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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gegensätze von Ost und West
Die Reise nach Sofia tritt Angelina nach 25 Jahren zu einem Wiedersehen mit ihrer Jugendfreundin Ludmila an. Angelina, als zwölfjährige mit ihrer jüdischen Mutter von Berlin nach Sofia emigriert und zwanzigjährig in den Westen zurückgekehrt, hat ihren Lebensmittelpunkt in Paris gefunden.
Ihre Reise und das Wiedersehen mit der Freundin aber...
Am 18. Februar 2002 veröffentlicht

versus
4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen überholte Thematik - klischeebeladene Darstellung
Nach 25 Jahren trifft die Autorin, die zwischen 1939 und 1947 als Jugendliche bzw. junge Frau im Exil in Bulgarien gelebt hat, ihre beste Freundin aus dieser Zeit wieder.

Vor diesem Hintergrund habe ich einen interessanten Roman erwartet, in dem es darum gehen könnte, wie sich die Frauen entwickelt haben, woran sie sich erinnern, was aus ihren Träumen...
Veröffentlicht am 5. Dezember 2008 von Sommerzeit


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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gegensätze von Ost und West, 18. Februar 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Reise nach Sofia: Roman (Taschenbuch)
Die Reise nach Sofia tritt Angelina nach 25 Jahren zu einem Wiedersehen mit ihrer Jugendfreundin Ludmila an. Angelina, als zwölfjährige mit ihrer jüdischen Mutter von Berlin nach Sofia emigriert und zwanzigjährig in den Westen zurückgekehrt, hat ihren Lebensmittelpunkt in Paris gefunden.
Ihre Reise und das Wiedersehen mit der Freundin aber ist mehr als die Rückkehr zu Jugenderinnerungen. Es ist auch das Aufeinandertreffen zweier vollkommen unterschiedlicher Lebensarten - der des Ostens und der des Westens. Die Installation eines neuen Boilers zum Beispiel in Ludmila's Küche wird zu einem wahren Ereignis. Erzählt mit einer liebevollen Ironie.
Angelina's Besuch in Sofia folgt Ludmila's Gegenbesuch in Paris. Und auch hier kollidieren unterschiedliche Kulturen. Ludmila - erstmals im Westen - konfrontiert mit dem ihrer Freundin längst zur Gewohnheit gewordenen Überfluß, der sie erschlägt ebenso wie mit der ihr unbekannten Freiheit des Wortes und der Freiheit zu gehen, wohin man möchte.
All das erzählt die Autorin wunderbar leicht, bisweilen mit ironischem Unterton aber immer ohne einen erhobenen Zeigefinger. Zwar stimmen die erzählten Ereignisse hin und wieder nachdenklich, doch verlieren die Erzählungen nie an Unterhaltsamkeit.
Mit einem Vorwort von Simone de Beauvoir
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hintergründig, tragisch und amüsant, 25. Mai 2007
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Reise nach Sofia: Roman (Taschenbuch)
Geboren im Erscheinungsjahr des Buches, bekam ich als behütetes, westdeutsches Kind nicht mehr viel mit vom Kalten Krieg und den unversöhnlichen Ideologien von Ost und West. Daher war es besonders gewinnbringend für mich ein Buch zu lesen, das beide Parteien kritisch beleuchtet.
"Die Reise nach Sofia" habe ich bisher zweimal gelesen, einmal im Stillen für mich und ein zweites Mal, da ich die Geschichten derart köstlich fand, las ich sie meinem Freund vor. Er, ebenfalls 1983 geboren, stammt aus Ost-Berlin und hat durchaus noch eigene Erinnerungen an die Zeit des Eisernen Vorhangs, auch für ihn war "Die Reise nach Sofia" ein Gewinn.
Die drei unvoreingenommen erzählten Geschichten ermöglichten uns ein distanziertes Nachdenken und Diskutieren über Dinge, die ganz alltäglich und nicht wegzudenken scheinen in unserer globalisierten Überfluss & Wegwerf-Gesellschaft, obwohl sie im Großteil der Welt vielfach unnormal sind.

In der ersten Geschichte wird die Hinreise von Paris nach Sofia beschrieben. Ein Schneesturm zwingt das klapprige Flugzeug des einzigen Reiseunternehmens, welches von Frankreich nach Bulgarien fliegt, zu einem nächtlichen Zwischenstopp in Burgas und der anschließenden achtstündigen Bahnreise mit einem Bulgarischen Expresszug nach Sofia. Ohne Bargeld und in unbeheizten Abteilen, dafür aber von gesprächigen, zahlreichen Mitreisenden umgeben, verbringt die Autorin eine amüsante bis katastrophale Reise nach Sofia.

