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am 3. Juli 2011
Was macht ein Vorbild aus? Verhält es sich auf nachahmenswerte Weise? Diese Kriterien untersuchen ein pensionierter Rektor aus Lüneburg, eine Lektorin und Herausgeberin von Lehrbüchern aus Hamburg und ein jüngerer Lehrer aus Diepholz. Sie haben sich im herbstlich trüben Hamburg getroffen, um sich auf eine Geschichte für ein Schullesebuch zu einigen.
Man sollte meinen, das Vorgehen könnte auch Schüler interessieren. Doch Siegfried Lenz' großartiger Schreibstil, seine genaue Beobachtungsgabe und Erzählmanier sind für Jugendliche oft 'stinklangweilig'. Vor allem, wenn sie die Lektüre lesen müssen und 'Aktion' erst nach knapp 400 Seiten vorkommt.
Für die ältere Generation, die sich in ihre Jugend zurückversetzt fühlt, ist dieser Roman allerdings lesenswert. Vielleicht muss man erst Lebenserfahrung gesammelt haben, um die Schwierigkeit, in der die drei Vorbildsucher stecken, nachvollziehen zu können. Sind sie denn selbst Vorbilder oder glauben sie, Vorbilder zu sein?
Valentin Pundt, der erzkonservative Rektor aus Lüneburg, betrauert den Suizid seines Sohnes und sucht vergeblich die Gründe für dessen Aus-dem-Leben-scheiden nach einem gerade erfolgreich absolvierten Staatsexamen. Jan Peter Heller, der fortschrittliche Lehrer aus Diepholz, kommt bei seinen Schülern gut an. Er kennt sich in der Musikszene gut aus und demonstriert mit Leidenschaft. Im Alltag jedoch scheitert er; seine Frau und seine Tochter sind ihm fremd. Rita Süßfeldt lebt in der Stadt, in der sie sich mit den beiden Lehrern in einer muffigen Pension zum Arbeiten trifft. Sie kümmert sich so rührend um ihren behinderten Bruder, dass der das Weite sucht.
Mir gefällt Lenz' Schreibstil, der in den heute als Bestseller herausgegebenen Büchern kaum zu finden ist. 'Das Vorbild' ist ein Buch zum Genießen, keines zum schnellen Durchschmökern. Die Einteilung in 23 Kapitel hilft beim Pausieren und erlaubt jederzeit wieder den Einstieg ' ohne langes Nachlesen, was vorher geschehen ist.
Siegfried Lenz selbst soll einmal behauptet haben: 'Ich bekenne, ich brauche Geschichten um die Welt zu verstehen.' Seine Erzählungen beweisen, dass er die Welt so gut versteht, dass er sie auch anderen erläutern kann. Sein Roman 'Das Vorbild' ist auch 38 Jahre nach der Erstausgabe noch durchaus lesenswert.
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am 26. Januar 2015
Die Frage nach dem Wesen eines Vorbildes beschäftigt drei Herausgeber eines Lesebuches. Außerhalb der Arbeit finden sie sich selbst immer wieder in Situationen wieder, in denen sie selsbt als Vorbild auftreten oder versagen - ohne sich dessen bewusst zu sein.

Siegfried Lenz ist hier ein großer, ein gehaltvoller Roman geglückt, der dem Leser reichlich Stoff zum Nachdenken mit auf den Weg gibt, verfasst in einer sehr präzisen, unterschwellig humorvollen Sprache, in der er immer wieer ebenso stimmungsvolle wie treffende Bilder findet und Figuren zeichnet, die einem lebensvoll und direkt der Realität entlehnt entgegen treten.

Das Buch hat mir volle Konzentration abverlangt, doch jedes Mal, wenn ich es zur Hand nahm, las ich mehr als 100 Seiten am Stück, da ich nicht mehr davon loskam.

Ein sehr, sehr lohnenswertes, aber kein leichtes Buch.
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am 30. Juli 2011
Siegfried Lenz hat in seinem Roman eine interessante, aber auch relativ ungewöhnliche Thematik behandelt, da sich die meisten Menschen sicher nicht die Frage stellen, wer oder was für sie vorbildhaft ist, sondern unbewusst ein Vorbild wählen, weil es sie aufgrund einer bestimmten Handlung beeindruckt hat und sie sich gerne mit ihm identifizieren würden.
Die Ansichten hinsichtlich der Vorbildsuche beschränken sich zu sehr auf die Aussagen von Erwachsenen. Dabei wäre es für die Wahl eines Vorbildes für die Jugend angebracht, Jugendliche über ihre Einstellungen zu beispielhaftem Verhalten und zu Idolen zu befragen. Lenz entscheidet sich nicht für ein Vorbild, das jeder Kritik standhält, das eröffnet einen guten Interpretationsspielraum. So kann der Leser selbst entscheiden, ob er ein Vorbild braucht und welches Verhalten beispielhaft ist. Wer "Das Vorbild" als Anregung, sich selbst auf Vorbildsuche zu begeben, betrachtet, oder sich zumindest näher mit dem Thema befassen will, für den ist dieser Roman eine sehr gute Wahl.
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TOP 1000 REZENSENTam 1. Februar 2015
Siegfried Lenz war 1926 in Lyck, Ostpreußen geboren, zahlreiche sehr lesenswerte Erzählungen wie z.B. "So zärtlich war Suleyken" und Romane, z.B. auch "Deutschstunde" haben zu inzwischen sehr vielen Ehrungen und Preisen geführt. Er starb am 7. Oktober 2014 in Hamburg.

Fünf Jahre nach seinem bekanntesten Roman „Deutschstunde“ schreibt Lenz in seinem siebten, 1973 veröffentlichten Roman „Das Vorbild“ über die problematische Suche dreier Experten nach einem passenden Lesebuch-Text für Schüler zu diesem Thema eines Vorbildes oder vorbildhaften Verhaltens. Die sowieso schon schwierigen Irrungen und Wirrungen der 3 Protagonisten enden schließlich in einer von ihrem Vorgesetzten nicht angenommenen Wahl, d.h. ihre sowieso schon sehr schwierige Kompromißbildung wird nicht anerkannt, weil Jugendlichen nicht einleuchtend. Nebenbei erfährt der Leser vom ebenfalls wenig vorbildhaften, dennoch sehr menschlichen Privatleben der Vorbildsucher. Der pensionierte Rektor Valentin Pundt aus Lüneburg beispielsweise gerät selbst mehr unfreiwillig zu einem Vorbild, als er zusammengeschlagen wird, weil er sich für angefeindete Jugendliche einsetzt. Er scheidet danach freiwillig aus dem Unternehmen aus, vielleicht weil er endlich erkennen muß, dass das gar nicht geht, Vorbild sein. Sein Sohn hatte Selbstmord begangen, und auch die Suche nach den Gründen dafür mißlingt dem Vater, der immer gehofft hatte, seinem Sohn Vorbild gewesen zu sein.

So wichtig das im Roman behandelte Thema der Vorbilder im Leben der Heranwachsenden tatsächlich auch sein mag, es ist ein sperriger Roman, der dem Leser langen Atem abverlangt. Immerhin aber regt die Lektüre eigene Gedanken an: Wer oder was war mir Vorbild und Leitstern, als ich als Jugendlicher auf der Suche nach Orientierung war? Bin ich selbst anderen Menschen Vorbild in meinem aktuellen Verhalten? Was sind Ideale, denen ich nachstrebe? (01.02.15)
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am 20. Juli 2014
Ich bin Siefried Lenz Fan und lese seine Bücher mit großer Begeisterung. Kann ich jedem nur empfehlen. Ich finde seine Sprache sehr schön.
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