Kundenrezensionen


5 Rezensionen
5 Sterne:
 (4)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitgeschichte, Zeitreise, zeitlose Weisheit, 23. September 2010
Von 
Mathias Tietke (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Meine asiatische Reise: Fotografien und Texte aus einer Welt, die es nicht mehr gibt - Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)
Die von Folco, dem Sohn Tiziano Terzanis, zusammengestellten Fotos und Texte machen vertraut mit einer Welt, die es so nicht mehr gibt. Und ganz gleich, ob es sich um das Vietnam der frühen 70er, um China Anfang der 80er Jahre, um die Sowjetunion in der Wendezeit (1989 -1991) oder um Indien Ende der 90er Jahre handelt, was Tiziano Terzani mit seinen Beschreibungen und mit seiner alten Leica in Schwarz-Weiß einfängt, ist alles andere als Schwarz-Weiß.

Mit Moment-Aufnahmen vom Alltag in Asien und mit wenigen Sätzen gelingt es ihm, die LeserInnen und die BetrachterInnen der Fotos in das jeweilige Land und in die jeweilige Zeit hinein zu versetzen und durch eine Mischung aus zugewandter Offenheit und kritischem Reflektieren sowohl ein Gefühl als auch Verständnis für die Lebensumstände und die politische Situation dort zu entwickeln.

Der Bogen spannt sich vom Alptraum des kommunistischen Chinas ("Tatsächlich ist China nicht mehr China, seit Mao, dieser Verbrecher, die Wurzeln jener uralten Kultur ausgerissen hat.") bis zur einzigartigen "Schatztruhe der Menschheit, (...) vollgestopft mit Geschöpfen aus allen Epochen und Kulturen, die noch nicht vom Leben in der Stadt geschwächt, die noch nicht vom Fortschritt gezähmt und verbogen sind." (Indien)
Dazwischen liegen Stationen wie Tibet, Japan, die Philippinen und Mustang.

Und das Buch endet mit Farbaufnahmen (von seiner Frau Angela) und Impressionen aus dem Himalaja, wo Tiziano Terzani am Ende seines Lebens konstatiert: "Ich spüre, dass mein Leben dem Ende zu geht und doch nicht endet, denn es ist Teil des Lebens all dieser Bäume, des Lebens an sich. Wie schön, sich im Leben dieses Kosmos aufzulösen und Teil des Ganzen zu sein."

Und der Sohn konstatiert im Nachwort: "Fotos, das ist das Schöne an ihnen, sind keine abstrakten Ideen oder Erfindungen. Sie sind etwas ganz Konkretes. Genau so ist die Welt gewesen. Jedenfalls für einen Moment."

Ein inspirierendes, wundervolles Buch!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein seine Reportagen ("Asien mein Leben") wunderbar und eindrücklich ergänzender Bildband aus dem dem Nachlass Terzanis, 27. September 2010
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Meine asiatische Reise: Fotografien und Texte aus einer Welt, die es nicht mehr gibt - Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)
Fünf Sprachen hat er fließend gesprochen, jener außergewöhnliche politische Journalist Tiziano Terzani, der 2004 einem Krebsleiden erlag. Über viele Jahre hat er als Korrespondent des SPIEGEL in den verschiedensten asiatischen Ländern gelebt und mit seinen Reportagen aus diesen Ländern, die mitten in eine große Zeit der Umwälzung in diesem Teil der Erde fielen, das Bild Asiens bei uns wesentlich mitgeprägt.

Vielen Menschen ist er 2007 zusätzlich bekannt geworden durch sein Buch "Das Ende ist mein Anfang", das völlig unerwartet zum Bestseller avancierte. Die Menschen, die ihn da kennen gelernt haben, fanden in dem 2008 von seiner Frau Angela Terzani Staude und seinem ehemaligen Kollegen beim SPIEGEL, Dieter Wild edierten Buch die Gelegenheit, Tiziano Terzanis journalistisches Schaffen zu würdigen.

Seine Reportagen aus Ländern, die zum Zeitpunkt ihrer Entstehung zum Teil noch ziemlich verschlossen waren für den Westen, gehören nicht nur zum Besten, was der politische Journalismus in den letzten Jahrzehnten in Deutschland zu bieten hatte, sondern sind auch eine ganz hervorragende und nach wie vor aktuelle Einführung in die Geschichte und die Kultur der Länder, die er bereist und in denen er teilweise über Jahre auch selbst gelebt hat.

Die in dem Buch versammelten Reportagen umfassen einen Zeitraum von 1975, dem Sieg der Kommunisten in Vietnam und dem Rückzug der Amerikaner bis zum Jahr 1996.
Die meisten Reportagen stammen aus China, jenem riesigen Land, das in diesem Zeitraum eine ganz besondere Entwicklung erfuhr. Wir erfahren viel über die Kultur Chinas, seine konfuzianischen Wurzeln , aber auch von Minderheiten, wie etwa der muslimischen Volksgruppe der Uiguren.

Besonders erschüttert hat mich sein Bericht über den Genozid Pol Pots an seinem eigenen Volk in Kambodscha. 1984 wird Terzani aus China ausgewiesen, weil er den dortigen Machthabern zu unbequem geworden war, ein Schicksal, das seither viele andere ähnlich engagierten Journalisten in China geteilt haben, wie etwa Georg Blume.

Das Buch ist eingeleitet von einem Aufsatz der beiden Herausgeber und mit 26 Fotos versehen, die den Autor an verschiedenen Plätzen seines Wirkens zeigen.

Das Lebenswerk Tiziano Terzanis ist ein beredtes Beispiel dafür, wie wichtig ein unabhängiger politischer Journalismus in dieser Welt ist, und wie wenig er von den Machthabern, nicht nur in China geschätzt wird. Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, aktuell etwa unter vielen anderen Carolin Emcke, die sich oft unter höchsten Gefahren an die Schauplätze der Geschichte begeben und von dort berichten.

Nun hat DVA aus dem Nachlass des großen Reporters umfangreiches Bildmaterial veröffentlicht. Der vorliegende, prächtig ausgestattete Band illustriert das vorher ausführlich erwähnte Buch auf das Beste. Wem in der Buchhandlung zunächst der Bildband in die Hände fällt, sei auf die soeben erschienene Taschenbuchausgabe seiner unvergessenen Reportagen unter dem Titel "Asien mein Leben" hingewiesen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitzeugnisse, einer asiatischen Welt, die es so heute nicht mehr gibt..., 25. September 2010
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Meine asiatische Reise: Fotografien und Texte aus einer Welt, die es nicht mehr gibt - Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)
Wir tauchen ein in ein dokumentiertes Leben, das gut 30 Jahre eines Korrespondenten zeigt, der Anfang der siebziger bis Ende der neunziger Jahre für das Spiegel-Magazin gearbeitet hat. Auch wenn Tiziane Terzani (1938-2004) gegen Ende seines Lebens, keine Energie mehr aufbringt, Ordnung in seine Berge von Foto's und Kontaktstreifen zu bringen, setzt er sich vor seinem Tod mit seinem Sohn Folco zusammen, um ihm eine systematische Katalogisierung zu überlassen. Daraus entstanden, ist ein beeindruckender Fotoband, mit ausgesuchten kurzen Texten, die aus veröffentlichten Büchern und unveröffentlichen Schriften, etwa seiner unveröffentlichten Tagebücher, passender und authentischer nicht sein könnten.

In chronologischer Ausrichtung, bekommen wir Einblick in Vietnam Anfang der siebziger Jahre, China Anfang der achtziger Jahre, dessen Buchanteil am Grössten ist, und ein gutes Drittel des gesamten Buches einnimmt, Tibet in den achtziger, Japan zwischen 1985-1990, dessen Anteil am Kleinsten ist, der Sowjetunion von 1989-1991, das tropische Asien, 1972-1994, gemeint sind damit die Philippinen, Kambodscha, Indochina, Thailand, Luang Prabang, dem Flussdelta Mekong, Mustang, 1995, ein ehemaliges Königreich im Himalaya, das heute zu Nepal gehört, Indien 1994-2000 und schliesslich der Himalaya 2000-2004, in dessen Schlusskapitel ich mich bei der Durchsicht des Bandes gleich verliebt habe..denn es ist mit Farbfotographien und einem wunderschönen Aquarell des Autors versehen..

Der Band beginnt mit Vietnam, Terzani erlebt das Ende des Krieges, die Revolution in Indochina. Der damalige junge Journalist, eben erst in Vietnam angekommen, war erschüttert vom Krieg, von den Toten am Strassenrand. In Negativ-Bögen, sieht man verkleinert Tote im Krieg- Folco Terzani entscheidet sich jedoch, diese Bilder nicht der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und nimmt diese nicht im Buch auf. Dazu schreibt er: "Diese Foto's kann man jedoch kaum zeigen, sie sind der reine Horror..Er fotografierte ohne jeden künstlerischen Anspruch, nur von der Fassungslosigkeit geleitet, dass es so etwas wirklich gibt.."

Den grössten Seitenanteil nimmt China ein, das ein China Anfang der achtziger Jahre zeigt, ein Fotoband, mit excellenten Schwarz-Weiss Aufnahmen, die teilweise auch seine Kinder und seine Frau zeigen. Spätestens hier merkt man, dass dieses Buch unter die Haut gehen kann. Terzani gibt einen Einblick in dieses Land, wie wir es uns kaum vorstellen können. Er schreibt: "Ich gab die Suche nach den neuen Menschen auf, als mir klar wurde, dass es in China einen alten Menschen gab, einen wunderbaren Menschen mit einer überwältigenden Kultur. Also begann ich diesen Menschen nachzuspüren und dem, was von diesem grossartigen alten China geblieben ist.." Ein Freund rät ihm.."Hör auf, dich wie ein Chinese zu kleiden und mit dem Fahrrad durch die Gegend zu fahren, sonst hält dich die Polizei noch für einen Spion.." Man kann ein wenig vom Kommunismus wahrnehmen: "Erst kamen die Kollektive, dann die Volkskomunen. Damit verschwanden auch die letzten Spuren von Privateigentum. Gemüsegärten und Hoftiere, wie Hühner und Schweine, übergab man dem Staat. Dorfmärkte und Jahrmärkte wurden verboten. Der Kommune gehörte alles, sie wachte über jeden Menschen jedes Ding." Terzani selbst kommt in Kontakt mit dem Polizeistaat, wird verhaftet, verhört, in die Umerziehung geschickt und schliesslich des Landes verwiesen. Ein beeindruckendes Zeugnis über China, das China-Liebhaber ansprechen könnte.

Terzani erzählt von einer alten Frau, die er auf dem Lehmboden des Marktes von Hunyuan sieht, sie verkauft dort Schildkröten, erzählt den Leuten vom Ursprung dieses Tieres: "Die Schildkröte kennt die Geheimnisse des Himmels und der Erde.." sagt sie und zeigt auf den geheimnisvoll gemusterten Panzer. "Präsident Mao mag den Fluss Lauf der Flüsse verändert und Berge versetzt haben. Den Panzer der Schildkröte aber hat er nicht zu ändern vermocht." Die Menge lacht.

Ein Buch das von Menschen, vor allem von Menschen, von Natur, von Schicksalen, von Schauplätzen, Lebensplätzen, Ruinen, Bäumen, Gesichtern, dem Alltäglichen, von einem Leben jenseits von Europa erzählen, in einer Art, wo man mehr von diesem Menschen Terzani lesen will und bereits nach anderen Buchveröfftentlichungen liebäugelt, weil man von diesen kostbaren Texten und dem wie sie einen im Innern treffen können, nicht mehr entziehen kann. Ein überaus lesenswertes Buch, wo man sich gerne an einem Herbstabend zuhause in jene ostasiatische Welt entführen lässt, um jene Lebensessenz einzufangen, auf der Terzani sein Leben lang auf der Suche war. Die Foto's auf der Innenseite des Umschlag's sind so interessant, man wünschte sich, sie alle hätten mehr Platz in dem Band bekommen. Ein Buch das einlädt, an jenen Orten zu verweilen, einen Moment still zu werden, um jene Momente aufzunehmen, von denen Terzani in einer betrachtenden Art und Weise dem Leser etwas näher bringt, das so weit weg und trotzdem so nah erscheint..

Ganz besonders eindrücklich empfinde ich, wie dieser Mensch, sich am Lebensende im Himalaya zurückzieht, um die Begegnung mit sich selbst zu suchen. Er schreibt:"Vom Rest der Welt abgeschnitten, bin ich dort ausschliesslich mir selbst nachgegangen und habe endlich für einen Moment den Hauch des Jenseits gespürt...Ich lebe zurückgezogen in einer Hütte im indischen Himalaya..Wenn ich schreibe, sitze ich auf dem Holzfussboden, ein Sonnenkollektor speist meinen kleinen Computer, Wasser schöpfe ich aus einer Quelle, an die auch die Tiere des Waldes kommen, manchmal sogar ein Leopard. Reis und Gemüse bereite ich mir auf meinem Gaskocher zu und achte dabei darauf, das benutzte Streichholz nicht fortzuwerfen. Alles hier ist knapp, nichts wird verschwendet. Man lernt schnell, auch die kleinsten Dinge ihren Wert beizumessen..Es ist schön in einem alternden Körper zu leben. So kann ich die Berge betrachen, ohne sie besteigen zu wollen. Als junger Mann hätte ich den Wunsch gehabt, sie zu bezwingen. Nun kann ich mich von Ihnen bezwingen lassen.."

Fazit: Ein Buch voll reicher Momentaufnahmen der Welt, von einem Menschen der ein reiches Leben erlebt hat, versucht hat, die Welt und dessen Atmosphäre in Wort und Bild einzufangen. Ein Korrespondent, der irgendwann einsah, dass die Momente und Plätze nach denen er suchte, etwas wiederspiegelten, was er in sich selbst zu finden begann. Seine Texte und Fotographien, sind nichts Künstliches, oder gar Abstraktes, sie sind konkrete Momente, wie sie wirklich erlebt wurden. Er schreibt:"Ich spüre, dass mein Leben, dem Ende zugeht und doch nicht endet, denn es ist Teil des Lebens all dieser Bäume, des Lebens an sich. Wie schön, sich im Leben dieses Kosmos aufzulösen und Teil des Ganzen zu sein."

Empfehlung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen top buch, 25. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Meine asiatische Reise: Fotografien und Texte aus einer Welt, die es nicht mehr gibt - Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)
wunderbares buch, weckt viele erinnerungen an längst vergangene zeiten, im guten wie im bösen

interessant sind die texte: im kapitel Vietnam noch bedingungsloses schwärmen für die roten, in china dann wenige jahre später der blick hinter die kulissen und die ernüchterung.

nur schade das die druckqualität so lieblos ist, diesem schatz nicht im geringsten angemessen. die abblidungen sind sehr flau, details verschwinden.

aber dennoch: für jeden der sich für Asien und/ oder zeitgeschichte interessiert ist dies ein absolutes muß
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen empfehlenswertes Buch, 24. Februar 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Meine asiatische Reise: Fotografien und Texte aus einer Welt, die es nicht mehr gibt - Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Zusammenstellung und den Inhalt des Buches finde ich sehr gut gelungen, nur leider ist das Papier nicht geeignet. FSC-Siegel ist eine gute Sache, aber die Fotos können so nicht ihre volle Kraft entfalten. Bei einer Neuauflage empfehle ich, eine andere Papiersorte zu wählen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Meine asiatische Reise: Fotografien und Texte aus einer Welt, die es nicht mehr gibt - Ein SPIEGEL-Buch
EUR 24,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen