Kundenrezensionen


15 Rezensionen
5 Sterne:
 (10)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:
 (2)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Droht ein neuer Totalitarismus?
Die National Security Agency, besser bekannt unter ihrem Kürzel „NSA“, bedroht durch ihre weltweite Überwachung und Abschöpfung des gesamten Internetdatenverkehrs nicht nur die Freiheit jedes Einzelnen, sondern transformiert die Demokratie in einen Überwachungs- bzw. Polizeistaat.

Es ist also Gefahr i m Verzug für alle...
Vor 8 Monaten von Dr. Ludwig Watzal veröffentlicht

versus
20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schwache Analyse ohne Perspektive
Eine gute eklektizistische Zusammenfassung dessen was wir schon wissen. Aktivisten im Netz warnten davor schon seit Jahren und wurden nicht ernst genommen. Greenwalds Buch [...] oder andere sind da früher dran gewesen, ebenso wie der Chaos Computer Club oder das Anonymous Kollektiv und etliche andere Autoren. Die so gelobte Analyse der amerikanischen Interessen...
Vor 8 Monaten von Thomas Winter veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Droht ein neuer Totalitarismus?, 12. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung (Gebundene Ausgabe)
Die National Security Agency, besser bekannt unter ihrem Kürzel „NSA“, bedroht durch ihre weltweite Überwachung und Abschöpfung des gesamten Internetdatenverkehrs nicht nur die Freiheit jedes Einzelnen, sondern transformiert die Demokratie in einen Überwachungs- bzw. Polizeistaat.

Es ist also Gefahr i m Verzug für alle Staaten und jeden Bürger, denn wer das Internet flächendeckend ausspioniert, kontrolliert das 21. Jahrhundert. Die große Mehrheit der politischen Klasse in Deutschland scheint von dieser Erkenntnis noch Lichtjahre entfernt zu sein. Wie die politische Klasse - mit Ausnahme der Parteien Die Grünen und Die Linke - bisher mit dem NSA-Skandal umgegangen ist, kann nur als unprofessionell und dürftig bezeichnet werden. Als der Skandal ruchbar wurde, spielte die damalige Schwarz/Gelbe-Regierung ihn herunter.

Die Spiegel-Redakteure Marcel Rosenbach und Holger Stark haben den besten „Politthriller“ des Jahres geschrieben, in dem es aber nicht um Fiktion, sondern um die brutale Wirklichkeit geht. Das exzellent recherchierte Buch gibt Einblicke in eine Überwachungsorgie der NSA, die jedes Vorstellungsvermögen übersteigt. Niemand ist vor der Überwachung durch die NSA sicher: Auch der britische Geheimdienst GCHQ, der australische DSD, der kanadische CSE sowie die Neuseeländer beteiligen sich an der weltweiten Ausspähung der so genannten Freunde. In diesem exklusiven Fünfer-Club ist die „mächtigste Frau der Welt“ aber nicht willkommen.

In Deutschland dürfte sich die Einsicht langsam durchgesetzt haben, dass das US-Imperium nicht bereit ist, weder ein so-genanntes No-Spy-Abkommen mit Deutschland abzuschließen, noch das Ausspähen der politischen Elite weltweit einzustellen. „Es ist nicht die Zeit, sich zu entschuldigen“, so Mike Rogers, der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus. Das politische Gerede von den „Freunden“ und den „gemeinsamen Werten“ taugen für Sonntagsreden, aber nicht zur Beschreibung der Beziehungen zwischen Staaten, denn diese haben keine Freunde, sondern nur Interessen.

Mit den getroffenen Maßnahmen, die die USA nach dem 11. September 2001 eingeleitet haben, sei der Rechtsstaat weitgehend außer Kraft gesetzt und eine „Überwachungsideologie entstanden, die grundrechtliche Standards in ihr Gegenteil verkehrt haben, schreiben die Autoren. Snowden und Julien Assange verstünden sich als zeitgemäße Variante des „klassischen Freiheitskämpfers“. Dass Snowden in den USA keinen fairen Prozess bekommt, da er nach einem antiquierten Spionagegesetz aus dem Jahre 1917 angeklagt werden würde, darauf weisen die Autoren ebenfalls hin.

Die Behandlung von Chelsea „Bradley“ Manning oder die Jagd auf Julien Assange zeigen, dass die USA jegliches rechtsstaatliches Augenmaß verloren haben. Wie man mit dem Patriot Snowden am liebsten umgehen würde, machte der ehemalige NSA-Chef Michael Hayden im Herbst 2013 deutlich, in dem er Snowdens Name gerne auf der „Todesliste der US-Streitkräfte“ sähe. Oder der ehemalige CIA-Direktor James Woolsey, ein neokonservativer Scharfmacher, forderte, Snowden als Verräter den Prozess zu machen und nach einem Schuldspruch der Jury „sollte man ihn am Genick aufhängen, bis er tot ist“. Der notorisch extremistische Neokonservative John Bolton, UN-Botschafter unter George W. Bush, plädierte dafür, Snowden „an einer großen Eiche baumeln zu lassen“. Obwohl sich Obama als Präsidentschaftskandidat noch für einen besonderen Schutz für Informanten (Whistleblower) ausgesprochen hatte, wurden unter seiner Präsidentschaft die meisten Informanten angeklagt, verfolgt und zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt, wie unter allen US-Präsidenten zusammengenommen. Aber Obama hat als Kandidat vieles versprochen, das er als Präsident nicht gehalten hat.

Nach Meinung der Autoren haben die Amerikaner, und man kann getrost dies für die Deutschen ebenfalls konstatieren, immer noch nicht verstanden, wie viel sich durch die Snowden-Enthüllungen verändert hat. Seit Sommer 2013 habe ein neues „Zeitalter“ begonnen, schreiben die Autoren. Möge die politische Klasse des US-Imperiums Snowden auch noch so verwünschen und Obama ihn als „unpatriotisch“ verunglimpfen, so hält der Rest der Welt ihn für einen Helden, US-Patrioten und ein Vorbild an Mut und Zivilcourage, dem Deutschland Asyl gewähren sollte, da er in den USA keinen fairen Prozess erwarten kann und er in irgendeinem Gefängnis auf immer verschwinden dürfte.

Der „Politthriller“ führt den Lesern vor Augen, wie die USA ein Verbrechen zu Beginn des 21. Jahrhunderts ausgenutzt haben, um die Freiheit des Einzelnen für eine vermeintliche Sicherheit zu opfern. Die USA haben das totalitärste Überwachungs- und Schnüffelsystem geschaffen, dem gegenüber das des KGB und der Stasi mittelalterlich anmutet. Die Macht der Geheimdienste über die Politik erscheint total. Der neue Totalitarismus scheint nur einen Steinwurf entfernt zu sein. „Der NSA-Komplex“ verhindert auch, dass das Häppchenweise Veröffentlichen von neuen NSA-Skandalen zur Abstumpfung führt, womit die politische Klasse rechnet.

Jeder politisch Interessierte sollte dieses Buch lesen. Besonders zu empfehlen ist es den Mitgliedern des NSA-Untersuchungsausschusses, damit diese begreifen, wie groß die Bedrohung der Freiheit schon ist. Dieses Buch zerstört auch noch die letzten Illusionen über die Nützlichkeit von Geheimdiensten.

Dr. Ludwig Watzal arbeitet als Journalist und Redakteur in Bonn.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich bereue nichts." E.Snowden, 27. März 2014
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung (Gebundene Ausgabe)
Edward Snowden wird zunächst in diesem Buch vorgestellt als ein besonders guter und intelligenter amerikanischer Patriot. Er wollte sogar für sein Land in den Irak-Krieg ziehen, aber daraus wurde dann nichts und so landete er beim Geheimdienst. Langsam, vielleicht erst durch seine Jahre in Genf, wurde Snowden zum Zweifler, Kritiker und letztlich dann zum entschiedenen Gegner dessen, was er bisher tat.

"Mein Motiv ist, die Gesellschaft darüber zu informieren, was in ihrem Namen geschieht - und gegen sie gerichtet ist."

