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Kundenrezensionen

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am 9. Oktober 2013
Es ist kein Wunder, dass Yuval Noah Harari, Professor für Geschichte an der Universität Jerusalem, in Israel - und auch auf Youtube - den Status eines Superstars hat. Noch nie habe ich ein so leicht und kurzweilig geschriebenes Buch über die anspruchsvollsten Themen gelesen, die man sich denken kann.
Mit einer Schärfe, die oft an Brutalität grenzt, skizziert er, wie die Menschheit im Schlingerkurs der Zeiten zu dem wurde, was wir eben heute sind. Wie wir die Neandertaler ausgerottet haben, zu unserem Unglück sesshaft wurden und zum Trost Religionen und Ideologien erfunden haben, was bei Harari übrigens auf das Gleiche hinaus läuft.
Gesegnet mit einer universellen Perspektive analysiert er schwerelos die komplexesten Themen und hat eine Lust an provokanten Thesen, dass es eine Freude ist. (Nicht wenige Leser werden das Buch wohl vor Wut an die Wand werfen.)
Am Ende summiert sich ein nie nachlassender Fluss an klugen - ja immer mal regelrecht genialen - Beobachtungen und Schlüssen zum Titel des Buches, der genau das liefert, was er verspricht: Eine kurze Geschichte der Menschheit, wie sie besser, tabuloser und spannender nicht vermittelt werden kann. Grossartig!
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am 14. März 2015
Ich hatte noch nie das Gefühl, dass mir ein Buch die wesentlichen Zusammenhänge der Geschichte erklären kann. Harari ist aus meiner Sicht genial! Er erklärt auf leicht verständliche Weise warum wir als Homo Sapiens da sind, wo wir sind, warum Weltreiche und Imperien entstanden sind, welche wichtige Rolle in der Entwicklung Religionen und Ideologien spielen. Geschichte = Wir Menschen erzählen uns Geschichten und kennen gemeinsame Geschichten! Er ist ausgesprochen neutral und betrachtet unseren "Erfolg" auch sehr kritisch! Wir haben den Großteil der Arten ausgerottet, neben Homo Sapiens lebt noch eine riesige, gepflegte Biomasse von Weizen, Rindern, Schweinen, etc., die wir industriell ohne jegliche Rücksicht auf deren Bedürfnisse reproduzieren, ernten/schlachten und essen. die anderen Arten sind bzgl. Biomasse und Zahl fast zu vernachlässigen ... Und er ist auch so offen und ehrlich auszusprechen, dass wir die Natur nicht zerstören können, denn wir sind Teil der Natur und Niemand im Universum wird sich aufregen, wenn wir und/oder die Erde von der Bildfläche verschwinden sollten!
Ich habe selten so viel über die Geschichte der Menschheit gelernt!
Harari bietet den Blick für das Wesentliche und das Große und Ganze!
Das Buch ist für alle zu empfehlen, die wissen wollen, warum wir so sind, wie wir sind!
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am 20. Januar 2016
Das positive zuerst:
Eine enorm komprimierte, verschiedenste Fach- und Forschungsrichtungen integrierende und auch vor provokanten Zuspitzungen nicht zurückschreckende (ergo kurzweilige) Gesamtschau der menschlichen Entwicklung vom Urknall bis zur Extrapolation nach „Übermorgen“.

Das große Manko dieses Buches ist quasi die mit diesem Ansatz einhergehende Kehrseite der Medaille: Zu jeder behandelten Etappe gibt es zweifellos fundierter, ausgewogenere und letztlich ergiebigere Darstellungen.

Persönlich habe ich den Anfang mit enormen Genuss und Mehrwert gehört (beziehe mich auf’s Hörbuch). Zur Mitte hin wurde es teilweise enttäuschend – weil einerseits arg holzschnittartig und den Forschungs-/Debattenstand nicht wirklich widerspiegelnd, andererseits auch Banales resp. längst Bekanntes ohne Mehrwert aufgezählt. Zum Ende hin wurden verschiedene „Essays“ serviert, die mögliche (aber etwas willkürlich ausgewählte und unnötig effekthascherische) Zukunftsszenarien skizzieren.

