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105 von 116 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Jahrhundertwerk
Wenn ich meine zehn Lieblingsbücher aufzählen sollte, wäre ich ratlos -- mindestens 500 sollten es schon sein, die auf die berühmte einsame Insel mitkommen dürften. Aber man könnte mich fragen, ob "Der Meister und Margarita" von Bulgakow mit von der Partie wäre, und darauf würde ich ohne Zögern mit "ja" antworten.
In...
Veröffentlicht am 18. Januar 2006 von weiser111

versus
30 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Warum sind kluge Leute klug?
Wer sich als Durchschnittsleser wie ich über Bulgakows satirisches Meisterwerk hermacht, hat nichts zu lachen, denn gleich zu Anfang taucht da in Moskau ein seltsamer Scharlatan auf, der sich in eine Diskussion zweier Leute, die, etwas einfach ausgedrückt, mit Literatur zu tun haben, einmischt. Das Thema ist Jesus Christus und am Ende auch noch die Existenz oder...
Veröffentlicht am 26. Februar 2011 von Jupille


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meister-Werk - das Hörbuch, 10. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita (Audio CD)
Im Mittelpunkt dieser Rezension steht das Hörbuch - das Werk selbst wurde hinreichend rezensiert und nichts ist den überwiegend begeisterten Rezensionen dieses Meisterwerks hinzuzufügen.

Wenn der Hörverlag auch rigoros an Verpackung und Information (man hätte das Werk wahrlich umfassender beschreiben können) gespart hat, so kann man ihm dies nicht übel nehmen, weil er dieses Geld offenbar gemeinsam mit dem MDR im Jahre 1998 stattdessen in die Produktion des Hörspiels selbst investiert hat. An die 50 Sprecher, darunter besonders hervorzuheben der grandiose Jürgen Hentsch als Erzähler, waren an diesem Hörbuch beteiligt - ein einzigartiger und höchst seltener Aufwand.

Der Regisseurin Petra Meyenburg ist höchstes Lob auszusprechen für die Hörspielbearbeitung dieses Romans, den Michail Bulgakow 1928 begann und erst 1940, kurz vor seinem Tode beendete. Auf 10 CD und knapp 700 Minuten gelangt der Hörer so in den Genuss eines der wichtigsten russischen Romane des 20. Jahrhunderts - meines Erachtens in ungekürzter Form.

Für die markante Musik, die jedes neue Kapitel einleitet, zeichnet Uwe Hilprecht verantwortlich.

Fazit: Für mich eines der besten literarischen Hörbuchrealisierungen überhaupt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Lieblingsbuch,, 19. Juni 2013
Zum ersten Mal mit 13 oder 14 Jahren gelesen, war ich unglaublich fasziniert von diesem komplexen, fantasievollen, aufregendem Roman.
Seitdem lese ich das Buch (inzwischen bin ich 42...) alle 2 oder 3 Jahre sehr gerne wieder und mich erfüllen jedesmal große Glücksgefühle bei der Lektüre.
"Der Meister und Margarita" ist ein wunderbarer, sehr vielschichtiger Roman.
Jeder Leser wird, denke ich, etwas anderes bei der Lektüre empfinden, andere Dinge hinein interpretieren.
Aber besonders der wunderschöne, an düsterer Romantik nicht zu übertreffende Schluß sollte jedem, der auch nur zu halbwegs normalen Emotionen fähig ist, die Tränen in die Augen treiben und das Genie des Autors erkennen lassen. Doch auch davor gibt es sehr, sehr viel zu entdecken.
Mein Lieblingsbuch Nr.1.
Und sollte ich jemals auf die berühmte einsame Insel müssen - dieses Buch würde mich begleiten!!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Teufelei in Moskau, 7. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In Moskau geht der Teufel um! Gemeinsam mit seinen Gesellen lässt er die wildesten Dinge geschehen: Leute verschwinden, finden sich an fremden Orten wieder oder landen gleich im Irrenhaus, Geld fällt vom Himmel und verwandelt sich, ein Kater fährt Autobus und ein Verstorbener lädt telegrafisch zu seinem Begräbnis ein... Die braven Sowjetbürger werden auf eine harte Probe gestellt, denn wer als politisch bewusster Atheist nicht an die „Märchen über Gott“ glaubt, kann die verwirrenden Vorkommnisse erst recht nicht mit der Existenz des Satans erklären. Aber war diese Gesellschaft nicht schon vor dem Erscheinen des Teufels außer Rand und Band und auf den Kopf gestellt, den einige jetzt buchstäblich verlieren?

