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5.0 von 5 Sternen Die Voll-Endung aller Dinge.
Was treibt einen Spiegel-Autor an, über die Seele nachzudenken? Ein halbes Jahrhundert war Schweigen, Dunst, Arkanum um das Ende aller Dinge. Mathias Schreiber hat ein persönliches Ereignis motiviert, über das Ende hinauszudenken und sich Dingen, Ideen, Beweisen, wie sie waren, erneut zuzuwenden. Nicht allein wollte er bleiben und so entstand dieses Buch,...
Veröffentlicht am 18. Mai 2008 von kpoac

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77 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für "vornehme Stände und besonders Frauenzimmer, die nichts zu tun haben" (Goethe)
So hatte sich Goethe am 4. Februar 1829 gegenüber Eckermann über die Zielgruppe für philosophische Diskussionen zum Thema "Unsterblichkeit der Seele" geäußert. Das können wir auf Seite 74 des vorliegenden Werkes nachlesen.

Wenn man noch nicht alt und müde genug zum Sterben ist, aber dennoch mitgeteilt bekommt, dass man sich...
Veröffentlicht am 29. Juni 2008 von Dr. R. Manthey


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77 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für "vornehme Stände und besonders Frauenzimmer, die nichts zu tun haben" (Goethe), 29. Juni 2008
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Was von uns bleibt: Über die Unsterblichkeit der Seele - Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)
So hatte sich Goethe am 4. Februar 1829 gegenüber Eckermann über die Zielgruppe für philosophische Diskussionen zum Thema "Unsterblichkeit der Seele" geäußert. Das können wir auf Seite 74 des vorliegenden Werkes nachlesen.

Wenn man noch nicht alt und müde genug zum Sterben ist, aber dennoch mitgeteilt bekommt, dass man sich nun darauf gefasst zu machen hätte, brechen die Perspektiven weg. Man fühlt sich aus dem Leben ausgeschlossen und fragt sich nach der eigenen Bilanz. Das ist offenbar dem Autor dieses Buches während einer Krankheit kurzzeitig widerfahren. Da er Journalist ist, hat er die Frage verallgemeinert, sich informiert und einen Aufsatz im "Spiegel" veröffentlicht, aus dem später dieses Buch hervorging.

Sein verheißungsvoller Titel suggeriert Antworten. Leider aber ist er entweder eine bewusst geschürte Illusion oder eine selbstgefällige intellektuelle Anmaßung, denn wir werden nie vorher wissen können, ob nach unserem Tod etwas von uns bleibt. Und dafür gibt es gute Gründe.

In den für die Wissenschaften sehr fruchtbaren ersten drei Dekaden des vorigen Jahrhunderts versuchten große Köpfe die Widerspruchsfreiheit der Mathematik zu beweisen. Russell verzweifelte daran fast. Erst 1931 gelang es dem Logiker Kurt Gödel nachzuweisen, dass dieses Unterfangen zum Scheitern verurteilt ist. Sein Lehrsatz, der eine Tatsache und keine philosophische Mutmaßung ist, gilt jedoch, weil er die Logik betrifft, weit über dieses Problem hinaus. Vereinfacht gesagt bedeutet er, dass Aussagen, die einen Selbstbezug innerhalb eines Systems besitzen, nicht beweisbar sind. Zum Beispiel ist nicht nachweisbar, ob meine Aussage "Ich lüge immer." wahr oder falsch ist. (Egal, ob man annimmt, sie sei wahr oder falsch, man kommt sofort auf einen Widerspruch.) Was hat das nun mit diesem Buch zu tun?

Wenn man sich die vom Autor zitierten "Unsterblichkeitsbeweise" ansieht, dann fällt auf, dass sie an den Gottesbeweis gekoppelt sind. Wenn wir also wüssten, dass Gott existiert, dann gibt es mit Sicherheit ein "Leben nach dem Tode". Die ernstzunehmenden Gottesbeweise sind logischer Natur. Es kann aber wegen des Selbstbezuges keinen logischen Beweis für Gott innerhalb des Mensch-Gott-Systems geben. Auch schon vor Gödel haben das große Geister geahnt. Wenn wir Gottes Existenz nachweisen könnten, ist Gott dann noch Gott? Alles wäre schlagartig anders. Genauso würden wir anders leben, wenn uns bekannt wäre, an welche Bedingungen die Qualität unseres "ewigen Lebens" gebunden ist.

Den Beweis dafür liefert der Autor zu Beginn seines Textes. Dort erklärt er uns, dass die so genannten "Selbstmordattentäter", gerade deshalb zu Massenmördern werden, weil ihnen eingeredet wurde, dass sie auf diese Weise alle Glaubensüberprüfungen an der Pforte zum Paradies trotz möglicher Sünden überspringen und geradewegs zu den für sie reservierten Jungfrauen marschieren können.

Nachdem dann noch einige bekannte zeitgenössische Intellektuelle ihre Meinung zum "ewigen Leben" kundtun konnten, bricht der Autor zu einer kulturhistorischen Reise in die Vergangenheit auf, um uns die Meinung der alten und von moderneren Philosophen zu diesem Thema näher zu bringen. Wenn man sich an seine Liebe zu komplizierten Schachtelsätzen gewöhnt hat, kann man wenigstens über die europäische Denkrichtung einiges lernen.

Im Abschnitt "Fernöstliche Weisheit: Seele ohne Selbst" versucht er uns den buddhistischen Zugang zu diesem Thema zu vermitteln. Leider hat er sich das nur angelesen und nicht wirklich verstanden. Er glaubt, Ziel des Buddhismus sei gewissermaßen die Entpersonifizierung. Er schreibt: "Ein sozusagen asiatischer Verzicht auf den Begriff der Person hätte insofern einen zu hohen Preis, als er implizit auch den Verzicht auf personale Rechtsfähigkeit sowie auf die Pflicht und Fähigkeit zur strikten moralischen Verantwortung des Individuums für bestimmte Handlungen enthielte."

Das ist einfach nur Unfug. Es geht zumindest im Zen-Buddhismus keineswegs um die Loslösung von der Person, wenn der Begriff der "Leere" ins Spiel gebracht wird, sondern nur um die Verneinung von Descartes "Ich denke, also bin ich". Während Descartes glaubt, dass wir uns über den Verstand definieren, wollen die Zen-Buddhisten die Dominanz des Verstandes über uns brechen. Das ist eine lebenspraktische Frage und nicht eine der persönlichen Identität. Dass der Verstand uns dominiert, können wir schon daran erkennen, dass es uns nicht gelingt, ihm zu befehlen mit dem Denken aufzuhören. Er generiert ständig Probleme, die wir jetzt gerade nicht haben, zum Beispiel die Frage, ob es ein Leben nach dem Tode gibt. Während der Autor genau wie Descartes offenbar glaubt, sein Verstand und er seien eins, lehrt der Buddhismus, dass der Verstand nur ein Teil von uns ist, der obendrein jede Menge Konzepte anderer über uns enthält und Ego produziert. Ego personifiziert und vergleicht, schafft Rivalität der Götter und Gotteskriege. Nicht zufällig ist der Buddhismus eine friedliche Religion, wenn er überhaupt eine ist.

Innerer Friede kehrt ein, wenn es uns gelingt den Kopf bewusst leer zu machen, also den Verstand zur Ruhe zu bringen. Die meisten von uns hatten unabsichtlich ein solches Erlebnis bereits entweder nach einer Entspannung oder einer Glück erzeugenden sportlichen Betätigung. Was hat das mit unserer Persönlichkeit zu tun?

Nur ein paar Seiten weiter zitiert der Autor aus der Enzyklika "Über die christliche Hoffnung" von Benedikt XVI aus dem Jahre 2007 und schreibt (S. 102): "Ewiges Leben meine etwas Unvorstellbares, so etwas wie einen >erfüllten Augenblick, in dem uns das Ganze umfängt und wir das Ganze umfangen<." Das ist es genau, was der Zen-Buddhismus mit dem Begriff der Leere umschreibt. An diesem entscheidenden Punkt sind sich alle Weltreligionen einig. Und auch in der Bibel finden sich viele Stellen, die darauf hinweisen, dass wir uns nicht mit Gedankenspielen befassen, sondern das Leben als Geschenk Gottes annehmen sollen. Sie sind nur anders verklausuliert als im Buddhismus.

Obwohl der Autor auf S. 128 selbst zu der Erkenntnis gelangt, dass "die Unsterblichkeit der Seele unbeweisbar" ist, lässt er sich nicht daran hindern seinen kultur-philosophischen Exkurs fortzusetzen. Er versteht nicht, dass die "Unsterblichkeit der Seele" ein Konzept des Verstandes ist, mit dem er uns auf eine seiner vielen Spielwiesen führt und vom eigentlichen zeitlosen Leben im Jetzt ablenkt. Zum Abschluss seines Werkes führt der Autor drei Gründe an, warum wir an die Unsterblichkeit der Seele glauben sollen. Besonders faszinierend ist der erste Grund: "... weil so viele Autoritäten, die klüger waren, als wir es sind, seit Jahrtausenden, die eine Ur-Sache >Gott< genannt haben..."

Fazit.
Ob unsere Seele unsterblich ist, werden wir glücklicherweise nie erfahren. Denn wenn wir es wüssten, wäre alles anders. Wir können nur daran glauben oder nicht. Und das ist unsere ganz persönliche Entscheidung. Aber wenn es einen Gott gibt, dann hat er uns das Leben nicht deshalb geschenkt, damit wir darüber nachdenken, was nach diesem Leben passiert. Der Autor hat ein Buch für Bildungsbürger geschrieben, das einen irreführenden und anmaßenden Titel trägt. Wer sich über philosophische Ansätze zur Lösung der Unsterblichkeitsfrage informieren möchte, findet hier jedoch sehr viele Informationen. Da es aber keine Lösung des Problems geben kann, halte ich es mit Goethe und wende mich lieber dem Leben zu.
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38 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Voll-Endung aller Dinge., 18. Mai 2008
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Was von uns bleibt: Über die Unsterblichkeit der Seele - Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)
Was treibt einen Spiegel-Autor an, über die Seele nachzudenken? Ein halbes Jahrhundert war Schweigen, Dunst, Arkanum um das Ende aller Dinge. Mathias Schreiber hat ein persönliches Ereignis motiviert, über das Ende hinauszudenken und sich Dingen, Ideen, Beweisen, wie sie waren, erneut zuzuwenden. Nicht allein wollte er bleiben und so entstand dieses Buch, welches ein Streifzug durch die Philosophie ist, ein Beäugen und Berichten über die Denker aller Zeiten eben um genau diese eine Unbekannte: die Unsterblichkeit der Seele. Ob sie unsterblich ist? Diese Frage ist nie beantwortet worden, aber auch nicht einer Gewissheit des endgültigen Todes gewichen. Vielmehr, und das zeigt Schreiber in brillanter Form, hat sich über die Antike, über das Mittelalter und die Neuzeit ein erinnernder Schatten geworfen, der mit dem platonischen oder dem aristotelischen Strahl neu eine Seele und deren Unsterblichkeit belichten sollte, die in diesem Diesseits bereits das Jenseits sicher machte. Sicherheit statt Hoffnung war vielleicht der Beweggrund, den "unbewegten Beweger" des Aristoteles bis zum "absoluten Geist" Hegels durch die Zeiten zu tragen und einen Gott zu beweisen, der in den Beweisversuchen von Canterbury bis Spaemann zumindest als hypothetische Gewissheit gelten konnte. Schreiber wie Spaemann zuvor können das Suchen nicht beenden, nur wie Kant schon postulierte, neue Argumente versuchen, um die Hypothesen zu erhärten.

Darum muss man Schreiber nicht als Theologen verstehen. Lesen sie ihn als Philosophen, als bravourösen Philosophen, der leichten Fußes und verständlich Sie durch die Jahrhunderte begleitet, der das Staunen der Achsenzeit, wie Jaspers sie nannte, ihnen zeigt und sie werden ebenso überrascht sein, wie vielfältig und doch letztendlich übereinstimmend auf unterschiedlichen Kontinenten gleiches Gedankengut entstand und sich später beeinflussend vermischte. Schreiber zu lesen, ist allein wegen des zusammenhängenden Überblicks der Geschichte von der Unsterblichkeit der Seele, dem daraus folgenden Gedankengut zum Leben nach dem Tode, die ersten Gedanken dazu aus Ägypten, von Persiens Zarathustra bis hin zur Idee der Auferstehung zu empfehlen. Ihm gelingt es eben, ohne die Polemik eines Dawkins auszukommen und er braucht als Nicht-Theologe sich nicht vorwerfen zu lassen, aus der Gemeinde der Missionare zu kommen. So hat ein jeder Leser die Chance, vor-urteilsfrei einem interessanten und aktuellen Thema sich anzunehmen.

