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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Philologisch anfechtbar, für das Gesamtwerk Kleists dennoch maßgeblich,
Von Camille Des-Esseintes (Witten-Annen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Werke und Briefe: Zweibändige Ausgabe in einem Band (Taschenbuch)
Diese Rezension beschränkt sich auf die Bewertung der vorliegenden Edition, nicht auf eine Stellungnahme zu Rang und Gehalt des Kleistischen Werks: Hier ist zunächst festzuhalten, dass es sich bei der Werkausgabe Helmut Sembdners um ein zweischneidig Ding handelt. Als kostengünstige Ausgabe, die durchaus historisch-kritische Ansprüche verfolgt, ist sie jedem Philologen wie interessierten Laien zunächst grundsätzlich zu empfehlen, da sie einerseits im Wissenschaftsbetrieb zitierfähig ist, was (zumindest hierfür) den Gang in die Fachbibliothek erspart, andererseits einen nützlichen Stellenkommentar, der auf das nötigste beschränkt worden ist, enthält. Zudem werden Varianten und Vorstufen (etwa zur "Familie Schroffenstein") in aller Ausführlichkeit wiedergegeben und dokumentiert. Neben den Dramen und Gedichten, die den ersten Teil des Bandes ausmachen, liefert der zweite Großabschnitt sämtliche Erzählungen, Anekdoten und Briefe, sodass damit alle wesentlichen Textzeugnisse Kleists zusammengetragen worden sind.Doch stellen sich den Kaufargumenten Vollständigkeit und Preisgünstigkeit leider auch einige Makel entgegen: Zum einen bleibt der Kommentarteil in vielen Detailfragen, die einer eingehenden Behandlung bedürfen, Auskunft schuldig, Erläuterungen zu Entstehungs- und Wirkungsgeschichte und selbst der Stellenkommentar fallen vergleichsweise knapp und in ihrem Informationsgehalt recht wenig ergiebig aus. Dies wäre angesichts der wuchernden Sekundärliteratur zu Kleist freilich noch zu verschmerzen und machte allenfalls den Griff zu ergänzenden Erläuterungen nötig, wäre da nicht eine weit größere Unpässlichkeit: In die Orthographie wurde bei der Textkonstitution teils massiv eingegriffen, sodass eine intensive und kritische Beschäftigung mit den Texten leider das Hinzuziehen der Erstdrucke oder auch in dieser Hinsicht sorgfältigerer Parallelausgaben erfordert: Derjenige, der sich allein mit den Prosatexten und Gedichten Kleist auseinandersetzen möchte, sei hier vor allem an die Ausgabe im Deutschen Klassiker Verlag (Hrsg. von Klaus Müller-Salget) verwiesen. Diese orientiert sich an genaueren und nachvollziehbareren editorischen Grundsätzen und verfügt überdies über einen geradezu überwältigenden Kommentarteil, der nur wenige (Grundsatz-)Fragen offenlassen dürfte. Als Taschenbuch fällt sie zudem in dieselbe Preisklasse wie die vorliegende Ausgabe von Sembdner, die indes insbesondere für die Dramen Kleists nach wie vor eine kostengünstige und empfehlenswerte Alternative darstellt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sembdner-Ausgabe erstmalig in einem handlichen Taschenbuch,
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Werke und Briefe: Zweibändige Ausgabe in einem Band (Taschenbuch)
Die zwei Bände der bewährten Sembdner-Ausgabe erstmalig in einem handlichen Taschenbuch vereint: der Verlag hat die verläßliche und gut kommentierte Kleist-Ausgabe Sembdners für alle diejenigen verfügbar gemacht, deren Geldbeutel nicht für die gebundene Ausgabe reicht, die sich aber trotzdem - sei es aus Studiengründen oder reiner Neugier - für das Gesamtwerk Heinrich von Kleists interessieren. Hohe Qualität zu einem geringen Preis, dabei noch seitenidentisch mit der in der Forschung gebräuchlichen Ausgabe - für Studenten der Germanistik beinahe ein Muß!
