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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein literarisches Erlebnis
Das Buch, das eigentlich eine Romantrilogie ist und aus drei Büchern besteht ("Der verbrannte Dornbusch", "Tiefer als der Abgrund" und "Die verlorene Bucht") spielt in den Jahren 1931 bis 1945 an Dutzenden von Schauplätzen in ganz Europa, in Dalmatien, in Paris, Berlin, Wien, Moskau, Marseilles, Bari, Prag und anderswo, und es wird bevölkert von einer...
Veröffentlicht am 20. August 2011 von euripides50

versus
5 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen wie eine Träne im Meer
Das Buch ist - wie erwartet - schriftstellerisch perfekt. Das Buch ist allerdings nicht einfach zu lesen und erinnert mich ein wenig an meine Schulzeit, wo Klassiker gefürchtete Literatur war. Der Autor beschreibt ja die Hoffnung(en) auf eine bessere Welt, die er sich aus einer kommunistischen Bewegung erhofft hat. Leider bleibt (auch bei mir) die Hoffnung auf eine...
Veröffentlicht am 18. August 2011 von Kurt Pikl


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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein literarisches Erlebnis, 20. August 2011
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wie eine Träne im Ozean: Romantrilogie (Taschenbuch)
Das Buch, das eigentlich eine Romantrilogie ist und aus drei Büchern besteht ("Der verbrannte Dornbusch", "Tiefer als der Abgrund" und "Die verlorene Bucht") spielt in den Jahren 1931 bis 1945 an Dutzenden von Schauplätzen in ganz Europa, in Dalmatien, in Paris, Berlin, Wien, Moskau, Marseilles, Bari, Prag und anderswo, und es wird bevölkert von einer ganzen Galerie literarisch brillant geformter Figuren, die bis auf die Hauptperson - Donjo Faber - alle nacheinander eines gewaltsamen Todes sterben.
So individuell und psychologisch nachvollziehbar diese Figuren als Personen auch geformt sind - so stehen sie und ihre Schicksale stellvertretend und exemplarisch für ein Grundproblem menschlicher Existenz: die Möglichkeiten einer dauerhaften Verbesserung der Welt in der Zukunft ohne damit das Leid der Menschen in der Gegenwart zu vergrößern. Mit diesem Anliegen geraten die Hauptpersonen zwischen die Mühlsteine der beiden großen Satanismen des 20. Jahrhunderts - dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus, die beide grenzenlos und radikal die Welt nach ihrer Ideologie verändern wollen, ohne sich eine Sekunde darum zu scheren, welche menschlichen und moralischen Kosten dieses Ziel erfordert. Es macht den literarischen Rang des vorliegenden Werkes aus, dass die Hauptfiguren der Trilogie nicht frei schwebend zwischen diesen Extremen agieren, sondern fast alle aus der kommunistischen Ecke kommen und erst im Laufe ihres Lebens erkennen, dass Kommunismus und Nationalsozialismus nur zwei Spielarten des modernen Grauens sind.
Die eigentliche Erzählung beginnt mit einer wagemutigen kommunistischen Kurrieraktion im diktatorisch regierten Königreich Jugoslawien etwa am Beginn der Dreißiger Jahre, wechselt dann nach Wien und Berlin, um die Situation unmittelbar vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten zu beleuchten. Geschildert werden die Ereignisse dabei vorwiegend aus der Innensicht der kommunistischen Partei und ihrer Funktionärselite, die vom Aufstand der Arbeiterklasse gegen ihre bürgerlichen und faschistischen Unterdrücker träumt und keinerlei Abweichungen von der eigenen Parteilinie duldet. Festgelegt wird diese Parteilinie einzig und allein in Moskau und ganz gleich, welche katastrophalen Fehleinschätzungen der russischen Zentrale unterlaufen, jede Kritik an dieser Parteilinie ist unwillkommen, bald verfemt und schließlich tödlich. Als die irrsinnige Stalin-Parole von der Sozialdemokratie als der Hauptstütze des Faschismus die kommunistische Arbeiterbewegung in Deutschland ins Verderben führt, beginnen die Protagonisten des Romans zunehmend zu zweifeln: Vasso und seine Frau Mara, der kommunistische Reichstagsabgeordnete Herbert Sönnecke, Donjo Faber und der Dichter Djura geraten in Konflikt mit den Apparatschiks, werden nach und nach aus der Partei ausgestoßen und müssen schließlich noch mehr als vor der Gestapo vor der russischen GPU um ihr Leben fürchten. Am Ende, die Vernichtung der eigenen Familie und den sicheren Tod vor Augen, schleudert Herbert Sönnecke seinen Folterern im Moskauer Gefängnis eine Wahrheit ins Gesicht, die bis auf den heutigen Tag kein Kommunist hören mag: "Ihr habet den Sozialismus verwirklicht, sagt ihr, seither haben die Arbeter nicht einmal mehr wirkliche Gewerkschaften, keine Koalitionsfreiheit, keine Bewegungsfreiheit." (S.396)
Inzwischen ist der Arbeitaufstand in Wien gescheitert, Hitler hat die Macht vollständig ergriffen und gefestigt, der spanische Bürgerkrieg ist ausgebrochen, doch noch immer richtet sich der Hauptkampf der kommunistischen Weltpartei gegen die Abweichler in den eigenen Reihen. Tausende verschwinden in kommunistischen Gefängnissen im Spanischen Bürgerkrieg, wer kann, taucht in der Emigration unter. Doch die Nationalsozialisten sacken immer größere Teile des europäischen Kontinentes ein, so dass am Ende nur noch Frankreich bleibt, die letzte Kontinentalmacht, die sich Hitler in den Weg stellt. Als Hitler mit seinem Spießgesellen Stalin im Jahre 1939 den Nichtangriffspakt und die Aufteilung Polens beschließt, beginnen die französischen Arbeiter auf Moskauer Geheiß, die Munitionsherstellung in Frankreich zu sabotieren - die Partei befielt es, und die Partei hat immer recht. Die Massen auf der links- wie auf der rechtstotalitären Seite des Spektrums sind wie Wasser, heißt es an einer Stelle: "gib rotes Licht drauf, sind sie rot, grünes Licht, sind sie grün."(S.421). Als dann Frankreich in kürzester Zeit unter den Schlägen der deutschen Militärmaschinerie zusammenbricht, scheint das Ende der Welt gekommen zu sein. Donjo Faber, aus dessen Perspektive der Großtteil des Buches erzählt wird, sucht den Selbstmord und wir nur durch die Begegnung mit einem elternlosen Kind davor bewahrt.
Der dritte Teil der Romantrilogie aber beginnt mit der Rückkehr Fabers in den politischen Kampf - an der Seite einer vollkommen aussichtslosen antikommunistischen und antifaschistischen Splittergruppe im jugoslawischen Partisanenkrieg. Zwischen panserbischen Tschetniks, kroatischen Ustascha, italienischen Faschisten und deutschen Nazis wird die Gruppe aufgerieben und zerschlagen.
Der Biologe Edi Rubin, dem es nicht gelang, seine Familie zu retten, steht im Mittelpunkt der berühmtesten Passage der Trilogie, der sogannnten "Wolnya" Episode, in der geschildert wird, wie sich 28 Juden unter der Führung Rubins dem Abtransport in den Tod widersetzen und am Ende am Antisemitismus der Polen zugrunde gehen. Auch das ist eine der schonungslosen Wahrheiten, die den literarischen Rang des Autors erhöhen, seine Anhängerschaft doch so erheblich dezimierten, dass er niemals den Nobelpreis erhielt: die Tatsache der überwiegenden Passivität der jüdischen Opfer und der widerliche Mittäterschaft der osteuropäischen
Nationen bei großen Völkermord an den Juden
Das Buch endet nach der Invasion der Alliierten in Frankreich, doch den Heimkehrer Faber erwartet eine deprimierende Situation. Die Kommunistische Partei setzt auch in Frankreich zum Griff nach der Macht an, liquidiert noch im Frieden Abweichler unter den Augen so genannter bürgerlicher Verbündeter. Die Renegaten und Wendehälser, die Apparatschiks haben wieder Oberwasser, und auch die Jugend schließt sich der scheinbar unfehlbaren Partei an.
So hält das große Werk am Ende keinerlei Hoffnung für den Leser bereit - allenfalls den Rat, sich immer an die Wahrheit zu halten, an die konkrete Mitmenschlichkeit und sie niemals einer vermeintlich höheren Moral zu opfern. Bedrückend aber ist die Einsicht, dass die Weisheit, die in diesem Werk steckt, von jeder Generation immer wieder aufs Neue vergessen werden wird.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte zum Mitleiden/Nochmalerleben, 27. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Wie eine Träne im Ozean: Romantrilogie (Taschenbuch)
Ich habe die 1034 Seiten letzte Nacht zu Ende gelesen und bin so dankbar, das es solche Literatur gibt. Die Botschaft ist eindeutig: Er-wachse an dir selbst. Viele Menschen laufen ihr Leben lang in der eigenen "Eierschale" rum. Ich gehöre auch dazu. Noch. Hoffentlich habe ich den Mut, irgendwann frei zu werden. Den ersten Impuls habe ich durch Herrn Sperber erhalten.
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein einzigartiges zeitgeschichtliches Dokument, 9. April 2001
Rezension bezieht sich auf: Wie eine Träne im Ozean: Romantrilogie (Taschenbuch)
Manés Sperber geht in seiner Trilogie "wie eine Träne im Ozean" in keiner Weise zimperlich mit den unterschiedlichen Interessensgruppen des Widerstands gegen das Dritte Reich um. Packend, plastische Charakterdarstellungen, fesselnd im besten Sinne! Wenn sechs oder mehr Sterne verfügbar wären, dieses Meisterwerk hätte sie verdient
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5 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen wie eine Träne im Meer, 18. August 2011
Von 
Kurt Pikl (A-6380 St.Johann in Tirol) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Wie eine Träne im Ozean: Romantrilogie (Taschenbuch)
Das Buch ist - wie erwartet - schriftstellerisch perfekt. Das Buch ist allerdings nicht einfach zu lesen und erinnert mich ein wenig an meine Schulzeit, wo Klassiker gefürchtete Literatur war. Der Autor beschreibt ja die Hoffnung(en) auf eine bessere Welt, die er sich aus einer kommunistischen Bewegung erhofft hat. Leider bleibt (auch bei mir) die Hoffnung auf eine Lösung der vielen Versuche von gesellschaftlichen Neuorientierungen von Stalin, Nationalsozialismus, Pol Pot, Mao und neuerdings dem Kapitalismus auch weiterhin auf der Strecke.
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Wie eine Träne im Ozean: Romantrilogie
Wie eine Träne im Ozean: Romantrilogie von Manès Sperber (Taschenbuch - 1. Oktober 2000)
EUR 19,90
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