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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurzweilig, spannend, genial
Es ist kein Wunder, dass Yuval Noah Harari, Professor für Geschichte an der Universität Jerusalem, in Israel - und auch auf Youtube - den Status eines Superstars hat. Noch nie habe ich ein so leicht und kurzweilig geschriebenes Buch über die anspruchsvollsten Themen gelesen, die man sich denken kann.
Mit einer Schärfe, die oft an Brutalität...
Vor 12 Monaten von Bert Ehgartner veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Deppentiefsinn
Was soll man zu so einen Buch sagen? Meine Erwartung war ein universalgeschichtlicher Überblick, wie ihn etwa Bertrand Russel oder Richard Tarnas mit geistegeschichtlichem Hintergrund geliefert haben, bloß aus Perspektive der Geschichtswissenschaft. So ein Versuch ist notwendigerweise riskant und einseitig, ja, aber durchaus machbar. Dazu würde...
Vor 4 Tagen von Plumplori veröffentlicht


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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurzweilig, spannend, genial, 9. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Eine kurze Geschichte der Menschheit (Gebundene Ausgabe)
Es ist kein Wunder, dass Yuval Noah Harari, Professor für Geschichte an der Universität Jerusalem, in Israel - und auch auf Youtube - den Status eines Superstars hat. Noch nie habe ich ein so leicht und kurzweilig geschriebenes Buch über die anspruchsvollsten Themen gelesen, die man sich denken kann.
Mit einer Schärfe, die oft an Brutalität grenzt, skizziert er, wie die Menschheit im Schlingerkurs der Zeiten zu dem wurde, was wir eben heute sind. Wie wir die Neandertaler ausgerottet haben, zu unserem Unglück sesshaft wurden und zum Trost Religionen und Ideologien erfunden haben, was bei Harari übrigens auf das Gleiche hinaus läuft.
Gesegnet mit einer universellen Perspektive analysiert er schwerelos die komplexesten Themen und hat eine Lust an provokanten Thesen, dass es eine Freude ist. (Nicht wenige Leser werden das Buch wohl vor Wut an die Wand werfen.)
Am Ende summiert sich ein nie nachlassender Fluss an klugen - ja immer mal regelrecht genialen - Beobachtungen und Schlüssen zum Titel des Buches, der genau das liefert, was er verspricht: Eine kurze Geschichte der Menschheit, wie sie besser, tabuloser und spannender nicht vermittelt werden kann. Grossartig!
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine kurze Geschichte der Menschheit, 10. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Eine kurze Geschichte der Menschheit (Gebundene Ausgabe)
Yuval Noah Harari stellt in seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" die Entwicklung des Homo sapiens in vier Hauptabschnitten dar, und das auf seine eigene Art und Weise. Es handelt sich dabei um ein Buch, das sich an eine breite Leserschaft wendet. Zudem ist es keine Aneinanderreihung fachlicher Fakten, sondern bietet Raum für seine/andere Interpretationen. Dass er mit Letzterem nicht den Geschmack und die Erwartungen eines Jeden erfüllen wird, ist selbstredend.

Harari schreckt nicht davor zurück, Aussagen zu treffen, die den Leser im ersten Moment verwirren (z.B. der Weizen hätte den Menschen domestiziert oder der Kommunismus ist nicht nur eine Ideologie, sondern auch eine Religion). Im Anschluss bringt er schlüssige Erklärungen, die den Leser zum Nachdenken anregen sollen und ihn nötigen, diese Dinge in einem weitaus größeren Rahmen zu betrachten. (Natürlich hat nicht der Weizen, um bei einem der o.g. Beispiele zu bleiben, den Menschen körperlich gezwungen, fortan in Siedlungen zu leben. Hätte der Mensch aber nicht begonnen, Weizen anzubauen, was zwangsläufig dazu führte, fortan an einem Ort zu verweilen, da er sein Feld ja nicht mitnehmen kann, wäre er wahrscheinlich auch weiterhin nicht sesshaft geworden, weil keine Notwendigkeit bestand.) Wer sich auf solche Denkweisen nicht einlassen möchte, für den ist dieses Buch sicher nicht zu empfehlen. Alle anderen werden sich nicht nur gut unterhalten fühlen, sondern auch allgemein bekannte Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Ob sie schlussendlich diese Sicht der Dinge teilen und übernehmen, ist jedem selbst überlassen.

