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Kundenrezensionen

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am 10. Oktober 2007
Konrad Zündel, vorbildlicher schweizer Lehrer, mustergültiger Ehemann, Steuerzahler und regelrechter Verkehrsteilnehmer, will in den Urlaub fahren, als ihm ein Schneidezahn verloren geht. So entstellt, entscheidet er, kann man keinen Urlaub antreten und kehrt nach Hause zurück. Doch irgendwie ist von da ab nichts mehr wie bisher; seine Frau, alles andere als begeistert über die Rückkehr, verlässt nach einer unerquicklichen Beziehungsdiskussion das Haus. Der entgeisterte Zündel reist erneut alleine los, nur, einen Urlaub kann man das Folgende nicht nennen. Er irrt von Hotel zu Hotel, denkt über sein bisheriges Leben nach, das angepasste, langweilige, allen Erwartungen anderer immer gerecht werdende Leben des Konrad Zündel, ein Leben, so scheint es ihm, als immerwährender Verlierer, als Gedemütigter und ewiges Opfer. Das soll sich ändern. Eine Waffe muss her!

Auch wenn die Beschreibung es nicht vermuten lässt: Markus Werner gelingt es, diesem keinesfalls neuen Thema ein spannungsreiches, hoch interessantes und humorvolles (!) Buch abzugewinnen. Man liest es gerne, schnell und in der stärkerwerdenden Hoffnung, es möge sich alles "zum Guten wenden". Man spürt jedoch: Es kann hier kein Happy-End geben (und der Titel lässt hier auch keinen Raum für diesbezügliche Wünsche).

So ist der lange Abgang des Konrad Zündel eine turbulente, fast surreale Reise mit skurrilen Begegnungen, mit aphorismenhaften Erkenntnissen (die besonders dem männlichen Leser aus der Seele sprechen?) und herrlichen Dialogen.

Mein ewiges Dilemma: Kann man diesem kurzen Roman genauso fünf Sterne geben, wie z.B. den "Buddenbrooks"? Ich zögere lange und gebe dann doch "nur" die stärksten vier Sterne meiner bisherigen Rezensionen.

