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46 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brachte Steinbeck den Literaturnobelpreis ein!
Es ist absolut nicht nachzuvollziehen, daß dieser große Roman bisher bei Amazon.de noch von keinem Leser besprochen worden ist. Umso lieber ergreife ich hiermit die Gelegenheit, dieses Versäumnis nachzuholen.
Eins steht fest: Wer den besten amerikanischen Roman aus diesem Jahrhundert lesen will, der trifft mit Früchte des Zorns eine...
Am 6. August 1999 veröffentlicht

versus
12 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tolles Buch - respektloser Verlag!
Früchte des Zorns spielt in den USA der 20er Jahren und verfolgt den Weg der Familie Toad in das gelobte Land Kalifornien. Die Bedeutung dieses Buches kann kaum hoch genug angesetzt werden. Kaum ein anderer Roman schildert das Amerika jener Zeit genauer. Steinbeck versteht es eindrucksvoll, seinen Personen glaubhaft die Mentalität der damaligen Zeit...
Veröffentlicht am 10. Januar 2003 von the_incubus


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46 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brachte Steinbeck den Literaturnobelpreis ein!, 6. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (Taschenbuch)
Es ist absolut nicht nachzuvollziehen, daß dieser große Roman bisher bei Amazon.de noch von keinem Leser besprochen worden ist. Umso lieber ergreife ich hiermit die Gelegenheit, dieses Versäumnis nachzuholen.
Eins steht fest: Wer den besten amerikanischen Roman aus diesem Jahrhundert lesen will, der trifft mit Früchte des Zorns eine unfehlbare Wahl! Steinbeck's großes Epos aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre erzählt die Geschichte von Tom Joad und seiner Familie. Als arme Landpächter werden sie, wie Zehntausende von Leidensgenossen auch, in der Folge der von Wirtschaftskrise und Dust Bowl von ihren Parzellen vertrieben. Der landwirtschaftliche Familienbetrieb des Mittleren Westens, wie er seit Generationen bestand, ist nicht mehr rentabel, und die landbesitzenden Banken betreiben den Trend zur großflächigen Bewirtschaftung mit Maschinen. Für den kleinen Mann ist kein Platz mehr. Tausende Familien laden Sack und Pack, Kind und Kegel auf einen alten Laster und machen sich auf gen Westen, entlang der Route 66, mit dem Ziel Kalifornien. Dort erhoffen sie sich das Paradies inmitten von Obstplantagen, wo man nur die Hand ausstrecken muß, um Weintrauben und Pfirsiche zu pflücken. Man wünscht sich ein kleines Stück Land, um mit der eigenen Hände Arbeit einen bescheidenen Wohlstand aufbauen und am allgemeinen Überfluß teilnehmen zu können. - Die Hoffnungen jedoch erweisen sich als trügerisch. Auf dem Weg aus dem Mittleren Westen sammeln sich die Flüchtigen Abend für Abend am Straßenrand und tauschen ihre Ängste und Hoffnungen aus. Es gibt in Kalifornien viel zuwenig Arbeit, und die Einheimischen wachen eifersüchtig über ihren Besitz, besonders über das Land. Unvorstellbares Elend erwartet die Menschen am Ziel ihrer Reise, in Kalifornien. Doch es gibt kein Zurück.
John Steinbeck hat mit diesem Roman, der mit dem jungen Henry Fonda verfilmt wurde, einen Skandal ausgelöst. Ungeschminkt schildert er das Elend der Vertriebenen, das damals in den meisten Teilen der USA totgeschwiegen wurde. Sein Zeugnis vom Leidensweg einer Familie ist bewegend und empörend zugleich. Es zeigt, wozu Menschen fähig sind, im Guten wie auch im Schlechten. Ein anrührender Appell an die Menschlichkeit.
Früchte des Zorns ist mein absolutes Lieblingsbuch. Ich habe es mehr als zehn Mal gelesen. Ich kann jedem nur dringend raten, dies wenigstens einmal zu tun! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefster Schmerz, der insbesondere aufgrund der Aktualität hart trifft, 12. Februar 2010
Von 
Heli An - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (Taschenbuch)
Amerika der 30er Jahre, die große Wirtschaftskrise hat das Land getroffen. Die Banken ersetzen ihre Landarbeiter durch Maschinen. Tausende von Menschen verlassen Oklahoma, um im gelobten Californien ihr Glück zu machen.

Protagonisten sind die Famile Joad, deren Migration erzählt wird, und das Land selbst. Abwechselnd macht Steinbeck in den Kapiteln einmal die Menschen, einmal das Land zum erzählerischen Mittelpunkt.

Man verzweifelt mit den Joads, wenn auf die Frage "wer ist Schuld, daß wir vertrieben werden? Wem können wir ins Gesciht spucken? Wen können wir erschießen" keine Antwort kommt, weil es keine gibt. Es ist einfach die große Bank, an deren Ende ein grauer Mann ohne Gesicht ist, den man nicht anschreien, schlagen oder umbringen kann. Und wenn man es doch täte? Dann würde das nichts ändern, denn dann würde geräuschlos ein anderer die Stelle einnehmen. Immer und immer wieder.

Sie migrieren also, in einem schrottreifen Gebrauchtwegen packen Sie ihr Hab- und Gut zusammen und ziehen durch Arizona, Nevada bis nach Californien um dort im Paradies Hunger zu leiden und in einem Flüchtlingslager für Amerikaner vom Rest der US-Amerikanischen Gesellschaft ausgestoßen zu sein. Hatten Sie am Anfange wenig, so bleibt ihnen am Schluß nichts. Steinbeck nimmt keine Rücksicht - ist es in einem Kapitel schlimm, wird es im nächsten schlimmer.

Dabei wiegt er den Leser aber immer wieder in vermeintlicher Sicherheit, denn die Kapitel, welche er über das Land schreibt, sind zärtlich, ergreifend, schön. Man riecht die Erde, man spürt den Regen, man fühlt den Wind. Immer wieder verführt er den Leser, sich in eine schöne amerikanische "Road Movie Kulisse" einzuträumen um ihn dann brutalst in die Wirklichkeit zurückzuholen. Auch die Beschreibung des Autos haben etwas von "Gran TOrino" mit Clint Eastwood. Nostalgisch, romantisch, nicht bedrohlich. Und dann wieder der Realitätsschock. Langer Rede kurzer Sinn, das Buch ist brilliant - Must Read, vielleicht gerade heutzutage.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wer nie sein Brot mit Tränen aß", 14. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (Taschenbuch)
Über dieses Buch eine Kritik zu schreiben gestaltet sich äußerst schwierig. Der überaus ernste Grundton und eine Fülle von tiefgreifenden Themen, die der Autor anfaßt, schaffen Untergangsstimmung mit wenigen Lichtblicken. Die Vertreibung der Familie Joad aus Oklahoma und ihr Weg ins gelobte Land Kalifornien bilden den Haupterzählstrang, eine Suche nach Hoffnung in Zeiten der Hoffnungslosigkeit. Durch die zunehmende Industrialisierung (Maschinen, Menschen und deren Konflikte) zur Landflucht gezwungen, erleben sie Phasen bitterster Armut. Das Buch bietet eine Fülle an Diskussionsstoff, der neben Flüchtlingsschicksalen, Vertreibung durch Kapitalismus bis zu Eigentum und Besitzstandswahrung reicht.
Beeindruckend ist die Rolle der Mutter der Joads, die den Kampf um den Zusammenhalt der Familie als soziales Netzwerk selbst in ausweglosesten Situationen nicht aufgibt und doch teilweise hilflos mit ansehen muß, wie der Kreis um sie entweder durch tragische Umstände, Schicksalsschläge oder Abwendung kleiner wird. Auch der Charakter des Sohnes Tom Joad tritt im Laufe des Buches zunehmend stärker in Erscheinung. Er ist einerseits kein typischer Held und andererseits doch die hoffnungsvolle Stütze der Familie. Trotzdem kann auch er letztlich der Ironie seines Schicksals nicht entkommen. Auch hier schließt sich der Kreis. Was bleibt ist nur ein bitterer Nachgeschmack. Es bleiben auf alle Fälle Denkanstöße über Wohlstand und seine Relationen.
Das Buch ist zweifellos ein Meisterwerk und sollte deshalb auch in keiner literarisch hochwertigen Bibliothek fehlen. Trotzdem, ein Buch zum Lesen und daran erfreuen ist es nicht; im Gegenteil, es handelt sich um schwerst verdauliche Kost. Nichtsdestotrotz gehört es als Standardwerk dieser Epoche zur Allgemeinbildung.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu recht ein Klassiker, 30. August 2009
Von 
Anke Przybilla "Leselöwin.blogspot.com" (Schönwalde) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns: Roman (Gebundene Ausgabe)
Im Urlaub habe ich es endlich geschafft, diesen Klassiker durchzulesen. Lange Zeit habe ich mich nicht richtig rangetraut an dieses Buch. Nun muss ich sagen, daß ich positiv überrascht bin, wie leicht es sich doch liest.

Das Werk spielt in Zeiten der Weltwirtschaftskrise in Amerika und Hauptakteur ist die Familie Joads, die Pächter einer Farm sind, die einer Großbank gehört. Da sie ihre Schulden nicht mehr bezahlen können, müssen sie ihr Land Oklahoma verlassen und begeben sich auf eine lange, beschwerliche Reise nach Kalifornien, welches sie als das gelobte Land ansehen. Dort werden Plantagenarbeiter gesucht und angeblich werden auch gute Löhne gezahlt. Doch bald merken sie auf der Reise, daß sie nicht allein sind auf ihrer Suche nach einem besseren Leben und einem neuen Zuhause. Sie begegnen vielen Gleichgesinnten, die auch ihr Hab und Gut verloren haben. Sie alle lernen den Hunger kennen und zahlreiche Entbehrungen.

In Kalifornien angekommen, begreifen sie, daß die Farmer, die Arbeiter gesucht haben, absichtlich viel zu viele Notleidende ins Land gelockt haben, um die Löhne drücken zu können. Somit bleibt wenig Geld für viel Arbeit und der Hunger kann nicht vergehen.

Mutter Joad ist eine der zentralen Figuren. Sie hält die Großfamilie zusammen mithilfe ihres großen Sohnes Tom, der gerade auf Bewährung das Gefängnis verlassen hat und eigentlich die Grenzen des Staates Oklahoma nicht verlassen darf. Mit der Familie zieht die schwangere Tochter Rosasharn und ihr Freund, die Großeltern, weitere Kinder und der frühere Prediger Casy. Nicht alle Reisenden werden an ihrem Bestimmungsort ankommen, viele bleiben aus unterschiedlichen Gründen sprichwörtlich auf der Strecke.

Einzig der Prediger Casy begreift die Ausweglosigkeit ihrer Situation und lehnt sich dagegen auf. Er versteht: nur, wenn alle Betroffenen zusammenhalten und sich gegen ihre Ausbeuter wehren, haben sie eine Chance. Doch genau diese Erkenntnis wird ihm persönlich zum Verhängnis.

"Früchte des Zorns" ist in meinen Augen zu Recht ein Klassiker, der auch weiterhin seine Gültigkeit in der beschriebenen Problematik haben wird. Einzig das Ende war nicht in meinem Sinne. Im letzten Drittel wird eine Spannung aufgebaut und man meint, die Geschichte kann nur in Auflehnung und Revolution enden. Jedoch bleibt dieses Ende offen. Man kann nur hoffen, daß die Menschen schnell begreifen, daß dies ihre einzigste Möglichkeit ist.
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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Bruce Springsteen zu John Steinbeck, 1. März 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (Taschenbuch)
Ich bin durch Bruce Springsteens CD "The ghost of Tom Joad" (übrigens ein heißer Tip für Musikliebhaber) zu John Steinbecks Roman "Früchte des Zorns" gekommen. Das zunächst "auf gut Glück" bestellte Buch stellte sich bereits nach den ersten Seiten als ein absoluter Volltreffer heraus. Selten hat mich ein Buch so fasziniert, die Handlung so mitgerissen und das Schicksal der Charaktere, derer es in diesem Buch viele gibt, auch nach Schließen des Buches noch so beschäftigt. Jeder Leser, der in der jüngsten Vergangenheit Fernsehbilder von Flüchtlings-Camps gesehen hat, dürfte rasch erkennen, daß es auch heute noch viele "Joads" (so der Familienname der Protagonisten) gibt. Dieses Buch und das darin beschriebene Schicksal der verarmten Farmer ("Okies", wie sie im gelobten Land genannt werden) auf der verzweifelten Suche nach Arbeit, Essen und etwas Menschlichkeit war für mich ein Anreiz, den bei meinem Studium der Wirtschaftswissenschaften hochgelobten reinen Profit-Gedanken, kritisch zu hinterfragen. Ich kann dieses Buch allen Kunden von amazon.de nur wärmstens empfehlen und wünsche viele interessante Stunden beim Lesen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Küste zu Küste, 28. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (Gebundene Ausgabe)
Früchte des Zorns ist ein Roman, den heute viele wieder lesen sollten. Die unwahrscheinlich erfolgreiche Zeit des Wirtschaftswachstums nach dem zweiten Weltkrieg hat die Vorstellung, dass das Leben anders aussehen könnte, hinter bunten Bildern und Marketingsprüchen verschwinden lassen. Die damalige Wirtschaftskrise in den USA, nahm ihren Ausgang an der Wall Street und fegte jahrelang durchs Land, vertrieb die Menschen von ihrem Land, aus ihren Häusern, ließ sie Hunger wie Verzweiflung spüren und war Ausdruck einer unvergleichlichen Gier nach Renditen auf dem Kapitalmarkt. John Steinbeck ist dem Staub der Straße nachgegangen, hat sich dort umgeschaut, wo die übrig blieben, die keine Arbeit fanden, die sich als Tagelöhner verdingen mußten, die den Gerüchten gefolgt sind, dass es irgendwo in Kalifornien genug für alle gibt. Steinbeck zeichnet ein hartes Bild der Depression. Tom Joad kommt aus dem Gefängnis, seine Familie sitzt verarmt auf gepackten Koffern und wird auch im so genannten Paradies an der Ostküste mit Hungerlöhnen ausgebeutet werden, sich der Willkür der Plantagenbesitzer, der einseitigen Einflussnahme der Polizei, wie der Landspekulation ausgesetzt sehen. Als der Roman erschien, schieden sich die Geister, die einen erkannten in Steinbeck einen Hetzer, die anderen einen Kämpfer für die Menschenrechte. Heute steht Früchte des Zorns wie ein Monument da. Was nicht allein an der genauen Widergabe der Atmosphäre in den dreißiger Jahren liegt, vor allem auch, weil eines nie verloren gegangen ist: Die Hoffnung. Tom Joad und seine Familie geben nicht auf, sie legen sich nicht zum Sterben hin. Sie sind gezwungen, weiter zu ziehen, aber überall, wo sie auftauchen, stehen sie dafür, dass sie vielleicht ohnmächtig, aber nicht ohne Würde sind. In die Tragödie mischt Steinbeck immer wieder zarte Töne, selbst im Strudel der Hoffnungslosigkeit gibt es ein Innehalten, und man erinnert sich daran, was gewesen ist, was nicht verloren gehen kann. Neben der rücksichtlosen Darstellung der Wirtschaftskrise ist die verzweifelte Suche nach jenem Ort, an dem man ankommen darf, das Faszinierende an John Steinbecks Roman, der einen selbst Jahre, nachdem man ihn gelesen hat, nicht gleichgültig läßt, einen auffordert, Stellung zu beziehen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Realität der Großen Depression, 16. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine zutiefst erschütternde Erzählung aus der Zeit der großen Depression in den Vereinigten Staaten. Die Familie Joad, Pächter einer Farm in Oklahoma, wird als "Opfer der Traktoren" gezwungen, ihr Land zu verlassen und nach Kalifornien zu ziehen, einer zunächst lebendigen Hoffnung auf Arbeit folgend. Mitreißend zu lesen, wie sie sich in einem riesigen Treck Hunderttausender Hunger-Flüchtender wiederfindet, der in Kalifornien zunehmend auf Ablehnung stößt, und zudem systematisch zum Lohndumping mißbraucht wird. Einem solchen äußeren Druck ausgesetzt, kann dem kein noch so gefestigter Familienbund widerstehen. Die Familie zerfällt zusehends, während einige wenige, darunter Mutter Joad eine Größe entwickeln, die bewundernswert ist. Im zweifelhaften Spannungsfeld zwischen Religion und Ansätzen von Kommunismus macht das wahrhaft monumentale offene Ende das Dilemma deutlich:

Der Mensch ist des Menschen Wolf. Was schützt aber vor dem Wolf? Darauf sind wir heute wahrscheinlich einen Schritt weiter, aber keinesfalls befriedigend. Es scheint fast, als wäre dies auch kaum erreichbar.

Übrigens Pulitzerpreis-ausgezeichnet(1940), und der Autor auch Nobelpreisträger (1960).
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über die Würde des Menschen, 15. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (Taschenbuch)
Der Inhalt von Steinbecks Jahrhundert-Roman ließe sich eigentlich in ein, zwei Sätzen wiedergeben: Arme Teufel geraten durch ein System, das sie erst allmählich und bruchstückhaft durchschauen, unwiderruflich und immer tiefer ins Elend. Warum also einen über 500 Seiten dicken Roman darüber lesen? -- Antwort: Weil er gut ist, und weil keine einzige Seite, kein einziger Satz überflüssig oder gar langweilig wäre. Seine unsentimentale Sprache ist dermaßen plastisch, dass es kaum auszuhalten ist.
"Früchte des Zorns" beruht auf Steinbecks eigenen Recherchen; er hatte selbst eine Familie auf dem Treck von Oklahoma nach Kalifornien begleitet und die Zustände unterwegs und in den kalifornischen Lagern miterlebt. In weiten Passagen des Romans verwendet er sprachliche Mittel, die an die der Farmer eng angelehnt sind, und vor allem übernimmt er ihre Perspektive. Vielleicht erklärt das die unglaublich dichte Atmosphäre seines Romans, die den Leser mit voller Wucht trifft und ihn nie auf Distanz gehen lässt.
Oklahoma, Anfang der 1930er Jahre: Infolge des Börsencrashs 1929 wird vielen kleinen Farmern der Kredit gekündigt, und zu allem Elend machen Bodenerosion, Dürren und Überschwemmungen die Ernten zunichte. Ganze Landstriche werden entvölkert; es entstehen die unüberschaubaren Riesenfarmen, die seitdem die Landschaft des Mittleren Westen prägen. Ein endloser Treck enteigneter Familien zieht nun über die gar nicht romantische Route 66 nach Kalifornien, ins Gelobte Land -- es kursieren Handzettel, dass es dort guten Lohn für leichte Arbeit gebe. Die Phantasie der Farmer wird bevölkert von weißen Häuschen mitten im Orangenhain und Waschtrögen voller Trauben, in die man sich hineinsetzen kann; ihre Realität aber bestimmen Armut, Hunger und Heimatlosigkeit.
Steinbeck kontrastiert immer wieder von Kapitel zu Kapitel die Einzelschicksale der Menschen mit journalistischen Berichten und Analysen über die Gesamtsituation der heimatlosen Farmer, über Ursachen und Zusammenhänge der Katastrophe, veranschaulicht anhand der Zustände in Kalifornien Marx'sche Begriffe wie Proletarisierung, Verelendung, Entfremdung oder Mehrwert, ohne diese Begriffe je nennen zu müssen -- die Zustände sprechen für sich und brauchen keine Schlagworte. Auch diese "überpersönlichen" Kapitel sind, wie der ganze Roman, in der Sprache der enteigneten Farmer verfasst.
