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38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr stimmungsvolles Buch, 27. Juni 2001
Rezension bezieht sich auf: Schwüle Tage: Novelle (Taschenbuch)
Ein unendlich langweiliger Sommer scheint vor dem jungen Grafen Bill von Fernow zu liegen. Er hat seine Abiturprüfung nicht bestanden und muss nun den Sommer allein mit seinem Vater, einem sehr eleganten Mann, der ihm ziemlich fremd ist, auf dem Gut der Familie verbringen, um sich auf die Wiederholungsprüfung vorzubereiten. Eduard von Keyserling, der als einer der wenigen bedeutenden impressionistischen Erzähler gilt, führt uns mit dieser Novelle in die Welt des deutsch-baltischen Landadels vor dem ersten Weltkrieg, der es selbst entstammt. Er beschreibt lange heiße Sommertage wie es sie heute nicht mehr zu geben scheint und die es Bill unmöglich machen sich auf seine Studien zu konzentrieren. Um der Langeweile zu entkommen beginnt er sich für die Mädchen zu interessieren, allerdings nicht sehr erfolgreich. Im Laufe des Sommers erkennt Bill, dass zwischen seinem Vater und Ellita, einer jungen Frau von einem Nachbargut, die einen Soldaten heiraten soll, eine ganz besondere Beziehung besteht. Bill wird Zeuge wie der Vater Ellita zu dieser Ehe, die von ihr nicht gewünscht wird, drängt. Er erkennt einen ganz anderen Menschen hinter der Fassade des Vaters. Der Sommer endet plötzlich und anders als erwartet. Bei dieser Novelle handelt es sich auch um eine Initiationsgeschichte, denn Bill ist am Ende des Textes nicht mehr derselbe wie zu Beginn. Mir gefallen die Beschreibungen zu diesem Buch ganz besonders. Nur wenige Worte genügen die Farben des Sommers und die Vielfalt der Sommerblumen vor den Augen des Lesers entstehen zu lassen. Man riecht förmlich die heißen trockenen Tage auf dem Land. Die Personen sind so geschildert, dass sie wie echte Menschen erscheinen. Man vergleicht von Keyserling oft mit Fontane, mir gefallen seine Sprache und seine Beschreibungen besser.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der stärkste Keyserling, 15. Mai 2005
Von 
C. Pöppelmann (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schwüle Tage: Novelle (Taschenbuch)
Endlich erbarmt sich Eduard von Keyserling einmal und bietet einen Helden auf, mit dem sich sein Leser auch identifizieren kann. Dem jungen Ich-Erzähler kann man in die ländlichen Sommernächte folgen, ohne irgendwann irritiert stehen zu bleiben oder selbst von der allgemeinen Auswegslosigkeit überfallen zu werden. Denn Bill von Fernow ist selber nur eine Randfigur. Die sarkastische Distanz, die in anderen Keyserling-Erzählungen aufblitzt, hält er bis zum Ende durch. Mit seinen Augen beobachtet, gewinnt die typische Katastrophe, um die sich auch diese Erzählung dreht, viel an Spannung. Sie kommt frisch und lebendig und gar nicht "schwül" daher.
Andererseits: Auch hier gibt es diese Mischung aus Erregung und Lethargie, die den jungen Mädchen und alten Männern das Leben zerstört. Natürlich nimmt sie auch Bill (und mit ihm den Leser)gefangen.
Schließlich ist der 17-jährige Schüler nicht ohne eigene Probleme: Prüfungen, Vater, Mädchen - das Übliche eben. Doch während andere Autoren da oft in wehleidige Übertreibung oder einen unangemessen spöttischen Altmänner-Ton verfallen, gelingt es gerade Keyserling, dem "Schilderer der baltischen Dekadenz", seinen Bill mit einer authentischen Mischung aus Empfindsamkeit und jugendlicher Robustheit zu schildern. Und die hilft dem jungen Helden auch, der Schwüle nie ganz zu verfallen und sich nach einigen Sommertagen wieder daraus zu befreien.
Eine wirklich gelungene, kleine Geschichte!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die immergleiche Suche der Jugend nach der Menschlichkeit..., 30. Juli 2009
Von 
Kankin Gawain "Bis übermorgen dann..." (Eutopia) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Schwüle Tage: Novelle (Taschenbuch)
Die "Schwülen Tage" des Titels prägen atmosphärisch die äußeren Geschehnisse der Erzählung. Was im Inneren des jugendlichen Protagonisten geschieht, will dagegen so gar nicht zur lichtüberfluteten Landschaft passen, in der er sich bewegt. Der Jüngling ist zum Lernen in die Provinz verbannt, weil er die Abiturprüfung nicht bestanden hat. Zu seinem Kummer bedeutet dies, dass er Wochen mit seinem Vater zu verbringen hat, der ihn autoritär auf Distanz hält, und zu dem er darum kein echtes Verhältnis hat. Schließlich entdeckt er jedoch, dass der Vater durchaus auch eine interessante, eine private Seite, jenseits seiner väterlichen Rolle, hat - nämlich ein Geheimnis.
In der schwülen Hitze des Sommers scheint alles still zu stehen, die Fassade des Familienlebens mit ihren pseudo-idealistischen Phrasen genauso für die Ewigkeit geschaffen wie das damals prosperierende Kaiserreich. Aber Bill von Fernow scheint in einer unwirklichen Art Traumtrunkenheit seinen Weg ins Erwachsensein doch noch zu finden, fügt sich am Ende sogar in die Rolle, die ihm die Gesellschaft vorgibt, die aber seiner wahren Gefühlswelt kaum Raum gibt.
Keyserlings Erzählung von der Suche nach Selbstfindung eines Jugendlichen zur Jahrhundertwende reiht sich in seiner Stimmung ein in ähnliche Werke Musils und Wedekinds. Auch hier erscheint die ältere Generation wie hinter einer Maske, die keine Privatheit oder Vertraulichkeit zulässt, verborgen, und das eigentlich Menschliche drückt sich aus in den Daseins-Fragen der Jugend.
Wer Schnitzler, Musil, Wedekind, Mann gern gelesen hat, wird auch in dieser Erzählung auf seine Kosten kommen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ..............in der hochsommerhitze, 20. Februar 2008
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Schwüle Tage (2 CDs) (Audio CD)
Hanns Zischler trifft genau den richtigen, zurückgenommenen Tonfall dieser Erzählung von Eduard Graf von Keyserling. Dieses Hörbuch (eine zwei CD umfassende Edition) wurde 2006 neu aufgenommen. Der junge Bill muss - da er durch das Abitur gefallen war - den Sommer bei seinem Vater auf einem Landgut im Norden verbringen. Es ist heiß, Langeweile und Trägheit breiten sich aus, mit dem Studium der Schulbücher wird es nichts. Die Geschichte ist trivial - oder zumindest hart an der Grenze - aber das ist egal. Die stimmungsvollen Bilder dieses Sommers bleiben dem Zuhörer vor dem inneren Auge stehen. Die angenehme Stimme von Zischler tut ein übriges dazu.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwüle Tage, die man nicht vergisst, 23. November 2006
Von 
Michael Kahnt (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schwüle Tage: Novelle (Taschenbuch)
Die kleine Novelle von Keyserling hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Da ist zum einen die Darstellung der schwierigen Vater-Sohn-Beziehung. Immer wieder wird der junge Bill zwischen den Gefühlen von Hass, Liebe, Bewunderung und Verachtung zu seinem Vater hin und her gerissen. Keyserling zeichnet die Chraktere sehr deutlich.