Noch ein Satz zu den vermeintlich oder tatsächlich provokativen Zuspitzungen: So erfrischend diese sein können, so widersprüchlich sind sie teilweise. Dass der Inhalt allzu oft im Duktus einer Belehrung daherkommt (im Hörbuch ggf. stärker als im Buch), macht diese Widersprüche besonders ärgerlich. Aber letztlich wird sich sicherlich jeder das herauslesen, was er schon immer gemeint hat, und sich seines Rechthabens freuen.

Insgesamt aber dennoch ein interessantes Buch, insbesondere aufgrund des Verdienstes, eine solche Gesamtschau bieten zu wollen – auch wenn es an einigen Stellen an diesem Anspruch arg wackelt.
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am 10. November 2013
Yuval Noah Harari stellt in seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" die Entwicklung des Homo sapiens in vier Hauptabschnitten dar, und das auf seine eigene Art und Weise. Es handelt sich dabei um ein Buch, das sich an eine breite Leserschaft wendet. Zudem ist es keine Aneinanderreihung fachlicher Fakten, sondern bietet Raum für seine/andere Interpretationen. Dass er mit Letzterem nicht den Geschmack und die Erwartungen eines Jeden erfüllen wird, ist selbstredend.

Harari schreckt nicht davor zurück, Aussagen zu treffen, die den Leser im ersten Moment verwirren (z.B. der Weizen hätte den Menschen domestiziert oder der Kommunismus ist nicht nur eine Ideologie, sondern auch eine Religion). Im Anschluss bringt er schlüssige Erklärungen, die den Leser zum Nachdenken anregen sollen und ihn nötigen, diese Dinge in einem weitaus größeren Rahmen zu betrachten. (Natürlich hat nicht der Weizen, um bei einem der o.g. Beispiele zu bleiben, den Menschen körperlich gezwungen, fortan in Siedlungen zu leben. Hätte der Mensch aber nicht begonnen, Weizen anzubauen, was zwangsläufig dazu führte, fortan an einem Ort zu verweilen, da er sein Feld ja nicht mitnehmen kann, wäre er wahrscheinlich auch weiterhin nicht sesshaft geworden, weil keine Notwendigkeit bestand.) Wer sich auf solche Denkweisen nicht einlassen möchte, für den ist dieses Buch sicher nicht zu empfehlen. Alle anderen werden sich nicht nur gut unterhalten fühlen, sondern auch allgemein bekannte Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Ob sie schlussendlich diese Sicht der Dinge teilen und übernehmen, ist jedem selbst überlassen.

