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40 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue Denkrichtungen für ein wichtiges Thema
"Wer mitfühlen will, braucht Deutungen des Geschehens" (S. 128). Ruth Klüger liefert eine solche Deutung anhand ihrer eigenen Biographie und zwar immer in dem Bewußtsein, daß es nur eine von vielen Deutungen ist, ihre ganz persönliche. Erst spät im Leben hat sie ihre Erlebnisse aufgezeichnet und vielleicht ist es ihr deshalb...
Am 1. Dezember 1998 veröffentlicht

versus
7 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Interessante Autobiografie, doch wo bleiben die Gefühle?
Wir haben erst vor kurzem "Weiter Leben" als Schullektüre zu lesen bekommen und ich muss sagen, dass es sehr interessant zu lesen war.

Vom Anfang bis kurz nach Mitte des Buches wurden allerdings keine richtigen Sätze gebildet. Erinnerungsfetzen unterbrechen die laufende Handlung ständig und machen es somit schwierig, das Geschehen zu verstehen...
Veröffentlicht am 22. Mai 2007 von Kathi


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40 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue Denkrichtungen für ein wichtiges Thema, 1. Dezember 1998
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: weiter leben: Eine Jugend (Taschenbuch)
"Wer mitfühlen will, braucht Deutungen des Geschehens" (S. 128). Ruth Klüger liefert eine solche Deutung anhand ihrer eigenen Biographie und zwar immer in dem Bewußtsein, daß es nur eine von vielen Deutungen ist, ihre ganz persönliche. Erst spät im Leben hat sie ihre Erlebnisse aufgezeichnet und vielleicht ist es ihr deshalb gelungen, ein außergewöhnliches Buch zu schreiben. Sie stellt konkrete Erinnerungen reflektierenden Betrachtungen gegenüber und auf beiden Ebenen überzeugt sie durch Ehrlichkeit und Nachdenklichkeit.
Gerade in den persönlichen Begebenheiten wird ihr Leben als Jüdin - und damit aus spezifisch weiblicher Perspektive - in einer immer feindlicher werdenden Umwelt in häufig überraschenden Facetten erzählt. Sie verändert im Kopf des Lesers die festgefahrenen Deutungen von Theresienstadt, Auschwitz und Exil, indem sie es als ihre persönliche Geschichte mit den ganz individuellen Gefühlen beschreibt. Damit gelingt es eindrucksvoll, die bekannten Bilder zum Leben zu erwecken und vielleicht ein Stück besser zu verstehen, wie es dort war, an diesen Orten.
Und es ist sicherlich gut, daß sie sich dafür so lange Zeit ließ. Ihre späteren Reflexionen über das Erlebte, die andere Ebene des Buches, sind genauso überzeugend, da die Autorin auch hier wieder die heutige Sicht einiger Dinge in Frage stellt - kontrovers, kritisch und zum Nachdenken anregend. Ob KZ-Gedenkstätten oder das Reden über Auschwitz, sie hat ihre eigenen Meinungen und vertritt diese offensiv. Die zum Teil leisen Erinnerungen und die kontroversen Betrachtungen ergeben zusammen ein beeindruckendes Buch, das genauso historisch wie aktuell, genauso überlegt wie persönlich ist und aufgrund seiner Ehrlichkeit dem Leser nahegeht und ihn zu einer neuen Deutung des Geschehenen veranlaßt.