Wenn Bulgakow den Höllenfürsten leibhaftig durch den Alltag des Sozialismus schickt, geschieht dies, um die Verkrustungen des Systems zu entlarven. Wo sich die Apparatschiks des Kulturbetriebs zur Zensur aufschwingen und die Günstlinge der Partei durch Korruption bereichern, wo den ideologisch vernagelten Machthabern von Speichelleckern und Kriechern der Hof gemacht wird, eben da scheint der Satan am rechten Platz zu sein. Die Revolution ist längst in Bürokratie und Verwaltung steckengeblieben, der „neue Mensch“ damit beschäftigt, sich durch Beziehungen und Geld kleine Vorteile zu verschaffen. So lobenswert die Idee einer wahrhaftigen sozialistischen Gesellschaft auch sein mag, der Teufel steckt im Detail ihrer Verwirklichung.

Kunstvoll in den Text eingewoben ist die Geschichte um Pontius Pilatus, der Jeschua richtet, sich selbst aber vorgaukelt, frei von Verantwortung dafür zu sein. Diese Arabeske zieht sich als fortwährender Aufruf zum kritischen Umgang mit eigenem Handeln und gesellschaftlicher Wirklichkeit durch den Roman. Selbst ist sie wieder nur Erzählung, niedergeschrieben von einem begabten Dichter, dem die Veröffentlichung seines Werks aus politischen Gründen verweigert wird. Auch dieser namenlose Meister kann die gegenwärtige Gesellschaft nicht von ihrem Fluch erlösen. Dazu bedarf es der Kraft und des Glaubens eines liebenden Menschen. Denn ohne Margarita gibt es keinen Meister.

Bulgakows "Der Meister und Margarita" war in der DDR richtig angesagt, wurde sogar als dramatisierte Fassung auf die Bühnen gebracht. Der Erfolg lag zweifellos in der Wiedergabe einer gesellschaftlichen Realität, die hinter den vorgezeigten Idealen zu Kleinbürgerlichkeit und Egoismus verkam. Und das traf auch auf den Arbeiter-und-Bauern-Staat auf deutschem Boden zu. Aber die Reichweite des Werks geht über den unterdessen untergegangenen Sozialismus hinaus. Der angeprangerte Kleingeist und Egoismus begleitet auch uns durch den real existierenden Kapitalismus, weshalb dieses geniale Buch, egal ob in alter oder neuer Übersetzung, nicht an Aussagekraft verloren hat.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Surrealistische Satire mit vielen Lesarten, 12. Juni 2009
Der Teufel höchstpersönlich sucht in Gestalt des Ausländers Voland mit seinem Gefolge - allen voran der riesenhafte Kater Behemot - das Moskau der 30-er Jahre auf. Er mischt sich in die Unterhaltung zweier linientreuer Atheisten aus dem Künstlermilieu, sagt den Tod des einen durch Enthauptung voraus, was den anderen ins Irrenhaus bringt, und macht mit seinem Schabernack ein Varieté-Theater zum Tollhaus. Eine Satire auf das Moskau in der Stalinära ist eine Ebene des Romans. Die zweite ist die Geschichte der Kreuzigung Jesu aus der Sicht des zweifelnden, leidenden Pontius Pilatus, der dessen Tod eigentlich nicht will, ihn aber aus politischer Raison letztlich doch anordnet, mit Judas, dem Verräter und seinem Schicksal sowie Levi Matthäus, der die Botschaft Jeschua's missversteht. In drei Teilen ist sie in die Handlung eingebunden, einmal vom Teufel selber erzählt, zweimal als Kapitel aus dem unveröffentlichten Roman des Meisters suggeriert diese Jesugeschichte Anspruch auf historische Wahrheit. Die dritte Ebene schließlich gibt dem Buch seinen Namen: Der Meister, ein Historiker, der sich auf Grund eines unverhofften Geldgewinns seinen schriftstellerischen Ambitionen, der Geschichte Jeschua's eben, widmen kann, und seiner Margarita, die Geliebte, die ihr äußerlich privilegiertes Leben zugunsten des Meister aufgibt. Nach Beendigung des Romans und ohne Aussicht auf Veröffentlichung landet auch der Meister im Irrenhaus, während Margarita - zur Hexe mutiert - einen fantastischen Ball als Auserwählte des Teufels bravourös übersteht (Margarita als Hexe ist mein persönlicher Lieblingsteil des Werks). Keine Frage - hier steht Goethes Faust Pate.

