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am 28. Januar 2013
Es ist eine Zeitreise in ganz besonderem Sinne, die Peter Merseburger mit dieser Biographie des ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland vorlegt. Nicht nur, dass zum ersten Mal ein „klassischer Bildungsbürger“ das höchste Amt eines deutschen Staates innehatte, nicht nur, dass in Heuss ein „Moderner“ und „fortschrittlicher Liberaler“ die „neue Zeit“ für Deutschland nach den unsäglichen Verbrechen und dem Grauen des zweiten Weltkrieges an der Spitze des Staates anführte. Vor allem gilt in diesem Blick zurück und in der Person Heuss eine Besinnung durchaus auf Grundlagen von Demokratie und politischen Problemlösungsstrategien, die in ihren Werten und Handlungen intensiv mit aktuellen Problemen korrespondieren.

Stehen Fragen nach Ethik und Verantwortung, nach politischer Vision und persönlichen Werten in der aktuellen Diskussion ganz oben auf der Tagesordnung, verbunden mit einem mehr und mehr kritischen Blick auf den „Homo Politicus“ selbst (es ist müßig, die Skandale, Skandälchen und offenkundigen Egoismen politisch Handelnder erneut ins Bewusstsein zu rücken), so lohnt der Blick auf Theodor Heuss ungemein. Als Vorbild politischen Stils und Handelns, als werteorientierte Verantwortlichkeit, die in der Person des ersten Bundespräsidenten einen nicht unerheblichen Teil zur Stabilisierung der jungen Republik und ihrer schnell wachsenden Reputation beigetragen hat. Im Gesamten der Lektüre erfährt der Leser einen intensiven und sorgfältig recherchierten Blick auf eine vergangene Person, die in ihrer Haltung und politischen Verantwortlichkeit über die Zeiten hinweg einen wertvollen Maßstab auch für die aktuelle politische Haltung und Verantwortlichkeit wirft. Und durchaus zu einer kritischen Hinerfragung an aktuell politisch handelnde Personen geradezu einlädt.

Haltung und Handlungen zu einer Zeit, in der, wie Merseburger treffend feststellt, „Demokratie für die Mehrheit der Deutschen damals keineswegs ein positiv besetzter Begriff war“ (zu verstehen auf dem Hintergrund der Erfahrungen in und mit der Weimarer Republik, eine politisch prägende Zeit natürlich auch für Heuss, wie Merseburger vor Augen führt).

In großer Ruhe und jederzeit in flüssigem Stil legt Merseburger den Lebensweg und die Prägungen Heuss' vor Augen. Vom Privaten (ein Blick auf die Ehe öffnet auch den Blick auf einen „Mann nicht der Brüche, sondern der stetigen Entwicklung“. Ein „Verstandesmensch“, der aus Überzeugung heraus große Freiheit auch im engsten Privaten zu geben bereit war. Durchaus spannend liest sich das Verhältnis zu seiner Frau, die ihm nicht nur drei Jahre im Lebensalter voraus hat, sondern auch in Bezug auf den Reifegrad und die gesellschaftliche Position im in den Anfängen weit voraus scheint), vom Beruflichen (in seiner journalistischen Tätigkeit, Anfangs vor allem im Umfeld Naumanns) hin zum sich (langsam, aber stetig) entwickelnden politischen Denken und Handeln.

Einer aus der „schwäbischen Provinz“ (und von dieser Heimat auch innerlich geprägt) hin zum höchsten Amt im Staate unter Entwicklungen durch Höhen und tiefe Tiefen der Zeitgeschichte. Auch dies von Merseburger umfassend dargestellt mitsamt reflektierenden Hinweisen auch auf Fehler und Fehleinschätzungen durch Heuss (z.B. im Rahmen des „Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften, nichts anders als erste, frühe Versuche der Zensur im Weimarer Deutschland). Fehler, aus denen Heuss, wie es ihm eigen ist, stetig und ständig lernt (wie auch aus seiner Fehleinschätzung, dass der Weg Hitlers zu Ende sei (Ende 1932) und, vor allem, in seiner Zustimmung zum „Ermächtigungsgesetz“).

Wobei Heuss gerade in diesen Jahren immer mehr Journalist denn Politiker blieb und sehr wohl die „Kraft des Wortes“ entfaltete und nutzte, die ihm nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten letztlich einziges Mittel der Macht war. Ein Mittel, dass er in souveräner Weise zu nutzen verstand, ohne intellektuelle Überheblichkeit auszustrahlen. Einer, der volksnah war und doch nicht volkstümlich, der Wege weisen konnte mit der Kraft eigener Überzeugung und Werte, der aber ebenso die Gabe besaß, die Menschen auf diese Wege auch mitzunehmen.

