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5.0 von 5 Sternen Die Ballade vom brennenden Dackel - vierzig Jahre später noch einmal gelesen
An seine erste Liebe, auch wenn sie längst vergangen ist, bewahrt man sich ja immer eine gewisse Anhänglichkeit. Mit den ersten Büchern ist es genauso. Das vorliegende Buch "Örtlich betäubt"von Günter Grass war der erste literarisch ernstzunehmende Lesestoff, den ich mir vor vierzig Jahren von meinem eigenen Taschengeld gekauft habe...
Veröffentlicht am 23. Oktober 2009 von euripides50

versus
10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Behäbige, realpolitische Farce
Berlin im Jahr 1967. Der Deutsch- und Geschichtslehrer Starusch leidet an Zahnschmerzen und philosophiert mit seinem Arzt über Seneca und die Anwendbarkeit stoischer Lehren. Sein Schüler Scherbaum, begabt und radikal, will auf dem Kurfürstendamm einen Dackel verbrennen, um auf die Napalm-Einsätze in Vietman aufmerksam zu machen. Staruschs Freundin...
Am 16. August 1999 veröffentlicht


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Ballade vom brennenden Dackel - vierzig Jahre später noch einmal gelesen, 23. Oktober 2009
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: örtlich betäubt: Roman (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
An seine erste Liebe, auch wenn sie längst vergangen ist, bewahrt man sich ja immer eine gewisse Anhänglichkeit. Mit den ersten Büchern ist es genauso. Das vorliegende Buch "Örtlich betäubt"von Günter Grass war der erste literarisch ernstzunehmende Lesestoff, den ich mir vor vierzig Jahren von meinem eigenen Taschengeld gekauft habe.
Gekauft habe ich mir das Buch damals, weil ich in den späten Sechzigern genauso alt war wie der Oberstufenschüler Philipp Scherbaum, die rebellische Hauptfigur von Örtlich betäubt", der seinen geliebten Dackel Max aus Protest gegen den Vietnamkrieg auf dem Kurfürstendamm verbrennen will. Heute bis ich genauso alt wie Scherbaums Lehrer, der Studienrat Eberhard Starusch, der seinen Schüler als lahmer Reformist am Ende von diesem Plan abbringt und ihn stattdessen dazu überredet, die Chefredaktion der Schülerzeitung zu übernehmen.
Aus Anlass dieser doppelten Übereinstimmung und des vierzigjährigen Jubiläums meines ersten selbstständigen Bucherwerbes habe ich das Werk noch einmal gelesen. Um es vorneweg zu sagen: Auch wenn ich längst kein Grass-Anhänger mehr bin, hat mich das Buch noch immer angesprochen, ich halte es sogar für eines der besten Grass-Werke nach der "Blechtrommel". Die Idee, das Leben des Studienrates Starusch im Zahnarztstuhl vor einem laufenden Monitor retrospektiv ablaufen lassen und ab und zu einem wenig Zahn(Erinnerungs)Schmerz hinzuzufügen, finde ich absolut gelungen. Die Schulszenen und die Auseinandersetzungen zwischen Lehrer und Lieblingsschüler sind zwar ein wenig antiquiert ( kein Schüler wird in unseren Pisa-Zeiten seinen Lehrer heute noch per Zuruf an die heilige Apollonia, die Schutzheilige der Zahnärzte erinnern, wenn dieser Lehrer zum Zahnarzt geht ), aber der Generationenkonflikt zwischen selbstbezüglicher Fernstenliebe (Schüler Scherbaum) und reformistischer Nahbekümmerung (Studientat Starusch) wird literarisch überzeugend vorgeführt.
Dass der Schüler Scherbaum seinem Dackel Max am Ende den Flammentod erspart, fand ich damals schon gut, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Das Motiv des brennenden Dackels finde ich sogar noch gelungener als früher, man denke nur an die Kaufhausbrandplänen der linksterroristischen Mörderbanden von Baader und Genossen. Den Studientat Starusch, eine linksdurchwirkte, halb entschlossene Greisennatur, konnte ich schon bei meiner Erstlektüre nicht leiden, und diese Abneigung hat sich bis heute eher noch verstärkt. Als literarische Zukunftsskizze entspricht der Studienrat Starusch allerdings genau jenem blutleeren Gutmenschentyp, aus dem sich heute - so paradox kann Geschichte verlaufen - im wesentlichen die politische Anhängerschaft von Günter Grass rekurriert. Wenn man will, könnte man sogar sagen, dass der Meister in dem vorliegenden Roman die Figuren, die ihm heute zujubeln, bereits vor vierzig Jahren konzipierte ( und zwar so, dass die heutigen Staruschs zu einem grossen Teil ehemalige Scherbaums sind). Alles in allem also ein wichtiges Buch, dass auch vierzig Jahre nach seinem Erscheinen mir jedenfalls noch etwas zu sagen hat.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Behäbige, realpolitische Farce, 16. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: örtlich betäubt: Roman (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
Berlin im Jahr 1967. Der Deutsch- und Geschichtslehrer Starusch leidet an Zahnschmerzen und philosophiert mit seinem Arzt über Seneca und die Anwendbarkeit stoischer Lehren. Sein Schüler Scherbaum, begabt und radikal, will auf dem Kurfürstendamm einen Dackel verbrennen, um auf die Napalm-Einsätze in Vietman aufmerksam zu machen. Staruschs Freundin hat eine BDM-Vergangenheit, Scherbaums Freundin Vero entwickelt sich zur Terroristin. Günter Grass, der, was man heute allzuleicht vergißt, einige Zeit als Skandalautor galt (und die Blechtrommel als pornographisch), der in durchaus nicht zimperlichen Reden Bundeskanzler Erhard einen Nazi genannt hatte, engagierte sich in den Sechzigern, unter dem Eindruck von Willy Brandt, für die SPD. Daß ein Kokettieren mit der Macht der Kunst niemals guttut, bewahrheitet sich auch an dem vorliegenden Buch. Allzu klischeehaft sind die Rollen verteilt: Der intelligente, aufrichtige Scherbaum, zu Recht empört über die Mißstände der Gesellschaft, lenkt am Ende realpolitisch ein. Die bornierte, starrsinnige Vero intrigiert und läßt nicht mit sich reden. Starusch sympathisiert mit Scherbaum, will aber von Revolution oder Rebellion nichts hören. Grass polemisierte damals gegen die radikale Linke: "Enzensberger hüpft fröhlich nach Kuba, während ich hier Schönwetter zu machen versuche für die Dynamisierung der Kriegsopferrente." - Von einem solchen Standpunkt aus mag man Politik machen können, Literatur niemals. Grass überzieht die Schilderung der gesellschaftlich brisanten Situation mit einem Schleim aus Reflektionen und Geschichtchen, der nichts durchläßt außer dem biedermeierlichen Seufzer: Ach ja, die Welt ist schon schlecht! Seine eingestreuten Erinnerungen an Danzig, in anderen Büchern prickelndes Anekdotengewimmel, sind hier angestaubte Nähkästchenkamellen. Wer sich nach dem Betrachten der Nachrichten gerne stundenlang in "ja aber auch, andererseits, man kann doch aber nicht"-Gedanken ergeht, wird an diesem Buch Gefallen finden. Allen anderen ist abzuraten. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nur eInen Stern - gerade weil's GG ist., 3. Juni 2008
Von 
Mechtgret Stratenkötter "fischherr" (Bratzenhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: örtlich betäubt: Roman (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
Und von ihm, den ich an und für sich so bezeichne, wie er seinerseits Oskar Matzerath den "Musikalclown Bebra" heißen läßt: "Der Meister", erwarte ich verdammt noch mal einfach mehr als dieses selbstverliebte, viel zu offenkundig um des seinerzeit scheinbar für sich neu entdeckten, vermeintlich künstlerischen Elements der Fragmentierung selbst Willen in der vorliegenden Form geschaffene Werk hergibt. Lassen wir mal die, mit einem mehr als gerüttelt Maß Ausdauer, ja: Leidensfähigkeit letztlich aufgenommene Geschichte, die natürlich und bekanntlich ein weiterer Stein in Grassens Danziger Mosaik ist, außen vor, so verbleibt ein Szeneriekonstrukt, daß nur für einen Zweck vorzüglich passend scheint: Als Bettlektüre. Nur wenige Bücher haben es nämlich bislang geschafft, mich selbst nach härtesten Tagen teilweise mit nur einer halben Seite direkt in den Tiefschlaf zu befördern.

