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54 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Reisetagebuch als politische Kritik
Die Reise Seumes von Leipzig nach Syrakus und zurück ist eine Art früher Reisejournalismus. Während Goethe sich auf seiner Italienreise als Künstler wiederentdeckt, interessiert sich Seume für die politische Realität Italiens und die Lebensverhältnisse seiner Bewohner. Er will Italien zwar auch als einen der geographischen Orte...
Veröffentlicht am 30. April 2002 von rainer_schlott

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen für Freunde der alten Sprache
Inhaltlich ein gelungenes Werk, welches ungerechterweise nicht so populär ist wie Goethes Reiseerzählungen! Zum einen ein Stück Zeitgeschichte, durch die alte Stilsprache aber leider auch anstrengend zu lesen.
Vor 4 Monaten von Michael Zilz veröffentlicht


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54 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Reisetagebuch als politische Kritik, 30. April 2002
Rezension bezieht sich auf: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 (Taschenbuch)
Die Reise Seumes von Leipzig nach Syrakus und zurück ist eine Art früher Reisejournalismus. Während Goethe sich auf seiner Italienreise als Künstler wiederentdeckt, interessiert sich Seume für die politische Realität Italiens und die Lebensverhältnisse seiner Bewohner. Er will Italien zwar auch als einen der geographischen Orte klassischer Bildung aufsuchen, aber weder als Reiseführer noch als Bildungslektüre ist das Buch gedacht. Ihn interessieren militärische, ökonomische, landwirtschaftliche und politische Belange. Er sucht Gründe für die Rückständigkeit Italiens und kritisiert sie, was er mit den verwandten Verhältnissen in Deutschland nicht hätte tun dürfen - der damalige Leser wusste das natürlich.
Italien ist in der Zeit der napoleonischen Kriege noch mehr als sonst ein unruhiger Ort; einer der Seume viele interessante, aber auch bedrohliche Begegnungen ermöglicht: Er trifft sich mit vielen bedeutenden Geistern der Zeit, kommt mit Maultiertreibern, Lohndienern und Mitreisenden Kontakt und wird einmal - mit dem Messer an der Kehle - ausgeraubt.
Seume geht die 3000 km nach Syrakus - mit einem Schlenker über Paris - zu Fuß, um einen näheren Bezug zum Land aufzubauen. Interessant sind aber nicht nur seine Darstellungen, sondern auch die Technik des Reisens: Wieviel Gepäck kann man mitnehmen? Wie sorgt man dafür auf dem ganzen Weg Bekannte zu treffen? Was ist damals ein Reispass? Der heutige Reisende erkennt erstaunlich viele Parallelen, gewinnt aber auch ein Gefühl für den Wandel des Reisens in den letzten 200 Jahren.
Als politischer Schriftsteller ist Seume interessant und - zumal durch seine spannende Lebensgeschichte - sympathisch, seine maßvoll über das Buch verteilten Verse sind dagegen schauerlich.
Die zahllosen, dem modernen Leser kaum verständlichen Anspielungen Seumes auf politische, mythologische und künstlerische Dinge werden in einem reichhaltigen Anhang erläutert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Italien zu Fuß, 10. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 (Taschenbuch)
Lange Reisebeschreibungen aus dem 18. oder 19. Jahrzehnt zu lesen, ist sicher nicht jedermanns Sache, wenn man einmal von den institutionalisierten Lesezwängen an der Uni oder am Gymnasium absieht. Einen schnellen Gebrauchswert, etwa in Form von Tipps für eine anstehende konkrete Reise, kann man sich nämlich davon nicht erwarten. Sie sind zu veraltet, zu weitschweifig und auch zu schwierig zu lesen. Wenn man dazu noch bedenkt, dass Platzhirsch Goethe mit seiner Italienischen Reise so laut röhrt, dass andere, leisere Stimmen übertönt werden, wird der Fanclub Johann Gottfried Seumes endgültig klein, aber fein bleiben müssen. Vorbei sind die Zeiten, als der Spaziergang nach Syrakus eine der großen literarischen Renner des 19. Jahrhunderts war. Zumindest im Ausland ist der Autor, selbst in Fachkreisen, heute wenig bekannt und nur etwas für ein Häuflein Feinschmecker. Man verwechselt ihn dort sogar leicht mit dem mittelalterlichen Mystiker Heinrich Seuse! Das ist eigentlich schade, denn Seumes Spaziergang nach Syrakus ist ein wichtiger, groß angelegter Alternativbericht zu Goethe mit ganz anderen Schwerpunkten. Dem Weimarer Dichter widerfuhr in seiner Grand Tour von 1786 bis 1788, bequem in Kutschen und Nobelherbergen logierend, eine Wiedergeburt als klassischer Dichter. Zu diesem Zweck ratterte Goethe in Italien die üblichen Stereotypen und Klischees eines nordeuropäischen Reisenden herunter: die natürliche Sinnlichkeit