Kundenrezensionen

29
4,6 von 5 Sternen
Nana: Roman
Format: TaschenbuchÄndern
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
HALL OF FAMEam 2. Januar 2003
Bei diesem Werk, welches 1880 erschien, handelt es sich um den neunten und wohl berühmtesten Band des 20bändigen Romanzyklus „Die Rougon-Macquart". Erzählt wird die Geschichte der Hure Nana, mit der Zola dem Leser Sittenverfall, Korruption und Laster in der Pariser Gesellschaft unter Napoleon III. vor Augen führt. Die Titelheldin gehört dem Macquartschen Zweig der Familie an, bei der sich der in der Familie erbliche Alkoholismus und Geisteskrankheit nach Zolas Stammbaum auswirken. Sie wird, der Pariser Gosse entkommen, Schauspielerin. Nicht begabt, aber wunderschön, tritt sie in einer Operette auf, wo sie die Möglichkeit bekommt, diese Schönheit herausfordernd zur Schau zu stellen. Bald ist sie die große Hure, der Mythos Nana, mit der am Vorabend des Untergangs des Zweiten Kaiserreiches die Machthaber und Reichen buhlen. Sie steht dafür als Symbol wie auch für sittliche Verderbnis. Nana spielt ihre Kunden geschickt gegeneinander aus, lässt sich kostbare Geschenke machen, erniedrigt sie, intrigiert, verdirbt alles, was sie berührt. Zola schildert uns diese Ereignisse mit der ihm eigenen farbigen und kräftigen Sprache, intensiv, packend und mitreißend. Ein wunderbares Buch, was nach über 120 Jahren noch magische Anziehungskraft besitzt.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Juli 1999
In diesem Roman, der zu einer ganzen Reihe- der Rougon- Maquart- Reihe- gehört, geht es um den steilen Aufstieg der Tochter Gervaises und Lantiers, Nana. Entsprossen einem Geschlechte von Trinkern, gelingt es Nana, in die höchsten Kreise der Pariser Gesellschaft einzudringen und deren Verderbtheit zu beschleunigen. Es gelingt Zola, ein ungeheuer vielschichtiges und facettenreiches Bild der Pariser Gesellschaft des neunzehnten Jahrhunderts zu entwerfen, das seinesgleichen sucht. Die in der gesamten Reihe wirksamen Vererbungsgesetze, die Zola mitunter konstruiert, wirken gleichwohl bedrückend. Die gesamte Reihe ist für mich ein unverzichtbarer Teil der französichen Literaturgeschichte, die in der Weltliteratur ihren festen Platz hat.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Juli 2011
Die Geschichte eines Mädchens, das sich im Paris zwischen 1867 und 1870 von einer schäbigen Straßendirne zur schönsten Kurtisane der Stadt entwickelt und beharrlich immer wieder zwischen beiden Welten pendelt. Dabei ruiniert sie unzählige Männer, besonders den Grafen Muffat, der ihr vollkommen verfällt und sich ihr erst entziehen kann, als er wirklich am Boden liegt. Als der deutsch-französische Krieg beginnt, stirbt Nana an den Pocken und der Körper der ehemals begehrten Frau verwest in beängstigender Geschwindigkeit. Nana zerstört alles, Menschen und Dinge, sobald sie sie in den Fingern hat. Trotzdem ist die Figur sympathisch und liebenswert, vor allem in ihrer Unbeständigkeit, in ihrem abrupten Wechsel von schnippischer und menschenverachtender Kokotte zu liebender Frau und Mutter. Der Roman beleuchtet eines der brennendsten sozialen Probleme seiner Zeit mit der für die Zeit typisch französischen Frivolität, aber auch Derbheit - ohne ordinär zu werden (was man von vielen zeitgenössischen Autoren leider nicht behaupten kann). Zola hat dankenswerterweise der Versuchung widerstanden, seinen Roman mit sexuellen Einzelheiten 'aufzupeppen' (die kann ich mir selber vorstellen). Ganz nebenbei: mir ist bewußt geworden ' und das hat weniger mit der literarischen Qualität als mit dem historischen Bezug zu tun -, daß eine Frau in der Gesellschaft Frankreichs des 19. Jahrhunderts (und wohl auch in anderer Ländern) offensichtlich nur die Möglichkeit hatte, sich entweder als Prostituierte an viele Männer oder als Ehefrau an einen Mann zu verkaufen, wobei mir nicht ganz klar ist, welches die schlimmere Option war'
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Selten hatte trockene Kunsttheorie derart unterhaltsame Folgen. Als führender Vertreter des literarischen Naturalismus forderte Émile Zola den mit wissenschaftlicher Strenge geschriebenen Roman: Die Figuren sollten als Verkörperungen ihrer Erbanlagen erscheinen und das soziale Milieu mit analytischer Genauigkeit dargestellt werden. Zum Glück besaß Zola selbst zu viel schriftstellerisches Temperament, um sich in ein derart starres Konzept zu zwängen. Seine Nana ist ein außerordentlich lebendiges und fesselndes Buch. Mit der Geschichte einer einfachen Straßendirne, die als Schauspielerin am Varieté landet und mit ihrer Freizügigkeit die ganze Pariser Oberschicht um den Verstand bringt, kommentiert der Autor die Dekadenz im Frankreich des Zweiten Kaiserreichs. Nana lässt sich aushalten und verschlingt genau jene Gelder, die skrupellose Bankiers und Politiker der ärmeren Bevölkerung abzwingen. Die verschiedenen sozialen Schichten werden in opulenter Ausführlichkeit und anhand eindrucksvoller Massenszenen beschrieben. Ein packendes Gesellschaftsporträt, ebenso erhellend wie erschreckend.
11 KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Januar 2005
Nana ist die Verkörperung der Gesellschaft in Frankreich! Ihr Aufstieg von der unbegabten Kleinschauspielerin und einfachen Dirne zur von allen männlichen Wesen begehrte und deshalb reich werdenden Edelkurtisane wird von Zola ausführlich unter der Deutung auf sämtliche Charakterzüge beschrieben. Während des Lesens verurteilt und bemitleidet man diese Frau,wie auch Zola sie verurteilt und bemitleide; Nana wird zum Einen als "Spatzenhirn",zum Anderen auch als "armes Geschöpf" tituliert. Sie steigert sich in ihre Gier und Gelüstbefriedigung immer mehr hinein,saugt die Freier reihenweise aus und wird dazu durch die glücklose Ehe mit einem kleinen Schauspieler im Endeffekt bestätigt,während ganze Existenzen durch sie zugrunde gehen,in dieser Gesellschaft,in der einzige die Frage zählt:Wer schläft mit wem? Sie stirbt einen rätselhaften Tod,während ganz Frankreich in den Krieg zieht!
Dieses Buch sollte man wirklich gelesen haben,es ist packend!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Juni 2013
Mir gefällt das Buch "Nana" wirklich sehr - ich besitze es als "echtes" Buch (übersetzt von Walter Widmer) und auch als E-Book.
Leider musste ich feststellen, dass die Übersetzung des E-Books zu großen Teilen sehr schlecht ist -> die Sprache ist unnötig kompliziert, es gibt etliche Schachtelsätze und von Wortgewandheit kann nicht die Rede sein.
Ausserdem fehlen sehr viele Textpassagen, was mir bisher besonders in Abschnitt 3 aufgefallen ist -> 50% der Gesprächsanteile von Madame Du Joncquoy wurden kurzerhand einfach wegrationalisiert, sodass auch einige andere Textstellen danach wenig Sinn ergeben.

Kurzum: Wer nur den groben Inhalt von "Nana" erfassen will und auf Sprache bzw. Ausdruck dabei nicht allzu viel Wert legt, dem ist dieses E-Book zu empfehlen. Bei wem allerdings die Freude am Lesen und das Interesse an einer verständlichen, angenehmen und schönen Sprache überwiegt, der sollte wohl lieber zum echten Buch greifen...
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Zweites französisches Kaisserreich (1852-1870): Nana, Dirne von Paris und zugleich Darstellerin der Venus im Théâtre des Variétés möchte groß rauskommen, den Männern den Kopf verdrehen zugleich aber eine ehrbare Schlüsselfigur in der Pariser Szene spielen. Sie lebt in der Gosse gemeinsam mit ihrer Freundin Satin, hält sich aber zugleich in edlen Einrichtungen auf, genießt das Geld, das Essen, die Liebe und Verschwendungssucht und altert aber zugleich immer mehr durch jene Völlerei. Sie verdreht vor allem dem frommen, verklemmten und vor der Religion ehrfürchtigen Grafen Muffat den Kopf, der sich mehr und mehr auf ihre Spielchen einlässt, ihr Untertan wird und ihr nebst anderen Liebhaberin Geld mehr und mehr zusteckt. Nana geht immer mehr dem Abgrund zu bis sie letztendlich die Blattern erwischen...

Mit der Figur Nana hat Zola nicht nur eine Pariser Dirne kreiert, die in vollsten Zügen ihrer Hauptbeschäftigung nachgeht, sondern auch eine Figur, die etwas von Emanzipation, Eigenwilligkeit und Obstination mitbringt. Nana existiert, Nana praktiziert und Nana schockiert. Zolas neunter Roman aus seiner "Rougon-Macquart"-Reihe wurde ein großer Erfolg und ist zugleich ein sich aussprechendes Werk, das die damalige Pariser Gesellschaft nicht besser umschreiben könnte. Kein Schriftsteller, der Paris zu dieser Zeit nicht erlebt hat, könnte in der Form wie Zola es tut, schreiben. Man genießt diesen Roman total bis zur letzten Seite, obwohl er sehr alt ist, wird es nicht langweilig, man möchte mehr über den Aufstieg und Untergang Nanas erfahren, die bildlich sehr schön dargestellt wird in ihren schillernden Zeiten als auch bei ihrem Ende in dem sie ein von Löchern der Blattern zerfressenes Gesicht bekommt. Sie wickelt jeden Mann um den Finger, um Geld von ihm auszusaugen, wenige, die jedoch ihr Spiel durchschauen wie die Figur Fontane schlagen sie jedoch und treten sie mit Füßen und selbst bei diesen versucht sie noch Mitleid zu erheischen und sich klein und arm darzustellen.

Meiner Meinung nach ein aufklärendes, bravouröses Werk, das mich neugierig auf mehr von Zola gemacht hat.

~Bücher-Liebhaberin~
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Zweites französisches Kaisserreich (1852-1870): Nana, Dirne von Paris und zugleich Darstellerin der Venus im Théâtre des Variétés möchte groß rauskommen, den Männern den Kopf verdrehen zugleich aber eine ehrbare Schlüsselfigur in der Pariser Szene spielen. Sie lebt in der Gosse gemeinsam mit ihrer Freundin Satin, hält sich aber zugleich in edlen Einrichtungen auf, genießt das Geld, das Essen, die Liebe und Verschwendungssucht und altert aber zugleich immer mehr durch jene Völlerei. Sie verdreht vor allem dem frommen, verklemmten und vor der Religion ehrfürchtigen Grafen Muffat den Kopf, der sich mehr und mehr auf ihre Spielchen einlässt, ihr Untertan wird und ihr nebst anderen Liebhaberin Geld mehr und mehr zusteckt. Nana geht immer mehr dem Abgrund zu bis sie letztendlich die Blattern erwischen...

Mit der Figur Nana hat Zola nicht nur eine Pariser Dirne kreiert, die in vollsten Zügen ihrer Hauptbeschäftigung nachgeht, sondern auch eine Figur, die etwas von Emanzipation, Eigenwilligkeit und Obstination mitbringt. Nana existiert, Nana praktiziert und Nana schockiert. Zolas neunter Roman aus seiner "Rougon-Macquart"-Reihe wurde ein großer Erfolg und ist zugleich ein sich aussprechendes Werk, das die damalige Pariser Gesellschaft nicht besser umschreiben könnte. Kein Schriftsteller, der Paris zu dieser Zeit nicht erlebt hat, könnte in der Form wie Zola es tut, schreiben. Man genießt diesen Roman total bis zur letzten Seite, obwohl er sehr alt ist, wird es nicht langweilig, man möchte mehr über den Aufstieg und Untergang Nanas erfahren, die bildlich sehr schön dargestellt wird in ihren schillernden Zeiten als auch bei ihrem Ende in dem sie ein von Löchern der Blattern zerfressenes Gesicht bekommt. Sie wickelt jeden Mann um den Finger, um Geld von ihm auszusaugen, wenige, die jedoch ihr Spiel durchschauen wie die Figur Fontane schlagen sie jedoch und treten sie mit Füßen und selbst bei diesen versucht sie noch Mitleid zu erheischen und sich klein und arm darzustellen.

Meiner Meinung nach ein aufklärendes, bravouröses Werk, das mich neugierig auf mehr von Zola gemacht hat.

~Bücher-Liebhaberin~
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. November 2010
Zum Inhalt möchte ich nichts sagen, das wurde bereits getan. Aber ich will etwas zu zwei Übersetzungen des Romans anmerken: Nana von dtv ist eine, wie ich finde, schlechte Übersetzung, es fängt schon auf der ersten Seite an: "Ein dunkler Schatten dämpfte den großen roten Fleck des Vorhangs..."

In der Übersetzung beim Fischer Verlag: "Der Vorhang erschien im Dunkel des Saales als ein großer, roter Fleck..."

Inhaltlich liegt die Übersetzung bei dtv völlig daneben. So befinden sich in dieser Version auch "Malereien von nackten Frauen und Kindergestalten" um die Rundung der Decke im Theater, während es in der Übersetzung vom Fischerverlag Figuren sind, was der Wirklichkeit und auch dem Original entspricht.

Deswegen empfehle ich die Übersetzung vom Fischer Verlag, die aber leider so einige Flüchtigkeitsfehler enthält, so wird aus Hektor Rektor, anstelle von Leute Leuten und so weiter. Ist mir unverständlich wie solche Fehler, die sich schon ab der ersten Seite finden, nicht auffallen konnten. Aber mit solchen Fehlern kann man eher leben als mit einer schlechten Übersetzung.

Vielleicht kann jemand auch etwas zu der Version vom Insel Taschenbuchverlag sagen.
77 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. September 2009
Émile Zola erschafft mit seinem Roman Nana eine sehr dichte und atmosphärische Darstellung der Pariser Gesellschaft des 19. Jahrhundert. Sinnbild dieser Gesellschaft ist die Hure Nana, die sich durch gekonnten Einsatz ihrer Reize und ihre Berechenbarkeit in die höchsten Gesellschaftskreise katapultiert. Der Sprung aus der Gosse in die französischen Salons gelingt Nana durch die Rolle der Venus in einem Variété-Theater. Obwohl sie vollkommen talentfrei ist, brilliert sie mit ihrer Schönheit und ihrer betörenden Natürlichkeit. Die Männer liegen ihr scharenweise zu Füßen und Nana nimmt mit beiden Händen was sie kriegen kann und avanciert schon bald zur Edelkurtisane. Doch durch ihre Gier nach mehr, wird sie zu einer alles vernichtenden Naturgewalt und verdirbt alles was sie erreicht.

Mit Nana kreiert Zola einen sehr widersprüchlichen Charakter, der auch beim Leser gemischte Gefühle auslöst. Nana ist herzlich, natürlich, leicht zu Emotionen hinzureißen, sowohl zu positiven als auch zu negativen. Dabei ist sie im Grunde ihres Wesens gutmütig und außer Stande jemandem lange zu grollen. Gleichzeitig ist Nana jedoch unersättlich. Wie ein Blutsauger nimmt sie ihre Freier aus, ohne Rücksicht auf Gefühle anderer oder Verluste. Sie giert beinahe krankhaft nach Aufmerksamkeit, wenn sie nicht im Mittelpunkt steht, schmollt sie. Die Menschen um sie herum sind nur Statisten, deren einzige Aufgabe es ist ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen, selbst ihr kleiner Sohn ist nur dann wirklich erwünscht wenn er Nana als treusorgende Mutter erscheinen lässt.

Nanas Kompromisslosigkeit und ihr Egoismus lassen sie nicht als einen positiven Charakter erscheinen. Ihre Dummheit und die emotionalen Ausbrüche, bringen ihr mehr Verachtung als Verständnis ein. Dennoch ist es offensichtlich, dass Nana eigentlich ein gutes Herz besitzt. Aus der Armut emporgestiegen, will sie nun ihr Leben voll auskosten und nimmt sich, was sie braucht. Eben diese Gutmütigkeit und auch Nanas Herzlichkeit lösen im Leser ein Gefühl des Mitleids aus. Man bedauert Nana, für all die Fehler die sie begeht und verachtet sie für das Leid, das sie anderen zufügt, denn egal was Nana anfasst, es zerfällt sogleich zwischen ihren Fingern zu Staub, Asche und Scherben.

Auf diese Weise zeichnet Zola eine rücksichtslose, selbstverliebte Gesellschaft, die es eigentlich nicht böse meint und dennoch von ihrer eigenen Gier zerfressen wird, ganz so wie Nana am Ende von ihrer Krankheit. Was bleibt ist ein wirklich großes Stück Weltliteratur.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Nana
Nana von Émile Zola (Gebundene Ausgabe - Januar 2012)
EUR 6,99

Das Paradies der Damen: Roman
Das Paradies der Damen: Roman von Émile Zola (Taschenbuch - 1. Dezember 2013)
EUR 12,90

Nana: Roman
Nana: Roman von Émile Zola (Taschenbuch - 1. April 2015)
EUR 14,90