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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein monumentales Werk von internationalem Format, das die Literaturszenen in vielen Ländern erobern wird
Dieses schwergewichtige Werk, der Roman "Venushaar" des 1961 in Moskau geborenen und 1995 in die Schweiz emigrierten russischen Schriftstellers Michail Schischkin ist das, was man einen großen Wurf nennt. Ein Buch, das einen packt, das komplex angelegt ist und doch mit einfachen und poetischen Worten erzählt von der Liebe, die den Tod überwindet...
Veröffentlicht am 28. April 2011 von Winfried Stanzick

versus
11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen von Kritikern hoch gelobt, von mir zerrissen
Ich trau mich was!
Irgendjemand wird vielleicht wütend über mich herfallen.
Ja, die Kritik auf einer renommierten Literaturseite einer Zeitung las sich vielversprechend.
Ebenso interessant fand ich die ersten 50 oder auch mehr Seiten.
Aber es störten mich dabei trotzdem einige sehr brutale Folterszenen.
Ich dachte: Augen zu und...
Veröffentlicht am 7. August 2011 von Noffhoff


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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein monumentales Werk von internationalem Format, das die Literaturszenen in vielen Ländern erobern wird, 28. April 2011
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Venushaar: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dieses schwergewichtige Werk, der Roman "Venushaar" des 1961 in Moskau geborenen und 1995 in die Schweiz emigrierten russischen Schriftstellers Michail Schischkin ist das, was man einen großen Wurf nennt. Ein Buch, das einen packt, das komplex angelegt ist und doch mit einfachen und poetischen Worten erzählt von der Liebe, die den Tod überwindet.

Der namenlose Erzähler, der aber viele Züge des Autors selbst trägt, arbeitet als Dolmetscher für die Schweizer Einwanderungsbehörde. Unzählige Male am Tag fragt er seine ehemaligen Landsleute, die wie er vor langer Zeit aus Russland emigrieren, fliehen in ein besser gewähntes Leben, warum sie Asyl beantragen.

Und während er da Geschichten unendlichen Leids sich anhört und für seine Arbeitgeber übersetzt, legt sich wie ein Film seine eigene Lebensgeschichte darüber. Die Sehnsucht nach seiner Frau und seinem Kind, die er verloren hat, aber auch zahllose Erinnerungen, Gefühle und Geschichten im Zusammenhang mit anderen Welten und Zeiten.

Und so erzählt Schischkin mit philosophischer und ästhetischer Tiefe und Leidenschaft nicht nur seine eigene Geschichte, sondern die seines Heimatlandes. Er wechselt dabei virtuos die Perspektiven, spielt mit unterschiedlichen Erzählsträngen und variiert dabei immer wieder das Thema der Liebe, die den Tod überwindet, die etwas vorscheinen und nachscheinen lässt von einem Paradies, das schon lange verloren ist.

Ein monumentales Werk eines Schriftsteller von internationalem Format, mit dem er die Literaturszenen in vielen Ländern erobern wird.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen beeindruckendes zeitloses Werk, 14. März 2011
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Venushaar: Roman (Gebundene Ausgabe)
Michail Schischkin hat 1995 der Liebe wegen Russland verlassen. Er lebt heute in der Schweiz und arbeitet als Dolmetscher in der Einwanderungsbehörde. Er ist Zeuge wenn Menschen zu Asylanten gestempelt werden und als Akte in einem schweizer Ordner verscheinden.

Viele Einzelpersonen aus vielen Jahrhunderten zeigt der heutige schweizer Staatsbürger, sind und waren schon immer auf der Wanderschaft. Sie flüchteten vor Krieg oder sozialer Not. Schischkin hält all dies fest und verliert dennoch nicht den Blick fürs Ganze.

Besonders authentisch wird der Autor dort, wo er sich selbst zum Asylanten macht. Was er vorher nur beobachtete, durchläuft er nun selbst. Er muss Rede und Antwort stehen um seinen Stempel zu bekommen.

Mit diesem Buch hat sich Michail Schischkin den deutschsprachigen Lesern ins Gewissen geschrieben, vielleicht nur so wie es Russen können. In diesem Buch steckt nicht nur der Hilferuf aller Verfolgter an die satte Menschheit, es ist auch eine Hommage an die russische Sängerin Isabella Juriewa und nicht zuletzt besitzt dieses Buch eine literarische Schönheit, auch wenn Michail Schischkin einzelne Szenen zumindest sprachlich sehr deutlich beschreibt.

Dieses Buch ist für uns hier im noch reichen Westen geschrieben. Nicht nur um einen neuen Blick auf Asylanten zu werfen, sondern um unsere eigenen Defizite zu erkennen.

Lesen Sie dieses zeitlose Buch, Sie werden es nicht bereuen!