Aber dieser Thriller beschränkt sich nicht allein darauf, Snowden zum Helden zu erklären. Das Buch will mehr. Es zeigt, wie mächtig die NSA und unsere Geheimdienste insgesamt scheinbar unbemerkt geworden sind. Beide Autoren meinen, wir brauchen endlich eine Debatte innerhalb unserer Gesellschaft über die Überwachungsapparate und ihre ständig wachsenden Fähigkeiten. Rosenbach und Stark bringen Beispiele von dem, was heute möglich ist und das lässt mir nicht nur den kalten Schauer über den Rücken laufen, sondern verführt mich zu der Annahme, dass hier doch wohl unsere Demokratie versagt hat und diese unbemerkt gefährdet ist.

Sodann wenden sich die Autoren dann doch wieder der Person Edward Snowden zu. Sie zeigen, was die Jahre in Genf bei ihm ausgelöst haben. Es kommt sogar zum Treffen mit Snowden, das Interview lese ich im Buch. Snowden erklärt, wie systematisch "weltweit die Privatsphäre von Menschen missachtet wird." Spannend und aufschlussreich!

Mithilfe des Whistleblowers Snowden wurde die Welt aus ihrem Schlaf gerissen, in den sie geraten war und nicht bemerkte, dass wir alle zu gläsernen Menschen verkommen sind.

Bei aller Tragik um die Person Edward Snowden, mindestens ebenso tragisch und gefährlich ist unser deutsches Duckmäusertum gegenüber unserem Verbündeten Amerika. Die USA verweigert nicht nur eine Entschuldigung, ebenso aussichtslos bleibt auch ein Erfolg auf ein Zustandekommen eines No-Spy-Abkommens und dennoch ist kein deutscher Politiker bereit mit Amerika Tacheles zu reden. Sind wir eigentlich wirklich noch Freunde oder doch vielmehr zu kleinen Helferstaaten im Schlepptau Amerikas geworden?
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochinteressantes Buch, nicht alles entspricht den Tatsachen, aber die grundsächlichen Inhalte sind sehr zutreffend., 26. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung (Gebundene Ausgabe)
Natürlich wird die Möglichkeit einer möglichen "Totalen Überwachung der zwischenmenschlichen Kommunikation" logischerweise von jedem Geheimdienst genutzt werden, der als erstes die Möglichkeit dazu hat. Es bleibt nur ein sehr schaler Geschmack im Mund, dass ausgerechnet ein hoch geschätztes demokratisches Land diese totalitäre Überwachungsmethode in die Welt der Nachrichtendienste eingeführt hat, insbesondere gerade bei all seinen politisch und demokratisch nahestehenden Alliierten. In einiger Zeit wird das bei vielen Geheimdiensten ein allgemeiner Standard sein und es wird sich uns die Frage stellen, wo die Grenzen einer freien Demokratie sind.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Dokument der Zeitgeschichte, 3. April 2014
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung (Gebundene Ausgabe)
Das Buch beginnt wie ein Agententhriller. Man begegnet Edward Snowden zuerst in Genf und dann auf Reisen durch Europa, wo er, getarnt als UNO-Mitarbeiter für die CIA tätig ist, und u.a. den damaligen Präsidenten Bush abschirmt. Irgendwann verlässt er den Geheimdienst aus gesundheitlichen Gründen, kehrt in die USA zurück, und fängt beim NSA an. Und hier beginnt die eigentliche Enthüllungsstory. Als er auf ein Dokument stößt, das die maßlose Ausweitung der geheimdienstlichen Überwachung nach 9/11 belegt, beginnt der IT-Spezialist, Schritt für Schritt seine Enthüllungen zu planen.

Sein Weg zum "Whistleblower" verlief keineswegs stringent und geradlinig - auch das wird im Buch deutlich. Radikaler Aufklärer und Symbol für die Auflehnung gegen eine übermächtige Überwachungsmaschine wird man schließlich nicht von einen Tag auf den anderen. Stattdessen zeichnet sich ein komplexes Bild eines moralischen Wandels eines jungen Mitarbeiters, dem über mehrere Jahre hinweg bewusst wird, dass gehörig etwas falsch läuft, und dass dies ganze Welt beeinflusst.

Der wichtigste Teil im Buch sind aber die Enthüllungen selbst. Die beiden Autoren gehören zu den wenigen Journalisten, die bei der Auswertung von Snowdens Unterlagen mitmachen dürfen. Und so bringen sie im Buch eine Unmenge an Zahlen, Statistiken und Details. Das ist nicht immer spannend zu lesen, sondern oft auch etwas ermüdend. Aber bei insgesamt 1,77 Millionen geleakten Dokumenten und der Kürze der Zeit, die seit der Enthüllung erst vergangen ist, war es für die Autoren natürlich auch unheimlich schwer, alles aufzubereiten, Struktur und Systematik rein zu bekommen. Immerhin gelingt es ihnen aber doch, die wichtigsten Enthüllungen in einen historischen und politischen Hintergrund einzuordnen.

Fazit: Auch wenn es nicht immer eine einfache Lektüre ist, macht das Buch doch deutlich, wie wichtig es für die Demokratie ist, sich gegen eine grenzenlose Überwachung zur Wehr zu setzen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufklärung im Zeitalter des Internets, 5. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung (Gebundene Ausgabe)
Zunächst einmal gebührt den beiden Spiegel-Journalisten Marcel Rosenbach und Holger Stark großen Respekt für die schriftliche Aufarbeitung und Zusammenstellung des NSA-Komplexes. Die zahlreichen medialen Debatten sowie die vielen politischen Statements der vergangenen Monate, führten dazu, dass neben der Aufklärung auch viel Verwirrung und interessenbedingte Verharmlosung bzgl. der NSA-Affäre aufkam. Umso wichtiger war es auch für mich, einen grundlegenden Überblick über die Thematik zu bekommen, um die Vorgänge besser einordnen zu können.

„Der NSA-Komplex“ widmet sich zunächst Edward Snowden, der Person, der wir es zu verdanken haben, dass diese so wichtigen Informationen in dem Ausmaß an die weltweite Öffentlichkeit gelangen. In chronischer Reihenfolge erhält man Einblick in das bisherige Leben Snowdens. Hier wird klar, dass seine Weltsicht nicht schon immer der heutigen entsprach. Ein ehemals z.T hochmütiger, systemtreuer Patriot, der sich einst für den Irak-Krieg einsetzte, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Gegner des bestehenden Systems. Seine Erfahrung bei der CIA in Genf und nicht zuletzt seine Einblicke in die geheimen Dokumente nach 9/11, die den ausufernden Überwachungsapparat besiegelten, waren Auslöser für seine Entscheidung.

Im eigentlichen Hauptteil bekommt man Einblicke in Machenschaften und Struktur der NSA. Hier wird die Geschichte des amerikanischen Geheimdienstes mit einbezogen, um schrittweise die Entwicklung der NSA über „ThinThread“, „Echelon“, „Tempora“, „Prism“ etc. nachvollziehen zu können. 9/11 (selbst ein überdenkenswertes Thema) gilt dabei als entscheidender Einschnitt und Wegbereiter für die Ausweitung der Spionage-Maschine. Anhand unzähliger Belege wird klar, dass es hier nicht primär um Terrorabwehr geht, sondern um Beibehaltung der globalen Vormachtstellung der USA. Dies wird mit allen Mitteln durchgesetzt, ob legal oder illegal. Gesetzeseinhaltung spielt längst keine Rolle mehr, dies zeigt sich bei der gesetzeswidrigen Spionage/Überwachung der Vereinten Nationen, anderer Staatschefs, der EU, NGOs, Finanzinstitutionen, Klimakonferenz usw. Die dadurch entstehenden wirtschaftlichen und verhandlungstechnischen Vorteile ergänzen sich mit Hackerangriffe auf Konzerne (z.B. Google) und dem Verbau von Hintertüren in IT-Hardware.
Auch der gigantische Abfang von Kommunikations- und Metadaten wird kritisch erörtert. Daneben thematisieren die Journalisten die schon heutigen Ausmaße und Möglichkeiten von Cyberkriegen, für die die wohl geheimste NSA-Abteilung TAO verantwortlich ist. Schließlich werden auch die Intentionen der unvorstellbaren Sammelwut der Geheimdienste beleuchtet. Algorithmen sind schon heute in der Lage, anhand von individuellen Datenprofilen abweichende Verhaltensmuster zu analysieren. Durch „Big Data“ lassen sich somit Vorhersagen über zukünftiges Verhalten (Stabilität/Unruhen) berechnen.

Fazit:

Das Werk schildert äußerst beunruhigend, welche Möglichkeiten die NSA schon heute besitzt und welche Entwicklung zwangsläufig zu erwarten ist. Ebenso zeigen uns die zitierten Dokumente, dass der BND in Kooperation mit der NSA arbeitet. Dies, wie auch die „Merkel-Spionage“, macht klar, dass wir von der deutschen Politikkebene nichts zu erwarten haben. Umso wichtiger ist deshalb, eine noch größere gesellschaftliche Debatte um die Grenzen einer ausufernden, teils privatisierten, profitorientierten Überwachung. Ein Geheimdienst, der weltweit mehrere Milliarden (Meta-)daten pro Tag (DE angeblich 500 Mio. in vier Wochen) absaugt, der absolut gesetzeswidrig handelt und keiner Kontrolle unterzogen ist und der nur 35% seines Etats für Terrorabwehr bereitstellt, ist schon jetzt eine gewaltige Gefahr für die Demokratie und den Frieden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die elektronische Staatssicherheit, 16. April 2014
Von 
Oliver Völckers (Berlin, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung (Gebundene Ausgabe)
Auf der Grundlage der Edward-Snowden-Dokumente beschreiben zwei Spiegel-Journalisten den Überwachungsapparat der USA. Angesichts des reichhaltigen Materials gibt das Buch auch vermeintlichen Fachleuten noch genügend neuen Stoff.

Eine politische Analyse sucht man freilich vergebens, und die Autoren unterstellen den Regierungsstellen in den USA anständige Absichten im Kampf gegen den Terrorismus. Des weiteren behaupten sie, China und Russland würde ähnliche geheimdienstliche Methoden anwenden wie die USA. Es mag wohl sein, dass die das gerne würden, aber die technischen Möglichkeiten liegen weit zurück. Und im konkreten Fall der Firma Huawei, gegen die die US-Regierung Vorwürfe erhob, stellte sich im Gegenteil heraus, dass diese in China von der NSA ausspioniert wurde, während es keinen Beleg für umgekehrte Spionage gab. Ein Dell-Techniker kann, wie das Buch zeigt, ebensogut ein heimlicher NSA-Mitarbeiter sein, der Daten kopiert.

Zitate
"Der Umgang mit den neuen juristischen Möglichkeiten zur Überwachung war innerhalb der Regierung von Geheimhaltung geprägt... Als der NSA-Justiziar Robert Deitz zur Absicherung um eine Kopie der Stellungnahme des für die verfassungsrechtliche Prüfung zuständigen Jusitzministeriums bat, wurde ihm dies ebenfalls verweigert. Dick Cheneys Rechtsberater las ihm lediglich ein paar Zeilen am Telefon vor..." (S. 114)

"Das 'goldene Zeitalter der Überwachung' sei angebrochen, heißt es in einem fünfseitigen Strategiepapier der NSA für die Jahre 2012 bis 2016. Es werde möglich, 'jedermann' zu überwachen und fast in Echtzeit 'jedes Endgerät' auf einer interaktiven Karte abzubilden, 'jederzeit, überall'." (S. 123) Die SigInt-Strategie wolle "die Herrschaft über das globale Netz weiter dramatisch erhöhen" (S. 269).

"Für den Zeitraum des [G20-Gipfels in London 2009] selbst, ... hatte sich das GCHQ noch etwas Besonderes ausgedacht. Rund um das Tagungsgelände wurden Internetcafés eingerichtet, was den Delegationen und Journalisten als aufmerksamer Service erschien. Was die dankbaren Nutzer allerdings nicht wussten, war, dass das GCHQ die Rechner unter anderem mit einem sogenannten 'Keylogger' präpariert hatte..." (S. 159)

Der Oberspion James Clapper lügt den US-Kongress unter Eid an, und nichts passiert (S. 275). Und den US-IT-Konzernen ist es verboten, über das Ausmaß der Überwachung und ihrer Informationspreisgabe zu sprechen. In Deutschland verstößt dies alles gegen das Grundgesetz (S. 236), aber die Regierung tut nichts.

