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54 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sein Meisterwerk
Dieses Buch ist eine gewaltige Leistung. Es ist in der Lage, Menschen zu verändern. Es ist spannend, lustig und es verstört, irritiert.

Ich kenne Jens Förster aus meinem Psychologie- Studium in Trier. Er hat mit seinen Theaterstücken und als Regisseur eine ganze Studentengeneration geprägt. Ständig präsent, ständig...
Veröffentlicht am 18. Juli 2007 von Vielleserin

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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenig Neues und viele Begriffsverwirrungen
Ganz ohne Zweifel ist der Autor dieses Buches eine schillernde Person. Kabarettist, Chansonnier und in einem Alter zum Professor gekürt worden, in dem sich andere Sozialpsychologen noch immer um Assistentenstellen balgen. Dass er bei seinen Studenten gut ankommt, ist wenig erstaunlich, wenn man sich auf seiner Website umsieht, sein Bild betrachtet und an seine...
Veröffentlicht am 1. November 2009 von Fuchs Werner Dr


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54 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sein Meisterwerk, 18. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils (Taschenbuch)
Dieses Buch ist eine gewaltige Leistung. Es ist in der Lage, Menschen zu verändern. Es ist spannend, lustig und es verstört, irritiert.

Ich kenne Jens Förster aus meinem Psychologie- Studium in Trier. Er hat mit seinen Theaterstücken und als Regisseur eine ganze Studentengeneration geprägt. Ständig präsent, ständig provozierend, ständig aus einer anderen Ecke grüßend. Und doch immer freundlich und konzentriert. Kein blöder Macher, eher ein sanfter Streber mit drei Abschlüssen in Germanistik, Operngesang und Psychologie. Damals war es unerheblich, dass er auch Psychologe war.

Bis er Vorlesungen gab. Er vertrat mit um die 30 eine Professur in Trier und der Hörsaal war voll, nicht nur mit Psychologiestudenten. Wir saßen auf den kalten Fliesen, manchmal drei Stunden lang, denn er überzog und wir blieben sitzen. Seine Bühnenausbildung half ihm, die Stunden zum wöchentlichen Ereignis zu machen, das man sich nicht entgehen lassen wollte. Dann lehrte er nur noch in Würzburg und es gab tatsächlich einen kleinen Bus, der wöchentlich von Trier nach Würzburg zu seiner Vorlesung fuhr. Wir wollten einfach wissen, was er zu sagen hat und opferten einen Tag dafür.

Er ist ein Seiltänzer. Er riskiert viel, der Fall reizt ihn eher, als dass er Angst vor ihm hat. Er liest alles, er kennt alles, spricht zig Sprachen fließend, hat alles dreimal gecheckt, und erzählt dabei immer so, als ginge es um nichts anderes als um das Leben. In diesem Buch gelingt ihm die Gratwanderung zwischen Autobiographie und wissenschaftlichem Buch. Ein spektakulärer Tanz! Wunderschön, lustig, traurig. Und zugleich deckt es die moderne Sozialpsychologie der letzten 20 Jahre ab.

Ich erinnere mich daran, wie er etwas über die Wahrnehmung von Ameisen gelesen hatte und dies zum Thema der Vorlesung 'menschliche Kommunikation' machte. Er zieht Verbindungen zwischen Forschungsbereichen, die andere nicht sehen. Ich erinnere mich daran, wie er von George Kelly sprach und seitenweise vorlas, weil er meinte, er könne das nicht besser machen, aber er könne es gut vorlesen. Er las das wie einen Krimi und wir kauften uns das Buch. Als wir es selbst lasen, verstanden wir nichts davon.

Dann war er mit 35 Professor an der International University. Und immer noch hatten wir Angst, er würde tief fallen. Offen schwul, frech, wild und missionarisch, das würde man in Deutschland nicht zulassen. Jetzt ist er in Amsterdam und lacht uns wieder alle aus. Und nebenbei singt er am Weimarer Nationaltheater oder im Mainzer Unterhaus und ich höre ihn oft im Autoradio oder sehe ihn in Talkshows.