Nachtrag vom 14. Mai 2010:

wie gestern vermeldet hat die Jury des 'Internationalen Literaturpreis ' Haus der Kulturen der Welt' den Roman Venushaar von Michail Schischkin, übersetzt von Andreas Tretner, auf die diesjährige, insgesamt sechs Titel umfassende Shortlist gewählt. Weitere Informationen finden Sie unter: [...]
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichten sind Lebewesen, 23. Juli 2011
Von 
HG (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Venushaar: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Frage: Ich schreibe, damit etwas von Ihnen bleibt.
Antwort: Sie meinen, was Sie da aufschreiben ist das, was von mir bleibt, wenn ich weg bin?
Frage: Jawohl.
Antwort: Wogegen das, was Sie nicht aufschreiben, mit mir verschwindet? Nichts davon bleibt?
Frage: So ist es. Nichts bleibt."

Derartige Frage-Antwort-Dialoge gibt es in Michail Schischkins Roman viele. Aufgeschrieben hat der in Moskau geborene Autor viel. 555 Seiten umfasst sein sprachgewaltiger Roman. Seinem monumentalen Buch hat er einen Auszug aus dem Alten Testament, dem "Buch der Offenbarung Baruchs" vorangesetzt: "Und angerufen wird der Staub und zu ihm gesagt: 'Gib zuru'ck, was dir nicht gehört; offenbare, was du bewahrt für seine Zeit.' Denn durch das Wort ward die Welt erschaffen, und durch das Wort werden wir einst auferstehen." Und genau diesen Epigraph versucht Schischkin auf den folgenden, höchst anspruchsvollen Seiten mit atemberaubender Eloquenz, Fantasie, Fabulierlust und erzählerischer Kunstfertigkeit zu belegen.

Über große Teile siedelt Michail Schischkin seine verschlungene Handlung auf dem Amt für Asylsuchende in Zürich an. Dort übersetzt sein Alter Ego - im Roman Dolmetsch genannt - seinem Vorgesetzten Paulus all die wundersamen, verworrenen, tragischen und grausamen Geschichten der Flüchtlinge aus seiner russischen Heimat, die um Einlass ins schweizerische Paradies bitten. Sie kommen aus Ossetien, waren im Afghanistan-Krieg, im Gulag, sind gerade aus dem Gefängnis entlassen oder vergewaltigt worden, viele von ihnen hochgradig traumatisiert. Schischkin offenbart die ganze Bandbreite menschlicher Gräueltaten. Ob die Berichte dieser Menschen wirklich wahr sind, darum geht es dem Autor jedoch nicht. "Mögen die Sprecher fiktiv sein, das Gesagte ist wahrhaftig. Wahrheit gibt es nur dort, wo es etwas zu verbergen gibt. Gut, die Leute sind vielleicht nicht echt, aber die Geschichten sind es! Wenn sie im Kinderheim nicht den mit den aufgeworfenen Lippen vergewaltigt haben, dann einen anderen! Und die Story von dem verbrannten Bruder und der getöteten Mutter hat der Litauer irgendwo aufgeschnappt. Ist es wichtig, wem genau sie passiert ist? Sie bleibt authentisch, so oder so. Leute sind hier nebensächlich, es geht um die Geschichten, die entweder echt oder unecht sind. Man muss eine Geschichte erzählen, das ist es. So wie sie sich abgespielt hat. Nichts dazuerfinden. Wir sind was wir sagen." Die Gefahr dabei: "Man weiß nie, in welchem Reich man aufwacht und als wer. (...) Die Geschichten suchen sich einen Menschen aus und gehen um mit ihm."

"Diese Menschen, diese Reden - man wird sie nicht los.", stellt der Dolmetsch fest. Zu Hause versucht er sich mit den Texten Xenophons ("Anabasis"), einen der ersten, aus der griechischen Antike überlieferten Schriften, abzulenken. Er schreibt Briefe an seinen in Russland lebenden Sohn oder liest in den Tagebüchern seiner Geliebten Isolde. Wahrheit und Fiktion verschwimmen, alles verschmilzt zu einem einzigen "Welt-Text", einem Lebensgarn, dass Schischkin virtuos vor dem Leser ausrollt. Immer wieder eingeflochten werden die vom Autor meisterhaft gefälschten Tagebücher der 100 Jahre alt gewordenen russischen Estraden-Sängerin und Volkskünstlerin Isabella Danilowna Jurjewa. Deren milder Plauderton steht in krassem Gegensatz zu den apokalyptischen Horrorberichten der Asylbewerber. Alles zusammen ergibt ein riesiges literarisches Gemälde Russlands vom Beginn des 20. Jahrhunderts, dem Ende des Zarenreichs, der Revolution bis in die Gegenwart. Schischkin umspannt mit Worten gewaltige Dimensionen.

Der russische Autor lässt Geschichten zurück und "entlüftet" Menschen. Der Leser pickt sich seinen Teil heraus. Alles in seiner immensen Breite zu erfassen, ist unmöglich und erhöhte Lesekonzentration von Nöten, einhergehend mit einem zwangloses Sichfallenlassen in den Text. Was umso leichter fällt, denn Schischkin bildet Worte, die "aus dem Sprachnebel ausfällen. Wortstaub verwandelt sich auf irgendeine Weise (...) zu Kernlein, die einem auf der Zunge liegen." Die virtuose und zuweilen blumige Sprache lässt die mehrfach verschachtelten Handlungsstränge leichter entwirren und die Vergangenheit, obwohl man sie zu kennen meint, durch die Seiten verändern.

Der Romantitel klärt sich am Ende recht deutlich auf. Denn das unscheinbare grazile Farn mit Namen "Venushaar" bildet in ganz Europa oft große Bestände an steilen Böschungen entlang von Flüssen und Bächen oder überrieselten, gemörtelten Mauern. "Da könnt ihr noch so viel alte Bart- und Chlamysträger auswerfen, die sich die unbefleckte Empfängnis ausdenken, malt und meißelt, was ihr wollt, ich stoße durch alle Leinwände, all euren Marmor breche ich auf. Jede Ruine im Forum besiedele ich, und unter jedem Ziegelstein im Phlox bin ich auch. Wo ich nicht zu sehen bin, dort sind meine Sporen. Wo ich nicht bin, da war ich, da werde ich sein. Ich bin, wo ihr seid."

Fazit:
"Das Vergangene ist nicht mehr da, aber wenn man es erzählt, kann man die Wörter über Tage dehnen oder umgekehrt ganze Jahre in eine Handvoll Buchstaben stopfen."
Michail Schischkin vernäht in seinem Roman virtuos die Zeit wie eine Nähmaschine im Zickzackstich. Der Übersetzer Andreas Tretner hat dem deutschsprachigen Leser diesen "Nähkurs" hervorragend zugänglich gemacht.
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen von Kritikern hoch gelobt, von mir zerrissen, 7. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Venushaar: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich trau mich was!
Irgendjemand wird vielleicht wütend über mich herfallen.
Ja, die Kritik auf einer renommierten Literaturseite einer Zeitung las sich vielversprechend.
Ebenso interessant fand ich die ersten 50 oder auch mehr Seiten.
Aber es störten mich dabei trotzdem einige sehr brutale Folterszenen.
Ich dachte: Augen zu und durch, das gehört eben zu diesem Roman, damit ich ihn verstehe.
Dann fing es aber an, unübersichtlich zu werden. Wer ist noch Besucher, Asylbewerber in einem Schweizer Amt, wer ist jetzt Dolmetsch und gleichzeitig Berichterstatter, gleichzeitig Autor (im modernen Roman sagt man wohl nicht mehr "Dometscher")? Wann schlüpft wer in welche Rolle? Will ich mich ständig darauf konzentrieren müssen?
Ich gehöre nicht - das merken Sie schon - zu den Hoch-Intellektuellen, die den Roman nicht nur von vorn bis hinten verstehen, sondern auch noch unterhaltsam finden.
Wenn aber meine Brüder, meine Freunde, die alle gerne und viel anspruchsvolle Literatur lesen, so wie ich, das Buch dann auch nicht mögen - ja ist es dann nur für einen kleinen Kreis geschrieben, in dem man sich gegenseitig lobt und Preise vergibt?
Mögen der Autor, der Übersetzer und der Verlag mir verzeihen. Zunächst werde ich das Buch mal einlagern und mich in ein, zwei Jahren erneut mit den Kritiken befassen, auch von weiteren Lesern. Und vielleicht wage ich ja einen zweiten Anlauf. Aber inzwischen warten noch viele - und glauben Sie mir, gute! - Bücher auf mich.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Venushaar, 13. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Venushaar: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Roman war leider quälend. Die Vielschichtigkeit des vielgelobten Schriftstellers bewirkte bei mir leider nur frühzeitige Ermüdung. Schade. Aber nicht jeder Roman, der prämiert und von allen Seiten gelobt wird, liest sich gut. Wieder eine Erfahrung. Definitiv nicht empfehlenswert, auch nicht, für "Studierte".....
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen keine Ahnung, 7. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Venushaar: Roman (Gebundene Ausgabe)
Habs nicht gelesen, daher keine Ahnung, ob es gut ist oder nicht. Hab es verschenkt, ist auch durchaus gut angekommen.
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Venushaar: Roman
Venushaar: Roman von Michail Schischkin (Gebundene Ausgabe - 8. März 2011)
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