Zum anderen beschreibt die Geschichte die Gefühle des jungen Bill zu Frauen. Auch hier ist er immer wieder hin und her gerissen. Zum einen schwärmt er für Gerda, liebt Ellita und sehnt sich auch nach körperlicher Liebe. Sehr eindringlich beschreibt Keyserling auch dies.

Und auch die Geschichte von Bills Vater Gerd, seiner Liebe und Sehnsucht, die am Ende tragisch endet, bildet einen roten Faden in dieser Novelle.

Was mir auch gefallen hat, ist seine Art, die Landschaft zu beschreiben. Damit weckt er immer wieder Stimmungen, die es mir leicht machten, die Charaktere noch besser zu verstehen.

Ein sehr stimmungsvolles Buch voller Gefühl.
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wer schnitzler oder josef roth mag..., 24. April 2001
Rezension bezieht sich auf: Schwüle Tage: Novelle (Taschenbuch)
keyserling schreibt ähnlich wie schnitzler oder josef roth, die psychologisch feinschichtig die gesellschaft am ende einer epoche analysieren. nur daß es bei keyserling nicht um die endzeit der wiener kuk-zeit geht, sondern um die dekandenz des baltischen adels, dem er selbst entstammt. wunderbar fängt er das lebensmüde indentagleben dieser gesellschaft ein. in kurzen, präzisen sätzen entwift zeigt er charaktere, gibt seiner kurzen geschichte überraschende wendungen. ein buch zum aufeinmaldurchlesen.
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5.0 von 5 Sternen Buch, 23. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schwüle Tage (Kindle Edition)
Interessantes Buch. Was kann man noch dazu sagen? Bei den Büchern ist es Geschmacksfrage. Mir gefällt hat es aber gefallen.
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5.0 von 5 Sternen Liebevolle und gut beobachtete Geschichte, 17. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schwüle Tage (Kindle Edition)
Eine richtig gute Geschichte von der Liebe. Geht langsam und mit Bedacht los und findet ein altmodisches und fuer die Zeit folgerichtiges Ende. Das Buch wuerde ich auch an meine beste Freundin verschenken.
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5.0 von 5 Sternen Download, 27. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schwüle Tage (Kindle Edition)
Über Amazon Kindle gekauft und läuft, was soll man da schon mehr sagen, immer diese Aufforderungen den Artikel zu bewerten :D
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5.0 von 5 Sternen schwüle Tage, 27. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schwüle Tage (Kindle Edition)
Sehr schöne Sprache, ruhige Erzählung, einfühlsame Schilderung pubertärer Gedankengänge, anschauliche Beschreibung der Gesellschaft, eine empfehlenswerte Novelle im Stile Fontanes, lesenswert!
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Schwüle Tage: Novelle
Schwüle Tage: Novelle von Eduard von Keyserling (Taschenbuch - 1. Mai 1998)
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