und Faulheit der Italiener, mediterranes Klima, exotische Fauna und Flora (die heutigen Vorurteile von Sonne, Meer und Pizza auf hohem, bildungsbürgerlichem Niveau!) und vor allem natürlich die Wiederentdeckung der römisch-griechischen Antike mit ihren ewigen Werten und ihrer unverwüstlichen Schönheit. Italien war für Goethe weniger ein konkretes Land als eine abstrakte Idee, die er auch in der Wirklichkeit bestätigt sehen wollte. Die Italienische Reise Goethes hätte deshalb ohne weiteres auch eine Spanische, Türkische oder Griechische Reise sein können. Seume, der seine Reise von Grimma bei Leipzig bis Syrakus und zurück 1801 und 1802 selbst finanzierte, zu Fuß bestritt und seine Erfahrungen dann in einer seltsamen Mischung aus Erlebtem und Erfundenem nachträglich niederschrieb und 1805 veröffentlichte, ist ein ganz anderer Bildungsreisender als Goethe. Seume ist nicht interessiert an der Antike und an hehren Schönheitsidealen von anno dunnemal, er beschreibt (natürlich in einer damals üblichen Brieffiktion) ein Italien zu Beginn des 19. Jahrhunderts, das er als Fußgänger, persönlich und von unten, mit fünf Sinnen erwandert, wobei der Leser Seumes unverhohlene Vorliebe für die von Napoleon längst ausgehebelten Ideale der französischen Revolution spürt. Gar nicht witzig zu lesen ist seine idyllische Beschreibung des Gebiets im Norden von Neapel (terra dei fuochi=Feuerland), das heute eine traurige Berühmtheit als größte illegale Giftmülldeponie der Welt erlangt hat. Ansonsten kommen die Italiener wahrscheinlich sogar zu gut weg. Wörtlich: „denn ich halte die Neapolitaner für eine der bravsten und besten Nationen, so wie überhaupt die Italiener“. Seumes Reisebeschreibung ist nicht idealisierend, sondern objektiv und begründet eine Tradition des literarischen Journalismus, die dann Heinrich Heine und Ludwig Börne weiterführten und die bis zu Rolf Dieter Brinckmanns Rom Blicke reicht.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein abenteuerlicher Spaziergang, 15. Juli 2008
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Am 6. Dezember 1801 bricht Johann Gottfried Seume zu einem Spaziergang auf, der in die Literaturgeschichte eingehen wird. Viele glauben nicht, dass der nur 1,55 m große Mann lebendig zurückkehren wird. Schließlich führen die 6000 Kilometer, die er von Leipzig bis ins sizilianische Syrakus und zurück zu bewältigen hat, durch Gegenden, die von Straßenräubern unsicher gemacht werden ' und für die zählt ein Menschenleben wenig. Aber Seume ist nicht nur Gelehrter, sondern auch ein erfahrener Soldat, und lässt sich nicht abschrecken. Bis zur berühmt gewordenen Reise war sein Leben von unglücklichen Umständen geprägt; jetzt will er es noch einmal wissen. Nach eigenem Gutdünken besichtigt er Städte und Sehenswürdigkeiten und beweist dabei durchaus Mut zur Lücke. Meist zu Fuß unterwegs und in eher armseligen Wirtshäusern logierend, begegnet er Menschen, die die Kutschenfahrer seiner Zeit nie zu Gesicht bekommen. Was er sieht, analysiert er mit wachem, kritischem Verstand. Deshalb kann er am Ende seiner Reise einen Bericht aus ungewöhnlicher Perspektive abliefern, der nicht nur seine Zeitgenossen fasziniert, sondern auch heute noch Menschen dazu inspiriert, ihren Reisezielen mit offenen Augen und mit aufgeklärtem Verstand zu begegnen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Reisebeschreibung aus Sicht von 1802, 1. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch bietet eine objektive Sicht von Seume auf seine Erlebnisse während seiner Reise. Teilweise hat man das Gefühl selbst mit unterwegs gewesen zu sein ;-) und gewinnt so einen Einblick in die damalige Zeit. Seume ist bestrebt seine Eindrücke so zu beschreiben, wie er sie wahrgenommen hat - teilweise sogar mit Spitzen auf die damalige politische Situation. Mir gefällt das Buch sehr gut und ich kann es uneingeschränkt empfehlen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen .....ein klassiker, trotz postkutsche !, 28. Februar 2011
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 (Taschenbuch)
Der beste, intensivste Teil von Seumes Reisetagebuch ist die winterliche Strecke von Grimma über Prag, Wien, Laibach, Triest nach Venedig. Hier geht Seume auch wirklich zu Fuß und schildert seine Eindrücke anschaulich und packend. Später läßt das nach, vor allem auf der Rückreise über Paris, die zum größten Teil dann doch in der Postkutsche zurückgelegt wird. Fast vollständig fehlen hier intensive, persönliche Reiseeindrücke. Seume liebt es, zu monologisieren und zu politisieren, nicht mehr alles davon ist heute relevant und interessant.

