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am 27. September 2015
Den Rezensionen auf dieser Seite ist eigentlich nichts hinzu zu fügen. Sein Meisterwerk EFFI BRIEST kündigt sich hier an. Lange Dialoge, gute Charakterbilder zeichnen Fontanes Stil aus. Allerdings ihn in heutiger Zeit jugendlichen Lesern nahe zu bringen dürfte schwer sein. In der Mitte der Handlung neigt Fontane hier zu langatmigen Abschweifungen. "Frau Jenny Treibel" hatte mehr drive und Spontanität. Über UNWIEDERBRINGLICH liegt eine nebelhafte Melancholie.
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am 19. November 2003
Bereits die einleitenden Sätze ziehen den Leser auf eine rätselhafte Weise hinein, dass nämlich „eine Meile südlich von Glücksburg, auf einer dicht an die See herantretenden Düne" das von der gräflich Holkschen Familie bewohnte Schloss Holkenkäs lag, und dass dies eine Sehenswürdigkeit gewesen sei „für die vereinzelten Fremden, die von Zeit zu Zeit in diese wenigstens damals noch vom Weltverkehr abgelegene Gegend kamen".
Wie ganz von selbst stellt man sich vor, dass das Schloss weiß ist. Man sieht die Stegbrücke vor sich, die auch als Anlegestelle für die zwischen Glücksburg und Kopenhagen fahrenden Dampfer dienen sollte, und hinter dem Wasser sieht man das weiße Schloss, blendend.
Bald hat man sich fiebrig gelesen.
Dabei dreht es sich um Banalitäten.
Dabei hatte man erst den Titel für kitschig befunden. So pathetisch! So platt und direkt!
Trotzdem liest man es ohne Unterbrechung zu Ende. Freilich kann man am Schluss der Lektüre kaum angeben, was denn eigentlich passiert ist, außer dass der Graf mit dem Dampfschiff nach Kopenhagen gefahren war an den Hof und dann wieder zurückkehrte. Und in der Tat passiert auf den meisten Seiten nichts, das meiste ist nur Gerede, familiäre Dinge ohne Belang auf Schloss Handkäs, Konversation oder Stadt- und Hofklatsch bei Hofe.
Die Gegend, wo alles spielt, kann einem dadurch, dass man sich etwa in Kiel aufhält, naturgemäß sehr viel näher rücken, als wenn man den Roman beispielsweise in Zürich liest. Das spielt sicher auch eine Rolle. Denn Glücksburg liegt von Kiel nicht weit entfernt. Aber fremd bleibt einem die Fontanesche Welt zur Genüge. Es ist weniger die Distanz, die in der Vergangenheit liegt. Nein. Sie liegt im Wesen der Konversation zu Hofe, wo viele Worte nichts besagen konnten und ein Seitenblick alles, wo man nicht sagte, was man meinte, und wie dann aus den Worten doch ernst wird.
Dabei kann man sich im einzelnen gar nicht mehr entsinnen, um was sich diese Konversation drehte. Und doch schreckt man von der Lektüre hoch, als wäre man selbst hineinverwickelt in das Geschehen. Aber nicht einmal dieses Geschehen kann man notdürftig angeben. Gut, es gibt den Grafen und seine Familie, es gibt die Prinzessin, und dann gibt es ein Fräulein von Rosenberg. Vielleicht liegt das Ungewisse darin begründet, dass ungewiss bleibt, was die Tiefe ist und was die Oberfläche, und welches denn die Tiefe ist oder die Oberfläche: die Welt der Dinge oder die Welt der Wörter. Und in diese Ungewissheit fallen einem wieder die Verse ein: „Die Ruh' ist wohl das Beste/Von allem Glück der Welt."
Die Prinzessin bestellt Graf Holk nach Kopenhagen. Er nimmt das Dampfschiff »König Christian«, seine Frau und die Kinder winken. Bei der Einfahrt in Kopenhagen „funkeln die Sterne in fast schon winterlicher Klarheit". Konversation. Es gibt nun also auch dieses Fräulein von Rosenberg, es gibt ferner die unverbindlichen Wortspiele hin und her. Es gibt den Dachstuhlbrand sodann, wo der Graf das Fräulein aus dem Zimmer rettet als Ritter seiner Dame. Das ist eigentlich alles. Als das Fräulein gefragt wird, wie es gewesen sei, entgegnet sie lediglich: erst war es etwas zu heiß, danach etwas zu kalt. Man hat den Eindruck, dass es ein Techtelmechtel ist, mehr nicht.
Am Ende ist wieder das gleiche Schloss weiß und blendend über dem Wasser. Alles sieht genau gleich aus wie am Anfang. Aber alles ist anders. Die Gräfin ist ins Wasser gegangen. Kurz zuvor hat sie noch Toilettenangelegenheiten besprochen.
Es ist nichts gewesen, und dann ist alles anders.
Glückliche Tage sind vorbei, und dann ist die Ruhe eingekehrt.
Sieht das Schloss gleich aus oder anders, oder ist alles Einbildung? Die Gräfin: stirbt sie aus Gram, oder stirbt sie aus Versehen?
Und was ist denn eigentlich gewesen, was unwiederbringlich ist? War es wirklich das Glück, wo doch die Ruhe wohl das beste ist?
Eben!
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