Um auch - wie es sich heutzutage gehört - wenigstens etwas Positives zu erzählen: Aus dem vorgenannten Grund ist diese Lektüre geradezu ideal für sparsame Leute, die sich Bücher um der beruhigenden Wirkung vor dem Lichtausknipsen Willen kaufen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sucht in diesem Punkt seinesgleichen.

Ansonsten kann man sich das Buch aber, und sei die Gier nach mehr Werken des Meisters noch so unersättlich, schenken. Möge er, der Meister, mir diese Einschätzung nachsehen: Für mich ist es der Tiefpunkt seines Gesamtwerks, auch, wenn ich noch ein paar Titel auf der Liste abzuhaken habe.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gutes Auge für Zustände in der bimsabbaugeschändeten Pellenz, 7. Februar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: örtlich betäubt: Roman (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
Jenseits aller Gesellschaftskritik und politischer Häme zeigt Grass ein gutes Auge für die Zustände in der bimsabbaugeschändeten Pellenz in der Zeit zwischen Wirtschaftswunder und grosser Koalition. Goldgräberstimmung, Landschaftsverwüstung und Alkoholismus. Ein muss für jeden Pellenz-Fan.
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1 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Örtlich Flower Power, 21. November 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: örtlich betäubt: Roman (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
Günter Grass hat mit seinem 1969 erschienen Roman ÖRTLICH BETÄUBT kein schriftstellerisches Glanzstück vorgelegt. Grass entwirft mit diesem Werk eine Utopie. Frei nach dem Motto: Man stelle sich vor:
Ein Zahnarzt und ein Studienrat regieren die Welt und hören in ihrer freien Zeit die alten Beatles-Songs PENNY LANE, ALL YOU NEED IS LOVE oder Yesterday...
Wer wissen will, was zur Zeit der legendären 68er Generation nicht nur auf dem Schulhof und den Straßen los war, sollte zu diesem literarischen Rückblick greifen...
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örtlich betäubt: Roman (Fiction, Poetry & Drama)
örtlich betäubt: Roman (Fiction, Poetry & Drama) von Günter Grass (Taschenbuch - 1. Oktober 1995)
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