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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schönes Stück Nachkriegsliteratur
Zu unserem letzten deutschen Nobelpreisträger hatte ich bisher nur einmal Zugang gefunden, und zwar über "Die Blechtrommel". Weder "Die Rättin" noch "Der Butt" konnten mich in ihren Bann ziehen. Und nun braucht es eine bereits 1961 entstandene Novelle, die mich wieder davon überzeugt, daß Günter Grass doch eindeutig zu den Großen der...
Veröffentlicht am 30. Juni 2004 von Th. Leibfried

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Realistisch und grotesk
1) Inhalt

Im Deutschland der Kriegszeit fällt Joachim Mahlke, durch seine ungewöhnliche Größe der Große Mahlke" genannt, vor allem durch seinen großen Adamsapfel auf, der ihn auf seine Art zum Außenseiter macht. Tatsächlich trägt die Novelle den Namen Katz und Maus", weil Mahlkes Freunde dem pubertierenden Jungen...
Veröffentlicht am 5. November 2011 von Majandra


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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schönes Stück Nachkriegsliteratur, 30. Juni 2004
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Zu unserem letzten deutschen Nobelpreisträger hatte ich bisher nur einmal Zugang gefunden, und zwar über "Die Blechtrommel". Weder "Die Rättin" noch "Der Butt" konnten mich in ihren Bann ziehen. Und nun braucht es eine bereits 1961 entstandene Novelle, die mich wieder davon überzeugt, daß Günter Grass doch eindeutig zu den Großen der deutschen Nachkriegsliteratur zu zählen ist.