Aber Schreiber nur nach der Nietzsche Art als "intellektuellen Wiederkäuer" abzutun, wäre fatal. Nie den Fokus und die Frage aus dem Auge verlierend, zeigt er Ihnen, wie die Geschichte bis heute sich forttrug, bis zum Ende aller Dinge mag man dieses denken. Und doch nimmt Schreiber wie selbstverständlich eine kleine Botschaft auf, die alle Menschen unvoreingenommen, nicht mehr überlegend, nahezu instinkthaft betreiben: der Mensch vollendet vom Ganzen nicht Sichtbares dennoch intuitiv zu einem Ganzen. Der Mond: man sieht eine Seite und doch ist er im Kopf eine Kugel. Ein Hochhaus ist nicht flach, keine Ebene, sondern ein Quader, das vordergründig Sichtbare wird wie selbstverständlich als inneres Bild vervollständigt. Ein Tisch braucht nicht im Blick zu sein, wenn man darüber spricht. Die Vollendung aller Dinge ist dem Menschen immanent.

"weil wir im Alltag nur damit leben können, die Ab-Rundung aller Dinge [...] intuitiv anzunehmen."

In-Frage-Stellungen der Neurologie, der Medizin oder die neuer biologischer Ansichten von egoistischen Genen können dieses nicht beeinträchtigen. Darum geht es ein wenig um "zulassen", um Hoffnung, die uns rettet (wie Paulus schrieb), damit es nicht zum kantschen verkehrten Ende aller Dinge kommt.

Schreiber gelingt aus persönlichem Anlass ein brillanter Streifzug durch die philosophische Welt der vermuteten Unsterblichkeit der Seele.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was von diesem Buch bleibt, 12. Februar 2010
Nun ja, was kann schon bleiben, wenn ein Journalist meint, ein Buch schreiben zu müssen? Insbesondere wenn er einen Artikel, den er zuvor im Spiegel veröffentlicht hat, zu einem Buch aufbläht. Der etwas anspruchsvollere Leser wird von Büchern, die von Journalisten verfasst worden sind, meist eher enttäuscht sein, einfach weil die Abhandlungen doch meist recht oberflächlich ausfallen. Journalisten haben im Idealfall gelernt, recht flott daherzuschreiben, vor allen Dingen aber sehr zügig einen Text zu jedem beliebigen Thema zu verfassen, egal ob sie mit dem Thema vertraut sind oder nicht, weil im journalistischen Tages- oder Wochenbetrieb immer wenig Zeit zur Verfügung steht. Wer also eine tiefgehende, originelle oder anspruchsvolle Analyse eines Themas wünscht, sollte in aller Regel die Finger von Journalisten-Büchern lassen. Diese sind bestenfalls für Leser geeignet, die weniger Interesse an Tiefgang und Substanz haben als vielmehr an einer eingängigen, locker geschriebenen Lektüre.

Das Schlimme bei diesem Buch ist aber, dass Mathias Schreiber weder das eine noch das andere leistet und schon gar nicht beides gleichzeitig, was natürlich der Idealfall wäre, der zugegebenermaßen bei nur sehr wenigen Büchern gelingt. Selbst der sehr interessierte Leser muss hier bei der Lektüre ständig gegen das Einschlafen oder Weglegenwollen ankämpfen. Die Thesen, die Schreiber vorträgt, werden zum Großteil völlig oberflächlich oder gar nicht begründet und manchmal wirkt der Text unfreiwillig komisch. So z.B. wenn der Autor wiedergibt, was von ihm befragte "Intellektuelle und Künstler" zur Frage der Unsterblichkeit von sich gegeben haben und er dann als erstes Johannes Heesters zitiert! Heesters als Intellektuellen zu bezeichnen lässt wohl eher interessante Rückschlüsse auf den Intellekt des Verfassers zu. Aber bestimmt hat Schreiber das alles ja gar nicht so gemeint und Heesters nur als Beispiel eines Künstlers und nicht eines Intellektuellen angeführt. Für einen Spiegel-Artikel mag das ja vielleicht noch durchgehen, aber wer - bitteschön - möchte denn in einem Buch über die Unterblichkeit der Seele lesen, was Herr Heesters darüber denkt? Dies ist aber nur e i n Beispiel, das zeigen soll, wie flach und schwach hier drauflos geschrieben wurde.

Fazit: Schreiber handelt dieses wirklich spannende, existentielle und berührende Thema derart langweilig, oberflächlich, ohne jeden Esprit und ohne irgendeine originelle Idee ab, dass man sich die Lektüre nun wirklich ersparen kann. Was bleibt also, wenn ein Journalist meint, seine Popularität ausnutzen zu müssen und ein Buch veröffentlicht? Außer den Tantiemen und der netten Nebeneinnahme für den Autor nicht viel! Für den Leser eigentlich Nichts!
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überwiegend eurozentrisch, 23. Mai 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Was von uns bleibt: Über die Unsterblichkeit der Seele - Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)
Schreiber ist Journalist; natürlich schreibt er so; für den SPIEGEL muss er das sogar, sonst wird es nicht abgedruckt.Also findet man in diesem Buch viel Rankwerk, was mit dem Thema nur begrenzt zu tun hat.Das Spiegel-Archiv ist gut, deswegen wissen wir nun auch, wer die Seminare von Kübler-Ross besucht hat und tausende andere Details.

Ob das, was in einem SPIEGEL-Artikel steht, eins zu eins in ein Buch übernommen werden sollte, kann man befragen. Andererseits weiss man, wenn man das Buch eines Journalisten liest, dass dieser wohl das tun wird, was er immer tut, journalistisch schreiben.

Schreiber gibt seiner Hoffnung, es gebe eine Unsterblichkeit, Ausdruck ( S. 145) . Seine Begründungen, er weiss, das es kein "Beweis" ist, sind nicht sonderlich überzeugend. Nur weil viele bekannte Menschen dies behauptet hatten,muss es nicht stimmen., Wieviele Thesen wurden von bekannten Menschen vertreten,bis irgendwann nachgewiesen wurde, sie sind falsch.

Die Begründung hat er sich selbst schwer gemacht. Er sucht bei den Philosophen, die ausführlich zu Wort kommen. Es ist doch sehr die Frage, ob diese Thematik denkend zu erfassen ist? Paradigmatisch ein Hinweis ( S. 79).Kant, der grosse Denker, meinte, hier fehle sinnliche Erfahrung. Nun, das konnte dieser, Königsberg nie verlassende Denker nicht wissen, dass es schon Jahrtausende Erfahrungen gab, die nur ihm nicht bekannt waren, da ich nicht in einer Zeit der Wissens-Globalisierung lebte.

Diejenigen, die zu dem Thema tiefe Erfahrungen gemacht haben, sind nur ausschnitthaft in dem Buch vertreten. Zu sehr ist der Autor von seiner Angst vor esotetischen Spinnern geprägt, dass er sich lieber unwissenden Denkern anvertraut, als wissenden Erfahrenen. Es ist ja bezeichnend, dass viele dieser Erkenntnisse in Deutschland nur in der Arkana-Reihe veröffentlicht werden. Eine ziemliche Arroganz,Ausdruck westlicher Überheblichkeit, auf einem Gebiet, auf dem die meisten allenfalls Laienspieler sind. Würde er einen Karmapa befragen, dessen Erkenntnisse studieren ( sicher kein esoterischer Spinner),fiele ihm die Begründung der Unsterblichkeit sicher leichter. Würde er die Lehre von den Archetypen der Seele nicht in eine esoterische Ecke verbannen, könnte ihm manches Licht aufgehen.

So bleibt der Autor in seinen begrenzten Kreis, muss an allen Zweifeln teilnehmen, kann nur eine schwach begründete Hoffnung formulieren.

Man studiert ein grösseres Literaturverzeichnis und bleibt unbefriedigt zurück.
DAS ist es nicht.
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19 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine faszinierende Wanderung durch Unsterblichkeitsvorstellungen der Menschheit - leicht verständlich und klar, 21. April 2008
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Was von uns bleibt: Über die Unsterblichkeit der Seele - Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie ist das nun wirklich ? Bleibt - außer der Erinnerung in den Gehirnen der Weiterlebenden natürlich, und die ist ja auch begrenzt - irgendetwas von uns nach unserem Tod ? Gibt es so etwas wie ein Weiterleben nach dem Tod, gibt es das Unvergängliche, was immer und ewig von uns bleibt ?

Immerhin sind es nach einer vom SPIEGEL in Auftrag gegebenen Umfrage 52 % der Deutschen, die sich nicht damit abfinden wollen oder können, dass nach ihrem Tod alles aus sein soll. Sie glauben in welcher konkreten oder meist unkonkreten Form auch immer an die Unsterblichkeit der Seele, wobei von diesen wiederum viele das gar nicht mehr ausdrücklich religiös beschreiben oder begründen.

Dieser Glaube, dass die Seele als das Unvergängliche an der menschlichen Existenz, als seine geistige Substanz sozusagen, den Körper überdauert und eben nicht mit ihm zerfällt, dieser Glaube ist schon Jahrtausende alt und er verbindet die Menschen der unterschiedlichsten Kulturen zu den unterschiedlichsten Zeiten überall auf der Welt. Er gehört sozusagen zum menschlichen "Erbgut". Alte Kulturen haben den Ahnenkult, über den die Lebenden die Brücke zum Jenseits herstellen könne. Die großen Religionen sprechen von einem ewigen Leben, auch wenn sie diesen Begriff jeweils sehr unterschiedlich füllen und begründen.

Mathias Schreiber, der Autor dieses sehr empfehlenswerten Buches nimmt seine Leser mit auf eine faszinierende und geistig abenteuerliche Reise durch die alten und auch die neuen Vorstellungen der Menschen vom Weiterleben im Jenseits, die Idee der Seelenwanderung und das christlich-jüdische Konzept der Auferstehung. Der Leser begegnet dabei in sehr verständlicher Form vielen kultur,- philosophie- und religionsgeschichtlichen Gedanken, mit denen er sich ohne dieses leicht lesbare Buch vielleicht nicht konfrontiert hätte.

Dabei lässt Schreiber auch die Kritik der Hirnforscher nicht aus, die die Vorstellung von einer unsterblichen Seele als Hirngespinst abtun. Was dennoch dran ist an dem Glauben an die Unsterblichkeit der Seele, kann man in diesem Buch, das ein Theologe nicht besser hätte verfassen können, auf das Gründlichste und Beste beschrieben erfahren.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Momente spontaner Erleuchtung, 2. August 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Was von uns bleibt: Über die Unsterblichkeit der Seele - Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich bin Mathias Schreiber sehr dankbar, dass er sich diesem Thema so engagiert angenommen hat. Nicht, dass es an Abhandlungen zum Thema mangelte - wie allein ein Blick auf die Literaturliste erkennen lässt -, aber es ist doch etwas völlig anderes, ob man die Idee der Unsterblichkeit der Seele von einem Anhänger eines bestimmten Glaubens oder von einem intellektuellen "Laienbruder" vermittelt bekommt. Gerade die unterschiedlichen Aspekte der verschiedenen Religionen und philosophischen Schulen gegeneinanderzuhalten, macht die Stärke dieses Buches aus - dabei war es mir nicht wichtig, dass der Autor nicht allen präsentierten Ansätzen gleichermaßen gerecht wurde (dafür gibt es spezielle Lektüre).
Wichtig waren für mich vereinzelte Gedanken, die mir Momente spontaner "Erleuchtung" brachten - in Sätzen wie diesen:
"Den ersten Sprung, bei dem der Betrachter bisher Geglaubtes zur Disposition stellen muss, kann niemand durch Argumente ertrotzen. Doch nachträglich erweist sich dann, dass es zuweilen auch die Ratio bereichert, wenn man bereit ist, für eine kürzere Zeit irrational zu sein, die Kontrolle zu vernachlässigen. Wenn sich Liebende "erkennen", ist es nicht anders. Warum sollte die Begegnung mit Gott nicht ebenso den Sprung aus dem Kontrollzentrum des Verstandes voraussetzen?" (S.106)
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was von uns bleibt, 25. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Was von uns bleibt: Über die Unsterblichkeit der Seele - Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch noch nicht zu Ende gelesen. Es gefällt mir bis jetzt gut und ich finde es sehr informativ.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gut, 2. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch "Was von uns bleibt" ist nett geschrieben und auch sehr leicht zu lesen gewesen. Ich bin damit zufrieden.
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4 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen nicht empfehlenwert, 11. September 2009
Also zu diesem Buch was NEU Erschienen ist im September 2009 ist leider sehr sehr schwach dokumentiert,und leider versteht mann nichts aus diesem Buch.Der was es lesen will kann sich es kaufen ,vieleicht findet er interesse daran zu lesen.
Also es gibt viele andere spannende bücher zum lesen.
Ich kann leider diesem Buch nur:
-1 punkt geben
-Note 6
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Was von uns bleibt: Über die Unsterblichkeit der Seele - Ein SPIEGEL-Buch
Was von uns bleibt: Über die Unsterblichkeit der Seele - Ein SPIEGEL-Buch von Mathias Schreiber (Gebundene Ausgabe - 10. März 2008)
EUR 14,95
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