Im gewohnt ironisch und zugleich ernsten Tonfall erzählt Frau Schrobsdorff von den zwei Welten, in der sie sich als privilegierte, im Westen lebende Künstlerin und ihre Freundin Ludmila, als Bulgarische Ärztin, zu Recht finden müssen.
Seit ihr Ehemann, samt der grässlichen Schwiegermutter und dem gemeinsamen Sohn, nach Griechenland verschwunden ist lebt Ludmila alleine. Sie ist eine ehemalige "Höhere Tochter" deren reicher Familienbesitz vom kommunistischen Regime enteignet wurde. Weil ihr Einkommen nicht ausreicht, bewohnt sie in ihrer Wohnung die schäbigste Kammer, da sie den schöneren Teil an Gäste untervermieten muss.
An ihrem ersten Morgen in Sofia erlebt Frau Schrobsdorff die aufregende Installation eines neuen Boilers in Ludmilas chaotischer Küche. Gemeinsam mit ihren hektischen Jugendfreundinnen, Sofioter Handwerkern und deren - mal hoffnungslosen, mal bissigen - Betrachtungen über das Dasein der Bulgaren im Allgemeinen sowie das persönliche Schicksal im Besondern, beschreibt Angelika Schrobsdorff mit großer Herzlichkeit und Mitgefühl das Leben in Bulgarien.

Im Gegensatz zu Ludmila lebt Angelika, mit Ehemann und Heißgeliebter Perserkatze, in einer schönen Pariser Wohnung.
Vorfreudig schmiedet Frau Schrobsdorff Pläne für den, von der Freundin, vor der Bulgarischen Bürokratie, lang erkämpften Urlaub im Westen.
Ludmila ihrerseits schwankt zwischen Angst und Neugierde, zudem leidet sie unter starken Schlafproblemen. Ihre Anreise beginnt dann auch mit aufgekratzter Übermüdung und ihrer Angst vor Paris.
Davon ausgehend, dass jeder, der dem düsteren Kommunismus für ein paar Wochen entkommen ist, nach quietschbunter Konsumfreude und ästhetischen Bauwerken lechzt, gestaltet Frau Schrobsdorff das touristische Programm.
Ludmila hingegen reagiert unerwartet: Anstelle die Sehenswürdigkeiten und prallgefüllte Geschäfte zu genießen, rennt sie panisch in die Wohnung zurück. Sie fühlt sie auf dem Friedhof Montparnasse wohler, als beim Einkaufsbummel. Das Bordell-Viertel mit öffentlichen Piepshows und unzähligen Sexshops findet sie beachtlicher als den Champs d'Elysee oder den Louvre.
Mit erfrischendem Unverständnis beobachtet Ludmila das ganz gewöhnliche Leben einer Konsumgesellschaft.
Ob sie ein Ratgeberbuch für reife Frauen entdeckt, das die üblichen Tipps bzw. eher entwürdigende Verhaltensnormen vorgibt, wie eine Frau "im Herbst des Lebens" z.B. ihr Sexualleben gestalten soll. Oder sich durch das Überangebot an Nahrungsmitteln unbeeindruckt zeigt, stattdessen nur trocken bemerkt, dass sie satt ist und nichts weiter braucht; Ludmila legt mit scharfem Auge offen, zu welch merkwürdigen, bisweilen tragischen Verhaltensweisen die Menschen unserer Gesellschaft neigen und dass der "Goldene Westen" eben so wenig nur golden, wie der "Graue Kommunismus" nur grau war.

Sowohl inhaltlich als auch stilistisch ist "Die Reise nach Sofia" herrlich zu lesen.
Insbesondere Lesern, die die Ära der Ost/West-Teilung nicht mehr bewusste miterlebt haben, sei dieses Buch empfohlen. Es ist in der Tat überraschend und lehrreich, vor allem die Erkenntnis, wie wirksam viele der alten Propagandastereotype von Ost und West noch heute sind.