Yuval Noah Harari spaltet mit seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" seine Leserschaft. Eines hat Harari jedoch geschafft. Sein Buch wird kontrovers diskutiert und regt zum Nachdenken an.
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TOP 500 REZENSENTam 19. November 2013
Gut geschriebene Sachbücher sind ja bedauerlicherweise immer noch recht rar in der deutschen Sprache. So hatte ich mich auf dieses Buch wirklich gefreut, da ihm diesbezüglich doch schon einige Lobeshymnen vorauseilten. Doch leider hielt meine Freude nicht allzu lange an. Nein, nichts gegen den Schreibstil des Herrn Harari: Er schreibt locker und leicht von der Leber weg, unterhaltsam und verständlich mit bildlichen, aktuellen und witzigen Vergleichen (manchmal vielleicht sogar etwas zu flapsig) - es wäre alles gut, wenn er (und vermutlich auch der Übersetzer) beim Inhalt doch etwas mehr Sorgfalt hätten walten lassen. Einige Beispiele hierzu:
S. 12: Mitglieder verschiedener Arten können keinen fortpflanzungsfähigen Nachwuchs hervorbringen. Auf S. 14 werden dann verschiedene Arten von homo benannt, die aber lt. S. 27 durchaus fortpflanzungsfähigen Nachwuchs zeugten.
S. 37ff: Hier wird der Begriff Abstraktum und Nichtexistenz völlig durcheinander geworfen. Das Unternehmen Peugeot wird als nicht existent bzw. Phantasieprodukt bezeichnet statt als abstrakt.
S. 45: Harari schreibt, der Peugeot-Gründer hätte 1896 eine GmbH gegründet - die gab es in Frankreich erst ab 1925, da war der Gründer bereits tot.
S. 46: Hier wird aus der GmbH plötzlich eine AG (was zumindest stimmt).
S. 166: Mathematik ist eine Weltsprache - einige Zeilen erklärt der Autor, dass die meisten Menschen der Welt sie nicht verstehen.
S. 204: kognitive Dissonanz wird als eine häufige psychische Störung dargestellt.
S. 258: Monotheistische Religionen sind Gehirnwäsche. Dies mag die Meinung des Autors sein, aber dann ist sie auch als solche zu kennzeichnen.
Es gibt noch eine ganze Menge an solchen Fehlern, Widersprüchen und Ungenauigkeiten. Dazu kommen eine Vielzahl von Rechtschreibefehlern (dort fehlt ein e, da ist eines zuviel, ein Wort erscheint zweimal undundund) und so zieht sich das Lesen doch ziemlich in die Länge, da es immer weniger Vergnügen macht, das Buch in die Hand zu nehmen. Schade, es ist wirklich schade dass hier so geschludert wurde. Denn Hararis Schreibstil ist durchweg vergnüglich zu lesen.
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am 20. April 2016
Begeistert habe ich diesen Bestseller von Yuval Noah Harari gelesen. Es ist kein typisches Geschichtsbuch. So eines würde irgendwo bei den Griechen oder vielleicht noch früher starten und chronologisch die Geschichte Europas mit den wichtigsten Kriegen, Herrschern und Schlachten erzählen. Meistens sind solche Bücher zum Einschlafen.

Harari geht einen anderen Weg, denn er hat sich auf Universalgeschichte spezialisiert. Drei große Revolutionen bestimmen die Menschheitsgeschichte und das Buch: die Kognitive Revolution vor etwa 70 000 Jahren, die Landwirtschaftliche Revolution vor ca. 12 000 Jahren und die Wissenschaftliche Revolution vor rund 500 Jahren.

Geschichte ist die Beschreibung der Entwicklung von Kulturen. Wann beginnt Kultur? Für Harari mit der Kognitiven Revolution, mit der Entwicklung der abstrakten Sprache, mit dem 'Story-telling'. Deshalb widmet er dieser Zeit auch die ersten hundert Seiten und beschreibt den Übergang von einem absolut unbedeutenden Säugetier zu der vorherrschenden Spezies auf dieser Erde. Nach Harari ist das Besondere am Menschen die Fähigkeit zur flexiblen Kooperation mithilfe der beschreibenden Sprache. In einem Stadion können 100 000 Menschen sein, die miteinander auskommen ohne sich zu töten oder Sex zu haben. Bei 100 000 Bonobos oder Schimpansen ginge das nicht. Tief geht er auch ins Detail über das alltägliche Leben der Jäger und Sammler. Schon vor 32 000 Jahren gab es bemerkenswerte Kunst. Von wie vielen Religionen, Kunstwerken und Gesängen werden wir wohl nie etwas erfahren? Von wahrscheinlich sehr, sehr vielen. Er kommt zu dem Schluss, dass diese Menschen fast glücklicher als wir gewesen sein mussten.

Harari verzichtet auf einzelne, langweilige Details und arbeitet große Trends heraus. Hat die Geschichte zum Beispiel ein Ziel? Ja, sie geht aus der Vogelperspektive betrachtet immer mehr Richtung Einheit. Diese Vereinigung der Menschheit wird und wurde maßgeblich erreicht durch den Kapitalismus (Geld), die Religionen und Imperien. Auch seine Analyse zu Imperien hat mich fasziniert. Er betrachtet nie nur eine Epoche, sondern guckt, was sich zusammenfassen lässt und wie man die Geschichte besser verstehen kann, indem man Strömungen beschreibt.

