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Kundenrezensionen

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am 19. November 2001
Uwe Timm beschreibt sehr menschlich und klar das Seelenleben des Kerbels, der immer mehr seinen Halt im Leben zu verlieren scheint und durch die Trennung von seiner Freundin weiter von sich selbst abrückt. Kämpferische Ideale hat er längst gegen Gemütlichkeit und Routine getauscht, die Frau an seiner Seite weicht von ihm, als sich die gemeinsamen Wege nicht mehr vereinbaren lassen - ein Mann mit Zielen wird gewünscht, und nicht ein Taxifahrer. Kerbel trauert seinem Leben hinterher, gießt Karens Pflanzen weiterhin und beginnt an seinem Selbst zu zweifeln. Uwe Timm bleibt ganz nah in seinem Innenleben und es ist beeindruckend, wie er ebenso schleichend wie unaufhörlich den Vorgang seines Abrutschens verdeutlicht.
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am 19. Oktober 1999
Ich fand dieses Buch ganz zufällig in einem versteckt liegenden Antiquariat in der Altstadt von Larnaca / Zypern, ein Mängelexemplar. Ich habe es noch am selben Abend in einem Rutsch gelesen. Kerbels Flucht ist auf seine Art ein Meisterwerk. Es zeichnet sich durch eine knappe und effiziente Sprache aus, z.T. verfällt der Held Kerbel in den Tagebuchstil, denn der Roman ist eigentlich Kerbels Tagebuch über eine zu Ende gehende Liebe. Meisterhaft wie Timm die Beobachtungen seines Helden Kerbel arrangiert. Timms scharfe Beobachtungsgabe kommt in diesem Roman voll zum Tragen. Er verfällt nie in Behauptungsprosa, sondern geht Personen, Situationen und gesellschaftliche Mißstände an, indem er auf scheinbaren Randgebieten besonders genau hinschaut. Stilistisch ist das Buch knapp, treffsicher und leicht geschrieben. Die Handlung ist ergreifend, tragisch und auf eine gewisse Weise auch romantisch. Kerbel ist ein Altlinker, der an seinen Idealen zweifelt. Kerbels Liebe (die wiederum durch feine Beobachtungen am Rande herausgearbeitet wird) ist klassisch, besitzergreifend und absolut. Es scheint, daß er sich gerade durch seine hohen Ansprüche an eine Liebesbeziehung immer mehr von der Geliebten entfernt.
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am 27. Mai 2016
Uwe Timm ist in seinen anderen Büchern deutlich besser. Kerbel langweilt sich hin und wieder und das ist auch für den Leser langweilig.
Die Studentenrevolte ist jetzt auch leicht verblasst und abgebrochene Philosophen als Taxifahrer hatte es schon viele. Ich habe auch so
einen Freund. Ob das für ein Buch reicht?
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am 16. Mai 2003
kerbels flucht ist lebensnah und gleichzeitig äußerst amüsant geschrieben.
uwe timm beschreibt dinge, in denen man sich und seine umgebung wiedererkennt.
er schafft es, kerbel zu einer person zu machen, in der man sich teilweise selbst wiedererkennt.
der grund, warum ich dem buch nicht 5 sterne gebe,
ist schlicht und einfach, weil mir kerbel nicht unbedingt
sympathisch ist. er ist zweifellos individuell, aber langweilig,
auch wenn er witzige gedanken hat, sodass ich freunden von mir zur belustigung textstellen aus dem buch vorgelesen habe.
kerbels knappe sätze in seinem tagebuch sind sehr leicht nachzuvollziehen und doch nicht simpel und anspruchslos.
insgesamt auf jeden fall lesenswert.
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am 27. April 2006
Christian Kerbel erzählt in seinen tagebuchhaften Aufzeichnungen

von seinem Leben nach der '68er-Revolte. Er hat sein Studium

aufgegeben, lebt in einer 4er-WG in München und wird gerade von

Karin verlassen, mit der er drei Jahre zusammengelebt hat.

Diese unerwartete Trennung, die sich Schritt für Schritt vollzieht

und einem langwierigen Leiden gleich kommt, ist Ausgangs- und

Drehpunkt der gesamten Erzählung - dies ist allerdings auch die

einzige Parallele zu Goethes "Werther". Vielmehr erinnert Kerbels

Tragödie in seiner Erzählweise (zur Hälfte in der 3.Person) an

Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W.", das jenseits der Mauer

in der DDR der 80-er Jahre spielte und ebenfalls mit tragikkomischem

Unterton von einem in der Liebe wie auch im gesellschaftlichen Leben

gescheiterten jungen Mann erzählt.

Geht man von Kerbels Lebenssituation, seiner Selbstisolation,

dem Fernsehkonsum, dem ziellosen Vor-sich-hin-vegetieren in einer

anonymen Großstadtwelt und vor allem von seinem selbstgewählten Beruf aus -

dem "Dasein" als Taxifahrer -, dann erscheint Uwe Timms Roman sehr deutlich wie

eine deutsche Variante des Filmklassikers "Taxi Driver" (Martin Scorcese).

Anders gesagt setzt Timm die Geschichte von "Heißer Sommer" mit einer

vergleichbaren Erzählerfigur fort. Indem er das Schicksal Kerbels, aber

auch das Lebensglück und -unglück seiner Mitbewohner und Bekannten

beschreibt, demonstriert er wiederholt, dass er das Scheitern der linken

Ideen - mit denen alle Figuren auf eine Weise verbunden sind - direkt

mit dem persönlichem Scheitern der Akteure in Verbindung bringt, das meistens

auf zwischenmenschlichen Missverständnissen und Enttäuschungen beruht.

Der gesellschaftliche Umbruch scheiterte also an den Brüchen in der Gesellschaft.

"Kerbels Flucht" erscheint unter Berücksichtigung dieser Kontexte wie ein

zwangsläufiges Resultat: So zwangsläufig wie der Freitod des Protagonisten ist auch

das Buch an sich ein zwangsläufiges künstlerisches Produkt seiner Zeit. Man meint,

es musste einfach geschrieben werden. So wie auch sein Vorgänger "Heißer Sommer"

geschrieben werden musste. Timm ist die Umsetzung dieses MUSS zu verdanken.

Ihm ist es gelungen, die Anfangs- und Endpunkte eines gesellschaftlichen

Prozesses literarisch abzubilden. Beide Bücher können deshalb auch aus

historischem Interesse heraus gelesen werden.
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am 19. August 2006
Uwe Timm ist es gelungen, den fortschreitenden Verlust von Lebenssinn, der eine ganze Generation gefährdet, und die Ursachen dieser Entfremdung in der packenden Unmittelbarkeit der Tagebuchform und mit großer Genauigkeit darzustellen. Timms Prosa... ist beides: Schonungslose Selbstkritik und der Versuch der Neubegründung von Sinn und der Widmung an ein Lebensziel, das die eigene Identität nicht leugnet.
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am 23. November 2004
Uwe Timm hat an sein Werk den Anspruch gestellt etwas mit Goethes "Werther" gemein zu haben. Die Hauptperson Kerbel ist ein lebensmüder spät 68er und soll wohl den Werther der Neuzeit geben, doch:
Uwe Timm versucht immer wieder vergeblich und ohne jedwede künstlerische Fertigkeit einen Bezug zum Werther herzustellen. Das fängt bei der Form an und hört mit Zitaten auf.
Das einzig positive an diesem Buch ist wohl der Einblick in die Psyche eines Menschen der aus der 68er Zeit nicht mehr hinauskommt, doch wer vorher Werther gelesen hat und auch noch hofft "Kerbels Flucht" könnte etwas damit zu tun haben, der wird bitter enttäuscht.
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