Die drei Erzählebenen eröffnen ein reiches Feld an Deutungen. Vieles davon bedarf historisches (Moskau der 30-er Jahre), religionsgeschichtliches (Passionsgeschichte Jesu) und literarisches (Goethes Faust, Gogol, Dostojewski) Hintergrundwissen. Es ist eine Geschichte vom Teufel (Stalin) in Moskau, von Schuld und Sühne, vom Leben und den kleinen Lastern der Menschen (Bewohner Moskaus) , von Angepasstheit an die Systeme (die Literarische Schickeria), von der Leidenschaft der Liebe als Treue und Wolllust (Margarita) von Atheismus und Religion, von der Macht des Bösen und deren Überwindung. Letztlich muss sich auch Voland dem Auftrag des Herren fügen und Pilatus erlösen, während er den Meister und Margarita nach deren Tod zu ihrem ewigen Haus führt. Die unzähligen Anspielungen und Deutungsebenen die Bulgakow in den über 10 Jahren, an denen er bis kurz vor seinem Tod an dem Werk arbeitete, einflocht, könnten ganze Bibliotheken füllen. Und dennoch, der Roman ist von der ersten bis zur letzten Seite kurzweilig, flott und auch übersichtlich geschrieben. Satire ist das stilistische Grundelement, die Verknüpfung und das Wechselspiel von Realität und Fantasmus" gibt dem Roman Spannung, Melancholie ist allgegenwärtig.

Auch wenn er aufgrund der historischen Distanz heute nicht mehr die Begeisterung auslösen kann, wie zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung in den 60-er Jahren (also über 25 Jahre nach der Entstehung), als großes Buch der russischen Weltliteratur ist er allemal äußerst empfehlenswert.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 29. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita (Taschenbuch)
Meister und Margarita von Bulgakow gehört neben "Hunderherz" zu den wichtigsten russischen Romanen des 20. Jahrhunderts. Einflüsse sind bis in die Gegenwartsliteratur, etwa Viktor Pelewins: "Buddhas kleiner Finger" (1996) spürbar.
Eines Tages kommt der Teufel, der bereits Christus' Kreuzigung erlebt hat, auf die Erde und prophezeit einigen wichtigen Leuten den baldigen Tod. Diese sterben auch - doch der Leser hat mit ihnen kein Mitleid: es sind alles Fieslinge im Moskau der 1920-ger Jahre. Nur der Meister und Margarita, ein Liebespaar und Protagonisten des Romans, sind ausnahmslos positiv gezeichnet und gut. Es ist deren bewegendes Schicksal, um das der Roman sich dreht. Der Meister ist Autor eines Romans um Pontius Pilatus, der von den engstirnigen Literaturfunktionären abgelehnt wurde. Darüber erleidet er einen Nervenzusammenbruch und wird in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Sein Manuskript wird verbrannt. Margarita weiß von diesem Schicksal nichts, sie hat ihren Geliebten aus dem Auge verloren. Um über sein Schicksal Aufklärung zu erhalten, ist sie bereit, die Gastgeberin auf dem Ball des Satans zu spielen. Als Lohn für diese Selbstlosigkeit wird sie wieder mit dem Meister zusammengeführt. Dies ist die erste Ebene des Buches.
Auf einer weiteren Ebene wird die Kreuzigung und Auferstehung Jesu aus Sicht des Pontius Pilatus nacherzählt: es handelt sich um einen Roman im Roman; es ist die vom Teufelsmagier Voland erlebte echte Kreuzigung Christus und gleichzeitig Handlungsort des vom Meister verfassten vernichteten Romans.
Diese 3 Szenen fand ich die eindrucksvollsten des ganzen Romans: Pontius Pilatus ist nicht nur ein Zauderer, sondern ein von Zweifeln und Skrupeln geplagter Mensch, der unter der Last seiner Entscheidungen beinahe verzeifelt. Es zeigt sich: die "Wahrheit" - so Bulgakow - ist differenzierter als der - durch die Überlieferung vermittelte - Schein.
Doch auch die in der Realität - der Gegenwart des stalinistischen Moskaus der 1920-ger Jahre spielenden - Teile, der dritten Ebene des komplexen Buches, die vor Action, phantastischen Aktionen und skurrilen, ja aberwitzigen Situationen beinahe zu temporeich geraten sind (man meint als Leser, Gogol sei auferstanden) erinnern sehr an E.T.A. Hoffmann und verweisen satirisch auf die traurige sowjetische Realität der durch Ideologie und "sozialistischen Realismus" (die offizielle Kulturpolitik seit 1931) gegängelten Literatur.
Moralische Werte zählen nicht mehr, Egoismus und verfallende Moralstrukturen kennzeichnen die sowjetische Gesellschaft seit jener Zeit. Bulgakow gibt hier nicht nur eine Schilderung der Gegenwart, unter der er selber litt (der "Meister" im Buch dürfte auch auf autobiographischer Ebene ein Spiegelbild Bulgakows sein), er zeichnet prophetisch den weiteren Gang der sowjetischen Gesellschaft im Kommunismus nach, wie es Tim Guldiman so treffend in seinem 1979 erschienenen Buch: "Moral und Herrschaft in der Sowjetunion (Suhrkamp-Verlag) nachgezeichnet hat.
Insgesamt ein sehr vielschichtiger Roman. Wer die zahlreichen Bezüge verstehen möchte, der lese zusätzlich das Kapitel: "Der Sonnenuntergangs-Roman" in der (hervorragenden) Bulgakow-Biographie von Elsbeth Wolffheim (Rowohlt, 1996).
Fazit: ein - schwer zu lesendes - Meisterwerk des 20. Jahrhunderts mit offensichtlicher Anlehnung an Einflüsse der deutschen Romantik um E. T. A. Hoffmann und für mich einer der bedeutendsten Romane des 20. Jahrhunderts. Unbedingt lesenswert.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Amüsante Parabel, leider sehr verschlüsselt, 23. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita (Gebundene Ausgabe)
Im degenerierten, korrupten Moskau der 20er Jahre tauchen drei seltsame Gestalten auf, die sich schnell als der Leibhaftige und seine beiden Helfershelfer zu erkennen geben. Mit allerlei garstigen, makabren und auch grausamen Streichen treiben sie die demoralisierte und korrupte Moskauer Gesellschaft in völlige Verwirrung. Viele der Betroffenen - und am Schluss die gesamte Moskauer Haute Volée - geben sich durch ihr raffgieriges, selbstsüchtiges und charakterloses Handeln der Lächerlichkeit preis.

Im Gegensatz zu diesen Wirrnissen steht ein fabelhaftes Pärchen, das in dem Durcheinander nicht seine Integrität verliert - Bulgakovs alter ego samt Frau - und eine von diesem ,Meister' erzählte Jesusgeschichte, in der sich Bulgakovs Kritik am gewalttätigen und totalitären Sowjetregime entlädt. Sie enthält die politischen Äußerungen dieses kunstvoll verschachtelten Romans, die Bulgakov vor der Zensur durch diese Chiffrierung schützen wollte, vergeblich.

Man merkt dem Text beim Lesen an, dass Bulgakow sich mehr als 10 Jahre mit dem Stoff beschäftigt hat: Sein ironischer, durchgängig ruhiger Stil und die geschickt eingestreuten Anspielungen lassen diese Humoreske zu einer eindrucksvollen Parabel über Zeit, Charaktere und politische Systeme werden.

Ich fand das Buch insgesamt sehr gut lesbar und höchst unterhaltsam. Was mich allerdings leicht stört und mir auch zum absoluten Meisterwerk fehlt ist das - politisch nachvollziehbare - Versteckspiel mit kritischen Inhalten. Idealerweise hat man schon vor der Lektüre etwas von (oder über) Bulgakow oder zumindest die frühe Sowjetrepublik gelesen, sonst sind die Bezüge zu Regime und Geschichte kaum verständlich.