Das Buch ist außerordentlich spannend und der Autor schreibt sehr präzise und durchdacht. Beim letzten Kapitel lässt dies meiner Meinung nach ein wenig nach. Da sind die Argumentationen nicht mehr ganz so durchdacht und teilweise war es ein wenig langweilig. Einige Punkte, die er anspricht sind bewusst provokant und durchaus diskussionswürdig. Zum Beispiel sagt er, dass der Mensch durch den Weizen domestiziert wurde und nicht anders herum. Oder dass der Kommunismus, genauso wie Nationalismus, Kapitalismus und Liberalismus Religionen sind.

Gegen Ende stellt er eine wichtige Frage, mit der sich Historiker kaum beschäftigen: Haben uns Landwirtschaft, Geld, Schrift, Städte, Wissenschaften und alle anderen Erfindungen der Menschheit glücklicher gemacht und wenn nicht, was hat das alles für einen Sinn?

S. 507: '"Trotz unserer erstaunlichen Leistungen haben wir nach wie vor keine Ahnung, wohin wir eigentlich wollen, und sind so unzufrieden wie eh und je. Von Kanus sind wir erst auf Galeeren, dann auf Dampfschiffe und schließlich auf Raumschiffe umgestiegen, doch wir wissen immer noch nicht, wohin die Reise gehen soll. Wir haben größere Macht als je zuvor, aber wir haben noch immer keine Ahnung, was wir damit anfangen wollen. Schlimmer noch, die Menschheit scheint verantwortungsloser denn je. Wir sind Self-made-Götter, die nur noch den Gesetzen der Physik gehorchen und niemandem Rechenschaft schuldig sind. Und so richten wir unter unseren Mitlebewesen und der Umwelt Chaos und Vernichtung an, interessieren uns nur für unsere eigenen Annehmlichkeiten und unsere Unterhaltung und finden doch nie Zufriedenheit. Gibt es etwas Gefährlicheres als unzufriedene und verantwortungslose Götter, die nicht wissen, was sie wollen?'"

Wer das Buch nicht gelesen hat, wird diese Worte mit einer anderen Perspektive lesen. Erst wer unsere Zeit einordnen kann in dem gewaltigen Geäst von Evolution und Geschichte, versteht sie wirklich.

Absolut empfehlenswertes Buch, besonders für jene, die denken, Geschichte sei langweilig. Ich habe eine völlig andere Perspektive auf die Welt und bin absolut begeistert von dem Buch.
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am 25. Januar 2016
Das Buch gibt einen Überblick über Geschichte der Menschen von der Urgeschichte bis heute und enthält auch noch eine persönliche Einschätzung des Autors über die menschliche Entwicklung in der nahen Zukunft. Es handelt sich dabei aber nicht um eine "Enzyklopädie Light", wie zB die Bücher von Bill Bryson, sondern der Autor argumentiert quer durch die Menschheitsgeschichte für seine Theorie der menschlichen Mythen. Das tut dem Buch sehr gut, wie ich meine. Dieser rote Faden hält die Sache immer interessant und die Fakten behält man dadurch auch leichter im Gedächtnis. Beeindruckt war ich vor allem davon, mit welcher Leichtigkeit er einen so umfassenden Überblick über die Urgeschichte vermittelt, ohne das man sich als Leser irgendwo zwischen dem Flickenteppich an Informationen aus dieser Zeit verloren fühlt.

Natürlich muss man sich auch bewusst sein, dass Harari sehr viel vereinfacht und historische Widersprüche sehr gerne zu seinen Gunsten auflöst bzw. er sie überhaupt unerwähnt lässt. Er weist stellenweise aber durchaus selbst darauf hin und inwieweit dies der besseren Lesbarkeit wegen passiert oder um einfach in seiner Argumentation die Kurve zu kriegen, sei dahingestellt.

Alles in allem ein wirklich sehr unterhaltsam geschriebenes, kurzweiliges und lehrreiches Buch. Selbst wenn man nichts mit Harari's Theorien anfangen kann, so einfach und so viel wird man wohl nirgends über die Menschheitsgeschichte lernen. Ein grandioses Buch über Geschichte, das trockene Passagen gekonnt umschifft.
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am 28. März 2016
Es wäre nur allzu leicht die Menschheitsgeschichte in Gut und Böse einzuteilen, je nach politischem Standpunkt des Autors. So könnte man vom Siegeszug der Zivilisation von der Sesshaftigkeit der Sapiens bis zur modernen liberal-demokratischen westlichen Kultur schwärmen. Oder, in die andere Richtung, könnte man den Kolonialismus und Imperialismus verteufeln und zum ultimativ Bösen erklären. Der Autor verzichtet darauf, ohne deswegen in eine historische Nacherzählung von über 70.000 Jahren zu verfallen, und das ist erfrischend und erhellend zugleich. "Eine kurze Geschichte der Menschheit" ist keine "neue" Geschichtsphilosophie, die behauptet irgendein neues Seinsgesetz gefunden zu haben, genausowenig wie sie ein historischer Sammelband ist. Sie ist eine einigermaßen chronologische Erzählung und Deutung der eigentlich recht verrückten Entwicklung des Homo Sapiens, vom grundzenden Tier zum Herrscher der Welt. Der Leser geht nach der recht einfach geschriebenen Lektüre mit zahlreichen neuen Perspektiven auf die Welt und ihre Geschichte, ja auf den Menschen an sich, heraus. Der Erkenntnisgewinn ist riesig. Ein paar kleiner Kritikpunkte sind, dass der Autor das Mittelalter fast vollkommen überspringt und sich - eventuell - etwas zu sehr der Neuzeit widmet. Das ist aber Ansichtssache. Ich kann dieses Buch in aller Deutlichkeit empfehlen - Es ist eine Art originelles Fundament, auf dem der Rezipient seinen Blick auf aktuelle und vergangene Ereignisse aufbauen kann. Viel Spaß beim Lesen!
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Wie die Überschrift dieser Rezension bereits signalisiert, geht es in erster Linie um eine Empfehlung der Hörbuchfassung von Yuval Hararis „Eine kurze Geschichte der Menschheit“. Und weil diese Story eben doch etwas länger gedauert hat, umfasst sie in der Buchversion über 500 Seiten.

Wirft man einen Blick auf die zahlreichen Filme, in denen Jürgen Holdorf einem Schauspieler die deutsche Stimme gab, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man ihn bereits hörte. Als Sprecher von Hörbüchern war er mit allerdings bisher unbekannt. Aber da mich seine Lesung von Hararis Menschheitsgeschichte rundweg überzeugte, werde ich in Zukunft vermehrt darauf achten, in welchen Produktion er mitwirkt.

Einem Sachbuch Leben einzuhauchen, ist eine so anspruchsvolle Aufgabe, dass viele daran scheitern. Jürgen Holdorf hat sie souverän gelöst, weil er ein gutes Gefühl für das richtige Sprechtempo hat, das Wesentliche mit seiner Stimme hörbar macht und auf belehrende Attitüden verzichtet. Wer also keine Lust oder Zeit hat, sich den Inhalt von Hararis Buch lesend anzueignen, kann sich die spannenden Geschichten gekonnt erzählen lassen. Und weil die über 17 Stunden dauernde Lesung auf 2 mp3-CDs gepresst wurde, kann man sich das dauernde Wechseln der Scheiben ersparen.