Yuval Noah Harari spaltet mit seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" seine Leserschaft. Eines hat Harari jedoch geschafft. Sein Buch wird kontrovers diskutiert und regt zum Nachdenken an.
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27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über 17 Stunden auf 2 mp3-CDs, 16. September 2013
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Eine kurze Geschichte der Menschheit (MP3 CD)
Wie die Überschrift dieser Rezension bereits signalisiert, geht es in erster Linie um eine Empfehlung der Hörbuchfassung von Yuval Hararis „Eine kurze Geschichte der Menschheit“. Und weil diese Story eben doch etwas länger gedauert hat, umfasst sie in der Buchversion über 500 Seiten.

Wirft man einen Blick auf die zahlreichen Filme, in denen Jürgen Holdorf einem Schauspieler die deutsche Stimme gab, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man ihn bereits hörte. Als Sprecher von Hörbüchern war er mit allerdings bisher unbekannt. Aber da mich seine Lesung von Hararis Menschheitsgeschichte rundweg überzeugte, werde ich in Zukunft vermehrt darauf achten, in welchen Produktion er mitwirkt.

Einem Sachbuch Leben einzuhauchen, ist eine so anspruchsvolle Aufgabe, dass viele daran scheitern. Jürgen Holdorf hat sie souverän gelöst, weil er ein gutes Gefühl für das richtige Sprechtempo hat, das Wesentliche mit seiner Stimme hörbar macht und auf belehrende Attitüden verzichtet. Wer also keine Lust oder Zeit hat, sich den Inhalt von Hararis Buch lesend anzueignen, kann sich die spannenden Geschichten gekonnt erzählen lassen. Und weil die über 17 Stunden dauernde Lesung auf 2 mp3-CDs gepresst wurde, kann man sich das dauernde Wechseln der Scheiben ersparen.

Der 1976 geborene Yuval Harari ist Professor für Geschichte an der Hebrew University of Jerusalem. In Israel wurde er durch sein Buch und seine Vorlesungen zur Weltgeschichte schnell zu einer Art Popstar im Vermitteln scheinbar langweiliger Informationen. Der lockere Ton und wohl auch sein Erfolg riefen erwartungsgemäß Kritiker auf den Plan, die ihm vorwarfen, er halte es mit den Fakten allzu salopp, verkürze wichtige Zusammenhänge und vermische persönliche Meinungen mit historisch gesichertem Wissen. Auch wenn das in Einzelfällen zutreffen mag, empfehle ich seine Form von Geschichtsunterricht gerne weiter. Denn immerhin schafft es Harari mit seinem Stil, ein großes Publikum für Wissensschätze zu begeistern, die im Schulunterricht eher für langweilige Stunden sorgen.

Was Yuval Harari im ersten Teil über die kognitive Revolution sagt, gehört noch längst nicht zum Allgemeinwissen. So stellt er zum Beispiel verschiedene Theorien zur Entwicklung der menschlichen Sprache vor, überlässt es jedoch dem Leser, welcher er am meisten Glauben schenken soll. Die Überschriften der drei weiteren Teile lauten: Die landwirtschaftliche Revolution – Die Vereinigung der Menschheit – Die wissenschaftliche Revolution. Im Anhang finden sich die Angaben zu den vielen Abbildungen und Karten sowie die Anmerkungen. Was leider fehlt, ist ein Stichwortverzeichnis.

Mein Fazit: Wer sich diese spannende „kurze“ Geschichte der Menschheit vorlesen lassen will, muss gut 17 Stunden investieren. Die verfliegen allerdings schnell, weil Jürgen Holdorf die Aufgabe so bravourös löst, dass keine Langeweile aufkommt. Bei mir hatte dies den Nebeneffekt, dass ich mir das Buch ebenfalls anschaffte. Denn bei spannenden Sachbüchern möchte man nicht dauernd nach den Tracks suchen, bei denen Fragen unbeantwortet blieben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Deppentiefsinn, 17. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Eine kurze Geschichte der Menschheit (Gebundene Ausgabe)
Was soll man zu so einen Buch sagen? Meine Erwartung war ein universalgeschichtlicher Überblick, wie ihn etwa Bertrand Russel oder Richard Tarnas mit geistegeschichtlichem Hintergrund geliefert haben, bloß aus Perspektive der Geschichtswissenschaft. So ein Versuch ist notwendigerweise riskant und einseitig, ja, aber durchaus machbar. Dazu würde gehören sich am Stand der Forschung nicht nur im eigenen, sondern auch in verwandten Sachgebieten zu orientieren, einen weiten Wissenshorizont zu haben und pointiert, aber ausgewogen und diskursiv zu schreiben.

Yuel Noah Hariri leistet das ganz sicher nicht. Es gibt einige nette Anekdoten, drei, vier innovative Gedanken, eine leichtfüßige und ganz gut lesbare Sprache. Ja. Aber das wars schon. Der Rest ist ein Abgrund von Absurditäten.

Wo er die Natur- und Frühgeschichte darstellt mag ich mich nicht einmischen, da das nicht mein Fachgebiet ist, aber da, wo er ab dem Ende des ersten Drittels anfängt über Gesellschaft zu schreiben sträuben sich mir als gelerntem Sozialwissenschaftler die Haare. Harari bastelt sich als Historiker hier eine Art Privatvokabular und -theorie, indem er sich ungeniert überall bedient, und strickt sich dann eklektizistische Erklärungsmodelle zusammen, die er sich offensichtlich einfach mal eben so selber beim Schreiben ausgedacht hat. Kein Verweis auf existierende Denktraditionen oder Theorieschulen, auf abweichende Meinungen, Begriffsentwicklungen oder klassische wissenschaftliche Streitfragen, keine Auseinandersetzung mit sagen wir mal mit der Systemtheorie (aus der er sich ständig bedient) oder dem Marxismus (den er schlicht als "funktioniert schlecht" verwirft) oder Max Weber (der nicht mal erwähnt wird, obwohl es ein ganzes Kapitel über das Thema von dessen Hauptwerk gibt). Harari hat stets eigene Modelle, Deutungen und vor allem Meinungen anzubieten - und nur seine.

In ihrer ganzen Komplexität erlären Hararis Modelle dann dem staunenden Leser in einer sechs-Felder-Tabelle, wie Religion die Welt prägt oder in einem dreischrittigen Kreislaufdiagramm, wie der Kapitalismus funktioniert. Dazu kommen obskure wissenschaftliche Stilblüten wie die widerholte Bezeichnung des Kommunismus als Religion (man darf auch Ideologie sagen, das ist aber für ihn das Gleiche) oder die Charakterisierung des Nationalsozialismus als einer Spielart des Humanismus, und viele weitere Dinge, die man in einem Aufsatz eines 10-Klässlers anstreichen müsste, weil sie wirken, als hätte ein Pubertierender sich quer durch Wikipedia gelesen und dabei die Hälfte mißverstanden und den Rest nach Belieben miteinander verknüpft. Ein Staat oder Konzern ist z.B., so hören wir erstaunt, eine reine Erfindung! Die USA oder den Konzern Peugot gibt es doch tatsächlich nur, weil die Menschen sich irgendwie darauf geeinigt haben, dass sie alle daran glauben wollen, dass es das gibt. Das tun sie, weil es ihnen die "Zusammenarbeit in großen Gruppen" erlaubt. Dank dieser Erkenntnis könnten ganze Fachbereiche für Verwaltungs- und Politikwissenschaft an den Universitäten nun endlich abgewickelt werden (Alles Erfindungen! Gibts in Wirklichkeit gar nicht!), und die Konstruktivisten, die für solche Gedankengänge seit Jahrzehnten ihre Denkschule weiterentwickeln und das Thema doch schon ein wenig komplexer ausgeführt haben, werden nicht mal erwähnt.

