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am 21. Juli 1999
Alfred Döblin hat es geschafft: Er bringt uns Franz Biberkopf nahe - diesen naiven und liebevollen Verrückten, der versucht, sich in seiner Welt zurechtzufinden. Döblins Sprache ist einfach, aber nicht einfach zu lesen: Man berlinert schon beim Lesen - das Innehalten mitten im Satz zeigt das Wesen Biberkopfs: Rastlos, in Gedanken versunken, hin- und hergerissen - aber nicht versagen. Okay, dieses Buch ist schwierig, aber man wird belohnt. Döblin zeichnet ein Bild von Berlin, das wir nicht mehr kennen und von einem Luden, den die Gesellschaft allein gelassen hat. Unbedingt lesen und durchhalten!
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am 31. Januar 2010
Ein Körper fährt ganz alleine, ermüdet und freiwillig zurück ins Gefängnis. Franz Biberkopf gehört dieser Körper, doch er merkt ganz genau, dass er - dösend in der Straßenbahnlinie, die ihn Richtung Vollzugsanstalt fährt - das Steuer für sein Leben bereits aus der Hand gegeben hat. Die Komplexität des Lebens ist einfach zu übermächtig und auch, wer den guten Willen hat, nach verbüßter Haftstrafe ins Leben zurückzufinden, scheint machtlos zu sein gegen falsche Freunde, vergebliche Liebe und den Zwang, sich materiell vom Bodensatz zu lösen und mit ehrlicher Arbeit Freiräume für das Ich zu erkämpfen. Darauf hat die Welt nicht gewartet, dass so ein Häftling zurückkommt. Allenfalls für Kriminelle ist er - wenn er sich doch nur geschickt anstellen würde - ein brauchbares Werkzeug. Also zurück ins Gefängnis oder wenigstens in die Nähe dahin, an den Ort, wo man wusste, wann man aufsteht und wann man isst, wen man kennt und wie die Hierarchie aussieht. Ein bisschen verwundert ist Franz Biberkopf dann doch, als er aus seinem Dösen erwacht und sich vor "seinem" Gefängnis wiederfindet. Er muss zurück ins Leben, das ihn abstößt und bitter resigniert der scheinbar unbeteiligte Erzähler: "Da ist ein Schnitter, der heißt Tod." Übersetzt heißt es nichts anderes, als dass nicht für jeden Platz ist in einer Gesellschaft des Individualismus. Wer die 20er Jahre anhand des Buchs "Alexanderplatz" erfährt und versteht, der versteht den Fundamentalismus und die Orientierungslosigkeit des neuen Jahrtausends, den sozialen Neid auf den glücklichen Mitmenschen und den Verzicht auf eigene Kinder, bevor man sich endlich einmal verwirklicht hat. Denn der Mangel ist geblieben: Weil das Individuum frei ist. So schließt sich dem Leser eine Frage an: "Was kann ich tun, wenn ich frei bin, und woran merke ich, dass ich das Richtige tue?" Da ist ein Schnitter und der heißt Tod und töten kann er jeden Sinn des Lebens. Nicht jeder liebt seinen Beruf, denn nicht jeder findet seinen Traumberuf. Nicht jeder liebt seine Kinder, denn nicht jeder verzichtet gern auf Fernreisen und Oberklassewagen. Nicht jeder liebt seine Frau, denn nicht jeder ist immun gegen das abschätzige Urteil der Umwelt gegenüber der Frau, die man liebt. Nicht jeder liebt seinen Nächsten, denn nicht jeder Nächste scheint diese Liebe wert zu sein. Wo soll man denn hin mit seinen Wünschen, wenn man nie so genau weiß, was man sich wünscht? Obwohl man einfach nur in Frieden leben will.
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am 13. April 2005
Für diese 455 Seiten sollte man Zeit und Ruhe haben. Wer es über die ersten 100, etwas trägen Seiten hinaus schafft, ahnt allmählich, dass es sich hierbei um ein wichtiges Werk handelt, und wer den krönenden Abschluss der Geschichte des Franz Biberkopf erlebt hat, wird in dieser Ahnung bestätigt sein und für seine Mühe belohnt.
Franz Biberkopf, ein Krimineller, gerade aus dem Gefängnis entlassen, will von nun an „anständig" sein, gerät aber nach und nach doch wieder auf die schiefe Bahn. Aus mangelndem Willen, Pech, Bequemlichkeit, Unvernunft, wegen sogenannter „Blindheit"? Man sieht ihn geradezu in den Abgrund stürzen, den er sich selbst geschaffen hat - ein Menschexemplar in einer schwierigen Zeit inmitten schlechten Umgangs, der mit und gegen sein Schicksal kämpft und doch nur verlieren kann, daher zeitlos.
Vom Stil her ein sehr ungewöhnliches Buch. Viel Berliner Dialekt (selbst als Berliner schwer zu verstehen) und Redensarten, seltsame Grammatik, es mischen sich oft Handlung, Eindrücke, Gedanken, Reklamesprüche,... was Konzentration bedarf. Zu lachen gibt es auch. Interessant auch als Zeitdokument des Berlins der 20er Jahre.
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am 12. Januar 2000
"Berlin Alexanderplatz" muss immer wieder als klassisches Beispiel herhalten: fuer den einzigen deutschen "Grossstadtroman", fuer ein Beispiel von expressionistischer Literatur etc. pp. Dennoch ist er aus dem Interesse der LiteraturwissenschaftlerInnen weitgehend verschwunden, und auch ansonsten interessiert sich kaum jemand dafuer. Dabei ist es ein wirklich gutes Buch. Vielleicht ein bisschen zu lang, meiner persoenlichen Meinung nach, weil stellenweise etwas langatmig und ueberladen, aber deswegen keineswegs schlecht. Erzaehlt wird die Geschichte von Franz Biberkopf, der frueher als Transportarbeiter gearbeitet hat, dann jedoch seine Frau schlug und damit auch (mehr aus Versehen, man ahnt es) totschlug und ins Gefaegnis kam. Und im Jahre 1928 wieder in die Welt, d.h. ins zeitgenoessische Berlin gesetzt wird und sich vornimmt, sauber zu bleiben. Das aber wird ihm nicht gelingen, denn der Autor hat vor, an ihm ein Exempel zu zeigen, wie es einem ergeht im Leben, der mehr vom Leben verlangt "als ein Butterbrot". Wie das Buch ausgeht, soll nicht verraten werden. Aber gelesen werden kann es nicht nur als Erzaehlung, sondern auch als Stimmungsbericht aus dem Berlin der spaeten Zwanziger Jahre... und was fuer eins! Voll von Assoziationen, collagenartig nebeneinandergesetzten Zeitschnipseln. Ein wunderbares Buch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 27. August 1999
Döblins Werk "Berlin Alexanderplatz" erzählt die Geschichte des Franz Biberkopfs, eines kleinen Mannes, der von dunklen Mächten vom rechten Wege abgebracht wird und erst am Ende seines Lebens zur Vernunft kommt und beschließt anständig zu sein.
Dieser Roman (er wird nicht ohne Grund als der bedeutendste Großstadtroman bezeichnet) lebt von der kraftvollen und ausdrucksreichen Schilderung der Stadt , die erfüllt ist mit Häusergewirr, Verbrechertum, Lichterglanz und Rotlicht. Durch die Kraft der Sprache Döblins baut sich vor dem Leser die Großstadtfassade des frühen Jahrhunderts auf. Gerade in der heutigen Zeit, in der der Alexanderplatz nach 40 Jahren Stillstand wieder zum Leben erweckt, ist der Roman lesenswerter denn je.
Sicherlich ist dieses Buch keine leichte Urlaubslektüre oder gar ein vergnüglicher Roman: dazu sind insbesondere die wechselnden Bilder und die Vielzahl an schweren Monologen, die Franz Biberkopf führt, zu schwer nachzuvollziehen. Doch wer sich die Mühe dieser anspruchsvollen Lektüre macht wird sicherlich nicht enttäuscht sein. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 21. Juni 2010
Ich habe lange überlegt ob ich mir das Buch kaufen soll, wegen der negativen Rezensionen bezogen auf die Erzählweise und der Sprache, aber ich war positiv überrascht. Es ist wesentlich leichter(für mich) zu lesen als ''Gegen den Tag'' von Pynchon. Bei Berlin Alexnderplatz war ich bereits nach 10-15 Seiten in der Story drin, nicht so wie bei ''Gegen den Tag'', wo ich geschätzte 300 Seiten brauchte damit mir das Buch gefiel, aber das das Buch durststrecken hat gebe ich zu. Woran ich mich aber gewöhnen musste war die Berliner Schnauze und das Jiddisch, aber nach 2 Tagen war das nach Einlesen und im Inet nachforschen war das auch keine Hürde mehr. Insgesamt gesehen ist mir dieses Buch leichter gefallen als ''Gegen den Tag'', da ich nicht permanent nachgooglen musste( bzw wollte) was der genaue Hintergrund, das Wort genau bedeutet etc. ist, die Lektürhilfe macht das Verstehen von Berlin Alexanderplatz dazu wesentlich einfacher. Mir gefällt das Buch, auf Grund der Geschichte, Sprache, Berlin, Charaktere und eben weil das Buch eine Herrausforderung ist und keine Trivialliteratur.
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am 18. Februar 2004
Nicht jeder Roman ist wirkliche Literatur, die diesen Namen auch verdient - manches ist einfach nur Lektüre (die sicherlich auch ihre Daseinsberechtigung hat).
Aber dieser Großstadtroman, den ich im Kontext anderer auch sehr beeindruckender Großstadtromane las, ist unvergleichlich.
Der Roman ist geschrieben, als wenn man einer Kameraperspektive folgen würde. Diese Art des Erzählens ist allerdings nicht nur von Außendarstellungen geprägt, sondern wird ganz besonders und in starkem Maße durch die Innensicht, also die Gedanken von Franz Biberkopf, dem "Helden" des Romans, getragen. Auch die Gedanken anderer Figuren werden uns angezeigt, z. B. von Mieze in der Phase ihrer Ermordung, u.v.m.
Die Anführungsstriche sollen keine Ironisierung sein, er ist nur eben nicht jemand (schließlich wird er ja auch kriminell und hat bevor die Handlung einsetzt ja auch getötet), den man allgemein als Helden bezeichnen würde.
Gespickt ist die Handlung von scheinbar unzusammenhängenden Ausführungen, die allerdings sehr wohl einen Zusammenhang herstellen, diese wären z.B. biblische Bezüge (Hure Babylon) oder Tagesnachrichten aus dem Wirtschaftsteil (Börse) einer Zeitung oder auch ein Auszug über Impotenz aus einem medizinischen Buch und vieles mehr. Der Lebensweg dieser Person, den man erlebt, als wenn man sich selbige (die Person Franz Biberkopf) einfach mal "übergestreift" hätte, berührt auf eine erschütternde Art und Weise und übt gleichzeitig eine unglaubliche Faszination aus, auch wenn den meisten Lesern das ihn umgebene Millieu mit Sicherheit fremd sein dürfte.
Am Schluß muß man aufpassen, daß man nicht voreilige Schlüsse zieht, denn die letzten zehn Seiten des Werkes sind noch einmal eine emotionale Berg- und Talfahrt.
Es lohnt sich für jeden, der sich nach relativ wenigen Seiten eingelesen hat. Wer diesem Buch viel abgewinnen konnte, wird evtl. ganz gespannt sein, wie die Verfilmungen dazu aussehen oder auch Theateraufführungen schon allein wegen Ben Becker, der ja der Berlinschauspieler ist.
Von Schülern finde ich persönlich, muß man ein solch komplexes Werk noch nicht verlangen zu lesen, da Leseerfahrungen altersgerecht sein sollten und man auf dem Weg zu diesem Buch eine literarische Treppe hinaufschreiten muß.
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am 31. Januar 1999
Franz Biberkopf kehrt nach mehrjährigem Gefängnisaufenthalt in Tegel in die Großstadt Berlin zurück. Er will ein neues Leben beginnen, neu anfangen, alles besser machen. Aber seine wohlgemeinten Versuche schlagen fehl denn wieder gerät er in die Abhängigkeit der Verbrecherwelt, insbesondere der Einbrecherbande Pums unter ihrem Anführer Reinhard. Nach mehreren Enttäuschungen - Verrat durch den Freund Lüders, Hinauswurf aus dem vor der Polizeit fliehenden Auto Reinhards, was Franz seinen rechten Arm kostet und die Ermordnung seiner Freundin Mieze durch Reinhard - scheint Franz am Ende. In der Heilanstalt Buch dämmert er seinem Tod entgegen, rafft sich dann aber doch wieder auf, um ein neues, bescheidenes Leben in Ehrlichkeit zu beginnen. Dieser erste großartige "Großstadtroman" in deutscher Sprache - als Vorbilder gelten immer noch "Manhattan Transfer" von DosPassos und "Ulysses" von James Joyce - schildert nicht nur das Leben in der Großstadt, sondern stellt es in souveräner Simultantechnik eindrucksvoll dar. Sicherlich schwierig zu lesen, da epischer Bericht, Innerer Monolog und Informationen aus allen gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen intensiv ineinander montiert werden, besticht dieser Roman von Alfred Döblin doch durch seine Intensität. Auffallend u.a. die vielen religiösen Anspielungen und Motive (besonders aus dem Alten Testament, was wohl auf Döblins jüdischen Hintergrund zurückzuführen ist) ragt besonders die Behandlung des "Hiob-Motivs" hervor. Ist Franz ein moderner Hiob? Die Frage muss wohl verneint werden, denn ihm fehlt letztlich die Einsicht in seine Vergehen. Sein Mord an Ida ruft in ihm ja keinerlei Gewissensbisse hervor, denn er glaubt bis zum Schluss, rechtens gehandelt zu haben. "Berlin Alexanderplatz" ist ein wesentlicher Meilenstein in der Geschichte des deutschen Romans, was u.a. auch die Affinität von Günter Grass zu Alfred Döblin aufzeigt. Wichtige und beeindruckende Passagen in "Die Blechtrommel" und "Hundejahre" sind ohne das Vorbild "Berlin Alexanderplatz" nicht denkbar.
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am 28. November 2004
Döblin hat mit diesem werk der weimarer republik ein gesicht gegeben, welches man heute erkennt als ästhetisch, unmoralisch und doch zu 100% menschlich. Die Geschichte vom Franz Biberkopf ist nicht nur die eines Mannes, sondern die einer ganzen Epoche.
Franz will anständig sein, er wird aber immer wieder in den Sumpf des Verbrechens gesogen. Dies ist der Hauptaspekt, unter dem ich "Berlin Alexanderplatz" lese, doch, was mich an diesem Epos so faszinierte, waren die gekonnten Darstellungen der Nebenpersonen, die einem im ersten Leseakt als Flat-character präsentiert werden, aber bei mehrmaligem lesen eine ungeheure Tiefe an Persönlichkeit gewinnen. Natürlich ist jede Person, die vorkommt eine Metapher für die damaligen Randgruppen, die beiden Juden, die als gebildet, verwirrt und immer im Streit dargestellt werden, Lina, die Freundin des Franz Biberkopf als Sinnbild für die Frauen in der Unteren Schicht...Es steckt soviel in diesem Roman, und beim lesen sind mir beachtlich viele Äquivalenzen zu "Ulysses" von James Joyce aufgefallen, wie zum Beispiel das spielen mit dem Dialekt, entschuldigun, Mundart, der Stream of Consciousness, erlebte Rede und soweiter. Wer also ein Bild von der weimarer Republik haben will, so wie das Subjekt sie versteht und wer Einblick in das Leben eines "Strafentlassenen" haben will, der lese dieses Buch, natürlich ist es nicht leich zu lesen, doch wer einmal dieses Buch gefühlt hat, das so ziemlich jede bis dahin literarische Epoche durchleuchtet und benutzt, wird reich belont. Auf jeden Fall Döblins bestes Werk...(Die Fassbinderverfilmung ist genial!)
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am 10. April 2003
Wer ein Buch erwartet, mit dem man sich einen ruhigen, entspannenden Abend machen kann, wird schwer entäuscht werden. "Berlin Alexanderplatz" fordert den Leser mit Berliner Schnauze, Perspektivwechsel, innerem Monolog und mehr. Zu behaupten das wäre mitunter nicht anstrengend, ist eine Lüge.
Wer sich aber auf die Geschichte des Franz Biberkopf einläßt, erlebt ein Buch, das mit klugem Inhalt und einem Erzählkonzept, welches auch heute noch innovativ ist, bis auf die letzte Seite überzeugt.
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