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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Große Literatur aus Russland
"Anna Karenina" ist einer der ganz großen Klassiker, die die russische Literatur hervorgebracht hat - und das zu Recht! Der Roman beginnt mit dem Satz "Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich". Dieser Satz scheint den Roman innerlich zusammenzuhalten, gibt es doch stets mehrere...
Am 14. Juli 2004 veröffentlicht

versus
5 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen zweischneidiges schwert
das buch fängt überraschend locker und leserlich an und entwickelt sich zusehens zu einer zähen, stückweise langweiligen abhandlung über die befindlichkeit der russichen landwirtschaft

nachdem ich über ...zig seiten den namen anna karenina nicht mehr gelesen habe und mich ausschließlich mit landwirtschaftlichen...
Veröffentlicht am 22. Februar 2009 von dieTinka


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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Große Literatur aus Russland, 14. Juli 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina: Roman (Taschenbuch)
"Anna Karenina" ist einer der ganz großen Klassiker, die die russische Literatur hervorgebracht hat - und das zu Recht! Der Roman beginnt mit dem Satz "Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich". Dieser Satz scheint den Roman innerlich zusammenzuhalten, gibt es doch stets mehrere Handlungsstränge nebeneinander und werden stets die Schicksale mehrerer Familien erzählt und miteinander verwoben.
Die titelgebende Hauptfigur, Anna Arkadjewna Karenina, stürzt sich nach langjähriger, unglücklicher Ehe mit einem hohen Beamten in eine tragische Liebesgeschichte. Sie verliebt sich in den jungen Offizier Graf Wronksij und setzt ihm zuliebe von nun an alles aufs Spiel, was ihr gut und heilig war - ihre Ehe, ihren Sohn, ihre gesellschaftliche Stellung. Für fast alle bisherigen Freunde ist sie nun eine "Gefallene", und Tolstoi schildert den Konflikt, den sie von nun an mit sich austragen muss, recht einfühlsam; ebenso die Gefühle, die Anna und Wronksij füreinander hegen und die sich zwischen tiefster Liebe und Hass und Rachsucht bewegen. Keiner der Charaktere ist perfekt, für keinen kann man nur Verständnis aufbringen - auch das spricht für die hohe Qualität dieses Werks.
Der Roman ist aber nicht einfach nur eine Schilderung dieser unglücklichen Affäre; eine weitere wichtige Figur ist Konstantin Lewin, ein Landwirt, der mit all dem herzlich wenig zu tun hat. Sein Lebensweg und seine Suche nach dem Glück rahmen die Handlung rund um Anna und Wronskij ein. Auch die Familie von Annas vergnügungssüchtigem Bruder Stiwa wird immer wieder ins Zentrum gerückt, und so entsteht ein Sittengemälde, welches die russische Gesellschaft mit all ihren Problemen, ihren Träumen und Widersprüchen darstellt.
Von der psychologischen Tiefe her hatte ich mir das Buch besser vorgestellt - aber das ist mein einziger Kritikpunkt. Die Geschichte mag ab und zu ein bisschen langatmig geschildert sein, alles in allem ist sie aber packend und berührend - wer die Literatur des 19. Jahrhunderts (egal aus welcher Ecke der Welt sie kommt) mit all ihrer Detailliebe mag und genießt, wird "Anna Karenina" lieben.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Beste, was Literatur zu bieten hat, 8. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina: Roman (Taschenbuch)
Ich bin ein großer Fan von Leo Tolstoi, denn ich habe nie etwas literarisch größeres und wertvolleres gelesen als "Anna Karenina".