Die Stringenz und Klarheit anderer Meisterwerke wie etwa Der Untertan", Radetzkymarsch" oder Mephisto" fehlt mir hier ein wenig, daher nur sehr gute vier Punkte. Dennoch sehr lesenswert.
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25 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mir nach Leser!, 15. November 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dies Buch zu würdigen ist ein absolutes Muss! Ich habe es bestimmt bereits fünfzehnmal gelesen (immer wieder mit Genuss), zwanzigmal verschenkt und viermal gekauft (es wurde mir häufig nicht zurückgegeben).
Zum Inhalt ist an dieser Stelle eigentlich schon alles gesagt. Was mir besonders gut gefällt, ist die Verknüpfung der verschiedenen Handlungsstränge und die Wortgewalt Bulgakows. Es gelingt ihm eine unglaubliche Spannung aufzubauen und den Leser in eine Welt hineinzuziehen, wie kaum einem anderen Autor.
Es ist ein Buch das man nach dem Aufstehen in die Hand nimmt, beim Kaffeekochen lesend durch die Wohnung trägt und am liebsten auch noch mit ins Büro nehmen möchte. Schade eigentlich, dass es keine Fortsetzung gibt.
Kurz und gut: Mir nach Leser! Lest und taucht ein in die Welt von Margerita, dem Meister und Voland.
Nun habe ich mir auch noch das Hörbuch gekauft. Mit etwas Skepsis - wie bitte soll man dieses Werk denn als Hörbuch gestalten können - habe ich begonnen hineinzuhören. Und dabei wurde ich, der Regie und den Sprechern sei Dank, sehr schnell in die Geschichte hineingesogen. Ja, es ist anders als das Buch. Ja, es ist eine hervorragende Fassung. Aber Nein: Es ersetzt das Lesen nicht!
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Jahrhundertklassiker der Weltliteratur, 20. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita (Taschenbuch)
Der Meister und Margarita, Satire, surrealistischer Roman, ein moderner Faust. Sicherlich nicht leicht zu lesen, schon wegen der vielen russischen Namen, die alle irgendwie gleich klingen. Zugleich wird man in die Verworrenheit der russischen Superbürokratie auf ironische Weise und immer mit direktem Bezug auf den Leser eingeführt und findet hier eine Abrechnung des Zeit seines Lebens verfolgten Bulgakows mit der stalinistischen Zensur . Die Handlung kreist im wesentlichen um das Auftauchen Volands, des Bösen samt seiner Vasallen in Moskau, der mit einem Auftritt als schwarzer Magier im Theater die scheinbar durchorganisierte Welt total durcheinander, und der Moskauer Bevölkerung Angst und Schrecken (und dem Leser dabei das grösste Vergnügn) bringt. Gleichzeitig die Liebesgeschichte des Meisters, des an Bürokratie, Zensur und Denunziantentum zerbrochenen Autors. Die Pilatusnovelle gleichsam ein Buch im Buch, eine romantische Version, die kaum mit dem Testament übereinstimmt ("... aber wenn wir anfangen wollen, das Testament als historische Quelle zu betrachten..."). Kurzum: Ich habe es schon zehnmal gelesen und kann meiner Begeisterung kaum Ausdruck verleihen. Das richtige Buch für alle Intellektuellen dieser Welt !
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verboten Gut!!!!!!!!, 18. Februar 2000
Von 
lumi7@gmx.de (Stuttgart, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita (Taschenbuch)
Ich habe das Buch auf Russisch gelesen und fand es phantastisch! Ja, ich gebe zu es ist etwas verwirrend an manchen Stellen, doch der Charme dieses Buches kompensiert jegliche Verständnisschwierigkeiten! Eine Geschicht über Philosophie, Religion, den unvergleichbaren Russischen Humor, Geschichte und im Hintergrund die reinste Liebe zwischen einem Künstler und einer wundervollen Frau. Die Werke Bulgakows waren zur Zeit des Komunismus in Russland verboten,da Bulgakow politisch verfolgt wurde in der Zeit. Jedoch hat diese Tatsache wenige abgehalten das Buch nicht doch irgendwie zu besorgen. Wer die wahre Kultur Russland kennenlernen möchte sollte das Buch unbedingt lesen. Aber auch diejenigen, die sich nicht unbedingt mit diesem Aspekt auseinandersetzen wollen werden großen Gefallen an diesem Meisterwerk finden!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Märchen, Wahnsinn und Rationalität., 4. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita (Gebundene Ausgabe)
Bulgakows Roman ist Realismus, Fantasy, historischer Roman und Realismus in einem. Einerseits beschreibt er das Leben im Moskau der 20er Jahre, andererseits mischt sich der Teufel mit seinen Hexen und Dienern märchenhaft in diese vom Rationalismus geprägte Welt. Daneben begegnet uns der Autor eines historischen Romans über Jesus von Nazareth in Master und Magarita. Dem Leser begegnen hier Elemente die nicht zusammen zu bringen sind. Einerseits die Spaziergänge durch Moskau in denen einem viele bekannte Plätze begegnen, andererseits die märchenhaften Machenschaften des Teufels. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Also Irrsinn?
Vermutlich ist das genau die Situation, in der sich Bulgakow selbst befand. Es geschahen um ihn herum Dinge, die mit dem gesunden Menschenverstand - was das auch immer sein mag - nicht zu erklären sind. Ich versteh die Welt nicht mehr genausowenig wie die Moskauer verstehen, was plötzlich in Moskau passiert, als Volant beginnt sein spiel zu treiben.

Die Budget-Edition des Spiegels ist solide. Mir gefallen die klassische Ausstattung des festen Einbandes und das Druckbild. Einzig das sog. literaturwissenschaftliche Nachwort muss nicht sein. Es ist mystischer als der Roman selbst. Aber deswegen kauft niemand ein Buch, oder?
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Der Meister und Margarita
Der Meister und Margarita von Michail Bulgakow (Taschenbuch - März 2004)
Gebraucht & neu ab: EUR 2,88
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