Kundenrezensionen


3 Rezensionen
5 Sterne:    (0)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kerin Roman sondern meisterhafte Aphoristik
Botho Strauß ist ein ungemein genauer Abschmecker aller Nuancen des Außergewöhnlichen und des Allerbanalsten, ein Chronist des Augeblicks und das in einer Sprache, die Präzision und Prosa vereinigt. Er gleicht dabei aber mitunter einem Bäcker, dessen Kuchen eine recht seltsame Gestalt besitzen, die aber immer gut schmecken, wobei die Metapher...
Veröffentlicht am 29. August 2004 von euripides50

versus
7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen hyperintellektuelle Literatur
Dieser Roman enthält stilistisch so unterschiedliche Kapitel, daß man erst nach einer Weile versteht, daß es wirklich eine zusammenhängende Geschichte ist, und keine Ansammlung von Kurzgeschichten.

Das erste Kapitel handelt vom Scheitern eines jungen unbekannten Regisseurs namens Leon an zwei bekannten Schauspielerinnen, die ihn zur...
Veröffentlicht am 16. Mai 2004 von dibegup


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kerin Roman sondern meisterhafte Aphoristik, 29. August 2004
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der junge Mann: Roman (Taschenbuch)
Botho Strauß ist ein ungemein genauer Abschmecker aller Nuancen des Außergewöhnlichen und des Allerbanalsten, ein Chronist des Augeblicks und das in einer Sprache, die Präzision und Prosa vereinigt. Er gleicht dabei aber mitunter einem Bäcker, dessen Kuchen eine recht seltsame Gestalt besitzen, die aber immer gut schmecken, wobei die Metapher des Geschmacks hier für den Genuss stehen soll, den die Lektüre seiner Prosa bereitet. In dem vorliegenden Buch konfrontiert er seine Leser mit Geschichten aus Tag und Traum, die nur eines gemeinsam haben - dass sie eben von einem jungen Mann erlebt, respektive in der Gestalt von Botho Strauß einfach nur geschrieben wurden. Am verständlichsten erscheint noch die Titelgeschichte „Der junge Mann", der das Deut eines jungen Regisseurs auf einer großen Theaterbühne erzählt. Einigermaßen rätselhaft dagegen „Der Wald", in dem eine junge Anlageberaterin plötzlich immer nur geradeaus fährt, bis sie im Wald dem „Bauarbeiterkönig" an der Spitze seines großen Gefolges begegnet, der sein Gefolge erschlagen hat, ehe der „Bauarbeiterkönig" die Anlageberaterin zu einem vermögenden Immobilienkaufmann begleitet, um bei dessen Anlageentscheidungen beratend mitzuwirken. Schwer nach Ökoschmus klingt „Die Siedlung", die Geschichte der Syks, einer weltweiten Absonderungsbewegung kleiner Gemeinschaften am Rande der Industriegesellschaft, die nach einer Erderwärmung neue Modelle des Fühlens, Sprechens und Kommunizierens erproben. Der viertel Teil des Buches ist dann erstmals nicht mehr ohne echte Längen. Vier Gestalten befinden sich vor einem Schloss, vor dem soeben ein König gestorben ist und ein jeder salbadert seitenlang über Gesellschaft, Leben und Epoche, dass kaum noch zu verstehen ist, wer wem widerspricht. Immer wenn sich die Reflexionen heißgelaufen haben, werden Geschichten erzählt, die wie „Die Frau auf der Fähre und „Die Geschichte der Almut" zwar in keinem sonderlich nachvollziehbaren Zusammenhang zu den Monologen stehen aber immerhin etwas besser zu lesen sind. Im letzten und fünften Teil des Buches trifft „Der junge Mann" aus dem ersten Teil einen älteren Regisseur in einem riesigen Wohnturm bei Köln wieder und verheddert sich in esoterische kunst- und filmtheoretische Betrachtungen.
Kein Wunder, dass die Lektüre jeden Leser einigermaßen ratlos zurück läßt. Der Ertrag an zum Teil äußerst treffenden Aphorismen oder literarischern Miniaturen ist enorm, aber einen Roman wird man dieses Werk im Ernst nicht nennen können. Es ist eine Sammlung von Thesen, Phantasien und kurzen Geschichten zu Gesellschaft, Film, Kunst, Literatur, die in ihrer Summierung mitunter ermüden. So möchte am Ende das, was der Protagonist die der letzen Geschichte seinem alter ego zuruft, auch diesem Autor wünschen: "Lass endlich den Episodenkram," heißt es an einer Stelle des Buches. „Du musst wieder zu einer großen bündigen Geschichte finden . Nur eine Geschichte mit einer soliden tragenden Spannung gewährt echte Freiheit für alle Seitensprünge und Nebenkriegsschauplätze."(S. 379). .
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwischen den Zeilen, 27. Februar 2001
Rezension bezieht sich auf: Der junge Mann: Roman (Taschenbuch)
Vor einiger Zeit begannen wir in der Schule dieses Buch zu lesen. Wie immer wenn wir in der Schule etwas lesen, bin ich zuerst skeptisch, denn meistens lesen wir nie etwas was mich fasziniert und fesselt zugleich. Ich hatte also keinerlei Erwartungen. Das Buch beginnt ziemlich harmlos. Doch Botho Strauss versteht es aus etwas scheinbar Harmlosem etwas Aussergewöhnliches zu machen. Auf den ersten Blick meint man, jedes Kapitel behandelt eine neue Geschichte, doch bei genauerem Durchlesen wird man Parallelen zu den vorhergehenden Kapiteln sehen. Ich habe das Buch zwar nicht in einem Ruck gelesen, dafür war es teilweise manchmal einfach zu langatmig und zu schwierig, doch Strauss Fantasie ist unübertroffen. Ich brauchte einige Zeit um dieses Buch zu verstehen. Man kann viel von der heutigen Gesellschaft in dieses Buch interpretieren. Obwohl es teilweise frauenfeindlich ist, sind es vor allem Frauen, die es lesen. Trotzdem kann ich jeder und jedem dieses Buch empfehlen, der auch zwischen den Zeilen lesen kann. Und vor allem auch wer gerne Fantasie auf eine andere Art geniessen möchte und gerne gesellschaftskritische Bücher liest.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen hyperintellektuelle Literatur, 16. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Der junge Mann: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman enthält stilistisch so unterschiedliche Kapitel, daß man erst nach einer Weile versteht, daß es wirklich eine zusammenhängende Geschichte ist, und keine Ansammlung von Kurzgeschichten.