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grenzen testen,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Werke und Briefe: Zweibändige Ausgabe in einem Band (Taschenbuch)
Heinrich von Kleist (1777-1811) hat in seinen Werken immer wieder den problematischen Zusammenstoß von Idee und Wirklichkeit thematisiert. Mit äußerster sprachlicher Präzision hat Kleist seine Personen in den Erzählungen, Novellen und Dramen in extreme Grenzsituationen des menschlichen Daseins geführt. Ob PENTHESILEA, DIE MARQUISE VON O. oder AMPHITRYON: Frauen spielen eine Hauptrolle in seinen Werken und sie präsentieren Lösungen auf entscheidende Menschheitsprobleme wie Liebe und Tod, die konsequent von Kleist geschildert werden. Obwohl Heinrich von Kleist selbst immer an menschlichen Bindunngen gezweifelt hat, gibt sein Werk eine Lebenshilfe für Menschen in Extremsituationen ihres Daseins.
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22 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kleistausgabe auch für Laien?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Werke und Briefe: Zweibändige Ausgabe in einem Band (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch als Laie erworben, aus Interesse an Kleist. Somit möchte ich auch die Rezension nicht über die Ausgabe halten - diese ist sicherlich in Gestaltung, Umfang und Übersichtlichkeit vorbildlich (5 Sterne) - sondern über Kleist. Also: Ist der Inhalt des Buches empfehlenswert für einen an der Person Kleists, an der Literatur der Zeitepoche und dem politschen wie gesellschaftlichen Umfeld Interessierten zu empfehlen?Kurz Zusammengefaßt: Zum großen Teil ja (3 und ein halber Stern). Das Buch enthält zunächst Gedichte (Seite 9-46). Besonders die kriegerischen verraten, daß Kleist zur Zeit der Reformation, dessen frühe Folge Napoleon und den Frühwehen eines deutschen Nationalstaates lebte, wobei sehr klar herauskommt, auf welcher Seite - pro/contra Nationalstaat - Kleist steht: pro. Danach die Dramen (Seite 49-709). Besonders interessant fand ich hier "Die Familie Schroffenstein", sozusagen als "Romeo und Julia" mit Schwerpunkt auf der zerstörerischen Kraft des Mißtrauens und der Zwietracht, statt auf der Liebe. Interessant ist bei den Dramen die Themenbreite. Von Antiken Stoffen "Amphitryon" (Verwechslungs-Lustspiel), "Penthesilea" (Liebes-Trauerspiel vor Troja-Kulisse), über zeitgenössisches "Der zerbrochene Krug" (dörfliches Lustspiel), "Das Käthchen von Heilbronn ... Ein großes historisches Ritterschauspiel" im Schwabenland und "Prinz Friedrich von Homburg", bis zu dem Fragment des "Robert Guiskard" (Die Normannen vor Konstantinopel) und der "Hermannsschlacht" (Thematik siehe Gedichte). Darauf folgen Varianten und Anmerkungen (Seite 711-961) der Gedichte und Dramen, die der Laie geflissentlichen überschlagen kann. Womit auch schon der erste Teil der aus ürsprünglichen zwei Büchern zusammengefaßten Ausgabe beendet ist. Der zweite Teil beginnt mit Kleists Erzählungen (Seite 7-261), mit "Michael Kohlhaas" (Selbstjustiz zu Zeiten der Reformation), "Die Marquise von O..." (Über das damalige Problem ein Kind zu bekommen, ohne verheiratet zu sein) u.a. Geschichten, die sich auch mal nach Südamerika verirren. Insgesamt sind die Erzählungen nichts für bezüglich Grammatik und Satzwürmern schwach besaiteten Gemütern. Es folgen Anekdoten (Seite 262-298), die man allerdings nur versteht, wenn man sich ein bisschen tiefer in die Kleist-Materie einarbeitet, und ein paar Seiten Varianten zu den Erzählungen. Nun kommen "kleine Schriften" (Seite 299-460) bezüglich Stoffen wie "Kunst- und