Die hier zur erwerbende Ausgabe umfasst ca. 1000 Seiten, d.h. man darf sich ausgiebig mit Schreibeskunst von höchster Güte verwöhnen. Die Figur der "Anna Karenina" ist ja sozusagen Tolstoi`s zweites Ich (sofern man seine Biografie kennt, sieht man hier interessante Verknüpfungen) und spiegelt in ihrer tragischen Geschichte den eigentlichen Konflikt Tolstoi`s mit der damaligen Gesellschaft wider. Ein Stück Aufarbeitung, in das er sein ganzes Herzblut sowie seine gesamte gottgegebene Kunst hinein legte. Ich kann nur empfehlen, diesen Roman zu lesen um zu erkennen, wie sehr wir in der heutigen Zeit eine vergleichbare Schreibkunst vermissen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von der Schwierigkeit, richtig zu leben, 9. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina (Gebundene Ausgabe)
Der Titel dieses grossartigen Romans und die Bekanntheit des Namens Anna Karenina schlechthin mögen zu der Erwartung verleiten, es handle sich beim vorliegenden Buch um eine Liebesgeschichte. Doch ist der Erzählung der Beziehung zwischen Anna Karenina und Wronskij nur ein eher kleiner Teil des Romans gewidmet. Fast noch mehr Raum nimmt die Geschichte des Gutsbesitzers Lewin ein, den der Leser als einen Sinnsuchenden kennen lernt. Lewin bemüht sich, durch genaue Beobachtung seines Mitmenschen der Frage auf die Schliche zu kommen, wie man den recht leben soll. Wenn das Buch mit dem Satz '[der Sinn] liegt in dem Guten, das ich in jedem Augenblick meines Daseins hineinzulegen vermag' endet, dann ist Lewin die einzige Figur, die in ihrem Suchen nach dem guten Leben eine Antwort gefunden hat. Anna Karenina ist zu diesem Zeitpunkt bereits seit einigen Wochen tot: Ihre auf reiner Liebe aufgebaute Beziehung zu Wronskij war nicht stark genug, dem durch die Gesellschaft auf sie ausgeübten Druck standzuhalten. Abhängig von dem unsteten Gefühl des Geliebtwerdens statt der sicheren Bindnung durch eine Ehe, steigert sie sich Angstvorstellungen, die derart unerträglich werden, dass sie sich unter einen rollenden Zug stürzt. In diesem Drama ist der Mann Annas, Alexej Alexandrowitsch, Gegenspieler der Liebenden. Für sich genommen stellt er einen an beruflicher Laufbahn ausgerichteten und auf äusserliche Form bedachten, doch innerlich kühlen Lebensentwurf dar, der in dem Moment scheitert, als mit dem Verlust Annas seine gesellschaftliche Position ins Wanken gerät. Neben Lewin ist er der einzige, der schliesslich eine Antwort auf die Sinnfrage findet, doch diese führt ihn in die Arme eines Spiritisten. Alexej Alexandrowitsch wird damit die klägliche Figur eines Gescheiterten, der es versäumte, zu rechter Zeit das Gute, das ihm mit Anna und der Familie gegeben war, zu schätzen und zu pflegen. Als weitere wichtige Nebenfigur treten Stepan Arkadjewitsch und dessen Frau Dolly auf. Sie repräsentieren den in die Fänge der Ehe geratenen Lebemann und eine grundsolide, pragmatische und leidensfähige Frau. Unzählige weitere Figuren wären zu nennen, so z.B. ein Bruder Lewins als einen aus der Gesellschaft katapultieren, verschiedene Personen, in denen sich die wissenschaftlichen Debatten der Zeit bündeln, ausgewanderte Künstler, und viele weitere.

Tolstoi führt seine Figuren kunstvoll durch ihre Lebenskrisen und gesellschaftichen Verpflichtungen. Dicht und mit viel Einfühlungsvermögen begleitet er seine Figuren auf ihrem Weg. Und er lässt sie weite Wege gehen: Wer sich auf 'Anna Karenina' einlässt, wird auf zahlreichen Handlungssträngen durch viele gesellschaftliche und private Situationen geführt. Diese reichen vom tragischen, wie den Zwangsvorstellungen Annas und deren Folgen, bis zum komischen, wie der Adelsversammlung, deren Darstellung mehr an Bubenstreiche denn an würdevolle Politik denken lässt. Tolstoi führt den Leser weitschweifend durch die Gesellschaft, die Institutionen und die Debatten jener Zeit. Dem zu folgen verlangt nach Freude am Versinken in anderen Welten.

