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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wollen, Dürfen, Sollen, Können
Natasa Dragnics Roman "Jeden Tag, jede Stunde" handelt von der Seelenverwandtschaft zwischen Dora und Luca, die als zärtliche und hoffnungsvolle Kinderfreundschaft an der kroatischen Küste in den 1960igern beginnt und in eine leidenschaftliche, bedingungslose Liebe und tiefe Verbundenheit mündet. Nachdem die beiden als Kinder durch den Umzug von Doras...
Veröffentlicht am 18. März 2011 von Leseprinzessin

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jeden Tag, jede Stunde...
...kann ich nur an dich denken und Neruda zitieren'

Bereits im Kindergarten erleben die beiden Protagonisten Luka und Dora eine wunderbare Freundschaft. Doras Eltern verlassen jedoch Dalmatien und ziehen nach Paris. Beide gehen ihren Weg, Luka wird Maler und Dora eine erfolgreiche Schauspielerin. Lukas Talent bringt ihn schließlich nach Paris zu einer...
Veröffentlicht am 28. März 2011 von Sikal


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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wollen, Dürfen, Sollen, Können, 18. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Jeden Tag, jede Stunde: Roman (Gebundene Ausgabe)
Natasa Dragnics Roman "Jeden Tag, jede Stunde" handelt von der Seelenverwandtschaft zwischen Dora und Luca, die als zärtliche und hoffnungsvolle Kinderfreundschaft an der kroatischen Küste in den 1960igern beginnt und in eine leidenschaftliche, bedingungslose Liebe und tiefe Verbundenheit mündet. Nachdem die beiden als Kinder durch den Umzug von Doras Familie nach Paris getrennt wurden, entflammt die Sandkastenliebe - oder viel mehr "Strandliebe" - als Mittzwanziger erneut bei einem zufälligen Wiedersehen in Paris, wo Dora ihren Traum einer Schauspielkarriere träumt und Luca den Sprung in die Welt der Kunst wagt. Nach einer intensiven gemeinsamen Zeit verabschiedet sich Luca für kurze Zeit, um die letzten Angelegenheiten für die gemeinsame Zukunft zu klären. Doch dann kommt alles anders ... .

Im Zentrum steht die kindliche, leidenschaftliche Liebe und Verbundenheit zwischen den beiden Protagonisten, die nur nach dem Hier und Jetzt fragt und weder nach der Vergangenheit noch nach der Zukunft. Die anfängliche Ähnlichkeit an den Roman "Salz auf unserer Haut" - die tiefe Verbundenheit, die Phasen größter unverbindlicher Leidenschaft, die getrennten Wege, die Wiedersehen ohne Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft, die Zeit in Paris - verblasst im Verlauf des Romans, wobei es Dragnics gelingt, dass ihr Roman nicht nur eine kroatische Version des bekannten Stoffes darstellt, sondern dass dieser durch seine Charaktere und seine Handlung einen eigenen Charme entwickelt und aus dem Schatten des "Vorgängers" springen kann. Die Differenz zwischen Erzählzeit und erzählter Zeit ist nicht einheitlich zu sehen: Einerseits enthält die Handlung viele zeitliche Sprünge, sodass vieles im Zeitraffer erzählt wird und diese rasante Geschwindigkeit einem Drängen ohne Tiefgang gleichkommt. Andererseits werden andere - entscheidende - Phasen sehr intensiv und detailliert betrachtet. Insbesondere sind die Informationen wichtig, die zwischen den Zeilen und zwischen den Abschnitten stehen. Dragnic haucht ihren Hauptfiguren zärtlich Leben ein: Luca, der Passive, der verträumte Künstler, vom Leben enttäuscht und niedergeschmettert, Dora, die tatkräftige, energiegeladene, erfolgreiche Schauspielerin, die aus der Enttäuschung heraus kämpft. Diese beiden sind Liebende, die zärtlich und bedingungslos ihre Liebe im Augenblick leben, ohne eine Beziehung und Kontinuität schaffen zu können - eine Liebe zwischen Gut und Böse, zwischen Verstehen und Nicht-Verstehen, zwischen Traum und Alltag, zwischen Wollen, Dürfen, Sollen und Können. Dragnic schafft es auf faszinierende Art und Weise, den Leser zu fesseln und das über die eigentliche Lektüre hinaus. Des Weiteren sind die Ausschnitte aus Nerudas Werk sehr gefühlvoll und gut ausgewählt und laden zu einer weiteren Beschäftigung mit diesem Autor ein.