Was hat er zu sagen? Vorurteile sind ein so umfassendes Phänomen, dass sie irgendeinen Sinn haben müssen. Er fasst die Forschung zusammen und sagt: ohne Vorurteile können wir die Welt gar nicht erfassen und wir könnten uns selbst nicht als Mensch definieren. Wir müssen die Welt sekundenschnell begreifen und dabei helfen uns grobe Kategorisierungen (Frau: die hat ein Rezept, aber sie kann nicht rechnen; Schwuler: der hat Geschmack, aber in moralischen Fragen, wenden wir uns dann doch lieber an unsere katholische Tante). Und wir müssen uns gegen andere absetzen. Es ging mir gegen den Strich, dass er seine Abneigung gegenüber Faschisten als Vorurteil definiert. Aber es ist folgerichtig. Natürlich will er diese Leute nicht kennen und er hat eine starke Emotion gegen sie. Das ist ein Vorurteil.

Das Interessante an diesem Buch ist aber das WIE des Vermittelns. Hier doziert niemand. Das hat Förster nicht nötig. Förster kreiert Lehre, er macht seine eigene Forschung, er konstruiert die Welt, kreativ, immer auf das Gute fokussierend, immer an das Gute im Menschen glaubend. Förster kann erzählen, dichten, vor allem aber verdichten. Auf seinem Seil zieht er uns tanzend Grimassen, imitiert uns, zeigt uns Wege, auf die wir ohne ihn nie gekommen wären.

Oft fragte er uns: Was ist das Paradies? Äpfel? Eva? Adam? Die Schlange? Wie langweilig. Es ist das Verbot. Es ist nicht die Idee, dass man für dieses Paradies nicht arbeiten muss. So verstanden ist das Paradies die spießigste Konstruktion der Welt, denn Jungfrauen, gebratene Tauben und besinnungsloses Saufen sind auf die Dauer langweilig. Die Erschaffung der inneren Welt und das Erkennen menschlicher Grenzen aber ist Menschsein. Das Überwinden von Gewohnheiten ist Reichtum, damit verbundene Schmerzen werden zur Erfahrung, aus der man nur lernen kann. Wir haben so viel gelacht bei ihm. Ich habe bei diesem Buch dieses Strahlen und Lachen wieder empfunden.

Die Vermittlung von Lehre kann nicht besser sein. Und die Lehre dieses Buches geht über die Vermittlung von sozialpsychologischem Wissen weit hinaus. Wenn er nicht so jung wäre, würde man das Weisheit nennen.

Das Beruhigende: Wenn er irgendwann vom Seil gestoßen wird, dann fällt er auf dieses Buch und alles wird schnell wieder gut!
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Buch ist genial (Wissenschaft, die Spaß macht)!!, 2. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils (Taschenbuch)
Dieses Buch ist ein absoluter Pageturner, man liest es in einem runter, lacht sich kaputt, ist betroffen, lernt unglaublich viel und verschenkt es gleich weiter, um die Inhalte mit Freunden zu diskutieren.

Professor Förster beschreibt die kompliziertesten Zusammenhänge so einfach und elegant, dass Wissenschaft richtig Spaß macht. Dabei wird er nie oberflächlich, sondern beschreibt den Alltag wie er ist, voller versteckter Vorurteile und teilweise krasser Diskriminierung. Die Idee, trockene Inhalte mit autobiografischen Anekdoten anzureichern geht dabei voll auf. Hier beschreibt jemand, der nicht nur hinter seinen Büchern hockt, sondern der mitten im Leben steht und sich und andere fair und genau analysiert. Toll ist auch, dass der Autor als Chansonnier einen zweiten Besuch hat. Hier merkt man, dass seine Erfahrungen an deutschen Theatern ebenso wichtig sind wie das Studium der Literatur.

Die geschilderten Experimente und Testreihen, die er teilweise selbst durchgeführt hat sind dabei spannend und aufschlussreich. Ich habe bisher nirgendwo etwas über die unbewussten Beeinflussungsmethoden der Psychologe gelesen und die Tatsache, dass man Wörter kurz (subliminal) einblenden kann und sie unbewusst unser Verhalten steuern, ist beängstigend, aber wichtig zu wissen.

