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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiger und trotz der gemächlichen Schilderungen spannender Roman.
Ich verstehe, dass viele Leser diesen Roman langatmig und langweilig finden. Es hängt wohl davon ab, ob die Liebe zum Roman trotz der raumgreifenden und zeittrotzenden Schilderungen erhalten bleibt: bei mir blieb sie erhalten. Ich stelle mir aber den Zeitgeist der heutigen Schulklassen vor und kann gut nachfühlen, dass die Geschichte dort bei vielen nicht gut...
Veröffentlicht am 7. August 2007 von sonnenblumensammler

versus
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Buch wie eine Deutschstunde
Ich gebe es umunwunden zu : ich kaufte dieses Buch weder, weil ich schon die ersten 27 Bände der SZ-Reihe gelesen hatte und es nun an der Reihe war, noch weil mich das Oevre von Siegfried Lenz schon immer interressiert hatte - ich kaufte es schlicht deshalb, weil ich nach einigen "schundigen" Büchern wieder mal was Anspruchsvolles lesen wollte, und mir die knapp...
Veröffentlicht am 17. Oktober 2005 von Thomas BTF


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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Mein Vater. Der ewige Ausführer. Der tadellose Vollstrecker" (71)., 27. Februar 2009
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Deutschstunde: Roman (Taschenbuch)
Die Handlung setzt ein in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche im Hamburg der fünfziger Jahre. Im Unterricht ist ein Aufsatz zu dem Thema "Die Freuden der Pflicht" anzufertigen. Doch Siggi Jepsen gibt ein leeres Heft ab mit der Begründung, er habe nicht zu wenig, sondern viel zu viel zu diesem Thema zu sagen. Also beschließt die Anstaltsleitung, ihm eine Strafarbeit aufzutragen: Bevor er nicht den Aufsatz zu dem geforderten Thema geschrieben hat, darf er nicht am regulären Anstaltsleben teilnehmen, sondern muss die Zeit allein für sich in einer Einzelzelle verbringen. In dieser verordneten Einsamkeit bricht es aus Siggi heraus und aus Tagen werden Wochen und aus Wochen Monate, in denen er seine Geschichte und die Geschichte seiner Familie, welche zugleich die Geschichte eines ganzes Landes ist, niederschreibt.

Im Jahr 1943 ist Siggi zehn Jahre alt und wohnt mit seiner Familie im schleswig-holsteinischen Kaff Rugbüll, wo sein Vater Jens Ole Jepsen als Polizist arbeitet. Eines Tages erhält er den Auftrag dem Maler Max Ludwig Nansen, mit dem ihm seit Jahren eine Freundschaft v erbindet, mitzuteilen, dass Berlin ein Malverbot gegen ihn verhängt habe und es zugleich seine Aufgabe sei, dieses zu überwachen. Nun offenbar sich Vater Jepsen als Prototyp des pflichtfetischistischen deutschen Untertan, für den Pflichterfüllung zur obersten Lebensmaxime wird, ohne auch nur auf den Gedanken zu kommen, die Konsequenzen dieser Pflichterfüllung zu hinterfragen.

Siggi entfernt sich mehr und mehr von seinem Vater und versteckt einige der Bilder, die sein Vater einkassieren will. Doch dessen Besessenheit übersteigt alles, womit seine Ungebung rechnen konnte, so dass Siggi nur noch eine Mischung aus Angst und Hass für seinen Vater empfinden kann: "Dort auf der Halbinsel [...] begann ich mich zu fürchten und zwar nicht vor seiner Kraft oder seiner List oder Hartnäckigkeit, sondern vor einer ihn bewohnenden Unbeirrbarkeit; diese Furcht war stärker als der Haß, der auf einmal da war und mir riet, mich auf ihn zu stürzen und seine Schenkel und Hüften mit den Fäusten zu bearbeiten" (446).

