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28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Ein ergreifendes Werk, dass den Leser im Herzen trifft,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Züchtigung (Gebundene Ausgabe)
Anna Mitgutsch„Die Züchtigung" „ Er schlägt selten mit der bloßen Hand zu, seine Schläge hinterlassen immer Spuren, Nasenbluten, blutunterlaufene Flecken, geschwollene blaue Augen, manchmal einen wackelnden Zahn. Die Strafe ist immer gerecht und wohlverdient. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es." Marie, die seit ihrer Kindheit am Bauernhof ihrer Eltern gezüchtigt und ausgebeutet wurde, flüchtet in die Ehe mit Friedl, einem Häusler, der unter ihrem Stand steht. Dieses gesellschaftliche Absinken beeinflusst ihr ganzes weiteres Leben und auch das ihrer einzigen Tochter Vera, die sie um jeden Preis in höhere Kreise einführen will. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen gelingt es ihr nicht, Vera ohne physische und psychische Demütigungen zu erziehen. Vera, die nach Maries Tod ihre Kindheit reflektiert, erkennt, dass auch sie ihrer Mutter in vielem ähnelt. Die im Österreich der Nachkriegszeit geborene Autorin Anna Mitgutsch reiht Grausamkeit an Grausamkeit, Züchtigung an Züchtigung und ihre Worte schrecken in ihrer Deutlichkeit den Leser auf und treffen ihn tief im Herz. Besonders schockierend mag wirken, dass die Familie nach außen hin harmonisch und wohlhabend scheint, in ihrem Inneren, hinter verschlossenen Türen, kommt jedoch die Wahrheit ans Licht. Anna Mitgutschs emotionaler Stil unterstützt die Leidenschaft der Worte und für den Leser stellen sich am Ende nur zwei Fragen: Kann der Teufelskreis der Züchtigung unterbrochen werden? Warum versucht der misshandelte Mensch die ihm widerfahrenen Züchtigungen ständig zu rechtfertigen und sucht in der ihm entgegenschlagenden Verzweiflung die Liebe? Die Antworten darauf kann nur jeder für sich selbst finden. Die Reaktionen der Leser reichen von Unverständnis bis zur Begeisterung, doch alle schließen das Buch erschüttert und nachdenklich. ©MM 2000 Mathew, Seeber, Wegscheider, Wilpernig Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Brillant - realistisch und lyrisch zugleich,
Rezension bezieht sich auf: Die Züchtigung: Roman (Taschenbuch)
"Die Züchtigung" ist eines der bestgeschriebenen Bücher, die mir je begegnet sind. Dieser Roman, der in verschiedenen Rückblenden (die den Lesefluss keineswegs holpern lassen) das Leben dreier Frauengenerationen, Tochter, Mutter, Großmutter - alle drei verstrickt in Gewalt, Hass, Selbsthass, Einsamkeit und der Unfähigkeit, sich aus diesen Verstrickungen zu lösen.Der Roman beginnt auf einem österreichischen Bauernhof einige Jahre vor dem 2. Weltkrieg. Hier wächst Marie, die Mutter der Hauptperson auf, in einer ländlich-derben Umgebung: der Vater säuft, hurt und schlägt den Rest der Familie. Die Mutter verachtet die Tochter und behandelt sie mehr als Konkurrentin... Diese ersten Szenen sind sehr stark und atmosphärisch: Ein perfektes Sittengemälde - die derb-brutale Ehe der Eltern, die kuhwarmen Ställe, die kleinen Konkurrenzkämpfe der Geschwister, die weiten Wiesen, die von Hand gemäht werden, die halb ungebildet, halb selbstgerecht-schadenfrohe Bauerngesellschaft unter Nazi-Herrschaft. Mitten darin die häßliche, sich unverstanden fühlende Marie. Dann ist Marie erwachsen, verheiratet mit einem sozial unterlegenen Mann, hat selbst ein Kind: Der eiserne Wille zum gesellschaftlichen Ausstieg macht sie zur Züchtigerin. Sie reicht die Gewalt weiter, aber anders - sie ist nicht jähzornig und unbeherrscht wie ihr Vater, sie ist kalt und gerecht, wie man sich die Direktorin eines engl. Internates vorstellt. Und die Tragik der Geschichte nimmt ihren Lauf: sie schlägt ihr Kind brutal, sie deformiert es, sie zerstört es und nimmt ihm jede Lebenstüchtigkeit. Vielleicht reichen von der Handlung viele Biographien an dieses Buch heran, aber die Exzellenz dieses Buchs besteht in der Erzählweise: Zeitweise schreibt Mitgutsch sehr "authentisch", man hört den breiten österreichischen Dialekt, alltagssprachlichen Satzbau - und unvermittelt driften Passagen dann ins Lyrische, ins Surrealistische und sie wartet mi t starken Bildern auf, als wären die Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt plötzlich aufgehoben. (Manchmal hätte man sich fast ein wenig mehr Zurückhaltung gewünscht.) Auf jeden Fall eine Empfehlung wert: großartig geschrieben, keine Längen, authentisch und psychologisch glaubwürdig. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Gänsehaut inklusive!!!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Züchtigung: Roman (Taschenbuch)
Marie opfert sich für ihre Familie auf. Allen voran für ihre einzige Tochter Vera. Daheim wird sogar gehungert, nur um Vera den Besuch einer teuren Privatschule zu ermöglichen. Sie soll es schließlich einmal besser haben als Marie.Aber das Kind ist undankbar. Es weiß nicht zu schätzen was die Familie für sie tut. Und Undankbarkeit gehört bestraft. Gehorsam und gutes Betragen gehört erzwungen. In 18 Jahren psychischer und physischer Misshandlung und Demütigung gibt Marie all den Schmerz den sie selbst während ihrer lieblosen Kindheit und Jugend erleiden musste an Vera weiter. Nichts kann diese ihr Recht machen und das geringste Zuwiderhandeln gegen ihre strengen Regeln wird unbarmherzig bestraft. Vera ist mittlerweile erwachsen und selbst Mutter einer Tochter. Marie ist schon lange tot, doch sie bestimmt immer noch Veras Leben und Denken. Immer wieder ertappt sie sich dabei ihrer Mutter gefallen zu wollen, mit Ehrgeiz und Arbeitsamkeit um ihre Anerkennung und Liebe zu eifern. Verzweifelt versucht sie ihrer Tochter eine glücklichere Kindheit zu geben als sie selbst hatte - den Kreislauf zu unterbrechen. Doch ihr endloser Kampf gegen den Schatten ihrer Mutter und ihre immer wiederkehrende Flucht vor der Vergangenheit machen sie blind für die Wurzellosigkeit und das Unglück ihres Kindes - nicht mit Schlägen, sondern durch Unnahbarkeit und Gefühlskälte verletzt sie es. Ein Buch das bewegt, mitreisst, aufwühlt und einen lange nach Zuklappen nicht mehr losläßt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Fühlbare Geschichte,
Rezension bezieht sich auf: Die Züchtigung: Roman (Taschenbuch)
Selten findet man ein Buch was so unter die Haut geht. Schon von der ersten Seite wird man in das Leben der Marie gezogen. Marie hat ihr ganzes Leben nur einen Wunsch. Liebe und Anerkennung. Schon als Kind wird ihr das verwehrt. Mit Schlägen zeigen ihre Eltern, was eine "Erziehung" ist. Unglücklich verheiratet, immer noch hoffend auf Liebe und Anerkennung wird sie Mutter. Die Kälte und Gewalt, die sie in sich hat, gibt sie weiter an ihre Tochter. Man liest und könnte aufschreien "hör auf das Kind zu schlagen, gib ihm Liebe". Und am Ende kommen einen die Tränen vor Mitleid für Marie. Anna Mitgutsch schreibt so intensiv, dass man nicht glauben mag, dass es eine erfundene Geschichte ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Irritierend, aber wirklich gut,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Züchtigung: Roman (Taschenbuch)
Man erlebt die Geschichte eines jungen Mädchens, das von einer autoritären Mutter aufgezogen wird und in seinem späteren Leben hart damit zu kämpfen hat. Es merkt immer deutlicher, wie sehr es seiner Mutter ähnelt und kommt damit überhaupt nicht klar.Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, deshalb habe ich es auch innerhalb von 3 Tagen durchgelesen. Die Geschichte fesselt einen so sehr, dass man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Lesenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2.0 von 5 Sternen
nicht so meines,
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Züchtigung: Roman (Taschenbuch)
mir hat das Buch nicht so gefallen. Ich musste es damas aber von der Schule aus lesen. Ich fand es etwas langweilig...