Es bleibt mir völlig unklar, wie jemand mit so einer Haltung zur Wissenschaft einen Professorentitel erhalten konnte (und behalten kann), bzw. wie man als Wissenschaftler auf die Idee kommen kann, in Bereichen, von denen man ganz offensichtlich keine Ahnung hat, unverdautes Halbwissen aus dem Schülerduden zu präsentieren. Ungefähr so stelle ich mir das Ergebnis vor, wenn Karl-Theodor zu Guttenberg seine Dissertation zu einem populärwissenschaftlichen Buch verwurstet hätte. Man kommt gar nicht mehr aus dem Staunen raus, das sowas außerhalb von Verlagen des Bahnhofsbuchhandels verlegt wird.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Füllhorn spannender Überlegungen, 23. Februar 2014
Von 
karin1910 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Eine kurze Geschichte der Menschheit (Gebundene Ausgabe)
Yuval Noah Harari gibt hier einen breit angelegten Überblick über die Geschichte des Menschen – von unseren Anfängen als eine zunächst noch relativ unauffällige Affenart in der afrikanischen Savanne bis zum 21. Jahrhundert, wo wir an der Schwelle zu Neuerungen stehen, die das gesamte Wesen unserer Spezies grundlegend verändern könnten.

Er verliert sich dabei nicht in Details, sondern es geht ihm darum, die großen Zusammenhänge und Entwicklungslinien aufzuzeigen, insbesondere hinsichtlich der bedeutenden Revolutionen, die unsere Vergangenheit prägten – etwa der kognitive Sprung nach vorn, welcher die Menschen erst zu dem machte, was sie heute sind, für dessen Ursache es aber eine Reihe verschiedener Theorien gibt, die Entstehung der Landwirtschaft, die auf den ersten Blick ein großartiger Fortschritt zu sein scheint, in Wirklichkeit aber viel Leid für Mensch und Tier verursacht hat oder der Aufschwung der Wissenschaften zu Beginn der Neuzeit, der im Verbund mit der industriellen Revolution zu einer tiefgreifenden Änderung unseres Alltags sowie zur ersten globalen Kultur der Geschichte führte.
Bei all den Ausführungen und Erklärungsansätzen wird immer ein besonderes Augenmerk auf das Innenleben des Menschen gelegt, darauf, welch bedeutende Umwälzungen es oftmals zur Folge hatte, wenn neue Gedanken oder Einstellungen sich in einer Gesellschaft durchsetzten.

Dabei entsteht eine interessante Sichtweise auf viele Fragestellungen und es werden eine Reihe spannender Denkansätze vorgestellt.
Beispielsweise versucht der Autor zu erklären, wie die ursprüngliche Untergliederung in einzelne Stämme mit jeweils einer Hand voll Mitgliedern von Staaten mit Tausenden oder Millionen Untertanen abgelöst werden konnte oder wieso es gerade den Europäern nach dem Jahr 1500 gelang, große Teile der Welt zu kolonialisieren und ihre Lebensweise über den ganzen Erdball zu verbreiten, und vieles andere mehr. Sogar die Frage, wie ein glückliches Leben gelingen kann und ob die Menschen im Lauf der Geschichte tatsächlich, wie manche Fortschrittsgläubigen vermuten, immer glücklicher geworden sind, wird nicht ausgespart.

Manche Aussage, wie etwa dass Menschenrechte und Staaten Fiktionen seien oder dass es sich beim Kapitalismus und beim liberalen Humanismus auch nur um eine Art von Religion handle, wird sicher nicht jeder gerne hören, gerade der Mut zu solchen Überlegungen machte die Lektüre für mich aber so interessant.

