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am 28. Juli 2014
Das Buch hat mich sehr gefesselt. Einerseits ist die Handlung wirklich spannend. Andererseits sind in den Text viele politische und sozialgeschichtliche Informationen über die Länder Afghanistan und Pakistan eingewoben. Sehr gut gefallen hat mir der ausgewogene Blick auf den Konflikt zwischen den USA und den Taliban / der Al Kaida. Man merkt, dass der Autor pakistanischer Herkunft ist und somit authentisch an den Quellen des Geschehens sitzt. Die Zustände, die in Afghanistan und Pakistan beschrieben werden, sind schockierend und aufrüttelnd. Es gibt auch kein "Happy End" im klassischen Sinne. Die Leserin erfährt, dass das Leben in diesen Ländern höchst unsicher ist. Auch Hauptfiguren, mit denen man sich identifiziert hat, werden buchstäblich aus der Handlung "geschossen" - weil es auch real einfach so passiert. Trotzdem hat das Buch ein versöhnliches, tröstliches Ende, das zeigt, dass Werte wie Menschlichkeit und Solidarität auch in unmenschlichen Systemen eine große Kraft entwickeln.
Das Buch ist im Stil etwas ähnlich dem Buch "Drachenläufer" - und doch ganz anders. Sehr, sehr empfehlenswert!
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In sage und schreibe 38, beim Lesen als viel zu kurz empfundenen Kapitel, gerät der Leser in diesem Buch in die völlig fremde Welt der Warlords, Talibankämpfer und trifft auf ein finsteres Weltbild. Dieser begnadete Erzähler Nadeem Aslam wird für mich zum Meisererzähler, weil er eben glänzend erzählt, sich bei der Meinungsbildung jedoch zurückhält. Er traut dem Leser selbst auch etwas zu!

Unter dem Eindruck des historischen 11. September gehen Jeo und Mikal aus Pakistan nach Afghanistan. Sie treten an um verwundeten Zivilisten zu helfen. Aber das geht schief. Schon kurze Zeit später kommt Joe um und Mikal gerät in die Gefangenschaft eines Warlord, der sich für seine Geisel viel Geld erhofft.

Immer mehr wird Mikal zur tragischen Figur, vielleicht sogar zu einem Symbol. Wenig später sitzt er bei den Amerikanern im Knast. Er kann zwar fliehen, aber dem Frieden ist er noch immer nicht begegnet.

Anfangs ging es mir mächtig auf den Senkel, dass Nadeem Aslam Kapitel von Manchmal nur zwei Seiten geschrieben hat. Beim Lesen dann allerdings, wurde mir immer klarer, dies ist so gewollt, weil vielleicht nur so, die Grausamkeiten dieser fernen Welt sichtbar gemacht werden können.

Für Mikal wird dort Mitmenschlichkeit und Friede greifbar, wo er es am aller wenigsten vermutet hätte.

Dies ist allerdings nur ein Geschichtenstrang, der Autor erzählt viel mehr an Geschichten und immer klarer wird, dies alles ist Teil eines großen ganzen. Der Krieg ist zwar immer irgendwie präsent, ich lerne, dass er viele Gesichter hat, der Autor schreibt auch von Liebe, Hass und Rache.