Jens Ole Jepsen steht stellvertretend für Millionen von Menschen, die während des Dritten Reiches Pflichterfüllung zur höchsten Tugend erklärten und sich nicht um die Opfer der Pflicht scherten. Wozu so eine Einstellung führen kann, wird am Beispiel von Rudolf Höß deutlich. Rudolf Höß war Kommandant von Auschwitz und entwickelte das Lager zu einer perfekt funktionierenden Todesmaschinerie und blieb doch gleichzeitig ein liebender Familienvater. Die Arbeit sei nun mal seine Pflicht und daher nicht zu hinterfragen gewesen, rechtfertigte er sich nach Kriegsende vor Gericht. Der französische Autor Robert Merle hat basierend auf den Originalaufzeichnungen von Höß 1957 den Roman Der Tod ist mein Beruf veröffentlicht, welcher aus der Perspektive des Erzählers geschrieben ist.

Fazit: 1968 erschienen, bleibt "Deutschstunde" einer der ganz großen Romane der Nachkriegsgeschichte. Lenz verdeutlicht exemplarisch an einem Vater-Sohn-Konflikt das Verhalten von ganz normalen Menschen während des Krieges und den Umgang mit der Vergangenheit im Nachkriegsdeutschland. Auch 40 Jahre später hat der Roman nichts von seiner Aktualität verloren.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Buch wie eine Deutschstunde, 17. Oktober 2005
Ich gebe es umunwunden zu : ich kaufte dieses Buch weder, weil ich schon die ersten 27 Bände der SZ-Reihe gelesen hatte und es nun an der Reihe war, noch weil mich das Oevre von Siegfried Lenz schon immer interressiert hatte - ich kaufte es schlicht deshalb, weil ich nach einigen "schundigen" Büchern wieder mal was Anspruchsvolles lesen wollte, und mir die knapp 5 Euro in die knapp 500 Seiten gut investiert schienen.
Nun, "die Deutschstunde" hat wirklich viel von dem, was eine gute Erzählung ausmacht. Zuvorderst fällt die unglaubliche Sprachgewalt auf, mit der Lenz die Geschichte aus der Perspektive des Siggi Jepsen erzählt - zu großen Teilen als 12-jähriger im Nazideutschland und zu einem kleineren Teil als Jugendlicher nach dem Krieg. Die Sprache ist so bildhaft und intensiv, dass man sich beim Lesen schon fast in einem Kinofilm wähnt.
Als besonders einsdruckvoll sind mir die Schilderungen der Langsamkeit seines Vaters, des Polizeipostens Rugbüll in Erinnerung geblieben und die Beschreibungen der abstrakten Bilder des Malers.
Inhaltlich dreht sich der Roman um das Thema "Opportunismus und Zivilcourage im Dritten Reich" - ein Sujet, das auch 60 Jahre danach noch extrem spannend und vielschichtig ist.
Trotz dieser Pluspunkte wollte sich bei mir der Lesegenuss aber nur phasenweise einstellen. Während sich die schöne Sprache und das Thema im Laufe des Buches fortlaufend abnutzen, bleibt die Handlung langsam und träge - vielleicht bin ich ja wirklich ein kleiner Banause, aber das Buch war mir definitv zu lang.
Trotzdem, wieder mal ein schönes Gefühl, ein "gutes" Buch gelesen zu haben - mein nächstes (viertes) Buch aus der SZ-Reihe wird dann aber wieder etwas dünner werden :-)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Freuden der Pflicht, 8. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschstunde (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist sicher ein wichtiges Zeitdokument des Generationenkonflikts in den 1968er Jahren, und wird daher oft in der Schule gelesen. Gerade an diesen Roman sollte jedoch freiwillig herangegegangen werden; oft doch recht langatmig, ist er nicht unbedingt als Klassenlektüre geeignet.

Siggi Jepsen ist in Haft. In einer Strafarbeit über die Pflicht denkt er über die vorangegangenen Ereignisse nach, die ihn in diese Situation gebracht haben: Er schreibt über seinen Vater Jens Ole Jepsen, einem Dorf-Polizisten zur Zeit des zweiten Weltkriegs. Nach dem Motto "Befehl ist Befehl" überwacht er streng den Maler Nansen, dem das Malen verboten war. Sein Sohn, der ihm helfen soll, befreundet sich mit Nansen und hilft ihm dabei, seine Bilder - sein Brot - zu verstecken. Beide geben dies auch nach dem Krieg nicht auf: der Vater verfolgt weiterhin den Maler, der Sohn beschützt diesen weiterhin und stiehlt die Bilder Nansens.

Durch seine Reflexion erlangt der Sohn zu Einsicht. Er deckt die Irrungen des Mitläufertums der NS-Zeit auf. Der Roman gilt als einer der ersten, der dieses Verhalten nach dem Krieg aufdeckt, der aber nicht mit (zu) erhobenem Zeigefinger anprangert. Lenz schafft Bilder, die im Kopf bleiben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bester Deutscher Nachkriegsroman!, 21. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Deutschstunde: Roman (Taschenbuch)
Habe den Roman vor vielen Jahren schon zweimal gelesen und er gefällt mir bei dritten Mal noch viel besser. Obwohl ich (und eigentlich jeder Leser) die Story bald kennt, wird die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln so interessant und spannend erzählt, dass man das Buch nur ungerne weglegt. Werde es sicher auch ein viertes Mal lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein zeitloser Klassiker!, 14. Februar 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschstunde (Gebundene Ausgabe)
Den Inhalt dieses grandiosen Werkes zum 46. Mal wiederzugeben, erspare ich mir - dazu genügt ein Blick auf die Amazon-Beschreibung.

Aber was sich dahinter verbirgt, ist schwerer fassbar: Lenz nimmt den Leser mit auf eine unglaubliche, beeindruckende, zeitweilig beängstigende, zuweilen äußerst humorvolle Reise in das biedere Nachkriegsdeutschland und lässt uns die Welt aus der Sicht des 24jährigen Sigi Jepsen betrachten, der sich nicht nur mit seiner Gegenwart in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche, sondern auch mit seiner Vergangenheit, mehr noch mit der Vergangenheit seines pflichtbesessenen Vaters auseinanderzusetzen hat.

Ein Buch, das aus zweierlei Gründen auch heute noch im Deutschunterricht nicht fehlen sollte: Zum einen vermag es Lenz, trotz der Ernsthaftigkeit der Thematik Freude am Lesen zu wecken (weit eher als die Lektüre von Emilia Galotti oder Leutnant Gustl), zum anderen sind seine Bücher lebendiges Zeugnis einer Sprachkunst, die in Deutschland nur ganz wenige beherrschen. In Zeiten, in denen der deutschen Sprache überall Gewalt angetan wird, in denen über 30 % der Grundschüler bei der Einschulung nicht in der Lage sind, einen kurzen Satz zu formulieren, sind Sätze von Lenz wohltuend und fördernd.
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37 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mogelpackung, 16. März 2007
Von 
Anja Christen (Sauerlach, Bavaria, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Leider unterscheidet Amazon bei den Rezensionen ja nicht (mehr?) zwischen den unterschiedlichen Ausgaben von Hörbüchern, und selbst zwischen Rezensionen, die sich auf gedruckte Ausgaben und Hörbücher beziehen, wird kein Unterschied mehr gemacht.

Die hier rezitierte CD (Deutsche Grammophon, Autorenlesung) wird von Amazon als normales Hörbuch beschrieben, was es leider nicht ist, denn es befinden sich nur wenige Kapitel, und diese auch nur auszugsweise auf der CD. Leider findet sich nirgends bei Amazon ein Hinweis darauf; ich bin stutzig geworden, daß die Spielzeit mit einer guten Stunde angegeben ist (und da kann man "Deutschstunde" niemals komplett vorlesen), und es sich auch nicht um eine MP3-CD handelt. Der Hinweis, daß es nur Auszüge sind, findet sich nur auf der Webseite von der Grammophon selber!

