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am 27. Januar 2010
»Deutschland. Ein Wintermärchen« ist ein Gedichtszyklus und ein satirisches Versepos des deutschen Dichters Heinrich Heine (1797-1856), dargestellt als ene Mischung aus Reisebeschreibung und in feine und heitere Ironie gesponnene Zeit- und Gesellschaftskritik, genauer gesagt: Kritik an den deutschen Verhältnissen der Restaurationszeit und einer Mischung von Satire und Hymnus als literarischen Schreibweisen. Seine Entstehung verdankt der Gedichtzyklus einer Reise durch Deutschland am Ende des Jahres 1843. In diesem Gedichtszyklus verarbeitet Heine die Eindrücke, die der Dichter bei seiner Deutschlandreise gesammelt hatte.

Unzufrieden mit den politischen Verhältnissen im Deutschland der Restaurationszeit, die ihm als getauftem Juden keine Möglichkeit für eine juristische Tätigkeit bot, und um der Zensur zu entgehen, emigrierte Heine 1831 nach Frankreich. 1835 verbot ein Beschluss des deutschen Bundestags> seine Schriften zusammen mit den Veröffentlichungen der Dichter des Jungen Deutschland. Ende 1843 kehrt er noch einmal für wenige Wochen nach Deutschland zurück, um seine Mutter und seinen Verleger Julius Campe in Hamburg zu besuchen. Auf der Rückreise entstand der erste Entwurf zu seinem Versepos »Deutschland. Ein Wintermärchen«.

Heines wehmütiges Gedicht Wintermärchen" über Deutschland ist entstanden von Januar bis April 1844. In diesem Gedichtszyklus verarbeitet Heine die Eindrücke, die er bei seiner Deutschlandreise ein Jahr zuvor unternommen hat. Mit spitzer Feder portraitiert und skizziert Heine darin ein ihm fremd gewordenes Deutschland, über das sich der kalte Eishauch der Restaurationszeit gelegt hat. Er zeigt die Misere der deutschen Verhältnisse auf: die Restauration hat das Land im Griff und ein freies Denken sowie Meinungs- und Pressefreiheit sind nicht mehr möglich. Es ist ein grundsätzliche Kritik an den deutschen Verhältnissen der Zeit in einer Bissigkeit, die sie nur außerhalb des Einflußbereichs der deutschen Zensoren entstehen konnte.

Nachdem Heine 1831 in sein Pariser Exil ging, kehrte der Dichter Ende des Jahres 1843 er noch einmal für wenige Wochen nach Deutschland zurück, um seine Mutter und seinen Verleger Julius Campe in Hamburg zu besuchen. Auf der Rückreise entstand der erste Entwurf zu seinem Versepos »Deutschland. Ein Wintermärchen«. Inhaltlich ist dieses kritische Versepos eine Abfolge von Reisebildern von tatsächlichen Stationen auf seiner Reise durch Deutschland, die ihn auf mehreren Stationen nach Hamburg zu seiner kranken Mutter führte. Der Gedichtszyklus atmet eine höhere Politik, in der schon die Visionen von Deutschlands Zukunft eingeflochten sind und hymisch beschworen werden.

Heine verwendet für sein im Stile des Volksliedes abgefasstes Versepos eine äußerst bildhafte Sprache mit vielen Metaphern und versteckten Andeutungen als literarisches Mittel, um der nach dem Wiener Kongress vorherrschenden Zensur zu entgehen. In 27 Kapiteln (von Heine Caputs genannt) beschreibt Heine auf satirische Weise die politische Lage im Deutschland der Restaurationszeit. Jeder Ort wird von Heine mit einem speziellen Thema verknüpft, mit einem spezifischen Aspekt seiner Deutschland-Kritik, z.B. Aachen mit dem stocksteifen preußischen Militär, Köln mit der Kritik an der katholischen Kirche, Hannover mit dem Verfassungsbruch von König Ernst August, Hamburg mit philiströser Geschäftstüchtigkeit etc. Jede Station seiner Reise wird satirisch auf die Bedeutung abgeklopft.