Rohan gehört ebenso zu dieser Geschichte. Er erblindet kurz nach dem 11. September. Ungeheuer treffende sprachliche Bilder hat Nadeem Aslam gefunden. Über allen Bildern steht diese Erblindung. Sie ist Zeichen und Symbol dafür, dass eben mit diesem 11. September ein neues Kapitel für diese ferne und unsere Welt begonnen hat. So wird dieses Buch plötzlich zum Auftrag für seine Leser. Wir alle sind nun gefragt wie wir in Zukunft miteinander umgehen wollen.
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Rohans Garten in Heer im nördlichen Pakistan, in dem die Bäume so hoch sind wie 10 Männer, ist Zeugnis einer untergehenden Welt. Hier wächst noch ein Schulholzbaum, aus dessen Holz früher die Schultafeln gefertigt wurden. Rohan erlaubt in seinem Garten einem Vogelbegnadiger, Vögel in Fallen zu fangen, die dessen Kunden später zur Vergebung ihrer Sünden freilassen werden. Der alte Mann erblindet; er wird die geradezu unwirkliche Schönheit seines Gartens nicht mehr lange sehen können. Rohan verliert in den Tagen nach dem 11. September 2001 sein Augenlicht, mit seiner Schule das mit seiner verstorbenen Frau gemeinsam geschaffene Lebenswerk und seinen Sohn. Obwohl Jeo sein Medizinstudium noch nicht beendet hat, will Rohans Sohn sich in Peschawar als Sanitäter für Verletzte des Kriegs zwischen den USA und Afghanistan melden. Seinem Vater verschweigt Jeo, dass er aus Peschawar direkt ins afghanische Kriegsgebiet reisen wird. Jeo will dort helfen, wo die Not am größten ist. Mikal, Jeos Freund und Adoptivbruder, wird Jeo als Beschützer begleiten und "ihm die Verwundeten vom Schlachtfeld holen". Zurück bleibt beim schon lange verwitweten Rohan Jeos junge Frau Naheed. Jeo weiß nichts davon, dass auch Mikal Naheed liebt. Rohans Schule wurde nicht im Frieden an einen Nachfolger abgegeben; Major Kyra, der neue Besitzer von Haus und Grundstück, steht auf der Seite der Taliban und Rohan ist fortan in seinem Häuschen nur geduldet. Rohans Schule samt Lehrern und Schülern wird zum Spielstein geldgieriger Warlords, die Kinder zu ihren Geiseln. Kyra sorgt dafür, dass Jeo noch am ersten Tag seines idealistischen Einsatzes an die Taliban verkauft und getötet wird. Mikal überlebt und will aus dem Einflussbereich des Warlords auf gefährlichen Wegen zurück zu Nadeem flüchten, die als Witwe zum Freiwild gieriger Männer geworden ist. In diesem moralischen Niemandsland wechselt Mikal seine Rolle von der Geisel, zum Gefangenen der USA bis zum Botengänger und Retter eines amerikanischen Soldaten, der wiederum als Rächer seines Bruders unterwegs ist. In diesem Krieg gibt es keine klaren Frontlinien, unklar ist den handelnden Personen häufig, auf welchem Stammesgebiet sie sich gerade befinden und welcher Warlord Geschäfte mit ihnen machen wird. Auch Rohan begibt sich auf eine heimliche Mission, er will den Sohn des Vogelbegnadigers aus der Hand der Taliban befreien, die für jede Kindergeisel mehr Lösegeld beanspruchen als ein ehrlicher Arbeiter in 20 Jahren zusammensparen kann.

"Der Garten des Blinden" ist ein sprachlich virtuoses, verstörendes Buch voller Gewalt, Folter und Erniedrigung. Als westlicher Leser versteht man vermutlich nicht alle Bilder und Gleichnisse, die Nadeem Aslam für seine Leser zeichnet. Sehr anrührend zeigt Aslam die Situation muslimischer Frauen, die ihre getöteten Männer nicht betrauern dürfen und selbst wie eine Ware verschachert werden. Zentrales Thema des Buches ist u. a. Rohans Erblindung, die je nach persönlicher Sicht als schicksalhafte Erkrankung, Folge eines Kriegs, eines Traumas, der bitteren Armut oder als Strafe Allahs gesehen werden kann. Verstörend wirkt der krasse Kontrast zwischen Nadeems üppig wuchernden Sprachbildern und den schnöden kriminellen Taten, die die Figuren, angeblich im Namen Allahs, erleiden müssen.

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Zitate
"Die Lampe vor sich hertragend, geht er [Rohan] zur Rückseite des Hauses, das mitten im Garten steht. Vor Beginn der Bauarbeiten hatte er die Städte Mekka, Bagdad, Córdoba, Kairo, Delhi und Istanbul aufgesucht, die sechs Orte früher Pracht und Hoffnung des Islam. Aus jedem brachte er eine Handvoll Staub mit, den er im weiten Bogen auswarf, um dann zuzusehen, wie ihm Glaube, Urteil und Wahrheit aus der Hand wehten und sanft zu Boden sanken. In Gestalt eines Halbmondes, einer Sensenklinge, wurde entlang dieser reinigenden Linie dann das Fundament ausgehoben." (Seite 14)

"Der amerikanische Soldat trägt den Schneeleoparden im Hemd, als er irgendwann gegen drei Uhr früh die internationale Grenzlinie der afghanischen Provinz Paktika überquert und Südwaziristan betritt. Der kleine Kopf guckt aus seinem Kamiz, dessen obere zwei Knöpfe offen gelassen wurden. Es weht ein kreidiger Wind. Der Mann geht in die Nacht, die durchzogen ist mit den Plänen von Teroristen, den Absichten von Generälen, der Mathematik des Krieges. Er trägt einen schweren Rucksack und an der Hüfte ein Holster mit einem großen Thuraya-Satellitentelefon. Für den Fall, dass er das Thuraya aufgeben muss, steckt ein zweites, kleineres Satellitentelefon in der Tasche der Shorts, die er unter der Hose trägt." (Seite 352)

+++ Gratisexemplar +++
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