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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umfassend, informativ, spannend erzählt, 8. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Aufstieg und Fall des Alten Ägypten: Die Geschichte einer geheimnisvollen Zivilisation vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis Kleopatra (Gebundene Ausgabe)
Umrissen werden dabei auch die prähistorischen Anfänge, primär aber setzt Wilkinson beim ersten nachgewiesenen Pharao Narmer an, der bereits entscheidende Impulse für das Gottkönigtum und den totalitären Staat gab, die für das alte Ägypten charakteristisch sind.
Je nach Bedeutung erfährt der Leser ausführlicher oder in gestraffter Form von den Entwicklungen während der verschiedenen Abschnitte der ägyptischen Geschichte. Sehr klar zeigt sich hier eine Art Sinuskurve, wie sie wohl alle Kulturen durchmachten: goldene Zeiten zumindest in puncto Ausdehnung der Grenzen und Macht, Übergänge und gewaltige Krisen. Welche einzelnen Herrscherpersönlichkeiten für Höhen und Tiefen verantwortlich zeichnen, wer nur mühsam erhielt, was die Vorgänger geschaffen hatten, wer innovativ dachte – im Rahmen der Möglichkeiten des „Systems“ – und wer die Königsmacht nutzte, um lediglich ein gutes Leben zu führen; und zu welchen Augenblicken sich ganz schlicht das Glück einschaltete: auch wenn der Leser mit einer Fülle an Königsnamen, Ortsbezeichnungen und Dynastien zu kämpfen hat, so ergibt sich doch eine klare Linie, und das will bei einem Zeitraum von über dreitausend Jahren etwas heißen.

Sozialkritisch erläutert der Autor zu gegebener Zeit stets, welche Auswirkungen Prunk- und allgemeine Geltungssucht sowohl der Pharaonen selbst als auch ihrer Höflinge, ein unstillbarer Hunger nach Macht und Göttlichkeit sowie das ägyptische „System“ an sich auf die eigentliche Bevölkerung hatten, überwiegend Bauern und kleine Handwerker. Dies wird bekanntlich gern übersehen, wenn Kulturinteressierte und Historiker die Hinterlassenschaften der Pharaonen und ihrer hohen Beamten untersuchen. Insofern bildet das Buch eine spannungsgeladene Synopse aus geschichtlicher, kultur- und kunsthistorischer und soziologischer Betrachtung, wie sie bislang fehlte.

Überhaupt präsentiert sich das Werk als sehr umfassend. Dennoch oder vielleicht auch gerade deshalb lässt es sich sehr angenehm, geradezu fesselnd lesen und wird nicht „lang“, was bei diesem Umfang überrascht. Toby Wilkinson beweist sich nicht nur als ein versierter Ägyptologe, sondern auch als begabter Erzähler – eine seltene Kombination.
Das Buch ist üppig illustriert: Nebst Kartenmaterial, das die geografische und politische Situation nach allen Brüchen darstellt, und vielen textnah begleitenden Fotos findet der Leser nicht weniger als drei Blöcke mit Farbfotos. Alle Illustrationen wurden sorgfältig ausgewählt und veranschaulichen teils die Textinhalte, zum anderen liefern sie einen beachtlichen Querschnitt durch die ägyptische Kunst und Kultur im Verlauf der Jahrhunderte und Jahrtausende.

Jedem am alten Ägypten und generell an Geschichte Interessierten ist dieses Buch sehr zu empfehlen; der Leser wird nach der Lektüre das alte Ägypten mit neuen Augen sehen und es vor allem ganzheitlich begreifen.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Setzt Maßstäbe, 30. November 2012
Von 
Volker M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Aufstieg und Fall des Alten Ägypten: Die Geschichte einer geheimnisvollen Zivilisation vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis Kleopatra (Gebundene Ausgabe)
Keine Hochkultur hatte eine so lange Dauer: Über 3000 Jahre währte das Reich der Pharaonen, dessen Relikte zum Faszinierendsten zählt, was die Archäologie heute zu bieten hat.

Dass fanatische Islamisten bereits jetzt ankündigen, sämtliche Kunstschätze aus pharaonischer Zeit vernichten zu wollen, ohne dass sich der Staat empört, macht allerdings nicht gerade Mut, dass diese großartigen Leistungen auch noch zukünftige Generationen begeistern werden. Begeistern wie zum Beispiel Toby Wilkinson, der als Professor an der Universität Cambridge Ägyptologie lehrt und der nicht nur in Fachkreisen einen exzellenten Ruf als Autor einiger Standardwerke genießt, sondern in Großbritannien auch gerne als TV-Experte gefragt wird. Er hat das Talent, sein ungeheures Fachwissen überaus lebendig und anschaulich zu vermitteln und er neigt nicht gerade dazu, mit Superlativen um sich zu werfen, was im Gebiet der Ägyptologie angenehm hervorsticht, wo sich geltungssüchtige Protagonisten auch schon mal als Indiana Jones-Verschnitt inszenieren.

