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am 28. August 1999
Erich Kästner ist bei den deutschsprachigen Lesern jeden Alters wohl am ehesten für seine Kinder- und Jugendbücher bekannt, die zu einem großen Teil bereits mehrfach vertont und verfilmt wurden. Hierzu zählen etwa „Das fliegende Klassenzimmer", „Emil und die Detektive" und „Das doppelte Lottchen". Nicht weniger unterhaltsam, aber literarisch anspruchsvoller und daher für einen älteren Leserkreis gedacht, sind seine tollen Komödien (z.B. „Drei Männer im Schnee") und Bühnenstücke.
In „Die Schule der Diktatoren" hält er einer faschistischen Staatsform in vergnüglicher Weise einen Spiegel vor. Eine Gruppe anonymer Hintergrundmänner regiert das Volk eines Landes, indem es ihnen einen Diktator vorsetzt, der in Wirklichkeit nichts anderes ist als ihr willenloses Werkzeug. Nun sind ja Diktatoren beim Volk meistens nicht besonders beliebt und daher ständig der Gefahr ausgesetzt, Opfer eines Attentats zu werden. Die vier „wahren" Herrscher wollen dieser Möglichkeit vorbeugen und gründen dazu eine „Schule der Diktatoren", in der Doppelgänger des einen Diktators herangezüchtet und ausgebildet werden, damit sie im Falle eines Attentats sofort in die Bresche springen und das Volk mit eiserner Hand weiterregieren können, als ob nichts geschehen wäre. In dieser Weise wollen sie auch dem Fall vorbeugen, daß einem der „Diktatoren" seine Macht zu Kopfe steigt und er sich in den Kopf setzt, seinen Chefs nicht mehr gehorchen zu müssen. Zum großen Unglück der vier Drahtzieher befindet sich nun unter den Nachwuchsdiktatoren ein getarnter Freiheitskämpfer. Als dieser im Rahmen der Nachfolgeregelung „an die Macht" kommt, bricht das Chaos los ...
Das Stück „Die Schule der Diktatoren" ist eine Komödie, die durch ihren ernsten Hintergrund manchmal bewirkt, daß einem das Lachen im Halse stecken bleibt. 1957 in München uraufgeführt, ist sie immer noch aktuell und sehr unterhaltsam zu lesen!!! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 13. April 2004
Kästner, der während des Dritten Reichs einige Male verhaftet wurde und seine Werke nicht veröffentlichen durfte, setzt sich in diesem Stück mit dem Scheitern des Widerstandes in einem totalitären Staat auseinander. Er zeigt, wie dort Individualität und Menschlichkeit systematisch zerstört werden. Ein alter Hut? Nein, wirklich nicht. Das gute und schreckliche an diesem Stück ist, dass es nicht an Aktualität verliert.
In der Zeit des Nationalsozialismus, während seines Schreibverbots, hatte Kästner bereits die Idee zu dem Theaterstück. Natürlich konnte es zu dieser Zeit nicht veröffentlicht werden. Erst am 25. Februar 1957 wurde es in den Münchner Kammerspielen uraufgeführt.
Thema ist die Austauschbarkeit des Diktators. Denn die Drahtzieher des Terrors (Kriegsminister, Premier, Stadtkommandant) treten gar nicht selbst als Herrschende in Erscheinung. Sie haben die Macht, der Diktator die Öffentlichkeit. So verheimlichen sie ihrem Volk, dass der Diktator bereits einem Attentat zum Opfer gefallen ist und setzen einen Doppelgänger an dessen Stelle. Und da man mit mehr Attentaten und Unfällen rechnen muss und die Herren ihre Macht nicht verlieren möchten, richten sie eine "Präsidentenfabrik", nämlich eine Schule der Diktatoren ein, in der 14 Doppelgänger dressiert werden und die richtigen Bewegungen und die richtigen Worte lernen. Der Diktator ist somit austauschbar, auch im Falle einer eigenen Meinungsbildung. Den politisch entmündigten Bürgern werden immer neue Imitationen vorgesetzt, willenlose Marionetten, die bei offiziellen Anlässen und Staatsakten auftreten.
Doch einer der Diktatorenschüler, Doppelgänger Nummer 7, versucht gegen den Zustand zu rebellieren. Er beseitigt zwar die alte Diktatur, aber nur um eine neue zu etablieren. Als er über alle Rundfunkanstalten die neue Freiheit proklamiert, spricht er in tote Leitungen. Ein Handgriff reicht aus, um seine revolutionären Worte vom Tonband zu löschen. Nummer 7 wird ermordet.
Das von Kästner als "Komödie" bezeichnete Stück ist alles andere als komödiantisch. Es ist eine Groteske, die die obszönen Tiefgründe der Macht deutlich kennzeichnet.
"Die Schule der Diktatoren" wurde mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
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am 26. Mai 2015
Viele (oder die meisten) kennen Erich Kästner als Autor von Kinderbüchern wie Das fliegende Klassenzimmer oder Das doppelte Lottchen, er kann aber auch anders. Wer "Die Schule der Dikatatoren" gelesen hat kann sich denken aus welchen Gründen Kästner Probleme mit der Führung des 3. Reiches hatte.
In einem totalitären Staat herrschen einige wenige über viele, ohne dabei in den Vordergrund, sprich an die Öffentlichkeit, treten zu wollen. Da das gemeine Volk aber jemanden haben muss auf den es sich konzentrieren kann (im positiven wie im negativen Sinne) setzen sie ihm einen Präsidenten vor. Letzterer hat gar nichts zu melden, ist lediglich eine Marionette. Austauschbar eben, und so geschieht es auch. Nach und nach wird ein Präsident durch einen Doppelgänger ersetzt, immer dann wenn er entweder per Attentat oder durch Mord aus dem Amt scheidet. Für einen flüssigen Nachwuchs an Präsidenten sorgt die Schule der Diktatoren. Bis sich unter den potentiellen Nachfolgern ein Rebell auftut, und schon ist der Putsch da. Allerdings nicht mit dem gewohnten Ergebnis, es wird nur eine Diktatur durch eine andere ersetzt.
Erschreckend aktuell, auch heute noch. So lässt sich dich genau das Szenario, welches Kästner hier vielleicht ein wenig überzeichnet, doch an vielen Staaten nachvollziehen. Ein Kammerstück in neun Bildern, mehr braucht es dafür nicht.
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am 16. August 2013
Ein gut geschriebenes, sehr schlaues Buch über Diktaturen und Diktaturkritik. Man sieht, Kästner kann nicht nur Kinderbücher, sondern viel viel mehr. Leseempfehlung.
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