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht rührselig, aber berührend, 10. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: weiter leben: Eine Jugend (Taschenbuch)
Fast schon spröde und manchmal auch vor den Kopf stoßend kommt der Text "weiter leben" der Germanistin Ruth Klüger daher, in dem sie ihre Kindheit in Nazi-Österreich schildert. Ihre Erzählweise hebt sich dabei wohltuend von manchem allzu vor Betroffenheit triefenden Werk ab, ohne die Ereignisse dadurch auch nur im Geringsten zu verharmlosen. Klüger läßt sich nicht als Opfer darstellen und verzichtet auch auf Mitleid. Aus weiblicher Sicht und mit intellektueller und feministischer Deutung durchbricht sie ihre Geschichte selber durch Einschübe, die Erfahrungen der Gegenwart, Gespräche mit Studenten und Freunden beinhalten, und auch das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter nicht aussparen. Sie nimmt sich das Recht, auch von privaten Problemen zu erzählen, die in Texten über die Shoah oft ausgespart werden, weil es diesbezüglich - wohl im Hinblick auf den Kontext - eine Art von "Tabu" zu geben scheint. Einen weiteren Bezug zur Gegenwart wird dadurch hergestellt, daß sie immer wieder Gespräche mit ihrem Freund "Christoph" wiedergibt, einem "deutschen Intellektuellen", der "wie alle Intellektuellen in Deutschland das Seinige zu Auschwitz gesagt hat" ohne sie vorher nach ihren eigenen Erfahrungen zu Auschwitz zu befragen. Dabei soll es sich, wie in einigen Besprechungen vermutet wurde, um Martin Walser handeln. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sollte man lesen, 25. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weiter leben (Gebundene Ausgabe)
Ruth Klüger schreibt hier, 50 Jahre nach den Geschehnissen (das Buch ist von 1992) über ihre Erfahrungen als jüdisches Mädchen im Wien der 30er Jahre, ihre Verschleppung in die Konzentrationslager, ihre Auswanderung nach New York und ihre Wiederannäherung an Deutschland.
Ereignisse und Details über den Holocaust, die uns inzwischen hinlänglich aus anderen Quellen bekannt und genau dokumentiert sind, erspart sie uns. Statt dessen blickt sie hinter die Dinge, offenbart Meinungen und Ansichten, die denen, die man heutzutage über den Holocaust zu haben hat, entweder entgegen laufen oder sie erweitern und differenzieren. Aufgeteilt ist das Buch in Orte: Wien, die Lager Theresienstadt, Auschwitz, Christianstadt, Flucht nach Bayern, Ausreise nach New York, später 2-jähriger Aufenthalt in Göttingen als Studienleiterin.
Ruth Klüger erspart sich, und uns, nichts. Da ist das prekäre Verhältnis zu ihrer Mutter. Einer Frau, die in einigen lebenspraktischen Fragen durchaus Kompetenz besitzt und deren Entscheidung beide, Mutter und Tochter, die Rettung aus Auschwitz eine Woche vor dem Vergasen zu verdanken haben. Eine Frau, die den Neuanfang wagt, und die nach dem Krieg sehr flexibel in ganz unterschiedlichen Berufen ihre Frau steht. Eine Frau aber auch, die das Verhältnis zu ihrer Tochter manipulativ, konkurrierend und herabsetzend gestaltet hat und somit beide in eine unlösbare Mutter-Tochter-Verstrickung geleitet hat.
Ruth Klüger scheut sich nicht vor Vergleichen. So wirkt der Besuch eines Psychoanalytikers einige Zeit nach ihrer Ankunft in New York beinahe grausamer als ihr Aufenthalt in den Konzentrationslagern. Denn dieser Psychoanalytiker bringt ihr noch einmal in konzentrierter Form entgegen, was die Essenz ihrer Erfahrung in den Lagern war: Er läßt sie als Mensch, als Person, als 'Ich' nicht gelten. Statt eine tragfähige therapeutische Beziehung aufzubauen, würdigt er sie herab, kritisiert sie, beleidigt sie, macht ihr Vorschriften, erniedrigt und demütigt sie, will sie anders als sie ist. Sein Verhalten wirkt grausamer als würde er körperliche Gewalt anwenden. Und seine Menschenverachtung ist in ihrer subtilen Form empörender als die des Nazis in Christianstadt, der die 13-jährige Ruth unvermittelt, aus reiner Lust an der Gewalt, ohrfeigt.
Ruth Klüger ist schonungslos ehrlich mit sich selbst. Die Gespräche, die sie mit Freunden führt, könnten auch in ihrem eigenen Kopf stattfinden. Ein Kopf, der das eigene Denken ständig hinterfragt, analysiert, verwirft und neu zusammen stellt. Ist sie vielleicht zu unversöhnlich, zu wenig bereit zu verzeihen, zu verkrallt in das Geschehene, fragt dieser Kopf?
Sie ist vor allen Dingen eins: ehrlich, offen, klar, intelligent, und sehr persönlich.
Dieses Buch verdanken wir einem Fahrradsturz. Ruth Klüger fiel auf den Kopf und heraus purzelten diese Sätze.
Ruth Klüger hat dieses Buch auf deutsch geschrieben, für Deutsche.
In einer wunderschönen Sprache, in klaren, teils knappen Sätzen läßt uns Ruth Klüger an ihren Gedanken teilhaben.
Ich würde sieben Sterne vergeben, wenn das ginge.
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34 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Streitbare Erfahrungen zur eigenen jüdischen KZ-Erfahrung!, 25. Juli 2003
Von 
Shaun - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: weiter leben: Eine Jugend (Taschenbuch)
Mit 60 Jahren schrieb die deutschsprachige Literatur in Kalifornien lehrende Ruth Klüger ihre Erinnerungen nieder unter dem schlichten Titel „weiter leben - Eine Jugend". In bildhafter Sprache geschrieben, erfahren wir sehr viel aus dem äußeren wie inneren Lebensgang.
Das Außen: 1931 in Wien als Kind jüdischer Eltern geboren, Verschleppung in verschiedene KZ's mit ihrer Mutter, während Vater und Bruder von den Nazis wahrscheinlich ermordert werden, 9/42 bis 5/44 Theresienstadt, bis Ende Juni Auschwitz-Birkenau, wo sie es als knapp 13-Jährige schafft, einem Arbeitslager zugeordnet zu werden, dann Christianstadt und Flucht mit der Mutter bei einem evakuierenden Marsch vor der anrückenden russischen Armee im Februar 45. Ein deutscher Pfarrer verhilft mit gefälschten Papieren („Mutter und Tochter Kalisch") zu sicherer Identität und Aufenthalt in Bayern in Straubing und Regensburg mit Privatunterricht und „Notabitur" als 15-Jährige. Dann Beginn eines Studiums an der philos.-theol. Hochschule Regensburg 1947. Ausreise nach New York auf einem ausgedienten Kriegsschiff. In Amerika mühsame Fortsetzung der Ausbildung an Colleges, Gelegenheitsjobs, Kennenlernen ihrer 3 Freundinnen Anneliese, Marge und Simone am College in Vermont. Anläßlich eines geplanten Hilfeprojekts in Mexico, das sie wegen unvollständiger Pässe nicht mitmachen kann, entflieht sie der bis dahin klammernden Mutterbeziehung und baut sich eine eigene Existenz in Kalifornien auf, heiratet, wird Mutter und Literaturdozentin. 1988 kommt si für 2 Jahre nach Göttingen als Leiterin des dortigen kalifornischen Studienzentrums, wovon der Epilog handelt.
Das Innen: Jede Lebensstation wird gefüllt aus der Reflexion der durchgemachten Erlebnisse und Beziehungen, ganz besonders betrifft dies natürlich die je herrschenden Einstellungen zur NS-Zeit und ihre enge, ambivalente Beziehung zur Mutter, mit der sie Lagerleben, Flucht und Neubeginn gemeinsam durchlebte.
Ruth Klüger ist manchmal sehr penibel, legt die Worte - so scheint es - auf die Goldwaage. Aber sie spürt den Bedeutungen und seelischen Beweggründen als treibenden Motiven im Handeln - auch der Feinde! - nach, das macht die Lektüre zu einer wirklich bereichernden. Ein wichtiges und sehr empfehlenswertes Buch zur (jüdischen) Erfahrung der NS-Zeit und des Lagerlebens, wie auch des Aufwachsens mit diesen Erlebnissen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit dem Überleben leben lernen, 12. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: weiter leben: Eine Jugend (Taschenbuch)
Über Konzentrationslager und den Holocaust, Krieg und Widerstand sind schon viele Bücher geschrieben worden. Und jedes von ihnen bewegt den mitfühlenden Leser aufs Neue bis in die Grundfesten. Auf "weiter leben: Eine Jugend", die Erinnerungen der in Österreich geborenen Jüdin Ruth Klüger, bin ich im Rahmen der Wiener Gratis-Buch-Aktion "Eine STADT. Ein BUCH" gestoßen. Das Buch ist allerdings bereits im Jahr 1992 erstmals erschienen.