So erklärt sich, dass das Werk aus 27 Gesängen (Caput I - XXVII) besteht, die in Strophen zu je vier Versen aufgeteilt sind. Jeder Vers enthält in der Regel vier Hebungen, die Zahl der unbetonten Senkungen variiert dagegen, wie es typisch für Volkslieder ist. So sorgt Heine in liebevoller Abneigung dafür, daß jede Stadt und jedes Land "sein Fett wegbekommt". Die Landschaften, die Bewohner, die Preußen zumal, die er aufs Korn nimmt, alles, die Liebe zu einigen ganz speziellen Landschaften und deren Charaktere, alles wird kunstvoll und geistvoll zu Papier gebracht in einem Sington, in einem liedhaften, einem deutschen volksliedhaften Grundton dargebracht.

Durch die Abfolge der Reisebilder entsteht ein kunstvolles und hymnisches Gesamtkunstwerk, das eine höhere Politik atmet und in dem Heine aber auch nicht an Gesellschaftskritik spart. In seinem Werk wider der konfiszierten Gedanken platziert er seine feine Ironie wie die Stiche eines im Umgang mit den Florett geschickten Fechters. Durch seine feine und heitere Ironie entstehen kunstvolle Reisebilder und literarische Landschaften, welche für stilvolle Unterhaltung im besten Sinne sorgen. Diese Reisebilder lassen den Leser teilnehmen an Heines Reise und so wird die Winterreise Heines zum literarischen Vergnügen nicht nur in der Winterzeit.
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am 17. Oktober 2008
Heinrich Heine floh 1831 vor der deutschen Zensur nach Paris floh. Bei aller Kritik, die er an den deutschen Verhältnissen übte, blieb er jedoch zeitlebens ein Patriot und glühender Verfechter eines freiheitlichen, einigen Deutschlands. Im Vorwort schreibt er: "Beruhigt euch. Ich werde eure Farben achten und ehren, wenn sie es verdienen, wenn sie nicht mehr eine müßige oder knechtische Spielerei sind. Pflanzt die schwarz-rot-goldene Fahne auf die Höhe des deutschen Gedankens, macht sie zur Standarte des freien Menschentums, und ich will mein bestes Herzblut für sie hingeben. Beruhigt euch, ich liebe das Vaterland ebenso sehr wie ihr ... Ich bin ein Freund der Franzosen, wie ich der Freund aller Menschen bin, wenn sie vernünftig und gut sind ...".

Im Winter 1843 / 1844 unternahm Heine eine Reise nach Hamburg, um die geliebte Mutter, die er dreizehn Jahre nicht mehr gesehen hatte, zu besuchen. "Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht... Nach Deutschland lechtz ich nicht so sehr, wenn nicht die Mutter dorten wär. Das Vaterland wird nie verderben, jedoch die alte Frau kann sterben", lautet die berühmte Stelle aus den Zeitgedichten, die zugleich seine Sehnsucht nach der Heimat zum Ausdruck bringt.

Der erste Teil des Gedichtbandes beschreibt die Fahrt durch die deutschen Staaten. Zahlreiche Schlagbäume werden ihn daran erinnert haben, dass die deutsche Einheit nicht wirklich vorankam: "Ein einiges Deutschland tut uns Not, einig nach außen und innen." Heine vergleicht die französische Leichtigkeit mit der preußischen Steifheit - als hätten sie verschluckt den Stock". Bei der Betrachtung des unvollendeten Kölner Doms grübelt er: "Ja kommen wird die Zeit sogar, wo man, statt ihn zu vollenden, die inneren Räume zu einem Stall für Pferde wird verwenden." Am Wegesrand bei Paderborn sieht er das "Bild des Mannes, der an das Kreuz geschlagen. Mit Wehmut erfüllt mich jedes Mal dein Anblick, mein armer Vetter, der du die Welt erlösen gewollt, du Narr, du Menschheitsretter!". Starker Tobak zu einer Zeit, in der eine Anfeindung der katholischen Kirche einem Hochverrat gleichkam. Friedrich Nietzsche wird in die Spuren dieses Mannes treten.