Wichtig sind auch die Studien zur eigenen Leistung. In Experimenten findet man tatsächlich, dass die eigene Leistung von den Vorurteilen bestimmt wird, die man über sich im Kopf hat.

Kurzum: Dieses Buch ist ein absolutes Highlight. Es sieht im übrigen auch toll aus und ist gut zum Verschenken. Übrigens ist auch die CD von Jens Förster unglaublich gut.
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Wissenschaftsbuch, das einen weiter bringt, 23. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils (Taschenbuch)
Mir persönlich hat dieses Buch außerordentlich gut gefallen. Ich habe gelernt, dass ich Vorurteile habe und wie ich sie entdecken kann. Ich verstehe nun, warum Menschen Vorurteile haben und wie Diskriminierung entsteht. Unbewusst schleichen sich negative Assoziationen zu Menschen in unsere Köpfe und dieses Buch zeigt Möglichkeiten auf, sie zu bekämpfen.
Das Buch ist sehr lebhaft geschrieben, mit zahlreichen Beispielen aus einem interessanten Leben illustriert und liest sich beim ersten Mal leicht. Ich habe es dann ein zweites Mal gelesen und dabei die Tiefe der Gedankengänge hinter dem schönen Humor entdeckt. Das zweite Lesen war wie ein Selbsterfahrungskurs. Ich verstehe mich und die Menschen, die mich umgeben und mich beurteilen nun viel besser. Das Buch hilft einem, anderen und sich selbst zu verzeihen.
Zudem war es mir als Mutter wichtig, meine Kinder, zwei Töchter, vor möglichen Diskriminierungen zu bewahren. Dieses Buch hilft mir zu erkennen, wann meine Töchter sich zu wenig zutrauen und wann sie mehr Unterstützung brauchen.
Ich möchte dieses Buch allen empfehlen. Es ist in kurzer Zeit mein Lieblingsbuch geworden.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenig Neues und viele Begriffsverwirrungen, 1. November 2009
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils (Taschenbuch)
Ganz ohne Zweifel ist der Autor dieses Buches eine schillernde Person. Kabarettist, Chansonnier und in einem Alter zum Professor gekürt worden, in dem sich andere Sozialpsychologen noch immer um Assistentenstellen balgen. Dass er bei seinen Studenten gut ankommt, ist wenig erstaunlich, wenn man sich auf seiner Website umsieht, sein Bild betrachtet und an seine Formulierungskünste denkt. Und da die meisten der begeisterten Rezensionen von Lesern verfasst wurden, die sich sonst nie zu einem Buch äußern, nehme ich an, dass sie aus Jens Försters Hörerkreis stammen. Das ist selbstverständlich legitim. Aber vielleicht haben sie vor lauter Sympathie nicht gesehen, auf wessen Schultern ihr Vorbild steht. Jedenfalls trifft die Beschreibung "international anerkannter Sozialpsychologe" eher auf die von Jens Förster zitierten Kollegen als auf ihn selber zu, da der quirlige Jung-Professor einfach zu wenige Jahre auf dem Buckel hat, um viel zur Grundlagenforschung beitragen zu können. Das scheint ihn auch selber zu stören, rechtfertigt er doch immer wieder seine akademische Laufbahn, was er meiner Meinung nach gar nicht müsste.

Was ich jedoch von einem Autor erwarte, der seinen Studenten Vorlesungen über Vorurteil hält, ist mehr Klarheit. Denn immer wieder fällt Jens Förster selber in Schubladen, ohne dass er sich dessen offenbar bewusst ist. Nicht gegen Storytelling, im Gegenteil. Aber Geschichten sollten zur Veranschaulichung dienen und nicht zur Beweisführung. Thesen aufzustellen und anstelle empirischer Studien einfach persönliche Geschichten aus der eigenen Kindheit zu erzählen, halte ich für allzu saloppe Wissenschaftsvermittlung. Vor allem wenn man als Leser das Gefühl bekommt, hier arbeite jemand frühe Verletzungen und Verstörtheiten auf, indem er persönlichen Erlebnissen allgemein gültigen Charakter zuspricht. Vielleicht sollte Jens Förster sich an einem der Bücher des Nobelpreisträgers Eric Kandel orientieren, wie sich wissenschaftliche Beweisführungen und persönliche Erlebnisse besser trennen lassen.

Inhaltlich hat mich das Buch nicht überzeugt, weil dem Leser sehr viel weniger Neues geboten wird, als Klappentext, Kritik und der Autor selber versprechen. Und wenn Jens Förster seinen Lesern mitteilt, es könne sehr wohl sein, dass Vorurteile bei Peter Ustinov keine Chance hätten, so disqualifiziert sich der Autor nicht nur selber, sondern stiften damit unnötig Verwirrung. Auch wenn er dann weiter unten noch anhängt, dass ein vorurteilfreies Leben recht unwahrscheinlich sei. Das Durcheinander in der Beweisführung entsteht wohl auch deshalb, weil Jens Förster den Begriff Vorurteil nicht klar definiert, sondern immer wieder mit Diskriminierung gleichsetzt. Würde er den Berufskollegen folgen, die mit neurophysiologischen Begrifflichkeiten operieren, könnten solche Vermischungen zwischen Moral und Wissenschaft zum größten Teil vermieden werden.

Die mangelhafte Klarheit ist auch deshalb bedauerlich, weil Jens Förster mit seiner Art des Schreibens ganz offensichtlich einen großen Leserkreis erreicht, viele interessante Studien ins Gespräch bringt und auf Mechanismen aufmerksam macht, die leider viel zu wenig bekannt sind. Aber wenn seine Zuhörer dann vernehmen, dass sich Vorurteile bereits im Kindergartenalter ausbilden, entgeht ihnen dummerweise, dass viel wichtige Stereotype in einer Zeit zu Mustervorlagen werden, in der sich unser autobiographisches Gedächtnis erst langsam bildet. Und das ist alles andere als ein Detail. Wer nicht schon über ein viel Vorwissen verfügt, wird kaum unterscheiden können, was Jens Förster an Wesentlichen sagt und wo er so ungenau ist, dass Fehlschlüsse fast unvermeidlich sind. Und der Autor ist kein Wissenschaftsjournalisten, sondern Professor in dem Gebiet, über das er zu uns spricht.

Mein Fazit: Dieses Buch mit nur einem Stern abzustrafen, halte ich deshalb für unangebracht, weil er doch auf vieles aufmerksam macht, das eine breite Öffentlichkeit zur Kenntnis nehmen sollte. Da Jens Förster einen unterhaltsamen Stil hat, nach jedem Kapitel anschauliche Zusammenfassungen schreibt und immer wieder auf interessante Studien bzw. Experimente aufmerksam macht, runde ich auf drei Sterne auf. Die Begeisterung anderer Rezensenten kann ich jedoch nicht teilen, weil der Autor zu wenig präzis argumentiert und sogar Vorurteile festigt, von denen man sich besser trennen würde.
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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Famose Mischung, 23. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils (Taschenbuch)
Selten habe ich eine gelungenere Mischung aus wissenschaftlich-fundierten Forschungsergebnissen und persönlich-autobiographischen Erkenntnissen und Erfahrungen gelesen. Ein rundum lesenswerter Parforce-Ritt durch sozialpsychologische Experimente, Stereotype, Diskriminierungen. Jeder kann sich angesprochen, ertappt , zum Nachdenken, zum Reflektieren des eigenen Verhaltens angeregt fühlen. Gleichzeitig kommt der Autor nie oberlehrerhaft daher, vielmehr stellt er sich dem Leser - ausweislich seiner Biografie - als gänzlich unprätentiösen Zeitgenossen an die Seite, ja nimmt diesen an die Hand und schlägt ihm eine Bresche durch das andernorts undurchdringliche Dickicht wissenschaftlichen Kauderwelsches.
Man kann sich nach Lektüre dieses Buches ausmalen, wie interessant Hr. Förster seine Vorlesungen gestaltet.
So einen Professor hätte man sich damals an der Uni gewünscht.
Ich glaub, ich schreib mich zum Seniorenstudium an der Förster-Uni ein!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen bahnbrechend, gruselig, große klasse, 24. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils (Taschenbuch)
Dieses Buch ist das wichtigste, das ich in der letzten Zeit gelesen habe. Der renommierte Wissenschaftler Professor Dr. Jens Förster schreibt unterhaltsam und spannend über seine Forschung und beschreibt dabei unheimliche Beeinflussungsmethoden, wie bspw. das subliminale Priming, in dem Versuchspersonen Wörter unter der Wahrnehmungssschwelle präsentiert werden. Förster zeigt auch, warum wir das Unglaubliche nicht glauben wollen. In unseren Köpfen haben wir Vorstellungen abgespeichert und was nicht sein darf kann auch nicht sein. Wir würden es demnach gar nicht merken, wenn uns die Regierung über Medien, TV etc., beeinflusst.
Das Buch jagt einem Schauer über den Rücken und ist mindestens so spannend wie "1984" und "Brave New World".
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unschlagbar, 4. August 2010
Es ist ja keine Frage, dass Jens Förster nicht nur national sondern auch international zu einem der wichtigsten Psychologen herangewachsen ist. Mittlerweile haben wohl auch die deutschen Kolleginnen und Kollegen begriffen, dass hier einer nicht nur spaßt, sondern, ganz im Gegenteil, die Zukunft der Disziplin bestimmt. Spät kommen die Preise, aber sie kommen. Und spät kommt die allgemeine Anerkennung einer wichtigen Disziplin. Machen wir uns doch nichts vor: Erst seit Jens Förster uns Sozialpsycholgen würdig in den Talkshows vertritt ist die Sozialpsychologie in Deutschland für die da draußen" ein Begriff. Und dabei wirkt Jens Försters Wissenschaft über die Sozialpsychologie hinaus. Wer ihn nicht liest, ist nicht auf der Höhe der Forschung. Basta.

Das Faszinierende dabei ist, dass sich dieser Mensch tatsächlich nicht hat unterkriegen lassen. Es klingt versponnen, zumindest surreal, aber Förster wurde in Deutschland nicht nur wegen seiner Homosexualität, sondern vor allem wegen seiner männlichen Weiblichkeit, sprich Schönheit heftig diskriminiert. Nichts, so sagte schon Goethe, ist so gefährlich wie Schönheit. Die Schönheit der Seele, die Schönheit eines geöffneten Gesichts (bei Frauen abgeguckt), die Schönheit der Aufrichtigkeit, die Schönheit des Geistes. Seine Augen sagen: Das mache ich, das interessiert mich, ihr könnt mich durch nichts davon abbringen, wenn es euch wundert oder gar stört, ist das euer Problem. Redet ruhig, ich höre euch ja zu. Aber was euch peinlich ist, ist mein Leben. Was euch peinlich ist, ist Psychologie. Das was euch stört, ist Wissenschaft. Ich mache euren Quatsch nicht mit, denn ihr seid auf dem falschen Weg."
Förster ist im sehr romantischen Sinn ein Entdecker. Er begibt sich auf Reisen, die kein anderer wagt.

Das und nichts anderes hätte Förster fast das Genick gebrochen. Das und nichts anderes ist das Rezept für seinen späten Erfolg. Vernunft, viel Arbeit, messerscharfe Intelligenz, Kreativität, Intuition, Wärme - und Neinsagen zu vielen Verlockungen, wie Macht, tumber Reichtum, Prestige. Er hat alles richtig gemacht.

Er ist ein wandelndes Lexikon. Alles das wurde lange übersehen, weil er eben anders ist. Er war sicherlich zu gut für Deutschland. Aber wer ist da schon noch gut. Die Alten haben die guten Jungen ins Ausland geboxt. Kaum einer ist geblieben.

Das Buch ist ein fabelhafter, sehr unmittelbarer Ausdruck seines Könnens und seiner Einstellungen. Es ist persönlich, aber rigoros korrekt. Absolut wissenschaftlich, denn die Wissenschaft existiert nicht ohne die Kunst, das Persönliche. Auch das hat in Deutschland bisher keiner kapiert. Obwohl schon Goethe Wissenschaft ohne Anteilnahme als nichtssagend beurteilte.

Ich benutze das Buch als Lehrbuch an der Universität, meine Schwester gibt es ihren Schülern in der 10. Klasse, meine Nachbarin liest es im kirchlichen Lesekreis, mein Mann gibt es seinen Lehrlingen. Niemand hat je solch komplizierte Zusammenhänge besser und anschaulicher widergegeben wie er. Man be-GREIFT sie. Ich wünsche mir weitere Bücher!

Jens Förster veröffentlicht international auch zu den Themenbereichen Motivation, Kreativität, Gedächtnis und Emotion. Was wäre das schön, wenn es irgendwann eine populärwissenschaftliche Enzyklopädie der Psychologie von ihm gäbe!
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einladung zum eigenen Nachdenken, 1. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils (Taschenbuch)
Im vorliegenden Buch fasst der Sozialpsychologe Jens Foerster den momentanen Stand der Forschung zum Thema Vorurteile und Stereotype zusammen. Er tut dies auf eine fuer den Laien zugaengliche Art und Weise, ohne jedoch wissenschaftlichen Anspruch vermissen zu lassen. Da Foersters Argumentation stets durch Beispiel aus der Forschung gestuezt wird, lernt der Leser einige spannende Versuche auf eine sehr leicht verstaendliche Art kennen. Die einzelnen Themenbereiche werden jeweils durch Beispiele aus den Medien (sehr schoen: Foersters Analyse des "Sektvorfalles" auf dem Bremer Marktplatz) oder aus dem Leben des Autors illustriert. Man sollte nicht den Fehler machen, endgueltige Antworten auf alle Fragen zu erwarten. Viel mehr zeigt das Buch, dass sich die Forschung solchen Antworten erst annaehrt und auch noch Fragen offen sind. Foerster gaukelt in solchen Faellen keine Gewissheit vor, sondern zeigt moegliche Antworten auf. Man fuehlt sich nach dem Lesen aber angeregt, eigene Vorurteile zu hinterfragen und die Berichterstattung in den Medien sehr kritisch zu sehen.

Kleine Anregung:

Der Verlag stellt durch das Coverdesign eine gewisse Beziehung zwischen diesem Buch und dem Buch von Michael Pauen (Was ist der Mensch?) her. Es waere sicher lohnend, beide Autoren staerker aufeinander Bezug nehmen zu lassen, da sie zum Teil die gleichen Fragen stellen, aber mit unterschiedlichen Antworten aufwarten.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Innovation, 11. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils (Taschenbuch)
Ich habe das Buch in meinem Lesesalon vorgelesen und wir waren alle hellauf begeistert, enthusiastisch, betroffen und fasziniert. Seit Freud hat es keinen intelligenteren Psychologen mehr gegeben.
Das Buch ist aber vor allem formal eine Sensation: Anekdoten mischen sich mit harten empirischen Fakten, Witze leiten über zu komplexen wissenschaftlichen Analysen. Das Allzumenschliche wird gefeiert, beweint, auseinander genommen und wieder zusammengesetzt. Subjektivität und Objektivität der Forschung? Eine müßige Diskussion.
Und dabei liest sich das ganze so gut wie ein guter Roman von Philip Roth oder einer von Toni Morrison.
Wir treffen uns seit einigen Jahren wöchentlich in Berlin und sind - um in Försters Sprache zu sprechen- hin und weg. Es ist wunderbar, daß Deutschland solche Professoren hat.
Das Buch ist Aufklärung, Hohe Literatur im besten Sinne und Offenbarung.
Einfach Danke.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen witzige Wissenschaft, 10. Mai 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hallo!
Das Buch wurde mir zum Thema Vorurteile von meinem Dozenten empfohlen. Nachdem ich nun etwa die Hälfte gelesen habe, kann ich nur sagen: SUPER
Es ist unglaublich amüsant geschrieben und trotzdem wissenschaftlich! Ich kann es jedem empfehlen, der sich mit Vorurteilen auseinandersetzen möchte.
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