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4.037 von 4.468 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Erst lesen, dann meckern,
Von Lothar Müller-Güldemeister "Reißwolf" (Berlin Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen (Gebundene Ausgabe)
Meine erste Rezension hier hatte ich aufgrund von Vorabdrucken in diversen Zeitschriften verfasst und zunächst nur 4 Sterne vergeben. Nachdem ich einige Zeit auf die Lieferung hatte warten müssen, habe ich das Buch jetzt durch. Mir kam zugute, dass ich ein paar Tage Urlaub hatte, denn ich habe, obwohl eigentlich ein Schnell-Leser, drei Tage gebraucht, bis ich auf Seite 410 angelangt war, der letzten Seite vor den - umfangreichen - Anmerkungen, dem Register und dem Tabellenteil (ein alphabetisches Literaturverzeichnis fehlt leider). Soviel Zeit braucht man, um die Arbeit sorgfältig zu lesen und zu würdigen. Das haben meiner Überzeugung nach bisher die wenigsten derer getan, die dazu - in diesem Forum oder anderswo - Stellung genommen haben.Das Buch verdient 5 Sterne. Ich habe die Gewohnheit, wichtige Stellen in Sachbüchern anzustreichen. Bei diesem Werk hätte ich irgendwann damit aufhören sollen. Es gibt nämlich kaum einen Satz darin, der nicht anstreichenswert wäre. Drei davon - eines allerdings selbst ein Zitat - will ich herausgreifen: "Manche Dinge lassen sich eben nur beurteilen, indem man sich über konkrete Fakten und Zusammenhänge beugt; allgemeines Gerede führt da nicht weiter" (S. 372). "Da politische Macht in einer Demokratie durch Wahlen errungen wird, für deren Erfolg sich das Versprechen einer sorglosen Zukunft als geeignetes Mittel erwiesen hat, ist die Verdrängung der demografischen Probleme zu einer heimlichen überparteilichen Staatsräson unseres demokratischen Wohlfahrtsstaates geworden" (Zitat nach Birg, S. 373), "Hebel und Ansatzpunkte dafür [für Veränderungen] gibt es, man muss sie allerdings auch bedienen wollen. Dafür sehe ich in Deutschland gegenwärtig leider weder gesellschaftliche noch politische Mehrheiten" (S. 373). Und in der Tat, zumindest die Mehrheit der politischen Klasse und der meinungsbildenden Presse in Deutschland beugt sich weder über konkrete Fakten und Zusammenhänge und wahrscheinlich auch nicht über Sarrazins Buch. Ich bezweifle sehr stark, dass ein Herr Gabriel oder eine Frau Merkel es gelesen haben, geschweige denn alle 40 Mitglieder des SPD-Vorstandes, die für seinen Ausschluss aus der Partei gestimmt haben. Sie ergehen sich lieber in allgemeinem Gerede. Denn allgemeines Gerede ist es, was die politische Klasse in Deutschland auszeichnet. Die Lektüre eines anspruchsvollen Werkes wie dieses, die, wie gesagt, ca. 3 Tage in Anspruch nimmt, würde ja ihrem für solches Gerede verplanten Zeitbudget abgehen. Sarrazins Werk ist sorgfältig begründet, es handelt die bestehenden Probleme differenziert ab, lässt Gegenmeinungen zu Wort kommen und ist von offenbarer Sorge um das Schicksal dieses Landes getragen, anders als das Geschrei der Leute, deren einzige Sorge den Werten der nächsten Sonntagsfrage gilt oder die nichts als ihre Vorurteile pflegen wollen, ohne die Fakten zu betrachten: 1. Sarrazin hatte als Bundesbankvorstand Zugang zu dem besten verfügbaren statistischen Material. Er wird sich kaum die Blöße geben, dass seine Zahlenangaben zu den Geburtenraten türkischer Migrantinnen bzw. deutscher Akademikerinnen falsch sind. Genau das wird ihm hier aber unterstellt. Wer das tut, sollte dann bitte mit den richtigen Zahlen und den dazugehörigen Quellen aufwarten. Ich habe in der bisherigen Diskussion keine erwähnenswerte Stimme gehört, die das getan hat. 2. Nicht jeder, der für Autobahnen ist, ist ein Hitlerfan. Und nicht jeder, der auf Missstände hinweist, die Rechtsradikale für ihre Propaganda benutzen, ein Neonazi. Sonst wäre auch Heiner Geißler ein Neonazi, denn den von ihm unterstützten Antiglobalisierungskampagnen der Attac stimmt auch die NPD zu. Die NPD ist eine undemokratische Partei; Sarrazin wendet sich aber gerade dagegen, dass mit Migranten aus türkischen und arabischen Ländern demokratie- und menschenrechtsfeindliche Strömungen nach Deutschland eindringen. Gegen einen türkischen Migranten, der die deutschen Gesetze achtet, die deutsche Sprache lernt und sich und seine Familie selbst ernährt, hat Sarrazin rein gar nichts, aber durchaus etwas gegen einen deutschen Nichtsnutz, Tagedieb oder rechtsradikalen Schläger. Wer ihm eine Nähe zu Neonazis vorwirft, macht sich lächerlich. Das gleiche gilt für Leute, die ihm unterstellen, er wolle Sterilisierung oder Zwangsarbeit einführen - alles schon in diesem Forum gelesen. 3. Im Gegensatz zu dem, was immer wieder behauptet wird, beschuldigt Sarrazin weder Hartz-IV-Empfänger noch Migranten pauschal, noch greift er sie an. Im Gegenteil, er stellt fest, dass sie sich, wie jeder Unternehmer oder Arbeitnehmer, überhaupt jeder wirtschaftende Mensch, nach den Grundsätzen der Ökonomie verhalten, indem sie das Verhältnis zwischen Input und Output optimieren. Wer etwas umsonst kriegen kann, wäre dumm, etwas dafür zu bezahlen, und wer in Deutschland ohne Arbeit mehr verdient als in seinem Heimatland mit harter Arbeit, wäre schlecht beraten, nicht hierher zu kommen, wenn er es könnte. Sarrazin skizziert lediglich die Entwicklungen, die sich aus den in Deutschland vorhandenen Leistungs- bzw. Nichtleistungsanreizen ergeben und stellt die Frage, ob wir diese wollen, und ob wir sie bezahlen können. Die Frage, ob Sarrazin die Entwicklungslinien zutreffend beschreibt, kann man völlig unemotional diskutieren - seine Ausgangswerte und Schlussfolgerungen sind entweder falsch oder richtig. Die Frage, ob wir das wollen, was am Ende solcher Entwicklungen steht, muss jeder für sich als Bürger entscheiden und dann in politische Entscheidungen umsetzen, und sei es nur in der Wahlkabine. Der eine ist eben dieser Meinung, der andere jener. Die moralische Keule, die Sarrazins Gegner schwingen, ist somit völlig fehl am Platze. 4. Ein Rassist ist nicht, wer feststellt, dass Japaner anders aussehen als Äthiopier und Eskimos anders als Niederbayern, und dass die Unterschiede auf Vererbung beruhen. Rassist wäre auch nicht einmal, wer feststellen würde, dass, beispielsweise, die Eskimos im Durchschnitt intelligenter wären als die Niederbayern. Denn diese Feststellung beinhaltet keinerlei Feststellung über die Intelligenz eines einzelnen Niederbayern oder Eskimos. Rassismus beginnt dort, wo nicht mehr auf das Individuum und sein Tun und Können geschaut wird, sondern wo jemand gerade wegen seiner Gruppenzugehörigkeit bevorzugt oder benachteiligt wird. 5. Dass wirtschaftlich und sozial erfolgreiche Menschen im großen und ganzen intellektuell leistungsfähiger sind als lebenslange Transferempfänger, wird niemand ernsthaft leugnen können. Ebenfalls nicht, dass die intellektuelle Leistungsfähigkeit jedenfalls zum Teil erblich ist - ob zu 30 oder, wie Sarrazin vermutet, zu 50 bis 80 %, sei einmal dahingestellt. Egal, wie hoch der Prozentsatz ist - wenn er größer als 0 ist, bleibt die Tatsache unbestreitbar, dass ein Volk im Durchschnitt weniger intelligent wird, wenn die Intelligenteren weniger Kinder kriegen als die weniger Intelligenten. 6. Wenn das wiederum so ist, bleibt die Frage erlaubt, ob wir das wollen, und wenn wir es nicht wollen, wie wir es ändern können. Wenn wir es nicht wollen, ist es - und nichts anderes sagt Sarrazin - nicht sinnvoll, ein Anreizsystem zu haben, in welchem eine Transferempfängerin ohne Schulabschluss und ohne Beruf davon finanziell profitiert, Kinder in die Welt zu setzen, während eine Frau mit Berufsabschluss und Arbeitsplatz erhebliche finanzielle und sonstige Nachteile in Kauf nehmen muss. 7. Man wird, mit Sarrazin, die Frage aufwerfen dürfen, wieso andere Migrantengruppen sich im Vergleich zu türkisch-arabischen weitaus besser integrieren, ihre Kinder besser ausbilden und nicht überdurchschnittlich von Sozialtransfers leben. Und die weitere Frage, wieso diese Gruppe - wohlgemerkt, im Durchschnitt, keineswegs alle Individuen - sich in Amerika ohne weiteres integriert, in Deutschland und Europa aber einerseits die Vorzüge des Sozialstaates genießt, andererseits zu diesem nichts beiträgt. Wer auf diese Fragen eine plausible Antwort hat, dem höre ich gerne zu. Wer hier nur mit Schimpfworten und Worthülsen um sich wirft, trägt nicht zur Diskussion bei und hilft vor allem auch nicht denen, die er glaubt, vor Sarrazin in Schutz nehmen zu müssen. Sarrazin ist selbstkritisch genug, um am Schluss seines Buches zu sagen: "Ich habe versucht, Zuspruch und Widerspruch produktiv umzusetzen [...]. Es schadet nicht, die eigene gefestigte Meinung immer wieder in Frage zu stellen, denn in der Weite der sozialen Wirklichkeit gibt es nur wenige endgültige und abschließende Antworten". Diese Einstellung würde man den Schreihälsen wünschen, die, statt sich mit Sarrazins Argumenten auseinanderzusetzen, lediglich darüber nachdenken, wie man ihn am besten loswird: durch Rausschmiss aus seiner beruflichen Stellung, aus seiner Partei oder am besten gleich aus dem Land - wie einst die DDR-Oberen bei Rudolf Bahro, nachdem er angemahnt hatte, man solle doch einmal Ventile an die Heizkörper machen, das würde gegenüber dem Lüften der überheizten Räume Energiekosten sparen. Dieses Buch ist eines der anspruchsvollsten, bedenkenswertesten und zugleich erschütterndsten, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Jeder, der bereit ist, "die eigene gefestigte Meinung in Frage zu stellen", wird es mit Gewinn lesen, und zwar selbst dann, wenn er nicht alle Wertungen und Schlüsse des Autors teilt. Darüberhinaus ist es diesem Buch gelungen, was selten gelingt: mit einem Buch eine Diskussion über ein wichtiges Thema anzustoßen, das von der Politik sträflich vernachlässigt worden ist. Damit hat sich Sarrazin mit seinem Buch nicht nur um Deutschland, sondern auch um das Buch überhaupt verdient gemacht. Es ist eine Streitschrift, aber wer mit Büchern streitet, tut es friedlich. Mit Fakten und Argumenten. Nicht mit Maulkörben, Berufsverboten, Parteiausschlussverfahren. Nicht mit Fäusten, Messern und Pflastersteinen, mit Kalaschnikows oder Selbstmordattentaten. Wenn ich einen Kandidaten für den nächsten Friedenspreis des deutschen Buchhandels zu benennen hätte, dann wäre es Thilo Sarrazin. Das ist aber wohl noch unwahrscheinlicher, als dass sich die Politiker ernsthaft des Themas annehmen... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2.325 von 2.716 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Kommende Generationen werden für das Buch dankbar sein,
Von
Rezension bezieht sich auf: Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen (Gebundene Ausgabe)
Deutschland schafft sich ab - das klingt wie ein Akt von bewusster Selbstzerstörung. Natürlich will das keiner. Wie wir trotzdem darauf zutreiben, davon handelt das Buch.Was läuft falsch in Deutschland? Herr Sarrazin vergleicht im Buch die Einwanderungspolitik Deutschlands mit der in den USA. Dort hat man erst nach mehreren Jahren Aufenthalt Anspruch auf Sozialhilfe, die relativ gering und zudem auf 5 Jahre begrenzt ist. Dadurch wird Integration dort schon durch die notwendige Teilnahme am Arbeitsprozess erzwungen. Wer dagegen in Deutschland einwandert, wird versorgt.Unabhängig von eigener Kraft und Leistungsbereitschaft. Kann man Migranten mangelnde Integrationsbereitschaft vorwerfen, wenn jeder Anreiz dafür fehlt? Herr Sarrazin setzt daher der "Willkommenskultur", die muslimische Verbände in Deutschland vermissen, eine "Erwartungskultur" entgegen, in der Integration eine Bringschuld der Migranten ist. Und das ist keinesfalls gegen sie gerichtet - sondern in ihrem eigenen Interesse. 58% der Menschen türkischer Abstammung fühlen sich in Deutschland nicht willkommen. Aber wie kann man Anerkennung in einem Land besser erreichen, als durch eigene Integrationsleistung, auf die man selbst auch stolz sein kann? Und wer nur Sozialleistungen will, ohne Integration oder überhaupt Gegenleistung - dem muss man sagen: du bist wirklich nicht willkommen! Integration kann nur mit den Migranten gelingen, nicht gegen sie - sonst erzeugt man nur Verweigerung. Natürlich haben sie es auch schwerer als Deutsche auf dem Arbeitsmarkt und werden bei Bewerbungen oft benachteiligt. Deshalb spricht sich der Autor auch für Hilfsangebote aus. Diese müssen aber eindeutigen Aufforderungscharakter haben: "Fördern und Fordern" - Sanktionen inklusive. Das wird schliesslich bei den deutschen Beziehern von Hartz IV auch so gemacht. Fazit: Thilo Sarrazin spricht unangenehme Wahrheiten aus und dafür gebührt ihm Dank. Schliesslich ist der Mann 65 Jahre und könnte seinen Ruhestand geniessen - statt sich der ideologischen Brandstifterei beschuldigen zu lassen. Warum tut er es überhaupt? Aus Lust an der Provokation? Nein, aus Sorge um unser Land und seine Zukunft! Unsere Urenkel würden ihm für dieses Buch danken - wenn sie schon geboren wären! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1.751 von 2.047 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Volk in Agonie!,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen (Gebundene Ausgabe)
