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Kundenrezensionen

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Haus ohne Hüter
Format: SondereinbandÄndern
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. November 2003
Wer sich mit den Folgen des Krieges auch über die Statistiken hinaus befassen möchte bekommt durch dieses Buch einen kleinen Ausschnitt über die Zeit danach. Die Verarbeitung des menschlichen Verlustes, die Wut, Hilflosigkeit und der Schmerz - aber auch das Nichtverstehen und nicht nachvollziehen können der nachfolgenden Generationen ist durch einfache Worte verständlich gemacht. Der Umgang mit der Nachkriegszeit und eine Kindheit ohne Vater ist aus der perspektive zweier Jungen mit unterschiedlicher finanzieller Lage beschrieben: Hunger aus Geldnot und Hunger wegen Vernachlässigung - im "Reichtum". Zwei Schicksale in einer Zeit, wo Schwarzmarkt und alte Gesellschaftsvorstellungen das Leben der Zurückgebliebenen bestimmen....
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. April 2006
Kennen Sie das? In irgendeiner Lebenssituation geht einem plötzlich ein Buch- oder Liedtitel durch den Kopf und man beschließt, das würde ich mal gerne (wieder) lesen bzw. hören. So ging es mir mit dem vorliegenden Titel. Also flugs die neue Hardcoverausgabe bei amazon bestellt.

Heinrich Böll gehört zwar zu den von mir respektierten, aber seit Schulzeiten kaum wahr genommenen Schriftstellern. Vielleicht war sein Thema, die geistig/geistlich-politisch/kulturelle Situation am linken Niederrhein nicht meins. Vielleicht war es seine schmucklose Prosa, die literarisch das karge Nachkriegsdeutschland widerspiegelt? In diesem frühen Roman Heinrich Bölls aus dem Jahre 1954 erkennt man in seinen literarischen Mitteln deutlich den Stil der Zeit: So fand ich viel Gemeinsames mit dem damals ebenfalls jungen Siegfried Lenz.

Doch auch wenn Böll in seiner Zeit (der Adenauerära) verankert war, ist das Thema dieses Buches m. E. durchaus auch heute noch aktuell. In diesem Buch geht es in parallelen Handlungssträngen um das Leben von - in diesem Falle - durch den Krieg zerrissenen Familien. Die "Onkel-Ehe" lässt sich ja durchaus auf die heutige Zeit der "Patchwork-Familien" zeitgemäß verlängern. Das Buch beschreibt traditionelle Bindungen, deren Verfall nicht aufzuhalten ist. Es beschreibt den Zusammenhang von materieller Abhängigkeit und der Sehnsucht nach Liebe, Zugehörigkeit und Zuhause. Gibt es ein zeitloseres Thema?
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. August 2007
Wie überlebt man einen solchen Krieg, diese immense Verblendung und den abscheulichen Völkermord? Man lebt weiter. Zwar ist es nicht leicht, so zu tun, als habe man von all dem nichts gewußt, doch die Hoffnung liegt auf der nachfolgenden Generation, die mit Fug und Recht behaupten kann, zur Zeit der Nazis noch nicht gelebt zu haben.

Nur spült sich das Verbrechen bleischwer ins aufkeimende Wirtschaftswunder und dem Gefühl: Wir sind wieder wer. Heinrich Böll beschreibt in seinem Roman die Welt zweier Schulfreunde, läßt ihre Probleme wie Freuden dem Leser erscheinen, als handele es sich um ganz normale Jungs, die sich halt mit solchen Problemen in dem Alter herumschlagen.