Der 1976 geborene Yuval Harari ist Professor für Geschichte an der Hebrew University of Jerusalem. In Israel wurde er durch sein Buch und seine Vorlesungen zur Weltgeschichte schnell zu einer Art Popstar im Vermitteln scheinbar langweiliger Informationen. Der lockere Ton und wohl auch sein Erfolg riefen erwartungsgemäß Kritiker auf den Plan, die ihm vorwarfen, er halte es mit den Fakten allzu salopp, verkürze wichtige Zusammenhänge und vermische persönliche Meinungen mit historisch gesichertem Wissen. Auch wenn das in Einzelfällen zutreffen mag, empfehle ich seine Form von Geschichtsunterricht gerne weiter. Denn immerhin schafft es Harari mit seinem Stil, ein großes Publikum für Wissensschätze zu begeistern, die im Schulunterricht eher für langweilige Stunden sorgen.

Was Yuval Harari im ersten Teil über die kognitive Revolution sagt, gehört noch längst nicht zum Allgemeinwissen. So stellt er zum Beispiel verschiedene Theorien zur Entwicklung der menschlichen Sprache vor, überlässt es jedoch dem Leser, welcher er am meisten Glauben schenken soll. Die Überschriften der drei weiteren Teile lauten: Die landwirtschaftliche Revolution – Die Vereinigung der Menschheit – Die wissenschaftliche Revolution. Im Anhang finden sich die Angaben zu den vielen Abbildungen und Karten sowie die Anmerkungen. Was leider fehlt, ist ein Stichwortverzeichnis.

Mein Fazit: Wer sich diese spannende „kurze“ Geschichte der Menschheit vorlesen lassen will, muss gut 17 Stunden investieren. Die verfliegen allerdings schnell, weil Jürgen Holdorf die Aufgabe so bravourös löst, dass keine Langeweile aufkommt. Bei mir hatte dies den Nebeneffekt, dass ich mir das Buch ebenfalls anschaffte. Denn bei spannenden Sachbüchern möchte man nicht dauernd nach den Tracks suchen, bei denen Fragen unbeantwortet blieben.
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am 21. August 2015
Wer nicht von dreitausend Jahren
Sich weiß Rechenschaft zu geben,
Bleib im Dunkeln unerfahren,
Mag von Tag zu Tage leben.

Yuval Noah Harari scheint sich dieses Goethe-Zitat zu Herzen genommen zu haben und erweitert es mal eben auf mindestens siebzigtausend Jahre.

EINE KURZE GESCHICHTE DER MENSCHHEIT begeistert - und zwar im ursprünglichen Sinne.
Wer aufgrund des Titels ein eher kurzweiliges und populärwissenschaftliches Buch im Stile Bill Brysons erwartet, wird wie ich nach kurzer Zeit feststellen, dass dieses Buch nicht nur unterhaltsam, sondern auch tiefgründig ist.
Auf viele Fragen der Menschheitsgeschichte liefert Harari spannende Antworten. Noch viel spannender sind aber die Fragen, die er sich und dem Leser stellt. Dabei schreckt er nicht davor zurück, einen umfassenden Bogen um nahezu alle Gebiete der Anthropologie zu spannen.
Seine Thesen sind nicht selten aufwühlend und schärfen den Blick auf die soziokulturellen Feinheiten der Menschheit. Dabei kommt Harari niemals anmaßend rüber und ist sich auch nicht zu schade zuzugeben, dass die Rekonstruktion unserer Geschichte aufgrund der äußerst geringen Anzahl archäologischer Funde oft eher einem Ratespiel gleicht. Ein weiterer Verdienst ist, dass er sich nicht instrumentalisieren lässt. Mit einer beeindruckenden Übersicht führt er sowohl wiederkehrende Muster als auch Besonderheiten verschiedenster Religionen, Ideologien oder Institutionen vor Augen, stets in der Rolle eines neutralen aber durchaus kritischen Beobachters.
Mit gerade einmal 39 Jahren hat Harari auf beeindruckende Weise bewiesen, dass er zu den großen Intellektuellen unserer Zeit gehört.
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