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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen trister Alltag, meisterlich erzählt, 19. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Ein Kapitel für sich: Roman (Taschenbuch)
Natürlich ist der Alltag trist und eintönig im russischen bzw DDR-Gefängnis/Lager. Aber meisterhaft erzählt Kempowski darüber und die Menschen die darin gefangen sind. Hier wird auch klar, wie ein Roman mit der eigenen Person als (einer der) Hauptdarsteller aussehen kann. Abwechselnd erzählen uns Walter Kempowski und sein ebenfalls gefangener Bruder Robert (sowie die ebenfalls verhaftete Mutter und - in Briefen - die Schwester in Dänemark) über ihren Alltag. Meisterlich wie beide Brüder in ihren Erzählungen ein jeweils klares Bild zeichnen und doch den anderen jeweils als vom Knast angekratzt, schon etwas seltsam zeigen. Wie die im Frieden in Dänemark lebende Schwester genauso Probleme des Alltags hat und wichtig nimmt, obwohl sie neben den Problemen der Gefangenen so unwichtig aussehen. Und wieder verzichtet Kempowski weitgehend auf Emotionen bzw. deutet sie bestenfalls an: wieso bin ich verhaftet, hat das Leben so einen Sinn, ist der andere ein Verbrecher oder Unschuldig, wie kann es hier Gott geben ... all diese Fragen kann man wahrnehmen aber sie werden nicht ausgemalt. Autor Kempowski hat - wie in den früheren Bänden - so viel Vertrauen in den Leser, dass er diesem zutraut sich diese Gefühle selbst auszumalen und dass diese selbst geschaffenen Bilder stärker sind als jede vorgezeichnete Emotion.
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterlich, 16. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Ein Kapitel für sich: Roman (Taschenbuch)
Die Haftjahre, immer aus wechselnder Perspektive von Walter, Robert und der Mutter geschildert. Ich bin selbst ein Kind des Sozialismus, wie wurde das in der Schule ausgeweidet, dass unsere Sowjetbrüder die KZŽs befreiten. Dass dort sogleich neue Insassen kamen, diesmal nun die vielen tausende und abertausende Antisowjetbürger, die nun dort vegetieren mussten, unter nicht minder menschenunwürdigen Bedingungen....tja, das hat man uns in der Schule verschwiegen. Menschen, wie Du und Ich, deren Vergehen so abstrus lächerlich waren, ein falscher Satz am falschen Ort, zum falschen Ohr, fertig war das Konstrukt: antisowjetische Propaganda, 25 Jahre Zuchthaus. Eine westliche Modeillustrierte an Nachbarn verschenkt hat gereicht. Unglaublich. Erzählt wird wieder ohne direkte Gefühlsbeschreibung, aber unter der Oberfläche aller Lakonie, zwischen den Zeilen, da laufen immer die Tränen, da ist der Wahnsinn nicht weit entfernt.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kempowski über seine Zeit als politischer Gefangener in der DDR, 5. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Ein Kapitel für sich: Roman (Taschenbuch)
1948 werden Walter Kempowski, sein Bruder Robert und beider Mutter in der damaligen sowjetischen Besatzungszone wegen Spionage verhaftet. Die Brüder Kempowski haben Frachtbriefe in den Westen weitergegeben um die sowjetische Demontage zu dokumentieren. Sie wurden denunziert und zu 25 Jahren Zuchthaus verurteilt. Mutter Kempowski erhielt wegen Mitwisserschaft - sie hat ihre Söhne nicht angezeigt - 10 Jahre Zwangsarbeit.

In abwechselnden Berichten schildern Mutter und Brüder Kempowski ihre Zeit in sowjetischer und später DDR-Haft. Willkürjustiz, bei der schon bloßer Verdacht zur Verurteilung zu langjährigen Strafen ausreicht, Denunziation, unmenschliche Haftbedingungen, sind die zentralen Themen der ersten Jahre in Gefangenschaft. Unabhängig von Herkunft, gesellschaftlicher Stellung und Intellekt werden die Gefangenen mit politischen Häftlingen, einfachen Arbeitern, Ganoven und Kriminellen über Jahre hinweg weggeschlossen. Kontakt nach Aussen gibt es nicht. Schreiben ist verboten. Allein der Besitz von Schreibutensilien kann zur verschärften Haftbedingungen führen. So bleibt den Gefangenen nichts weiter über, sich mit sich selbst und den anderen Mitgefangenen zu unterhalten.
In den Dialogen der Gefangenen kommen die unterschiedlichen Schicksale der Häftlinge, die verschiedenen Haftgründe und die individuelle Verarbeitung der Haftzeit zum Ausdruck. Was hat diese Personen in dieser Konstellation an diesem Ort zusammengeführt. Gerechtigkeit? Recht? Nein! Die Mehrheit der Inhaftierten war nie in der Lage über ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Unter dem Druck einer hysterischen Masse in den Weltkrieg gezwungen, müssen sie nun, nachdem sich die Machtverhältnisse geändert haben, noch dafür büßen. Als Spielball der sich ändernden Weltanschauungen, können sie kaum ihr Schicksal selbst beeinflussen und finden sich damit.