Angelika Schrobsdorff selbst, sagte - im Interview mit der Berliner Zeitung im Februar 2007 - über "Die Reise nach Sofia": "Ich glaube, es ist das Beste, was ich je schrieb."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bulgarien im Februar, 3. September 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Reise nach Sofia: Roman (Taschenbuch)
Angelika Schrobsdorff, in Paris lebend, hat während des Naziregimes 8 Jahre in Bulgarien verbracht und ist dadurch der Vernichtung entgangen. Die damals gewonnenen Freunde besucht sie, die Westlerin, nach langer Zeit - Ende des 20. Jahrhunderts - und beschreibt mit trockenem Humor Umstände ihres Besuches im kommunistischen Bulgarien sowie den Gegenbesuch der Freundin, einer Ärztin, im Konsumtempel Paris. Das Buch ist für alle geeignet, die sich für Welt und Menschen noch in einer deftigen Ausgeprägtheit interessieren, noch nicht durch Globalisierung nivelliert. Frauen mit Haltung, Humor und Bildung wie Angelika Schrobsdorff - Damen eben - sterben aus und wachsen leider nicht nach.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Reise nach Sofia, 21. Januar 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Reise nach Sofia: Roman (Taschenbuch)
Ein sehr schönes Buch, das pünktlich geliefert wurde, sehr gut erhalten ist un meine Erwartungen voll erfüllte. Der Verkäufer ist weiter zu empfehlen.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen überholte Thematik - klischeebeladene Darstellung, 5. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Reise nach Sofia: Roman (Taschenbuch)
Nach 25 Jahren trifft die Autorin, die zwischen 1939 und 1947 als Jugendliche bzw. junge Frau im Exil in Bulgarien gelebt hat, ihre beste Freundin aus dieser Zeit wieder.

Vor diesem Hintergrund habe ich einen interessanten Roman erwartet, in dem es darum gehen könnte, wie sich die Frauen entwickelt haben, woran sie sich erinnern, was aus ihren Träumen und Hoffnungen geworden ist, was sie trennt und was sie immer noch gemeinsam haben usw.

Diese Erwartung wurde leider nicht erfüllt.

Der Roman besteht aus drei Teilen. Der erste Teil beschreibt die Reise der Autorin nach Sofia. Der Flug mit einer maroden Maschine der "Balkan-Airlines" wird wegen eines Schneesturms zu einem Flughafen 600 km von Sofia entfernt umgeleitet, dort werden die Passagiere in einem Hotel untergebracht und tags drauf per Zug nach Sofia gefahren. Die Beschreibung dieser Widrigkeiten gibt Einblicke in den Alltag des sozialistischen Realismus und liest sich durchaus amüsant.

Der zweite Teil beschreibt einen Tag des Besuchs in Sofia und spielt sich in der Küche der Gastgeberin (das ist Ludmilla, die bulgarische Freundin der Autorin) ab. Wie auf einer Bühne treten nach und nach diverse Akteure auf: Neben der Autorin und ihrer Freundin ist noch eine weitere Freundin aus Jugendzeiten aufgetaucht, ein Bekannter kommt, um Ludmilla privaten Englischunterricht zu geben, dazu kommt ein Klempner, der den defekten Boiler austauscht, ein Polsterer verrichtet ebenfalls seine Arbeit und irgendwann erscheint auch noch Ludmillas Lebensgefährte. Es wird Schnaps getrunken, geraucht, viel geredet, aber wenig gesagt.

Der dritte Teil handelt schließlich von Ludmillas Gegenbesuch bei der Autorin in Paris. Auch hier erfährt der Leser wenig über die beiden Protagonistinnen, vielmehr geht es nur um den Kulturschock, den die arme Ludmilla im Westen erleidet. Hier trifft sie unentwegt auf Punks, Prostituierte, Neger, Araber und Homosexuelle - ihr wird Geld geklaut und sie wird fast vergewaltigt. Die Autorin möchte ihr mit dem Überfluss des Westens imponieren und muss sich dann selbst beschämt eingestehen, dass Luxus keine Garantie für Glück ist.
Und das ist dann auch die allgegenwärtige Moral von der Geschicht': Es ist zwar nicht alles im (sozialistischen) Osten gut, aber auch die westliche Konsumgesellschaft hat so ihre Schattenseiten.

Beim Erscheinen des Roman im Jahr 1983 mag das vielleicht noch eine interessante (wenn auch damals schon ziemlich platt rübergebrachte) Erkenntnis gewesen sein, aus heutiger Sicht ist die gesamte Thematik einfach nur überholt und aufgrund der klischeehaften Darstellung nicht sonderlich lesenswert.

Die Reise nach Sofia
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Die Reise nach Sofia: Roman
Die Reise nach Sofia: Roman von Angelika Schrobsdorff (Taschenbuch - 1. März 1986)
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