Im zweiten Teil träumt Heine das Märchen vom deutschen Kaiser, der sich rüstet, das deutsche Volk zu befreien. Allein der Kaiser kennt keine Eile: "Der Rotbart erwiderte lächelnd: Es hat mit dem Schlagen gar keine Eile, man baute nicht Rom in einem Tag. Gut Ding will haben Weile". Heine entgegnet enttäuscht: "Das beste wäre, du bliebest zu Haus, hier in dem alten Kyffhäuser - Bedenk ich die Sache ganz genau, so brauchen wir gar keinen Kaiser". Die Französische Revolution hatte gezeigt, dass man auf die Monarchie verzichten konnte.

In Hamburg angekommen, wird das "liebe Kind" von der Mutter verwöhnt. Bei einem Stadtrundgang findet Heine nicht nur die Stadt verändert, sondern auch die Menschen scheinen ihm betrübter und gebrochener, "wie wandelnde Ruinen".

Im abschließenden Teil offenbart ihm Hammonia, Hamburgs beschützende Göttin, die Zukunft Deutschlands. Heine darf das Geheimnis nicht preisgeben, aber deutet an, dass sein Traum nach einem geeinten Deutschland in Erfüllung gehen wird. Heine sollte sich nicht täuschen!
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Dieses Werk hier ist überhaupt ein Schlüsselwerk der Überzeugung, daß es gelingen könnte, mit Geist und
der daraus entstehenden Möglichkeit soetwas wie Frieden oder Befriedung, Freiheit womöglich für die Menschen zu bringen.
Für die Menschen, die "guten Willens" sind, wie es geschrieben steht.
Und so ist allein das Vorwort des Dichters zu diesem wunderschönen und bildungsreichen Werk ein Fanal des guten Willens.
Geschrieben im Januar 1844, so steht es unter der Bezeichnung:
Deutschland
Ein Wintermärchen
und gleich im CaputI beginnt es wehmütig und süß:
"Im traurigen Monat November war`s,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist`ich nach Deutschland hinüber."
Und dann geht es durch die damaligen deutschen Lande, daß es ein Vergnügen ist.
Die Landschaften, die Bewohner, die Preußen zumal, die er aufs Korn nimmt, alles, die Liebe zu einigen ganz speziellen Landschaften und deren Charaktere, alles wird kunstvoll und geistvoll zu Papier gebracht in einem Sington, in einem liedhaften, einem deutschen volksliedhaften Grundton dargebracht.
Natürlich kann man nicht nur schmunzeln, denn es geht gewaltig zu mitunter, wenn z.B. die Zukunft dieses Deutschlands geruchsmäßig an einem ganz besonderen Ort, einem hehren sozusagen, vorausgesagt wird. Und hier ist denn auch seine Kritik damals zu verstehen, denn heute ist ja fast alles nachweislich - leider - als richtig anzusehen, was er beschreibt.
Gut, das schmälert keinesfalls seine Kunst, das schmälert nicht seine Liebe zu Deutschland, dem er viel zutraut, wenn es sich der Menschlichkeit zuwendet, (er sagt: Menschtum!).
Somit ist dieses Werk, im Versmaß geschrieben, ein überaus dramatisches und ein sehr deutliches Zeugnis seiner damaligen Voraussicht und ein mutiges zugleich für den, der es heute noch zitiert und sich zu Herzen nimmt.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. März 2006
Die einzigartige Lesart Konstantin Weckers macht Heines Text zu einem großartigen Erlebnis. Die satirische und sprachlich spitze Gesellschaftsanalyse des vorrevolutionären Deutschlands ist immer noch modern und aktuell. Köstlich sind die Zwiegespräche mit dem Rhein und Kaiser Barbarossa sowie das furiose Finale und "Deutschlands Zukunft". Kann ich nur empfehlen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Januar 2013
"Sei mir gegrüßt, mein Vater Rhein. Wie ist es dir ergangen? Ich habe oft an dich gedacht, mit Sehnsucht und Verlangen."

Unübertroffene Dichtkunst und Heimatliebe durchziehen dieses Meisterwerk und es ist kaum zu begreifen, was man ihm alles unterstellte. "Heine dieser heimatlose Geselle". Auch die Nazibrut bediente sich seiner Werke, und verwendete einige seiner Geschichten unter einem anderen Namen.

Wie jeder Dichter hatte auch Heine eine hellsichtige Ader und prophezeihte, "In Deutschland wird eines Tages ein Theater aufgeführt werden, gegen das die Französische Revolution nur ein kleines Vorspiel war."

Ein Meisterwerk, das man leider ohne die Interpretation eines geschichtebewandten Literaturkritikers kaum ganz verstehen kann.
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am 14. November 2001
Heinrich Heine - einer der besten politschen Dichter des Vormärzes. Um nicht zu sagen, DER Beste. Das "Wintermärchen" von Heine ist gespickt mit einer ganzen Reihe an politischen Anspielungen und Ironie. Heine schrieb dieses Werk nachdem er 1843, nach 13 Jahren Exil, wieder nach Deutschland zurückkehrte. Er beschreibt die politische Situation des Deutschlands von 1844. Dabei verteckte er seine Anspielungen hinter dem Stilmittel der Ironie. Als "normaler" Leser bemerkt man solcherlei versteckt Anspielungen meist nicht, oder man hat Probleme sie zu verstehen.
Eberhard Esche liest aus diesem Werk vor. Durch seine, auch ohne Mimik und Gestik, sehr lebendig Sprache erweckt er das Werk zum Leben. Wenn man das Werk liest, findet man es langweilig oder unverständlich. Erst nach genauerm Befassen mit dem "Wintermärchen" versteht man es. Dank Esche entfällt diese Arbeit zum Großteil. Sprachliche Besonderheiten fallen sofort auf und auch die Ironie wird von ihm wunderbar zu Ausdruck gebracht. Einfach genial, auch in einem Deutschland, das dem von 1844 nicht mehr gleicht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Juli 2014
Ein Klassiker - heute immer noch modern und unübertroffen - in einer soliden Ausgabe. Insbesondere die Wort- & Sacherklärungen sind unverzichtbar.
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"Im traurigen Monat November war's, Die Tage wurden trüber ...". Der deutsche Dichter Heinrich Heine kehrte im November 1843 für wenige Wochen von Paris nach Deutschland zurück. Auf der Rückreise begann er sein berühmtes Versepos "Deutschland. Ein Wintermärchen". Der Dichter beschreibt in 27 Kapiteln seine Reise über Aachen, Köln, den Teutoburger Wald und Hannover nach Hamburg.

Unzufrieden mit den politischen Verhältnissen und der Zensur in Deutschland war Heine 1831 nach Frankreich emigriert. Nun war der Exilant noch einmal in sein Heimatland zurückgekehrt, um seine Mutter und seinen Verleger zu besuchen. Bereits bei seinem Grenzübertritt wurde er mit der Borniertheit und der Feindseligkeit der preußischen Beamten konfrontiert. Auch auf seinen Stationen Aachen, Köln, Teutoburger Wald, Paderborn, Minden, Hannover und Hamburg begegnen ihm Deutschtümelei, Franzosenhass, Engstirnigkeit sowie stocksteifes preußisches Militär und die überzogene Frömmigkeit der Katholischen Kirche.

Überall flieht der Dichter entsetzt. Je länger die Reise wird, desto kritischer wird seine Haltung. Im Kyffhäuser-Gebirge schließlich erzählt er dem toten Kaiser Barbarossa von seiner Hoffnung auf Freiheit und ein tolerantes Deutschland. Rotbart beschimpft ihn daraufhin als Hochverräter. Auch in Hamburg, seiner Schlussetappe, wo seine Mutter wohnt, findet er nicht Weltoffenheit sondern nur Philistertum.

In über 500 Strophen beschreibt Heine die deutsche Misere, parodistisch und scharfzüngig kritisiert er die vorgefundenen sozialen und ideologischen Verhältnisse, die bedrückende politische und geistige Enge in Deutschland. Die lyrische Satire erschien 1844 in dem Gedichtband "Neue Gedichte". In Preußen wurde die Sammlung allerdings von der Zensur verboten und gegen Heine ein Haftbefehl erwirkt. Zu dieser Zeit befand sich der Dichter jedoch wieder im sicheren Paris.

Bereits 2005 erschien im Reclam Verlag eine illustrierte Ausgabe von "Deutschland. Ein Wintermärchen", die nun wieder in einer Auflage vorliegt. Der bekannte Maler, Cartoonist und Illustrator Hans Traxler (Jg. 1929) hatte zu jedem der 27 Kapitel eine farbige Illustration geschaffen und auch das Buchcover stammt aus der Feder des Mitbegründers von "Pardon" und "Titanic". Jede einzelne Abbildung ist eine persönliche Interpretation des Künstlers: humorvoll, treffsicher und hintersinnig. So liest man Gedichte mit Genuss!

Manfred Orlick
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am 19. Februar 2010
»Deutschland. Ein Wintermärchen« ist ein Gedichtszyklus und ein satirisches Versepos des deutschen Dichters Heinrich Heine (1797-1856), dargestellt als ene Mischung aus Reisebeschreibung und in feine und heitere Ironie gesponnene Zeit- und Gesellschaftskritik, genauer gesagt: Kritik an den deutschen Verhältnissen der Restaurationszeit und der deutschen Kleinstaaterei mit einer Mischung von Satire und Hymnus als literarischen Schreibweisen. Seine Entstehung verdankt der Gedichtzyklus einer Reise durch Deutschland am Ende des Jahres 1843. In diesem Gedichtszyklus verarbeitet Heine die Eindrücke, die der Dichter bei seiner Deutschlandreise gesammelt hatte.

Unzufrieden mit den politischen Verhältnissen im Deutschland der Restaurationszeit, die ihm als getauftem Juden keine Möglichkeit für eine juristische Tätigkeit bot, und um der Zensur zu entgehen, emigrierte Heine 1831 nach Frankreich. 1835 verbot ein Beschluss des deutschen Bundestags> seine Schriften zusammen mit den Veröffentlichungen der Dichter des Jungen Deutschland. Ende 1843 kehrt er noch einmal für wenige Wochen nach Deutschland zurück, um seine Mutter und seinen Verleger Julius Campe in Hamburg zu besuchen. Auf der Rückreise entstand der erste Entwurf zu seinem Versepos »Deutschland. Ein Wintermärchen«.

Heines wehmütiges Gedicht Wintermärchen" über Deutschland ist entstanden von Januar bis April 1844. In diesem Gedichtszyklus verarbeitet Heine die Eindrücke, die er bei seiner Deutschlandreise ein Jahr zuvor unternommen hat. Mit spitzer Feder portraitiert und skizziert Heine darin ein ihm fremd gewordenes Deutschland, über das sich der kalte Eishauch der Restaurationszeit gelegt hat. Er zeigt die Misere der deutschen Verhältnisse auf: die Restauration hat das Land im Griff und ein freies Denken sowie Meinungs- und Pressefreiheit sind nicht mehr möglich. Es ist ein grundsätzliche Kritik an den deutschen Verhältnissen der Zeit in einer Bissigkeit, die sie nur außerhalb des Einflußbereichs der deutschen Zensoren entstehen konnte.

Nachdem Heine 1831 in sein Pariser Exil ging, kehrte der Dichter Ende des Jahres 1843 er noch einmal für wenige Wochen nach Deutschland zurück, um seine Mutter und seinen Verleger Julius Campe in Hamburg zu besuchen. Auf der Rückreise entstand der erste Entwurf zu seinem Versepos »Deutschland. Ein Wintermärchen«. Inhaltlich ist dieses kritische Versepos eine Abfolge von Reisebildern von tatsächlichen Stationen auf seiner Reise durch Deutschland, die ihn auf mehreren Stationen nach Hamburg zu seiner kranken Mutter führte. Der Gedichtszyklus atmet eine höhere Politik, in der schon die Visionen von Deutschlands Zukunft eingeflochten sind und hymisch beschworen werden.