Insgesamt ein sehr berührendes Buch mit Charme und Liebenswürdigkeit, das sehr lange in Erinnerung bleiben wird: 5 Sterne.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine schöne Liebesgeschichte wie sie das Leben schreibt, 7. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Jeden Tag, jede Stunde: Roman (Gebundene Ausgabe)
Bei 'Jeden Tag, jede Stunde' handelt es sich um eine Liebesgeschichte zwischen Luka und Dora. Schon unzertrennlich vereint seit dem Kindergarten werden sie bald auseinander gerissen, da Doras Eltern nach Paris ziehen. Beide haben keinen Kontakt mehr zueinander bis sie sich als Erwachsene auf einer Ausstellung in Paris wiedersehen, denn Luka ist ein erfolgreicher Maler geworden. Dora ist Schauspielerin im Theater und verlässt sofort den Mann, der ihr einen vor kurzen einen Heiratsantrag gemacht hat.

Die beiden verbringen 3 Monate miteinander in Paris, dann will Luka ein paar Dinge in Kroatien klären, um danach wieder zu Dora nach Paris zurückzukommen, denn für beide steht fest, dass sie ihr Leben miteinander verbringen wollen. Doch Luka kommt nicht zurück und meldet sich nicht bei ihr. Dora reist in ihr Heimatdorf und stellt dort fest, dass es nicht an der Liebe liegt, die nach wie vor zwischen ihnen vorhanden ist, sondern dass Luka aus Schuldgefühlen seine Ex-Freundin Klara geheiratet hat, welche bereits ein Baby von ihm erwartet.

Ihnen bleiben nun gute 2 Monate miteinander bis sie sich wieder trennen müssen und Dora zurück nach Paris geht'. Doch dies soll nicht ihr letztes Aufeinandertreffen sein, auch wenn einige Zeit vergehen wird und das Leben weitergeht.

Der Schreibstil der Autorin ist stellenweise durch sehr kurze Gedankenfetzten-artige und unvollständige Sätze geprägt, die ihren besonderen Stil ausmachen. Das ist bestimmt nicht jedermanns Sache, aber nach einer kurzen Einlesephase habe ich mich daran gewöhnt und finde auch, dass die Passagen mit diesen kurzen Sätzen eine gewisse Schnelligkeit in das Buch bringen und man das Gefühl bekommt, dass es voran geht, was meiner Meinung nach auch zum besseren Lesefluss beiträgt. Mir gefällt der Schreibstil von Natasa Dragnic. Eine Besonderheit ist noch, dass das Buch mit dem vorletzten Kapitel beginnt, also schon ungefähr weiß, wie es ausgehen wird.

Ich muss zugeben, ich konnte am Anfang nicht ganz nachvollziehen, wie diese beiden kleinen Kinder im Alter von wenigen Jahren durch nur einen Blick wissen sollen, dass sie für einander bestimmt sind als sie sich im Kindergarten das erste Mal sehen. Dieser Teil der Geschichte wirkt etwas weit hergeholt für mich, dennoch kann man als sie sich als Erwachsene wiedersehen die Anziehung zwischen ihnen wirklich spüren, hier geht das Schema dann doch auf.

Als danach Luka jedoch, der nie auch nur eine Sekunde an seiner einmaligen und einzigen wirklichen Liebe zu Dora zweifelt, beschließt nicht nach Paris zurückzukehren und Klara zu heiraten, kommt nur ein Gedanke auf: Warum macht er das? Die Situation scheint nicht so verworren zu sein, dass er sein Schicksal nicht hätte selbst steuern können, auch scheint er nicht so wirklich der Typ zu sein, der viele Schuldgefühle diesbezüglich zu haben scheint und sich deshalb unbedingt selbst bestrafen muss. Er wirkte immer sehr gleichgültig und abgeklärt allen seiner Freundinnen oder Bettgeschichten gegenüber, so dass dies kein sehr plausibler Grund für sein handeln darstellt. Daher kommt bei mir die Frage auf, ob er einfach den Weg des geringsten Widerstandes gewählt hat, was bedeutet, dass man an seiner enormen Liebe zu Dora doch zu zweifeln beginnt, oder aber er ist ein kompletter Feigling' Dora hingegen tut mir an dieser Stelle einfach nur Leid.

Insgesamt ist es eine schöne Liebesgeschichte voller Poesie und sehr gut geschrieben ohne als übertrieben kitschig zu wirken. Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen und es hat mich bis zur letzten Seite gefesselt. Durch den Charakter von Luka ziehe ich in Gedanken einen Stern ab. Sonst ist noch kurz zu erwähnen, dass das Buchcover einfach wahnsinnig gut zu der Stimmung zu dem Buch passt und sehr gut ausgewählt wurde.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jeden Tag, jede Stunde füreinander bestimmt, 3. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Jeden Tag, jede Stunde: Roman (Gebundene Ausgabe)
"André ist lieb und nett, und sie liebt ihn auch, sicher, irgendwie, aber auch nicht richtig, und was spielt das für eine Rolle, dass sie schon vier Jahre zusammen sind, immer ist alles möglich, das Leben ist doch voller Überraschungen..."

Luka und Dora sind zwei die schon seit dem Kindergarten vereint sind. Die beiden gehören zusammen, das sieht jeder und das weiß jeder. Sie verbringen wunderschöne Sommertage in einem kleinen kroatischen Fischerdorf miteinander. Doch dann zieht Doras Familie eines Tages nach Frankreich und Luka bleibt allein zurück. Sechzehn Jahre später treffen sie sich als Mittzwanziger zufällig in Paris wieder und die alte Vertrautheit ist sofort zurück und sofort ist klar, dass beide zusammen gehören. Drei glückliche und verliebte Monate folgen, aus denen ein gemeinsames Leben werden soll. Jetzt endlich, als sie wieder vereint sind. Nur ganz kurz will Luka zurück nach Kroatien um Familienangelegenheiten zu regeln und ein paar Dinge in Ordnung zu bringen, während Dora sehnsüchtig auf seinen Anruf wartet. Doch sie wartet vergeblich...

Wer hier eine total kitschige Liebesgeschichte erwartet ist auf jeden Fall an der falschen Adresse. Dieses Buch ist die Liebesgeschichte von zwei Menschen, die eigentlich "Jeden Tag, jede Stunde" zueinander gehören, es aber immer wieder verpassen die richtige Entscheidung zu treffen.

Luka und Dora sehen sich das erste Mal im Kindergarten und sofort gibt es da eine Anziehung zwischen beiden, die sich keiner erklären kann. Ob das im Kindergarten wirklich so passiert, sei dahingestellt. Es passt allerdings gut zu der Geschichte der beiden. Ab diesem Zeitpunkt, sind die beiden unzertrennlich und verbringen mehrere glückliche Sommer zusammen in Kroatien. Bis eines Tages Doras Familie ganz überstürzt nach Frankreich aufbricht und ein gebrochener, trauriger Luka zurück bleibt. Luka ist Künstler und malt leidenschaftlich gerne. Die Kunst bringt in dann sechzehn Jahre später zu einer Ausstellung nach Paris, auf der er Dora wieder trifft. Die alte Vertrautheit ist sofort wieder da und es ist, als wären sie nie getrennt gewesen. Luka bleibt für drei Monate bei Dora, sie schwelgen im Glück, sind verliebt und planen die gemeinsame Zukunft. Eigentlich nur kurz kehrt Luka nach Kroatien zurück und kommt nie wieder. Nicht, weil er Dora nicht lieben würde, sondern weil seine Exfreundin Klara ein Kind von ihm erwartet. Er ist verzweifelt, weil er sich doch so sehr nach Dora sehnt. Der einzigen Frau, die er je wirklich geliebt hat. Gleichzeitig will er vernünftig sein und dem ungeborenen Kind eine intakte Familie schenken. So entscheidet er sich, bei Klara zu bleiben und Dora zu vergessen, auch wenn er das so nie kann.
Als Dora ihm schließlich nach Kroatien nachreist um ihn zu suchen, kommen die alten Gefühle sofort wieder hoch. Die beiden beginnen dort, wo sie in Frankreich aufgehört haben. Jeder sieht, das beide zueinander gehören. Doch Luka schafft es nicht, sich von Klara zu trennen.

So verfolgt man als Leser eine tragische Liebesgeschichte, bei der sehr klar ist das Dora und Luka füreinander bestimmt sind, ihrem Glück aber ständig davon laufen. Sehr gerne würde man als Leser in die Handlung springen und beide auf den rechten Weg weisen.

Eine sehr schön geschriebene Geschichte, voller Poesie und voller schöner Zitate. Der Schreibstil der Autorin mag anfangs vielleicht gewöhnungsbedürftig sein, abgehackt und kurz. Aber nach kurzer Eingewöhnung merkt man schnell, dass diese Art zu schreiben zum Buch passt und die Handlung durch die teilweise kurzen Sätze noch schneller voran getrieben wird. Wunderschön auch die Zitate von Pablo Neruda ("Zwei Liebende im Glück kennen weder Ende noch Tod,/ solange sie leben, werden sie vielfach geboren und sterben, / in ihnen wirkt Natur in ihrer Ewigkeit. S.216) die von der Autorin an den richtigen Stellen eingefügt wurden.

Fazit: Natasa Dragnic ist mit "Jeden Tag, jede Stunde" ein faszinierendes, sehr gefühlvolles Buch gelungen, dass man in einem Rutsch durchlesen kann und von dessen Sprache und Inhalt man begeistert sein wird. Für Leser der Gegenwartsliteratur ein Muss.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie das Leben so spielt..., 4. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Jeden Tag, jede Stunde: Roman (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Als Dora und Luka sich zum ersten Mal begegnen fällt Luka in Ohnmacht. Dora ist die erste, die ihn erreicht und dem noch unbekannten Jungen einen Kuss auf die Lippen presst, während sie ihn 'mein Prinz' ins Ohr haucht.

