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10
4,2 von 5 Sternen
Und sagte kein einziges Wort: Roman
Format: TaschenbuchÄndern
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Februar 2001
Der Roman "Und sagte kein einziges Wort", mit dem Heinrich Böll erstmals seinen Ruhm begründete, ist zurecht ein herausragender Klassiker. Böll strukturiert das Leben zweier Ehepartner (Fred und Käte Bogner) in abwechselnder Sichtweise. Mal schildert Fred seine, dann wieder Käte ihre Erlebnisse und insbesondere Gefühle, ohne jedoch die Handlung aus den Augen zu verlieren. So eröffnet sich dem Leser, dass beide Partner nur allzu ähnlich empfinden, trotz der Verschiedenheiten, die sie im Leben austragen müssen: Käte zieht die gemeinsamen drei Kinder (seit zwei Monaten) allein auf und Fred schlägt sich, von Armut und Trostlosigkeit geplagt, durchs Leben. Einige Freunde helfen ihm aus, "denn er war im Krieg" und denen verzeiht man 'was, aber es geht ihm nicht ums Geld, es ginge ihm um eine Perspektive. Die gute fünfzehnjährige Ehe droht zu scheitern und weder Fred noch Käte wissen von sich aus einen Ausweg aus dieser Situation.
Die Krise besteht also nicht nur in der Ehe Fred Bogners, sondern vielmehr in seinem ganzen Dasein. Er "flüchtete" von zu Hause, weil ihn seine Kinder rasend machten und er sie schlug. Aus Liebe zu seinen Kindern und seiner Frau zog er aus, Liebe allein wird nicht reichen, um wieder zurückzufinden, trotzdem sich alle nach dem "Vater" sehnen. Auch der Krieg und der Umgang mit den Toten, ja sogar mit den langweiligen Lebenden, vor allem aber der Reichtum Anderer quält Fred von innen. Er kann nicht darüber sprechen. Noch nicht.
Ein Ende, das zwar überrascht, weil es in dieser Form nicht erwartet wurde, aber allzu bald doch vorauszusehen ist. Es erschließt sich erst nach einigem Nachsinnen.
Heinrich Böll beweist seine große Klasse, indem er religiöse und allgemeinwirtschaftliche Thesen sanft unter die eigentliche Thematik (der Hilflosigkeit der Nachkriegsarmut) mischt, ohne den Leser damit zu bedrängen, wohl aber ihn anzuregen: ja, zu "berühren".
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Februar 2008
Einer der früheren und wohl auch - zu Unrecht - weniger bekannten Romane Bölls.
Der Leser taucht ein in das erbärmliche Leben einer sozial benachteiligten Familie in einer deutschen Großstadt unmittelbar nach dem Krieg. Es gibt - außer in einer kleinen Kaffeebude - keine Wärme in dieser Welt und selbst die Hauptfiguren, die sich eigentlich lieben, werden durch die Tristesse ihres Daseins aufgefressen und schaffen es nicht, einander das zu geben, was der andere braucht.
Das Buch ist atmosphärisch sehr dicht und die melancholische Stimmung der Protagonisten spiegelt sich sehr gelungen im Sprachstil wider. Ein nicht ganz einfaches, aber sehr ansprechendes Buch!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Mit diesem Roman, der Fragmente aus "der engel schwieg" enthält übertraff sich Böll selbst. (meine meinung)
Die Story an sich ist sehr traurig, eben die deutsche Nachkriegslandschaft, aber es ist nicht der Inhalt der Geschichte der so unglaublich fesselt, sondern Bölls einzigartige Gabe zu be- und umschreiben. Man kann den Roman nicht mehr loslassen so bald man begonnen hat, wie meist bei Böll.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Februar 2003
"Und sagte kein einziges Wort" berichtet von etwas mehr als 24 Stunden aus dem Leben von Fred und Käte Bogner. Das Ehepaar hat bereits vor dem Krieg geheiratet, Kinder bekommen, ein schönes Leben geführt, eine schöne Wohnung besessen. Im Krieg ausgebombt, ist die (nunmehr) fünfköpfige Familie gezwungen, in eine dürftige, enge Notunterkunft zu ziehen: sie bewohnen ein winziges Zimmer als nur geduldete Untermieter bei dem heuchlerisch-katholischen Ehepaar Franke.
Fred erträgt die Enge und die Armut nicht lang, ist ständig gereizt und beginnt sogar, die Kinder zu schlagen. Da er diesen Zug an sich nicht ertragen kann und auch der Familie nicht zumuten will, verlässt er die Familie. Dies erfährt man in Erinnerungen, von denen Käte und Fred Bogner in dreizehn Kapiteln abwechselnd erzählen. Auch von ihren Sorgen, Ängsten, Frustrationen berichten sie, während sie sich auf eine gemeinsame Nacht "vorbereiten": Fred muß Geld für ein Hotel auftreiben, Käte die Kinder versorgen. Denn seit Fred ausgezogen ist, trifft das Ehepaar sich regelmäßig in Hotels.
Dieses Treffen, das im Mittelpunkt des Romans steht, wird zu einem Wendepunkt in der Geschichte des Ehepaares. Es kommt zu einer offenen Aussprache, wobei beide Partner sich ihren Frust von der Selle reden und erkennen, daß es so nicht mehr weitergehen kann.