Doch zeichnet er auch ein Bild einer Nachkriegsgesellschaft, die schwer traumatisiert, deren Verdrängen nicht beizukommen ist und zieht die Linie zwischen arm und reich, die die Freunde prägt. Heinrich Bölls erzählerischer Ton klagt an und versöhnt seine Figuren zugleich mit sich, indem er sie nie bloßstellt, sondern als das nimmt, was sie sind: Losgelöst, entwurzelt, auf Suche nach dem, was ihnen Halt verspricht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. September 2003
Dies ist das zweite CD-Package mit von Autor selbst gelesenen Geschichten. Dies wäre ja eigentlich keine große Sache, doch beim Literaturnobelpreisträger ist das natülich etwas ganz anderes. So wird Literatur zum Leben erweckt und fristet nicht ein gequältes Dasein, dass sich meistens im Schulunterricht befindet. Lehrer müssten diese CD in ihren Lehrplan aufnehmen, um die Liebe zur Literatur bei ihren Schülern zu entfachen. Die Geschichten selber sind Böll-Standarts (u.a. Haus ohne Hüter, Irische Tagebuch) und zeigen auch durch die Kommentare des Autoren, dass es auch heute noch wichtig ist, dem Kölner zu zuhören und selber zu lesen. Eine wahre Freude!
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am 13. Juli 2015
Unter den wenigen Lichtgestalten der deutschen Nachkriegsliteratur ist Heinrich Böll, Nobelpreisträger von 1972 und damit erster Deutscher, dem diese Ehrung nach dem Zweiten Weltkrieg zuteil wurde, zweifellos der bedeutendste. Zu seinem Frühwerk zählt der 1954 erschienene Roman «Haus ohne Hüter», einer seiner Gegenwartsromane, in denen er die «Gesellschaft von Besitzlosen und potenziellen Dieben», wie er das Deutschland des Wirtschaftswunders nannte, literarisch an den Pranger stellte. Ein unbeirrbar der Moral verpflichteter Schriftsteller, der sich auch politisch vehement einmischte und damit über seine Rolle als Chronist weit hinauswuchs.

In einer Stadt am Rhein leben Anfang der 1950er Jahre zwei Kriegerwitwen mit ihren elfjährigen Söhnen, die als Klassenkameraden eng miteinander befreundet sind. Während Martin im Wohlstand aufwächst im Hause seiner Großmutter, Inhaberin einer Marmeladenfabrik, erlebt Heinrich bitterste Armut und wird schon früh gezwungen, durch Schwarzmarktgeschäfte zum Lebensunterhalt beizutragen. Albert, ein Freund von Martins Vater Rai und Augenzeuge seines Todes, lebt ebenfalls in der Fabrikantenvilla. Rai hatte in Russland, als ein nassforscher junger Leutnant ihn duzte, zurückgefragt: «Haben wir Brüderschaft getrunken»? Er wurde von Leutnant Gäseler daraufhin zu einem Patrouillengang eingeteilt, ein unsinniges Himmelfahrtskommando, bei dem er seinen voraussehbaren Tod fand. Nella, Martins traumatisierte Mutter, führt ein unstetes Leben mit wechselnden Liebhabern, ist unglücklich, will nie mehr heiraten und flüchtet sich in Tagträume von einem Leben mit Rai, wie es hätte sein können. Heinrichs Mutter hat wechselnde Beziehungen mit Männern, von den Jungen als «Onkels» bezeichnet, die sie aber nicht heiraten will, weil sie dann die Kriegerrente verliert. Bölls Figuren sind lebensnah beschrieben, seine fünf Protagonisten wirken allesamt sympathisch, man lebt und leidet mit ihnen. Am Ende schließlich deutet er sehr vage eine Perspektive an, die eine Befreiung sein könnte aus unersprießlicher Situation, der Leser darf den Faden weiterspinnen.

Böll schildert äußerst detailreich und authentisch die Lebenswirklichkeit jener Jahre, er erzählt die Familiengeschichten aus wechselnden Perspektiven in einer wunderbar stimmigen, klaren und schnörkellosen Sprache. Ältere Leser werden vieles wiederfinden, was sie selbst erlebt haben, jüngere werden staunen über eine Vergangenheit, die so weit ja gar nicht zurückliegt. Bölls Sprache ist nüchtern, oft sogar lakonisch und mit einer Symbolik angereichert, die den rheinischen Katholizismus listig hinterfragt. Er beleuchtet die lange nachwirkenden Verheerungen, die von den Nazis angerichtet wurden in der vaterlosen Kriegsgeneration. Seine Liebe gilt den Opfern, er stellt sie den Tätern gegenüber, die schon bald als Opportunisten im Nachkriegsdeutschland Macht und Einfluss zurück gewonnen haben, jener Leutnant gehört dazu. Aber Nella, die sich rächen will an Gäseler, gibt resigniert auf, verzichtet auf Rache, weil die nichts ändern würde, ihre Verzweiflung nicht lindern kann.

Bölls melancholischer Familienroman ist geeignet, manches zu relativieren für uns Heutige, die wir Probleme beklagen, die gegen die damaligen geradezu läppisch sind. Insoweit ist er ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur eines Volkes, das gar zu gern die unrühmliche Vergangenheit ausblenden wollte und will. Der Roman ist keine Anklage, eher eine resignative Aufarbeitung des damaligen Geschehens und seiner fatalen Folgen. Sechzig Jahre später erscheint uns die Problematik der «Onkelehen» angesichts unserer Patchwork-Familien zwar als ganz nebensächlich, sie wirkt aber noch heute in die Lebensgeschichte vieler Älterer hinein, die in einem «Haus ohne Hüter» groß geworden sind und bleibend geprägt wurden. Davon zu lesen ist dank Bölls humorvoller Sprache nicht nur sehr bereichernd, sondern oft auch amüsant, ein Lesevergnügen mithin auf allerhöchstem Niveau.
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Die Erzählung schildert die Erfahrungen zweier Freunde, welche im Krieg ihre Vater verloren haben. Auf der einen Seite ist es Heinrich, welcher in ärmeren Verhältnissen lebt, dessen Mutter immer wieder neue "Onkel" anschleppt. Heinrich lernt so früh für die Familie mitzudenken, insbesondere entwickelt er rechnerische Fähigkeiten, um die Familie über Wasser zu halten. Auf der anderen Seite ist es Martin, welcher ebenfalls einen beigefügten Onkel hat, welcher allerdings als ehemaliger Vatersfreund sich für den Jungen verantwortlich fühlt. Obwohl Martins Familie finanziell ohne Sorgen ist, bleiben doch die Erinnerungen und ein zielloses Dahinleben. Der Krieg lebt insgesamt in der Erinnerung weiter, die Orientierungslosigkeit der Älteren überträgt sich auf die jüngere Generation. Ein Roman welcher nach seiner Erscheinung mit Sicherheit aktueller war, trotzdem eine gewisse Zeitlosigkeit beinhaltet.
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Böll gehört seit meiner Schulzeit zu meinen Lieblingsautoren und "Haus ohne Hüter" ist mein Favorit.
Böll erzählt auf beinahe schonungslose Weise das Leben der verschiedenen Generationen nach dem Krieg: das Kind als Schwarzmarkthändler, die Mutter mit den wechselnden Partnern, die immer noch dominante Großmutter.
Die Verlogenheit der Moral und die Kirche, die mit ihrem Anspruch über die Seelen der Menschen, dort anknüpft, wo sie mit der Machtergreifung aufgehört hat.
Nichts scheint sich geändert zu haben, der Muff ist der alte!

Absolut empfehlenswert!
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am 11. Februar 2009
Böll schildert hier ein detailreiches Bild der Entwicklung der Bundesrepublik und weist auf den Anteil hin, den der offizielle Katholizismus an ihr hat. An der Lebenssituation der Mütter der elfjährigen Freunde Martin und Heinrich zeigt er die nicht heilenden Wunden, die der Krieg den Menschen zugefügt hat, sowie die Verständnislosigkeit und Härte der mit scheinmoralischen Ansprüchen auftretenden Gesellschaft , die die verwitweten Mütter und auch die Kinder zu Leidtragenden werden lässt.
Heinrich Böll erhielt 1972 den Literaturnobelpreis.
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am 26. November 2012
Heirich Böll schreibt aus/über eine Zeit vor - während - und nachdem - 2. Weltkrieg. Für junge Leute eine Information, heute unvorstellbar, und für Zeitzeugen eine Erinnerung.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Januar 2000
Böll portraitiert in diesem Buch die Welt der fünfziger Jahre in Deutschland, gekennzeichnet davon, dass viele Häuser ohne Hüter waren, das heißt die Väter im Krieg verschollen oder gefallen sind. Er lässt diesen 1954 erschienen Roman in einem Milieu spielen, das er so gut wie kein anderer kennt und beschreiben kann: Im Rheinland. Am Beispiel von zwei Haushalten und täglich erwachsenden Konflikten und Problemen wird beschrieben, was es bedeutet ohne Vater oder Ehemann aufzuwachsen, bzw. sein Leben bestreiten zu müssen. Ein faszinierendes Buch, welches ein sehr schönes Beispiel für deutsche Belletristik ist. Ich kann dieses Buch jedem Böll-Fan und auch den Nicht-Böll-Fans uneingeschränkt weiter empfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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