Bedeutung und Wirkung dieses Buches gehen weit über seinen Inhalt an sich und die darin aufgeführten Fakten und Argumente hinaus.Die Brisanz des Themas, die sich an der ungeheuren Resonanz auf dieses Buch schon alleine hier bei amazon offenbart, liegt in seiner historischen Tragweite. Die Menschen in diesem Lande - in den meisten westlichen Ländern ist das ähnlich - sind sich bewußt, daß Veränderungen vor sich gehen, die es so vorher in der Menschheitsgeschichte niemals gegeben hat, und die unumkehrbar sein werden. Diese Veränderungen sind von mehreren Faktoren beeinflußt, die sämtlich von Sarrazin in seinem Buch umfassend behandelt werden. Diese Faktoren sind u.a. der Abbau von Eigenverantwortung - niemand ist mehr für sich und sein Handeln verantwortlich, sondern die Gesellschaft ist schuld, die Kindheit, die Herkunft, o.ä. Weiterhin der Rückgang der Geburtenraten, wodurch die Deutschen zahlenmäßig schrumpfen. Dann die Zusammensetzung der nachfolgenden Generationen - die gebildeten Schichten reproduzieren sich in geringerem Maße als die weniger gebildeten, wodurch sich eine Entwicklung vollzieht, die das Volk langfristig geistig verarmen läßt. Ein umstrittener Punkt ist dann die Einwanderung, die den zahlenmäßigen Rückgang der Deutschen laut Sarrazin nicht auffangen kann, da hauptsächlich unqualifizierte Ausländer einwandern, die qualifizierten bleiben, so Sarrazin, zu Hause, wo der Aufschwung ihnen mehr bietet als bei uns. Die zu uns kommen, werden von unseren Sozialleistungen angezogen, was die finanzielle Überlastung unserer öffentlichen Kassen zur Folge hat. Das deutsche Sozialsystem sorgt durch seine Beschaffenheit für Kinderreichtum in der Bevölkerungsschicht, die nicht aus eigenem Antrieb existieren will oder kann. So finanziert der Steuerzahler die geistige Ausdünnung, es kommen immer mehr Transferempfänger auf immer weniger Erwerbstätige. Als Lösungsvorschlag fordert Sarrazin beispielsweise die finanzielle Sanktionierung von Schulschwänzerei und die Essenausgabe an den Schulen unter Anrechung auf die Sozialhilfe. Wenn die ungebildete, nicht erwerbsfähige Schicht durch finanzielle Anreize angeregt wird, sich überdurchschnittlich zu vermehren, und die Kinder aus Veranlagung und/oder schlechter Förderung/Versorgung (regelmäßige Mahlzeiten, Empfang von Bildung im Elternhaus statt Fernsehen) ihrer Schicht treu bleiben, dagegen die Zahl der Akademiker kontinuierlich sinkt, sind die Folgen absehbar. Der Produktionsfaktor Arbeit ist einer der wesentlichen Schlüssel für die Bewahrung unseres Wohlstandes, der zukünftig das derzeitige Niveau nicht halten können wird, wenn der Nachwuchs an Bildungsfähigen oder Bildungswilligen nicht gewährleistet wird. Aber dieser Faktor Arbeit ist in Deutschland im internationalen Vergleich nur aufgrund seiner Qualität konkurrenzfähig. Der Rückgang der Durchschnittsintelligenz und das steigende Niveau der internationalen Konkurrenz werden dafür sorgen, daß Deutschland Probleme bekommen wird, seinen bisherigen Wohlstand auch zukünftig zu generieren. Dazu kommen steigende Kosten durch eine höhere Zahl von Rentnern und nichtarbeitender Bevölkerung. Was wir laut Sarrazin also tun müssen, ist eine stabile Gesellschaft zu bilden, einen festen Halt für Nachfolgende Generationen. Bildung und Ausbildung müssen gefördert werden, das Bewußtsein muß von der eigenen Person mehr auf die Gemeinschaft gelenkt werden. Einwanderung muß kontrolliert werden, Eingewanderte müssen zur Integration angehalten werden. Sarrazin widmet ein ganzes Kapitel der Einwanderung, hier sieht er große Probleme gerade bei den muslimischen Einwanderern. Kulturell bedingt bilden diese bei der Erwerbsquote und im Pisa-Vergleich das Schlußlicht, in der Kriminalitätsstatistik und im Transferempfang dagegen die Spitze. Sarrazin befaßt sich mit dem Islam, der als intolerante Religion bei wachsendem Einfluß zukünftig das Leben in diesem Lande stark verändern wird, wenn die bisherige Entwicklung unverändert anhält. In diesem Zusammenhang liefert Sarrazin Zitate und Quellen, die belegen, daß erstens die Unterschicht aus den orientalischen Ländern und die jüngeren Ausländer besonders religiös sind und sich zweitens diese Schichten besonders stark vermehren, wogegen westlich orientierte Einwanderer eine ähnlich niedrige Geburtenrate haben wie die Deutschen. Bei den religiöseren Ausländern sei erklärtermaßen kein Integrationswille vorhanden, hier wird eine Anpassung an die Gastkultur als Sünde eingestuft. Die eingangs erwähnte Bedeutung dieses Buches liegt nicht nur in seinem Inhalt an sich - sie liegt vor allem in der Reaktion der Öffentlichkeit und der Medien. Es wird vielfach versucht, die von Sarrazin sehr ausführlich dargestellten Selbstverständlichkeiten auf angebliche Ausländerfeindlichkeit zu reduzieren. Wer so argumentiert, hat dieses Buch nicht gelesen. Wer sich auf so eine Argumentation einläßt, verspielt die historische letzte Chance, das Ruder noch herumzureißen und unumkehrbare Veränderungen zu verhindern, die eine ungewisse Zukunft für uns und unsere Kinder bedeuten. Das Beispiel Balkan zeigt, daß sich innerhalb weniger Generationen die Bevölkerung eines Landes vollständig verändern kann. Das ursprünglich serbische Kosovo ist heute albanisch ' statt eines lustigen multikulturellen Miteinanders hat die anfangs schleichende Einwanderung zu einer am Ende gewalttätigen Verdrängung der Einheimischen geführt. Die Resonanz dieses Buches alleine zeigt, daß etwas nicht stimmt. Und daß das der Allgemeinheit voll bewußt ist. Das macht die Bedeutung dieses Buches aus! Wer andere Ansichten hat als Herr Sarrazin, wer Lösungsvorschläge zu bieten hat, die über die Multikulti-Lobhudelei hinausgehen, der möge sich äußern! Mit Nazi-Keule und Stammtisch-Gefasel werden wir unsere Probleme jedenfalls nicht in den Griff bekommen! Unsere Generation entscheidet heute über die Zukunft aller nachfolgenden Generationen. Das Recht dazu nimmt sie sich mit einer unglaublichen Arroganz, die auf dem Glauben beruht, der Weisheit und Moral letzen Schluß für sich gepachtet zu haben! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
707 von 836 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Stärken und Schwächen beim Namen nennen!,
Von Naoko (Köln, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen (Gebundene Ausgabe)
Die polarisierende Wirkung dieses Buches ist wirklich beeindruckend. 90 Prozent der Leute sagen "Jawoll, Sarazin hat recht", 10 Prozent sagen "Sarrazin spinnt", und dazwischen gibt es fast nichts. Warum? Weil die meisten Menschen sich schon die entsprechende Meinungsbrille aufsetzen, bevor sie das Buch in die Hand nehmen und dann nur das sehen, was sie sehen möchten. Das ist zwar menschlich, aber wir sollten trotzdem versuchen, uns mit dem Buch sachlich auseinanderzusetzen und seine Stärken und Schwächen benennen.Hier liegen die Stärken des Buchs: 1. Sarrazin spricht ein wichtiges Thema an, das von der Politik bisher nicht ausreichend angepackt wurde. Eigentlich müsste das Thema Integration ganz vorne auf der politischen Agenda stehen. 2. Der Autor hat viele Zahlen zusammengetragen, die eine deutliche Sprache sprechen. 3. Sarrazin hat Mut zur eigenen Meinung, was in der heutigen Politiklandschaft selten geworden ist. 4. Er zeigt auf, dass es nicht den integrationsunwilligen Ausländer an sich gibt, sondern verschiedene Gruppen mit größeren und schlechteren Integrationserfolgen, und er analysiert die Ursachen. Das Buch hat aber auch Schwächen, nämlich folgende: 1. Sarrazin hat sich in das Gebiet der Genetik begeben. Hier kennt er sich eindeutig zu wenig aus, und das Thema bringt auch in der Debatte gar nichts. Es gibt lediglich Kritikern die Gelegenheit, sich auf Nebenkriegsschauplätzen auszutoben und Sarrazin mundtot zu machen. 2. Sarrazin malt mit seinen "Modellrechnungen" und "Satiren" ein Zukunftsbild, dass bei vielen Menschen Ängste weckt, und Angst ist kein guter Ratgeber, wenn es um politische Meinungsbildung geht. 3. Der Autor will Deutschland retten, indem er "intelligente" Frauen für die Fortpflanzung belohnt. Ein völlig gestriger Ansatz. Wir sollten das Geld lieber in die Ausbildung der Kinder stecken, die schon da sind! Was das Buch abgesehen von seinem Inhalt aber noch zu einem sehr wichtigen Buch macht, ist, dass es uns zeigt, wie schlecht es in Deutschland zurzeit um die Meinungsfreiheit bestellt ist. Das sollte uns wirklich zu denken geben! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
390 von 465 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
ein Buch entzündet die Republik in einer wichtigen Diskusion,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen (Gebundene Ausgabe)
Habe nun das Buch vorliegen und gelesen und meine den Sinn des gesamten Buches verstanden zu haben.In den ersten ca. 50 Seiten wird erklärt warum Sarrazin das Buch schreibt und wie "Er" die Zusammenhänge sieht. Eingegangen wird auf große Gesellschaften die lange Bestand hatten und später untergingen. Es wird versucht anhand von historischen bsp. die Zusammenhänge zwischen entstehenden Gesellschaften, stabilen Verhältnissen und später der Zerfall (Abschaffung) desgleichen zu erklären. Das muss man nicht gleich verstehen, das ist aber "Sein" Gedankenspiel und leuchtet auch hier und da ein. Es setzt sich im Armutskapitel ausführlich auseinander mit dem Thema Sozialstaat und soziale Gerechtigkeit. Es hat ein Bildungskapitel, das auf Chancengleichheit abzielt. Das Zuwanderungskapitel handelt von Problemen bei den unterschiedlichen Migrantengruppen, wobei es sich stärker den muslimischen Migranten widmet, da dort die größeren Problem vorzufinden sind. Die muslimische Zuwanderung sieht Sarrazin zukünftig eher aus Afrika und den nahöstlichen islamischen Staaten. OK, ich muss gestehen, an einigen Stellen ist die Sprache extrem derb. Darauf weist "Er" aber gleich am Anfang des Buches auch hin, das Wortverklausulierungen (PC) nicht wirklich helfen. "Er" nimmt kein Blatt vor den Mund. Die Thesen die er in den weiteren folgenden Kapiteln stellt, dienen eigentlich , so meine ich, zum Nachdenken und diskutieren. Selbst bei subjektiv formulierten Ängsten übertritt er die Grenze zum Rassismus nicht ( auch wenn man durchaus einige Passagen so interpretieren könnte). Und mal ehrlich, viele von uns können doch Nachdenken. Das nicht alle Migranten (Russen Türken, Asiaten uvm) integrationsunwillig sind, das wissen wird doch. In jedem Wohngebiet gibt es mittlerweile eine bunte Mischung von Nationalitäten, wobei sich davon so manche zugehöriger und patriotischer zum DE-Land bekennen als die Deutschen selbst. Es geht , wenn man nicht so verkappt links oder rechts denken will, um die Problemgruppen und in diesen Gruppen sind ( ja auch Deutsche, aber die sind nun mal in Deutschland) hauptsächlich Zugewanderte aus bestimmten fremden Kulturkreisen, die wirklich nur vom System leben es aber grundsätzlich ablehnen oder sogar unterwandern. Viele Menschen, auch selbst unter den Zugewanderten, spüren seit Jahren doch, dass da was ordentlich schief läuft. Betrachtet man die Thesen (Religion, Gewalt , Kultur) noch genauer, wird klar: Ganz Unrecht hat Sarrazin nicht. Sarrazin belegt seine Thesen mit realen Fakten und Zahlen. Wie ein Flächenbrand entzündet Sarrazins neues Buch die Gemeinschaft. * SPD-Chef Gabriel legt ihm nahe, aus der Partei auszutreten, * die Kanzlerin äußert ihren Unmut. * Der ZDJ möchte ihn in der NPD sehen * ... alle Welt ist angeblich empört Was ist das Problem dieses / folgender Bücher: * Deutschland schafft sich ab (Sarrazin) * Das Ende der Geduld (Heisig) * Sos Abendland (Ulfkotte ) * Deutschland , die geschundene Nation (Gockel) * usw usw. Das Problem ist, dass diese Bücher die viel wahres und die Empfindungen eines großen Teil der Bevölkerung widerspiegeln, nichts sanft beschreiben sonder knall-hart. In all diesen Büchern gibt es keine beruhigenden Vokabeln. Die Autoren nehmen kein Blatt mehr vor den Mund. Hartz-IV-Generationen, Parallelgesellschaften, ungezügelter Zuzug , arbeitslose Unterklasse, lasche / verharmlosende Rechtssprechung. Die Autoren schreiben, was wir uns in Deutschland bisher nicht zu sagen wagen, aber durchaus bemerkten. Haben wir Angst ? All diese Bücher sind ein Gradmesser der Meinungsfreiheit. Man kann seine eigene Meinung an Ihren Thesen messen. 4 Sterne deshalb nur , weil ich weis, das Sarrazin in seinen vielen politischen Jahren , die er auch beschreibt, hätte es besser/anders machen können /sollen. Aber da war er wohl auch in der Mühle, in der jetzt die "Empörten" am Rad drehen... Erstaunlich wie sich momentan der Zeitgeist zu ändern scheint, wie groß die Zustimmung ist und welch großes Echo in der Gesellschaft widerhallt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
72 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Sachlicher als in den Medien dargestellt,
Von
Rezension bezieht sich auf: Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen (Gebundene Ausgabe)
Wenn man das Buch liest, fühlt man sich etwas veräppelt von den Personen, welche es nach Erscheinen so vernichtend kritisiert haben. Entweder haben die Kritiker es nicht gelesen oder sie haben bewusst einzelne Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen um den Autor zu diskreditieren. Zu etwa 75% handelt es sich um ein Sachbuch, welches gegebene Realitäten in Deutschland beschreibt. Der Autor ist auffallend bemüht, alle seine Ausführungen auf objektiv nachprüfbare Aussagen zu stützen, so dass man durch die Vielzahl der aufgeführten Studien, Statistiken und Quellenangaben fast schon erschlagen wird. Diese erscheinen auch schlüssig und überwiegend gut recherchiert, was auch erklärt, warum die Kritik am Buch bisher auf eine erschreckend unsachlich Art und Weise erfolgte.Etwa zu 25% des Buchinhaltes interpretiert und bewertet der Autor die Statistiken und Zahlen und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf. Dies ist die persönliche Meinung des Autors der man, wie bei einem Kommentar in einer Zeitung, zustimmen kann oder auch nicht. Als persönliche Meinungsäußerung sind sie aber nur bedingt angreifbar. Nun zum Buch selbst. In den ersten beiden Kapiteln erfolgt ein kurzer historischer Abriss über die Entstehung und den Untergang von Staaten und über die vermutliche (wirtschaftliche) Entwicklung Deutschlands in den nächsten Jahrzehnten. Es folgt ein Kapitel über die Entwicklung der sogenannten bildungsfernen und bildungsnahen Bevölkerungsschichten in Deutschland. In den Kapiteln 4 und 5 werden dann die Begriffe Armut und Anreizsysteme zur Arbeitsaufnahme analysiert. Es folgen sehr interessante Ausführungen zur (willkürlichen) Armutsdefinition. Außerdem wird sehr schlüssig und ökonomisch zutreffend aufgezeigt, warum eine Erhöhung der SGB II Leistungen (Hartz IV) zwangsläufig zu einer dauerhaften Erhöhung der Arbeitslosenzahlen führen würde. Diese beiden Kapitel sind die wichtigsten und auch gelungensten des Buches und es hat mich sehr erstaunt, dass diese in der öffentlichen Diskussion über das Buch bisher kaum eine Rolle spielten. Im nächsten Kapitel wird dann das derzeitige Bildungssystem beschrieben. Die Darstellung des aktuellen Istzustandes ist durchaus interessant. Wer hätte gedacht, dass die Länder mit hervorragenden PISA-Ergebnissen nicht mehr Lehrer im Verhältnis zu den Kindern haben bzw. die Bildungsausgaben pro Kind nicht höher sind als in Deutschland. Die Lösungsvorschläge des Autors sind aber enttäuschend und beschränken sich, stark vereinfacht ausgedrückt, auf die Einführung von Zucht und Ordnung wie er sie zu seiner Kindheit üblich waren. In Kapitel 7, dem größten Kapitel, geht es dann um die Folgen der Zuwanderung nach Deutschland. Die Kernthese lautet dabei, dass die muslemischen Migranten sich negativ auf die Entwicklung Deutschlands auswirken. Rein statistisch stimmt dies auch im Verhältnis zu den Migranten anderer Kulturen. Leider bleibt dabei weitestgehend unberücksichtigt, dass in absoluten Zahlen auch eine sehr große Anzahl der muslemischen Migranten sich bereits integriert hat oder auf dem Weg sind sich zu integrieren. Diese werden sich aus nachvollziehbaren Gründen ungerechtfertigt angegriffen und/oder beleidigt fühlen. Wenn man eine hohe Medienaufmerksamkeit anstrebt bzw. eine hohe Auflage verkaufen möchte, muss man vermutlich so provozieren. Aus meiner Sicht ist dieses Kapitel jedoch das schwächste und wertet das Buch ab. In den letzten beiden Kapiteln geht es dann um die zukünftige demographische Entwicklung Deutschlands. Die Kernthese des Autors ist, dass auch bildungsnahe Bevölkerungsschichten wieder mehr Kinder bekommen müssten. Der Lösungsvorschlag des Autors enttäuscht jedoch, es wird im Ergebnis lediglich das althergebrachte Familienbild der Ehe auf Lebenszeit propagiert. Innovative Vorschläge unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Realität in Form von Patchworkfamilien und Unterhaltspflichten fehlen leider völlig. Ganz am Ende des Buches erfolgt dann noch ein Szenario der möglichen (Albtraum-) Entwicklung von Deutschland in den nächsten 100 Jahren. Seriös ist eine solche Prognose natürlich nicht möglich. Da der Autor diese jedoch selbst als Fantasie und Satire bezeichnet, ist sie mit ihrem (unerwartet) schwarzen Humor ein Highlight des Buches. Fazit: Solange der Mainstream der Politik und die selbst auferlegte Zensur der Medien in Deutschland eine ehrliche Berichterstattung über Fehlentwicklungen in Deutschland verhindern, muss man dieses Buch als lesenswert empfehlen, auch wenn man den Schlussfolgerungen des Autors nicht (immer) zustimmen wird/kann. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit....,
Von
Rezension bezieht sich auf: Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen (Gebundene Ausgabe)
..... ist das, was dieser Mensch dort von sich gibt! Es ist doch sehr schade, dass so ein Mann der Politik den Rücken gekehrt hat! Er spricht hier Dinge an bzw. aus, die so in Ihrer Gänze völlig zutreffend sind! Auch wenn die Wahrheit manchmal sehr unbequem ist!Und unsere Politiker, die schon wieder an die nächste Wahl denken, distanzieren sich selbstverständlich sofort von solch einem "Schund". Würden Sie es nicht tun, würden Sie sich schließlich Ihr Versagen und das unseres "Sozialstaates" eingestehen! Wie wir alles wissen, ist sowas nicht möglich! Ich kann dieses Werk bloß jedem empfehlen! Da kommt selbst der größte Skeptiker ins grübeln und muß dem Autoren das ein oder andere Mal beipflichten! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Deutschland am Scheideweg,
Von Animated Spirit (Recklinghausen, Nordrhein Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen (Gebundene Ausgabe)
Im Normalfall widerstrebt es mir zwar, ein Buch zu rezensieren, das schon über 500 mal besprochen wurde, möchte aber hierzu gerne dennoch ein paar Zeilen verlieren, da ich "Deutschland schafft sich ab" für ein ungemein wichtiges Buch halte.Thilo Sarrazin zeigt uns in seinem Werk auf sehr akribische Weise, wie wir unser Land aufs Spiel setzen, wenn wir nicht schleunigst etwas zu ändern bereit sind und zeigt anhand einer nüchternen Bestandsaufnahme auf, wo sich die Zeichen dieses Verfalls finden lassen. Was mir absolut unverständlich erscheint, ist die Tatsache, das Sarrazins Buch bereits im Vorfeld mehr kritisiert als von vermeintlichen "Experten" gelesen wurde. Dies ist nicht nur ein Garant für Meinungsmache, sondern ein Paradebeispiel für unsere zynistische, von Vasallengeistern durchzogene, fehlgeleitete Gutmenschenpolitik. Willkürlich aus dem Zusammenhang gerissene Sätze werden fehlinterpretiert und als so hingestellte Teilwahrheit diffamiert. Da wundert es nicht, dass selbst Wendehals Merkel ("Es ist alles gesagt...") eine Haltung zum Buch einnahm, ohne mit dem tatsächlichen Inhalt je vertraut gewesen zu sein. So äußerte sie sich: "Das sind Äußerungen, die für viele Menschen in diesem Land nur verletzend sein können. Sarrazin diffamiert und spitzt sehr, sehr polemisch zu. Seine Äußerungen sind vollkommen inakzeptabel und ein Image-Schaden für das Land. Sie sind auch ausgrenzend, sie machen ganze Gruppen in der Gesellschaft verächtlich. Sarrazin behindert die nötigen Integrationsbemühungen. Er erschwert die Auseinandersetzung mit diesen Dingen. Die Art und Weise, wie hier geredet wird, das spaltet die Gesellschaft". Nochmal: Wie kann man derlei Äußerungen treffen, wenn man ein Buch nicht gelesen hat, sondern nur aus bereits im vornherein kritisierten Vorabdrucken kennt? Wie können ein ehemaliger Bundespräsident sowie Bundesfinanzminister, die das Buch ebenfalls nicht gelesen haben, unmittelbar nach dessen Erscheinen die Bundesbank dazu aufrufen, das man "wohl hoffentlich wisse, was zu tun sei"? Ist es nicht bezeichnend für unser System, das jeder, der Kritik an gewissen Zuständen übt, sofort als Chauvinist, Rassist, Antisemit, Neonazi, Intolerant und dergleichen abgefertigt wird? Ein weiteres Beispiel für die Lüge der im Grundgesetz garantierten Meinungsfreiheit. Jeder, der Unbequemes und Wahres in unserem Land der Duckmäuser und Leisetreter ausspricht, wird direkt an die Wand gestellt und das ist das eigentlich traurige. Die Grenzen der Meinungsfreiheit zeigen sich so an Äußerungen und angesprochenen Feststellungen auf, von denen unsere selbsternannten "Demokraten" nichts wissen wollen. Der Autor hat eine mit Daten, Zahlen und Fakten durchzogene sorgfältige und treffende Analyse geliefert, die in ihrem Kern nicht widerlegt werden konnte. Sein einziges Vergehen liegt wohl darin, mit seiner Streitschrift eine Diskussion breitgetreten zu haben, die längst überfällig war. Er zeigt uns ganz direkt auf, wie wir die Grundlagen unseres Wohlstandes untergraben, indem wir Missstände ignorieren, die unsere Gesellschaft ernsthaft bedrohen. So geht es auch nicht im Geringsten mit Fremdenfeindlichkeit einher, wenn der Autor des Buches behauptet: »Soweit Immigration stattfindet, sollten die Migranten zu diesem Profil passen beziehungsweise sich im Zuge der Integration anpassen. .Ich möchte, dass auch meine Urenkel in 100 Jahren noch in Deutschland leben können. Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken türkisch und arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird. Wenn ich das erleben will, kann ich eine Urlaubsreise ins Morgenland buchen« und zu dem Schluss kommt, das unsere Zuwanderungspolitik oft zu gutmenschelnd daherkommt und eine "Schar von naiven Politikern intensiv und Hand in Hand an Verharmlosung, Selbsttäuschung und Problemleugnung arbeiten". Allein eine tägliche Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln sollte diese Haltung unterstreichen, welche mit Sicherheit jeder betroffene normalrealisierende Mensch bestätigen kann. Jedoch ist Sarrazin keine einzige verleumderische Aussage gegenüber Ausländern, Muslimen und dem Islam als solchem nachzuweisen. Nicht umsonst wurde das sofort nach erscheinen des Buches gegen Ihn eingeleitete Parteiordnungsverfahren mit vollständiger Rücknahme aller Vorwürfe 2011 wieder aufgehoben. Deutschland braucht, gerade als klassisches Einwanderungsland auch klare Einwanderungsbestimmungen, in der vor allem die Anerkennung unserer Grundordnung hervorgehoben wird. Mehrmals straffällig gewordene Migranten ohne produktiven Nutzen sollten nach erfolglosen Integrationsbemühungen konsequent die Rückreise in Ihre Heimat garantiert bekommen. Deutschland hat mit genug Eigenkriminalität zu kämpfen und es ist kein Geheimnis, das ein Großteil der Straffällig auffällig gewordenen dieser von der deutschen Justiz auch noch verhätschelten und der damit weiter Tür und Tor öffnenden Kategorie zuzuschreiben sind. Zudem gibt der Autor konkrete Gründe an, warum die Integration vieler muslimischer Migranten am Islam scheitert, womit man mit ihm durchaus übereinstimmen kann, denn der Islam gilt nicht nur als eine einfache Religion, sondern auch als verbindliches Rechtssystem, das nicht nur das Leben der Muslime regeln, sondern in weiten Teilen auch bestimmen will, wie sich die restliche Gesellschaft zu verhalten hat. Somit kommt der Autor zu der Folgerung: * Keine andere Religion in Europa tritt so fordernd auf. * Keine andere Immigration ist so stark wie die muslimische mit Inanspruchnahme des Sozialstaats und Kriminalität verbunden. * Keine Gruppe betont in der Öffentlichkeit so sehr ihre Andersartigkeit, insbesondere durch die Kleidung der Frauen. * Bei keiner anderen Religion ist der Übergang zu Gewalt, Diktatur und Terrorismus so fließend. Erwiesene Missstände, die selbst die (Aufgrund diverser Äußerungen ebenfalls in scharfe Kritik geratene) türkischstämmige Sozialwissenschaftlerin und ehemalige Lehrbeauftragte für Migrationssoziologie Necla Kelek bemängelte, indem sie anführte, dass "realer Zustände ungeachtet eine Illusion der geglückten Integration muslimischer Migranten vertreten wird, wobei trotz täglich widersprechender Ereignisse dieser Ansicht Vertreter der akademischen Mehrheitsmeinung versuchten, lieber die Überbringerin der schlechten Nachricht zu kritisieren als ihre eigenen Ansichten und ihr ideologisches Konzept des Multikulturalismus". Auch bei seinen für die künstlich erzeugte Hysterie sorgenden Ausführungen über Vererbung und erblich bedingte Defizite von Migranten handelt es sich um nichts weiter als eine Reflexion des aktuellen Standes der Wissenschaft. Wenn man allerdings kein Bewusstsein für seine eigene Heimat hat, möchte man auch nichts davon wissen, das Deutschland irgendwann einmal ein Schmelztiegel für Minderintelligente werden könnte. Weiter beklagt der Autor das Heranwachsen einer funktions- und arbeitslosen Unterklasse", und wie falsche Anreize im deutschen Sozialsystem den Menschen an die Unterschicht binden können. Er führt maßgebliche Gründe an, warum gerade die Unterschicht deutlich mehr Kinder als die mittlere und obere bekommt und beschreibt dessen Konsequenzen. Ferner zeigt er auf, das es weder moralisch noch funktional richtig sein kann, dass jemand, der gesellschaftlich einen eigenen Beitrag leisten kann, von der Arbeit anderer ohne Gegenleistung lebt und was passiert, wenn man zulässt, das ein nennenswerter Teil der Bevölkerung im erwerbsfähigsten Alter in "transferabhängiger Passivität halbwegs komfortabel dahindämmert": Ungerechtfertigt Begünstigte werden Ihres Stolzes beraubt und auf die Dauer ungünstig beeinflusst und Kinder und Jugendliche, die in solchen Strukturen aufwachsen in ihrer geistigen und seelischen Entwicklung geschädigt. Die Probleme einer verfestigten und nicht ausreichend in den produktiven Kreislauf integrierten Unterschicht überlagern sich, in dem diese wiederum Kinder bekommen, die gemäß den mendelschen Gesetzen die Intellektuelle Ausstattung ihrer Eltern erben und durch deren Bildungsferne und generelle Grunddisposition benachteiligt werden. Demgegenüber stellt und kritisiert er den starken Geburtenrückgang der Nicht-Unterschicht, der "Klugen" sowie die unterschiedliche Fruchtbarkeit von bildungsnahen und bildungsfernen Schichten, insbesondere migrantischen Hintergrunds, die in nur wenigen Generationen erhebliche Auswirkung auf das intellektuelle Potential der Gesellschaft nehmen kann. Im vorletzten Kapitel nimmt Sarrazin den Leser mit auf eine international demografische Zeitreise und legt aufbauend anhand fünf demografischer Grundlasten die verheerenden Folgen für die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland dar, welche vor allem durch Bevölkerungsrückgang, Alterung und Vielfalt der Lebensformen und Ethnien gekennzeichnet sind. Es gibt kein wichtiges Gebiet, das Sarrazin bei seinen Paukenschlägen nicht streift. Er kritisiert nicht zu unrecht ein Bildungssystem, indem oftmals und gerade an hohen Schulen weniger Bildung vermittelt, denn Fachidiotentum gefördert wird, wobei ein wesentliches Kernproblem der Gleichbehandlungsgrundsatz bildungsferner Schichten darstellt. Er propagiert den Vorzug von Privatschulen und gibt zu bedenken, dass auch im besten Bildungssystem die angeborene Ungleichheit der Menschen durch Bildung nicht verringert, sondern eher akzentuiert wird und stellt im Sinne eines optimalen Beitrags im Bildungssystem zum funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft 3 wichtige Dinge in Aussicht: 1. Sozialisation im Sinne einer demokratischen und bürgerlichen Gesellschaft., Förderung von Sozialkompetenz und persönlicher Stabilität. 2. Hinreichende Vermittlung der Grundqualifikationen im Lesen und Rechnen an möglichst viele als Voraussetzung für eine berufliche Ausbildung. 3. Förderung und Nutzung aller geistigen Potentiale. Ebenso äußert Sarrazin barsche Kritik am politischen Charakter und öffentlichem Umgang der Armut: "Man kann die Ursachen von Armut untersuchen und darauf aufbauend den Versuch unternehmen, die Gründe für Armut zu bekämpfen und ihre Entstehung zu verhindern". und weiter: "In der gegenwärtigen deutschen Diskussion stehen die negativen individuellen Folgen und die gesellschaftlichen Ursachen im Mittelpunkt. Dagegen werden die individuellen, der Person zuzurechnenden Ursachen der Armutslage sowie die gesellschaftlichen Folgen einer vorrangig am persönlichen Einkommen orientierten Armutsbekämpfung wesentlich weniger diskutiert." Fazit: Dieses im Großen und Ganzen ziemlich flüssig zu lesende Buch trägt eher einen konstruktiven denn destruktiven Charakter. Es werden Dinge nicht einfach kritisiert, sondern auch etwaige Lösungsvorschläge aufgezeigt, die sich ihren Wert verdienen, zumindest diskutiert zu werden. Seien wir froh, das es noch Leute gibt, die aussprechen, was mittlerweile scheinbar vielen Leuten auf den Magen schlägt und somit auf Probleme hinweisen, die nicht ausreichend gelöst wurden. Dieses Buch gehört ebenso in jedes Klassenzimmer wie jeden vernünftigen Haushalt. 5 Sterne und besten Dank an den Autor. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Sollte man/frau gelesen (bzw. gehört) haben, wenn mitgeredet wird,
Rezension bezieht sich auf: Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen, 12 CDs (+ Bonus-CD) (Audio CD)
Es wurde ja schon viel kommentiert, was ich nicht wiederholen möchte.Aus meiner Sicht ist das Buch absolut lesenswert. Als Hörbuch fehlt einem leider die Möglichkeit, schnell mal zurück zu blättern, um Zahlen o. a. noch mal zu vergleichen, aber dafür kann es eben auch im Auto auf dem Weg zur Arbeit gehört werden. Abgesehen von den viel diskutierten Themen zum Islam enthält das Buch auch viele andere Aspekte - wie z. B. Bildungspolitik - die in der öffentlichen Diskussion untergehen, aber meiner Meinung nach genauso wichtig sind. Die Thesen sind belegt mit Zahlen, deren Herkunft nicht zu bezweifeln sind. Vielleicht wird das Buch gerade weil es unangenehme Wahrheiten nicht nur anspricht, sondern auch belegt, so stark kritisiert. Der einzige negative Punkt, den ich anmerken möchte, ist die häufige Wiederholung von bereits besprochenen und auch belegten Fakten. Das Buch hätte insgesamt etwas kürzer ausfallen können ohne inhaltlich zu verlieren. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Appell an eine Leistungsgesellschaft,
Von Niklas Morgan "History Reader" (Berlin, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen (Gebundene Ausgabe)
Angesichts der vernichtenden Kritiken in den meisten Medien bin ich gleich mehrfach positiv überrascht. Nicht nur von Aufbau und Inhalt des Buches, sondern auch von den positiven Kritiken hier. Kann es sein, dass man zunächst einmal etwas lesen sollte, das man kritisieren will? Und dass einem nach der Lektüre auf einmal klar wird: Der Mann hat einfach Recht!Das Buch ist definitiv keine Hetzschrift gegen Ausländer, wie hier und an anderer Stelle viele behaupten, die vermutlich das Buch nie wirklich gelesen haben, sondern nur dem medialen Mainstream hinterherlaufen. Das Buch ist jedoch ein Appell an eine Leistungsgesellschaft. Für Deutsche und Migranten. Das ist natürlich nicht schlecht, aber so etwas ist in Deutschland nicht besonders beliebt. Doch es überzeugen einfach Analysen, die mit dem übereinstimmen, was man selbst an persönlicher Lebenserfahrung hat, und was man tagtäglich um einen herum beobachten kann. Dieses Buch analysiert und spricht aus, was bei uns zu lange unter dem Deckmantel der political correctness vermieden wurde. Dass man den Autor deswegen in die rechtsradikale Ecke stellen will, ihn gar aus der SPD rauswerfen wollte, bestätigt nur, wie weit die Fähigkeit zu einer offenen Diskussion hierzulande hinter Parteiengezänk und dem medialen Mainstream verschwindet. Dabei brauchen wir gerade Politiker wie Sarrazin in unserem Land. Menschen, die erst einmal verschiedene berufliche Stationen durchlaufen haben und das reale Leben kennenlernten, bevor sie politische Ämter bekleiden, in die sie dann ihren Sachverstand einbringen können. Wir haben viel zu viele Politiker, die seit der Pubertät in ihren Parteien die immer gleichen ideologischen Theorien vertreten, an ihren Parteikarrieren basteln, und zwar Meister im vermeiden irgendwelcher political correctness Fettnäpfchen sind, dem Land an wirklichen Inhalten aber herzlich wenig bieten können, weil sie eigentlich nie wirklich beruflich erlebt haben, wovon sie sprechen. Wenn die sich dann aus Gründen der eigenen Profilierung auf einen Mann wie Sarrazin stürzen ist das schäbig. Was man auch klar betonen muss: Der wesentliche Hauptteil des Buches hat weder etwas mit Ausländern zu tun, noch geht es da um irgendwelchen Diskussionen über genetische Veranlagung verschiedener Völker oder Rassen. Leider wird auch hier, wie bereits bei Sarrazins vor Jahren erschienenem ausführlichen Bericht über Berlin in einer eher obskuren Zeitschrift, aus einer Mücke einen Elefanten gemacht. Wurden damals mit 1-2 % der Äußerungen pauschal die restlichen 98 % diskreditiert, so stürzen sich hier die Kritiker auf die zwei Seiten "Genetik" und die ca. 15 %, in denen es um Migranten geht. Ich unterstelle der Mehrheit der negativen Kritiken, insbesondere den Politikern, dass sie das Buch nie ganz gelesen haben, sondern höchstens die "kritischen" Stellen überflogen haben. Denn um es mal allen potentiellen Lesern klar zu sagen: Dies ist kein Roman, sondern ein analytisches Sachbuch. Die Lektüre erfordert Zeit und Konzentration. Wenn man nicht hauptberuflich lesen kann, sondern dies in der üblichen Freizeit neben Job und Familie tun muss, ist man locker ein bis zwei Wochen damit beschäftigt. Wann wollten denn Sigmar Gabriel oder Angela Merkel oder all die anderen Dauergäste diverser Talkshows das getan haben, wenige Tage nach Erscheinen der rasch vergriffenen ersten Auflage? Zugegeben, das Buch enthält zahlreiche Wiederholungen. Manche Thesen oder Analysen werden mehrmals präsentiert, doch deswegen ist es noch lange nicht schlecht geschrieben, denn es ist bei wissenschaftlichen Betrachtungen durchaus üblich und vertretbar, dass man seine Kernaussagen mehrmals präsentiert. Das umfangreiche Tabellenwerk und die Präsentation der Zahlen mag den einen oder anderen Leser sogar überfordern. Daher mag man auch über den Vorwurf, Sarrazin würde Leser mit Migrationshintergrund beleidigen, durchaus schmunzeln. Ich habe einen Migrationshintergrund und bin ganz bestimmt nicht beleidigt. Wer dieses Buch liest und versteht, den beleidigt Sarrazin definitiv nicht, denn er zählt in der Sarrazinschen Analyse zu den oberen Prozent der intellektuellen Leistungsträger dieses Landes. Sei er nun Deutscher, Chinese, Türke oder Araber. Umgekehrt, kann sich natürlich auch niemand beleidigt fühlen, der den Zahlen und Fakten in diesem Buch gar nicht folgen kann. Fazit: Ein wichtiger Beitrag zu einem wichtigen Thema. Wie geht es mit Deutschland, mit der sozialen Marktwirtschaft und dem deutschen Sozialstaat weiter? Können wir es einfach so hinnehmen, dass sich die strebsamen, klugen und arbeitswilligen Menschen dieser Welt in die USA und Kanada aufmachen und um Deutschland einen Bogen machen, wir hingegen Anreizsysteme schaffen und erhalten, die überwiegend die Menschen anlocken, denen es durch diese Alimentierung besser geht als in ihren Herkunftsländern. Dieses Thema mit einem gesellschaftlichen Tabu zu versehen ist nicht nur falsch, es ist ganz einfach dumm und leichtsinnig, und ein Verbrechen an unserem Land und kommenden Generationen. Mag sein, dass es auch Beifall aus der falschen Ecke gibt, und die eine oder andere deutschnationale Dumpfbacke oder bayrische Stammtisch eine simplifizierte und falsche Zusammenfassung von sich gibt. Doch wenn unsere Demokratie nicht mehr mit pluralistischen Meinungen fertig wird, sondern nur noch den Einheitsbrei der stromlinienförmigen political correctness verträgt, dann haben wir in der Tat ein Problem. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen von Thilo Sarrazin (Gebundene Ausgabe - 30. August 2010)
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