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3.0 von 5 Sternen
bedrückend und düster.,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Züchtigung: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch habe ich nicht fertig gelesen weil es sehr düster und bedrückend war. Wie grausam muß eine Kindhei gewesen sein, wenn man solch ein Buch schreibt. Ich bin ziemlich erschüttert. Vor allem zeigt es das keine Anstrengung das Erbe der Kindheit und des Milieus, in das man hineingeboren wird, langfristig ändern kann.Lesern mit starken / unempfindlichen Nerven zu empfehlen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Großartig,
Rezension bezieht sich auf: Die Züchtigung: Roman (Taschenbuch)
Anna Mitgutsch erzählt in dem Roman "Die Züchtigung" die Lebensgeschichte einer östereichischen Bauerntochter und die ihres Verhältnisses zu ihrer späteren Tochter.Der Titel und der Klappentext lenken die Erwartungshaltung des Lesers stark auf den Aspekt der Gewalt - nun, die Tochter wird geschlagen und die Mutter ebenso - doch der Roman bietet so viel mehr: "Die Züchtigung" beschreibt das Verhältnis der Frauen verscheidener Generationen zueinander, angefangen bei der Großmutter, der solzen Bauernfrau, über die Mutter, die "unter Stand" heiratet, über die gebildete, aber unsichere Erzählerin bis zur geliebten, aber deprimierten Tochter der Protagonistin. Dies geschieht sehr differenziert: Trotz der häufigen Gewalteinwirkung wird deutlich, dass jede Mutter für ihre Tochter "nur das Beste" will und jede daran scheitert: So stark sich die jeweilige Tochter von der Mutter zu unterscheiden glaubt, so stark ist ihr Schicksal doch mit ihr verbunden. Trotz des ernsten Themas und der Erörterung komplexer psychologischer Gebilde, wie Abhängigkeit, Hass und Stolz ist der Roman so flüssig und interessant geschreiben, dass man ihn gar nicht aus der Hand legen möchte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Die Züchtigung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Züchtigung: Roman (Taschenbuch)
Marie wächst als eines von vielen Kindern auf einem Bauernhof auf. Ihr Leben ist geprägt von harter Arbeit und wenig Zuneigung. Für jede Verfehlung gibt es Schläge vom Vater.Erst durch ihre Heirat kann Marie diesem Leben entfliehen. Sie wird selbst Mutter einer Tochter, Vera. Sie will dass es ihrer Tochter einmal besser geht, ihrer Tochter soll es an nichts fehlen. Aber um ihre Tochter auf den richtigen Weg zu führen greift auch sie, wie schon ihr Vater, zum Mittel der Schläge. Die Ich-Erzählerin des Romans ist Vera, die nach dem Tod ihrer Mutter ihr Leben und das ihrer Mutter noch einmal Revue passieren läßt. Ein dünsterer Roman zum Thema Gewalt an Kindern, der auch deutlich macht wie schwer es sein kann die Muster, die uns unsere Eltern vorgelebt haben zu durchbrechen. Ein sehr gutes Buch, macht betroffen und regt zum Nachdenken an. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Erinnerungen an die eigene Kindheit,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Züchtigung: Roman (Taschenbuch)
Im gleichen Jahr wie Anna Mitgutsch geboren, ist mir dieses Buch bei einem Flohmarkt in die Hände gefallen und es hat mich beim Lesen dermaßen bewegt, weil sehr viele Einzelheiten mich an meine eigene Kindheit und die Erzählungen meiner Mutter erinnert haben: Sie war auf einem Bauernhof geboren, zu schwach für die Bauernarbeit, wurde Schneiderin, verließ in den 30-er Jahren die Heimat und ging als Kindermädchen zuerst nach Wien, dann nach Italien. Einem Ruf des "Führers" folgend kehrte sie 1939 zurück nach Österreich und erlebte in der Linz Bombenangriffe, Hungersnot, am Wochenende pilgerte sie immer zum Bauernhof des Bruders, der ihr die Nahrung mißgönnte, dann wurde sie von Verwandten/Bekannten mit einem unterernährten Kriegsheimkehrer, der 2 Jahre in russischer Gefangenschaft verbracht hatte, verheiratet, bekam ein Kind und erzog es genauso mit strenger Züchtigung, mit Klosterschule, als Arbeiterkind in einer Privatschule - wie Anna Mitgutsch.Ich erlebte ebenfalls die Zonengrenze auf der Nibelungenbrücke, die harten Strafen für Nichtigkeiten, lesen war verboten, weil es nicht produktiv ist, ... Auch ich brach aus diesem "Gefängnis" aus und lebte - teilweise fern von der Heimat - mein eigenes Leben, gebar ein Mädchen und wie bei Anna Mitgutsch galt auch für mich die Devise: "Ich tue meinem Kind nicht dasselbe an, wie ich es erleiden musste." Ein spannendes Buch, für das man gute Nerven braucht und trotzdem beim Lesen in meinem Fall die eigenen Erlebnisse und Erinnerungen aufarbeitet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Die Züchtigung: Roman von Anna Mitgutsch (Taschenbuch - 1. Oktober 1987)
EUR 8,90
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