Armut, Krieg und Hoffnungslosigkeit sind die zentralen Themen des Romans. Diese Hoffnungslosigkeit kommt - ähnlich wie schon bei Wolfgang Borchert - durch die nüchterne Sprache sehr gut zum Ausdruck. Auch die Beziehung der Protagonisten zur katholischen Kirche, der Glaube an sich, wird thematisiert. So finden sich in diesem Roman wohl all jene Themen, die Böll immer beschäftigt haben, die er immer wieder aufgegriffen hat.
Ein ergreifendes Buch, welches sehr gut die Nachkriegsatmosphäre beschreibt, die eben nicht nur Neubeginn und Wirtschaftswunder bedeutete, sondern auch von Hoffnungslosigkeit und zahlreichen "seelischen" Kriegsopfern geprägt ist.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Dezember 2013
Dieser Roman ist so einfühlsam und warmherzig geschrieben, dass es verwundert. Erst recht, weil Heinrich Böll der Verfasser ist. Vor drei Jahren hatte ich "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" gelesen und war überhaupt nicht begeistert, fand das Buch sehr altbacken, wenig ergreifend. Mit "Und sagte kein einziges Wort" ist Böll eine beachtliches Drama über eine Ehe im verarmten Nachkriegsdeutschland gelungen, der fürwahr aufhorchen lässt. Böll nimmt sich hier eines Themas an, das so komplex ist, dass die niedrige Seitenzahl verwundert. Nichtsdestotrotz gelingt es Böll, alles zu sagen, was zu sagen ist. Eine Frau, Kinder, ärmliche Verhältnisse, ein Mann, der auszieht, weil es nicht mehr ertragbar ist. Der trinkt. Und letztlich von einer mutigen, warmherzigen und entschlossenen Frau den endgültigen Laufpass erhält. Ein beachtenswerter, sehr lesenswerter Roman!
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In diesem Buch geht es um eine Ehebeziehung nach dem Krieg, wo Mangel und Untergangsstimmung herrscht. Die enstandene Zerstörung in der Stadt hat sich auch auf die Beziehung ausgewirkt. Das Paar mit seinen Kindern lebt in einer eingeengten Wohnung. Diesen Zustand kann der Mann nicht mehr ertragen, so dass er auszieht. Die Frau versucht aus diesem Strudel zu entrinnen indem sie am Ende die Beziehung beendet. Der Mann lässt sich noch tiefer fallen, er verfällt der Trink- und Spielsucht.

Das Buch zeigt dass nach dem Krieg nicht überall Aufbruchstimmung herrschte, sondern dass vielen die Lebenslust abhanden gekommen ist. Psychisch schwächere Menschen kommen in solchen Fällen dann schneller unter die Räder.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Mai 2002
Bölls "Und sagte kein einziges Wort" ist eine Nachkriegsgeschichte in Moll, stimmungsvoll und von atemberaubend klarer, schnörkelloser Sprache. Gibt es Hoffnung in einer zerstörten Welt, in der auch die Liebe verkümmert ist? Der kompakte Roman bietet - gottseidank - keine Antwort an.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Mai 2013
Absolut empfehlenswert! Tolles Buch, prompte Lieferung, alles zufriedenstellend! Habe zum ersten mal ein Werk dieses Autors gelesen, glaube ich werde Fan. Top!
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. August 2013
das Buch wurde für ein Referatsthema gekauft.
Ich denke der Inhalt hat genügent Stoff enthalten für ein gutes Refrat zu gestalten.
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0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Dezember 2012
Nachdem ich Böll's "Clown" gelesen hatte und mir seine Sprache recht gut gefiel (es passiert in seinen Büchern ja nicht viel Handlung, umso mehr gibt es meisterhaft geschriebene innere Dialoge), habe ich mir noch dieses Buch gekauft.
Enttäuschend war für mich die Ähnlichkeit seiner Protagonisten: allesamt Verlierer, die nicht fähig sind, sich aus dem selbst verursachten Schlamassel herauszuziehen. Hier also ein Ehepaar, das sich im Elend suhlt und keinerlei Anstalten macht, herauszukommen, es gibt wie im "Clown" Neid und Hass gegenüber Anderen, denen es besser geht, aber keine Initiativen zum eigenen Besseren. Das Thema Geld und Alkohol spielt eine große Rolle. Auch wenn man kein Geld hat, für Alkohol reicht es allemal. Auch für Taxis und Hotelzimmer. Wenn man kein Geld hat, sind die Geizigen schuld, die keins geben. Eine merkwürdige "Philosophie" - die Gesellschaft wird verantwortlich gemacht für sozial Schwache. (Wie heute!) Dabei ging es den Nachkriegsdeutschen in der BRD in dieser Zeit schon besser, es gab einen deutlichen Aufwärtstrend. Aber Böll lässt seine Helden Verlierer bleiben. Vielleicht war das nach dem Krieg, den Deutschland gewinnen wollte, auch angebracht. Heute kann ich mit dieser Aussage jedenfalls nichts mehr anfangen, Böll's "Helden" bringen wohl keinen Menschen wirklich weiter.
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