Weltbetrachtung", "Politische Schriften des jahres 1809", "Berichterstattung und Tageskritik 1810/1811", u.a. Insgesamt wieder für Leute, die sich ein bischen näher mit der Zeit und Kleist befassen wollen. Den krönenden Abschluß bildet der - soweit erhalten gebliebene -Briefwechsel Kleists (Seite 461-891). Dieses ist wahrscheinlich der gehaltvollste Teil, wenn jemanden wirklich die Person Kleist interessiert. Wenn schon nicht besonders viel über Kleist im allgemeinen überliefert ist, steckt das meiste in diesen Briefen. Allerdings entpuppte sich Kleist als sehr eigenwilliger Charakter, was somit zu seinem dichterischen Schaffen paßt, da er ja auch dort keiner Schule angehörte. Aus Familientradition war Kleist erst beim Militär. Als er erkannte, daß ihn dies nicht interessiert, widmete er sich den Wissenschaften. Allerdings überzeugte ihn Kants Werk, daß ein Mensch eigentlich nichts wissen kann, womit er sich in der Schweiz niederließ und sich erst hier primär der Literatur widmete. Obwohl er versuchte sich in den Staatsdienst einzupassen, blieb das dichten sein Lebensinhalt bis zum Tod. Allerdings auch immer wieder von Rückschlägen gebeutelt. Das Kunst"magazin" Phöbus und die "Berliner Abendblätter" sind nur mehrmonatige Episoden, bis er sich am Ende zusammen mit Henriette Vogel erschießt. Insgesamt also ein niemals sich selbst gefunden habender, kränkelnder, "auf Pump lebender", Dichter, der sich am Ende selbst erschießt. Kein Vorbildcharakter aber interessant. Zusammengefaßt: Es steckt wohl mehr in dem Buch drin, als der Laie braucht, aber bei dem Preis: lieber ein bisschen zuviel, als etwas zu wenig. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spirale in den Selbstmord,
Von
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Werke und Briefe: Zweibändige Ausgabe in einem Band (Taschenbuch)
Diese Kleist-Gesamt-Ausgabe zeigt uns alle Facetten des Kleistschen Charakters: Seine Wut, seine Selbstüberschätzung, seinen Nationalismus, seine Beleidigtheiten, seine kaltherzige Familie, seine unaufhaltsame Spirale in den Tod - sei es, dass man dies aus seinen lückenlos dargestellten Briefen herausfiltriere oder aus seinen literarischen Werken selbst.Die damals übliche strenge Kinder-Erziehung hatte eine hochexplosive psychische Struktur im jungen Kleist entfacht: verstummende Resignation herrschte einerseits und andererseits phasenweise auftretender unbändiger, selbstzerstörerischer Trotz. Als 14-jähriger musste Kleist auf Verlangen seiner Mutter in ein Potsdamer Garderegiment eintreten, dort nervten ihn nicht nur die kriegerischen Operationen gegen französische Regimenter, sondern vielmehr noch die Ödnisse des Exerzierens auf den preußischen Kasernenhof-Sandkarrees. Kleist quittierte den Militärdienst - und sorgte somit ab sofort für eine durch keine Anstrengung mehr zu beseitigende chronische Geldknappheit. Obwohl er sich zum Dichter, Zeitungschefredakteur und Theaterstückeschreiber aufschwang: aus den roten Zahlen kam er nie mehr heraus. Streckenweise erhielt er zwar Unterstützungen von seiner Stiefschwester, von Verlegern, zuweilen befristete staatlich Zuwendungen, jedoch stabiler Erfolg stellte sich niemals ein. Zwar brachte Goethe den "Zerbrochenen Krug" in Weimar zur Aufführung, jedoch es wurde ein Flop. Vor Wut hätte sich Kleist, der Goethe hatte in den Schatten stellen wollen, beinahe mit dem gekrönten Dichterfürsten duelliert. Der winkte nur cool ab. "Ihr Weiber versteht in der Regel ein Wort in der deutschen Sprache nicht, es heißt EHRGEIZ", hatte Heinrich von Kleist arrogant an Wilhelmine von Zenge geschrieben, bevor er die Verlobung mit