Dass Seume die Leser ständig und überdeutlich duzt, hat eine eigene Note: "Du mußt wissen.............."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen für Freunde der alten Sprache, 9. Dezember 2014
Von 
Michael Zilz (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 (Taschenbuch)
Inhaltlich ein gelungenes Werk, welches ungerechterweise nicht so populär ist wie Goethes Reiseerzählungen! Zum einen ein Stück Zeitgeschichte, durch die alte Stilsprache aber leider auch anstrengend zu lesen.
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5.0 von 5 Sternen Zeitreise ins frühe 19. Jahrhundert, 20. August 2013
Nur wenige Jahre nach Johann Wolfgang Goethe begibt sich auch Johann Gottlieb Seume auf eine große Italienreise. Anders als der "Dichterfürst" fährt er aber nicht mit Postkutsche und Schiff, sondern erwandert sich das Land - von Leipzig den gesamten Stiefel nach Süden bis Syrakus. Wer so bodenständig reist, sieht mehr: Anders als Goethe, der vor allem seinem (idealisierten) Bild der Antike und des Südens nachreist, schreibt Seume vor allem über die einfachen Menschen: Reisende, Wirtsleute, Bauern, Handwerker und Soldaten. Sein Stil: witzig, unterhaltsam und oft sehr selbstironisch. Dass Seume mit seiner Reise auch ein interessantes Bild der kurzlebigen "Italienischen Republik" von Napoleons Gnaden zeichnet, macht diesen Reisebericht daneben besonders interessant.
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5.0 von 5 Sternen Unterhaltend und lehrreich, 14. August 2014
Von 
Ernst Schuberth (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 (Taschenbuch)
Seume ist Zeitgenosse von Goethe und Napoleon. Der Spaziergang nach Syrakus 1802 ist mehr als ein unterhaltendes Reisetagebuch. Mit einer unerwartet modernen freiheitlichen Auffassung der sozialen Verhältnisse und ihrer Ursachen könnte Seume ein Zeitgenosse sein. Obwohl er sich gegenüber der Kunst selbst als Laien kennzeichnet, ist sein Verständnis der klassischen und zeitgenössischen Kunst überzeugend. Sein Blick auf die politischen Verhältnisse in Frankreich können noch Manches für die Gegenwart lehren.
Das Buch ist für jeden empfehlenswert, der sich für Geschichte in zeitgenössischen Berichten interessiert. Insbesondere Geschichtslehrer können viel gewinnen.
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4.0 von 5 Sternen Wandern mit J. G. Seume, 2. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 (Taschenbuch)
Entgegen dem heutigen Massentourismus, bevorzuge ich das individuelle Reisen, so dass ich gerne mit dem Autor auf die Wanderschaft vor gut 200 Jahren gegangen bin. Land und Leute werden lebendig. Auch die politische und soziale Situation, sowie das Reisen unter so anderen Umständen wie heute, ist interessant.
Gerne hätte ich doch mehr über die Kunstschätze Italiens erfahren, aber das wurde mir zu oft mit der Bemerkung "das kennst du ja, da wurde schon so viel drüber geschrieben" abgetan und das fand ich schade., aber es war nicht das Anliegen des Autors.
Trotzdem war das Buch mir eine Bereicherung und ich empfehle es gerne.
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4.0 von 5 Sternen Sympathischer-lässiger Weltbürger und plastischer Schilderer, 14. September 2013
Von 
Axel Lehmann (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Seume verfügt über eine umfassende klassische Bildung, die ihn in Italien auf Schritt und Tritt begleitet. Für den halbgebildeten Leser ist deshalb (in der unkommentierten Ausgabe für 0 €) manches nicht unmittelbar verständlich. Andererseits führt die Wanderung unmittelbar hinein in die rauhe italienische Wirklichkeit um 1800. Hier zeigt sich, dass Seume ein Mann aus dem Volke ist, der schon sehr viel erlebt hat und sich vor fast nichts fürchtet. Er ist ein sympathischer-lässiger Weltbürger und plastischer Schilderer. Die politisch-religiösen Zustände beschreibt er gnadenlos aus einer aufklärerischen Perspektive.
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Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802
Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 von Johann Gottfried Seume (Taschenbuch - 1. Juni 1997)
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