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am 19. November 2013
Literaten waren die Autoren der Antike, nicht Historiker.

Auf diese wichtige Unterscheidung gründet Martin Zimmermann als eine der wichtigsten Grundsetzungen viele seiner Thesen und Betrachtungen der „Gewalt in der Antike“. Denn, so Zimmermann, sei es Nero oder Caligula, sei es Gilgamesch oder die persischen Könige, seien die Helden von Troja oder die Götter der Griechen, immer steckt in den Überlieferungen auch ein gehöriges Stück „pädagogischer“ oder „literarischer“ Übertreibung in der Darstellung der Gewalt.
Um wichtige Erfahrungen eindrucksvoller zu gestalten, um das eigene Werk zu propagieren, viele Gründe findet und führt Zimmermann an.

Mit durchaus kritischer Distanz also wendet sich Zimmermann der Quellenlage zu und sieht diese nicht als feste und unverrückbare Darstellung von Tatsachen, sondern erörtert einzelne Überlieferungen immer auch differenziert im Kontext ihrer literarischen Entstehung. Darstellungen der Antike sind immer auch gestaltete „Erzählungen“ mit Eigeninteressen der Autoren oder mit wichtigen grundlegenden Aussagen der Legenden und Mythen versehen.

Beileibe nun aber ist es nicht so, dass all diese antiken „Gewalttäter“, Helden, Herrscher, Göttergestalten, Legionäre, römische Caesaren sanfte Lämmer gewesen wären.

„Das Leben in der Antike war hart“. Zimperlich oder zurückhaltend wurde nicht agiert, Folter und Kampf standen durchaus an der Tagesordnung. Aber eben nicht immer und zu jeder Zeit (Zimmermann spricht von den friedlichen Jahrhunderten Roms) und nicht immer in der dargebotenen brachialen Weise (was bei der ein oder anderen Überlieferung auch gar nicht gegangen wäre, wie Zimmermanns detaillierte Betrachtung eines vermeintlichen „Röstens der Feinde im Kampf“ aufzeigt).

Breit und vielfältig nun geht Zimmermann seiner Grundfrage nach, ob die Antike „ein (reines) Zeitalter der Gewalt“ gewesen sein und kommt zu dem Schluss, das dem nicht so gewesen ist. Das einerseits „Übertreibungen“ vorherrschen, andererseits aus dem Selbstverständnis der jeweiligen Zeiten heraus Gewalt einen ganz anderen (positiv besetzten) Stellenwert hatte als heute. Herrschaftszeichen, Sicherung des Herrschaftsanspruches, eher in diese Richtung ist nach Zimmermann die Gewalt in der Antike vielfach zu verstehen.

Da aber Zimmermann selbst mannigfaltige Beispiele, auch in illustrierender Bildform, zugleich mit anführt, ist dieses Ergebnis für den Leser doch zumindest zwiespältig. Denn alleine bereits die Darstellungen gewalttätiger Handlungen auf manchen Illustrationen im Buch zeigen eine Form und eine fast „Lust“ an der Gewalt auf, die der These Zimmermanns deutlich zu widersprechen scheinen.

Und dass der Mensch von Natur aus nicht unbedingt ein gewalttätiges Wesen sein, dem steht zu allen Zeiten die „Entfesselung“ von Gewalt fast diametral gegenüber. Das Quälen anderer scheint nicht nur ausgewiesenen Sadisten in enthemmten Situationen nahezuliegen, wie das dritte Reich, der Umgang Roms mit Kriegsgefangenen und viele andere Beispiele der Geschichte zeigen.

Um nicht missverstanden zu werden, Zimmermann führt all diese Dinge ebenfalls auf und beschönigt an vielen Stellen nichts
„... dass Gewalt im Alltag der antiken Zeitgenossen sehr gegenwärtig war“.
Den Schrecken erkennen, ja. Aber eben nicht mit den Worten beschreiben, welche die antiken Autoren benutzt haben. Das ist eines der Ergebnisse Zimmermanns und daher ist die Antike in seinen Augen keine sonderlich grausame Epoche.

Sehr detailliert und in die Tiefe gehend, sehr kleinteilig an manchen Stellen bietet Zimmermann einen durchaus hochinteressanten und teils „für gute Nerven“ dargelegten Lesestoff, bei dem der Leser ihm in seinen Schlüssen dann aber nicht unbedingt zu folgen vermag.
Da erscheint das Zitat von Susan Sontag, welches Zimmermann im Buch nutzt, den Kern des Themas eher zu treffen:
„Die Grausamkeit des Menschen zu leugnen oder auszublenden .... ist unreif“.
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am 1. Dezember 2013
Der Autor fängt erfreundlicher Weise bei seiner historischen Betrachtung der Gewalt bei der Frage an, wo "Gewalt" entsteht. Die Hirnchemie und der wissenschaftlich ermittelte Sitz der "Gewalt" im Gehirn hat sich seit im Verlauf der menschlichen Entwicklung kaum verändert. Daraus ist zu folgern, dass Gewalt seit der Zeit des Homo Sapiens immer ein menschliches Potential gewesen ist, denn grundsätzlich ist der Mensch ein Raubtier. Man muss sich auch immer vor Augen halten, dass die Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Das ist dem Autor auch weitgehend gelungen.

Gesellschaftliche Relevanz bekam die Gewalt bei der Bildung von Familien, Gemeinschaften, ersten Staaten. Durch das enge Zusammenleben musste ein Referenzrahmen geschaffen werden, innerhalb dessen zwischen legalisierter und illegaler Gewalt unterschieden werden musste. Diesen Referenzrahmen, der immer noch vorhanden ist, bilden zuerst mythische Erzählungen, die immer wieder abgewandelt und den sich entwickelnden Lebensbedingungen angepasst wurden. Das ist die Leistung der antiken Literatur. Sie führt von Mythischen Erzählungen von der Entstehung der Welt mitsamt der Götterkriege, des Gilgamesch Epos bis hin zu den verschiedenen Versionen der Ilias (in der Fassung Homers) und der Odyssee. Hier entstanden das Bild der Perserkriege (aus Sicht der siegreichen Griechen) und die drakonischen Bestrafungsszenarien der babylonischen, assyrischen und persischen "Rechtsprechung". Wobei anzunehmen ist, dass die aus heutiger Sicht vorgenommenen Körperstrafen in Ermangelung eines "Strafgesetzbuches" von der Bevölkerung als Sicherung des Rechtsfriedens wahrgenommen wurden. Wobei die schlimmsten Foltertode wohl nur in Ausnahmefällen verhängt wurden. Die griechischen Literaten haben wohl auch das etwas neben der Spur verlaufende Bild des Orients verbrochen.

Von der mythischen Erzählung in diversen Abwandlungen hin zu einer realistischen Geschichtsschreibung begann mit dem Peloponnesischen Krieg zwischen Sparta und dem attischen Bund. Zwar gilt Herodot als "Vater" der Geschichtsschreibung, aber Thukidykes und mit Abstrichen an die literarische Qualität auch Xenophon, die sich mehr an die tatsächlichen Gegenseiten hielten und nur "Lücken" mit Hörensagen auf.

Das Bild der Gewalt wurde auch in der römischen Rechtsprechung noch wirksam eingesetzt, um Verurteilungen bzw. Freisprüche zu erwirken. Wobei die vom Autor angeführten Greuelgeschichten im antiken Rom neben der allseits üblichen Propaganda auch einen realistischen Zweck verfolgten, den ich in der Darstellung vermisst habe: In der Antike kämpften vor allem Bürger, die sich die Kriegsausstattung auch leisten konnten. Um die römischen Kriege mit einer erforderlichen Anzahl von Soldaten auszustatten, mussten diese mit der Aussicht auf Beute und Plünderung erst einmal gewonnen werden. Dazu sind Geschichten von erfolgreichen Plünderungszügen, die die Kosten der einfachen Soldaten deckten und einen Gewinn versprachen, bestens geeignet. Allerdings müsste Rom insbesondere zu Zeiten der Punischen Kriege (Cannae!) und der verlustreichen Schlachten mit den Kimbern und Teutonen einen gewaltigen Blutzoll an ihrer besitzenden Klasse vor allem aus dem Kleinbauernstand leisten. Rom hatte auf einmal keine Soldaten mehr. Der Staat Rom hat es Gaius Marius zu verdanken, dem es gegen den Widerstand der herrschenden Klasse gelangt, vom Staat bezahlte und ausgerüstete Armeen aus römischen Proletariern aufzustellen, die dann allerding mehr ihrem Feldherrn folgten als den Befehlen des Senats. Auch das ist ein Grund, warum es zu den Exzessen in der römischen Kaiserzeit kam. Es erklärt auch das schiefe historische Bild von den Proskriptionen und Verfolgungen unter Marius und Sulla.

