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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir sind fertig, Kandidat Torberg! Sehrgut, setzen!
Im letzten, dem entscheidenden Schuljahr vor der Matura am städtischen Realgymnasium XVI, kommt für den zwar begabten, aber etwas bequemen Oktavaner Kurt Gerber alles zusammen. Denn als Klassenvorstand bekommt Kurt den in Geltungssucht und Selbstherrlichkeit erstarrten Artur Kupfer (vom Buch treffend als "Gott mit beschränkter Haftung" [GmbH] inauguriert),...
Veröffentlicht am 24. Juli 2006 von pununintended

versus
1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein leicht zu lesender aber doch anspruchsvoller Roman!
Dieses oft im Schulunterricht verwendete Werk von Friedrich Torberg zeigt mit der Geschichte des Schülers Gerber und seinen Klassenkameraden die Unterdrückung von auch älteren Schülern durch Lehrer und auch von Eltern auf. Der psychisch, ja fast sarkastiche Lehrkörper Kupfer genießt es seine Schüler zu peinigen und zu blamieren, wobei...
Am 27. März 2001 veröffentlicht


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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir sind fertig, Kandidat Torberg! Sehrgut, setzen!, 24. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Schüler Gerber: Roman (Sondereinband)
Im letzten, dem entscheidenden Schuljahr vor der Matura am städtischen Realgymnasium XVI, kommt für den zwar begabten, aber etwas bequemen Oktavaner Kurt Gerber alles zusammen. Denn als Klassenvorstand bekommt Kurt den in Geltungssucht und Selbstherrlichkeit erstarrten Artur Kupfer (vom Buch treffend als "Gott mit beschränkter Haftung" [GmbH] inauguriert), der seinen Job nicht einfach macht, weil er dafür ausgebildet wurde, sondern weil er von ihm abhängig ist. Ohne wirklich wahrnehmbare soziale Bindungen ist Kupfer einfach auf seine kindischen Machtspiele angewiesen und geriert sich im Laufe der Handlung regelmäßig als ein von Minderwertigkeitskomplexen zerfressener Profilneurotiker, der sich an Auseinandersetzungen mit widerspenstigen Schülern ergötzt, diese sogar fortwährend provoziert. Kurt hat Kupfer zwar noch nie zuvor als Lehrer gehabt, hat aber schon genaue Vorstellungen von dem, was ihn erwarten könnte. Denn in den Sommerferien hat Kupfer Kurts Vater den Untergang des "Früchtchens" orakelt, falls dieses Kupfer als Klassenvorstand bekäme. Einen Posten auf den er hartnäckig insistiert hat. Dass dann die von ihm unterrichteten Gegenstände Mathematik und Darstellende Geometrie Kurts schwächste Fächer sind, tut sein übriges. Vom Bestehen der Matura hängt aber nicht nur sein Jura- oder Philosophiestudium ab, sondern auch das Leben seines schwer herzkranken Vaters, der nichts unversucht lässt, um das drohende Unheil abzuwenden. Und dann ist da auch noch Lisa Berwald, in die sich Kurt vor kurzem verliebt hat, die sich aber nicht eindeutig zu ihm bekennt. Lisa hat zwar körperlich schon maturiert, ist aber emotional völlig unreif. Der vage Schwebezustand dieser Quasi-Beziehung macht Kurt merklich zu schaffen und lenkt ihn zudem noch von der Schule ab, wo der Hauptkonflikt des Romans schon heftig schwelt. Kurt verspürt ein sukzessives Unbehagen, den verschiedenen Erwartungshaltungen seiner Umwelt nicht gerecht zu werden. Er fühlt, dass man von ihm erwartet, mit Lisa zu schlafen, er weiß, dass man von ihm verlangt, die Matura zu bestehen, er ist sich sicher, das nicht zu schaffen und droht unter dem Druck zusammen zu brechen.

Doch dann ein Lichtblick. Nach Karzerstrafen, Klassenbucheinträgen, Tadeln und etlichen "nichtgenügends" lässt Kupfer Kurt schließlich zur Matura zu (obwohl es für ihn kein Problem gewesen wäre, ihn durchfallen zu lassen, denn bei einer guten Prüfung entscheidet er, ob diese als solche oder als Übung anzusehen ist, bei einer schlechten gibt es "nichtgenügend"). Dahinter steckte aber keine unverhofft aufkeimende Nächstenliebe, sondern Kalkül, denn für Kupfer ist es eine ungleich größere Befriedigung, seinen hadernden Prüfling auf der Ziellinie zu demütigen und vor dem Lehrerkollegium zu desavouieren. Als Kurt dann die zu bearbeitenden Beispiele vorgelegt bekommt, kann er sich trotz intensiver Vorbereitung nicht konzentrieren. Zuviel schwirrt ihm im Kopf herum. Er ist vollkommen verheddert im Netz aus Selbstzweifeln, Versagensangst, krankem Vater und der Pein verschmähter Liebe. In einem denkwürdigen Schlussakkord unterzieht Kurt Gerber sein Leben der Maturaprüfung (Torberg zieht dabei starke Parallelen zu der zuvor stattgefundenen Prüfung Kurts ["Jemand zahlt zwölf Monate hindurch seine ganze Liebe ein...", in Anspielung auf die Zinseszinsaufgabe) und kommt zu der vernichtenden Gesamtbeurteilung "Sie wissen nichts von Wahrheit? Sie wissen nichts von Gerechtigkeit? Sie wissen nichts von Liebe? Davon wissen sie nichts?! Ich danke, es genügt. Wir sind fertig, Kandidat Leben!". Die Erkenntnis, dass es Subjekte wie Gott Kupfer gibt und immer geben wird und dass seine Liebe gescheitert ist, drängt Kurt in den Suizid, just bevor ihm gegen die vehementen Bemühungen Kupfers die Reife zuerkannt worden wäre. Gott Kupfer hatte wieder einmal gesiegt.

Die auktoriale Erzählhaltung, für die sich Torberg entscheidet, lässt ihm deutlich mehr narrativen Spielraum, als die Perspektive eines Ich-Erzählers. So erhält man Einblick in das innere und äußere Leben Kupfers. Man erfährt, wie er sich an die Eltern seiner Lieblingsschüler anbiedert und wie er seine sexuellen bzw. sadistischen Triebe befriedigt, an Prostituierten bzw. an Schülern, die sich beide in einer gewissen Abhängigkeit zu ihm befinden.
Auch hat man so, weit vor dem eigentlichen Protagonisten Kurt Gerber, darüber Kenntnis, dass seine Liebe zu Lisa niemals erwidert werden wird. Dafür hat dieser, benebelt von seiner Hingabe, natürlich keinen klaren Blick. Das Gefühlsleben, vor allem das des Kurt Gerber, spielt eine große Rolle. Torberg hat den "inneren Monolog" zwar nicht erfunden oder à la James Joyce perfektioniert, aber er weiß ihn in jedem Fall einzusetzen. Die abstrusen, ungeradlinigen und sprunghaften Gedankengänge verhelfen dem Zuschauer zur Empathie mit der Hauptfigur und machen sie so greifbarer und wirklichkeitsnäher, denn niemand mit einem derartigen Panoptikum an Problemen, wäre fähig, dissertationsreife und sachliche Überlegungen anzustellen. Schon gar nicht ein so ausgeprägt empfindsamer Charakter wie Kurt Gerber.

So pessimistisch und misanthropisch "Der Schüler Gerber" insgesamt ausfällt, ist er jedoch nicht durchgehend. Wer sich von einem Schulroman auch etwas Esprit, Spaß, Aufsässigkeit und einen amüsanten Schüler-Lehrer-Dualismus verspricht, der wird auch hier sein Heil finden. Denn auch in diesem Schulroman findet man die bekannten Lehrer- und Schülertypen wieder, die man so oder in abgewandelter Form schon in natura erlebt hat. Vor allem aus heutiger Sicht betrachtet, evoziert es doch eine gewisse Verwunderung, wie verhältnismäßig wenig sich in der Schulmaschinerie verändert hat.

"Der Schüler Gerber" wirft die Frage auf, was denn eigentlich "reif" ist und ob es die Sache wert ist, sich zu schinden, um von jemandem für "reif" erklärt zu werden, der zeitlebens nie aus dem System Schule ausgebrochen ist und mit seinem fragwürdigen Berufsethos und seiner Interpretation vom Lehrersein eigentlich als vollkommen unreif zu klassifizieren ist.

Wenn es nur um stupide Demonstrationen von Macht und Virilität geht, auf die Kupfer seine Schüler auf pädagogisch fragwürdige Weise für das "wahre Leben" vorbereitet, dann kann man getrost auch auf dieses "wahre Leben" verzichten.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als ein Schulroman, 1. Juli 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Schüler Gerber: Roman (Sondereinband)
Das schlimmste, was diesem Buch wiederfahren kann, wäre es als Schulroman abzustempeln, in dem es vorallem um einen Schüler geht, der sich mit einem Lehrer herumzuquälen hat, nicht das ist der Kern der Handlung. Der hat vielmehr mit einem jungen Menschen zu tun, dem -unter anderen über diesen Lehrer- bewusst wird, dass die Welt nicht ideal ist, nicht auf Liebe oder Gerechtigkeit und schon gar nicht auf Wahrheit beruht. Und irgendwie bemerkt Gerber, nicht in diese Welt hineinzupassen, eine Welt voller Öberflächlichkeiten. Der Titel ist somit, nach dem Lesen, nur ein weiterer Punkt der harten Abrechnung mit dem Leben an sich: "Der Schüler Gerber", der Versuch, jemanden festzulegen über seine Tätigkeit. Ein weiterer Punkt, des oberflächlichen Betrachtens, ohne die Hintergründe zu sehen, die einen gar nicht interessieren, weil sie doch nur zu kompliziert sind.
Es ist ein Buch, das durchaus seine Längen hat, aber auf sehr leicht verständliche Weise die Unmöglichkeit aufzeigt, in einer Welt zu leben, ohne seine Ideale aufzugeben. Und bitte: es ist KEIN Roman über die Schule oder einen Schüler. Es ist ein Buch über das Leben an sich, verpackt in das Umfeld eines Schülers, vielleicht auch deshalb, weil man gerade in dem Alter sich entscheiden muss, ob man bereit ist, in diese Welt zu passen oder nicht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein nachdenklicher Roman über Schule und Reife, 12. Januar 2000
Von Ein Kunde
Der begabte Schüler Kurt Gerber hat nur noch ein Jahr Schule vor sich. Übermutig und voller Vorfreude auf das, was ihn nach der Matura erwarten wird, nämlich die Welt der Erwachsenen, geht er das letzte Schuljahr an. Aber schon am ersten Tag wird dem Schüler Gerber diese Vorfreude genommen, denn sein neuer Klassenlehrer ist Professor Kupfer, auch "Gott Kupfer" genannt, der Gerbers einzige Schwäche, die Mathematik, unterrichtet. Gott Kupfer ist aber nicht nur ein strenger Mathelehrer, sondern ein herrschsüchtiger Despot, der in der Klasse wie in seinem eigenem Reich waltet. Kurt ist ihm ausgeliefert und seine anfängliche Ahnung , daß dies nicht gut ausgehen wird, wird immer mehr zur Gewißheit. Aber nicht nur die andauernden Demütigungen in der Schule machen Kurt zu schaffen. Da ist noch die unerfüllte Liebe zu Lisa, die die Schule verlassen hat, und damit außerhalb seiner Reichweite ist. Schließlich noch Kurts todkranker Vater, der seine letzte Hoffnung auf seinen Sohn setzt. Kurt will ihn auf keinen Fall enttäuschen und kämpft einen scheinbar aussichstlosen Kampf an vielen Fronten. Kleine Erfolge geben Kurt Hoffnung und der Leser bangt mit ihm um seine Zukunft. Vor allem junge Leute, die selbst noch in der Schule sind oder sie gerade verlassen haben, kennen die Angst vor dem Versagen, die Torberg erschreckend realistisch darbringt. "Der Schüler Gerber" ist mehr als nur ein Schulbankroman. Das Verantwortung übernehmen, erste Liebe, erste Enttäuschungen, Angst, nun die ganze Bandbreite des Erwachsenwerdens offenbart uns Torberg auf einfühlsame Weise. "Der Schüler Gerber" eignet sich nicht nur sehr gut als Schullektüre, sondern auch für alle, die über ihre eigene Schulzeit nachdenken wollen, damalige Ängste vor der Zukunft mit der eingetretenen Gegenwart vergleichen wollen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kandidat Leben, 30. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Schüler Gerber: Roman (Sondereinband)
Der Schüler Gerber von Friedrich Torberg ist wohl eines der eingängigsten, gefühlvollsten, aber gleichzeitig auch, erschütternsten Einblicke in das Seelenleben eines Schülers kurz vor der Matura. An mancher Stelle fühlt man sich dermaßen in die Situation hineinversetzt, dass einem die schlimmsten Erinnerungen wieder ins Gedächtnis kommen. Ängste werden wieder lebendig und die Anspannung nahezu greifbar. Eine wahre Achterbahn der Gefühle.
Doch zurück zum Werk. Torbergs Romanheld Kurt Gerber ist ein blitzgescheiter, aufstrebender junger Mann, der zu seinem Unglück an den falschen Lehrer zum falschen Zeitpunkt gerät. Gerber, der wegen seines aufbrausenden, ja geradezu an Frechheit grenzenden Auftretens von seinen Mitschülern und einem Großteil der Lehrer geachtet wenn nicht sogar verehrt wird, wird Zielscheibe des neuen Klassenvorstands Professor Kupfer, im Schülerjargon, wegen seiner Unbarmherzigkeit, Gott Kupfer genannt. Kupfer unterrichtet in Gerbers schwächsten Fächern Mathematik und Darstellende Geometrie und das weiß er auch. Gezielt jubelt er dem Ausnahmeschüler ein ums andere Mal ein Nicht Genügend unter, bis dieser an der eigenen Reife zu zweifeln beginnt. Zu allem Unglück stoßen zu Gerbers schulischen Problemen, noch andere hinzu. Lisa, die Liebe seines Lebens, lässt ihn im Unklaren über ihre Beziehung, für Gerber beginnt eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Zu guter Letzt scheitert er an der Hürde Leben.
Torbergs Werk, entzückt durch eine mitreißende Dramatik und eine einfühlsame Erzählung die ihres gleichen sucht. Nie zuvor war ein Schurke so real und derart hassenswert wie Gott Kupfer. Bis zuletzt lässt er den Leser an seiner Menschlichkeit zweifeln.
Stilistisch ist der Schüler Gerber gewöhnungsbedürftig, oft verschwimmen die Übergänge zwischen Gedanken und Gesprochenem, doch wer sich damit abfindet entdeckt eine herrlich grausame Seelenwanderung durch die Untiefen eines 18-jährigen Maturanten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tragische Geschichte eines Schüler-Lehrer-Machtkampfes, 20. Oktober 2011
Von 
Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Schüler Gerber: Roman (Taschenbuch)
Vor achtzig Jahren veröffentlichte der österreichische Schriftsteller Friedrich Torberg (1908-1979) seinen Erstlingsroman "Der Schüler Gerber". Der damals 21jährige hatte ihn noch ganz unter dem Eindruck des eigenen, nicht bestandenen Abiturs geschrieben. Sein Freund Max Brod las das Manuskript und war begeistert. Daraufhin übermittelte er es ohne Torbergs Wissen an den Zsolnay Verlag. Die erste Auflage des Romans trug den Namen "Der Schüler Gerber hat absolviert" und wurde ein großer Erfolg. 1954 erschien dann eine Neufassung mit dem Titel "Der Schüler Gerber".

Im letzten Jahr vor seiner Reifeprüfung sieht sich der begabte Schüler Kurt Gerber von dem tyrannischen Professor Kupfer drangsaliert. Dieser "Gott Kupfer" lebt hemmungslos seine sadistische Neigung aus und sein ganzer Ehrgeiz besteht darin, diesen jungen Gerber fertig zu machen. Gerbers schwache Seiten in der Schule sind Mathematik und Darstellende Geometrie, gerade jene Fächer, die von Kupfer unterrichtet werden.

Zusätzlich belasten Gerber seine unglückliche Liebe zu Lisa und die schwere Herzerkrankung seines Vaters, dem er die Schande eines schulischen Scheiterns ersparen möchte. Trotz aller Widrigkeiten besteht Kurt die schriftliche Matura, aber in der mündlichen Matura bei Kupfer stellt ihm dieser eine Prüfungsfalle. Als er anschließend von der Prüfungskommission aufgerufen wird, um sein Ergebnis zu erfahren, geht er in das Zimmer und stürzt sich aus dem Fenster auf die Straße. Er ist sofort tot. Ironie des Schicksal: Kurt war von der Prüfungskommission für reif erklärt worden.

"Der Schüler Gerber" ist jedoch kein Schulroman. Hier wird mehr als nur die Schule kritisiert, nämlich die Gesellschaft, die Welt der Erwachsenen. Nun ist dieser stets aktuelle Roman im Deutschen Taschenbuch Verlag in der Jubiläums-Edition "Wichtige Autoren und ihre Bücher aus fünf Jahrzehnten" erschienen.

Manfred Orlick
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen hervorragender Spiegel der Realität, 15. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Schüler Gerber: Roman (Sondereinband)
Was mir an diesem Roman so gut gefallen hat, war die nicht beschönigte Darstellung der Welt, denn -ganz ehrlich- nichts ist perfekt und jeder hat schon einmal die Schattenseite in seinem Leben kennengelernt, das gehört dazu.
Ich -als Schülerin- weiß wie es ist, wenn man sehr viel Stress hat und auch wenn man den-vielleicht gar nicht beabsichtigten- Druck der Eltern und der Lehrer zu spüren bekommt. Ja, es stimmt, einige Lehrer sind oft nicht fair, und es kommt auch vor, dass sie womöglich den einen oder andern Schüler bevorzugen und dafür einen anderen härter ranneehmen, aber man muss sich im Kopf behalten, dass Lehrer auch nur Menschen sind, und auch sie sind, wie wir alle, nunmal nicht perfekt, und da ist es klar, dass Sympathie auch mitspielt!
Und das wurde -finde ich zumindest- etwas übertrieben dargestellt!
Sonst: Fantastisch formuliert und man kann sich sehr gut hineinversetzen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Am Ende hat der Schüler Gerber doch gesiegt, 8. Mai 2011
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Schüler Gerber: Roman (Sondereinband)
Der ganze Umfang der Kulturrevolution, der die westlichen Gesellschaften in den letzten beiden Generationen überrollt hat, wird mitunter dem Leser an Büchern deutlich, die die Verhältnisse vor siebzig, achtzig Jahren noch wie Selbstverständlichkeiten beschreiben, die niemals ins Wanken geraten können und die sich doch inzwischen gänzlich verändert haben. Ein solches Buch ist der Roman "Der Schüler Gerber" des österreichischen Autors Friedich Torberg.
Kurt Gerber, ein sensibler und etwas verschlunzter Schüler der gymnasialen Abschlussklasse geht in dem vorliegenden Buch zwischen den Mühlsteinen der Gnadenlosigkeit eines gewissenlosen Lehrers und der nicht minder brutalen Gnadenlosigkeit der ersten Liebe zugrunde. Mit Gerbers Lehrer "Gott Kupfer" ist Torberg die literarische Typisierung eines pädagogischen Sadisten gelungen - er ist es in der Hauptsache, der den Abiturienten unmittelbar nach der Abschlussprüfung in den Tod treibt.
So endet dieses Buch - nicht aber die Geschichte der Erziehungswirklichkeit. Denn 80 Jahre später hat der Schüler Gerber über "Gott Kupfer" gesiegt. Sadisten wie der Mathematiklehrer Kupfer würden heute (gottlob) innerhalb kürzester Zeit aus dem Schuldienst entfernt. Aber das Pendel ist noch viel weiter in das Gegenteil ausgeschlagen - heute beherrschen an manchen Schulen ( nicht an allen ) jene Nachfolger des Schülers Gerber die Klassenstufen, für die es zum Normalsten von der Welt gehört, die Sorge für ihr Wohlergehen und Weiterkomen an ihre Eltern und Lehrer und wenn es hart auf hart kommt, an die Schülbürokratie zu delegieren. So ist Torbergs frühes Meisterwerk inzwischen auch als Folie dafür zu lesen, wie es früher war und wie gewaltig das Pendel in die andere Richtung ausgeschlagen ist.
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5.0 von 5 Sternen "Nichtgenügend" - Setzen!, 26. Dezember 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Schüler Gerber: Roman (Taschenbuch)
Ein Schuljahr bleibt Kurt Gerber am Realgymnasium XVI noch bis zur Matura (mit dem heutigen Abitur vergleichbar). Doch dieses letzte Jahr wird für Gerber zur Hölle - er bekommt als Klassenvorstand (Klassenlehrer) Professor Kupfer zugeteilt, der von allen nur als "Gott Kupfer"tituliert wird und von dem das Bestehen der Matura in nicht unwesentlichem Maße abhängt. Gerber ist im Grunde ein guter Schüler. Seine unbeliebten Fächer sind Mathematik und Darstellende Geometrie und ausgerechnet diese Fächer sollen vom Professor Kupfer unterrrichtet werden.

Professor Kupfer ist eine im privaten gescheiterte Existenz, der jedoch in sich selbst verliebt ist und seine Machtstellung innerhalb des Gymnasiums schamlos ausnutzt. Besondere Freude bereitet es ihm Schüler bloßzustellen und ihnen ein "nichtgenügend" in seinen Fächern auszustellen. Hierbei geht er nicht objektiv vor, sondern verteilt Noten rein subjektiv. Schüler, wie Kurt Gerber, die er überhaupt nicht mag, qäult er besonders gerne.Und "Gott Kupfer" hat nahezu freie Hand. Obwohl die anderen Professoren der Schule ihn richtig einschätzen, wird kaum etwas unternommen dem Treiben Kupfers ein Ende zu bereiten.

Kurt Gerber, der am Anfang noch glaubt, dass er die letzten Monate schon irgendwie überstehen wird und auch seine Matura schaffen wird, schlägt alle Warnungen und Vorschläge seines Vaters ein anderes Gymnasium zu besuchen in den Wind. Ein Schuljahr beginnt, welches im wahrsten Sinne des Wortes "das letzte Schuljahr" von Kurt Geber werden soll. Er zerbricht an die schreiende Ungerechtigkeit in der Schule, die einem für das Leben vorbereiten soll und aus seiner Sicht letztendlich nichts anderes als willfähige Mitglieder einer Gesellschaft produziert. Sein letztes Schuljahr wird durch seine Liebe zu Lisa zusätzlich erschwert, die er trotz aller Versuche nicht für sich gewinnen kann, und er erst viel zu spät erkennt, dass er nur als Spielball von ihr benutzt wird.

"Der Schüler Gerber" ist ein lesenswerter Roman der verschiede Aspekte beleuchtet, die auch gegenwärtig nichts an Bedeutung verloren haben. Auf der einen Seite ist die Geschichte Gerbers, auf der anderen ist er aber auch eine Kritik an bestehende Schulformen, die mehr Leid als Freude produzieren und an denen die nachwachsende Generation zerbrechen kann. Und nicht zuletzt wird eine Gesellschaftskritik geübt, indem der Autor einer Gesellschaft zum Teil eine selbstverschuldete Unmündigkeit vorwirft. Eine Gesellschaft die zwar Mißstände erkennt, aber nicht in der Lage ist diese wirksam zu beseitigen.

Insgesamt ist "Der Schüler Gerber" ein vielschichtiger Roman auf sprachlich sehr hohem Niveau, der auch nach dem Lesen noch lange im Gedächtnis haften bleibt und geradezu auffordert über den Inhalt zu diskutieren. Ich bewerte den Roman daher mit der höchst möglichen Anzahl von Sternen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichnetes Buch mit Kritik an Gesellschaft und Schule, 23. November 1999
Von Ein Kunde
Obwohl das Buch bereits in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts entstanden ist, könnte es genauso gut in der heutigen Zeit spielen.
Zeitlos erzählt Friedrich Torberg vom Leben des Schüler Gerbers, dem die Probleme über den Kopf wachsen. Einerseits sind das private Probleme mit Liebe und Eltern, andererseits schulische Probleme, vor allem mit dem Lehrer "Gott" Kupfer.
Der dadurch erzeugte Druck auf ihn wächst stetig während des gesamten Buches und entlädt sich dann tragisch bei der Matura (Abitur).
Torberg zeigt in diesem Buch Mißstände im Schulsystem auf, die bis heute nicht ganz beseitigt werden konnten.
Andererseits kritisiert er auch die Gesellschaft, die einerseits so ein Schulsystem überhaupt zuläßt, und die andererseits den den Druck und die Erwartungshaltung nicht mindert, sondern noch schürt.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Setzen, Kandidat Leben!, 12. Oktober 2003
Von 
David Eberhart (Berlin, Berlin Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Schüler Gerber: Roman (Sondereinband)
Was als eher harmloser und kurzweiliger Schulroman zu beginnen scheint, entwickelt sich in der weiteren Entfaltung des Geschehens als tiefgründiger und einsichtsreicher Roman über das Dasein selbst. Schüler Gerber sieht sich in an Kafka erinnernde Weise einem unbarmherzigen Schicksal ausgeliefert, aus dem es kein entrinnen gibt. Anders als bei Kafka, werden beim "Schüler Gerber" die Hintergründe seines Scheiterns jedoch greifbar: ein Sumpf aus kleinlicher Borniertheit, Engstirnigkeit und maßloser Kaltherzigkeit nicht nur in der Schule, sondern auch jenseits ihrer Mauern. Auch heute noch ein außerordentlich aktuelles Buch mit eindringlicher Sprache und einer großen Kenntis um die Abgründe des Alltags.
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Der Schüler Gerber: Roman
Der Schüler Gerber: Roman von Friedrich Torberg (Sondereinband - 1. März 1973)
EUR 9,90
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