Mit 9 Jahren zieht Dora mit ihren Eltern nach Paris und Luka bleibt in Kroatien zurück.

Erst 16 Jahre später begegenen sich die beiden zufällig wieder und Luka fällt erneut in Ohnmacht. Doch als Dora ihren Prinzen dieses Mal wach küsst möchte sie ihn nie mehr gehen lassen. Und er bleibt tatsächlich ' zumindest hat er es vor. Doch nach Monaten in Paris muss Luka kurz in die Heimat um ein paar Sachen zu erledigen ' schon bald will er wieder zurück sein. Dora wartet und wartet aber er kommt nicht, er ruft noch nicht einmal an....

Meine Meinung:
Der Roman von Natasa Dragnic hat mich nicht 'berührt' wie man das so schön sagt, sondern gepackt und nicht mehr losgelassen. Es sind schon Tage vergangen und ich kann noch immer nicht aufhören an das Buch zu denken. Die Gefühle, die in mir aufsteigen, kann ich gar nicht zu Papier bringen. Ich emfpinde Trauer, Mitleid in einem Ausmaß, das ein fiktives Buch gar nicht verdient hätte. 'Warum tut sie ihnen das an?' würde ich die Autorin gerne fragen, und tue es sogar (Die Anwort wird es in wenigen Tagen geben ;)

Ich fasse es selbst nicht. Diese Zeilen schreibe ich, nachdem ich zu Beginn noch Schwierigkeiten hatte in den Roman hineinzukommen. Ein wenig kitschig fand ich ihn sogar, unglaubwürdig ' zumindest die ersten 50 Seiten. Fast 3 Wochen habe ich zum Lesen gebraucht und nun will ich dieses Buch nicht mehr hergeben! Es ist für mich die Entdeckung des Jahres!

Warum?

Weil es eine wundervolle und einzigartige Liebesgeschichte erzählt. Dora und Luka lieben sich und wollen nichts weiter als diese Liebe auskosten. Das Leben, das beide führen, scheint nur nebenher zu laufen und das obwohl sie gleichermaßen Erfolge feiern. Dora als Schauspielerin und Luka als Maler. Doch nichts macht sie glücklicher als die Zeit zu zweit. Und dann kommt das Leben und reisst sie andauernd auseiander.

Nachdem sich die beiden nach 16 Jahren treffen und kurze Zeit später wieder verlieren, reist Dora nach Kroatien um vor eine ziemlich harte Tatsache gestellt zu werden. Doch sie gibt Luka nicht auf, diesmal bleibt sie bei ihm, in der Hoffnung er würde den Mut fassen und sein altes Leben hinter sich lassen. Doch Luka hat Verantwortung zu übernehmen und Dora muss einsehen, dass es so nicht weitergehen kann. Wieder kommt es zu einem Verlust. Wieder geht Dora und kommt nach einigen Jahren zurück. Und all die Zeit, in der sie unerbittlich um Luka kämpft und ihn von den Lasten zu befreien versucht, wagt er keinen einzigen Schritt nach vorne. Stattdessen tut er alles mögliche um sich selbst zu zerstören, um sich zu betrafen.

Noramerweise ist es nicht meine Art, in der "Meinung" noch einmal die Geschichte aufzunehmen und durchzukauen aber um zu verstehen, was an diesem Buch so gut ist, blieb mir nichts anderes übrig. Luka ist ein eigenartiger Mann. Oder ist es nicht Luka? Liegt es vielleicht an der Kultur die so anders ist als unsere? Ich konnte Lukas' Taten nicht immer nachvollziehen, aber je mehr ich an die ältere Generation dachte, an meine Omas und Opas, desto verständlicher erschienen mir Lukas Etnscheidungen. Immer wieder dachte ich heimlich "Du Idiot! Warum tust du das?" Und immer wieder habe ich mich gefragt ob meine Großeltern auch so gehandelt hätten. Und ja, jetzt bin ich davon überzeugt, dass Lukas' Handlungen ganz alleine von seinem Umfeld bestimmt werden, was wiederum zeigt, dass es in dem Roman nicht nur um Liebe geht, sondern auch um die ganzen Umwelteinflüsse, die uns zu den Menschen machen, die wir sind. Und das wir unsere Entscheidungen demnach niemals wirklich frei treffen...

Die Autorin schafft es nebenbei auch Mann und Frau so darzustellen wie sie sind. Luka - typisch Mann - leidet auf seine stille und einsame Art, trifft Entscheidungen ohne mit anderen darüber zu reden und setzt alles daran sich selbst zu vernichten . Und dann kommt Dora, die mit allen Mitteln um Luka kämpft, sich laut für diese Liebe ausspricht und bereit ist ihre Krallen auszufahren um für die beiden zu kämpfen. Und erst als sie merkt, dass sie alleine auf dem Schlachtfeld steht, fasst sie einen Plan um doch noch einen Teil dieser Liebe zu retten.

Nein, es gibt nichts an den Protagonisten auszusetzen, sie sind durch und durch real. Alles an diesem Roman ist stimmig, nichts erscheint konstruiert oder kitschig - obwohl ich das zu Beginn wirklich gedacht habe.

Fazit:
Ist es wirklich 'nur' Fiktion? Mir kommt es vor, als könnte kein Mensch so etwas ausgedacht haben, so ehrlich und nachvollziehbar sind die Gefühle, so tragisch, so berührend. Dora und Luka sind mir ans Herz gewachsen als hätte ich sie persönlich kennengelernt, als müsste auch ich ihr Schicksal teilen. Wer dieses Buch liest, läuft Gefahr nie mehr losgelassen zu werden.
5 Sterne!!!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe im Zeitraffer, 14. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Jeden Tag, jede Stunde: Roman (Gebundene Ausgabe)
Im Kindergarten begegnen sie sich zum ersten Mal. Luka und Dora.
Luka ist von Dora so hingerissen (oder ist es die blau-weiß gestreifte Tasche mit dem gelben Fisch in der Mitte?) dass er ohnmächtig wird. Solche Anfälle wird es im Laufe der Geschichte noch einige geben.

Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft wie sie die kleine Stadt und deren Bewohner, da am schönen blauen Meeer, noch nie erlebt hat. Unzertrennlich bleiben die beiden bis zu dem Tag an dem Doras Eltern beschließen nach Paris zu ziehen.

Sechzehn Jahre vergehen bis die beiden sich zufällig auf Lukas erster Ausstellung in Paris wieder begegnen. In diesen sechzehn Jahren ging jeder seiner Passion nach und Dora mit ihrem ausgeprägten Selbstbewußtsein und der Neigung gerne im Mittelpunkt zu stehen, wurde Schauspielerin. Luka der schon als Kind mit seinen Buntstiften am Meer gesessen war und gezeichnet hat, wurde Maler.

In Paris finden sie erneut zueinander. Sie lieben sich und Luka bleibt viel länger in Frankreich als er eigentlich geplant hatte. Doch der Tag kommt an dem Abschied genommen werden muss, sei es auch nur für kurze Zeit. Das zumindest denkt Dora....
Als Luka sich auch nach vielen, vielen unerträglichen Tagen nicht meldet, faßt Dora den Entschluss in die kleine Stadt am Meer zu fahren, dorthin wo alles seinen Anfang nahm....

Fazit:
Eine Geschichte so alt wie das Leben, aber ein Roman der sich durch die Eigenwilligkeit des Schreibstils wohltuend von der Masse abhebt und so zu etwas ganz Besonderem wird.
Eine Bestandsaufnahme im Zeitraffer.
Danke Frau Dragnic für diese ungewöhnliche Liebesgeschichte, die große Lust Pablo Neruda neu zu lesen und für diesen Abschnitt:

"Heiß war es im Sommer. Sehr heiß. Und sie hatte einen blauen Badeanzug aus Italien. Hat ihr Vater ihr geschenkt. Mit kleinen Glitzersteinchen, die im Wasser schimmerten wie der Schwanz einer Meerjungfrau. Im Meer, nicht im Wasser. Die kleinen Körnchen machen den Unterschied, die sich so gut auf der Haut anfühlen und, wenn sie trocknen, lustige weiße Muster hinterlassen. Dann zieht die Haut sich zusammen und eine Spannung entsteht, die angenehm ist und Glück bedeutet."

Er trifft genau die Glückseligkeit die man nach einem müßigen Tag am Meer empfindet.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Öffne dein Herz - Die Geschichte von Dora und Luka, 12. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Jeden Tag, jede Stunde: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte zweier Liebender - feinsinnig, temperamentvoll, unvergesslich!
Sechzehn Jahre haben sich Dora und Luka nicht mehr gesehen, obwohl sie einmal unzertrennlich waren: Wunderschöne Sommertage verbrachten sie als Kinder miteinander, am Felsenstrand des kleinen kroatischen Fischerdorfes, in dem sie aufwuchsen. Doch dann zogen Doras Eltern nach Frankreich, und Luka blieb allein zurück. Als Mittzwanziger treffen sie sich nun überraschend in Paris wieder, und es ist klar: Sie gehören einfach zusammen. Drei glückliche Monate folgen, aus denen ein gemeinsames Leben werden soll: nur kurz will Luka in die Heimat zurück, um ein paar Dinge in Ordnung zu bringen - und dann meldet er sich nicht mehr.