Heine verwendet für sein im Stile des Volksliedes abgefasstes Versepos eine äußerst bildhafte Sprache mit vielen Metaphern und versteckten Andeutungen als literarisches Mittel, um der nach dem Wiener Kongress vorherrschenden Zensur zu entgehen. In 27 Kapiteln (von Heine Caputs genannt) beschreibt Heine auf satirische Weise die politische Lage im Deutschland der Restaurationszeit. Jeder Ort wird von Heine mit einem speziellen Thema verknüpft, mit einem spezifischen Aspekt seiner Deutschland-Kritik, z.B. Aachen mit dem stocksteifen preußischen Militär, Köln mit der Kritik an der katholischen Kirche, Hannover mit dem Verfassungsbruch von König Ernst August, Hamburg mit philiströser Geschäftstüchtigkeit etc. Jede Station seiner Reise wird satirisch auf die Bedeutung abgeklopft.

So erklärt sich, dass das Werk aus 27 Gesängen (Caput I - XXVII) besteht, die in Strophen zu je vier Versen aufgeteilt sind. Jeder Vers enthält in der Regel vier Hebungen, die Zahl der unbetonten Senkungen variiert dagegen, wie es typisch für Volkslieder ist. So sorgt Heine in liebevoller Abneigung dafür, daß jede Stadt und jedes Land "sein Fett wegbekommt". Die Landschaften, die Bewohner, die Preußen zumal, die er aufs Korn nimmt, alles, die Liebe zu einigen ganz speziellen Landschaften und deren Charaktere, alles wird kunstvoll und geistvoll zu Papier gebracht in einem Sington, in einem liedhaften, einem deutschen volksliedhaften Grundton dargebracht.

Durch die Abfolge der Reisebilder entsteht ein kunstvolles und hymnisches Gesamtkunstwerk, das eine höhere Politik atmet und in dem Heine aber auch nicht an Gesellschaftskritik spart. In seinem trefflichen Werk wider der konfiszierten Gedanken platziert er seine feine Ironie wie die Stiche eines im Umgang mit den Florett geschickten Fechters. Durch seine feine und heitere Ironie entstehen kunstvolle Reisebilder und literarische Landschaften, welche für stilvolle Unterhaltung im besten Sinne sorgen. Diese Reisebilder lassen den Leser teilnehmen an Heines Reise und so wird die Winterreise Heines zum literarischen Vergnügen nicht nur in der Winterzeit.
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am 6. August 2010
Heines Wintermärchen gehört zweifelsohne zu den deutschen Klassikern. Mit der Veröffentlichung dieses Werkes machte er Furore, es wurde sogleich verboten und galt als politisch äußerst brisant.

Interessant aus heutiger Sicht ist, dass die meisten wohl mit der Zeit Heines eher Bürgerlichkeit, Zurückgezogenheit und Privatleben verbinden, nicht aber politischen Umtrieb. Interessant auch, wie Heine seine satirische Schrift in Form eines Reiseberichtes fasst und welchen Mut er -noch nicht einmal zwischen den Zeilen, sondern direkt- hatte, Kleinstaaterei, Zensur und Willkür im damaligen Deutschland beim Namen zu nennen.

Heutzutage kann man sich das Leben in Deutschland zu Heines Zeiten kaum mehr vorstellen. 1843 herrschten andere Zu- und Umstände als etwa hundert Jahre später und gerade aus diesem Blickwinkel ist es äußerst interessant, die deutsche Geschichte zurückzudrehen, um eine Vorstellung zu bekommen, wie bereits vor 200 Jahren Menschen mit demokratischen Ideen und Vorstellungen umgingen, wie sehr die Gesellschaft noch wachsen und ein normales, demokratisches Nationalgefühl zu entwickeln- eine Entwicklung, die erst in jüngster Zeit eine gewisse Entkrampfung erfahren hat.

Für den Leser, der sich mit europäischer und deutscher Geschichte und Geistesgeschichte beschäftigt, ein Muss- zumal in einer sehr schönen Ausgabe.
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