Die Figuren Lewin und seine Frau Kitty werden oft mit Tolstoi und dessen Frau Sofia gleichgesetzt. Aus ihren Tagebüchern weiss man, dass diese Gleichung von beiden auch so empfunden wurde. Später, als sich die Beziehung zwischen Tolstoi und seiner Frau zu verdunkeln begann, fürchtete Sofia, sie würde mehr und mehr zu einer Annna, als würde sie wie diese Richtung Selbstmord getrieben (sie unternahm mehrere Versuche). Tolstoi selbst sah in Wronskij immer auch ein Stück seines jüngeren Selbst, das er bemüht war, hinter sich zu lassen. Zum Ende seines Lebens muss auch er seine Frau immer mehr als Anna erfahren haben, da Sofia ihn wie Anna Wronskij mit ihrer Eifersucht verfolgte, und ihn damit schliesslich in die Flucht trieb. Tolstoi starb Wochen nach seiner Flucht von seinem eigenen Gut an einer Lungenentzündung.

'Anna Karenina' ist ein Roman der Sinnsuche. Dem Leser werden zahlreiche Lebensentwürfe oder, um es vorsichiger zu sagen, Lebensversuche vorgeführt, die mehr oder weniger gelingen. Auch dieser Roman bietet auf die Frage nach dem Sinn keine Antwort, auch wenn wenigstens Lewin diesen gefunden zu haben meint. Doch erlaubt er es, anderen bei ihrer Suche auf Tuchfühlung zu folgen. Das erzählerische Talent Tolstois führt die Figuren dicht an die Leser heran. Eine grossartige Lektüre für jeden, der es liebt, ein Stück Menschheit zu verstehen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Jahrtausendwerk, 20. Juli 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina (Gebundene Ausgabe)
Ein Roman, der 130 Jahre auf dem Buckel hat. Der in einer längst untergegangenen Gesellschaftsschicht spielt. Und der einem beim Lesen dennoch so aktuell vorkommt, als wäre er erst gestern geschrieben worden. Geht das ?

Es geht ! Denn Leo Tolstoi hat mit "Anna Karenina" ein zeitloses Werk geschaffen. Solange es Menschen gibt, werden sie von den tiefen Einsichten in die Psyche der Hauptpersonen fasziniert sein. Sie werden feststellen, dass Tolstoi zwar die russische Oberschicht des ausgehenden 19. Jahrhunderts beschrieben hat, dass sein analytischer Blick aber Zusammenhänge erfasst, die unabhängig von den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen das menschliche Zusammenleben ausmachen.

Wirklich unglaublich, aber ich fand die 975 Seiten kaum jemals langweilig oder anstrengend. Dafür fast immer fesselnd und faszinierend. Für mich eines der wichtigsten Bücher der Weltliteratur.