Wie diese CD gelesen ist, kann ich nicht beurteilen, da ich sie sofort (und natürlich ungeöffnet) zurückgesendet habe. Fairerweise hat Amazon sie anstandslos zurückgenommen.
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5.0 von 5 Sternen Als ob man selbst dabei war, 18. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Deutschstunde: Roman (Taschenbuch)
Ist es Zufall, dass der Höhepunkt der antiautoritären Bewegung in Deutschland im Jahre 1968, in Zeiten einer quasi oppositionslosen großen Koalition also, gleichzeitig das Erscheinungsjahr des wichtigsten und erfolgreichsten Romans von Siegfried Lenz war, der «Deutschstunde»? Das Buch passte jedenfalls genau in diese Zeit, war eine feinsinnige Aufarbeitung der jüngeren Vergangenheit gerade auch in Hinblick auf die Frage nach der Anpassung des Individuums an die jeweilige gesellschaftliche Situation. Was die Achtundsechziger damals bekämpften war ja nichts anderes als das Wiedererstarken einer kritiklosen, obrigkeitsgläubigen deutschen Bevölkerung, die beflissentlich das tut, was man ihr sagt, ohne weiter darüber nachzudenken.

«Die Freuden der Pflicht» heißt denn auch treffend der Deutschaufsatz, den Siggi, der in einer Hamburger Besserungsanstalt einsitzende Ich-Erzähler, schreiben muss. Die Entstehung dieses Aufsatzes, zu dem er fast unbegrenzt viel Zeit hat, bildet den äußeren Rahmen der Handlung. Im Aufsatz des geradezu schreibwütigen Siggi, der inneren Geschichte, lesen wir von seiner Jugend am Deich, von seinem Elternhaus und den Nachbarn in schleswig-holsteinischen Rugbühl, wo sein Vater als Dorfpolizist den «nördlichsten Polizeiposten Deutschlands» innehat. Die unbeirrbare, sture, geradezu unmenschliche Auffassung des Vaters von Pflicht gipfelt in der Auseinandersetzung mit seinem Nachbarn und Freund Max, einem an Emil Nolde erinnernden, expressionistischen Maler, dem er 1943 das Malverbot aus Berlin überbringt, dessen Einhaltung er persönlich zu überwachen habe. Obwohl Max ihn als Jugendlicher vor dem Ertrinken gerettet hat, ist der Polizist geradezu zwanghaft bemüht, diesen Auftrag akribisch zu erfüllen, menschliche Regungen sind ihm völlig fremd in seiner unreflektierten Pflichterfüllung. Die übrigens noch lange über das Kriegsende hinaus fortdauert, nur weil man ihm nicht gesagt hat, dass damit auch sein Auftrag endet.

Lenz hat autobiografisch inspiriert in seiner schlichten, aber wirkmächtigen Sprache ein großartiges literarisches Portrait der Küstenlandschaft und ihrer Bewohner geschaffen, einer rauen Welt, die immer wieder äußerst detailreich und so liebevoll geschildert wird, dass sie selbst einem ortsfernen, süddeutschen Leser wie mir unwillkürlich ans Herz wächst. Der Plot ist raffiniert in Kapitel gegliedert, die das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und mit Zeitsprüngen voranbringen. So wird zum Beispiel mehrfach das Manuskript eines jungen Psychologen mit einbezogen, in dessen Diplomarbeit das Seelenleben des arretierten Helden analysiert wird. Sehr amüsant sind die Einschübe, in denen Siggi als Autor über den Fortgang seiner Geschichte sinniert und damit den Leser an seinen Überlegungen beim Schreiben teilnehmen lässt. Überhaupt ist in diesen Roman voller Trauer und Bitternis häufig ein trockener Humor eingewoben, der die Lektüre angenehm locker werden lässt, ein markantes Merkmal der großartigen und anrührenden Erzählkunst von Siegfried Lenz. Wie er zum Beispiel einen Geburtstagstisch schildert oder minutiös über ungewöhnliche Riten und seltsame Angewohnheiten seiner wahrlich illustren Figuren berichtet, das zeugt von großer Scharfsicht und Lebensklugheit.

Der ruhige und genüssliche, weit ausholende Erzählstil des Autors hat mich tief in eine ereignisreiche «Deutschstunde» hineingezogen, in der die Spannung bis zum Ende anhält. Man mag manche Naturschilderungen als zu langatmig empfinden, die gleiche Detailtreue aber ist bei den vielen Figuren höchst erwünscht, lässt die fast durchweg sympathischen Protagonisten geradezu lebendig werden, man fühlt sich, als ob man selbst dabei war. Mehr kann man von einem Roman nun wirklich nicht erwarten.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer einen Roman von Siegfried Lenz ausprobieren möchte, ist hier genau richtig, 11. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Deutschstunde: Roman (Taschenbuch)
Siggi Jepsen soll im Deutschunterricht einen Aufsatz über die Freuden der Pflicht schreiben. Allerdings weiß der junge Mann nicht wie er seine Ideen zu diesem Thema in einer Stunde aufs Papier bringen soll. Als die Stunde vorbei und sein Heft immer noch leer ist, wird ihm eine Strafarbeit aufgebrummt. Da er in einem Heim für schwererziehbare Jugendliche ist, wird er in einem Zimmer eingesperrt und muss den Aufsatz nachschreiben. Das Resultat ist ein Bericht, der alle Grenzen sprengt und von Siggis Kindheit im schleswig-holsteinischen Glüserup erzählt. Denn sein frühes Leben wird geprägt von seinem Vater Ole Jepsen, der Dorfpolizist ist und die Regeln der Nationalsozialisten durchsetzen muss.

"Deutschstunde" ist mein erstes Buch von Siegfried Lenz und ich ehrlich zugeben, dass ich erstaunt war wie gut ich mit seinem Schreibstil zurechtkam. Ich musste mich allerdings erst daran gewöhnen, dass die Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede fehlten. So kam es, dass ich doch schon mal einen Satz zweimal lesen musste, um zu verstehen wer was sagt. Aber zum Glück gab es nur wenige Gespräche in dem Buch, so dass ich gut voran kam. Da Siggi seine Geschichte selbst erzählt, erhält man schnell einen Bezug zu dem Jungen. Er war mir sofort sympathisch und ich konnte mich gut in ihn hineinversetzen. Dank der Psychologen, die regelmäßig das Heim besuchen, erfährt man auch etwas über Siggis Persönlichkeit und wie er ins Heim gekommen ist. Denn das erzählt Siggi selbst nicht. Ich fand es interessant zu lesen wie stark Eltern ihre Kinder prägen - ob bewusst oder unbewusst. Bisher hatte ich mir das nie so verdeutlicht. Was mir auch gut gefallen hat, war die Tatsache, dass der Leser einen guten Einblick über das Leben in einem Dorf während des zweiten Weltkrieges bekommt. Davon habe ich bisher immer wenig gelesen.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Wer gerne mal ein Buch von Siegfried Lenz ausprobieren möchte, dem kann diesen Roman nur ans Herz legen.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Genial und "naja" : die CD-Ausgabe, 13. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Deutschstunde (Audio CD)
Mit großer Begeisterung habe ich vor kurzem dieses geniale Buch von Siegfried Lenz gelesen. Es ist flüssig und wortgewandt geschrieben, die Handlung lässt einen nicht los.

Selten habe ich Besseres gelesen. Auf den letzten 100 Seiten tat ich mich schwer mit dem Dranbleiben, was NICHT am Buch lag, sondern vielmehr daran, dass ich aus dem Urlaub wieder in den Alltag geglitten war. Ich bin sicher, dass viele diesen Umstand kennen. Um das Buch dennoch zu Ende zu lesen, schaffte ich mir den 16-CD-Pack an und las mit Hilfe der Stimme von Siegfried Lenz die letzten 100 Seiten zu Ende.

Zur CD-Edition selber: der Preis ist "geschenkt", - wo kriegt man 16 CDs eines gelesenen Stücks Weltliteratur zu solchem Preis?

Negativ: Die CD enthält KEINE Angaben darüber, welche Kapitel, bzw. Seiten sich auf welcher CD befinden. Schwierig zudem, dass die CDs manchmal nicht mit dem Kapitelanfang beginnen, sondern irgendwo mittendrin. Wieso hat man keinen "Schlüssel" ins Booklet aufgenommen? Zweiter Kritikpunkt: ich fand das Lesen von Lenz mitunter enttäuschend fad und ermüdend, - meine eigene, also innere Interpretation des Textes beim Lesen war da viel lebendiger gewesen. Vieles wird, offensichtlich unter Zeitdruck, lieblos heruntergenudelt, doch geht die dem Text innewohnende Dramatik damit leider flöten. Schade eigentlich!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Deutschstunde, 7. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Deutschstunde: Roman (Taschenbuch)
"Die Freuden der Pflicht", so lautet das Thema eines Aufsatzes, den Siggi Jepsen in der Besserungsanstalt für Jugendliche in Hamburg schreiben soll. Überfordert bzw. überwältigt von seinen Erinnerungen findet er keinen Anfang und gibt ein leeres Heft ab, was zu einer Strafarbeit führt. Alleine in seiner Zelle muss er den Aufsatz nachschreiben und darf erst wieder aktiv am Alltag teilhaben, wenn er seine fertige Arbeit abliefert. Doch die als Strafe gedachte Arbeit wird zur Aufgabe, zur "Freude der Pflicht" im wahrsten Sinne des Wortes, in der Siggi seine Vergangenheit aufarbeitet: sein Vater, der als Polizeiposten Rugbüll das von den Nationalsozialisten verhängte Malverbot an seinem Freund, dem Maler Nansen überwacht und die Ausübung seiner Pflicht über seine Freunde, ja sogar über seine eigene Familie stellt. Ohne eine Aufgabe fühlt der Vater sich hilflos und so geht er vollständig in seinem Beruf - seiner Berufung, wie er glaubt, auf... Selbst sein Sohn Klaas wird "Opfer der Pflicht" und von seinem pflichtbewussten Polizei-Vater nach Husum ausgeliefert. Der Maler umgeht das Malverbot immer wieder - er kann nicht anders als seiner inneren Einstellung zu folgen - und Siggi, von dem sein Vater erwartet, dass er ihm bei der Überwachung des Malverbotes hilft, stellt sich heimlich auf die Seite seines erwachsenen Freundes, versteckt Gemälde vor dem sicheren Ruin. Selbst als der Krieg bereits zu Ende ist, kann Vater Jepsen nicht davon ablassen, seine vermeintliche Pflicht weiter auszuüben... Siggi sieht sich veranlasst, weiterhin bedrohte Gemälde zu verstecken, was ihm letztendlich eine Verfolgung seitens der Polizei und eine Haftstrafe in der Besserungsanstalt einbringt.
Hier erlebt Siggi nun die "Freuden der Pflicht" in Form seines Aufsatzes, sowie z.B. durch den sympathischen Wärter Joswig, der immer wieder Möglichkeiten sucht und findet, um seine Pflichten zu erfüllen, ohne jedoch "Opfer der Pflicht" zu schaffen. Als Siggi seine persönliche "Freude der Pflicht" erfüllt hat, kommt er zu der Erkenntnis, dass er anstelle seines Vaters in der Besserungsanstalt sitzt und zweifelt daran, ob er Rugbüll und dem Leben dort jemals entkommen kann...
Ein Roman der Nachkriegszeit von Siegfried Lenz, in dem es hauptsächlich um das Thema "Pflicht" geht und eindrucksvoll die Gefahren und Einflüsse der Pflicht zeigen, die "Freuden der Pflicht", sowie auch die "Opfer der Pflicht" . Er soll den Leser dazu anregen, sich Gedanken über dieses Thema zu machen, ist die Pflicht eine Freude, eine Last, wie weit darf die Ausübung der Pflicht gehen, wann ist sie sinnvoll, sinnlos... Wo ist die Grenze, wer bestimmt sie?
Nebenbei ist das Buch sehr unterhaltsam und spannend, man kann sich nicht lösen von den Geschehnissen am Deich, wie geht es weiter, wird er tatsächlich... , was wird aus...??
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist wirklich absolut lesens- und empfehlenswert, auch wenn einige Längen zu überwinden sind, entstehend durch die ausgiebige Beschreibung der Landschaft und einzelner Details.
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Deutschstunde. Roman.
Deutschstunde. Roman. von Siegfried Lenz (Taschenbuch - 31. Dezember 1995)
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