Vor allem geht es in "Früchte des Zorns" um das Schicksal der Joads, einer typischen Farmerfamilie aus Oklahoma. Auch sie können ihren Kredit nicht mehr abbezahlen und werden brutal von ihrer Farm vertrieben, auch sie beladen einen schrottreifen Lastwagen und ziehen nach Kalifornien: Eltern, zwei Kleinkinder, die Großeltern, die älteren Söhne Tom, Noah und Al, die schwangere Tochter mit ihrem Mann, ein Onkel, und der desillusionierte Wanderprediger Jim Casy (letzterer mit Zügen des Autors). Auch wenn ihr Schicksal für das von Abertausenden steht, sind die einzelnen Figuren keine Schablonen, sondern eigenständige Persönlichkeiten mit ihren widersprüchlichen Charakteren, würdevoll auch im ärgsten Elend. Es sind die unzählbaren kleinen, genau beobachteten Szenen, die diesen Figuren und mit ihnen dem ganzen Roman ihren unverwechselbaren Charakter verleihen, diese stete Balance von stoischer Schicksalsergebenheit und Rebellion, Mutlosigkeit und verhaltener unsentimentaler Zärtlichkeit.
Schon unterwegs zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die Mutter der Fixpunkt der Familie ist, während ihr Mann und ihr Schwager angesichts des wachsenden Elends von Tag zu Tag, von Misserfolg zu Misserfolg immer mehr resignieren. Zusammen mit ihrem Sohn Tom versucht sie, die allmählich zerfallende Familie so gut es geht zusammenzuhalten -- die Großeltern sterben unterwegs, ein Sohn und der Schwiegersohn setzen sich ab, der Wanderprediger schließt sich protestierenden Arbeiter an und wird daraufhin ermordet.
Der soziale Abstieg geht auch im Gelobten Land weiter -- die Löhne werden systematisch unters Existenzminimum gedrückt und der Gewinn der Großfarmen maximiert, die Heere der Arbeitslosen bis zur Weißglut provoziert. Schließlich tritt Tom Joad der Arbeiterbewegung bei und geht in den Untergrund.
Das Ende der Joads und ihrer abertausend Leidensgenossen, ob zum Guten oder zum Bösen, erfährt man nicht im Roman; die Schlussszene könnte ein Wendepunkt sein, oder auch das definitive Ende. Bleiben wird Tom Joad: Er wird überall dort sein, "wo's ne Prügelei gibt, damit die Hungrigen was zu essen kriegen, [...] wenn einer von nem Bullen geschlagen wird, [...] wenn welche schreien, weil sie wild und wütend werden -- und [...] wenn unsre Leute das essen, was sie selber gebaut haben."
Steinbecks Roman machte bei seinem ersten Erscheinen Furore, wurde zeitweilig verboten und noch mehr gelesen, erhielt den Pulitzer-Preis, wurde zum Ausgangspunkt soziologischer Untersuchungen -- und beeindruckt seine Leser bis heute.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindringliches Meisterwerk, 30. Juni 2002
Von 
Damaskus (Albstadt, Baden-Württemberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (Taschenbuch)
Der Erzählstil ist prosaisch und die Handlungen befinden sich abseits einer von John Grisham und Stephen King verwöhnten Schnellleserschaft. Für dieses Buch braucht man Zeit, auch weil manche Passagen hölzern sind und mitunter so zäh zu beißen sind, das man sich vorkommt, als würde man auf Granit beißen. Aber auch das zeigt auf die Kunst, die Steinbeck beherrscht. Er geht ins Detail und stellt sich als verliebter Beobachter vor. Er erzählt die Geschichte einer Familie, die zur Zeit des Goldrausches nach Kalifornien zieht. Sie pendeln von der Ost an die Westküste und verdienen jämmerliches Brotgeld unter erbärmlichen Verhältnissen, die hunderte von Menschen anstreben, um nach dem Essen greifen zu können, das bei uns heutzutage auf den Tellern vergammelt. Steinbeck schildert eine Tragik auf hintergründigem Niveau; es scheint, als würde nicht er, sondern der Leser die Tiefe seiner eindringlichen Erzählung verstehen, mit der er seine Figuren und die Handlungen beschreibt. Das Buch ist eine tiefschürfende und ergreifende Erfahrung. Unter der oberflächlichen Beobachtungsgabe, die Steinbeck vorweist, lauert der Kern des Verfänglichen, ein Kern, der einen zum Nachdenken bringt und einen begeistert, weil die emotionale Gewalt der Geschichte in einen dringt, ohne das Steinbeck die Gedanken der Menschen beschreibt. Der Leser ist genötigt, in die Figuren einzusteigen, diese mit ihren Handlungen zu erfahren, mit ihnen zu leiden und zu verzweifeln. Steinbeck lässt einen auf keiner Seite vergessen, mit welch einfachen Mitteln er es zustande bringt, eine Welt zu reflektieren, der es an Gefühlslosigkeit, Sehnsüchten und Existenzkämpfen nicht mangelt.
Als ich das Buch zu Ende las und mich zwang es zuzuklappen, spürte ich wie die emotionale Zerrüttung der Figuren auf mich überstieg und das nur, weil Steinbeck seinen Figuren alles abverlangte, sie aber immer weiterkämpften, in einer Welt, der nichts übrig bleibt, als die Hoffnung aus jedem Cent zu saugen, den sie verdienen und der sie vor dem Untergang bewahrt. In einer Welt, die kein Mensch der heutigen Zeit überleben würde, wenn wir hineingeworfen werden würden.
Es ist ein faszinierendes Buch, für alle, die sich die Zeit nehmen wollen, einem Erzähler von außergewöhnlicher Sprachkunst zuzuhören, der in feinfühliger Art eine Geschichte geschrieben hat, die sie so nicht mehr lesen werden. Und das mit einer Stimme, die ich nirgends anders las. Es bietet Zeit zum Nachdenken, zum Schwelgen und Zeit um das Wertvolle des Glücks zu erkennen, dem wir täglich ausgesetzt sind und es blind hinnehmen. Diese Menschen haben es nicht, können sich aber öfter zu einem Lachen verleiten lassen, als es dem Leser gegönnt sein wird.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen literarisches Meisterwerk in schlechter Übersetzung, 11. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (Taschenbuch)
Wer erlesen will, wie der Genuss eines packenden literarischen Meisterwerks durch eine schlechte Übersetzung leiden kann, sollte sich diese Taschenbuchausgabe kaufen. Der richtige Gebrauch von "als", "wie" und "wo" scheint dem Übersetzer ein Rätsel zu sein. Wörter werden willkürlich erfunden ("Grasköpfe", "Regenköpfe") oder sinnentstellend in Deutsche übertragen (bzw. nicht garage/Garage >> Autowerkstatt). Für Heranwachsende, die Deutsch noch lernen sollen, nicht empfehlenswert. Hoffentlich gibt es noch andere, besser übersetzte Ausgaben. Bin froh, dass ich dieses Buch nicht gekauft, sondern ausgeliehen habe. 5 Sterne für den Roman, 1 Stern minus für die Übersetzung.
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Früchte des Zorns
Früchte des Zorns von John Steinbeck (Taschenbuch - 1. Oktober 1985)
EUR 12,90
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