Eine klare Leseempfehlung!
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am 12. Juni 2001
Dieses Buch ist ein köstliches Stück Literatur, obwohl es wenig Erbauliches enthält: Zündel, Mitte dreißig, Lehrer, pessimistisch, panisch, glücklos, hat sein Verschwinden schon hinter sich: ein Freund dokumentiert seinen Abgang, sichtet Zündels Notizen, vermutet. Die großen Ferien stehen an. Nur weg! Zündel flieht nach Italien, findet um sich und in sich nur Enttäuschung. Wieder im Beruf funktioniert er nicht mehr: Seine Wahrheit wird ihm zum Verhängnis, er entrückt, weil er sagt, was er denkt. Markus Werners messerscharfe Prosa entwirft herrliche Sprachbilder und köstliche Weisheiten: "Rücksichtnahme heißt Selbstverlust", "Unzuverlässigkeit heißt Selbstbestimmung", "Vertrauen ist eine subtile Form der Unterdrückung" jammert der Held anklagend in seinem 'neuen Wörterbuch', den Zank mit der Ehefrau kommentierend. Und: "Ich bin ein Bett-Rebell. Und schon das ist mir zuviel." Hier wird der Abgesang auf die Welt zu einem Abgesang des Privaten. Markus Werner zeigt seinen Helden entwaffnend ehrlich, feige, labil und zerrüttet. Hermann Hesse blendet uns, Markus Werner spiegelt uns. Vielleicht geht es darum, seiner eigenen Entfremdung vorzubeugen, anstatt vor ihr zu fliehen. Zündel geht ab, einen Gipsklumpen hinterlassend: "Dies blieb die einzige Spur." Die Zündschnur ist abgebrannt. Es gab keinen Knall. Ein Buch wie ein Gefäß der Offenbarung: eine wunderbare, stille Tragödie.
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am 12. März 2006
Der Schweizer Gymnasiallehrer Konrad (Koni) Zuendel und seine Frau Magda entschliessen sich, dieses Mal den Sommerurlaub getrennt zu verbringen. Zuendel faehrt Richtung Italien, verliert einen Schneidezahn, trinkt sich durch Bars, zieht von Hotel zu Hotel, und entfernt sich immer weiter von seiner alten Realitaet. (Das klingt langweilig...) Zuendel stossen in seinem Urlaub jede Menge kleine Katastrophen zu. Am Ende geht Zuendel ab. (Das klingt tragisch...)
Das Buch ist aber lustig, komisch, unterhaltsam. Und voll Lebensweisheit. Grossartig!
"Jeder ist ein mehr oder weniger findiger Bemaentelungsexperte, Entlastungstechniker und Rechtfertigungsspezialist, der noch seine schuftigsten Schritte zu adeln versteht. Jedes Wort ein ausgehusteter Schleimpropf! Jeder Satz ein oeliger Vorwand! Unredlichkeit als Grundform des menschlichen Daseins! Unwahrhaftigkeit als Gestaltungsprinzip und zweite Natur! So schwindeln sich alle von Unterschlagung zu Unterschlagung, von Selbstbetrug zu Selbstbetrug, und am Ende schlottert auf jedem Totenbett nichts weiter als ein stinkiger, schmieriger und monstroeser Klumpen Verlogenheit. In Ewigkeit. Amen." Bald drauf schlief Zuendel ein.
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am 1. September 2004
"Zündels Abgang" geschieht fast lautlos (von einem Streit im Lehrerzimmer und einem Schuss mal abgesehen), und wir Leser sind die Zeugen seines Abgangs. Das hat was Intimes, was sehr Menschliches. Und während des Lesens, während sich Zündel von uns entfernt, kommen wir ihm immer näher, hoffen, dass es entgegen dem Titel vielleicht doch kein Abgang ist. Insofern wird die Geschichte im Verlauf immer spannender, weil wir wissen wollen, ob Zündel "die Kurve kriegt"; schließlich ist er einer von uns.
Ich kannte vorher nichts von Markus Werner, habe mich jetzt aber erstmal eingedeckt mit seinen Büchern, weil ich beim Lesen von "Zündels Abgang" einen Autoren entdeckt habe, der äußerst kluge Dialoge schreiben kann, der mit leichter Hand und klugem Humor Einsichten in die menschliche Fehlerhaftigkeit vermittelt und darüber hinaus gute Geschichten in einem ausgezeichneten Stil erzählt.
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am 9. Oktober 2007
Ein heißes Bad, ein wohlig warmes Bett - Geborgenheit! Was aber, wenn beabsichtigt wird, den Urlaub getrennt vom Ehepartner zu verbringen? Was wenn man zum Pechvogel schlechthin avanciert? Wenn verlorene Schneidezähne und abgetrennte Zeigefinger das Schicksal lenken? Wenn man in die Stadt der eigenen Zeugung zurückkehrt? Und was, wenn man sich bloß irrt und dennoch heiß läuft?

Konrad Zündel bricht seine Urlaubsreise - nach Griechenland - bereits in Ancona ab und kehrt nachhause zurück. Die Überraschung ist zwar gelungen, dennoch ist seine Frau Magda wenig begeistert ob der Abmachung, den Urlaub getrennt zu verbringen, öffnet ein "Ventil" - doch leider das falsche. Zündel plant seinen Abgang! Die Katze bei der Nachbarin geparkt, macht er sich auf den Weg nach Genua, um eine Waffe zu erstehen, dokumentiert Reise und Erlebnisse. Vorerst wird er zurückkehren - doch irgendwie verändert. Viktor - Icherzähler, Pfarrer und bester Freund Konrads wird uns die Geschichte erzählen.