Sicherlich sollte man beim Lesen im Hinterkopf behalten, dass viele der hier behandelten Themen kontrovers diskutiert werden und man kann dem Autor bisweilen durchaus den Vorwurf machen, dass er relativ unstrittige Tatsachen und bloße Spekulationen nicht immer sorgfältig voneinander abgrenzt.

Doch dies ist eben ein populärwissenschaftliches Buch, dem es aber jedenfalls hervorragend gelingt, auch komplexere Themen allgemein verständlich aufzubereiten und dessen Lektüre durch den flüssigen und amüsanten Schreibstil zum Vergnügen wird.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurze Geschichte zum langen Nachdenken, 7. Februar 2014
Von 
Thomas Brasch (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Eine kurze Geschichte der Menschheit (Gebundene Ausgabe)
Mir unbegreiflich, dass Yuval Noah Harari Menschheitsgeschichte bislang nicht begeistert in den Feuilletons und Literarturkritiken behandelt und gefeiert wurde. Umso erfreulicher zu sehen, dass sie zumindest bei amazon gut bewertet ist und offenbar viele Leser findet.

Besonders beeindruckt haben mich die zahlreichen Aspekte, die diese fast universelle anthropologische Einführung behandelt. Neben der biologisch evolutionären Entwicklung des Homo Sapiens wird auch dessen politische, gesellschaftliche, ökologische, technologische, wirtschaftliche und kulturphilosophische bzw. massenpsychologische Entwicklung erörtert.

Dachte ich noch nach den ersten 50 Seiten nicht viel Neues zu erfahren, durfte ich mich danach ständig eines besseren belehren lassen. Es ist ein Buch, das viele etablierte und auch neuere Weltanschauungen kräftig durchrüttelt. Gleich, ob wir theologische, philosophische und/oder ideologische Weltbilder mit uns tragen, sie alle werden als intersubjektive Fiktionen entlarvt. Das erste, was wir uns eingestehen sollten, ist, dass die Evolution nicht ziel- und zweckgerichtet ist. Der Mensch als derzeit höchster Zwischenstand einer sich ewig weiter verbessernden Evolution ist ein menschliches Wunschbild. Ein Wunschbild, dem wir gerne bereitwillig erliegen, weil es Sinn gebend ist. Die Crux jedoch bei uns Menschen ist, dass wir Ziel- und Sinnsucher sind. „Menschen haben eine Tendenz dazu, teleologische (“zielgerichtete”) Erklärungen kausalen Erklärungen vorzuziehen.“

Doch es wird noch ernüchternder, auch wenn es sehr unterhaltsam formuliert ist. Bis heute wird die darwinistisch Erkenntnis gerne mit der unkorrekten These zusammengefasst, dass letztlich der Stärkere den Schwächeren verdrängt. Wir implizieren damit üblicherweise ein „immer besser, bzw. optimaler Werdendes“ in der Evolution. Nicht zuletzt liegt dieser Einschätzung im Deutschen auch eine missverständliche Übersetzung zugrunde. „Survival of the fittest“ meint nicht „fit“ im Sinne von stark und gesund sondern im Sinne von „anpassungsfähig“.

Letztlich kommt man bei Harari zum leidenschaftslosen Befund, dass sich nicht die individualistischen, die Freiheit liebenden, wilden Spezies in der Evolution durchsetzen, sondern eben die opportunistischsten Spezies am erfolgreichsten überleben und die anderen zunehmend verdrängen. Dies gilt sowohl für die Tier- und Pflanzenwelt als auch für die menschliche Population. Um es konkret und drastisch zu sagen: zu den erfolgreichsten höheren Tiergattungen aus evolutionärer Sicht zählen Hühner, Rinder, Schafe, Hunde und Schweine. Allein 25 Mrd. Hühner schätzt man derzeit gibt es auf der Welt. Zusammengerechnet gibt es derzeit viermal so viele Haus- und Nutztiere auf der Welt wie Wildtiere. Der Preis dafür ist der Verzicht auf Freiheit und Wildheit, ja die Bereitschaft sich nahezu uneingeschränkt zu unterwerfen. Jede Tiergattung, die sich nicht opportunistisch dem Menschen gegenüber erweist, stirbt sukzessive aus oder ist zumindest der Gnade des Homo Sapiens ausgeliefert.

