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5.0 von 5 Sternen Bestinformierter Kenner des Themas nimmt Stellung, 3. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das kurze Leben der DDR (Gebundene Ausgabe)
Auch vierzig Jahre sind für einen Staat eine vergleichsweise kurze Zeitspanne. Kaum jemand kann sachkundiger und scharfblickender als der Autor das Thema behandeln, verfolgte er doch auch aus seinem Fluchtexil aufmerksam und urteilsfähig das Geschehen im angeblichen Arbeiter- und Bauernstaat, in dem Arbeiter und Bauern nichts zu sagen hatten, sondern ein sich allmächtig dünkender, das Volk geringschätzender Parteiapparat diktatorisch agierte.Der erste Versuch des Volkes, sich am 17.Juni 1953 seiner Unterdrücker zu erwehren, wurde so grausam niedergeschlagen und bestraft, daß 36 Jahre bis zum zweiten,dann jedoch erfolgreichen, vergehen mußten.
Die SED-Diktatoren heuchelten permanent, Willensvollstrecker von Marx und Engels zu sein. Geradezu genial enthüllt Leonhard in der Form eines fiktiven Gesprächs des stalinistischen Despoten Walter Ulbricht mit den Klassikern Marx und Engels (als genauer Kenner ihrer Schriften bringt er höchst aufschlußreiche Zitate so, als seien sie deren Gesprächsantworten auf Ulbrichts selbstherrliche Einlassungen), daß das SED-Regime realiter die Ideen der Klassiker geradezu pervertierte. Charakteristisch für die Verblendung und Machtarroganz Ulbrichts ist seine Quintessenz des fiktiven Gespräches: Verstockte "Konterrevolutionäre" wie Marx und Engels - ausgerechnet diese ! - seien zur entsprechenden "Behandlung" den politisch-geheimpolizeilichen "Organen" ( Stasi) zu überantworten. Treffender konnte ein Wahn, der 40 Jahre machtausübend war und die in Friedenszeiten weltgrößte Fluchtbewegung der Weltgeschichte provozierte, nicht bloßgestellt werden. Das blamable Scheitern eines solchen Pseudo-Staates war unausbleiblich, auch wenn sich seine Agonie vier Jahrzehnte hinzog.
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Das kurze Leben der DDR
Das kurze Leben der DDR von Wolfgang Leonhard (Gebundene Ausgabe - 1990)
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