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Kundenrezensionen

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Am 15. Juni 1767 soll der 12jährige Cosimo di Ronda zusammen mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern Schneckensuppe und Schnecken essen. Er verweigert dieses Mahl und wird von seinem (autoritären) Vater vom Tisch verwiesen. Cosimo verlässt den Speisesaal des elterlichen Gutes in Ombrosa, klettert auf eine Steineiche - und bleibt 57 Jahre auf den Bäumen...
Wenn je ein Buch den Begriff "poetisch" verdient, dann dieser Roman Calvinos. Mehr als 50 Jahre nach seinem Erscheinen hat er nichts von seiner Zauberkraft verloren: Erzählt aus der Perspektive des kleinen Bruders Biagio, der 1757 6 Jahre alt ist, entwickelt sich eine unheimlich schöne, zarte, oft märchenhafte Geschichte. Obwohl immer auf den Bäumen lebend, entgeht Cosimo nichts: er lernt die Liebe kennen; selbst die Größen der französischen Aufklärung sind ihm nicht fremd - und sogar Napoleon schaut vorbei. Daneben ist Cosimo bei den "kleinen Leuten", denen er häufig hilft, mehr als beliebt.
Ein Roman, der viel zu schön ist, um ihn nur einmal zu lesen!
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am 21. Juli 1999
"Der Baron auf den Bäumen" erzählt eine anfangs recht abstrus anmutende Geschichte, die eines Mannes, der als Kind auf einen Baum klettert, zunächst aus Trotz dort bleibt und dann beschließt, sein Leben auf den Bäumen zu verbringen und niemals mehr die Erde zu berühren. Die Erzählung ist so leicht geschrieben, daß man anfangs meinen könnte, sie entbehre jeglichen Ernstes, doch ähnlich wie in "Der kleine Prinz", "Gullivers Reisen" oder "Alice im Wunderland" verbirgt sich hinter der "kindlichen" Fassade ein tieferer Ernst, als er in vermeintlichen "Erwachsenenbüchern" vertreten ist. Es soll nun keinesfalls der Eindruck entstehen, es handele sich hier um ein Kinderbuch. Doch läßt es sich auch als solches lesen, wenngleich natürlich der volle Gehalt von einem Kind nicht erfaßt werden kann. Es stellt sich die Frage, warum der Baron den Kontakt mit der "Mutter Erde" aufgibt, warum er sogar auf einem Baum stirbt. Die Antwort muß jeder für sich selbst finden. Gleichzeitig gewinnt diese Lebensweise jedoch solche Anziehungskraft aufgrund der bildreichen und eindrücklichen Schilderung, daß man sich bisweilen versucht fühlt, ebenfalls auf einen Baum zu klettern und dieses Leben zu kosten. Die Erzählung ist ungemein mitreißend und eindringlich und hat, wie jede Literatur von Rang, nicht im geringsten an Aktualität verloren. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 21. Juni 2009
Italo Calvino gelingt mit "Der Baron auf den Bäumen" ein überaus unterhaltsamer Roman, der den Leser in eine phantastische Parallelwelt auf die Wipfel der Bäume entführt. Irgendwo zwischen Märchen, Abenteuergeschichte, Historienroman, philosophischer Betrachtung, Naturbeobachtung und Lovestory angesiedelt erzählt er das Leben von Cosimo, des 12jährigen Erben aus dem adligen Hause Piovasco di Rondò. Aus Anlass einer Familienstreitigkeit, der Tyrannei des Vaters und der Boshaftigkeit seiner älteren Schwester überdrüssig, erhebt er sich am 15. Juni 1767 vom familiären Mittagsmahl, um eine Steineiche am Wohnhaus zu erklettern. Was die Familie für eine kurzfristige Trotzreaktion hält, ist für Cosimo der Beginn seines Lebens auf den Bäumen des (offensichtlich in Norditalien gelegenen) fiktiven Ortes Ombrosa und seiner Umgegend. Tatsächlich steigt er Zeit seines Lebens nicht mehr zur Erde hinab, selbst seinen Tod findet er mit mehr als 65 Jahren am Ankerseil einer Montgolfiere schwebend über dem offenen Meer. Cosimo lebt, arbeitet, lernt und liebt nur noch auf den Bäumen seiner dicht bewaldeten Heimat. Dabei entwickelt er unglaubliche Techniken, um von einem Baum auf den anderen zu wechseln und sich auf diese Art innerhalb eines weiten Gebietes zu bewegen. Als bald auch von seinen Mitmenschen respektierter und geschätzter "Baum-Mensch" wird er dennoch nicht zum Einsiedler, sondern sucht immer wieder den Kontakt, tauscht sich aus, berichtet u. a. seinem jüngeren Bruder (der im Roman als Erzähler seiner Geschichte auftritt) von seiner Welt und setzt seine Studien der Literatur, klassischen Philologie, Geschichte und Philosophie mit Hilfe seines früheren Lehrers fort. Später führt er einen regen Schriftverkehr mit den großen Philosophen seiner Zeit, schließt sich revolutionären politischen Gruppierungen und begegnet im vorgerückten Alter sogar Napoleon. Vor allem erlebt er allerlei Abenteuer, zu den auch seine amourösen Ausflüge und die langjährige Beziehung zur Marchesa Viola gehören. Diese hatte er während seiner ersten Baumtage im Garten der Nachbarn kennen gelernt, bevor er in späteren Jahren endlich mit ihr zusammenkommt - nur eine vorübergehende Station seines bewegten Lebens im Wipfel der Bäume.
Vielleicht ist es die verblüffende Konsequenz seiner Lebensweise, die dem Leser die Hauptfigur so sympathisch macht. Sicher sind aber die Vielschichtigkeit der Geschichte und ihre unbestimmte Symbolik Gründe, dass man sich rasch in die Welt Cosimos hineingezogen fühlt und mit ihm die ungeheuere Freiheit im Zusammenleben mit den verschiedensten Baumarten und den in ihnen lebenden Tieren erfährt. Es ist die Freiheit desjenigen, der den Mut hat, seinem Leben einen selbst bestimmten Rahmen zu verleihen, eine komplett andere Perspektive einzunehmen - und den Einschränkungen und Herausforderungen zu begegnen, die sich daraus für das soziale Zusammenleben, die eigene Entwicklung und den Aktionsradius ergeben. Eine fesselnde Lektüre, die den Leser nach einem phantastischen Ausflug in die Baumwipfel mit einem Schmunzeln wieder auf dem Erdboden absetzt. Denn eine Utopie war in der Sprache Wirklichkeit geworden und hatte den Erlebnisraum in ungeahnter Form erweitert.
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am 9. Dezember 2013
1957 erschien der Roman, mit dem Calvino auch international bekannt wurde. Die Geschichte spielt in der Gegend von Genua und handelt vom 12jährigen Adelssproß Cosimo, der beschließt, den Rest seines Lebens auf den Bäumen zu verbringen, um seiner tyrannischen Familie zu entfliehen. Der Erzähler ist Cosimos jüngerer Bruder. Also erhebt er sich von der Familientafel, steigt auf eine Steineiche - und wird den Rest seines Lebens den Boden nie wieder betreten. Er jagt, liest sich durch ganze Bibliotheken, führt rege Briefwechsel mit Philosophen wie Rousseau und pflegt so manch amouröses Abenteuer im Schutz des dichten Laubes. Erzählt wird auch ein Stück Weltgeschichte, trifft er doch sogar Napoleon. Von Baum zu Baum hangelt er sich so durchs Leben, bis er mit 65 Jahren ' aber lesen Sie selbst.Die Melancholie, welche dem Buch insgesamt anhaftet, hat zunächst mit seiner eigentümlichen Zeitstruktur zu tun. In ihr sind die Gewichte von Erzählzeit und erzählter Zeit auffällig asymmetrisch verteilt. Ein sehr schöner, klassisch anmutender und unterhaltsamer Text.
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am 20. April 2016
'Der Baron auf den Bäumen' ist der zweite der drei Vergangenheitsromane mit teils märchenhaften Zügen, die Italo Calvino in der 50er Jahren des 20.Jahrhunderts geschrieben hat und die später unter der Bezeichnung "Antenati" (Vorfahren) zusammengefasst worden sind.

Was die ersten 100 Seiten betrifft, könnte es ein Jugendbuch sein. 'Ich esse meine Suppe nicht', das Klettern auf Bäume, Abenteuer in der Natur erleben, aber auch mit anderen Kindern und schließlich die Beziehung zwischen Jungen und Mädchen sind Themen, die auch schon 'ab 12' fesseln können. Aber im weiteren Verlauf wird deutlich, dass das ganze Leben des Hauptprotagonisten abgehandelt wird und nicht bloß seine Jugendjahre.

Sein Name ist Cosimo Piovasco di Rondò, seine Familie gehört dem Adel an und er beschließt im Alter von 12 Jahren, gewissermaßen auszusteigen und sein weiteres Leben auf den Bäumen zu verbringen, was dann auch so eintritt. Seine Lebensspanne geht von 1755 bis 1820, und Calvino gelingt es, in dieser Geschichte, die vom jüngeren Bruder Cosimos erzählt wird, ein ganzes Kaleidoskop der Ideen und Ereignisse des 18. Jahrhunderts zu 'verpacken'.

Mit seiner Katzenfellmütze könnte Cosimo auch einem Roman wie 'Lederstrumpf' oder 'Der letzte Mohikaner' entsprungen sein, aber der Schauplatz ist nicht Amerika, sondern das nördliche Italien (bei Genua). Cosimo hat Züge des 'edlen Wilden', und er liest -' ebenso wie der Räuberhauptmann, der am Galgen endet '- empfindsame Romane und aufklärerische Schriften. Manche Zeitgenossen halten ihn für verrückt, andere gestehen ihm als Angehörigen des Adels einen Spleen durchaus zu. Als er eine Krise durchmacht, weil er seine Geliebte nicht halten kann, regrediert er regelrecht zum "Vogelmenschen".

Am Ende dann, nach den napoleonischen Kriegen, sieht der Ich-Erzähler fast nostalgisch auf den Geist und Ideen des 18.Jahrhunderts zurück, die 'zu Asche geworden sind'.

Ich gebe dem originellen und gut erzählten Buch 4 Sterne, weil es sein Autor versteht, diese Zeit mit einem Feuerwerk von Ideen phantasievoll, lebendig und anregend darzustellen.
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am 28. Oktober 2012
Das ist ein wirklich lesenswerter Roman- oder ist es eine Novelle? Eine etwas absurd anmutende Geschichte des jungen Barons, der aus Protest beschließt auf den Bäumen zu leben und jetzt natürlich einen neuen Sehepunkt auf das Leben hat. Auf sein Leben, aber auch auf das "alte " Leben seiner Familie. Komisch und ernsthaft, in weiten Beschreibungen und dann auf den Punkt gebracht. Eine unterhaltsame und nachdenkenswerte Lektüre;der Titel ist ein Tipp aus meinem Italienisch-Kurs. Die deutsche Fassung diente mir, die Klippen des italienischen Originaltextes zu umschiffen...
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am 12. Oktober 2010
Das Buch ist ein phantasievolles Märchen. Es ist hervorragend und genau erzählt. Als wenn der Autor dabei gewesen wäre. Der Inhalt führt den Leser weg aus den Gefilden der Vernunft und der Rationalität. Der Leser fragt sich bei der Wahrnehmung und Reflexion auf sein inneres Erleben, wo die Geschichte ihm etwas sagen will. Wie geht es einem Menschen, der nicht mit dem Strom der Konvention schwimmen will, der seinen eigenen Weg konsequent gehen will und welchen Eindruck er auf die Mitmenschen macht.

Auf welche Bäume sind wir schon geklettert - aber nicht oben geblieben? Wieviel Opposition tut dem Leben und der Gesellschaft gut - und nicht gut?

Viel Entspannung und gute Gedanken beim Lesen!
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Es ist die Zeit von etwa Mitte des 18.Jh. bis zur Restauration Anfang des 19.Jahrhunderts in Ombrosa, einer mittelmeerischen italienischen Provinz. Im Mittelpunkt steht Cosimo di Rondò, der Spross einer niederen Adelsfamilie, Erzähler ist der einige Jahre jüngere Bruder des Cosimo. Die Familie di Rondò zeichnet sich durch dekadente Verschrobenheit aus, was Cosimo im jugendlichen Alter veranlasst, sich von seiner Familie zu trennen – auf die Bäume zu klettern, von denen er nicht mehr herunterkommt bis zu seinem Tod. Indem der Erzähler das Leben Cosimos erzählt, entfaltet er auch die Metapher seines Lebens auf den Bäumen im Laufe der Geschichte.

Es war natürlich eine bessere Zeit damals in Ombrosa, wie der Name des Landes schon andeutet, eine ambrosische und schattenreiche Zeit, als die Wälder noch nicht gefällt waren, sondern einem Menschen wie Cosimo die Möglichkeit boten, sich dort oben ein Leben lang von Baum zu Baum zu bewegen. Was bedeutete das?

Er tut zunächst das, was seine Familie zutiefst verdrießt und beunruhigt: Er lebt ein Leben, das seiner Person gemäß ist und gleichzeitig ein Leben, das der Natur verbunden ist. Sein Leben macht exemplarisch die Entwicklung der Aufklärung gegen das Ancien Regime deutlich. Cosimo sieht die Dinge von oben, er hat den Überblick, er folgt nicht nur der Natur, sondern auch der Vernunft. Er sieht zeitweilig aus wie Robinson, lebt und kleidet sich zeitweise auch wie der. Ferner hört er den einfachen Leuten zu, lernt von ihnen und erweist sich ihnen als hilfreich, indem er beispielsweise ihre Bäume beschneidet, sich mit Bienenzucht und künstlicher Bewässerung befasst. Dann ergreift ihn als typischen Aufklärer die Lesewut, er liest die gesamte Literatur jener Zeit, von Richardson bis Diderot, Voltaire und Rousseau, und natürlich verbreitet er auch seine Ideen über eine "Baumrepublik" (192).

Gleichzeitig ist sein Leben von Abenteuern gewürzt, die dann im Stile Münchhausens erzählt werden, etwa wie er auf Wolfsjagd geht oder später die Soldaten, die gegen Napoleons Truppen in den Wäldern herummarschieren, an der Nase herumführt. Natürlich gibt es auch eine groß angelegte, nicht nur glückliche Liebesgeschichte. Als diese allerdings an ein Ende gekommen ist, ist auch gewissermaßen plötzlich die Luft aus dem blumigen, romantischen Roman heraus, der immer wieder auch an Eichendorffs "Taugenichts" erinnert. Auf den letzten 40 von den ca. 280 Seiten lässt der Autor den Cosimo dann rasch altern, bis er ein ehrenvolles Ende nimmt.

Der Roman ist ein poetisches Plädoyer für den vertrackten Eigensinn eines Menschen, der ganz seiner eigenen Natur folgt und gleichzeitig die Zeichen der Zeit versteht. Indem man den heiteren Kapriolen der Fantasie Calvinos folgt, lernt man gleichzeitig etwas über jene Zeit und über das Leben allgemein: "Nur weil er so unerbittlich er selbst war, wie er es bis zu seinem Tode gewesen ist, konnte er allen Menschen etwas geben." (282)
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am 14. Dezember 2011
In Italo Calvinos großartigem, lustigem und einfach einmal ganz anderem Roman "Der Baron auf den Bäumen" beschließt der junge Baron Cosimo Piovasco di Rondo, im Jahr 1767 die Erde und sein normales, gut behütetes Leben (in Italien) zu verlassen, um auf den Bäumen zu leben. Ein kurioses Buch, absolut überraschend, mit witziger Handlungs-Idee. Unterhaltsam geschrieben, überraschende Wendungen, auch philosophisch interessant. Bringt einen zum Schmunzeln wie auch zum Nachdenken. Gehört in jedes Bücherregal! ... aber das Ende hätte ich mir anders gewünscht. Dennoch 5 Sterne.
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am 25. November 2003
Dieses Buch, das zum Inhalt hat, daß ein Mann beschließt, sein Leben auf einem Baum zu verbringen, steckt voller Geschichten und Figuren, die es einem schwer machen, es nicht in einem Zug durchzulesen. Und alle Geschichten sind sozusagen aus der Vogelperspektive geschildert. Der Baron hält sich sogar eine liebenswerten Hund. Wer das alles für Humbug hält, der solle dieses Buch nehmen und von dieser märchenhaften Welt verzaubern lassen.
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