Weder vom sprachlichen Geniestreich noch vom Wortwitz wird hier die Rede sein, denn diese liefert Markus Werner serienmäßig!

Ein Lehrer über Dreißig, fünf Jahre verheiratet, ruhig, in sich gekehrt, ja beinahe igelig: das ist der Zündel - fast tut er einem leid, in seinem Irrgang. Vom Pech verfolgt und gepeinigt, spürt man beinahe selbst die Schrammen sowohl am Körper als am EGO, fühlt den Kater am nächsten Morgen und seine Ausweglosigkeit - wie ihm erscheint. Aber nicht nur Zündel ist hervorragend porträtiert, auch die Schuldgefühle Magdas und ihre unbeschreibliche Erleichterung über Zündels Rückkehr wurden zum Mitfühlen geschaffen. Nach Zündels Abgang fällt der Vorhang, was sich dahinter verbirgt, ist privat.
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am 20. Mai 2006
Ich hatte dieses Buch von meinem Vater erhalten. Er wollte das ich es unbedingt sofort lese, was ich dann auch getan habe. Nachher fragte ich weshalb ich es unbedingt hatte lesen müssen, er meinte nur dazu, dass es sozusagen seine Auto-Biographie sein könnte. Dies brachte mich bisschen zum grübeln, denn ich bin doch schon ziemlich wie mein Vater. Mir war klar, dass er das mit der Auto-Biographie nur im übertragenen sinne gemeint hatte, dennoch hatte es mich überrascht.

Zündel ist doch ein Liebenswerter Kerl, der einem Leid tut. Obwohl, wenn man ihn kennen würde und das tu ich ja in gewisser weisse, hätte er es nicht gern, wenn man mit ihm Mitleid hätte. Das Buch ist so kompakt, voller Weisheit und Überraschung. Nie denkt man, dass einem was gelehrt wird, man hört einfach zu und denkt sich "ja das stimmt".

Jeder der mal was anderes lesen will, soll es unbedingt mit Zündel probieren!
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am 14. Dezember 2005
Da ihm ein Zahn ausgebrochen ist, kehrt Konrad Zündel unerwartet früh aus seinem Urlaub nach Hause zurück. Sein Frau empfängt ihn nicht nach seinen Vorstellungen und er wird misstrauisch. Zündel vermutet seine Ehe am Ende und plant in seinem nun doch noch angetretenen Ferien, fluchend auf Frau und Welt, seinen Abgang. Seine Schwermut und Lebensverdrossenheit gipfelt in einem Abgang, den Zündel so nicht geplant hat.
Man fragt sich am Ende des Buches, das wegen seiner Kürze vielleicht doch eher eine Erzählung als ein Roman ist: Wie konnte ich so herzhaft über ein doch so ernstes Buch lachen? Diese Tragikomik ist das Charakteristische an Markus Werners Literatur. Hintersinnig-ironische Elemente sind verwoben mit der Tragik des Alltags, dem seine, oft verbitterten, Figuren nicht gewachsen sind.
Sehr lesenswerte deutschsprachige Lektüre! Und unbedingt auch andere Bücher von Werner lesen. Alle phantastisch!
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am 12. Januar 2006
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Der Geschichtslehrer Konrad Zündel und seine Frau haben beschlossen, den Urlaub getrennt zu verbringen. Jetzt hat er einen Stiftzahn verloren und möchte gerne von seinem eigenen Zahnarzt behandelt werden, desshalb fährt er erst einmal heim um sich dann zu wundern, dass seine Frau nicht total darüber begeistert ist und eigentlich was anderes vorhat. Zündel glaubt seine Ehe am Ende und fährt letzten Endes doch noch in den Urlaub. Auf seiner Reise verliert er mehr und mehr den Bezug zur Realität oder die Realität verliert ihn. Am Ende ist er abgegangen.
Der Roman ist wie ein Bericht verfasst. Erzählt wird die Geschichte von dem Ich-Erzähler Viktor Busch, einem Freund Konrads, der sie aus dessen Notizen rekonstruiert hat.
Wenn Sie mal wieder in Sprache schwelgen wollen, geschliffene Formulierungen mögen, dann ist das Ihr Buch. Als Beispiel das folgende kurze Zitat: «Formulierungen stülpen sich röhrend über stöhnende Fakten. Tatsachen spreizen die Schenkel und gewähren korrupten Sprachstücken Einlaß. Das Substantiv hat ein steifes Adjektiv und rammt die Wirklichkeit von hinten. Endlos, schamlos, trostlos paaren sich Sätze mit Sachverhalten und das Produkt dieser Unzucht heißt Zeitung.»
Das Buch ist voll von solchen starken Bildern, und nach den gut 100 Seiten möchte man am liebsten von vorne anfangen oder den nächsten Markus Werner zur Hand nehmen.
Auf jeden Fall eine Kaufempfehlung.
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am 30. November 2011
Konrad Zündel sagt der Welt adieu: aus Bitterkeit, Frust, falsch Verstandenem, ungeklärten Irrtümern ? Man kommt als Leser nicht vollständig hinter das Geheimnis des fatalen Lebensverdrusses dieses Mannes, das ihn schliesslich in den Wahnsinn und Abgrund treibt.