Zum Schluss noch ein kleiner Kritikpunkt: Humor wird man in diesem Buch nicht finden. Höchstens mal einen feinen satirischen Anklang, der sich dem heutigen Leser nicht ohne weiteres erschliesst. Das lässt sich allerdings verschmerzen, immerhin geht es hier um Leben und Tod :-)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend und ergreifend, 1. September 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina: Roman (Taschenbuch)
Ein toller Roman mit Tiefgang und liebevollen, einsichtigen Charakterbeschreibungen. Die Handlung ist rasch erzählt (reiche Ehefrau geht mit schickem Militär durch und daran zugrunde), das Fesselnde liegt in den Schilderungen von Milieu und Menschen. Es ist kein bedrückendes Buch, weil neben dem tragischen Liebespaar auch eines vorgeführt wird, das die Hürden der Paarwerdung meistert. Hätte mich kaputtlachen können über die Rezension, in der geklagt wird, das Buch hätte ebensogut "Levin bei der Heuernte" heißen können, denn das stimmt wirklich (Levin ist der Parallelheld). Aber wer sich mit diesen alten Russen überhaupt anfreunden kann, wird auch Levin ins Herz schließen. Dies Buch spielt in einer andern Liga als der übliche "historische Roman". Vielleicht keine "Einstiegsdroge". Aber ein Buch, das Frauen wie Männer ergreift (und das ist eine seltene Kunst), eine Insel in der Lesewüste.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk!, 25. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist ein Kunst- und Meisterwerk! Psychologisch derart klug geschrieben, dass ich seitenweise vollkommen hingerissen war. Dabei stand das Buch seit langer Zeit in meinem Regal und ich scheute mich immer wieder vor der Lektüre in der Annahme, dieser Klassiker sei sicher sehr anspruchsvoll geschrieben und außerdem ja nicht gerade ein schmales Bändchen. Doch diese Bedenken waren absolut unbegründet. Das Buch liest sich ganz wunderbar, nur einige Stellen, an denen es beispielsweise um Landwirtschaft oder Politik geht, lasen sich für mich etwas weniger flüssig. Das soll jedoch niemanden abschrecken! Ich liebe dieses Buch jedenfalls und für mich ist es der beste Roman der Welt - klingt vielleicht überzogen, doch so ist es für mich.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Übersetzung von Fred Ottow, 16. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina (Gebundene Ausgabe)
Das mit der Übersetzung möchte ich vorausschicken, denn ich habe mit einer Freundin, die die Übersetzung von Rosemarie Tietze besitzt, etliche Passagen verglichen. Für mich ist die Übersetzung von Fred Ottow genial. Dem Original, dem Lebensgefühl näher.

Mit diesem Roman habe ich eine vollkommen fremde Welt betreten. Rußland, russische Geschichte: bisher nicht mein Thema.

Man betritt auch nicht wirklich Rußland und russische Geschichte, sondern "nur" einen Ausschnitt der damaligen Gesellschaft, nämlich den der Wohlhabenden.

Da kann es einem aber auch schonmal ganz ordentlich um die Ohren schlackern, auf welch großem Fuß hier gelebt wird: Portier, Kammerherr, Zofe, Köchin, Mägde, Kutscher, Ammen, Nannys, Lehrer, Gärtner etc. pp. Immer wieder habe ich mich gefragt, wo haben die das Geld her ? Nun ja, vermutlich alles reiche Erben mit verpachtetem Landbesitz, jahrhundertelang das "Volk" ausgesaugt. Auch wird der "Brauch" geschildert, daß ein Wohlhabender überall, z.B. bei seinem Schneider, "anschreiben" läßt. Es sind also letzten Endes bekannte Strukturen, siehe unseren Bundespräsidenten.

Verblüffend ist auch das hohe Bildungsniveau. Die russische Oberschicht spricht französisch, fühlt und geriert sich auch ausschließlich europäisch, fährt nach Baden-Baden, stellt deutsche Verwalter und engliche Ingenieure ein.

Trotzdem handelt es sich um einen in sich abgeschlossenen Kokon dieses Miniversums, in dem man die Protagonisten wie Versuchstiere in Versuchsanordnungen hin und her wuseln sieht.

Die seziererische Kraft von Tolstoi hat etwas zutiefst Achtungsgebietendes und Abstoßendes zugleich.

Wie er seine Figuren psychologisch darstellt, ist meisterhaft. Es fängt an mit Stepan Oblonskij im ersten Kapitel. Das ist einfach witzig. Man könnte es eine Karikatur nennen. Leider erstarrt die Figur später.

Das ist mein Hauptkritikpunkt, weswegen nur 4 Sterne. Die Figuren werden lebendig erschaffen, dann läßt er sie langsam erstarren.

Vielleicht gehört das jedoch zum Konzept. In der Mitte des Buches wird eine Art Höhepunkt erreicht, Anna kriegt ihren Wronskij, Lewin seine Kitty. In der 2. Hälfte des Buches begleiten wir die Figuren in ihrem normalen Alltag. Da ist Tolstoi sehr realistisch. Wie sieht eine Beziehung nach der Eheschließung aus ? Wie sieht eine Beziehung, die "verboten" war/ist, im Alltag aus.