Grass gelingt es, die Zeit der Kriegsjahre greifbar und nachvollziehbar in Worte zu fassen. Seine Schreibweise aus der Sicht von Jugendlichen, selbstverständlich mit den eigenen Erlebnissen angereichert, versetzt einem beim Lesen 60 Jahre zurück. Ohne seine eigene politische Perspektive zu leugnen, bleibt er doch erstaunlich neutral. Die kleinen Querverweise zur "Blechtrommel" sind amüsant, wenn die Protagonisten aus "Katz und Maus" beispielsweise dem kleinen Oskar begegnen. Ein sehr schön zu lesendes Stück deutscher Literaturgeschichte. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Über Grass an sich kann man streiten, über "Katz und Maus" schwerlich.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literarisches Meisterwerk, 21. Oktober 2001
Rezension bezieht sich auf: Katz und Maus: Eine Novelle (Taschenbuch)
Dieses Buch wurde nach dem Erscheinen von einigen Kritikern übelst als Pornographie beschimpft, deren Meinung man sich jedoch nicht anschließen sollte, da diese Stellen nicht den Schwerpunkt des Buches betreffen. Das Buch ist in einer interessanten Schreibweise verfasst. Es handelt von Erlebnissen zweier Jungen, welche sich hauptsächlich auf einem versunkenem Minensuchboot abspielen. Wie Günter Grass auf den Titel des Buches kam, wird einem schon am Anfang klar. Die Novelle verliert auch im Laufe der Erzählung nicht seine Spannung. Fazit: Das Buch ist sowie für Erwachsene wie auch für Jugendliche, jedoch nicht für Kinder, da sie vieles nicht verstehen werden.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen äußerst geistreich, 4. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Katz und Maus: Eine Novelle (Taschenbuch)
Katz und Maus ist das zweite Werk, das ich von Günter Grass gelesen habe. Wie schon zuvor hat mich sein sehr eigener und fast unverwechselbar Stil mitgerissen. Kein anderer Autor schafft es Vergleiche zweier scheinbar völlig fremder Begriffe so zu formulieren, dass man sich fragt, weshalb man selbst nicht schon vor langem darauf kam. Die besondere Art von Witz, Ironie und etwas Zynismus macht den historisch doch brisanten Stoff leicht zugänglich und unvergesslich.
Da Katz und Maus kaum über 100 Seiten hat ist es auch gut geeignet für alle, die mal was von Grass lesen wollen ohne zu viel Zeit zu investieren.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach fabelhaft, 13. August 2002
Von 
Stefan Locher (Stuttgart, Baden-Württemberg Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Katz und Maus: Eine Novelle (Taschenbuch)
Ich bin der Ansicht, dass dieser Roman in der Schule auch weiterhin gelesen werden sollte, weil es nicht allzu schwer zu verstehen ist und Interpretationsansätze schnell gefunden werden können. Grass schreibt mit Katz und Maus die beste und ehrlichste Jugendgeschichte, weil gerade die Leichtigkeit der Dialoge perfekt dargestellt wird, aber auch die Schwierigkeit des Erzählers, sich zu erinnern, sich ein reines Gewissen zu schaffen, sich "frei zu schreiben", wird beinahe erdrückend beschrieben.
Grass hat mit diesem Buch nicht die Absicht, die Menschheit mit einem gewöhnlichen Jugendroman zu unterhalten, er möchte die Menschen zum Denken anregen.
"Katz und Maus'" ist in jedem Fall eines der wichtigsten deutschen Werke des 20. Jahrhunderts, und sollte somit auch in Schulen gelesen und diskutiert werden.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geschichte eines Adamsapfels, 8. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Katz und Maus: Eine Novelle (Taschenbuch)
Goethe fordert: Die Novelle soll eine Geschichte über eine unerhörte Begebenheit sein. Diesem Anspruch wird die Novelle ,,Katz und Maus" von Günter Grass in jedem Fall gerecht.
Denn sie ist nicht nur eine Geschichte über einen von der Gesellschaft ausgegrenzten Jungen, sondern vielmehr eine über dessen übergroßen Adamsapfel. Im Buch steht: ,,Mahlkes Adamsapfel fiel auf, weil er groß war, immer in Bewegung und einen Schatten warf."
Diese unerhörte Begebenheit wird von dem Klassenkameraden Pilenz erzählt, der sich dazu verpflichtet fühlte. Warum, erklärt er fast zu Beginn der Geschichte: ,,Ich aber, der ich Deine Maus einer und allen Katzen in den Blick brachte, muß nun schreiben." Diese Erzählperspektive bewirkt, dass der Leser sich direkt angesprochen fühlt und die Geschichte greifbar erscheinen lässt. Es wirkt fast so, als würde Pilenz dem Leser persönlich seine Erinnerungen erzählen, wenn er wieder mit seinem ,,...und einmal, als..." beginnt. Daher lässt sich auch leicht der Schreibstil von Grass erklären. Die Sätze sind gut zu lesen und zu verstehen. Denn so gut wie alle Wörter kommen im alltäglichen Sprachgebrauch vor, was immer wieder verdeutlicht, dass hier eine Erzählung eines Mannes über die Erinnerungen aus seiner Jugend vorliegt. Der Autor verwendet oft zeilenlange Sätze, die dadurch aber nicht weniger verständlich werden, sondern eher zur genauen Beschreibung dienen.
Doch diese erzählerische Schreibweise ist nicht nur fürs äußerliche Leseempfinden wichtig, sondern sie fordert den Leser praktisch auf, sich mit der Hauptperson, nämlich Mahlke, zu beschäftigen. So kommen viele Fragen auf:
Wieso kämpft Mahlke um Bewunderung und Anerkennung, aber genießt sie nicht?
Wieso wird er als Außenseiter dennoch heimlich bewundert?
Oder warum verzweifelt er so sehr, als ihm ein Vortrag über seine Taten im Krieg an seinem ehemaligen Gymnasium verweigert wird?
Die subjektive Beschreibung Mahlkes macht ihn für den Leser sehr interessant und je mehr man liest, desto mehr erfährt man über ihn, was ein guter Ansporn ist, weiterzulesen.
Das spricht dafür, dass man dem Kommentar von Walter Jens, der auf der Rückseite des Buches steht, zustimmen kann. Er sagt nämlich: ,,Ich halte die Figur des >Großen Mahlke< für eine der ergreifendsten und glaubhaftesten Jungen-Gestalten in der modernen Dichtung"
Diese Rezension soll aber nicht den Eindruck erwecken, dass diese Novelle eine einfache Geschichte über einen sonderbaren Jungen ist. Denn Grass bietet hier viel Anlass zur Interpretation und tiefgründiger Betrachtung. So bildet die Maus eine Metapher für seinen auffälligen Adamsapfel. Diese zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte wie die Metapher mit der Katze, über die hier aber nichts verraten werden soll. Auch das Tauchen, wovon in der Inhaltsangabe erzählt wurde, lässt sich an gewissen Stellen im Buch tiefergehend deuten.

Werturteil
Zur Beurteilung des Buches ist zu sagen, dass die Kritiken, die man über ,,Katz und Maus" findet kann, sehr polarisiert sind. So loben die einen das Buch wegen des eben angesprochenen Tiefgangs, andere beschreiben die Sprache als ,,unangemessen" oder ,,pervers", womit zum Beispiel Passagen von um die Wette onanierenden Teenagern gemeint sind, die genau beschrieben werden. Diese Szenen hätten fast dazu geführt, dass dieses Buch auf der "Liste jugendgefährdender Schriften" wegen pornografischen Inhaltes erscheint. Als jugendgefährdend ist es keineswegs zu bezeichnen, weil es in gewisser Form auch zum Pubertieren dazugehört. Ob der jeweilige Leser es aber als unangenehm empfindet, sei ihm überlassen.
Ebenso ist in den meisten Rezensionen zu lesen, dass dieses Buch nicht an das Niveau des vorhergegangenen Werkes ,,Die Blechtrommel" herankommt.
Dennoch halte ich persönlich diese Novelle insgesamt für lesenswert, weil sie den Leser mit einbindet und quasi dazu verpflichtet sich mit der Hauptperson und seinen Erfahrungen aus einer für Deutschland sehr bedeutsamen Zeit zu beschäftigen. Was das Buch für mich besonders interessant machte, war, dass es eine große Neugier über Mahlkes Persönlichkeit hervorruft und man ständig nach Antworten auf unter anderem die vorhin genannten Fragen sucht. Das Ende ist zwar offen, aber es lässt den Leser nicht im Dunkeln stehen, da der Kreis zum Anfang durch Aufnahme einer Metapher wieder geschlossen wird.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr guter Grass, 18. Oktober 2004
Von 
Michael Kahnt (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Katz und Maus: Eine Novelle (Taschenbuch)
Der Große Mahlke.
Günther Grass schildert mit seiner ironischen Sprache die tragisch-komische Geschichte des Joachim Mahlke voller Witz und Humor. Eigentlich ein Außenseiter, der aber mit seinen besonderen Gaben immer wieder im Mittelpunkt steht.
Grass versteht es eine fast unbeschwerte Jugend zu schildern, und dem Leser doch immer wieder klar zu machen wie ernst und bedroht das Leben damals war.
Am Ende wird Joachim Mahlke sogar zum Kriegshelden, der er eigentlich gar nicht sein will.
Das Ende des Joachim Mahlke bleibt offen, und so kann sich der Leser einen eigenen Schluß ausdenken.
Das Buch zeigt ein Kapitel deutscher Vergangenheit, das nicht vergessen werden darf. Sehr zu empfehlen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk der Nachkriegsliteratur, 17. Oktober 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Katz und Maus: Eine Novelle (Taschenbuch)
Der Protagonist der Novelle, Joachim Mahlke, ist ein Held. Keiner im konventionellen Sinne,schön und stark, sondern einer von denen die man nur selten trifft.Eher häßlich und unauffällig in seiner Erscheinung. Ein Außenseiter auf der Suche nach Selbstbestätigung, und dabei entdeckt er die Disharmonie der Welt,läuft mit,zweifelt, stellt sich ihr entgegen und zerbricht.Ein Zweifler auf der Suche nach der Bestimmung,der den falschen Weg wählt, um später den richtigen erkennen zu können.Gerade dies macht Mahlke so menschlich, er schwimmt sich frei, um dann, wie wir alle, auf ewig unterzutauchen. Die Frage des Erzählers Pilenz zum Ende, wer ihm einen guten Schluß schreibe, ist Ausdruck der Hilflosigkeit. Es gibt keinen guten Schluß.Wir alle sind nur Mäuse und werden von der Katze gejagt. Eines der wichtigsten und tiefsinnigsten Bücher der deutschen Nachkriegsliteratur!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Realistisch und grotesk, 5. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Katz und Maus: Eine Novelle (Taschenbuch)
1) Inhalt

Im Deutschland der Kriegszeit fällt Joachim Mahlke, durch seine ungewöhnliche Größe der Große Mahlke" genannt, vor allem durch seinen großen Adamsapfel auf, der ihn auf seine Art zum Außenseiter macht. Tatsächlich trägt die Novelle den Namen Katz und Maus", weil Mahlkes Freunde dem pubertierenden Jungen allen Ernstes eine Katze auf diesen als Maus" bezeichneten Kropf ansetzen.
Pilenz, ein ehemaliger Schulfreund der Hauptperson, erzählt aus der Ich-Perspektive und erinnert sich nach der einführenden Namenserklärung erst einmal an Mahlkes Schwimm-Leidenschaft. Immer mit einem Schraubenzieher bewaffnet, wird er der beste Taucher von allen und holt mehr als nur einmal Gegenstände und Teile eines gesunkenen Minensuchboots an die Oberfläche. Von allen nur der Kahn" genannt, wird diese alte Boot schließlich Mahlkes Zufluchtsort und Geheimversteck.
Mehr und mehr kristallisiert sich einerseits Mahlkes tiefe Religiosität heraus, andererseits der Wunsch, zum Heer beizutreten. Als es schließlich so weit ist, fürchtet er sich aber davor, an die Front geschickt zu werden, und tut alles, um diesem Schicksal zu entkommen. Schließlich flieht er. Trotz allem schafft er es am Ende, doch noch zu etwas zu werden - er hält Vorträge über das Militär vor Soldaten und Zurückgebliebenen.

2) Sprache und Stil

Die Novelle beginnt mit einem direkten Einstieg - so direkt, dass die Geschichte mitten im Satz beginnt. Daraus kann man wohl entnehmen, dass es sich bei diesem Werk nur um einen Bruchteil der gesamten Geschichte handelt, die in diesem Rahmen nicht vollständig erzählt werden kann.
Pilenz erzählt zwar in der Ich-Perspektive, spricht Mahlke jedoch immer wieder direkt mit einem Du" an, obwohl das Buch nicht in erster Linie als Brief an den Jugendfreund, sondern als rückblickende Erinnerung geschrieben ist.
Insgesamt ist die Novelle leicht zu lesen und zeichnet sich durch eine einfache Sprache aus, die auch nicht davor zurückschreckt, mit derben Begriffen zu beschreiben, was sich in der Realität nun einmal zugetragen hat. Durch umgangssprachliche direkte Reden wird die Schilderung zudem weiter lebensnah.

3) Kritik

In der Novelle wird immer wieder auf dem Adamsapfel des Großen Mahlke herumgeritten, was das Körperteil zu einem Sinnbild für Andersartigkeit macht. Dennoch ist der Neid der anderen auf Mahlkes Selbstsicherheit und Ignoranz gegenüber der restlichen Jungenschaft deutlich herauszulesen. Vermutlich handelt es sich nur um eine Eifersucht auf das, was ihn besonders hervorhebt - dass er es schafft, sich trotz seiner Stellung als Sonderling als Vorbild und Trendsetter für andere von der gemeinen Masse abzuheben.
Obwohl sich Pilenz häufig über den Großen Mahlke lustig macht, was wohl auch seine anderen Bekannten aus Jugendzeiten häufig getan haben, kann man doch herauslesen, dass der Ich-Autor den Sonderling bewundert. Schließlich tut dieser etwas, was die anderen nicht wagen. Aus seiner Außenseiter-Position heraus kümmert sich der Große Mahlke nicht um die Gesellschaft und ihre Normen und flüchtet sogar vor dem Einsatz an der Front. Entgegen aller Erwartungen erreicht er damit letzten Endes aber dennoch ein anständiges Leben.
Walter Jens bezeichnet Mahlke als eine ergreifende und glaubhafte Jungen-Gestalt". Mir hingegen erscheint die Person eher konstruiert. Pilenz hingegen wirkt durch sein gesamtes Auftreten und das gewöhnliche Durchschnittsleben um einiges natürlicher.

4) Empfehlung

Das Werk ist trotz seiner Kürze und einfachen Sprache sicherlich nicht für spannende Leseabende geeignet. Es handelt sich um wohldurchdachte und -überlegte Literatur, in der Günter Grass nicht nur seinen Zweifel an der militärischen Zwangsverpflichtung der Kriegszeit anbringt, sondern auch andere Konzepte wie Außenseitertum und Individualität behandelt. Wer also versucht ist, die Novelle zu lesen, sollte sich auch wirklich ernsthaft mit dem Stoff auseinandersetzen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nehmen Sie sich Zeit, nehmen Sie das Buch und lesen Sie..., 16. November 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Katz und Maus: Eine Novelle (Taschenbuch)
Was soll ich hier noch den Inhalt beschreiben. Lesen Sie den Roman, lesen Sie ihn einfach, aber bitte schnell. Und wenn Sie ihn dann endlich gelesen haben, lassen Sie sich einen Tag Zeit und dann lesen Sie die Geschichte noch einmal. Wenn es Ihnen dann so ergeht wie mir, dann haben Sie zwei verschiedene Geschichten gelesen! Die erste war eine mäßige, die sich selbst nicht trug. Mit einem verworrenen Ende und gänzlich ohne Happy End. Lesenswert, aber nicht sensationell interessant. Die zweite aber trifft die Sache auf den Punkt. Kein Wort zu viel, eher manchmal ein paar zu wenig und sowieso viel zu kurz. Da wünscht man sich eine zweiten Teil. Doch es gibt zwei zweite Teile. Katz und Maus ist denn ein Stück aus der Danziger Trilogie und so fest mit den anderen Werken verwoben, so daß man nicht darum herum kommt, auch die beiden anderen zu lesen! Und was noch viel schlimmer ist, Mahlke, der Held, der Verlierer, der Schwache der zugleich stark ist, man neigt auch noch zur Sympathie mit dieser Figur. Schön das es so etwas noch gibt, in der heutigen Welt, oder ist es die damalige? Ich weiß es nicht.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Katz und Maus und Katz und Maus und Katz und Maus...., 12. Juni 2011
Das Buch besteht im Wesentlichen aus zwei Dingen: Stilmittel und Redundanz.

Eine Geschichte ist quasi nicht vorhanden, insofern braucht man darüber auch kein Wort zu verlieren. Dieser Fakt wäre auch nicht so schlimm, da es viele andere Werke gibt, die von den beschriebenen Charakteren oder Situationen leben und dadurch keine Geschichte im eigentlichen Sinne brauchen. Wie sieht es damit also bei Katz und Maus aus?
Kurz gesagt: übel.
Günter Grass versammelt hier vermeintlich kreative Bilder und besondere Stilmittel. Seien es die abgehackten, unvollständigen Sätze, die eingewobenen plattdeutschen Aussagen oder die verschiedenen Umtaufungen konkreter Gegenstände (berühmtestes Beispiel ist hier wohl das Ritterkreuz). Dabei wirkt alles so gezwungen, dass kein Lesefluss entsteht und man bereits nach kürzester Zeit genervt ist. Sollte das Ganze ein Versuch sein, die Gedanken eines Jugendlichen nachzuahmen, so geht dies absolut nach hinten los.
Was ebenso nach hinten los geht, sind die zwanghaft eingewobenen sexuellen Handlungen oder Anspielungen. Sinn und Zweck davon mag klar sein: man will Reibungsfläche erzeugen (was im Buch wiederholt wörtlich genommen wird). So abgedroschen dieses Mittel auch ist, scheint es doch immer wieder bei Kritikern zu funktionieren. Es hat nichts mit übermäßigen Scham oder einer konservativen Welteinstellung zu tun, aber: ich muss einfach nichts über die halbe Erektion eines 14jährigen oder Gruppenonanieren lesen, wenn es null zur Geschichte oder der Entwicklung der Charaktere beiträgt.

Was mich aber am meisten an diesem Buch abschreckt, ist die unglaubliche Redundanz. Klar wird dies schon am titelgebenden Bildnis: Günter Grass erschafft das Bild vom springenden Kehlkopf, der als Maus verkannt von einer Katze attackiert wird. Was folgt, ist eine Wiederholung dieses Bildnisses alle paar Seiten. Das ist regelrechter Psychoterror. Ich fürchtete mich bereits vor der nächsten Wiederholung und blätterte verängstigt die Seite, in stetiger Erwartung einer Katze oder Maus, um.

Auch die vielbeschworenen autobiographischen Elemente machen das Ganze nicht besser. Ein langweiliger Charakter, langeweilige Ereignisse und langweilige Unterhaltungen bleiben langweilig, auch wenn sie so tatsächlich mal vorkamen! Auch die unter Umständen verdiente Berühmtheit eines Autors macht dessen triviale Jugenderfahrungen nicht spannender.

Es ist selten, dass ich uneingeschränkt von einem Buch abrate... Aber hier gilt ganz klar: Finger weg.
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Katz und Maus: Eine Novelle
Katz und Maus: Eine Novelle von Günter Grass (Taschenbuch - 1. September 1993)
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