Trotz der dramatischen Tragweite, die der Erzählung zugrunde liegt, handelt es sich um eine absonderliche Erzählung, die durchaus manchmal komische dann auch wieder sehr ernste und nachdenkliche Teile enthält. Der Leser bleibt ratlos und seltsam berührt zurück.

Der Autor verknüpft in seiner Erzählung das eigentliche Geschehen und die Handlung mit den bizarren Gedanken und philosophischen Ausschweifungen Zündels. Alles in allem hat mir das Buch gefallen. Sobald man sich an die Erzählweise des Autors gewöhnt hat, fängt sie einem an zu gefallen.
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am 7. Februar 2013
Schließe mich mal einem Forredner zu 100% an und Gebe 5 Sterne

Dieses Buch ist ein köstliches Stück Literatur, obwohl es wenig Erbauliches enthält: Zündel, Mitte dreißig, Lehrer, pessimistisch, panisch, glücklos, hat sein Verschwinden schon hinter sich: ein Freund dokumentiert seinen Abgang, sichtet Zündels Notizen, vermutet. Die großen Ferien stehen an. Nur weg! Zündel flieht nach Italien, findet um sich und in sich nur Enttäuschung. Wieder im Beruf funktioniert er nicht mehr: Seine Wahrheit wird ihm zum Verhängnis, er entrückt, weil er sagt, was er denkt. Markus Werners messerscharfe Prosa entwirft herrliche Sprachbilder und köstliche Weisheiten: "Rücksichtnahme heißt Selbstverlust", "Unzuverlässigkeit heißt Selbstbestimmung", "Vertrauen ist eine subtile Form der Unterdrückung" jammert der Held anklagend in seinem 'neuen Wörterbuch', den Zank mit der Ehefrau kommentierend. Und: "Ich bin ein Bett-Rebell. Und schon das ist mir zuviel." Hier wird der Abgesang auf die Welt zu einem Abgesang des Privaten. Markus Werner zeigt seinen Helden entwaffnend ehrlich, feige, labil und zerrüttet. Hermann Hesse blendet uns, Markus Werner spiegelt uns. Vielleicht geht es darum, seiner eigenen Entfremdung vorzubeugen, anstatt vor ihr zu fliehen. Zündel geht ab, einen Gipsklumpen hinterlassend: "Dies blieb die einzige Spur." Die Zündschnur ist abgebrannt. Es gab keinen Knall. Ein Buch wie ein Gefäß der Offenbarung: eine wunderbare, stille Tragödie.
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