Amazon.de: Kundenrezensionen: Berlin Alexanderplatz: Die Geschichte vom Franz Biberkopf Roman

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30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Komplexe Weimar-Studie mit hohen Anforderungen
Man mag, kann und muss über Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz" differenziert diskutieren. Die einen geißeln es als überladenes, wirres Roman-Ungetüm, während die anderen in ihm eines der größten deutschen Werke sehen, das sich in methodischer und sprachlicher Qualität als wahrer Schatz erweist.
Ob einem das Buch gefällt oder nicht, mag durchaus daran liegen,...
Veröffentlicht am 4. August 2005 von Gordian Ezazi

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versus
14 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Grausam...
Ich lese wirklich sehr gerne und sehr viel - Bücher, die ungefähr so dick sind wie Berlin Alexanderplatz kann ich gut in 2-3 Tagen lesen. Aber dies war eins der wenigen Bücher, bei denen ich aufgegeben habe, da ich mit Sicherheit noch 3 Wochen hingelesen hätte. Ich habe mich durch ca. 140 Seiten gequält, durch diese verwirrenden Dialoge in Berliner Dialekt, durch völlig...
Veröffentlicht am 13. Mai 2007 von Stefanie Huber

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30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Komplexe Weimar-Studie mit hohen Anforderungen, 4. August 2005
Von Gordian Ezazi (Troisdorf, Nordrhein-Westfalen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Man mag, kann und muss über Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz" differenziert diskutieren. Die einen geißeln es als überladenes, wirres Roman-Ungetüm, während die anderen in ihm eines der größten deutschen Werke sehen, das sich in methodischer und sprachlicher Qualität als wahrer Schatz erweist.
Ob einem das Buch gefällt oder nicht, mag durchaus daran liegen, mit welcher Intention man sich an es heranwagt. Will ich einen zeitgenössischen Weimar-Roman lesen, der sich primär um die gesellschaftlichen Probleme der damaligen Zeit dreht und diese anhand des „babylonischen Berlins" festmacht oder möchte ich darüber hinaus, und das ist eine nicht zu vernachlässigende Prämisse, in die persönlich-emotionalen Weiten einer tragischen und zugleich umstrittenen Figur (Franz Bieberkopf) abtauchen. Das lässt sich synthetisch nur schwer miteinander vereinbaren, weshalb das Buch an manch gehegter Erwartungshaltung scheitert (siehe hierzu andere Rezensionen).
Franz Biberkopfs Kampf mit der Großstadt Berlin, ist auch ein Kampf mit dem Geist seiner Zeit. Verlockung und Abscheu zugleich: wie der verbotene Apfel im Garten Eden verführt ihn die Faszination an der Kriminalität. Biberkopf stilisiert sich dabei immer wieder selbst als Opfer, das sich den Fängen der urbanen Umgebung ausgesetzt sieht. Vieles von dem wie Biberkopf handelt, ist dabei kennzeichnend für die gesamtgesellschaftlichen Strukturen der Weimarer Republik
Dennoch tut man sich schwer Bieberkopf zu (er)fassen und sogleich auch die historische Dimension der 20er-Jahre („Goldenen Zwanziger") und deren fundamentale Umwälzungen zu begreifen. Sie sind nicht offensichtlich, sondern vielmehr in komplexer Art und Weise in eine ungewohnte methodische Form eingebettet: Zeitgenössische Schlager- und Werbetexte werden dabei mit Mono- und Dialogen vermischt, überblendet und mit „Zeitungsklatsch" vermischt. Das hört sich skurril an und mag den Zugang zur komplexen Welt, die Döblin ohne Frage in diesem Werk schonungslos präsentiert, erschweren, ist aber zugleich auch eine Herausforderung an und für den Leser.
Wie gesagt, es kommt auf die Erwartungshaltung an, leichte Kost ist Döblins Sujet in keinem Fall.
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Literarisches Kino und die Sperstitze der Moderne, 25. März 2006
Diese Rezension stammt von: Berlin Alexanderplatz (Gebundene Ausgabe)
1929, neue Sachlichkeit, überwundene Romantik, die Moderne ist auf ihrer wahrlich kurzen Hochphase und Alfred Döblin schreibt das beste Buch seiner Gattung.

Man kann mit breiten Ausführungen lang beschreiben, was dieses Buch auszeichnet: Die Einmaligkeit seiner Sprache, die literarischen Kamerafahrten, der Geruch des zwanziger Jahre Berlins, den man zu spüren glaubt, Franz Biberkopf, der tragische Held des Romans; am Besten aber kommt man dahinter, indem man den authentischen Text zur Hand nimmt und sich fesseln läßt.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Franz Biberkopf wird aus der Haftanstalt entlassen, in der er für den Mord an seiner Frau einsaß, mit ihm der feste Plan nicht wieder als Kleinkrimineller seinen Tagelohn zu verdienen und krumme Dinger zu drehen, sondern ein anständiges Leben zu leben, allein: Die Stadt läßt ihm keine Wahl, zieht ihn in einen Strudel und ehe Franz Biberkopf sich versieht, hängt er tiefer drin als je zuvor, verliert einen Arm, verliert seine zweite Frau, verliert seinen Verstand. Das Untergehen in einer Zeit, deren Impressionen den einfachen Mann erdrücken, deren Zwänge seine Widerstandsfähigkeiten überfordern; es ist ein Roman, der den Nerv der Zeit, seine Natur und die Menschen auf herrliche, überzogene, auf einzigartige Art und Weise beschreibt, der einen Einblick gibt, in das Seelenwesen der Menschen und in eine Stadt, die heute so nicht mehr existiert.
Döblins Haupttätigkeit als Nervenarzt ist dem Buch vielerorts anzumerken, das bizarre Seelenleben der Menschen wird ebenso plastisch festgehalten, wie das bizarre, moderne Eigenleben der Großstadt nach dem ersten Weltkrieg.

Alfred Döblin schafft mit Berlin Alexanderplatz ein Buch, dessen Darstellungsform an Bildkünster seiner Zeit erinnert, an den Surrealismus, und das den größten Meistern dieser Zeit in keinsterweise auch nur einen Deut nachsteht.

Lange ist mir das Buch bekannt, die hier beschriebe Ausgabe, ein Reprint der Originalausgabe, ist besonders schön und jedem ans Herz zu legen.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Keine Unterhaltungsliteratur, aber sehr lohnend, 10. April 2003
Von Ein Kunde
Wer ein Buch erwartet, mit dem man sich einen ruhigen, entspannenden Abend machen kann, wird schwer entäuscht werden. "Berlin Alexanderplatz" fordert den Leser mit Berliner Schnauze, Perspektivwechsel, innerem Monolog und mehr. Zu behaupten das wäre mitunter nicht anstrengend, ist eine Lüge.
Wer sich aber auf die Geschichte des Franz Biberkopf einläßt, erlebt ein Buch, das mit klugem Inhalt und einem Erzählkonzept, welches auch heute noch innovativ ist, bis auf die letzte Seite überzeugt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Aussergewöhnlich geil., 12. April 2008
Diese Rezension stammt von: Berlin Alexanderplatz (Gebundene Ausgabe)
Zunächst zu der Ausgabe vom Fischer-Verlag: Toll! Schön aufgemacht, gutes Papier, übersichtlich, einwandfreie Rechtschreibung. So etwas nimmt man gerne in die Hand!

Vorab: Diese Rezension ist nicht hilfreich. Keine Rezension zu diesem Buch ist es. Genau deshalb schreibe ich sie.
"Berlin Alexanderplatz" ist ein so aussergewöhnlich geschriebener Roman, dass man ihn einfach nicht pauschal als gut oder schlecht bezeichnen kann. Das ist natürlich de facto bei keinem Buch möglich. Hier fällt es mir allerdings besonders auf.
Als Beweis gelten ja allein schon die sehr verschiedenen Rezensionen, die veröffentlicht wurden.
Für mich ist dieses Buch zu einem "Heiligtum" avanciert. Das war es nicht von Anfang an! Die ersten fünfzig Seiten waren im wahrsten Sinne des Wortes Arbeit. Denn Döblins Stil ist so abstrakt, setzt sich aus so vielen Einzelheiten zusammen, dass es seine Zeit braucht, um sich einzulesen. Es ist wie bei einem Lied mit schwerem Rhythmus. Den muss man erstmal einige Zeit anhören, um ihn zu verstehen. Dann macht das Tanzen aber umso mehr Spaß!
Genauso habe ich es beim "Alexanderplatz" empfunden. Es ist ein bisschen Ausdauer nötig, um in den Stil hineinzufinden. Wenn man dann aber drin ist! Wow!
Mich hat dieses Buch vor allem begeistert, weil es aufgrund der Montagetechnik und der manchmal scheinbar willkürlich zusammengesetzten Teile eine Stimmung erschafft, die mich völlig in die 20er Jahre gesogen hat. Außerdem wird durch diese Stilmittel die Aussage auf schönere Weise klarer, als es im herkömmlichen Roman möglich wäre. Das beste Beispiel ist hierfür die Situation nach der Armamputation an Franz. Es wird dargelegt, wie er weint, verzweifelt ist, sich nicht traut, den Grund für das Geschehen auszusprechen. Und mittendrin in dieser Atmosphäre, die Mitleid beim Leser hervorruft, kommt der Einschub: Döblin nennt Zahlen aus einem Schlachtbetrieb. Wie viele zehntausende Rinder, Schafe etc. abgeschlachtet werden. Das wirkt wie eine Ohrfeige. Wieso haben wir gerade mit einem Menschen Mitleid, nur weil er einen Arm verliert?
Dafür liebe ich diesen Roman! Für die unerbittliche Ehrlichkeit, die aber das Wichtigste nicht vergisst: Ja, Döblin schildert eine düstere Welt. Das Buch wirkt auf mich aber nicht depressiv. Es ist vielmehr von einer großen Menschenliebe geprägt.

So sehe ich Döblins Werk. Und ebenso kann ich es verstehen, wenn Leute damit überhaupt nichts anfangen können. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, dessen Stil mir so Typ-abhängig erschien. Denn das Buch lebt von einem völlig unormalen Stil. Und es ist logisch, dass gerade darum keine allgemeingültige Bewertung stattfinden kann.

Viele schreiben, dass sie viel zu lang für das Buch gebraucht haben. Auch ich habe es nicht in einem Haps verschlungen. Aber bei mir war es sogar anders: Es tat mir leid um jede Seite, die ich gelesen hatte, denn damit näherte ich mich dem Ende.

Was ich mit all dem ausdrücken will: Dieses Buch muss man ausprobieren! Keine Rezension hilft weiter. Aber nicht umsonst zählt es zu den großen Werken des 20. Jahrhunderts. Und wenn man es schafft, in dieses Buch hineinzuschlüpfen... dann gnade einem Gott! ;-)
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein interessantes und wichtiges Buch!, 13. April 2005
Für diese 455 Seiten sollte man Zeit und Ruhe haben. Wer es über die ersten 100, etwas trägen Seiten hinaus schafft, ahnt allmählich, dass es sich hierbei um ein wichtiges Werk handelt, und wer den krönenden Abschluss der Geschichte des Franz Biberkopf erlebt hat, wird in dieser Ahnung bestätigt sein und für seine Mühe belohnt.

Franz Biberkopf, ein Krimineller, gerade aus dem Gefängnis entlassen, will von nun an „anständig" sein, gerät aber nach und nach doch wieder auf die schiefe Bahn. Aus mangelndem Willen, Pech, Bequemlichkeit, Unvernunft, wegen sogenannter „Blindheit"? Man sieht ihn geradezu in den Abgrund stürzen, den er sich selbst geschaffen hat - ein Menschexemplar in einer schwierigen Zeit inmitten schlechten Umgangs, der mit und gegen sein Schicksal kämpft und doch nur verlieren kann, daher zeitlos.

Vom Stil her ein sehr ungewöhnliches Buch. Viel Berliner Dialekt (selbst als Berliner schwer zu verstehen) und Redensarten, seltsame Grammatik, es mischen sich oft Handlung, Eindrücke, Gedanken, Reklamesprüche,... was Konzentration bedarf. Zu lachen gibt es auch. Interessant auch als Zeitdokument des Berlins der 20er Jahre.

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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Viel genannt, vermutlich wenig gelesen, 12. Januar 2000
Von Ein Kunde
"Berlin Alexanderplatz" muss immer wieder als klassisches Beispiel herhalten: fuer den einzigen deutschen "Grossstadtroman", fuer ein Beispiel von expressionistischer Literatur etc. pp. Dennoch ist er aus dem Interesse der LiteraturwissenschaftlerInnen weitgehend verschwunden, und auch ansonsten interessiert sich kaum jemand dafuer. Dabei ist es ein wirklich gutes Buch. Vielleicht ein bisschen zu lang, meiner persoenlichen Meinung nach, weil stellenweise etwas langatmig und ueberladen, aber deswegen keineswegs schlecht. Erzaehlt wird die Geschichte von Franz Biberkopf, der frueher als Transportarbeiter gearbeitet hat, dann jedoch seine Frau schlug und damit auch (mehr aus Versehen, man ahnt es) totschlug und ins Gefaegnis kam. Und im Jahre 1928 wieder in die Welt, d.h. ins zeitgenoessische Berlin gesetzt wird und sich vornimmt, sauber zu bleiben. Das aber wird ihm nicht gelingen, denn der Autor hat vor, an ihm ein Exempel zu zeigen, wie es einem ergeht im Leben, der mehr vom Leben verlangt "als ein Butterbrot". Wie das Buch ausgeht, soll nicht verraten werden. Aber gelesen werden kann es nicht nur als Erzaehlung, sondern auch als Stimmungsbericht aus dem Berlin der spaeten Zwanziger Jahre... und was fuer eins! Voll von Assoziationen, collagenartig nebeneinandergesetzten Zeitschnipseln. Ein wunderbares Buch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Authentizität pur!, 15. Mai 2004
Dieser Roman ist meisterhaft, sprachlich sehr originell und stilistisch äußerst vielfältig. Döblin lässt hier einfach mal mitten in einen Dialog ein aktuelles sportliches Ereignis, Themen der Politik oder gar einen Auszug aus Reichstagsreden einfließen. Auch Bibelzitate oder Reklametexte werden verarbeitet. Die Figuren sprechen natürlich alle "berlinerisch", erzählen die damals wohl gängigen Witze und singen Schlagertexte. Dies alles macht das Lesen zwar nicht einfacher, dafür aber den Roman authentischer. Und Döblin wusste wovon er sprach. Hat er doch mehrere Jahre in Berlin als Nervenarzt gearbeitet und hatte somit direkten Kontakt zum beschriebenen Milieu.
Auch noch wichtig für alle die noch nie Döblin gelesen haben: Er wird als der Lehrmeister Günter Grass' bezeichnet, was an diesem Roman auch ein Wenig zu erkennen ist. Alles in allem also: Große Literatur! Volltreffer! LESEN!
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Erster Großstadtroman in deutscher Sprache., 31. Januar 1999
Von Ein Kunde
Franz Biberkopf kehrt nach mehrjährigem Gefängnisaufenthalt in Tegel in die Großstadt Berlin zurück. Er will ein neues Leben beginnen, neu anfangen, alles besser machen. Aber seine wohlgemeinten Versuche schlagen fehl denn wieder gerät er in die Abhängigkeit der Verbrecherwelt, insbesondere der Einbrecherbande Pums unter ihrem Anführer Reinhard. Nach mehreren Enttäuschungen - Verrat durch den Freund Lüders, Hinauswurf aus dem vor der Polizeit fliehenden Auto Reinhards, was Franz seinen rechten Arm kostet und die Ermordnung seiner Freundin Mieze durch Reinhard - scheint Franz am Ende. In der Heilanstalt Buch dämmert er seinem Tod entgegen, rafft sich dann aber doch wieder auf, um ein neues, bescheidenes Leben in Ehrlichkeit zu beginnen. Dieser erste großartige "Großstadtroman" in deutscher Sprache - als Vorbilder gelten immer noch "Manhattan Transfer" von DosPassos und "Ulysses" von James Joyce - schildert nicht nur das Leben in der Großstadt, sondern stellt es in souveräner Simultantechnik eindrucksvoll dar. Sicherlich schwierig zu lesen, da epischer Bericht, Innerer Monolog und Informationen aus allen gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen intensiv ineinander montiert werden, besticht dieser Roman von Alfred Döblin doch durch seine Intensität. Auffallend u.a. die vielen religiösen Anspielungen und Motive (besonders aus dem Alten Testament, was wohl auf Döblins jüdischen Hintergrund zurückzuführen ist) ragt besonders die Behandlung des "Hiob-Motivs" hervor. Ist Franz ein moderner Hiob? Die Frage muss wohl verneint werden, denn ihm fehlt letztlich die Einsicht in seine Vergehen. Sein Mord an Ida ruft in ihm ja keinerlei Gewissensbisse hervor, denn er glaubt bis zum Schluss, rechtens gehandelt zu haben. "Berlin Alexanderplatz" ist ein wesentlicher Meilenstein in der Geschichte des deutschen Romans, was u.a. auch die Affinität von Günter Grass zu Alfred Döblin aufzeigt. Wichtige und beeindruckende Passagen in "Die Blechtrommel" und "Hundejahre" sind ohne das Vorbild "Berlin Alexanderplatz" nicht denkbar.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Lichter der Großstadt, 12. August 2007
Die Geschichte des Franz Biberkopfs ist zu einem literarischen Mythos geworden. Alfred Döblin hat mit Berlin Alexanderplatz den modernen Stadtroman vergleichbar mit Manhattan Transfer von John Dos Passos geschrieben. Sein Berlin der Zwanziger Jahre betrachtet er nicht aus dem Palais heraus, er siedelt es im Milieu an, konzentriert es nicht auf Biberkopf allein, es sind die vielen Stimmen, Blicke, Schicksale, die einen Chor ergeben.

Die Zutaten sind dabei schrill: Gefängnis, Prostitution, Mord, Verrat doch wird derjenige, der eine Handlung an der Oberfläche sucht, enttäuscht werden. Teilweise ist es wie ein Requiem auf eine schillernde untergehende Zeit geschrieben, als Chronik der Zeitenwende. Ein sprachliches Meisterwerk. Das Leben geschildert wie ein Flackern. Es ist genug Licht da, aber es bewegt sich im Wind, dreht sich, wendet sich, steht nie still. Und plötzlich ist es dunkel und man erinnert sich, daß es da ein Licht gab. Wie es Döblins Berlin der Zwanziger Jahre gab.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Mitreißende Roman-Umsetzung, 15. März 2006
Von bookworm "bookworm" (near Frankfurt, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Diese Rezension stammt von: Berlin Alexanderplatz. 3 CDs (Audio CD)
Das Buch liest sich eher zäh, die TV-Verfilmung fand ich damals reichlich langatmig und düster, aber diese Version ist so richtig nach meinem Geschmack. Man sieht den Biberkopf hier förmlich immer wieder neuen Anlauf nehmen und ein ums andere Mal scheitern. Normalerweise bin ich kein Fan von Hörbüchern (lese lieber selbst, in meinem eigenen Tempo, und außerdem sind mir nicht alle Stimmen der Sprecher sympathisch) aber von diesem hier bin ich begeistert. Ben Becker hat eine extrem angenehme Stimme, mit perfektem Timing und sehr viel Ausdruck, und dazu verändert er für jede Figur die Stimme und ist natürlich als Berliner perfekt für die Dialoge in breitem Berlinerisch.
Einfach klasse! Kann ich nur empfehlen.
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