Und Wilkinson verschließt auch die Augen nicht vor den dunklen Seiten des Pharaonenreichs, das unter anderem deshalb einen so langen Bestand hatte, weil es mit ungeheuer brutalen Methoden das Volk unterdrückte, Meinungsfreiheit ausmerzte und ständig in blutigen Kriegen mit seinen Nachbarn stritt. Politische Propaganda war an der Tagesordnung und die Umwälzungen im Inneren, wie beispielsweise am Ende der Ramessidenherrschaft, brachten das Reich mehrmals an den Rand des Zusammenbruchs: Die großen Grabplünderungen im Tal der Könige fanden keineswegs am Ende der Pharaonenzeit statt, sondern bereits 1000 Jahre davor. Und in staatlichem Auftrag.

Auf über 700 Seiten breitet Toby Wilkinson ein mit Details gespicktes Bild des Alten Ägypten aus. Die heute noch rekonstruierbare Geschichte ist teilweise von einer Dramatik, die an moderne Seifenopern erinnert. Mord und Intrigen, absolute Macht und unermesslicher Reichtum. Immer bleibt Wilkinson aber auf dem Boden der wissenschaftlichen Tatsachen und er zögert auch nicht, unklare Befunde als solche zu bezeichnen. Er ersetzt Wissenslücken nicht durch blühende Phantasie, ein in der Archäologie gerne verwendeter Kunstgriff, der dann als "These" getarnt wird.

Der Bogen spannt sich von den Anfängen im 5. Jahrtausend vor Christus bis zum langsamen Niedergang und der Assimilation im Römischen Reich zur Zeit Caesars. Das Buch gliedert sich in fünf Kapitel: Vordynastische Zeit und ersten Blüte im Alten Reich, Mittleres Reich, und dann ein umfangreicher Abschnitt zur 18. Dynastie, in dem Ägypten zum Großreich wurde. Der Ramessidenzeit wird ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem Höhepunkt der altägyptischen Kultur und erste Anzeichen für den Niedergang sauber herausgearbeitet werden. Das letzte Kapitel beschreibt die Wirren der Zwischenzeit und den langsamen Verfall unter den Ptolemäern.

Wilkinsons Buch sticht vor allem dadurch aus der Masse der Ägyptenliteratur hervor, indem es ihm gelingt, die Lebenswelt der alten Ägypter als Ganzes darzustellen. Es ist nicht nur die Herrschergenealogie, die ihn interessiert, sondern auch der Alltag im Volk, seine Glaubensvorstellungen, Riten und Rituale. Das Leben der alten Ägypter war stark vom Jenseits beeinflusst und das lässt sich eben nicht nur in den monumentalen Pyramiden und Tempelbauten ablesen. Aber auch die Konflikte mit den Nachbarvölkern sind gut belegt, und besonders interessant wird die Geschichte immer dann, wenn die archäologischen Befunde die Sicht beider Kontrahenten belegen. Politische Propaganda ist keineswegs eine Erfindung der Neuzeit.

Im Anhang findet sich neben der extrem umfangreichen Bibliografie und einem Namensregister auch eine chronologische Übersicht von Narmer bis Kleopatra und ein Kapitel mit besonderen Empfehlungen über weiterführende Literatur zu speziellen Themen.

"Aufstieg und Fall des Alten Ägypten" ist eine Darstellung auf hohem Niveau, zwar an den Laien gerichtet, aber mit dem gewissen Anspruch einer enzyklopädischen Vollständigkeit. Die eingängige, lebendige Sprache lassen jedoch zu keinem Zeitpunkt Ermüdungserscheinungen aufkommen. Dieses Buch setzt definitiv Maßstäbe.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufstieg und Fall des Alten Ägypten, 27. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Aufstieg und Fall des Alten Ägypten: Die Geschichte einer geheimnisvollen Zivilisation vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis Kleopatra (Gebundene Ausgabe)
Der Autor schreibt auch für den Laien verständlich. Das Buch ist gut gegliedert und man kann in ihm lesen wie in einem spannenden Roman. Obwohl es sehr umfangreich ist (2500 Jahre Geschichte in ca 800 Seiten) kann man es gut verstehen. Für den Neuling ist es ein guter Einstieg und für den Kenner eine detailierte Zusammenfassung mit einigem Hintergrundwissen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fundamental, doch eigenwillig, 11. März 2014
Von 
Ernst Günther "ergü" (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Aufstieg und Fall des Alten Ägypten: Die Geschichte einer geheimnisvollen Zivilisation vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis Kleopatra (Gebundene Ausgabe)
Als ich den Wälzer - mit anhaltender Spannung - las, fiel mir eine Episode aus der Schulzeit ein. Wir hatten einen Hausaufsatz zum Thema "Die Bedeutung des Films" zu schreiben. Ich füllte eine Normschreibheft komplett und vom zweiten mehr als die Hälfte. Die Bewertung der Lehrerin: "Gesamtnote 1, schon des Fleißes wegen."
Das könnte auch unter diesem Buch stehen. Ein fundamentales Werk des mediengeprägten britischen Ägyptologen der jüngeren Generation Toby Wilkinson, adäquat übersetzt von Enriko Heinemann und Karin Schuler. Die komplette Geschichte Altägyptens auf 825 Seiten (samt ausgiebigem Anhang) im historischen Auf und Ab mit allen erdenklichen Querverbindungen. So etwas gab es wohl noch nie, und ich habe viel dazugelernt.
Der Autor schöpft aus einem unglaublich tiefen Wissensbrunnen und führt den Leser immer wieder zu neuen Erkenntnissen, selbst bei Bekanntem. Er begnügt sich nicht mit der üblichen Kunst- und Kulturgeschichte, sondern zeichnet ein vielfarbiges Bild der Gesellschaft in Gänze mit verblüffendem Detailreichtum. Dabei erhellt er Zusammenhänge und Hintergründe, macht Mythen und Mentalitäten, Denk- und Lebensweise der Alten Ägypter verständlich, blickt auch "hinter Fassaden", widerlegt hartnäckige Legenden und enthüllt manches, das als Geheimnis galt.
Dies alles trägt er mit einer von Wissenschaftlern nicht erwarteten Schreibe vor, flüssig, locker, Jedem verständlich, unterhaltsam, dramaturgisch exzellent gebaut, so dass der Leser trotz überbordender Faktenfülle bis zum Schluss gefesselt wird. Der Begriff Fach-Literatur erhält durch Wilkinson neue Bedeutung.
Allerdings stößt man auch auf Verstörendes. Vor allem bei seinen eigenwilligen Bewertungen. Gern nutzt er die Terminologie des 21. Jahrhunderts und die ideologiegeladene Sprache der Politik oder folgt gängiger Political Correctness - für eine Zeit, die Jahrtausende zurück liegt. So stellt er beispielsweise die Pharaonen in eine Reihe mit den kommunistischen Diktaturen von Rumänien und Nordkorea, attestiert den Ägyptern pauschal Fremdenfeindlichkeit, besonders brutale Kriegführung u. a. m. Das auf tiefer Religiosität basierende Gottkönigtum sei nichts anderes als "Despotie in Reinform", die altägyptische Hochkultur "reine Machtdemonstration" ...
Derlei Interpretationen des Professors sind für mich nicht hachvollziehbar. Eher erwartete ich Vergleiche mit anderen zeitgenössischen Reichen und Herrschern (Hethiter, Babylonier, Seevölker etwa); denn erst daraus wäre erkennbar, ob das Alte Ägypten tatsächlich "Das Antlitz der Tyrannei" trug, wie es eine Kapitelüberschrift suggeriert.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Austieg und Fall des alten Ägypten, 4. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Aufstieg und Fall des Alten Ägypten: Die Geschichte einer geheimnisvollen Zivilisation vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis Kleopatra (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr gutes Buch am Anfang schwer zu lesen da viele Namen die oft nicht ganz geläufig sind, auch wenn man sich schon lange mit Ägypten beschaftigt, aber es wird immer besser uns am Ende ist man wirklich auf dem ( fast )
aktuellem Strand.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichte für jedermann, 27. Dezember 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Aufstieg und Fall des Alten Ägypten: Die Geschichte einer geheimnisvollen Zivilisation vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis Kleopatra (Gebundene Ausgabe)
Da kommt keine Langeweile auf. Und es ist ein Buch, bei dem man nicht erst nach 100 gelesenen Seiten in der Thematik drin ist.
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