Nach der Lektüre diese Buchs kann niemand mehr sagen, er habe es nicht wissen können. Von daher ist dieses verständlich geschriebene Buch eine unentbehrliche Aufklärung. Ich bin schon gespannt auf das angekündigte Buch Die globale Überwachung: Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr spannend und super geschrieben, 7. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
habe in letzter Zeit einige Bücher zu ähnlichen Themen gelesen - dieses Buch war trotzdem nochmals eine Bereicherung. Auch fand ich es sehr spannend, ein bisschen mehr über die Person Snowden zu erfahren. Das Buch ist sehr gut geschrieben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen In God we trust, everybody else we monitor, 19. November 2014
In meinen Augen ist das Buch eine zu großen Teilen interessant geschrieben Zusammenfassung über die elektronische Überwachung der englischsprachigen Geheimdienste und ich würde Interessierten zu diesem Thema dieses Werk weitaus eher empfehlen, als das populärere "Die digitale Überwachung" von Autor Glenn Greenwald. Der Fall Snowden dient im Buch der Spiegel-Journalisten als Einstieg um dann allgemein auf die Überwachungsarbeit der Geheimdienste einzugehen. Obwohl man die Sympathien der Autoren für Edward Snowden erkennt, werden von ihm auch frühere Meinungen erwähnt (Abschaffung der Sozialsysteme, Wahlkampfspende für einen Kandidaten der Republikaner), welche eventuell nicht ganz ins Bild seiner linksliberalen Fangemeinde passen mögen. Bei den bewerteten Snowdenmaterial fand ich persönlich sehr interessant, dass auf einer Liste der vollkommen uninteressanten Länder für die politische Überwachung auch der Vatikan steht. Nachdem was Kirchengegner und Verschwörungstheoretiker so behaupten, hätte ich hier von der Weltmacht USA mehr Interesse erwartet. Am Ende des Buches sind mir die Autoren etwas zu sehr Meinungsmacher als Lieferer sachlicher Informationen.
Wahrscheinlich bleibt es jedoch auch nach Lektüre dieses Buches eine Sache der Weltanschauung, ob man nun Snowden für einen Held oder Verräter hält bzw. ob man eher Argumente der Sicherheit oder Privatsphäre unterstützt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schwache Analyse ohne Perspektive, 10. April 2014
Von 
Thomas Winter (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung (Gebundene Ausgabe)
Eine gute eklektizistische Zusammenfassung dessen was wir schon wissen. Aktivisten im Netz warnten davor schon seit Jahren und wurden nicht ernst genommen. Greenwalds Buch [...] oder andere sind da früher dran gewesen, ebenso wie der Chaos Computer Club oder das Anonymous Kollektiv und etliche andere Autoren. Die so gelobte Analyse der amerikanischen Interessen erinnern an die Qualität eines Politikwissenschaftlers im zweiten Semester der entdeckt hat wie böse die Amerikaner sind. Eine wirkliche aus der gesamten US-Politik der Vergangenheit und Gegenwart resultierende Analyse die wahre Ziele und Motive aufzeigt: Fehlanzeige! Hier hypen sich Medien untereinander und ich empfehle eher Autoren wie Noam Chomsky in Sachen Analyse US-Außenpolitik oder Jean Ziegler. Im Kontext solcher Autoren lässt sich der NSA-Skandal besser einordnen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Überwachung ohne Grenzen, 25. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung (Gebundene Ausgabe)
Gut und spannend geschrieben für ein eigentlich "trockenes" Thema. Man wird in die Tiefen der staatlichen Überwachunsmöglichkeiten eingeführt. Es ist schon erstaunlich in welcher Form die USA (S. 275) und auch die Regierung in Deutschland (S. 236) gegen die eigenen Gesetze / Grundgesetz ohne jegliche Konsequenzen für die sogen. Staatsdiener verstossen dürfen. Man konnte allerdings schon vor dem Lesen dieses Buches erahnen, wie Regierungen mit den elektronischen Möglichkeiten umgehen können. Da war der DDR-Überwachungsstaat eher ein noch recht zahmer Tiger. Wie wenig sich dann die deutsche Regierung gegen die Lauschangriffe der Amerikaner ausläßt und keine wirklichen Konsequenzen erfolgen läßt tief blicken, man ist wohl im gesamten Sumpf selber zu stark verstrickt.
In diesem Sinne für die Aufklärung "wie Staaten wirklich ticken" ein wichtiges Buch, was ich uneingeschränkt empfehlen kann.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung
Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung von Holger Stark (Gebundene Ausgabe - 31. März 2014)
EUR 19,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen