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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Roman über Moral und Ehre, Liebe und Treue
Bereits der Titel des Romans hat mich neugierig gemacht und meine Fantasie angeregt.

Schnell habe ich mich in die Geschichte eingelesen, die sich durch eine Vielzahl an Themen und die unterschiedlichsten Personen auszeichnet. Daraus ergab sich wohl aber auch gleichzeitig das Problem, das ich stellenweise mit dem Roman hatte. Die Handlung mäandert von Thema...
Vor 12 Monaten von HeikeM veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen Die Medien als Pranger der Moderne
James Meek hat eine gute Idee. Er geht in seinem Roman der moralischen Frage nach, wen oder was wir um welchen Preis verrieten, wenn wir an den Pranger gestellt würden. Medien sind moderne Scharfrichter geworden, die über das Wohl und Wehe eines Einzelnen entscheiden können. Damit greift Meek ein wichtiges aktuelles Thema auf, vgl. hier in Deutschland etwa...
Vor 8 Tagen von Kai Bargmann veröffentlicht


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Roman über Moral und Ehre, Liebe und Treue, 28. August 2013
Von 
HeikeM - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Liebe und andere Parasiten: Roman (Gebundene Ausgabe)
Bereits der Titel des Romans hat mich neugierig gemacht und meine Fantasie angeregt.

Schnell habe ich mich in die Geschichte eingelesen, die sich durch eine Vielzahl an Themen und die unterschiedlichsten Personen auszeichnet. Daraus ergab sich wohl aber auch gleichzeitig das Problem, das ich stellenweise mit dem Roman hatte. Die Handlung mäandert von Thema zu Thema, und von Akteur zu Akteur. Dazu kommt immer noch eine große Anzahl an Figuren, die in den einzelnen Abschnitten als Statisten auftreten. Wahrscheinlich lag es an mir, dass mich einige Themen mehr und andere weniger interessierten. Trotzdem hielt mich der Autor bei der Stange und wirkliche Längen stellte ich auch nicht fest.

Als große Stärke von James Meek sehe ich die gekonnte Charakterisierung seiner Figuren an. Besonders bei den Hauptpersonen waren deren Handlungsmotive, Zwänge und Gedanken durchweg schlüssig. Auch wenn die Personen die Entscheidungsmöglichkeiten hatten, war ihr Tun letztlich immer glaubhaft und nachvollziehbar und, was mir immer wichtig ist, sie durchleben eine Entwicklung. Aber auch die Randfiguren hatten alle markante Merkmale, die sie zu lebenden Figuren und nicht zu bloßer Staffage werden ließen.

Im Grundtenor dieses Romans geht es um Liebe, um Moral, um Ehre und Treue. Der Autor wirft einen Blick auf die Grundwerte der Gesellschaft, über die es sich durchaus lohnt nachzudenken und die Gedanken James Meeks weiter zu verfolgen. Der Roman ist durch den angenehmen Sprachstil sehr flüssig zu lesen.

"Liebe und andere Parasiten“ ist ein durchaus gelungener Roman mit spannenden, gefühlvollen und nachdenklichen Sequenzen über die Moralvorstellungen unserer Zeit. Der Autor hat es trotz der Vielzahl der angeschnittenen Themen geschafft, mich als Leser gut zu unterhalten.
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3.0 von 5 Sternen Die Medien als Pranger der Moderne, 12. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Liebe und andere Parasiten: Roman (Gebundene Ausgabe)
James Meek hat eine gute Idee. Er geht in seinem Roman der moralischen Frage nach, wen oder was wir um welchen Preis verrieten, wenn wir an den Pranger gestellt würden. Medien sind moderne Scharfrichter geworden, die über das Wohl und Wehe eines Einzelnen entscheiden können. Damit greift Meek ein wichtiges aktuelles Thema auf, vgl. hier in Deutschland etwa Christian Wulff.

Am Beispiel des TV-Produzenten Richie, der als stolzer Familienvater heimlich ein Verhältnis mit einer Minderjährigen hat, und seiner Schwester Bec, einer bekannten Wissenschaftlerin, die sich ebenso heimlich von Ihrem Schwager schwängern laesst, weil ihr Mann unfruchtbar ist, wird dieser Konflikt unterhaltsam und mit Tiefgang dargestellt.

Leider ist das nur ein Strang der Handlung. Der andere besteht aus einer ziemlich breit angelegten Familiengeschichte, in der von der Unfruchtbarkeit des Gatten, dem Krebstod von dessen Onkel und seinem medizinisches Vorhaben zur Unsterblichkeit erzählt werden. Auch das hat Meek liebevoll ausgearbeitet, aber viel zu langatmig; im Verhältnis war dieser Teil belanglos.

Am meisten hat mich allerdings die Konstellation der Personen gestört. Bec hatte vor ihrer Ehe eine Beziehung mit dem Herausgeber eines Revolverblattes, der später eine Webseite gründet, um Prominente für moralisches Fehlverhalten an den Pranger zu stellen. In dieser Funktion kennt er auch Richie. Meek braucht diese Konstruktion, um seine Handlungsstränge zu verknüpfen, doch mir kam sie unglaubwürdig vor. Die Welt ist klein, aber so klein nun auch wieder nicht.

Nach einer begeisterten Kritik in der SZ hatte ich mir von dem Roman mehr versprochen. Ein solides Werk, das man aber nicht unbedingt gelesen haben muss, und das mich am ehesten noch durch die recht pointierte Schreibe überzeugt hat.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Würdest du die, die du liebst, verraten, um deine eigene Haut zu retten?, 26. Oktober 2013
Von 
Eskalina (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Ritchie, ein abgehalfterter Rockstar, muss seine Affäre mit einer Minderjährigen unbedingt geheim halten, da seine Frau ihm gedroht hat, ihn zusammen mit den Kindern zu verlassen, sollte er erneut fremdgehen. Seine Schwester Bec ist besessen davon, die Welt von der Malaria zu befreien und scheut nicht davor zurück, sich mit einem Parasiten zu infizieren, der angeblich vor der Krankheit schützt. Als sie ihren Verlobten Val, einen millionenschweren TV-Produzenten verlässt, erpresst dieser Ritchie. Der soll seine geliebte Schwester Bec öffentlich an den Pranger stellen, ansonsten würde alle Welt von seinem verbotenen Verhältnis erfahren…
Neben Bec und Ritchie werden noch andere Lebensgeschichten erzählt und allen Figuren ist anzumerken, wie detailverliebt der Autor sie entworfen hat. Humorvoll und doch an einigen Stellen sehr böse ist der Blick auf die Gesellschaft, wie Meek sie sieht und darstellt, brillant sein Schreibstil. Immer wieder springt er von Person zu Person und doch sind alle auf eine gewisse Weise miteinander verbunden – ob in Liebe, Freundschaft, Feindschaft oder durch Mord – nichts wird geschönt, alles schonungslos berichtet.
Die Mischung aus Sex, Liebe und Verrat funktioniert ganz gewiss auch hier und James Meek wird für dieses Buch als „britischer John Irving“ bezeichnet.

Trotz vieler wirklich empfehlenswerter Punkte, die ich finden konnte und die zu nennen das Buch auf jeden Fall verdient hat, bin ich dennoch nicht so begeistert, wie ich vielleicht (laut vieler anderer Lesermeinungen nach) sein sollte – das mag daran liegen, dass der Stil von Meek tatsächlich etwas von Irving hat und dass ich mit Irvings Büchern nie warm geworden bin. Auch hier sprang einfach kein Funke über. Den Mittelteil empfand ich als langatmig und es gab einfach zu viele Nebenschauplätze. Mit jeder Person, die hinzu kommt, verzettelt sich der Autor ein wenig mehr in dessen Geschichte und schweift immer mehr von seinem eigentlichen Ziel ab. Das zerfasert das Ganze und mich hat es dann irgendwann nur noch gelangweilt.

Mein Fazit:„Würdest du die, die du liebst, verraten, um deine eigene Haut zu retten?" Diese Frage steht im Mittelpunkt dieses Buches. James Meek hat in diesem Roman sehr viel zu bieten; ungewöhnliche und doch zutiefst menschliche Figuren, deren Schwächen er gnadenlos herausarbeitet, eine interessante Handlung und einen intelligenten Schreibstil, sowie einen wunderbar bösen Humor. Viele Szenen erschließen eine ganz eigene Philosophie und es ist sicher kein Stoff, den man nebenbei konsumieren sollte. Ich habe das Buch mit einer Art höflichem Respekt gelesen und doch hat es mich nicht einfangen können, deshalb nur drei Sternchen von mir.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Smarte Dialoge, spannende Konflikte, 3. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Liebe und andere Parasiten: Roman (Gebundene Ausgabe)
Über 500 Seiten smarte, coole Dialoge - genauer: Dialoge und viele heikle Hintergedanken - zwischen smarten, modernen Menschen meist zwischen 30 und 40, überwiegend in London. Interessante, moderne, moralische Konflikte im Medien- und Wissenschaftsbereich und in Paarbeziehungen; gut und rund konstruiert, meist sehr spannend.

Einige Konflikte zielen auf speziell englische Sensibilitäten, so die Medienhatz auf Prominente und Kindesmissbrauch im BBC-Umfeld (vom Savile-Skandal hat Meek erst nach Erscheinen seines Romans erfahren, wie er in der NYT (online) schreibt). Mitunter bauscht der einstige Top-Journalist Meek das Dilemma seiner Protagonisten etwas auf, indem er denkbare Lösungswege einfach nicht auf den Tisch bringt oder einzelne Akteure zu dämonisch gestaltet; dennoch wirkt das Ganze realistisch, plastisch, fundiert, erst gegen Ende auch satirisch.

Die Hauptfigur Ritchie - TV-Produzent, Familienvater, Ex-Popstar - erinnerte mich vage an die Tom-Wolfe-Romane A Man in Full und vor allem Bonfire of Vanities: Ein intelligenter Mann auf dem Höhepunkt der Macht riskiert sein wohl arrangiertes Komfortleben durch eine Dummheit, die nicht sofort auffällt, aber sich auch nicht mehr gänzlich vertuschen lässt; die Bedrohung wächst fast unmerklich und wird ein Leben lang existieren. Doch Meek dramatisiert nicht so stark wie Wolfe.

Die Grübeleien über Leben, Tod, Moral und Religion überfrachten den Roman etwas. Der Mord, der vor der erzählten Roman-Zeit geschah, wirkt zunächst auch überflüssig, erhält im letzten Romanviertel aber Bedeutung. Die verschiedenen Stränge der Handlung sind gut verflochten: The Heart Broke in (so der englische Titel) ist länger und mit mehr Personal ausgestattet als Meeks We Are Now Beginning our Descent, wirkt aber dennoch fokussierter und geschlossener.

Ich habe viele professionelle Rezensionen zu dem Roman gelesen und finde diese Zeilen aus dem Telegraph sehr treffend: "... a wonderfully sharp, intelligently observed and often very funny novel, peopled by a cast of characters slightly too intimidating and cerebral to ring wholly true, but who are never dull. It might be this tendency for restrained and over-analytic characters that keeps Meek from becoming the household name he deserves to be."

Mit vielen kurzen Kapiteln und lebendigen Dialogen ist der Roman leicht zu lesen und leicht zwischenzeitlich abzulegen. Ich hatte die englische Ausgabe, kann also nicht urteilen, ob die deutsche Version den kühlen Roman-Ton gut trifft. Mein Canongate-Taschenbuch wirkt mit 550 Seiten wie ein Ziegelstein und lässt sich kaum geöffnet halten. Das Papier ist rauh und fühlt sich unangenehm an. Die Schrift ist nicht zu klein. Tippfehler sind mir nicht aufgefallen.
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3.0 von 5 Sternen Zu langatmig, aber gesellschaftskritisch, 14. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Liebe und andere Parasiten: Roman (Gebundene Ausgabe)
Liebe und andere Parasiten
Cover: Edel und stylisch, schwarzer Untergrund und 2 blaue Seifenblasen drauf. Macht eigentlich Lust auf mehr.
Kurzfassung: Der große Gesellschaftsroman unserer Zeit – scharfsinnig, provokant und voll schwarzem Humor!

Bec Shepherd, Forscherin aus Leidenschaft, hat ein hehres Ziel im Leben: Sie will die Menschheit von der Geißel der Malaria befreien. Dafür ist sie sogar bereit, ihre eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Ihr Bruder Ritchie hingegen, einstmals gefeierter Rockstar und nun millionenschwerer TV-Produzent, riskiert für eine Affäre mit einer Minderjährigen die Trennung von seiner Ehefrau. Nur einer weiß von dieser Bettgeschichte: der skrupellose Journalist Val. Als Bec seinen Heiratsantrag ablehnt, droht Val, Ritchies Fehltritt publik zu machen – wenn dieser nicht seine Schwester an den öffentlichen Pranger stellt. Muss Ritchie sie wirklich verraten, um seine eigene Haut zu retten?

Klug, kühn, komisch – eine provozierende Geschichte über die Kraft von Familienbanden, die Unvereinbarkeit von Glaube und Vernunft, über Musik, Medienhypes, Evolution und den Drang, die Welt zu verbessern. Ein groß angelegter Gesellschaftsroman über unsere Zeit, in der Richtig und Falsch, Gut und Schlecht nicht immer zu unterscheiden sind.
Mein Fazit: Ich hatte mir ein wenig was anderes vorgestellt, ich bin sehr schwer in die Geschichte hinein gekommen. Man kann es auch nicht als so eine zusammenhängende Geschichte beschreiben, denn es sind laufend neue Charaktere und neue Situationen, auf die man sich einstellen muss. Einen Gesellschaftsroman hatte ich mir leider anders vorgestellt. Ich bin nicht richtig warm geworden mit dem Buch. Dadurch, dass es immer mehr neue Akteure in der Geschichte wurden, wurde es unübersichtlicher und es wurden manche Personen auch gar nicht richtig abgehandelt, sondern wurden einfach adacta gelegt und gut war. Was man aber dem Autor zugutekommen lassen muss, die Protagonisten wurden sehr gut dargestellt, detailverliebt und sehr sympathisch.
Die Grundidee des Buches habe ich trotzdem mitnehmen können, ein gesellschaftskritisches Buch über viele Situationen, die mich sehr nachdenklich gestimmt haben, die aber auch sehr gefühlvoll waren. Interessant und manchmal humorig. Mir persönlich zu langatmig und zu ausufernd in manchen Bereichen, obwohl sich der Autor auszukennen scheint.
Leider für mich nicht so der Reisser, ich hatte mir mehr darunter vorgestellt.
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5.0 von 5 Sternen Gefährlich ist's den Leu zu wecken, 21. August 2013
Von 
Kalamaria - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Liebe und andere Parasiten: Roman (Gebundene Ausgabe)
...Verderblich ist des Tigers Zahn - Jedoch der schrecklichste der Schrecken - Das ist der Mensch in seinem Wahn".

Auch wenn der Autor James Meek dem angelsächsischen Literaturbetrieb zuzurechnen ist und "seinen" Schiller möglicherweise nicht so verinnerlicht hat wie viele der deutschen Kollegen, die auf gleichem - nämlich ausgesprochen hohen - Niveau schreiben, müsste ihm das Zitat aus der "Glocke" aus der Seele sprechen. Den Menschen in seinem Wahn - ja, den lernt der Leser dieses Romans in den verschiedensten Facetten kennen - und wahrlich nicht nur ein einzelnes Exemplar.

Eigentlich ist es eine Familien- und Liebesgeschichte, die Meek hier schreibt: die Geschwister Ritchie und Bec, die als Rockstar bzw. Wissenschaftlerin vollkommen unterschiedliche Wege beschritten haben. Ihre Vergangenheit, ihr Ursprung jedoch ist derselbe und fußt im Wesentlichen auf dem frühen Verlust des Vaters, eines Soldaten im irisch-englischen Krieg, der für seine Gesinnung gefoltert wurde. Ehrgefühl und weitere ethische Wertvorstellungen kommen hier vordergründig zum Tragen - und werden von Grund auf in Frage gestellt. Ritchie und Bec gehen beide Beziehungen ein, die unterschiedlicher nicht sein können - der Leser wird hier bei der Einführung mit den unterschiedlichen Figuren - es sind so einige und alle sind mit wenigen Zügen meisterhaft charakterisiert - mit den unterschiedlichsten Treibern konfrontiert, es sind die unterschiedlichsten Werte, Interessen, Mächte, die die Figuren am Leben erhalten. Kämpfen am Ende alle nur für sich, nur um selbst zu überleben? Verrat, Eigennutz, Mißgunst - sind das tatsächlich die tragenden Säulen der Gesellschaft?

Im Verlauf der Lektüre wird der Leser mit so einigen Parasiten konfrontiert, aber rasch - und hier folgt der Autor gewissermaßen Schiller - ist zu erkennen, dass der Mensch selbst der schlimmste, der gefährlichste aller Parasiten ist. Ein kraftvoller, ein schillernder Roman, der Denkanstöße für die wahrlich großen Fragen des Lebens, nein, des Seins gibt - die durchaus ihrerseits Gefahren beinhalten können - vor allem für Rezipienten, die Veränderungen und neue Wege scheuen.

Gewisse Parallelen konnte ich zu einem anderen großen Roman des Jahres 2013 (zumindest, was die deutschsprachige Übersetzung angeht) entdecken, nämlich zu "Bonita Avenue" des niederländischen Autors Peter Buwalda. Leser, die dieses Buch genossen, sind hier mit Sicherheit gut aufgehoben. Auch sonst empfehle ich die Lektüre vorbehaltlos all jenen, die keine Scheu vor der Konfrontation mit sich selbst, mit alten Ängsten und früheren Bedrohungen haben - und natürlich jenen, die gut geschriebene Literatur mit einer Menge echt britischen Humors zu genießen wissen!
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5.0 von 5 Sternen weit mehr als nur eine gute Story, 16. August 2013
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Liebe und andere Parasiten: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Klappentext des Romans ist hier oder auch auf der DVA - Verlagsseite nachzulesen. Es gibt sogar einen Buchtrailer in dem James Meek sehr schön erzählt um was es ihm in seinem Buch geht.

Eigentlich nur vordergründig sind da natürlich die Protagonisten: Toter Vater, sowie erwachsene Tochter und Sohn, aber eigentlich ist diese Geschichte eine sehr unbequeme Anfrage an unser Leben heute.

Nach welchen Werten leben wir heute? Wer bestimmt eigentlich die ethisch - moralischen Leitlinien?

Von Seite zu Seite wurde ich beim Lesen immer tiefer in die Handlung hineingezogen. Und noch mehr ist geschehen. Die Themenvielfalt wurde immer mehr und ich empfand es nicht als störend. Aber viele Fragen tauchten auf?

Ist wirklich alles was technisch möglich ist, auch vertretbar und für uns Menschen gut?
Wie sieht es um unser zusammenleben aus, um unsere Mitmenschlichkeit?
Geht die nicht in dem Maße verloren, in dem technisch immer mehr möglich wird?

Zeitweise nimmt dieses Buch sogar Krimizüge an. Und letztlich geht es auch um die Frage: Wie habe ich gelebt? Jeder hat sich diese Frage einmal mindestens in seinem Leben zu stellen. Habe ich die richtigen Schwerpunkte gesetzt? Habe ich wirklich gelebt oder doch nur funktioniert?

Wer bereit ist, über all diese Fragen nachzudenken, die James Meek hier in eine spannende Story verpackt hat, sollte sofort mit der Lektüre beginnen. Doch Vorsicht, viele Fragen verlangen nach Antworten und der Autor kann diese nicht für Sie beantworten!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Welt ist schlecht!, 24. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Liebe und andere Parasiten: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ritchie Shepherd war eins ein erfolgreicher Rockstar. Heute moderiert er im Fernsehen eine Talentshow und hat mit seiner Frau Karin zwei Kinder. Alles könnte so schön sein, doch Ritchie ist ein selbstverliebter Mistkerl, der eine Affäre mit einem Mädchen aus der Show hat. Und die Kleine ist erst fünfzehn!
Der Verlobte von Ritchies Schwester Bec ist Zeitungsverleger und bekommt Wind von der Sache. Als Bec sich von ihm trennt, erpresst er Ritchie mit seinem Wissen und droht ihm, die Affäre zu veröffentlichen, außer Ritchie gibt ihm Informationen über Bec.

In diesem Roman passiert noch viel mehr, aber dies alles kurz zusammenzufassen ist praktisch unmöglich, daher belasse ich es bei diesen ersten Fakten.

Ich habe mich mit der Geschichte sehr schwergetan. Die Figuren sind praktisch alle egomanisch, gestört und/oder verrückt und es gibt eigentlich keine Sympathieträger. Dennoch liest man mit einer gewissen Mischung aus Faszination und Ekel immer weiter, denn ganz aus der Luft gegriffen sind die Personen und ihre jeweiligen Verhaltensweisen ja doch nicht, wenn auch großteils sehr überspitzt dargestellt.

Der Schreibstil des Autors ist ebenfalls faszinierend, erfordert aber auch eine gewisse Konzentration und es war nicht ganz einfach, der Handlung mit ihren vielen Figuren, Geschichten, Ab- und Ausschweifungen wirklich zu folgen. Die immer wiederkehrenden recht detaillierten Ausflüge in Medizin und Wissenschaft waren mir zu trocken und konnten mich nicht wirklich fesseln, aber hier konnte man auch drüber hinweglesen. Schwieriger war dies mit den schon erwähnten zahlreichen Personen und dem oft sehr komplexen Beziehungsgefüge dieser untereinander. Auch kleine Nebenrollen tauchen immer wieder auf und spielen so ihre Rolle in dem ganzen Drama.

Insgesamt habe ich dieses Buch eher als anstrengend, denn als unterhaltsam empfunden, auch wenn ich das Potential des Autors in Ideen, Stil und Ausdrucksweise durchaus wahrgenommen habe.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe und Moral im Zeitalter 2.0, 8. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Liebe und andere Parasiten: Roman (Gebundene Ausgabe)
Meek hat einen wunderbaren Gesellschaftsroman geschaffen, in der er die Frage nach richtig und falsch, gut und böse im postreligiösen Zeitalter stellt. Zwei Figuren stehen im Mittelpunkt seines Romans: Die Geschwister Ritchie und Bec Shepherd, die beide völlig verschiedene Wege im Leben eingeschlagen haben. Ritchie war einst zusammen mit seiner jetzigen Frau gefeierter Rockstar der Band „Lazygods“.Nun, mit Anfang Vierzig, Vater von zwei Kindern, ist er als Produzent der TV-Show „Teen Makeover“ tätig. Hier lernt er ein 15-jähriges Mädchen kennen und beginnt mit ihr eine heimliche Affaire. Bec dagegen ist mit Leib und Seele Wissenschaftlerin und möchte ein Mittel gegen Malaria entwickeln. Sie geht sogar soweit, sich selbst mit einem gutartigen Parasiten zu infizieren, um aus diesem einen Impfstoff gegen Malaria zu entwickeln. Den Parasiten benennt sie nach ihrem Vater. Als Bec mit ihrem Verlobten Val Schluß macht, nutzt dieser seine Position als Zeitungsverleger schamlos aus. Er erpresst Ritchie, seine Affaire mit der Minderjährigen publik zu machen, es sei denn, Ritchie stelle seine Schwester an den Pranger.

Dem Autor gelingt das seltene Kunststück, seine Charaktere handeln zu lassen und bei der Erzählung stets objektiv zu wirken. Er verurteilt seine Charaktere nicht. Gerade der Anfang, in dem sehr viel passiert und die Hauptpersonen vorgestellt werden, hat mich gefesselt und fasziniert. Was dann folgt, ist eher eine Art Charakterstudie. Neue Figuren werden eingeführt und auch diese beeinflussen die Shepherds mehr oder weniger. Was ist moralisch? Was ist gut? Inwieweit können wir an Gott glauben, wenn wir die Wissenschaft /Erkenntnis zu unserem Beruf gemacht haben? Kann der Mensch den Tod aufhalten? Dies sind die Kernfragen, mit denen sich dieses Werk auf eine sehr subtile Art und Weise befasst. Meeks Schreibstil ist einzigartig, poetisch und analysierend zugleich. Und zwischen all den Fragen nach der Moral, entwickelt sich sogar eine Liebesgeschichte und eine Vater-Sohn-Geschichte. Dennoch-viel Inhalt, viele Figuren-der Leser sollte sich dessen bewusst sein, dass hier einiges auf ihn zukommt. Es ist kein einfaches Buch zum Abschalten. Wer aber sich mit den Grundfragen der Menschheit beschäftigen möchte und wem Gesellschaftsromane wie „Bonita Avenue“ gefallen, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Und die Moral von der Geschicht'?!, 16. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Liebe und andere Parasiten: Roman (Gebundene Ausgabe)
Klappentext:
Die zehn Gebote des Alten Testaments scheinen in heutigen Zeiten von einem einzigen abgelöst zu sein: „Lass dich nicht erwischen“ – zumindest bei Ritchie Shepherd, einst gefeierter Rockstar, jetzt millionenschwerer TV-Produzent. Er hintergeht lustvoll seine geliebte Ehefrau mit einer Minderjährigen. Einer allerdings bekommt Wind von der Affäre: Val Oatman, der Exfreund seiner Schwester Bec und Herausgeber eines Boulevardblatts, das moralische Verfehlungen von Promis auf Seite 1 ausschlachtet. Eines Tages meldet sich Val bei Ritchie und droht, seinen Fehltritt publik zu machen – wenn Ritchie nicht seine Schwester an den öffentlichen Pranger stellt, eine leidenschaftliche Forscherin, die skrupellos alles daran setzt, ein Malaria-Medikament zu entwickeln. Bleibt Ritchie wirklich nur der Verrat an Bec, um seine Haut zu retten?

Das Cover:
Überwiegend in mattem schwarz gehalten, also schön schlicht, wirkt das Buch mit den beiden schillernden Seifenblasen darauf sehr edel. Diese Blasen sind mit Glanzlack überzogen und wirken im Gesamtbild sehr ansprechend. Der Zusammenhang zum Buchinhalt erschloss sich mir allerdings leider noch nicht wirklich.

Zum Inhalt:
Beides, der spannende Klappentext und auch das schlichte ansprechende Cover, hat mich sehr neugierig auf das vorliegende Buch gemacht. Zudem habe ich mich über den Schriftsteller James Meek informiert und wusste bereits im Vorfeld, dass dies bereits sein fünfter Roman ist und er schon eine große Karriere als Journalist hinter sich hat.

Also setzte ich ich mich recht freudig und gespannt an diese Familiengeschichte und wurde in den ersten Kapiteln auch nicht enttäuscht. Zu Anfang war ich tatsächlich unwahrscheinlich fasziniert und gefesselt von Herrn Meeks Schreibstil, von den beinahe durchweg extremen Charakteren, die mich zugleich enorm beeindruckt, aber auch extrem abgestoßen haben und vor allem davon, wie Herr Meek es versteht diese zu beschreiben. Schonungslos ehrlich und ungeschönt wird uns aus Ritchies Leben erzählt und ich muss zugeben, dieser stellte mit seinem miesen Charakter gleich eine enorme Herausforderung dar. Recht schnell werden uns aber nach und nach viele weitere Protagonisten und Handlungen nahegebracht und da beginnt für mich eigentlich schon die Misere. Eine ganze Fülle an Personen taucht auf und die eigentliche Thematik, sprich die Erpressung und gerne auch deren Auswirkungen auf die Personen, tritt zusehends in den Hintergrund. Zudem geht der Fokus sehr schnell mehr in Richtung Bec und ihrem neuen Freund Alex, und Herr Meek schaffte es leider einfach nicht mehr, mich mit seiner Geschichte zu fesseln. Gefühlt 2/3 des Buches zogen sich für mich beim Lesen enorm und waren mir entschieden zu langatmig. Nur der Anfang und der Schluss des Buches stachen spannungstechnisch positiv heraus. Leider ließ der Autor mich dann zu guter Letzt auch noch im Bereich Entwicklung und Tendenzen der handelnden Personen total im Regen stehen und das empfand ich als extrem unbefriedigend. Zudem konnte ich kaum Veränderungen bei den Protagonisten feststellen und die meisten der vielen vorgestellten Personen blieben mir leider weitgehendst fremd. Die Charaktere, die für mich noch ganz spannend oder sympathisch waren, wurden zum Schluss nicht mal mehr erwähnt.

Mein Fazit zu "Liebe und andere Parasiten" finde ich persönlich wohl am traurigsten, wenn man den genialen Schreibstil und die tolle Grundidee zum Buch berücksichtigt. Meines Erachtens verfügt der Autor über sehr großes Potential und ein wunderbares Schreibtalent, aber das machte für mich die extrem langatmige story einfach nicht wett.

Mein Fazit:
Leider schaffte es Herr Meek trotz seines wirklich brillanten Sprachstils nicht, mich anhaltend an sein Buch zu fesseln und durchgängig zu begeistern. Zu sehr uferte mir die Geschichte um gefühlte 100 Personen und Kleinigkeiten aus, die mir dadurch auch zusehends bedeutungsloser schienen. Die Grundthematik und die wichtigen Sinnfragen hat der Autor für mich mehr und mehr aus den Augen verloren und ansonsten leider auch unzulänglich gelöst. Die moralische Entwicklung und gesellschaftskritischen Züge im Buch blieben in den Anfängen stecken. Zu schade, denn die Idee zu dem Buch hatte durchaus Potential und der Schriftsteller sowieso.

Leider nur 3 Sterne von mir für den unglaublich starken Beginn, die grandiose Sprachführung und den relativ spannenden Schluss.
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Liebe und andere Parasiten: Roman
Liebe und andere Parasiten: Roman von James Meek (Gebundene Ausgabe - 19. August 2013)
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