Doch wer nun meint, dass sich dieser tragische Opportunismus auf die Flora und Fauna beschränkt, die sich nun mal der Mensch untertan machen durfte, der muss sich gleichfalls belehren lassen, dass auch die exponentielle Population des Menschen sich im wesentlichem seiner individuellen Neigung zum Opportunismus verdankt. Der vor ca. 10.000 Jahren zunehmend sesshaft werdende Mensch versklavte sich selbst. Er gab Freiheit und eine gesündere Lebensform als Jäger und Sammler zugunsten eines trügerischen Komforts auf. Zwar wuchsen nun die Nahrungsmittel vor Ort, doch die Ernährung wurde einseitiger und dadurch mangelhafter. Er ackerte weit mehr und passte seinen Lebensrhythmus an die ständige Fürsorge seiner Nutzpflanzen und Haustiere an. Er wurde zunehmenden von Seuchen geplagt, die aus der Nähe zu den Haustieren resultierte bei dem der tierische Erreger auf den Menschen übersprang. Der Vorteil der Sesshaftigkeit war ein evolutionärer jedoch nachteilig für das Individuum: nun konnten weit mehr Kinder gezeugt werden und die familiäre Fürsorge trat an die Stelle der individuellen Freiheit. Die ehemals gebrechlichen oder schwachen Kinder und zeugungsfähigen Erwachsenen überlebten nun vermehrt in der Schutzgemeinschaft. Doch dies ging letztlich zu Lasten der materiellen Lebensqualität.

Diese Bereitschaft zur Anpassung durchzieht die gesamte Geschichte der Menschheit bis heute. Sie lässt am Ende des Buches die These zu, dass der Mensch wohl doch nicht primär ein freiheitsliebendes, sich selbstverwirklichendes Individuum ist, sondern weit mehr eine ebenso duldsame, durch stetig gesicherte Futterzufuhr sich massenhaft reproduzierende Spezies wie unsere evolutionär erfolgreichsten Nutztiere.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganzheitlich, anregend und teils polarisierend, 15. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Eine kurze Geschichte der Menschheit (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, das eine Reihe außergewöhnlicher Reflexionen über das Werden des Menschen enthält. So wird Universalgeschichte aus einer neuen Perspektive erzählt. Einige der Thesen sind sehr polarisierend, z. B. die dargelegten Folgen der sog. Landwirtschaftlichen Revolution oder die Ausführungen des Autors zu Religionen bzw. Ideologien, speziell zum liberalen Humanismus. Aber insgesamt handelt es sich hier um eine äußerst anregende Weltgeschichte mit Ausflügen in Psychologie, Biologie und andere Wissenschaften. In Zeiten hoch spezialisierter Teilwissenschaften ist es sehr befriedigend, mal wieder einen Autor zu lesen, der mit seinem ganzheitlichen Ansatz Entwicklungen verschiedenster Wissenschaften miteinander verbindet. Dabei hilft besonders die hier gewählte historische Methode.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Für Harari-Fans bestimmt ein Unikat..., 1. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eine kurze Geschichte der Menschheit (Gebundene Ausgabe)
Ich kannte den Autor zuvor nicht und meine Neugier wurde durch den Titel geweckt, denn wer wagt es auf so wenig Seiten die Geschichte der Menschheit zusammen zu fassen. Doch ich wurde nach wenigen Kapiteln schnell enttäuscht. Das Buch führt zwar den Leser mit einem sehr unterhaltsamen, teilweise humorvollen Schreibstil fast durch die gesamte Menschheitsgeschichte, aber leider steht die persönliche Meinung des Autors oft im Vordergrund, vor allem über Religionen. Dabei werden insbesondere das Christentum und der Islam allzu häufig in dezenter Weise ohne Tiefe und ohne Belege fast in jedem Abschnitt durch den Dreck gezogen. Auffällig auch, dass der Autor dabei über das Judentum kein einziges Wort verliert. Das mag wohl an seiner Herkunft liegen, denn sonst hätte es dieses Buch in seinem Heimatland bestimmt nicht in den Bestellerlisten geschafft. Deswegen finde ich es sehr schade, dass das Buch durch die persönliche Meinung des Autors so polarisierend und letztlich doch sehr flach und unspektakulär wirkt.
Als fachliches Geschichtsbuch ist es eher nicht zu empfehlen, sondern viel mehr als unterhaltsames Gesichtsroman für Harari-Fans.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gut geschrieben, aber voller Fehler, 19. November 2013
Von 
Xirxe (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Eine kurze Geschichte der Menschheit (Gebundene Ausgabe)
Gut geschriebene Sachbücher sind ja bedauerlicherweise immer noch recht rar in der deutschen Sprache. So hatte ich mich auf dieses Buch wirklich gefreut, da ihm diesbezüglich doch schon einige Lobeshymnen vorauseilten. Doch leider hielt meine Freude nicht allzu lange an. Nein, nichts gegen den Schreibstil des Herrn Harari: Er schreibt locker und leicht von der Leber weg, unterhaltsam und verständlich mit bildlichen, aktuellen und witzigen Vergleichen (manchmal vielleicht sogar etwas zu flapsig) - es wäre alles gut, wenn er (und vermutlich auch der Übersetzer) beim Inhalt doch etwas mehr Sorgfalt hätten walten lassen. Einige Beispiele hierzu:
S. 12: Mitglieder verschiedener Arten können keinen fortpflanzungsfähigen Nachwuchs hervorbringen. Auf S. 14 werden dann verschiedene Arten von homo benannt, die aber lt. S. 27 durchaus fortpflanzungsfähigen Nachwuchs zeugten.
S. 37ff: Hier wird der Begriff Abstraktum und Nichtexistenz völlig durcheinander geworfen. Das Unternehmen Peugeot wird als nicht existent bzw. Phantasieprodukt bezeichnet statt als abstrakt.
S. 45: Harari schreibt, der Peugeot-Gründer hätte 1896 eine GmbH gegründet - die gab es in Frankreich erst ab 1925, da war der Gründer bereits tot.
S. 46: Hier wird aus der GmbH plötzlich eine AG (was zumindest stimmt).
S. 166: Mathematik ist eine Weltsprache - einige Zeilen erklärt der Autor, dass die meisten Menschen der Welt sie nicht verstehen.
S. 204: kognitive Dissonanz wird als eine häufige psychische Störung dargestellt.
S. 258: Monotheistische Religionen sind Gehirnwäsche. Dies mag die Meinung des Autors sein, aber dann ist sie auch als solche zu kennzeichnen.
Es gibt noch eine ganze Menge an solchen Fehlern, Widersprüchen und Ungenauigkeiten. Dazu kommen eine Vielzahl von Rechtschreibefehlern (dort fehlt ein e, da ist eines zuviel, ein Wort erscheint zweimal undundund) und so zieht sich das Lesen doch ziemlich in die Länge, da es immer weniger Vergnügen macht, das Buch in die Hand zu nehmen.
Schade, es ist wirklich schade dass hier so geschludert wurde. Denn Hararis Schreibstil ist durchweg vergnüglich zu lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für ein Buch !, 29. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zum Inhalt wurde hier schon alles gesagt. Was mich persönlich an diesem Buch begeistert hat, ist, dass hier allgemein bekannte Fakten so dargestellt werden, dass man die Grundlagen und Hintergründe erkennt. Und das Ganze, ohne dass ein belehrender Zeigefinger gehoben wird oder man den Eindruck hat, der Verfasser will uns seine Sicht der Welt darstellen. Ein aussergewöhnliches Buch, das man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte.
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Eine kurze Geschichte der Menschheit
Eine kurze Geschichte der Menschheit von Yuval Noah Harari (Gebundene Ausgabe - 2. September 2013)
EUR 24,99
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