kommen und den Leser so manches Mal schmunzeln lassen. Durch die so verpackte Kritik an der Lebensweise der Schönen und Reichen zum Anfang des 19.Jhdt.,wird die Szenerie durch zahlreiche skurrile Personen bereichert. Wirklich lesenswert und auch spannend durch die vielen Missverständnisse und Eifersüchteleien, das ewige "hin und her" auf Bällen und Dinners, bis ... . Ideal für verregnete Nachmittage auf dem Sofa!
Fanny Price, eine arme Verwandte der hochangesehenen und reichen Familie Bertram, wird im Alter von 10 Jahren nach Mansfield Park geholt, um ihr gute Erziehung gemeinsam mit den etwa gleichaltrigen Töchtern und Söhnen des Hauses angedeihen zu lassen. Als sie alle ins heiratsfähige Alter kommen, beginnt die Jagd nach der besten Partie und -wie üblich- werden zahlreiche Heiratsanträge gemacht und fast ebenso viele wieder abgewiesen.......
Viel Spaß beim Lesen!
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Super - wie die anderen 5 Romane Austens, 11. April 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
Auch in Mansfield Park wird der Jane Austen-Liebhaber nicht enttäuscht. Wie immer geht es um ein junges Mädchen, dass verheiratet werden werden muss und schließlich ihren prince charming findet (und heiratet).
Fanny Price, die Heldin, ist so ein unheimlich süßes Geschöpf, so zart, ängstlich, hilfsbereit, aufopfernd, dass sie mir schon wieder viel zu langweilig ist. An manchen Stellen habe ich mich gefragt: "Ist sie humorlos/steif?". Ich muss sagen, dass mir Fanny Price weniger gefällt als Emma, Elisabert, Anne und die anderen Austen-Heldinnen. Deswegen gibt's von mir auch nur 4 Sterne.

Trotz der (meiner Meinung nach) etwas langweiligen Heldin gibt es in Mansfield Park viel zu lachen. Mit Mrs. Norris (der stiefmutter-bösen Tante) hat Austen einen wunderbar skurillen Charakter geschaffen.

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22 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 29. August 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
Nachdem ich bereits "Verstand und Gefühl" und "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen gelesen hatte, hatte ich mich bei "Mansfield Park" auf ein weiteres Lesevergnügen gefreut und wurde leider bitter enttäuscht. Etwa bei der Hälfte des Buches gab ich auf (und es geschieht nicht sehr oft, dass ich ein Buch nicht zu Ende lese) und ließ mir das Ende von meiner Mutter erzählen (der "Mansfield Park" übrigens auch nicht gefallen hat).

Das Hauptproblem ist, dass man für keinen der Charaktere wirklich Sympathie entwickeln kann. Die Hauptperson, Fanny Price, ist ein übertrieben schüchternes Mauerblümchen, das gutherzig und geduldig jegliche schlechte Behandlung durch ihre eitlen Cousinen oder ihre Tante über sich ergehen lässt, heimlich in ihren Cousin Edmund verliebt ist und das sich durch nichts von ihren strengen Moralvorstellungen abbringen lässt. Das erinnert an klischeehafte Märchenfiguren (von bösen Stiefschwestern malträtiert...), macht sie aber noch nicht wirklich liebenswert.

Tatsächlich ist Fanny bei ihren beiden Cousinen und ihrem Cousin Tom sowie deren Freunden in ein sehr oberflächliches Umfeld geraten, doch Edmund und Fanny, die im Gegensatz dazu viel auf ihre Tugendhaftigkeit zu halten scheinen und das Fehlen selbiger bei den anderen hart verurteilen, wirken streng und humorlos und damit nicht wirklich sympathischer als der Rest. Außerdem ermüdet Fannys Schüchternheit bald sehr. Man würde sich wünschen, dass Fanny sich im Laufe der Zeit entwickelt und beginnt, aus sich heraus zu gehen, was aber nie wirklich geschieht. Stattdessen harrt sie lieber einen Roman lang aus, bis ihre große Liebe Edmund entdeckt, dass die Frau, die er eigentlich liebt, (seiner Meinung nach) zu lasche Moralvorstellungen hat, so dass er sich notgedrungen eben doch für Fanny entscheidet.

Auch nicht wirklich, was man sich unter einem befriedigenden Happy-End vorstellt.

Während also andere Jane Austen Romane ansprechende Frauenfiguren, schöne Liebesgeschichten und einen interessanten Plot (der sich in diesem Fall überhaupt ein wenig dahinschleppt) bieten, wurde ich bei "Mansfield Park" leider auf ganzer Linie enttäuscht und muss daher von einem Kauf abraten.

Der zweite Stern nur als Würdigung für die sonst sehr gute Jane Austen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Wo du auch bist Fanny, denk daran, du bist immer die Niedrigste und Letzte.", 8. Oktober 2011
Von 
Vio - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
Fanny Price ist erst zehn Jahre jung, als sie zu ihren reichen Verwandten nach Mansfield Park ziehen muss. Fanny ist furchtbar eingeschüchtert und leidet unter schrecklichem Heimweh. Sie hat eine ruhige Art und wehrt sich nicht gegen die miese Behandlung, die ihr seitens ihrer Verwandten zuteilwird, hat man ihr doch von Anfang an zu verstehen gegeben, dass sie solange bleiben darf, wie sie sich unterwürfig, bescheiden und gehorsam verhält. Fanny ist für ihr Alter (die Geschichte endet als sie 18 Jahre alt ist) sehr reif, puritanisch und zu wenig unternehmungslustig, wenngleich man ihre Zurückhaltung aufgrund ihrer Lebensumstände nachvollziehen kann.

Das netteste Familienmitglied ist ihr Cousin Edmund, der Fannys Wesenszüge geprägt hat, sodass sie sich beide in ihren Ansichten ähneln. Sein älterer Bruder Tom und seine beiden Schwestern Maria und Julia sind gewieft und lebenslustig, aber auch selbstsüchtig, überheblich und arrogant. Sir Thomas jagt Fanny von Anfang an unbeabsichtigt Angst ein, seine Gemahlin, Lady Bertram, ist ungeheuer träge, ihr Leben besteht aus Handarbeiten und ihrem Mopps, andere Interessen kennt sie nicht. Für sie ist ihre Nichte Fanny eine Gesellschaftsdame. Mrs. Norris, die andere Tante, ist ein Ausbund an Geiz und Missgunst und behandelt Fanny wie ein Dienstmädchen. Sie missgönnt Fanny selbst das kleinste Vergnügen wie eine Einladung zum Dinner und beschimpft sie ständig mit Sprüchen wie: "Wo du auch bist Fanny, denk daran, du bist immer die Niedrigste und Letzte."

Da Edmund der einzige ist, der sie stets liebevoll behandelt hat, hat Fanny sich schon als junges Mädchen in ihn verliebt. Die Ankunft der Geschwister Mary und Henry Crawford bringt neuen Schwung ins Familienleben. Edmund beginnt für Mary Crawford zu schwärmen, während der vermögende Henry Crawford den beiden Bertram-Schwestern den Kopf verdreht. Schließlich beginnt er sich für Fanny zu interessieren, wobei sein anfängliches Interesse aus Langweile und Eitelkeit entsteht. Mit der Zeit wird ihm jedoch die bescheidene, liebevolle junge Frau immer sympathischer. Als sie es wagt Mr. Crawford`s Heiratsantrag abzulehnen, wird sie in ihr erbärmlich armes Elternhaus zurückgeschickt und nur zurückgeholt, weil man ihre Hilfe benötigt.

Mansfield Park, geschrieben von 1811 bis 1813, ist jener Jane-Austen-Roman, den ich persönlich am wenigsten mag. Ich mochte die Protagonisten nicht besonders, den Hauptfiguren mangelt es an Witz und Esprit, die "bösen" sind in dieser Geschichte die reizvolleren Figuren als die harmlos-guten. Während der ersten Kapitel lässt sich die Autorin viel Zeit, ihre Charaktere zu entwickeln, erst die Planung einer Theateraufführung (ab Seite 149) bringt langsam mehr Schwung in die Geschichte.

Doch wie sämtliche Bücher Austens ist auch dieses gut geschrieben, der Humor, der ihre Werke sonst auszeichnet, ist hier zurückhaltender, wenngleich wunderbar satirisch, Themen wie Argwohn, Missgunst und Menschenverachtung, unmoralisches Verhalten werden behandelt. Auch hier beschreibt Austen, zu dem Zeitpunkt 35+ Jahre alt, die Welt des Landadels, in welcher sie lebte, skizzierte alle Arten von menschlichen Schwächen, darunter die sofortige Sympathie für neue Bekannte, wenn sie nur reich genug sind. Wichtige historische Ereignisse der Zeit wie Kriege, die Französische Revolution sowie die Bereicherung aus der Sklavenhaltung usw. werden dagegen größtenteils ausgespart.

Anmerkung am Rande: Zu den zahlreichen Bewunderern Austens gehört J. K. Rowling, die als Reminiszenz die fiese Katze des Hausmeisters Mr. Filch in den Harry Potter Romanen Mrs. Norris genannt hat.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Schlüssel zur Persönlichkeitsbewertung in Jane Austens Welt, 26. Februar 2011
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
"Aber natürlich gibt es auf der Welt nicht so viele Männer mit ansehnlichem Vermögen, wie es hübsche Frauen gibt, die sie verdienen."
-Jane Austen in Mansfield Park-.

Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass diese vortreffliche Übersetzung von Ursula und Christian Grawe, den Gesellschaftsroman der englischen Schriftstellerin zum Glänzen bringt und genau die ironischen Fußnoten wiederzugeben versteht, mit denen Jane Austen ihr durchdachtes Werk zu veredeln verstand. Die Autorin gehörte der Welt der Gentry an und ihre Romane spielen sich auch immer in dem ihr bekannten Umfeld, welches sie sehr genau zu beobachten verstand. Dabei konzentriert sie sich stets auf das Schicksal ihrer weiblichen Heldin und mit deren Augen lernt der Leser die Mitmenschen zu betrachten. In diesem Fall könnte dies als Schwachpunkt gelten, denn gegen die anderen Heldinnen ihrer Romane wie zum Beispiel gewitzte Elizabeth oder die reife Anne wirkt Fanny Price seltsam blass und fast schon langweilig moralisch. Bei genauerer Betrachtung jedoch bietet genau diese Fanny der Autorin die Möglichkeit ein noch intensiveres gesellschaftliches Portrait zu entwerfen und da Mansfield Park tatsächlich die ganze Zeit Dreh- und Angelpunkt der Handlung bleibt, kann sich der Leser auch stark mit dem kleinen Personenkreis, der dort verkehrt, auseinandersetzen. So entsteht fast unmerklich ein wohliges und vertrautes Lesegefühl, welches durch die anregende und unterhaltsame Lektüre angeregt wird.

Geschwister bilden ein zentrales Motiv des Romans. So sind es am Anfang die drei Schwestern Ward, die um Aufmerksamkeit bitten. Nachdem die Älteste eine so glänzende Partie gemacht hatte und sich trotz mangelnder Mitgift Sir Thomas Bertram von Mansfield Park sichern konnte, so hätte man wohl erwarten können, dass auch die anderen große Aussichten für passende Vermählungen hatten. Doch bleiben die jüngeren Schwestern hinter den Erwartungen zurück. Die Mittlere entscheidet sich schließlich für einen ganz passablen Geistlichen und wird Mrs. Norris. Aber die Jüngste trifft eine unmögliche Wahl und verheiratet sich mit einem Marineleutnant ohne Erziehung, Vermögen oder Verbindungen! Was für ein Skandal.

Doch der skandalösen Schwester wird schließlich vergeben, denn die Liebesheirat trägt auch zu reiche Frucht und die vielen hungrigen Kinder sind kaum zu versorgen. Als sie sich in ihrer Verzweiflung der reichen Verwandtschaft zuwendet, wird sie nur wenig enttäuscht. Schließlich nehmen die Bertrams sogar ein Mädchen aus der Familie Price auf. Natürlich ist Sir Thomas daran gelegen, den Unterschied zwischen seinen eigenen Kindern, zwei heranwachsende Jungs, und zwei kleinere Mädchen und der Nichte Fanny zu wahren, aber an Großmütigkeit soll es nicht fehlen. Nur seltsam, dass das verschüchterte Ding gar nicht so richtig froh über die Großherzigkeit ihres Onkels und ihrer Tante zu sein scheint. Sollte sie statt Heimweh nicht ein Herz voller Dankbarkeit haben? Doch schließlich ist es Edmunds Verdienst, dass Fanny sich in Mansfield Park bald heimischer fühlt. Der jüngere Sohn der Bertrams freundet sich mit seiner lieben Nichte an, zu dem sie bald wie zu einem Bruder auf sieht. Selbst die ständigen Sticheleien der unerträglich nervenden Mrs. Norris erträgt sie relativ gelassen. So wachsen die jungen Leute auf Mansfield Park heran, doch als Sir Bertram in die Karibik aufbricht, um dort seine Besitztümer zu inspizieren, ahnt er nichts von den unheilvollen Entwicklungen, die in seinem eigenen Hause bald vor sich gehen werden. Dabei spielen die aufregenden neuen Gäste, die Geschwister Henry und Mary Crawford, die Verlobung der ältesten Tochter Maria Bertram mit dem unwürdigen Mr. Rushworth, aber auch die Idee einer Theateraufführung auf Mansfield Park eine erhebliche Rolle...

Viele der Figuren aus Mansfield Park sind einfach unwiderstehlich. Mrs. Norris, deren Persönlichkeit schon beinahe übertrieben wirkt mit ihrer ständigen Einmischerei und ihrem schrecklichen Geiz, sorgt für manchen Lacherfolg. Auch Mr. Rushworth, der zwar über ein ansehnliches Vermögen und einen guten Namen, aber über keine herausragenden Geistesgaben verfügt, wird zu einer lächerlichen Figur, aber sie wird auch gebraucht, um einer bedrohlich wirkenden Szene die Spitze zu nehmen. Und ganz ehrlich, ist Henry Crawford trotz seines schlechten Charakters viel unterhaltsamer wie der ehrbare Edmund Bertram, der zwar unbeabsichtigt, aber trotzdem nicht schuldlos für viel Kummer im Herzen der armen, aufrechten Fanny Price sorgt.

Um einen Aufschluss über das Denken zur Zeit Jane Austens zu bekommen, bietet die Biographie von Christian Grawe ""Darling Jane": Jane Austen - eine Biographie" eine gute Möglichkeit. In den Ausführungen zu Jane Austens England findet man auch Hinweise zu dem Ideal der gesellschaftlich geformten Persönlichkeit; ein Thema, das in Mansfield Park von der Autorin sehr kritisch beleuchtet wird. Dabei bestand nämlich die Gefahr, einer völligen Falscheinschätzung eines Menschen, weil man sich vom Äußeren täuschen lässt, oder innerliche Schönheiten übersieht. Musterbeispiele findet man in den Geschwistern Crawford. Tom Bertram, der nur sehr flüchtig mit beiden beschäftigt hat, beschreibt sie wie folgt: "Mr. Crawford sei ein höchst umgänglicher Mann, ein echter Gentleman, seine Schwester ein reizendes, hübsches, elegantes, lebhaftes Mädchen." Aber selbst die anderen Angehörigen der Familie scheinen die attraktiven Geschwister überaus zu schätzen. Nur Fanny, die als arme Verwandte wenig zu sagen hat und zudem selbst mit ihrer Schüchternheit einen gesellschaftlich schweren Mangel zeigt, scheint weiter zu sehen und die schwerwiegenden charakterlichen Schwächen ihrer neuen Bekannten festzustellen. Am schwersten ist wohl das Versagen auf diesem Gebiet Sir Thomas Bertram anzulasten, der als ehrwürdiges Mitglied der besseren Gesellschaft völlig blind für fehlende Charakterbildung ist, sogar wenn es seine eigenen Töchter betrifft.
Wer übrigens nicht ganz so tief in Jane Austens Welt eintauchen möchte, dem bietet der Anhang von Herrn Grawe schon eine sehr gute Chance mit den Überlegungen zu dem kritischen Gesellschaftsroman vertraut zu werden und sich ein wenig mit Fanny Price zu versöhnen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Jane Austen??, 23. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
Ich habe abgesehen von Sinn und Sinnlichkeit alle Bücher von Austen gelesen und sie haben mir sehr gut gefallen. Die Autorin schreibt gut und mit kritischem Blick auf die damalige Gesellschaft und v.a. das Leben einer Frau in einer solchen. Aber dieses Buch hat mich auf ganzer Länge enttäuscht.

Die Heldin dieses Buches, die diese Bezeichnung eigentlich überhaupt nicht verdient, ist eine der dümmsten literarischen Figuren. Zu schüchtern, um sich auch nur einmal zu wehren, tut sie alles was man ihr sagt/od. von ihr verlangt, obwohl sie kränklich ist oder es nicht möchte. Es war wohl zu viel verlangt zu hoffen, dass sie (und wenn auch nur einmal) aufsteht und ihre Meinung äußert. Aber nein, die gute liebe Fanny könnte ja jemanden vor den Kopf stoßen. Ich mag keine perfekte Helden, aber das war für mich zuviel des Guten.

Sie schmachtet nur Edmund an und hofft, dass er sie irgendwann einmal als Frau wahrnimmt. Hallo? Vielleicht hätte er es früher getan wenn sich eine gewisse Dame mal bemerkbar gemacht hätte, anstatt das brave Hündchen in der Ecke zu spielen. Edmund läuft die erste Hälfte des Buches einer anderen Frau hinterher; Mr. Crawford ist nicht besser, der sich nur aufgrund ihrer Abweisung um sie bemüht. Undenkbar, dass eine Frau nicht seinem Charme unterliegt, er hat mein ganzes Mitgefühl. Keine einzige Figur dieses Buches hat auch nur einen Funken Sympathie in mir geweckt.

Ein "Happy End" gibt es, was ganz nett gewesen wäre hätte ich mich nicht mit dem Rest des Buches herumschlagen müssen.
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Mansfield Park: Roman
Mansfield Park: Roman von Jane Austen (Taschenbuch - 1. März 2002)
EUR 9,90
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