Statement:
Dora und Luka, eine Geschichte, deren Anfang im Kindergarten des kroatischen Fischerort Makarsta beginnt. Der fünfjährige Luka ist mehr als fasziniert, als die kleine Dora zum ersten Mal in seinen Kindergarten kommt. Luka kann nicht anders, nur nicht den Blickkontakt verlieren, er muss die Luft anhalten und - wird ohnmächtig. Seine Prinzessin Dora küsst ihn wach. Sie sind füreinander geschaffen - von diesem Augenblick an - für ein Leben lang.
Mit ihrer etwas anderen Art, ihrem eigenen Stil, bindet die Autorin den Leser mit ein in die Geschichte. Eine Kinderliebe, die durch nichts getrennt werden möchte. Doch Doras Eltern haben einen anderen Weg vorgesehen. Sie ziehen nach Frankreich in die Hauptstadt Paris. Dora und Luka sind untröstlich.
-------- Lebe deinen Traum ---------
Sie verlieren sich aus den Augen. Doch der Zufall führt sie nach über 16 Jahren in Paris wieder zusammen. Es folgen für sie unvergessliche Monate.
Luka, deren Eltern zwischenzeitlich verstorben sind, ist nach Belgrad an die Kunstakademie gegangen. Malen, das war seine Leidenschaft, sein Traum. Schon als kleiner Junge, als er mit seinem Vater zum Angeln fuhr und er die Fische malen und fangen konnte, das waren die Momente für ihn. Oft bis zum Sonnenuntergang und später blieb er mit seinem Vater auf dem Meer, eine unvergessene und glückliche Zeit für Luka.
Dora geht in Paris auf die Schauspielschule.
Und ihrer beider Erinnerungen steigt in ihnen auf.
Ihnen ist klar, dass sie sich von nun an nicht mehr trennen wollen.
Aber wie schon in der Kinderzeit, hatte das Leben es für diesen Moment, diesen Zeitpunkt nicht so vorgesehen.
- Wenn man etwas erreichen will, dann muss man dafür kämpfen. -
Nach einer wunderschönen Zeit, die Dora und Luka miteinander verbracht hatten, kehrt Luka in seine Heimat zurück. Er musste einige Dinge regeln und ordnen und dann zu seiner Dora zurückkehren.
Doch in Kroatien wird er schon von seiner ehemaligen Freundin erwartet, die von ihm schwanger ist. Luka heiratet Klara.
Obwohl er Dora versprochen hatte, sich sofort zu melden, löst er sein Versprechen nicht ein und Dora wartet vergeblich.
Ich hatte, als ich das Buch zum ersten Mal zu lesen begann, ein Problem. Das Problem sich einzulesen, alles um sich herum nicht an mich heranzulassen. So kam es erst einmal auf den Stapel für später oder gar nicht.
Und das war gut so!
Denn so hätte ich es wirklich versäumt, in den Lesegenuss eines Romans zu kommen, der wirklich empfehlenswert ist. Sei es durch den etwas eigensinnigen Schreibstil, u. a. der Dialoge, ihres Erzählstils. Doch gerade das macht es zu dem Buch, dieser außergewöhnlich geschilderten Liebesgeschichte.
Fazit:
Im Hintergrund des Covers sehen wir das Meer, und die Frau mit ihrem abgewandten Gesicht könnte ich mir sehr gut als unsere Hauptprotagonistin Dora vorstellen. "Jeden Tag, jede Stunde", entspricht nicht der normalen Vorstellung eines Frauenromans. Es hebt sich insofern schon ab, dass es nicht einfach mal so zwischendurch gelesen werden kann. Ob es nun im Ganzen gleich gelesen werden sollte, mag ich nicht beurteilen. Das sollte jeder Leser für sich entscheiden. Wichtige Voraussetzung meiner Meinung nach ist, sich auf das Gesamte einzulassen. Am Ende des Romans stellt sich die Frage: Ist es überhaupt ein Ende oder beginne ich wieder von vorn? ...
Hervorzuheben sind auch die aufgeführten Zitate von Pablo Neruda im Roman.
Auf die Vorstellung, das Buch noch einmal zu erleben, zu genießen, freue ich mich. Denn dann werde ich, auf einer Decke sitzend, angelehnt an der Steilwand der Ostseeküste, um mich herum der Strand bedeckt mit all den Kieselsteinen, angespült vom Meer, die Möwen fliegen kreischend über die schäumenden Wellen, das Geräusch des Meeres dringt an meine Ohren und der Wind weht über den Strand und weht den feinen Sand wirbelnd durch die Luft. Das macht mich neugierig.

"Genieße jede Sekunde,
jeden Moment,
suche dir den Augenblick,
die Zeit,
sie läuft nicht vor dir weg.
Deine Augen suchen,
deine Hände berühren,
öffnen (das Buch),
dein Herz nimmt es auf."
©sanika12
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch für Männer?, 4. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Jeden Tag, jede Stunde: Roman (Gebundene Ausgabe)
Fertig gelesen. Das Buch erzeugt sentimentale Gefühle, ja es macht mich ein wenig traurig. Wunderschöne Sprache, dichte Handlung ohne die Möglichkeit sich emotional auszuruhen. DAs ist ein Buch für den Urlaub im Süden und nicht für ein einsames Hotelzimmer. Da braucht man jemanden zum anlehnen.
Dingac ist tatsächlich ein köstlicher Wein, ich war schon mehrfach in Kuna Crkvice und durfte dort dieses köstliche GEtränk auf der Insel ausgiebig testen.
WAs bleibt: Ein schönes, kluges aber ein wenig trauriges Buch, es zeigt die kroatische Seele, und belegt, das LIebe etwas sehr, sehr kostbares ist.
Ist das ein Buch für Männer? Ja und nein, Nein, wer GEfühle nicht an sich ranlassen will. Ja, für alle die auch gern mal sentimental werden, die die Liebe aus dem Buch kanalisieren und in ihre eigene Beziehung transportieren und die gerne ihre romantische Seite spüren wollen. Unbedningt lesen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gefühlvoll, langsam, sensibel... sovieles und noch mehr!, 9. Juni 2013
Von 
k. und k. privilegierter Bücherwurm (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Jeden Tag, jede Stunde: Roman (Taschenbuch)
Dragnic Debütroman hat voriges Jahr für großes Aufsehen gesorgt. Nach dem ich ihren 2ten Roman Immer wieder das Meer: Roman gelesen habe, wollte ich sie nicht weglegen; also nahm ich mir das Erstlingswerk vor. Auch hier spielt die Geschichte am Meer, diesmal in Kroatien und beginnt 1959 bis zum "Ende" 2008. Luka und Dora - ein Liebespaar, welches aus jedem Hollywoodfilm entsprungen sein könnte. Viele Gefühle, falsche Entscheidungen, sensible Momente, zum Lachen, zum Weinen, ausdrucksvoll, ausdrucksstark, all das begleitet den Leser, der sich auf eine sehr emotionale Reise begeben wird. Manchmal wird man selbst in sein Leben zurück manövriert, mit der Frage: Hab ich das je selbst so erlebt? Wenn ja, wie hätte ich entschieden? Wenn nein, warum nicht? Dragnic zeigt auch schon im Erstlingswerkt ihr ganz eigenes Können mit der Sprache umzugehen (auch wenn ich persönlich finde, dass es im 2ten Roman noch ausgegorener ist). Die Charaktere sind gut gezeichnet, bis zum Nebenprotagonisten kann man sich jede Person vorstellen, auch das kleine Dorf am Meer irgendwo in Kroatien zeichnet in den Gedanken viele Konturen. Einzig was man Dragnic vorwerfen kann, ist, dass sie manchmal zu dick aufträgt; die Geschichte manchmal zu kitschig, zu vorprogrammiert wirkt. Aber das wäre Jammern auf hohem Niveau.

Fazit: Mit Dora und Luka hat Dragnic ein Liebespaar geschaffen, wie es seit Romeo und Julia kaum mehr eines gab. Herz, Schmerz, Melodram, ausdrucksstarke Sprache und Charaktere, das Meer in seiner einzigartigen formvollendeten Art, bis hin zu den eigenen fragenden Momenten im eigenen Leben ist alles vorhanden. Dragnic Debütroman hat alles was er brauchte: eine wunderbare Geschichte, eine mediale Aufmerksamkeit und viele Leser. Das es ein bisschen zu viel Kitsch ist und manchmal etwas aufgesetzt wirkt, verzeiht man am Ende Dragnic mit einem seufzenden Lächeln und bedauert, dass noch kein 3tes, 4tes oder 10tes Buch von ihr am Markt ist!
Viel Spaß!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glänzend formuliert, 30. Januar 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Jeden Tag, jede Stunde: Roman (Taschenbuch)
Der Titel stand lange auf meiner Wunschliste. Begeisterte Rezensionen hatten mich neugierig gemacht. Und da es allein hier schon über 60 Buchbesprechungen zu "Jeden Tag, jede Stunde" gab, war für mich auch klar, dass ich zu dieser Liebesgeschichte nichts schreiben würde, denn bestimmt ist bereits alles irgendwie gesagt worden. Endlich mal ein Buch, das ich nur zu lesen brauchte! Das mich entspannen und unterhalten sollte. Rotweinlektüre.

Der Roman um diese außergewöhnliche Liebe hat mich allerdings nicht bloß unterhalten, er hat mich ergriffen und beeindruckt. Nicht in Ruhe gelassen! Es wäre schade, würde ich das Buch hier verschweigen. Glänzend formuliert in einer lebendigen, bildhaften Sprache, die die Spannung jederzeit aufrecht erhält - zudem mit allerlei Mut zur Spielerei und zum Risiko, denn so zu schreiben traut sich nicht jede. Die Handlung ist ohnehin am Rande der Realität, aber unheimlich schön. Die Zeitsprünge sind von Natasa Dragnic geschickt gewählt, die viereinhalb Jahrzehnte werden anschaulich beschrieben und sehr oft hat man das Gefühl dabei zu sein: im hektischen Paris, im kroatischen Fischerdorf, am Strand. Dabei zu sein in den Ausstellungen und vor allem in den zahlreichen Liebesnestern von Dora und Luka. Leidenschaftliche, schwitzende, nimmer satte Körper, dazu noch Nerudas wundervolle Lyrik, eine mehr als geschickte Verknüpfung!

Dora und Luka treffen sich, nachdem sie als Kinder durch den Umzug von Doras Eltern nach Frankreich getrennt wurden, rein zufällig bei einer Ausstellung in Paris wieder. Beim Lesen fragte ich mich, warum die jüngere, aber stärkere und reifere Dora sechzehn Jahre verstreichen ließ und nichts unternahm, um Luka zu treffen. Denn gedanklich waren sie nie getrennt! Auch das widersprüchliche, manchmal ängstliche, manchmal egoistische Verhalten von Luka ist nicht immer nachvollziehbar. Er wirkte auf mich, wenn auch von Natasa Dragnic bestimmt unbeabsichtigt, wie ein Autist, was wiederum einiges erklären würde. Trotz gewisser Ungereimtheiten ist "Jeden Tag, jede Stunde" absolut herausragend. Das Buch bietet ein Höchstmaß an Überraschungen, Witz, Ideenreichtum und sprachlichen Raffinessen. Erreichen auch Dragnics folgende Titel diese Qualität, sind wir um eine große Autorin reicher.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei füreinander bestimmt, 2. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Jeden Tag, jede Stunde: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dies ist die anrührende Geschichte von Dora und Luka. An ihrem ersten Tag im Kindergarten lernt die kleine Dora den drei Jahre älteren Luka kennen. Die gegenseitige Anziehungskraft ist unwiderstehlich. Die beiden Kinder verbindet von der ersten Stunde an ein festes Band. Nahezu unzertrennlich verleben sie einige Jahre ihrer glücklichen Kindheit in der kleinen, am Meer gelegenen, kroatischen Stadt Makarska.

Doch dann entscheiden Dora's Eltern nach Frankreich, Paris, überzusiedeln. Der Trennungsschmerz scheint unüberwindbar. Doch die lebenslustige, neugierige Dora arrangiert sich irgendwie mit der neuen Situation. Rasch lernt sie die neue Sprache, findet neue Freunde und lässt sich später ,wie erträumt, zur Schauspielerin ausbilden. Doch tief in ihrem Inneren kann sie Luka nicht vergessen, sie ist lediglich eine Meisterin im Verdrängen. Der stillere Luka hat es schwerer. Er fühlt sich einsam und verlassen, denn auch sein Vater ist gegangen und seine Mutter stirbt. Nur seine jüngere Schwester Ana kann ihm etwas Halt geben. Und schließlich findet auch er seinen Weg. Er lebt seine Leidenschaft und wird Maler.

Und seine Bilder führen ihn nach Paris. Ein Freund organisiert dort eine Ausstellung für ihn. Bei der Eröffnung traut er seinen Augen kaum : Dora steht vor ihm. Es ist wie beim ersten Mal im Kindergarten, sozusagen ein déjá-vu . Es ist als wären keine 16 Jahre vergangen. Die beiden verbringen abermals eine glückliche Zeit. Doch das Schicksal schlägt erneut erbarmungslos zu. Aber Dora gibt nicht auf. Trotz aller Versuche zu vergessen, sind sie durch Zeit und Raum verbunden.

Diese wunderschöne, aber auch traurige Liebesgeschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen.

Der Schreibstil ist zwar zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich erst einmal " eingelesen " hat, liest sich das Buch flüssig. Die Sätze sind häufig sehr kurz, wie abgehackt und stakkatomäßig. Und dann gibt es hin und wieder auch regelrechte Bandwurmsätze ohne Punkt und Komma. Ebenso wechselt die Erzählperspektive häufig zwischen der Sicht Dora's einerseits und der von Luka andererseits hin und her. Auch das erste Kapitel ist zunächst etwas verwirrend, da es eigentlich das vorletzte ist. Aber, wie gesagt, wenn man sich auf diese zwar ungewöhnliche, nichtsdestotrotz aber wunderschöneSprache einlässt, kann man sich dem Sog nicht mehr entziehen.

Man liebt, hofft und leidet mit den beiden Hauptprotagonisten und kann nicht schnell genug erfahren, was das Schicksal für sie bereithält.

Ich kann diese bittersüße Liebesgeschichte nur weiterempfehlen. Sie ist richtig was fürs Herz ,ohne kitschig zu sein.
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Jeden Tag, jede Stunde: Roman
Jeden Tag, jede Stunde: Roman von Natasa Dragnic (Gebundene Ausgabe - 21. Februar 2011)
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