Das erste Kapitel handelt vom Scheitern eines jungen unbekannten Regisseurs namens Leon an zwei bekannten Schauspielerinnen, die ihn zur Verzweiflung treiben, so daß er seinen Beruf aufgibt. Dann folgt ein Kapitel im Stil des magischen Realismus, daß von einer jungen Frau handelt, die einen Geschäftstermin wahrnehmen soll, aber ihr Gedächtnis verliert, anschließend in phantastische Abenteuer verwickelt wird, die sie in einen Turm, wo man Stimmen kaufen kann, und in die Unterwelt führen. Danach folgt eine Art Sience-fiction-Kapitel, in dem ein Anthropologe eine Bevölkerungsgruppe in einem Wald bei Köln wissenschaftlich beobachtet, die nach völlig anderen Werten als den gesellschaftlich etablierten lebt. Diese Aussteiger faszinieren ihn so, daß auch er seine Konventionen aufgibt und gesellschaftlichen Ausschluß erfährt.

Später folgt ein großes Kapitel in Anlehnung an die Geschichte von Belsazar, das eine Abrechnung mit dem Dritten Reich darstellen soll und zugleich die Schwächen der jetztigen Gesellschaft aufzeigen möchte. Dazu treffen vier Weltanschauungen von vier Freunden aufeinander, die sich gegenseitig quasi einen Vortrag halten. So geht es weiter bis man am Ende einige Fäden in der Hand hält, die Leon, den Held des ersten Kapitels, einen Arbeitskollegen aus der Theaterzeit wiedertreffen läßt, und er überrascht feststellt, daß die damals ersehnte, faszinierende Welt dieses Bekannten ihre Schattenseiten hat und ihm heute nichts mehr bedeutet.

Ich habe dieses Buch nur stellenweise gern gelesen und habe am Schluß gekämpft, um es zu Ende zu bringen. Die schönsten Momente gab für mich in den phantastischen Kapiteln. Aber auch da fasziniert mich ein Calvino oder ein Borges mehr. Die sehr langen, intellektuellen Ausführungen, vor allem in dem Belsazar-Kapitel, haben mich einfach nicht berührt. Es mag durchaus sein, daß das für andere Menschen anders ist. Die Sprache ist sehr ausgefeilt. Mancher kann das sicher genießen, aber ich spüre kein Herz dabei. Deshalb läßt mich die Geschichte schlicht kalt. Auch das Ende bringt mir keine Erkenntnis, kein Aha-Erlebnis, sondern wirkt auf mich eher banal.

Ich empfinde den Stilmix wie eine schriftstellerische Übung. Das Ziel entgeht mir. Ich möchte das Buch gar nicht schlecht machen; das kann ich gar nicht, denn die Welt dieses Buches ist mir so fremd, das ich mir kein Urteil erlauben kann. Ich kann nur sagen, daß es mich nicht anrührt, daß es mir zu intellektuell ist. Vielleicht habe ich den Intellekt nicht, um es zu verstehen.

Ich kann aber sagen, daß mich aus anderen fremden Dingen dennoch etwas anwehen kann, das in mir den Wunsch weckt, mehr davon kennenzulernen. Das war hier leider auch nicht der Fall. Ich würde sehr gerne jemanden kennenlernen, der dieses Buch liebt und mir erklärt, was er daran liebt. Beim Lesen hat es sich mir nicht erschlossen. Fazit: nicht meine Wellenlänge!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der junge Mann: Roman
Der junge Mann: Roman von Botho Strauß (Taschenbuch - 1. August 1987)
EUR 12,00
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen