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45 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines von zehn für die einsame Insel!
Spätestens bei den ersten Anzeichen von Grippe, grauem Herbstwetter oder Ungemach jedweder Art ist Erich Kästners Buch "Drei Männer im Schnee" eine Allzweckwaffe. Ein absolut tröstliches, zeitloses, herzerwärmendes Lesefutter, ein Buch, dass mich seit meiner Kindheit begleitet und dessen Lektüre mich jedes Mal wieder erfreut und die Laune,...
Veröffentlicht am 24. September 2006 von zeilensprung

versus
3.0 von 5 Sternen Lustiges Buch mit netten Verwechslungen
Da ich den Film gesehen hatte, der mir sehr gut gefallen hatte, habe ich mir jetzt das Buch gekauft, was jedoch nicht ganz meinen Erwartungen entspricht. Ich habe es noch nicht ganz gelesen, doch glaube ich sagen zu können, das der Film mir mehr zusagt.
Vor 3 Monaten von Amazonkunde veröffentlicht


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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach herrlich!, 8. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Drei Männer im Schnee (Gebundene Ausgabe)
Passend zur Wetterlage habe ich um Weihnachten herum nach Jahren endlich diese kleine Perle aus meinem Regal gefischt. Viel zu spät!

Der Plot ist eine klassische Verwechslungskomödie. Der reiche Fabrikant Tobler hat einen Wettbewerb für Werbetexter ausgeschrieben und unter Pseudonym selber daran teilgenommen. Es kommt, wie es kommen muss, "Herr Schulze" macht den zweiten Platz und gewinnt wie auch der junge Doktor Hagedorn, der den ersten Preis zuerkannt bekommt, eine Reise in ein schickes Alpenhotel. Um sich einen Spaß zu erlauben, reist Tobler in Verkleidung eines armen Schluckers, wofür er sich eine herrliche Sammlung scheußlichster Klamotten zulegt, und steckt seinen Diener Johann Kesselhuth in feinsten Zwirn, damit er sich im Hotel als Geschäftsmann ausgibt.

Es kommt jedoch zu erneuten Verwechslungen, woran Toblers vorwitzige Tochter Hilde nicht ganz unschuldig ist, so dass der Aufenthalt der drei Herren äußerst turbulent verläuft ...

Neben dem großartigen Retro-Flair, den Kästners Bücher mittlerweile haben, macht sein leicht anmutender, dabei aber ironisch-bissiger Humor beim Lesen einfach immer wieder einen Riesenspaß, und bei alledem gibt er Arroganz, Dünkel und Dummheit mit feinen Spitzen ordentlich eins aufs Dach.

Die Irrungen und Wirrungen der Handlung laufen wie ein herrlicher alter Film vorm inneren Auge ab, lustig, aber nicht übertrieben albern, und trotz des vielen Schnees wird einem beim Lesen irgendwie warm ums Herz. Könnte eine Alle-Jahre-wieder-Lektüretradition werden.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kurzweiliger Roman, 15. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Drei Männer im Schnee (Gebundene Ausgabe)
Erich Kästner ist in erster Linie mit seinen Kinderbüchern „Emil und die Detektive" und „Das doppelte Lottchen" bekannt geworden. Aber er konnte auch eindrucksvoll Geschichten für Erwachsene schreiben, wie man an seiner Erzählung „Drei Männer im Schnee" sehen kann. Das Thema dieser Geschichte, die 1934 in Zürich erstmals herausgegeben wurde, ist die Frage, inwiefern Geld den Kern eines Menschen, der bis dahin unverdorben ist, verändern kann. Der stellungslose Werbefachmann Fritz Hagedorn und der Millionär Eduard Tobler, alias Schulze, gewinnen im Preisausschreiben der Tobler-Werke einen Winteraufenthalt im Hochgebirge. Dabei will der Millionär Tobler die Hotelleitung testen und tritt als armer Herr Schulze auf. Die Hotelleitung wird von der Tochter des Millionärs vorgewarnt, verwechselt aber die beiden Preisträger, so dass Hagedorn bevorzugt behandelt wird, Schulze aber nur notdürftig untergebracht wird... Eine überaus interessante und witzige Geschichte hat und Erich Kästner mit seinen drei Schneemännern hinterlassen, die für viel Kurzweil sorgt, aber auch tiefere soziale Fragen aufwirft. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Drei Männer im Schnee, 12. Dezember 2009
Dieses Hörbuch ist einmalig.Soviel Witz und Hintergründigkeit konnte nur Kästner zustande bringen.Einfach mal reinhören und es läßt einen nicht mehr los.Es ist das Hörbuch auf langen Autofahrten das unsere Tochter,Immerhin 13 und Lady Gaga Fan,am liebsten hört
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lieblingsbuch für kalte Winterabende, 19. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Drei Männer im Schnee (Taschenbuch)
Ich habe "Drei Männer im Schnee" so oft gelesen (ich weiß gar nicht wie oft eigentlich), dass ich Teile auswendig zitieren kann.

Es ist eine wundervolle Geschichte. Klar, sie ist altmodisch (erschienen '34), sentimental und klischeehaft. Aber sie ist auch humorvoll, gesellschaftskritisch (bis zu einem gewissen Grad) und sehr, sehr warmherzig.

Die Handlung ist einfach. Sie dreht sich im Grunde vollständig um die drei Protagonisten und um deren Beziehungen untereinander.

Ich fasse meine Meinung kurz.

Hauptfiguren:

"Geheimrat Tobler besitzt viele Millionen. Aber er ist kein Millionär" -> sympathischer, leicht verrückter, älterer Herr, der in seinem goldenen Käfig vereinsamt, weil er im Grunde ein Durchschnittsmensch ist.

Doktor Hagedorn -> arbeitsloser Werbefachmann. Wohnt bei seiner Mutter. Hat überwiegend Pech (Job, Frauen), gewinnt aber ständig Preisausschreiben.

Johann, Toblers Diener -> älterer Herr, wird wiederwillig gezwungen, an dem "Abenteuer" seines Herrn teilzunehmen. Ihn verbindet eine tiefe Freundschaft mit Tobler.

Handlung: Hagedorn und Tobler gewinnen bei einem Preisausschreiben einen Urlaub in einem Luxushotel. Tobler nimmt sich vor inkognito als armer Mann zu reisen, doch das Hotel wird darüber informiert. Jedoch wird Hagedorn für den verkleideten Millionär gehalten...