Erst ein Unfall mit beinahe tödlichem Ausgang sorgt dafür, dass sich Klüger den Gespenstern der Vergangenheit stellt. Dass sie ihre Geschichte aufschreibt, sie mitsamt ihren im Laufe der Jahre gesammelten Erfahrungen und Lebensweisheiten würzt. "weiter leben" ist nicht die Anklage einer frisch aus dem KZ befreiten Jugendlichen. Hier spricht die Überlebende, die mit dem Überleben leben lernen musste, die sich ihre tätowierte Lagernummer nicht entfernen lässt, geschweige denn versteckt und damit aneckt. Die sich mit dem Selbstmitleid der gebrandmarkten Deutschen auseinandersetzen muss und mit Sätzen wie "Theresienstadt war doch gar kein richtiges KZ. So schlimm kann es gar nicht gewesen sein."

Eine starke, selbstbewusste Frau lernt der Leser kennen, die gemeinsam mit ihrer Mutter Ende der 40er Jahre nach New York auswandert und allen Widrigkeiten zum Trotz Germanistik studiert, die Sprache derer, die sie quälten. Sie bringt es bis zur Professorin. Dabei war ihr kein allzu guter Start ins Leben vergönnt. 1931 geboren, erlebte Klüger früh, was es heißt, mit dem Judenstern gekennzeichnet zu sein. 1942 werden sie und ihre Mutter nach Theresienstadt verschleppt, später kommen sie nach Auschwitz-Birkenau, schließlich nach Christianstadt, wo ihnen die Flucht gelingt. In Bayern legt Klüger nach dem Krieg ein Not-Abitur ab, beginnt in Regensburg zu studieren, bevor sie und ihre Mutter im Jahr 1947 in die USA ausreisen.

Trotz dieser Erfahrungen gelingt es Klüger, ihre Erlebnisse mit einem Schuss Ironie und Selbstkritik zu unterlegen - selbst die jüdische Religion gerät ob einiger frauenfeindlichen Rituale unter Beschuss der bekennenden Feministin. Zudem ist Klügers Schreibstil, obwohl zuerst gewöhnungsbedürftig, im Verlaufe des Buches äußerst fesselnd. Der Text ist nicht rein chronologisch aufgebaut, sondern wird von kritischen Beobachtungen und zeitlichen Sprüngen immer wieder durchbrochen. Darüber hinaus verdeutlichen ihre Gedichte, die sie in den historischen Kontext stellt, deutet und erklärt, dem Leser die persönliche Bindung Klügers zum Geschehen und ihre Art, dieses Geschehen zu deuten.

Was passiert mit einem Menschen, der die Hölle durchlebt hat, nach der Befreiung aus dieser Situation? Auch, weil Ruth Klüger in "weiter leben" die Antwort auf diese Fragen gibt, nicht bei der gelungenen Flucht aus dem KZ aufhört zu schreiben, ist dieses Buch unbedingt zu empfehlen. Der sehr persönliche Rückblick einer Überlebenden ruft dem Leser das Grauen ins Gedächtnis und sorgt so für eine - aufgrund der vergangenen Zeitspanne - besonders reflektierte Mahnung gegen das Vergessen. Vor allem aber schafft es die Autorin durch ihre spröden Schilderungen des Lebens als Jüdin in Wien sowie des Überlebens im Lager, außerordentlich eindrücklich und ohne oberflächliche Betroffenheit zu erzeugen, dem Leser die Schrecken eines solchen Schicksals zu vermitteln.

Diese und weitere Rezensionen sich unter: [...]
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Empfehlenswert anders, 26. Juli 2002
Rezension bezieht sich auf: weiter leben: Eine Jugend (Taschenbuch)
Keine reine Wiedergabe von Erinnerungen sondern auch deren -eigene- kritische Bewertung. Gefühle und Gedanken von der Autorin in wunderbar ausgefeilter Sprache, die zum Nachdenken anregen. Besonders interessant: Die Schilderung des Überlebens in der Nachkriegszeit und der Umgang der Deutschen mit ihrer eigenen Geschichte direkt danach.
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eigene Gedanken statt Floskeln, 7. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: weiter leben: Eine Jugend (Taschenbuch)
Die Erinnerung an den Holocaust muß wach bleiben, gerade heute in unserem bedrohlichen Land. Die jüdische Katastrophe wurde für mich am ehesten faßbar in den Gedichten von Nelly Sachs und Hilde Domin, in den Dokumentarfilmen von Karl Fruchtmann und in dem Erinnerungsbuch "weiter leben" von Ruth Klüger.
Ich habe Ruth Klüger 1993 während einer Lesung erlebt, wie sie, durch eine behutsame Textauswahl, mit viel Wärme und Humor, den Zuhörerinnen den Zugang zu ihren Kindheitserlebnissen in deutschen Konzentrationslagern möglich machte. Es war ein wenig wie wenn bei einer Trauerfeier die Hauptleidtragende den hilflosen, in Konvention erstarrten Trauergästen taktvoll, ja liebevoll beisteht, lebendige Gedanken und eigene Worte zu finden statt Floskeln. Genau so wirkt auch die Lektüre ihres Buches.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DasRecht zu leben, 14. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: weiter leben: Eine Jugend (Taschenbuch)
Die Entschägigung der Zwangarbeiter ließ die Wellen um den Holocaust in diesem Jahr wieder hochschlagen. Und zum Glück für die Deutschen ist es jetzt wieder vom Tisch - oder vielleicht doch nicht? Solange es solche Bücher wie Ruth Klügers „weiter leben" gibt, bestimmt nicht. Hier wird nicht nur eine fiktive Story erzählt, die, um Leser zu gewinnen, psychologisch und medienwirksam aufbereitet wurde, hier erzählt Ruth Klüger ihre Geschichte. Die Geschichte eines Kindes, das erst elfjährig, dem KZ entging, weil sie einer wildfremden Frau Vertrauen schenkte. Sie ist eine Überlebende. Sie stellt sich immer wieder die Frage, warum kam gerade ich frei? „Die Schuldgefühle der Überlebenden sind ja nicht so, daß wir uns einbilden, wir hätten kein Recht auf Leben", schreibt sie und versucht, weiter zu leben. Dieses Buch ist geschrieben, um veröffentlicht zu werden. Dennoch ist es eine ehrliche und zugleich grausame Biographie ohne jeglichen Schnörkel. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstklassiges Buch, 11. Oktober 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: weiter leben: Eine Jugend (Taschenbuch)
Wer sich mit Literatur zu diesem Thema schon öfter auseinandergesetzt hat, wird über diese Art des Erinnerns voller Bewunderung und sehr erstaunt sein. Da klingt trotz aller Dramatik zart der sprichwörtliche jüdische Humor mit - obwohl man ja meinen müßte, das wäre eigentlich unmöglich. Bemerkenswerter Scharfsinn und gnadenlose Ehrlichkeit bestimmen den gesamten Rückblick. Wunderbare Erzählerin.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Eindruck nach dem Lesen, 26. August 2010
Rezension bezieht sich auf: weiter leben: Eine Jugend (Taschenbuch)
Wow. Was für ein Buch.
Ruth Klüger macht nicht viele Worte. Sie erzählt so voller Sprachgewalt, Scharfsinn, Ehrlichkeit und Klugheit, dass ich selten so gut gelesen habe.
Einer der besten Texte unserer Zeit.
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weiter leben: Eine Jugend
weiter leben: Eine Jugend von Ruth Klüger (Taschenbuch - 1. November 1994)
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