Obwohl sich die Orte nicht ändern und die Protagonisten der Handlungsfähigkeit beraubt sind, bleibt das Buch zu jeder Zeit spannend. In altbewährter Manier vermengt Kempowski seine Berichte mit Zitaten, Wortwitz und allerlei traditionell überlieferten Redewendungen, Lied- und Gedichtversen. Dieser Stil ist gewöhnungsbedürftig, doch er wirkt lebendig und authentisch, so wie die Erlebnisse, die wir aus dieser Zeit von unseren Großeltern hören durften.

"Ein Kapitel für sich" ist ein Teil der so genannten "Deutschen Chronik" und hilft, wie auch die anderen Werke Kempowskis, die Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts und die politische Entwicklung in unserer Welt - so wie sie noch heute nachwirkt - zu verstehen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichten aus der Geschichte, 25. Mai 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein Kapitel für sich: Roman (Taschenbuch)
Walter Kempowski, den vielschichtigen Geschichtsbeobachter, gerade jetzt zum 60 Jubiläum unseres Staates nochmal vorzunehmen und aufmerksam zu lesen, macht mehr als Sinn.
Immer wieder vergisst man, wie sich das andere Deutschland neben der BRD aus den Trümmern des Krieges entwickelte und vor allem, was es entwickelte. Ein Unrechtssystem nämlich, das sich auf die vogelfreie Nachkriegszeit und die russischen Plünderungen von Menschenrechten und Produktionsmitteln aufstützte (von wegen vae victis) und diesen Weg aus Gründen der Selbsterhaltung 40 Jahre beibehielt.
Kempowski verstummt im Gefängnis keineswegs, viel mehr findet er sich selbst und endlich, nach der in den Büchern "Tadellöser & Wolff" und "Uns geht's ja noch Gold" beschriebenen orientierungslosen Gammelei, auch sein "Ding", seine Aufgabe, das Beobachten von Entwicklungen, das Entstehen von Geschichten und von Geschichte.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kapitel für sich - ein sehr gelungenes Buch!, 22. Juli 2002
Ein Kapitel für sich ist ein sehr gelungenes Buch, da es oft in den Personen wechselt, und man auch irgendwie das Gefühl hat, dabei zu sein. Es ist nicht wie eine langweilige Erzählung geschrieben, sondern so, daß es sehr spannend ist, und man sozusagen gezwungen wird, weiter zu lesen. Walter Kempowski hat es auch nicht übertrieben geschrieben, einfach so, daß es sehr spannend und glaubhaft ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kempowski, ein Rostocker,, 21. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein Kapitel für sich: Roman (Taschenbuch)
und ein Stück Heimat. Mir hat einmal ein Haus in seiner Straße gehört. Sein Kontor wurde erst kurz vor der Wende abgerissen - wir haben uns noch ehrfürchtig darin herumbewegt, als es schon keine Fensterscheiben mehr hatte.
Warum im Namen der Gerechtigkeit, hat man ihn nicht als politischen Flüchtling anerkannt. Kann es sein, dass man uns ostdeutschen Opositionellen im Westen verraten hat, weil man der Wahrheit über die Sowjetdiktatur nicht ins Auge sehen wollte? Für mich hat Kompowski den Rostocker "Buddenbrook" geschrieben. Das sollte jeder lesen.
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4.0 von 5 Sternen eIN kAPITEL FÜR SICH, 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein Kapitel für sich: Roman (Taschenbuch)
Hat meine Erwartungen erfüllt. Gefällt mir.Ein Kapitel für sich ist einfach ein echter Kempowski. Werde es Freunden empfehlen.
Und weitere K. kaufen.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen O.K., 12. Juli 2013
Von 
Juergen Mertin "Juergen" (Burkhardsfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein Kapitel für sich: Roman (Taschenbuch)
Ein Kempowski mit einem Schuss aus Homo Faber und Stiller von Max Frisch. Weitere sieben Worte fallen mir leider nicht ein (Huch - das warn schon acht)......
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Ein Kapitel für sich: Roman
Ein Kapitel für sich: Roman von Walter Kempowski (Taschenbuch - 1. April 1978)
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