Meine Lieblingsfigur ist Lewin, über den ich sehr viel mehr erfahren habe als über alle anderen.

Er ist der Kontrapunkt zum städtischen Leben, zum gesellschaftlichen Auftritt und Umgang. Er ist der Katalysator, um die Verhältnisse auf dem Land darzustellen.

Insgesamt ein spannendes, lohnendes Buch.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk der Literatur - Unbedingt lesenswert, 20. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina (Gebundene Ausgabe)
Der Roman Anna Karenina ist auch in der heutigen Zeit noch absolut lesenswert, da Tolstoi es mit meisterhaftem Gespür versteht, psychologisch tiefgründige, einzigartige Charaktere zu zeichnen. Trotz des sehr großen Umfangs des Romans verliert man nie das Interesse am weiteren Schicksal der Figuren.

Die Hauptfigur Anna wird als ein sehr liebebedürftiger, aufrichtiger Mensch dargestellt, deren Leben mit ihrem gefühlskalten Mann immer unerträglicher wird, besonders dann, als sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben aus tiefstem Herzen verliebt und diese Liebe in gleicher Weise erwidert wird. Anna erträgt das heuchlerische Leben an der Seite ihres Mannes nicht länger, bricht aus ihrer Ehe aus und versucht ein Leben zusammen mit ihrem Geliebten Wronskij zu führen.

Es stellt sich jedoch sehr schnell heraus, dass dieses neue Leben nur vordergründig glücklich ist, da Anna als Ehebrecherin gesellschaftlich fallen gelassen und verurteilt wird. Sie verliert den Boden unter den Füßen, da selbst ehemals gute Bekannte den Umgang mit ihr meiden.
Das zweite Unglück, das Anna nach ihrer Trennung trifft, ist der Verlust ihres über alles geliebten Sohnes, der beim Vater bleiben und dort aufwachsen soll.

Annas Kummer über diese Trennung von ihrem Sohn ist unermesslich, selbst die Liebe zu Wronskij kann sie nicht immer darüber hinweg trösten.
Außerdem leidet sie ständig unter großer Eifersucht, sie kann nicht glauben, dass Wronskij ihr für immer treu ist. Im Laufe der Zeit vereinsamt Anna mehr und mehr, reibt sich durch ihre Eifersucht auf und wird schließlich so unglücklich, dass nur noch der Tod die einzige Möglichkeit ist, allen diesen seelischen Qualen zu entkommen.

Die psychologische Entwicklung Annas bis zu ihrem Freitod wird sehr gut beschrieben, ihre seelische Zerrissenheit wird glaubwürdig und sensibel dargestellt.

Neben diesem Haupterzählstrang werden auch die Lebenswege mehrerer Familienangehöriger sehr detailliert und tiefgründig beschrieben, Tolstoi wechselt während des Romans immer wieder zwischen den verschieden Hauptfiguren.

Alle Personen kommen dem Leser erzählerisch sehr nahe, da sie unglaublich lebendig und realistisch beschrieben werden.

Obwohl ich einige Wochen gebraucht habe diesen Roman zu lesen, bereue ich keine Minute, die ich für die Lektüre benötigt habe. Meiner Meinung nach läßt sich Tolstoi auch heute noch sehr gut lesen, der Roman überzeugt durch seine Tiefe und Substanz und wird daher für mich unvergesslich bleiben.

Ich kann dieses Meisterwerk nur empfehlen und ihm auch zukünftig noch viele Leser wünschen. Die Lektüre von Anna Karenina wird niemand bereuen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ungekürzte Ausgabe: Ein Klassiker, den es sich zu lesen lohnt..., 24. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina (Gebundene Ausgabe)
VORSICHT: Zunächst ein HINWEIS zur Originalgetreue:
(vor allem für Studenten und wissenschaftlich am Werk Interessierte)

Leider sind die meisten erhältlichen Fassungen gekürzt, auch wenn dies nicht explizit angegeben ist - dies liegt daran, dass die Kürzungen oft im Rahmen der Übersetzung vorgenommen werden. Hier liegt aber eine (meines Wissens) ungekürzte Übersetzung in einer zudem sehr schönen Ausgabe vor: übersetzt von Fred Ottow, wird hier die ürsprüngliche Winkler-Weltliteratur-Aussgabe von 1955 neu aufgelegt.

ZUM BUCH SELBST

“Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche Familie aber ist auf ihre eigene Art unglücklich.”

Der erste Satz dieses großartigen Ehebruchsromans wird schnell zu seinem Motto. Auf einzigartige Weise zeigt Tolstoi das Alltägliche, aber auch die Schwierigkeiten des Zusammenlebens, indem er vom Schicksal dreier Familien erzählt, die alle miteinander verwoben sind. Dabei werden auch verschiedene Lebensweisen einander gegenübergestellt und die Normen und Werte der Gesellschaft
kaum merklich hinterfragt. Obwohl Tolstois Roman im 19. Jahrhundert spielt, ist vieles davon noch heute aktuell – vor allem was Gefühle und soziales Miteinander angeht.

Ganz besonders gefallen aber hat mir Tolstois Schreibstil. Hier und da gibt es zwar etwas langwierige Passagen (nicht umsonst haben seine Werke den Ruf, “schwere Kost” zu sein), aber er schafft es auch gekonnt, Augenblicke einzufangen. Eine Person so zu beschreiben, dass man glaubt, sie wirklich vor sich zu sehen. Die Perspektive eines Charakters zu der des Lesers werden zu lassen. Wenn Wronskji seine Geliebte Anna zum ersten Mal sieht, dann sieht man sie durch seine Augen, unmittelbar.

Eines jener besonderen Bücher der Weltliteratur, die deshalb so bekannt sind, weil es sich auch dann lohnt, sie zu lesen, wenn man die Handlung bereits kennt.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine andere Facette des Ehebruchs!!, 5. Februar 2005
Von 
Michael Pietrucha (Forchheim Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina: Roman (Taschenbuch)
"...betrachtete Lewin das Porträt,das in der strahlenden Beleuchtung aus dem Rahmen zu treten schien;... .Sie lächelte ein nachdenkliches,halbes Lächeln und sah ihn mit einem sieghaft-zärtlichen Blick an,der ihn verwirrte.Nur weil sie schöner war,als eine Frau in Wirklichkeit sein kann,war sie nicht lebendig. ...und Lewin sah jetzt im Dämmerlicht des Arbeitszimmers dieselbe Frau,die auf dem Bilde dargestellt war... .Sie erschien zwar in Wirklichkeit nicht ganz so strahlend,aber dafür hatte sie im Leben noch etwas anderes,besonders Anziehendes,was im Porträt nicht zum Ausdruck gekommen war."(Tolstoi,dtv,S.830/31)
Mit solchen und ähnlichen Metaphern schmückt Tolstoi die Geschichte der "Anna Karenina", einer nach Leben und Liebe trachtenden Frau, aus, die, als sie das nicht mehr zu finden glaubt, Selbstmord begeht. Die Thematik, die Flaubert mit "Madame Bovary" 30 Jahre zuvor in die Welt gebracht hat, greift Tostoi auf und arbeitet sie künstlerisch weiter aus und die antretenden gesellschaftskritischen Züge beginnen in seiner Arbeit zu fruchten. Leider konnte der Meister den moralischen Zeigefinger auch hier nicht ruhen lassen und lässt seine zweite Hauptfigur, Lewin, eine Entwicklung zum besseren durchmachen. Aber weil die Emotionen der Hauptfiguren so stark in Vordergrund treten, ist dieses Werk ein Lesegenuss und jederzeit zu empfehlen!!!
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Anna Karenina: Roman
Anna Karenina: Roman von Leo N. Tolstoi (Taschenbuch - 1. Februar 1998)
Gebraucht & neu ab: EUR 3,13
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