Das Ergebnis ist, dass einerseits Hagedorn erkennen muss, dass das Leben im Luxus nicht so angenehm ist, wie er immer dachte und andererseits Tobler zum ersten Mal in seinem Leben echte Freundschaft erfährt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen schöne heile Welt, 17. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Drei Männer im Schnee (Taschenbuch)
Erich Kästner - unübertroffen in pointierter Darstellung unterschiedlicher Charaktere - schreibt hier eine nette, fröhliche, leichte Geschichte. Vom Millionär, der sich noch verantwortlich fühlt für Wohl und Wehe nicht nur seiner Firma, sondern auch seiner Angestellten, ein reicher Mann, der trotz einiger Extravaganzen einfach geblieben ist. Und Kästner kehrt hier die "Aschenputtel-Geschichte" um: Ein stellungsloser, armer Werbefachmann gewinnt ein Preisausschreiben besagten Millionärs, begegnet ihm im Hotel (der Millionär ist dort inkognito als 2. Gewinner), der Millionär erkennt (natürlich!) die Begabung des jungen Mannes und stellt ihn - nach einigem Hin und her - ein.
Alles in allem nicht tiefschürfend, aber herzerfrischend und zum Schmunzeln.
Die Geschichte ist übrigens mit leichter Hand genial verfilmt von Kurt Hoffmann.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schöne Rezitation mit kleinen Schwächen, 26. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Drei Männer im Schnee (Audio CD)
Wenn man die fünf CDs angehört hat, versteht man die Lobeshymnen auf den Rezitator im beiliegenden Booklet: Da wird die deutliche und gepflegte Aussprache ohne Schludern und Silbenverschlucken gerühmt. Das ist richtig: Herr Schatz liest nicht nur deutlich, er liest manchmal sogar etwas überprononciert. So übertreibt er das Rollen der R's entschieden und schlägt, um Endsilben nicht zu verschlucken, ins gegenteilige Extrem um, indem er sie überbetont.
Dennoch ist es im Großen und Ganzen eine Freude, ihm zuzuhören. Er schlägt genau den richtigen Ton an, nicht zu locker-fröhlich, niemals sentimental, mit der jeweils adäquaten Dosis von Ironie und Ernsthaftigkeit. Er hat den Geist des Buches erfaßt und weiß ihn an den Hörer weiterzugeben.
Eine kleine Schwäche des Rezitators ist, daß er nicht allen Buchfiguren gleichermaßen eine individuelle "Stimme", eine eigene Sprechweise, einen eigenen Ton zukommen läßt. Tobler/Schulze (dessen "Stimme" durchaus an Paul Dahlke erinnert) und der Portier Polter sind sehr charakteristisch dargestellt; die anderen Figuren sind in der wörtlichen Rede oft kaum voneinander und von der Erzählerstimme zu unterscheiden. Das ist schade, zumal das Potential dazu gewiß da gewesen wäre. Eine weitere Nuance hätte der Rezitator dem Ganzen hinzusetzen können, wenn er die verschiedenen Dialekte, in denen die Figuren sprechen oder sprechen könnten (und die im Text durchaus angedeutet werden), etwas radikaler und naturalistischer dargestellt oder gar parodiert hätte. Auch hier wird vorhandenes Gestaltungspotential nicht optimal genutzt.
Dennoch: Eine hörenswerte Version des reizenden Romans von Erich Kästner, die man empfehlen kann.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein leichtes Buch zum Entspannen, 4. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Drei Männer im Schnee (Taschenbuch)
Kennt man Kästner seit Jahrzehnten als "den" Autor von mehrfach verfilmten Kinderbüchern, so sollte man ihn sich durchaus einmal zwischendurch auch als Erwachsener gönnen. Der Roman "Drei Männer im Schnee" - bekannt durch die streng am Buch orientierte und wunderbare Schwarzweiß-Verfilmung aus dem Jahre 1955 mit Claus Biederstedt in der Rolle des Dr. Hagedorn - lädt geradezu dazu ein, ein unbeschwertes und leicht bekömmliches Buch zu lesen. Natürlich ist die Handlung vorhersehbar und trival aber dennoch umso amüsanter. Insbesondere durch Kästners Wortwitz wird diese klassische Verwechslungskomödie zum amüsanten Lesespaß, der auch in der heutigen Zeit immer noch - auch für Erwachsene - empfehlenswert ist.
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5.0 von 5 Sternen Ein Millionär als armer Schlucker!, 8. April 2015
Von 
Larissa - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Kommerzienrat Schlüter, seines Zeichens Millionär aus Berlin, der bei einem Preisausschreiben, das von einer seiner eigenen Firmen veranstaltet wird, den zweiten Preis gewinnt - nämlich einen Aufenthalt in einem sehr noblen Wintersport-Hotel. Und nun beginnen die Verwicklungen, die der Autor der Geschichte, nämlich kein geringerer als Erich Kästner, ersonnen hat:
Hilde, die Tochter des Millionärs Schlüter, erfährt, dass ihr liebenswerter, etwas naiver Vater in dem Grandhotel als armer Mann auftreten will. Sie ruft den Direktor des Hotels an und schildert die Situation. Aber - eine Panne, mit weitreichenden Folgen passiert. Der Preisträger des 1. Preises, ein wirklich armer Schlucker, der mit von der kargen Rente seiner Mutter lebt, weil er, trotz all seinen Bemühungen, keine Arbeit finden kann (man sieht, alles hat es schon einmal gegeben, denn der Roman spielt in der Zeit der Weimarer Republik, als viele Menschen arbeitslos und sehr arm waren). Und dieser wirklich arme Mann, wird nun irrtümlich für den verschrobenen Millionär gehalten.

Der Roman, wie viele Werke des großen deutschen Erzählers, Erich Kästner, zeigt sehr humorvoll, mit vielen Gags, aber auch sehr nachdenklich stimmend, auf, wie Geld die Menschen verändert. Wer den Roman nur als Unterhaltungsliteratur verstehen will, na gut!!!

Aber Kästner möchte, wenn auch hier auf eine eher schlichte Art, auf die Sorgen und Nöte seiner Mitmenschen in unsicherer Zeit aufmerksam machen. Doch auch, wer einmal herzlich lachen möchte, kommt auf seine Kosten.

Schon als Kind habe ich mit Begeisterung die Romane für Kinder von Erich Kästner gelesen. Und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie tieftraurig, entsetzt und verwirrt ich war, als mir meine Mutter erzählte, dass Kästners Bücher während der Nazizeit verboten waren und sogar verbrannt wurden.

Doch zurück zu dem Buch "Drei Männer im Schnee". Prima finde ich, dass der Titel jetzt als Kindle-Edition bestellt werden kann. Den Untertitel "Inferno im Hotel" finde ich persönlich einfach scheußlich!
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5.0 von 5 Sternen Schein und Sein, 21. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Drei Männer im Schnee (Taschenbuch)
Der Geheimrat rieb sich die Hände. »Erraten! Ich reise diesmal nicht als der Millionär Tobler, sondern als ein armer Teufel namens Schulze. Endlich einmal etwas anderes. Endlich einmal ohne den üblichen Zinnober.« Er war begeistert. »Ich habe ja fast vergessen, wie die Menschen in Wirklichkeit sind. Ich will das Glashaus demolieren, in dem ich sitze.«

Geheimrat Tobler gehört einer Minderheit an. Er ist Millionär, sogar Multimillionär. Ihm gehören diverse Fabriken, Banken und Warenhäuser. Unter dem Namen „Schulze“ nimmt er an einem Preisausschreiben einer seiner Firmen teil und gewinnt tatsächlich den 2. Preis: Einen 10tägigen Winterurlaub in einem Nobelhotel. Zum Entsetzen seiner Familie will er seinen Gewinn antreten – allerdings nicht als reicher Mann, sondern als armer Schlucker Schulze. Akribisch bereitet er sich vor…
„In Toblers Arbeitszimmer sah es beängstigend aus. Neben den Neuanschaffungen lagen Gegenstände, die der Geheimrat auf dem Oberboden in staubigen Truhen und knarrenden Schränken entdeckt hatte. Ein Paar verrostete Schlittschuhe. Ein warmer Sweater, der aussah, als habe er die Staupe. Eine handgestrickte knallrote Pudelmütze. Ein altmodischer Flauschmantel, graukariert und mindestens aus der Zeit der Kreuzzüge. Eine braune Reisemütze. Ein Paar schwarzsamtene Ohrenklappen mit einem verschiebbaren Metallbügel. Ein Spankorb, der längst ausgedient hatte. Und ein Paar wollene Pulswärmer, die man seinerzeit dem Leutnant der Reserve in den Schützengraben geschickt hatte.“

Seine Familie ist ja schon einiges von ihm gewöhnt. Schließlich ist Tobler ein Mensch, der für Nudeln mit Rindfleisch jedes 3-Sterne-Menü stehen lässt. Was in seinem Kopf vor sich geht, ist den lieben Angehörigen daher völlig klar…
»Er will die Menschen studieren. Er will ihre Moral auf Herz und Nieren prüfen.«

Zur gleichen Zeit macht sich ein tatsächlicher armer Schlucker auf die Reise in dasselbe Nobelhotel. Ein junger Mann, seit Jahren arbeitslos, von seiner Mutter in den einzig vorhandenen „guten“ Anzug gesteckt – und der Gewinner des 1. Preises. Als jetzt noch Toblers Tochter heimlich den Hoteldirektor anruft und über die Anreise eines verkleideten Millionärs informiert, steht der Verwechslungskomödie nichts mehr im Wege…

Viele werden die Verfilmung zu diesem Buch kennen, das erstmals 1934 erschien. Ich mag sie auch, aber das Buch hat noch seinen ganz besonderen Reiz. Dieser liegt begründet in der Art und Weise, in der Kästner mit Worten umgehen konnte. Man fliegt durch den Text und nimmt - ganz nebenbei – ironische Spitzen mit…
„Wenn eine Frau gehorcht, darf sie sogar gebildet sein.“
…und herrliche Satire, als kluge Sätze getarnt…
„Echte Mißverständnisse vervielfältigen sich durch Zellteilung. Der Kern des Irrtums spaltet sich, und neue Mißverständnisse entstehen.“

Natürlich wirft man auch einen Blick in die Seele der Menschen. Wirklich Überraschendes kommt dabei nicht zutage, denn mal ehrlich: Wie oft beurteilt man einen Menschen nach seinem Aussehen? Wie normal ist es doch, ohnehin schon reichen Menschen jede mögliche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und sie mit teuren Werbegeschenken zu überhäufen, die sich diese problemlos selbst kaufen könnten und im Grunde gar nicht wertzuschätzen wissen während arme Menschen zusehen müssen, wie sie ihre Grundbedürfnisse erfüllen können.
Im Grunde haben wir hier also ein ernsthaftes Thema, das jedoch von Kästner so leicht und humorvoll präsentiert wird, dass man sich beim Lesen einfach gut unterhalten fühlt. Und am Ende, nachdem man das Buch hochzufrieden zugeklappt hat, noch ein bisschen nachdenkt…

Ach ja, falls jemand die Geschichte noch gar nicht kennen sollte: Es ist keine Weihnachtsgeschichte, sie spielt lediglich in einem Skigebiet. Und auch, wenn sie schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat, würde sie heute sicher genauso ablaufen.

Fazit: Humorvoll, ironisch. Ein zeitloser Roman, der ein ernsthaftes Thema sehr unterhaltsam präsentiert.

Ein kleines Zitat möchte ich noch anbringen. Jeder Leser wird verstehen, warum:
»Ein kleines Kind ist er! Ich weiß nicht, woran es liegt. Im Grunde ist er doch ein gescheiter Mensch. Nicht? Und so nett und nobel. Aber plötzlich kriegt er den Rappel. Vielleicht liest er zu viel. Das soll sehr schädlich sein. Nun haben wir die Bescherung. Nun fährt er als armer Mann in die Alpen.«
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5.0 von 5 Sternen Kästner-Spaß für Erwachsene, 10. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Drei Männer im Schnee (Taschenbuch)
Erich Kästner, einer der beliebtesten Kinderbuch-Autoren Deutschlands, schrieb dieses komödiantische Buch 1934. Zu dieser Zeit war er bereits beim Nazi-Regime in Ungnade gefallen, und doch scheute er sich nicht eine sozial-parodistische Gesellschaftssatire zu gestalten, welches einen der kuriosesten und skurrilsten Blicke auf den Unterschied zwischen arm und reich wirft.

Kurz zum Text: Der Multimillionär Tobler schlüpft in die Rolle des armen Schluckers Schulze. Er nimmt sich ein Zimmer in einem Wintersport-Luxushotel und will als Personifikation der Unterschicht das Leben mit den Reichen erleben. Bevor er ins Hotel einzieht, informiert seine Tochter, aus Sorge um den Vater, den Hoteldirektor über das Verdeck-Spiel. Ein anderer Gast, nämlich der arbeitslose promovierte Fritz Hagedorn, kommt früher als Tobler im Hotel an und wird trotz seiner ärmlichen Kleidung für Tobler, dem Multimillionär inkognito, gehalten. Tobler, alias Schulze, wird wiederum tatsächlich für einen armen Mann gehalten. So beginnt ein amüsantes Verwirrspiel zwischen dem Hotelpersonal, Tobler und Hagedorn, in dem die beiden Männer sich, trotz der seltsam-lustigen Situation, anfreunden.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Es ist ein charmanter Spaß, bei dem vor allem erwachsene Leser auf ihre Kosten kommen dürften. Erich Kästner wird uns auch durch dieses Werk im Gedächtnis bleiben.
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Drei Männer im Schnee
Drei Männer im Schnee von Erich Kästner (Taschenbuch - 1. November 1988)
EUR 7,90
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