ihr löste. Seine letzten Mittel investierte er darin, in der Schweiz ein Landgut zu führen. Was natürlich misslang. Seinen wichtigsten Romanentwurf, den GUISKARD, verbrannte er - dies wirkt wie eine Art Selbstmord in Raten. Die letzten Szenen eines gescheiterten Größenwahns oder eines verkannten Genies, eines frustrierten Narzissmus oder einer aussichtslosen Geldknappheit aufgrund einer kultur-fernen Gesellschaft - die letzten Szenen finden an der Mittagstafel der Familie in Frankfurt an der Oder statt, zu der Kleist, um Geld bettelnd, sich noch einmal einfand. Seine Schwestern, besonders aber seine Kusine Marie, sie lieferten ihm ein Showdown schrillster Art. Der, der sich so sehr für begabt hielt (und war?), er wurde als Versager von seiner Familie unbarmherzig eingestuft. War Kleist von Kulturbanausen umgeben? Oder war er unrettbar endogen depressiv? Ob hier banale soziale Umwelt oder psychische Veranlagung das Fallbeil geführt haben, vermag schwer entschieden zu werden: Am 21.11.1811 gegen 16 Uhr am kleinen Wannsee bei Potsdam erschoss Heinrich von Kleist zunächst die lebensüberdrüssige Henriette Vogel und sodann - wie abgesprochen - auch sich selbst mit einer Pistole "Fabrikat Lazarino Cominazzo". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Suboptimale Edition,
Von Jungleser (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Werke und Briefe: Zweibändige Ausgabe in einem Band (Taschenbuch)
Diese Besprechung hat nicht den Inhalt des Buches, sondern ausschließlich die Edition und die Qualität der Ausgabe zum Thema.Meinem Vor-Rezensenten Des Esseintes kann ich dabei nur Recht geben: So verdienstvoll diese Sembdner-Ausgabe auch sein mag, so überholt ist sie mittlerweile, hat sie doch bereits circa vierzig Jahre auf dem Buckel. Wer das nötige Kleingeld übrig hat, sollte zur dreibändigen Münchner Ausgabe greifen. Sie bietet einen kritischen Text auf Basis der Brandenburger Ausgabe, mit dem sich auch tatsächlich wissenschaftlich arbeiten lässt und der dem Original an vielen Stellen um einiges näher kommt, als die Fassungen, die Sembdners Ausgabe enthält, da dieser einige Eingriffe wesentliche, jedoch nicht zu rechtfertigende Eingriffe in die Kleist'schen Texte vornahm. Auch der umfangreiche Kommentar spiegelt bei all seiner Nützlichkeit und Ausführlichkeit leider längst nicht mehr den neuesten Stand der Forschung wieder. Außerdem handelt es sich hier um eine Dünndruck-Ausgabe, die schwer, dick und unhandlich ist. Wer also Lesekomfort und eine gültige Standard-Ausgabe sucht, sollte zur Münchner Ausgabe greifen. Wer einfach nur ein wenig in Kleist hineinschmökern will, ohne besonderen Wert auf philologische Genauigkeit der Edition zu legen, mag getrost zu dieser günstigen Taschenbuchausgabe greifen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
kleist,
Von
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Werke und Briefe: Zweibändige Ausgabe in einem Band (Taschenbuch)
Die Ausgabe ist sehr interessant, aber ich würde insofern Einschränkungen machen, als sie sich wirklich nur an Liebhaber der deutschen Sprache wendet.
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr zufrieden,
Von
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Werke und Briefe: Zweibändige Ausgabe in einem Band (Taschenbuch)
Ich bin sowohl mit der Information zum Produkt, der Lieferung sowie dem Produkt selbst sehr zufrieden!
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Sämtliche Werke und Briefe: Zweibändige Ausgabe in einem Band von Heinrich von Kleist (Taschenbuch - 1. März 2001)
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