Interessant, sachlich und gut lesbar versteht es Merseburger, die Lebensstationen des Mannes nachzuzeichnen, die prägende Elemente darzustellen und die Essenz des journalistischen, vor allem aber politischen Wirkens vor Augen zu führen und die dahinter liegenden Werte und aufrechten Überzeugungen zeitlos zu benennen. Eine in Thema und Form sehr empfehlenswerte Biographie.
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Das umfassende Werk Merseburgers ist weit mehr als nur eine Biographie. Es ist ein Gemälde der liberalen Strömungen und Parteien vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus bis in die Bundesrepublik hinein. Die bewegte Geschichte des Liberalismus in Deutschland wird ausführlich und in ihrer gesamten Widersprüchlichkeit zwischen Kaisertreue und Demokratie, zwischen Progressivität und Antisemitismus nacherzählt. Ist Heuss anfangs noch ein junger Teilnehmer dieser historischen Vorgänge, entwickelt er sich zum Gestalter.

Merseburger räumt dem Umfeld des späteren Bundespräsidenten viel Platz in seinem Werk ein. Die zahlreichen Vereinigungen und Parteien, denen Heuss im Laufe seines Lebens angehörte, werden zwar ausführlich, aber nie langatmig dargestellt und helfen so, nicht nur Heuss, sondern auch seine Zeit besser zu verstehen.
Dabei bleibt das Individuum Heuss leider etwas zurück. Zwar wird gelegentlich aus seinen Briefen zitiert, doch wird den Gedanken Heuss, die Einschätzungen, mit denen er seine Mitstreiter und Konkurrenten bedachte, wenig Raum zugestanden. Hier wäre ein stärkerer Fokus auf die Person und den Privatmenschen Heuss wünschenswert gewesen.

Bemerkenswert ist der Schreibstil des Autors: Selbst bei dem Beschreiben von wenig spannenden Sachverhalten wie Organisationen, Statuten und Problemen - beispielsweise des Deutschen Werkbundes, dem Heuss als Geschäftsführer diente - wird der Leser mitgenommen und das Interesse bleibt an den dargebotenen Informationen bestehen.
Der für seine Biographien bekannte und geschätzte Peter Merseburger hat eine wichtige und der Person Heuss angemessene Lebensbeschreibung vorgelegt, deren Lektüre nur als Bereicherung empfunden werden kann.
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TOP 1000 REZENSENTam 28. Januar 2013
Geschichte, wie sie wirklich war

Merseburgers umfassende Heuss-Biographie ist gleichzeitig eine sehr klare und objektive Geschichte der letzten 100 Jahre. Durch sie wird verständlich, welches Glück Deutschland nach der NS-Katastrophe mit zwei so hervorragenden Menschen an der Spitze des 1949 neu gegründeten Staates hatte: Heuss als Autorität und Adenauer als Vertreter der Macht. Neu entstehende Demokratien brauchen anfangs für die richtigen Weichenstellungen Autorität und Führung.
Eingangs erwähnt Merseburger, Heuss wäre unter Politikern, die nach der NS-Zeit geboren wurden, nie Bundespräsident geworden, hatte er doch der Selbstentmachtung des Parlamentes beim Ermächtigungsgesetz zugestimmt. Nach der NS-Zeit Geborene sind kaum in der Lage, das Verhalten der Menschen in einer brutalen Diktatur richtig zu sehen und zu beurteilen. Merseburger, Jahrgang 1928, zählt zu den geeignetsten und unverdächtigsten Zeitzeugen. Diese Menschen so zwischen den Jahrgängen 1920-1930 haben Hitler nicht gewählt, waren zu jung, um für Verbrechen verantwortlich zu sein, aber sie haben voll bewusst das Ende der Weimarer Republik und die gesamte NS-Zeit erlebt und können unbefangen über diese Zeit berichten.
Merseburger sorgt dafür, dass dieser bedeutende Bundespräsident nicht vergessen wird und korrigiert auch das leicht verkitschte Bild vom ‚Papa Heuss‘, der in Wirklichkeit ein höchst gebildeter Mensch war. Nach dem Grundgesetz kann ein Bundespräsident nur durch das Wort wirken, und hier hat Heuss unglaublich viel geleistet, um Verzerrungen der Vergangenheit zu korrigieren, die Verantwortung für Verbrechen der Vergangenheit zu schärfen, das demokratische Bewusstsein zu gestalten.
Ungefähr die Hälfte des Buches umfasst die Jahre von 1884 bis kurz vor 1933. Hier begegnen wir einem früh schon engagiert journalistisch und politisch tätigem Menschen, der sehr früh schon Kontakt mit wichtigen und bedeutenden Menschen hatte. Der junge Heuss ist durch Naumann stark national, liberal und sozial geprägt. Für historisch nicht sonderlich interessierte Leser mag das alles etwas langatmig sein, ein bisschen ‚Schnee von gestern‘. Für jeden aber ist das unglaublich rasche Zerbrechen der Demokratie und das Entstehen einer brutalen Diktatur höchst aufschlussreich. Allein die Umstände, wie es zum Ermächtigungsgesetz kam, sind hier äußerst packend dargestellt. Heuss litt später unter seinem damaligen Verhalten. Aber jeder unbefangene Leser wird sich fragen müssen, wie er sich selbst in der damaligen Situation verhalten hätte. Selbst die Ambivalenz zwischen angepasstem Verhalten und stillem Widerstand wird verständlich.
Und wer zuweilen mit Zuständen der Bundesrepublik heute nicht einverstanden ist, dessen Verständnis dürfte größer werden, wenn er liest, warum und auf welch kompliziertem Wege viele Entscheidungen damals getroffen wurden. Der dritte Bundespräsident Heinemann (SPD) war ursprünglich Mitglied der CDU. Um 1949 herum warnte er noch vor der unchristlichen FDP und SPD. All das ist nur aus der damaligen Situation verständlich, sollte uns heute aber nachdenklich machen. Merseburgers Buch kann man nur bestens empfehlen.
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Es ist ein Glück, dass Peter Merseburger trotz seines hohen Alters noch diese ausgesprochen ansprechende Annäherung an die Person und Position Theodor Heuss (1884-1963) vollenden konnte.
Auf nahezu 700 Seiten wird vielseitig und fair vor Augen geführt, vor welchen Hintergründen und Herausforderungen sowohl der junge Heuss als auch der ältere Heuss standen und was sie geprägt haben.
Die Sprache Peter Merseburgers ist dabei von einer lesefreundlichen Natürlichkeit, die sich mit festlegenden Beurteilungen zurückhält, aber dennoch Einschätzungen zur Sprache bringt, die nachdenklich machen und Verständnis wecken.

Es ist besonders interessant, die philosophischen, politischen und theologischen Prägungen des Politikers und Journalisten Theodor Heuss wahrzunehmen, die der Autor solide zum Tragen bringt. Von daher ist es gut und richtig, dass gut die Hälfte des Buches sich mit der Zeit von 1864 bis 1933 beschäftigt und Theodor Heuss somit nicht auf seine Zeit als Präsident der Bundesrepublik Deutschland (1949-1959) beschränkt wird.

Die feinfühligen bis fantastischen Formulierungen des Biographen lassen ahnen, warum Theodor Heuss zu Sätzen wie bei seinem Amtsantritt in der Lage war: "Im Bewusstsein meiner Verantwortung vor Gott trete ich dieses Amt an. Indem ich es übernehme, stelle ich dieses Amt und stelle unsere gemeinsame Arbeit unter das Wort des Psalmisten: "Gerechtigkeit erhöhet ein Volk."

Überaus empfehlenswert!
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So eine Biographie birgt immer die Gefahr in sich, den zu Beschreibenden als Ikone abheben zu lassen. Erinnern wir uns, Heuss war der erste Bundespräsident der jungen BRD. Das Volk brauchte einen Papa der alles zusammenhielt. Das Volk liebte ihn, weil er nicht einer war, der gestochene, sauber gefeilte Reden hielt, sondern weil Heuss in Geschichten und Anekdoten zum Volk sprach und so immer wieder Wissen und Einsichten übermittelte. Was ihn vielleicht zu heutigen Präsidenten unterscheidet, er suchte den Bevölkerungskontakt, sprach nicht nur auf großen Empfängen.

Der bereits erfahrene Biograph Peter Merseburger, hat eine wunderschöne Biographie über Heuss vorgelegt. Man kann auf diesen Präsidenten nur im Zusammenhang mit der jungen Bundesrepublik schauen und genau dies hat der Autor auch getan. Heuss ist dabei zum Glück nicht zu Ikone geworden. Wer weiß ob er heute überhaupt auf diesen Posten gelangt wäre, ob er es überhaupt noch gewollt hätte.

Auf 605 Textseiten stellt der Autor die wichtigsten Stationen von Heuss dar und beschreibt sehr gut welche Entwicklungen er genommen hat. Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen, weil es dicht verknüpft mit der deutschen Geschichte ist, weil ich vielen anderen Persönlichkeiten begegne und weil Merseburger sehr behutsam Theodor Heuss in allen seinen Lebenssituationen in seinem Kontext wahrnimmt.

Für Geschichtsfreunde sehr zu empfehlen!
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am 23. Dezember 2013
Das Buch finde ich sehr interessant - in der Schule wurde ich immer Theo gerufen - da hatte ich meinen Spitznamen weg ! Sehr zu empfehlen !!
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