Was ich bei diesem Buch vermisst habe, sind die Erkenntnisse der modernen experimentellen Archäologie, die antike Geräte nach ihren Beschreibungen nachgebaut und getestet haben. Der Hinrichtungsbullenschmortopf von Pharsos gehört danach ins Reich der blühenden Phantasie, da dieses Gerät in der angeblichen Zeit seiner Entstehung schlicht nicht herstellbar war. Noch etwas habe ich vermisst, nämlich Hinweise auf physische Belege der Gewalt, wobei ich die Bildersteine doch eher ins Reich der Propaganda einordne.

Für Nicht-Gräkisten kommen bei weitem zu viele griechische Autoren und ihre Werke vor, die zum Teil auch noch wiederholt werden. Als literaturwissenschaftliche Betrachtung ist das sicher gelungen. Ich habe vieles als Längen empfunden.
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am 11. Dezember 2014
In seiner Publikation Gewalt: Die dunkle Seite der Antike" gibt Dr. Martin Zimmermann einen auf antiken Schriftquellen und Artefakten basierenden Einblick über das Verhältnis zur Gewalt und deren Darstellung in der klassischen europäischen, vorder- und kleinasiatischen Antike. Auf den Inhalt werde ich aufgrund bereits vorhandener (guter) Rezensionen nicht mehr explizit eingehen. Somit beschränke ich mich lediglich auf die Empfehlung des Buches für den geschichtlich interessierten Leser, welcher abseits populärwissenschaftlicher Veröffentlichungen sein Wissen über das Leben in der Antike vertiefen möchte. Zu berücksichtigen sei allerdings, dass ein gewisses altphilologisches und historisches Basiswissen vorhanden sein sollte, da sich ansonsten ein flüssiges Lesen als etwas schwierig erweisen könnte.
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am 19. April 2014
Hier wurde gut recherchiert ein Bild des Gewaltpotentials in der Antike gezeichnet, dass zu einigen verblüffenden Schlüssen veranlasste. So dass die Gräueltaten, die aus der Antike berichtet werden, doch gerne überzogen waren und ihre Ursache eher in einer recht eigenartigen "Berichterstattung" hatten. Natürlich ging es bei den Medern, Assyrern und und und recht rauh zu. Aber die täglichen Nachrichten aus Nigeria, Syrien usw. zeigen, dass der Mensch immer noch des Menschen Wolf ist. Für Geschichtsinteressierte ist dieses Buch sicher lesenswert.
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am 30. Juli 2015
Die griechischen Tyrannen, der "Cäsarenwahnsinn" eines Caligula, Nero oder Commodus - antike Gewaltherrscher und die Geschichte, die sich um sie ranken, üben bis heute auf Geschichtsinteressierte eine Faszination aus, die oft die "hellen" Seiten der antiken Geschichte, die positiven Aspekte überstrahlt.
Das Buch des Althistorikers Martin Zimmermann beschäftigt sich dabei weniger mit Gewalt im physischen Sinne; d.h. es geht ihm nur bedingt darum, ob etwa die Alltagsgewalt in der Antike höher war oder die Gewalt zu anderen Verhaltensweisen des Individuums geführt hat. Vielmehr ist es ein Werk über die Gewaltdarstellung, also wie vor allem die Geschichtsschreiber Gewalt empfunden und geschildert haben, insbesondere im Zusammenhang mit den antiken Politikern und Herrschern.
Zimmermann zeigt sich dabei als exzellenter Kenner selbst der obskursten historiografischen Werke. Aus seiner Sicht formt die Gewaltdarstellung eine literarische, gewissermaßen kulturevolutionäre Tradition, die sich über einen Zeitraum von etwa einem Jahrtausend entwickelte. Dabei geht es, so verstehe ich ihn, um eine "Tyrannenerzählung", also die Verbindung abscheulichster Taten mit Herrschern, die mit den Perserkriegen im 5. Jahrhundert v. Chr. begann, sich mit der Geschichtsschreibung um die Tyrannen vor allem der griechischen Kolonien, den römischen Politikern und Cäsaren fortsetzte und schließlich in den Leidensgeschichten der christlichen Märtyrer kulminierte. Zimmerman bezeugt, dass es dabei den Geschichtsschreibern häufig um eine besonders spektakuläre Inszenierung der Qualen der Opfer und der abseitigen Seiten der Herrscher ging, und das die einzelnen Geschichten immer wieder von späteren Generationen aufgegriffen, zum Teil anderen Personen zugedichtet wurden. Eine solche Anekdote ist etwa die des bronzenen Stiers des Phalaris von Akragas, den dieser Tyrann sich bauen ließ. Im Innern soll er seine seine Opfer geröstet haben, die dann unter schrecklichen, "stierhaften" Schreien starben.
Die Beweisführungen sind überzeugend; sie führen aber auch dazu, dass man sich fragt, was man den antiken Historiografen überhaupt glauben kann. Die Gewalterzählungen haben zwar häufig eine politische Funktion, aber ebenso können sie einfach literarisch-rhetorische Übungen sein. Zimmermann stellt sogar in Zweifel, dass die zeitgenössische Leserschaft die Gewalterzählungen für glaubhaft hielt.
Kleinere Schwächen hat das Buch für mich dort, wo sich Zimmermann mit der tatsächlichen Gewalt beschäftigt. Angesichts der ständigen Kriege, archäoanthropologischer Befunde und der Tatsache, dass auch die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht so ausgebildet war wie in vielen modernen Staaten, halte ich sogar eine seiner Aussagen für zweifelhaft, nämlich, dass die Bewohner des Römischen Reiches mit Gewalt nur selten in Berührung kamen. Schade auch, dass er sich mit der inszenierten Gewalt in Form von Box- oder Ringwettkämpfen, Gladiatorenkämpfen oder Tierhetzen nur wenig beschäftigt, wenigstens die Kunst, z.b. in Form assyrischer und babylonischer Reliefs, gelegentlich berücksichtigt. Aber auch ohne dieses ist es ein faszinierendes Buch, dass zudem einen komplizierten Sachverhalt sehr anschaulich schildert.
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am 14. Januar 2014
Zimmermann, Experte für antike Gewaltdarstellungen, widmet sich dem Thema antiker Gewaltdarstellungen aus einer diskurstheoretischen Perspektive und zeichnet überzeugend nach, wie verschiedene literarische Motive der Gewalt immer wieder auftauchen. Das tatsächliche historische Geschehen, oftmals unaussprechbar, tritt angesichts publikumswirksamer Darstellungsweisen in den Hintergrund. Besonders interessant die interdisziplinären Verweise auf psychologische Implikationen der Gewaltdarstellung sowie die Parallen zu modernen Gewaltdarstellungen.
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am 14. Januar 2014
Das Buch ist klar und sehr ansprechend geschrieben. man liest es einfach gern, weil es so viele Anregungen bietet. Es öffnet die Augen: Nicht alles, was aus der Antike überliefert wird, stimmt. Viele Darstellungen der Gewalt verfolgen politische Interessen. das buch schärft den Blick für die heutigen Gewaltdarstellungen und ihre politische Zielsetzung. Danke für diese meisterhafte Darstellung!
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am 2. August 2014
das buch schildert eindrücklich, dass es gewalt schon immer gegeben hat. nichts neues also. das denken dieser zeit war anders, gewalt und folter gehörten einfach "zum leben". der mensch an sich ist - so meiner meinung nach - grundsätzlich grausam und böse. auch hobbes wusste das. geändert hat sich nichts.
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